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Der Wert der Dinge
Wie leben wir nachhaltiger? Mit dieser Frage beschäftigen sich Bauingenieur Felix, Modedesignerin Sanaz und Food-Aktivist Dominik. Sie suchen lieber Lösungen, als nur darüber zu diskutieren. Felix experimentiert mit Lehm als Baustoff. Sanaz hat ihr eigenes Modelabel, für das sie vegane und recycelte Stoffe verwendet. Dominik arbeitet auf einem biodynamischen Bauernhof, merkt aber schnell, dass er mit politischem Engagement mehr bewirken kann als mit Gemüseernten.Die Filmcrew begleitet die drei jungen Menschen und sucht Wege, ihren Film so ressourcenschonend wie möglich zu produzieren. Mit Fahrrädern und Solaranlage produziert sie ihren eigenen Strom, achtet sich auf nachhaltige Ernährung, arbeitet lokal und bewegt sich mit Lastenfahrrad oder Zug. Gemeinsam überwinden sie Widerstände und zeigen, dass Wandel möglich ist. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 15.12.2024 SRF 1 Wettkampf der Spitäler – Mehr Qualität für Patienten oder teures Aufrüsten?
Eine Million Menschen müssen sich jedes Jahr in der Schweiz im Spital behandeln lassen. Für sie zählt in erster Linie ihre Gesundheit, die Qualität der medizinischen Behandlung, aber auch die Qualität ihres Aufenthalts. Für Spitäler ist darum die Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten zunehmend ein hartes Geschäft ums Überleben geworden: Wer zu wenige Patientinnen hat, dem fehlen die Einnahmen, dem droht die Schliessung. Dieser Wettbewerb bringt die Spitallandschaft in Bewegung. Spitäler richten ihre Strategie neu aus, indem sie die Patienten in den Mittelpunkt stellen. Der Dokumentarfilm zeigt die Folgen dieser Entwicklung: Spitäler investieren mehr ins Marketing, in besseres Essen und mehr Komfort.Der Film dokumentiert die Veränderungen im Kantonsspital Nidwalden. Ein Regionalspital, das konsequent sein Angebot auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ausrichtet, mit Erfolg. Da gilt es, die Wünsche der Kundinnen und Kunden zu erfüllen – auch wenn es ausgefallene sind. Medizinische Qualität allein reicht heute nicht mehr, um in Zukunft zu bestehen, ist der Nidwaldner Spitaldirektor Urs Baumberger überzeugt. Die Patientinnen beurteilen ihren Spitalaufenthalt oft nicht nach der Qualität der Medizin, sondern nach der Qualität von Essen, Service und Ambiente. Stimmt die Gesamtleistung, erzielen Spitäler gute Noten bei Patientenumfragen. Und das ist gute Werbung fürs Spital. Wer besser sein will als die Konkurrenz, muss unkonventionelle Ideen umsetzen. So holt Spitaldirektor Baumberger auch mal einen Kommunikationsberater aus der Autobranche, um sein medizinisches Personal auf Kundenorientierung zu trimmen. Geht vor lauter Kundenorientierung die medizinische Qualität vergessen? Die Schweiz hat fast das teuerste Gesundheitssystem der Welt, aber nicht das Beste. Selbst bei Routine-Operationen gibt es regelmässig Komplikationen – und diese führen bei den Betroffenen oft zu grossem Leid. Forschung in Medizin und Patientensicherheit zeigen: Es gibt Faktoren, die das Komplikationsrisiko deutlich verringern. Allerdings gibt es bei diesen Qualitätsfaktoren grosse Unterschiede zwischen den Spitälern. Bei der Spitalwahl kann und sollte man darauf achten. Doch wie? Und sind alle Spitäler genügend bemüht, die Fehler- und Komplikationsrate zu senken? «SRF DOK» begleitet zwei Patientinnen auf ihrem Weg durch die Spitäler. Eine Frau, die ein neues Hüftgelenk will und sich nach einer Informationsveranstaltung für ein Spital ausserhalb ihres Wohnkantons entschieden hat. Und eine Patientin, die seit einer missglückten Hüftoperation auf einem jahrelangen Leidensweg ist und nun einen neuen Anlauf nimmt, um endlich zu einer guten Hüftprothese zu kommen. Was erleben diese zwei Patientinnen? Welchen Einfluss hat der Wettbewerb unter den Spitälern auf die Menschen, die auf sie angewiesen sind? (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 11.03.2021 SRF 1 Wettkampf der Spitäler – Weniger Spitäler = bessere Qualität?
