Edward Asner („Mary Tyler Moore“ /​ „Lou Grant“) ist gestorben

    Legendärer Comedy-Darsteller wurde 91 Jahre alt

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 30.08.2021, 12:55 Uhr

    Ed Asner (1929 – 2021) – Bild: CBS/2012
    Ed Asner (1929 – 2021)

    Als leidenschaftlicher und mürrisch-liebevoller Redaktionsleiter Lou Grant ging er in die Seriengeschichte ein. Edward ‚Ed‘ Asner verkörperte seine Paraderolle nicht nur sieben Staffeln lang in „Mary Tyler Moore“, sondern danach noch weitere fünf Jahre lang in der Ablegerserie „Lou Grant“. Im Laufe der Jahre wurde Asner durch zahlreiche weitere Auftritte in Serien und Filmen in den USA zu einer regelrechten Comedy-Legende. Nun ist der Schauspieler im Alter von 91 Jahren verstorben. Am Sonntag ist er in seinem kalifornischen Zuhause im Kreise seine Familie friedlich eingeschlafen.

    Ed Asner wurde 1929 in Kansas City geboren und wuchs in einem orthodox-jüdischen Zuhause auf. Während seines Studiums an der University of Chicago sammelte er erste Schauspielerfahrungen. In den 1950er Jahren machte sich Asner schließlich als Charakterdarsteller im Fernsehen einen Namen und absolvierte zahlreiche Gastauftritte in Kultserien wie „Die Unbestechlichen“, „Die Leute von der Shiloh-Ranch“ und „Auf der Flucht“. Zu seinem endgültigen Durchbruch kam es dann 1970 mit der Rolle als Lou Grant, Chefredakteur einer lokalen Fernsehnachrichten-Redaktion, in dem Kulthit „Mary Tyler Moore“. Drei Mal wurde Asner für diesen Part mit einem Emmy als Bester Nebendarsteller in einer Comedyserie ausgezeichnet.

    Nach dem Ende der Serie 1977 entwickelte Mary Tyler Moores Produktionsfirma MTM das Spin-Off „Lou Grant“, bei dem es sich allerdings um eine Dramaserie handelte. Darin übernimmt Ed Asners Figur die Lokalredaktion einer fiktiven Zeitung in Los Angeles. Das Drama behandelte so kontroverse Themen wie posttraumatische Erkrankungen bei Vietnam-Veteranen, nukleare Abrüstung und Unterdrückung in Diktaturen. Asner erhielt für „Lou Grant“ erneut zwei Emmys, dieses Mal als bester Hauptdarsteller eines Dramas.

    Ab 1979 war die Serie auch im ZDF zu sehen, während es bis zur vollständigen Ausstrahlung von „Mary Tyler Moore“ bis in die 1990er Jahre dauern sollte. Dann nahm RTL die in den USA legendäre Comedy ins Nachtprogramm auf. Allerdings gibt es von „Lou Grant“ eine einzelne Episode aus der ersten Staffel, in der es um Neonazis ging, die bis heute nicht im deutschen Fernsehen gezeigt wurde.

    Anfang der 1980er Jahre übernahm Ed Asner die Präsidentschaft der Screen Actors Guild, der Schauspielergewerkschaft der USA. Bis 1985 hatte er diesen Posten inne. Zur gleichen Zeit hatte er weitere Hauptrollen in den kurzlebigen Serien „Off the Rack“ und „The Bronx Zoo“. Anfang der 1990er Jahre war Asner außerdem als Walter Kovacs in der Ermittlerserie „Die Fälle der Rosie O’Neill“ mit Sharon Gless zu sehen.

    Weitere Gastauftritte und zahlreiche Einsätze als Sprecher in Zeichentrickserien folgten, bevor Ed Asners Karriere durch genau so eine Sprechrolle noch einmal erheblichen Aufwind erhielt. In dem Pixar-Film „Oben“ sprach er 2009 die Hauptfigur Carl Fredricksen und spielte sich so in die Herzen alter und junger Kinogänger. Noch in den 2010er Jahren folgten weitere Gastauftritte in etablierten Serienhits wie „Good Wife“, „Hawaii Five-0“, „Mom“, „Blue Bloods“ oder „Hot in Cleveland“.

    Ed Asners Schauspielkarriere umfasste sieben Jahrzehnte, in denen er laut IMDb mehr als 400 Rollen verkörperte. Eine ganze Reihe seiner letzten Projekte werden erst in den kommenden zwei Jahren veröffentlicht.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1972) am

      91 Jahre muss man erst einmal werden. Er war in vielen Rollen zu sehen. Am besten bekannt war er natürlich als Lou Grant. Ironie der Geschichte ist das gegen ein "veraltertes" konservatives Weltbild angekämpft wurde und die heute so hippen Linken schlimmer sind als die in der Serie dargestellten Konservativen.
      Leider hat man auch Boston legal zu früh eingestellt. Man hätte nach dem Sieg von Obama weiter machen müssen aber dann wäre wohl die eigene Echoblase geplatzt.
      • (geb. 1963) am

        Hatte leider nur die ZDF-Folgen von "Lou Grant" geguckt. Die "Mary-Tyler-Moore-Show" kenn ich nur vom Hörensagen.
        Er hatte auch in diversen Hollywood-Western mitgewirkt wie z.B. "El Dorado" mit dem Duke John Wayne und Bob Mitchum.
        Zuletzt sah ich ihn in einer TV-Folge der Serienadaption "MacGyver"...
        • (geb. 1972) am

          Mary Tyler Moore war auch eine anstrengende Serie. Die Gilmore Girls waren der Aufguss. Wer Mary Tyler Moore kannte, konnte die Dialoge der Gilmore Girls praktisch mitsprechen.
      • am via tvforen.de

        Ich liebte Lou Grant, aber noch mehr ist mir Edward Asner als Axel Jordache in Erinnerung geblieben ("Reich und Arm") als Vater der beiden unterschiedlichen Söhne Rudy und Tom (Peter Strauss und Nick Nolte), dort spielte er zwar nur ein paar Folgen, aber da merkte man, welch großartiger Schauspieler er war. Es war keine grundgütige Rolle, im Gegenteil.

        Bis heute die Serie aus den 70ern, die mich am meisten beeindruckt hat, was vor allem an den tollen Darstellern lag. Schön, dass es sie auf DVD gibt, was man von Lou Grant leider nicht behaupten kann - mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben.

        Immerhin hat er ein gesegnetes Alter erreicht.
        • am via tvforen.de

          New York
          Der US-Schauspieler Ed Asner ist mit 91 Jahren gestorben. Asner galt als vielseitiger Schauspieler, der in den 70er und 80er Jahren vor allem in der Rolle des Lou Grant bekannt wurde.

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