Hollywoodstar Max von Sydow („Star Wars“, „Game of Thrones“) ist gestorben

    Leindwandlegende wurde 90 Jahre alt

    Glenn Riedmeier – 09.03.2020, 17:04 Uhr

    Max von Sydow

    Max von Sydow ist tot. Zu den bekanntesten Filmrollen des in Schweden geborenen Schauspielers und Hollywoodstars zählen die eines Priesters in „Der Exorzist“ und die des Blofeld im James-Bond-Klassiker „Sag niemals nie“. Noch im hohen Alter spielte er im siebten „Star Wars“-Teil „Das Erwachen der Macht“ und der Fantasyserie „Game of Thrones“ mit. Am vergangenen Sonntag (8. März) verstarb der Wahl-Franzose im Alter von 90 Jahren in Paris.

    Max von Sydow wurde als Carl Adolf von Sydow mit deutsch-pommerscher Abstammung am 10. April 1929 im schwedischen Lund geboren. Über seine Kindheit ist wenig bekannt, allerdings lernte er während seiner Schulzeit Englisch und Deutsch. Auf der Kathedralschule in Lund gründete er eine Theatergruppe und sammelte erste schauspielerische Erfahrungen. Am Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm wurde er zwischen 1948 und 1951 schließlich zum Schauspieler ausgebildet. Bereits 1949 hatte er sein Filmdebüt in „Rya-Rya – Nur eine Mutter“.

    Im Jahr 1955 zog Max von Sydow nach Malmö und lernte dort den Autor und Regisseur Ingmar Bergman kennen. Nachdem die beiden am Stadttheater Malmö zusammenarbeiteten, spielte von Sydow später auch in mehreren Bergman-Filmen mit. Seinen internationalen Durchbruch erlangte von Sydow 1957 mit dem historischen Filmdrama „Das siebente Siegel“, in dem er den Kreuzritter Antonius Block verkörperte. Weitere Zusammenarbeiten mit Bergman waren die Filme „Schande“, „Die Stunde des Wolfs“ und „Passion“.

    Seine erste Hauptrolle in einer amerikanischen Produktion übernahm er 1965 in George Stevens’ „Die größte Geschichte aller Zeiten“, in der er Jesus Christus verkörperte. In weiteren Jahren arbeitete Max von Sydow mit Starregisseuren wie David Lynch („Dune – Der Wüstenplanet“, 1984) und Woody Allen („Hannah und ihre Schwestern“, 1986) zusammen. Als großer, blasser Mann von mehr als 1,90 Metern Körpergröße überragte von Sydow viele seiner Schauspielerkollegen – sowohl körperlich als auch spielerisch. Ab Mitte der 1970er Jahre wirkte er parallel zu Hollywood-Filmen auch in zahlreichen italienischen Filmproduktionen mit.

    Zu Max von Sydows Filmographie zählen unter anderem bekannte Blockbuster wie „Die drei Tage des Condor“, „Flash Gordon“, „Conan – Der Barbar“, „Needful Things – In einer kleinen Stadt“ und „Minority Report“. Zwar wirkte er in zahlreichen Actionfilmen mit, tatsächlich bevorzugte er bei seiner Rollenauswahl jedoch Dramen wie „Pelle, der Eroberer“ von Bille August, für das er 1989 eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller erhielt. Für Wim Wenders stand er in dem Film „Bis ans Ende der Welt“ (1991) vor der Kamera, in „Hamsun“ spielte er 1996 die Titelrolle des norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun und 2010 drehte er unter der Regie von Martin Scorsese „Shutter Island“.

    Max von Sydow galt als Paradebeispiel für einen Charakterdarsteller, der bei der Verkörperung seiner Rollen viel Charisma und eine archaische Kraft zum Ausdruck brachte. Dieser Eindruck wurde durch seine hagere Gestalt und seine als knorrig beschriebene Stimme verstärkt. Seine markante Stimme setzte er auch in vielen Werbefilmen und Computerspielen ein.

    2012 wurde Max von Sydow im Alter von 83 Jahren für „Extrem laut und unglaublich nah“ das zweite Mal für einen Oscar nominiert. 2015 spielte er in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ Lor San Tekka, einen Entdecker und alten Freund von Leia. 2016 verkörperte von Sydow drei Folgen lang die prägnante Rolle des dreiäugigen Raben in der Ausnahmeserie „Game of Thrones“

    Max von Sydow war zwei Mal verheiratet: von 1951 bis 1979 mit der Schauspielerin Christina Olin, mit der er zwei Söhne bekam. 1997 heiratete er die französische Dokumentarfilmerin Catherine Brelet, die er bei den Dreharbeiten zu „Die Bibel – Salomon“ kennenlernte. Catherine wurde zur persönlichen Assistentin ihres Ehemannes und 2002 nahm von Sydow die französische Staatsbürgerschaft an und verlegte seinen Wohnsitz nach Paris.

    Eine Oscar-Auszeichnung blieb dem Schauspieler verwehrt, doch 1988 erhielt er den Europäischen Filmpreis, 1995 den Grimme-Preis und 2002 wurde er auf dem Filmfestival in Cannes für sein Lebenswerk geehrt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      ich kann mich noch gut an die rolle des priesters in "der exorzist" erinnern...
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        Max von Sydow hat alte Männer gespielt seit ich mich an ihn erinnern kann. Und er war - ähnlich wie Christopher Lee - fast überall dabei, und das im hohen Alter.
        Aber leider erwischt es alle mal, und er wird fehlen.

        Möge er in Frieden ruhen!
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          Du sagst es. Sehr viele prägende Rollen. Mir auch sehr intensiv im Film "Needful Thinks" in Erinnerung.

          Bisher leider noch nicht gesehen "Pelle der Eroberer"
        • am via tvforen.demelden

          Scotty1978 schrieb:
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          > Du sagst es. Sehr viele prägende Rollen. Mir auch
          > sehr intensiv im Film "Needful Thinks" in
          > Erinnerung.
          >
          > Bisher leider noch nicht gesehen "Pelle der
          > Eroberer"

          Unbedingt anschauen, ich fand den Film (zumindest vor vielen Jahren, als ich ihn sah) ganz toll.

          Mir ist vor allem "Der unheimliche Besucher" aus dem Jahr 1971 im Gedächtnis geblieben - ein extrem spannender und raffinierter Thriller. "Needful things" mochte ich aber auch sehr, ein wunderbar böser und mitunter auch witziger Film.

          Auf alle Fälle ein Charaktergesicht, weit weniger austauschbar als so manch heutige Stars.
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          Sollte neulich bei Arte laufen, ist dann entfallen wegen des Todes eines anderen Filmschaffenden. Die Wiederholung hatte ich dann verpasst.

          Möchte ich mir auch ansehen :)

          Mit "Needful things" haste Recht. Aber zwischen manchen Nachbarn sicher nicht so abwegig.
      • (geb. 1963) am melden

        Schon wieder hat es einen großen Hollywood-Star erwischt (Wochen nach Kirk Douglas).
        Auch einer der größten und besten Schauspieler der Welt.
        Möge auch er - in Frieden ruhen..
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