Jedem Tal sein Spital. Das war über Jahrzehnte das Motto der Schweizer Spitalplanung. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Spitäler sind unter Druck, ihnen geht das Geld aus. 10 Prozent der Spitäler haben zu wenig Eigenmittel, um längerfristig zu bestehen. Wollen Spitäler mehr Eigenmittel, brauchen sie genügend Patientinnen und Patienten.Denn die Krankenhäuser sind seit Jahren einem Wettbewerb ausgesetzt. Diese Entwicklung zeigt Wirkung. Spitäler mit Defizit müssen entweder vom Kanton mit Millionen gerettet werden, ihr Angebot herunterfahren – oder dann schliessen. Haben Regionalspitäler überhaupt eine Zukunft? SRF «DOK» zeichnet exemplarisch die Vorgänge in den Kantonen St. Gallen und Baselland nach. Im Baselbiet wurde das Spital Laufen geschlossen. Nach 150 Jahren steht das Laufental jetzt ohne Spital da. Der Kanton St. Gallen hat nichts Geringeres entschieden, als vier seiner neun Spitäler zu schliessen. Noch vor einigen Jahren unvorstellbar. Die Filmautoren haben Patientinnen und Patienten begleitet, Lokalpolitikerinnen getroffen und Spitaldirektoren sowie Ärztinnen befragt. Sie dokumentieren Ängste und Sorgen der Menschen in den Regionen, die ein Spital verlieren. Gemeindepräsidenten bangen um die Attraktivität ihrer Gemeinde, um hochqualifizierte Arbeitsplätze und fühlen sich einmal mehr von den Zentren im Stich gelassen. Vor allem ältere Menschen wollen im Krankheitsfall in der gewohnten Umgebung bleiben. Kurze Wege ermöglichen, dass Angehörige und Verwandte zu Besuch kommen während eines Aufenthalts. Das geht verloren, wenn das nahe Spital verschwindet. Übersichtliche Strukturen in einem Spital, ein familiärer Umgangston, bekannte Gesichter im Pflegeteam – das alles schätzen Menschen, die für kurze oder längere Zeit ins Spital müssen. Dennoch scheint der Trend unaufhaltsam: Der medizinische Fortschritt und der Kostendruck machen den Regionalspitälern zu schaffen. Die moderne Medizin wird immer spezialisierter, das nötige Fachpersonal ist nur beschränkt vorhanden – selbst wenn Geld keine Rolle spielen würde. Qualitätsvorgaben verlangen heutzutage ausserdem Mindest-Fallzahlen und Routine. Gleichzeitig werden einfache Eingriffe immer mehr ambulant vorgenommen. Wozu braucht es da noch grosse Bettenstationen, die oft leer stehen? Rund 200 Kliniken und Spitäler bieten in der Schweiz ihre Dienste an und buhlen um Patientinnen und Patienten. Genügen den Schweizerinnen und Schweizern nicht auch 50 oder 80? Eine Studie kommt zum Schluss, dass mit einer viel kleineren Zahl die gleiche Gesundheitsversorgung garantiert ist – in einer besseren Qualität und günstiger. Nicht ein nahes Spital ist medizinisch entscheidend, sondern ein gutes Spital. Das zeigt sich auch im Fall eines Herzinfarktes. Ein Horrorszenario für viele Menschen abseits der Zentren, wie der Film belegt. Doch auch hier gilt: Die Fahrt ins spezialisierte Zentrum kann Leben retten – selbst, wenn sie etwas länger dauert. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 04.03.2021 SRF 1 Die Whistleblower der UNO – Abgründe einer Weltorganisation
