NBC gibt Start frei für Euro-Krimi „Crossing Lines“

    US-Adaption von „The Winner Is … “ im Sommer

    Stefan Genrich – 27.04.2013, 11:23 Uhr

    „Crossing Lines“ – Bild: NBC
    „Crossing Lines“

    NBC räumt den Sonntagabend für die deutsch-französische Co-Produktion „Crossing Lines“ frei, die der amerikanische Showrunner Edward Allen Bernero in Prag und Paris für den internationalen Markt gedreht hat: Am 23. Juni startet die Auftaktstaffel mit der zweistündigen Premierenfolge zur besten Sendezeit um 21.00 Uhr Eastern Time. Die regulären Epiosden laufen jeweils um 22.00 Uhr.

    NBC hat die Senderechte bereits vor Wochen gekauft, als gleichzeitig europäische Sender wie TF1, RAI und Sat.1 die Ausstrahlung für ihre Märkte sicherten (fernsehserien.de berichtete). Während allerdings in Deutschland noch kein konkreter Termin feststeht, prescht das US-Network vor. Trotzdem müssen die zehn Folgen als eine Art Lückenbüßer herhalten, denn der Sommer lässt die Einschaltquoten nicht gerade in den Himmel wachsen.

    Ohnehin könnte das zentrale Thema US-Zuschauer etwas verwirren: Schließlich kriminalisiert hier weder das „Navy CIS“ oder der „CSI“ oder eine andere US-Einrichtung. Es sind nur scheinbar langweilige europäische Polizisten, die zusammen mit dem vom NYPD frustrierten Profiler Carl Hickman (William Fichtner) unter Leitung des Franzosen Louis Daniel (Marc Lavoine) eine Art globales FBI gründen – ausgerechnet auf Grundlage der Charta des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, als dessen härteste Gegner in der Realität die USA gelten.

    Politische Vorbehalte treten eben zurück, wenn coole Typen und heiße Frauen die Serienverbrecher und Schwerkriminellen weltweit und grenzübergreifend jagen. NBC erwartet jedenfalls, dass das TV-Publikum sich gerne der Spannung ausliefert. Schließlich hat Executive Producer Edward Allen Bernero ausreichend Erfahrung in diesem Genre vorzuweisen: Nach seinen Einsätzen als Police Officer in Chicago hat er maßgeblich „Third Watch“ mitgestaltet und betreute sowohl „Criminal Minds“ als auch das Spin-Off „Criminal Minds: Team Red“.

    Unter US-Einfluss und mit Unterstützung potenter Partner hat die Münchener Produktionsfirma Tandem Communications nach leicht kuriosen Versuchen wie „Die Nibelungen“ die Tore zum internationalen TV-Markt mit dem Historien-Renner „Die Säulen der Erde“ geöffnet. Nach diversen Miniserien und TV-Movies markiert „Crossing Lines“ den Einstieg in längerfristige Drama-Serien. Hochkarätige Schauspieler wie der alte Haudegen Donald Sutherland („Dirty Sexy Money“) und nicht zuletzt aus Deutschland Tom Wlaschiha („Game of Thrones“) verbessern die Erfolgschancen. Trotzdem bleibt es zwischen Nordsee und Alpen noch ruhig um die neue TV-Serie. Nur die Frankfurter Rundschau will auf der Programm-Messe MIPTV in Cannes gehört haben, dass Sat.1 „Crossing Lines“ fest für Herbst einplant.

    NBC teilt zudem mit, welche zwei Shows das Sommerprogramm ergänzen. „The Winner is … “ mit Gastgeber Nick Lachey verbindet Auftritte einer Casting Show mit Strategien einer Game Show. Als Hauptgewinn winkt eine Million US-Dollar – aber nur echten Gesangstalenten, die zwischendurch selbstbewusst finanziellen Versuchungen ausweichen, die sie vom Übergang in die nächste Runde abhalten sollen. NBC hatte die bei Sat.1 gefloppte Produktion von John de Mol im vergangenen Jah eingekauft. Konzeptionell wird sich die US-Version nicht wesentlich von der deutschen Variante unterscheiden (fernsehserien.de berichtete). Am 11. Juli geht es los.

    Dieser Termin steht jetzt auch für die bereits angekündigte „Hollywood Game Night“ fest, in der Jane Lynch („Glee“) zwei alltägliche Gäste zu einem klassischen Spieleabend mit hochrangigen Prominenten in der Atmosphäre einer Cocktailparty begrüßt. Im echten Leben hat der Produzent das Konzept ausreichend getestet: Wie seine Figur Jack aus „Will & Grace“ ist Sean Hayes für seine unkonventionellen Ideen beliebt oder berüchtigt.

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