Die UNO unter BeschussBild: SRF/BBCSeit mehr als 70 Jahren steht die UNO für den weltweiten Kampf für Menschenrechte. Dass es die Organisation intern mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt, hat die Whistleblower, die in diesem Film zu Wort kommen, mehr als überrascht. Sie wollten Gutes tun, etwas bewirken. Doch die Hoffnung, in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu arbeiten, die sich allesamt der persönlichen Integrität und dem Gemeinwohl verschrieben haben, erfüllte sich nicht. Stattdessen erlebten diese UNO-Mitarbeitenden sexuelle Belästigung, Einschüchterung und Machtmissbrauch.Statt die Vorwürfe rückhaltlos aufzuklären und die Verantwortlichen zu benennen, wurden die Whistleblower verunglimpft, drangsaliert und schliesslich entlassen. Möglich macht dies ein System der vollkommenen rechtlichen Unantastbarkeit. Kaderangestellte geniessen weltweit diplomatische Immunität. Das heisst, sie sind nicht den normalen Gesetzen und Strafverfolgungen ausgesetzt, die sonst für alle gelten. Diese investigative Recherche aus dem Innern der UNO gibt jenen eine Stimme, die es gewagt haben, gravierendes Fehlverhalten ihrer Mitarbeitenden und Vorgesetzen an die Öffentlichkeit zu tragen. Sie zeigt einen Machtapparat, der zumindest teilweise von toxischen Arbeitsverhältnissen durchzogen ist und in dem sich Einzelne über Recht und Menschenwürde hinwegsetzen – und das in einer Organisation, die gegen aussen genau für eben jene Werte steht. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 05.11.2023 SRF 1 Ein Whistleblower zwischen Moral und Milliarden
Januar 1997: Der junge Wachmann und Familienvater Christoph Meili wird über Nacht zum internationalen Medienstar im Skandal um Nachrichtenlose Vermögen auf Schweizer Bankkonten. Meili rettet historisch brisante Bankakten vor dem Shredder und spielt sie jüdischen Organisationen zu. Der Fall Meili entwickelt sich in der Folge zum GAU für die Task Force Schweiz-Zweiter Weltkrieg unter Sonderbotschafter Thomas Borer, der den lädierten Ruf der Schweiz in den USA aufpolieren soll.Der Dokumentarfilm «Die Affäre Meili» handelt vom grössten Skandal der Nachkriegszeit rund um Nachrichtenlose Vermögen auf Schweizer Banken. Regisseur Daniel von Aarburg rollt einen Fall auf, der die ganze Schweiz in einen Ausnahmezustand versetzte und der am 13. August 1998 mit der Zahlung von 1,25 Milliarden US Dollar ad acta gelegt wurde. Meili und Borer, zwei Männer mit Karrieren, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Wachmann Christoph Meili und Sonderbotschafter Thomas Borer ziehen Bilanz über ihr Tun in der grössten aussenpolitischen Krise der Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie erzählen, welchen Preis sie persönlich für ihren Einsatz bezahlt haben. Ergänzt werden die Erinnerungen von Meili und Borer durch Einschätzungen und Analysen weiterer wichtiger Akteure von damals wie etwa alt Bundesrätin Ruth Dreifuss oder dem damaligen Nationalrat Christoph Blocher. Ebenfalls erstmals ausführlich zu Wort kommen die amerikanischen «Ankläger» der Schweiz vor 20 Jahren wie Ex-Senator Alfonse D’Amato und Unterstaatssekretär Stuart Eizenstat. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Fr. 24.08.2018 SRF 1 Wie Boris Johnson tickt
Lange galt Boris Johnson als Spassvogel, den niemand so richtig ernst nahm. Dennoch brachte er 2016 die Abstimmung über den Brexit durch und triumphierte dann bei den Parlamentswahlen im Dezember 2019. Boris Johnson, der neue starke Mann des Vereinigten Königreichs, ist dabei, sein Land tiefgreifend zu verändern und Spuren zu hinterlassen. Von den Entscheidungen dieses exzentrischen Entertainers hängt die Zukunft der Britinnen, Briten und Europas für die nächsten zehn Jahre ab. Und mit der Covid-19-Pandemie steht das Vereinigte Königreich zum ersten Mal vor einer grossen Krise, die das Land im Alleingang, ohne Hilfe der Europäischen Union lösen muss.Der Film porträtiert Boris Johnson, von der Kindheit bis zu seiner Aufgabe als Premierminister von Grossbritannien und lässt Familienmitglieder, Vertraute und politische Gegner zu Wort kommen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 30.01.2022 SRF 1 Wie chinesische Touristen durch Europa rasen
Sie sind laut, sie drängeln sich vor, sie lassen den Abfall liegen, sie rauchen, wo es verboten ist. Chinesische Touristinnen und Touristen haben in Europa nicht den besten Ruf. Das Thema wurde so brisant, dass den zahlreich reisenden Gästen aus China Benimmregeln vermittelt wurden. Sie haben sich gebessert, und nun sind sie gern gesehene Gäste – auch in der Schweiz.Ihre Art zu Reisen bleibt für Europäer dennoch speziell: Dieser Film begleitet einen Bus voller chinesischer Touristen, die zum ersten Mal Europa besuchen. In zehn Tagen reisen sie durch sechs Länder. Mit viel Humor und Poesie widerspiegelt dieser Film die kulturellen Unterschiede zwischen China und Europa. Die Gruppe reist von Italien über die Schweiz nach Frankreich. Venedig machen sie locker in ein paar Stunden. Das Kollosseum in Rom bestaunen sie sitzend – im Car. Wenn sie aussteigen, dann hauptsächlich, um zu shoppen, zum Beispiel in Luzern, wo die Bijouterien ebenso interessant sind wie die Kapellbrücke. Die Chinesen sind eine kaufkräftige Klientel. Und gerade jetzt, wo die Zahl der China-Reisenden hierzulande sinkt, muss das Interesse der Tourismusbranche an ihnen hoch bleiben. Filmemacherin Jill Coulon ist mit der Gruppe gereist und nimmt das Publikum mit an Bord dieses Busses. Und sie zeigt auch, dass die Chinesinnen und Chinesen durchaus auch gerne einmal individuell unterwegs sind, zum Beispiel ein Vater, der sich in Paris zusammen mit seinen Söhnen von der Gruppe absetzt und alleine loszieht. In diesen zehn Tagen wird die chinesische Gruppe von ihrem Reiseleiter mit Informationen über Europa eingedeckt, und diese staunt über die Abgeschiedenheit des Lebens in den Schweizer Bergen, über die französische Streikkultur oder über die Prostitution in Holland. Ebenso erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer viel darüber, wie die Chinesen die Europäer sehen. Oftmals scheinen die chinesischen Gäste die Anwesenheit der Dokumentarfilmerin vergessen zu haben. Entstanden ist ein humorvolles «Road-Movie» der besonderen Art. (Text: SRF) Wiedersehen im Sahlenweidli
Wie die SRG unter Druck kam
Im 87. Jahr ihres Bestehens ist die SRG unter existenziellen Druck geraten: Eine radikale Initiative verlangt die Abschaffung der Gebühren. Damit würden bei 34 privaten TV- und Radiostationen und bei den Sendern des öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehens die Lichter ausgehen. Wie konnte es so weit kommen? (Text: SRF)Original-TV-Premiere Do. 15.03.2018 SRF 1 Die Wiener Symphoniker von innen
«Fast wie ein Rausch» – so beschreibt ein junger Musiker die Erfahrung, Teil eines so renommierten Orchesters zu sein. Der Film von Iva Švarcová und Malte Ludin erlaubt erstmals einen Blick hinter die Kulissen der Wiener Symphoniker, den Hütern des weltberühmten «Wiener Klangs».Das Besondere an diesem Film ist, dass er auch die Schattenseiten des Musikerdaseins zeigt, erzählt von Versagens- und Verlustängsten und davon, wie schmal der Grat zwischen Triumph und Katastrophe sein kann – Kunst als Drahtseilakt. Der Film «Tonsüchtig – Die Wiener Symphoniker von Innen» bricht auch eine Lanze für mehr Frauenpower in dieser noch männerdominierten Welt: Denn das nervenaufreibende Probespiel für die Stelle des Konzertmeisters gewinnt eine Frau. Zudem geht der Film dem legendären «Wiener Klang» nach. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 19.12.2021 SRF 1 Die Wiese – Ein verlorenes Paradies?
Hunderte weitere Arten teilen ihre Bedürfnisse stumm, aber mit prächtigen Farben und erstaunlichen Formen mit. Manche Wiesenbewohnenden führen sogar komplizierte Tänze auf. All das spielt sich zwischen mannigfaltigen Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern ab, die ihrerseits mit Tricks und Kniffen, die sie im Laufe der Evolution entwickelt und verfeinert haben, ihre Vermehrung sichern.Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken und zu bewundern gibt. Eine Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist. Eine Welt, die wir aus Kindertagen, aus Filmen und Büchern kennen, aber auch eine Welt, die offensichtlich nicht mehr in unsere moderne Zeit passt. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 04.07.2021 SRF 1 Wie sich Amerika reich kifft – Ein Film von Hilka Sinning
Marihuanatouristen bevölkern die Hauptstadt Denver, in zahllosen Ausgabestellen gibt es alles, vom Joint bis zum Hasch-Cookie. Vor allem aber: Den Geldsegen, mit dem Produzenten und Händler den Staat überschwemmen, möchte die Politik nicht mehr missen.Und die Cannabisproduzenten expandieren munter drauf los: Eine davon ist Toni Fox, Firmenchefin des Unternehmens „Denver’s Discreet Dispensary“. Schon im ersten Monat nach der Legalisierung setzte sie fast 300 000 Dollar um, nach drei Monaten erhöhte sie die Belegschaft von sechs auf dreissig Leute – eine kleine Ironie des Schicksals angesichts der Familiengeschichte von Toni Fox: Ihr jüngerer Bruder sass 10 Jahre im Gefängnis, weil er als Kleindealer erwischt worden war. Doch längst toben in Colorado die ersten Verteilungskämpfe. Grossunternehmen drücken die Preise, um Konkurrenten zu unterbieten. Der gesamte Staat Colorado profitiert von den neuen Industrien, nicht nur durch hohe Steuereinnahmen. Es wurden Tausende von neuen Arbeitsplätzen geschaffen, der Tourismus boomt, die Immobilienpreise sind sprunghaft gestiegen. Wenn das Modell sich bewährt, lockt eine zukünftige Milliardenindustrie. Der Dokumentarfilm taucht ein in den „Green Rush“, den grünen Rausch in Colorado. Und beschreibt, wie in kurzer Zeit die Kifferromantik einer knallharten, uramerikanischen Business-Logik weichen musste: eine Kapitalismuslektion. (Text: SRF) Wie viel ist uns ein Leben wert?
Ein Tag auf der Intensivstation kostet im Schnitt 4000 Franken. Eine Lebertransplantation etwa 200 000 Franken und eine Krebstherapie mitunter eine halbe Million. Es wird viel Geld investiert, um ein einzelnes Menschenleben zu retten. Mit den steigenden Krankenkassenprämien steigt der Druck auf unser solidarisches Gesundheitssystem. Schon heute fordern Politiker Einschränkungen: Betagte Menschen sollen keine Herzschrittmacher mehr bekommen und auch keine Hüft- und Knieprothesen.Noch findet sich für eine solche Forderung keine Mehrheit, doch die Stimmung in der Schweiz hat umgeschlagen: Letztes Jahr sagte eine Mehrheit der Bevölkerung in einer repräsentativen Umfrage erstmals, alte Menschen sollen keine teuren Therapien bekommen. Die Filmemacherin Eveline Falk war auf der Intensivstation und der Kinderonkologie. Sie begleitete betroffene Menschen, Junge und Alte, und fragte nach: Wie viel ist uns ein Leben wert? Wie viel, wenn es unser eigenes Leben betrifft oder das, der geliebten Partnerin? Sind wir bereit, solidarisch zu sein mit denen, die es brauchen, auch wenn wir nicht betroffen sind? (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 24.05.2018 SRF 1 Wie viel ist uns ein Menschenleben wert?
Original-TV-Premiere Do. 24.05.2018 SRF 1 Wilde Familien
Spätestens nach acht Wochen leben die Jungen im Rudel und werden auch von anderen Löwinnen gesäugt.Bild: SRF/Doclights GmbH/Reinhard RadkeFamilie ist weit mehr als ein menschliches Konzept. «Wilde Familien» begibt sich auf eine faszinierende Reise durch die Tierwelt und zeigt, wie entscheidend familiäre Bindungen für das Überleben sind. Ob Löwenrudel, Makaken oder Gämsen – überall geht es um Fürsorge, Zusammenarbeit und darum, Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben.Im Zentrum stehen dabei oft die Mütter: Sie bilden das Rückgrat vieler Tierfamilien, ziehen ihre Jungen gross und sichern deren Überleben. Besonders eindrucksvoll sind Beispiele, in denen auch andere Gruppenmitglieder Verantwortung übernehmen. Bei vielen Arten bleiben ältere Geschwister oder Verwandte in der Familie und helfen bei der Aufzucht der Jüngeren – ein Verhalten, das nicht nur bei Säugetieren, sondern auch bei Vögeln und Fischen zu beobachten ist. Diese «Helfer» lernen dabei selbst, wie man Nachwuchs grosszieht, und erhöhen so ihre eigenen Überlebenschancen. Eine überraschende Ausnahme bietet der Berberaffe: In seinen Gruppen kümmern sich auch Männchen intensiv um den Nachwuchs – selbst wenn es nicht ihre eigenen Jungen sind. Dieses ungewöhnliche Verhalten unterstreicht, wie vielfältig und gleichzeitig universell familiäre Strukturen im Tierreich sein können. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 25.06.2026 SRF 1 Wilde Liebe – Fortpflanzung im Tierreich
Fortpflanzung ist der Schlüssel zum Überleben, und die Tierwelt zeigt uns, wie vielfältig und erstaunlich dieses Abenteuer sein kann. Der Film nimmt uns mit auf eine Reise durch die faszinierenden Strategien, die Tiere entwickelt haben, um ihren Nachwuchs zu sichern.Löwen etwa paaren sich bis zu 40-mal am Tag – obwohl jede Paarung nur Sekunden dauert. Die Paarungsphase kann bis zu einer Woche dauern. Polarfüchse und Eisbären hingegen stehen vor der Herausforderung, in endlosen weissen Weiten einen Partner zu finden. Giraffen meistern die Balance und Präzision bei einem der riskantesten Liebesspiele des Tierreichs. Auch unter Wasser wird es spannend: Amphibien und Fische müssen nicht nur ihre Nachkommen schützen, sondern sich auch vor Kinderdieben und Untreue in Acht nehmen. Überraschenderweise ist Untreue in der Tierwelt keine Seltenheit – bei manchen Arten stammt jedes vierte Jungtier nicht vom vermeintlichen Vater. Besonders gefährlich wird es bei der Paarung der Gottesanbeterin, denn hier endet das Liebesspiel gelegentlich mit dem Tod des Männchens. Doch diese Form des Kannibalismus tritt nur in Ausnahmefällen auf. Dann, wenn es der Ernährung der Weibchen und damit dem Nachwuchs zugutekommt. Ähnlich verfahren manche Spinnen und Oktopusse. Von treuen Störchen, die ein Leben lang zusammenbleiben, bis hin zu tierischen Abenteurern, die aussergewöhnliche Methoden finden, um ihr Überleben zu sichern – «Wilde Liebe» zeigt, dass in der Natur alles möglich ist. Humorvoll, lehrreich und überraschend gewährt der Film Einblicke in das komplexe Liebesleben der Tiere. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 06.02.2025 SRF 1 Wilde Miezen – Katzen allein unterwegs
Als Freigänger erleben Katzen Abenteuer, von denen ihre Halterinnen und Halter nichts ahnen. Eine Forscherin macht sich in Weimar, der Katzenhochburg Deutschlands, auf Spurensuche in der heimlichen Welt der kleinen Räuber. Ihr Experiment ist effektiv und leicht verständlich: Mit modernster Technik, GPS-Katzenhalsbändern und speziell entwickelten Kameras, folgt sie den Tieren auf ihren Streifzügen durch die freie Wildbahn. Das GPS-Signal sendet dabei im Minutentakt den Aufenthaltsort der Katze und visualisiert somit einen lückenlosen Bewegungspfad, der auch nachts die Aktivitäten der Katze darstellt. Damit die Untersuchung auch repräsentativ ist, wählt die Forscherin ein breites Spektrum von Katzen aus: Junge und ältere Katzen werden von ihr genauso beobachtet wie freche oder scheue Tiere. (Text: SRF)Original-TV-Premiere Mo. 15.06.2020 SRF 1 Wilde Nächte – Wenn die Tiere erwachen
Doch nebenbei bereiten sie uns unruhige Nächte: Siebenschläfer, die lautstark unsere Wohnräume erkunden, Marder, die an Autokabeln knabbern, oder Füchse, die Hühnerhöfe in Aufruhr versetzen. Das Leben im vermeintlichen Schutz der Dunkelheit ist eine permanente Gratwanderung zwischen Leben und Tod.Wenn die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erscheinen, machen sich die Nachtschwärmer wieder unsichtbar. Bis zur nächsten wilden Nacht. Über zwei Jahren hat sich Tierfilmer Uwe Müller auf die Lauer gelegt und so manche schlaflose Nacht verbracht. Um die mit perfekten Sinnen ausgestatteten Nachttiere vor die Kamera zu bekommen und ihr natürliches Verhalten einzufangen, brauchte er nicht nur Geduld. Mit modernster Nachtfilm-Technik ist es ihm gelungen, Licht ins unbekannte Leben der Tiere bringen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Mo. 09.11.2020 SRF 1 Wildes Baltikum – Die Küste
Die Dokumentation führt in Regionen, die bis heute vom Menschen nur wenig beeinflusst sind, und stellt die hier lebenden Tiere vor. Im Winter bringen Ringelrobben auf dem Packeis ihre Jungen zur Welt. Die Hengste der Konik-Wildpferde liefern sich im Frühling erbitterte Kämpfe, und durch die Dünenwälder fliegen farbenprächtige Blauracken. Europaweit haben sie im Baltikum ihr nördlichstes Vorkommen. Durch die Küstenwälder streifen Luchse, in den Orchideenwiesen finden Wendehals und Wiedehopf ausreichend Nahrung. (Text: SRF)Wildes Baltikum – Wälder und Moore
Wenn die Bärin mit ihren Jungen aus dem Winterschlaf erwacht, muss sie aufmerksam sein. Grosse Bärenmännchen können ihren Jungen gefährlich werden. Europas breitester Wasserfall liegt in Lettland: Anfang Mai ziehen Russnasen, Verwandte des Karpfens, den Fluss Venta hinauf. Die kaum einen halben Meter langen Fische müssen eine 400 Meter lange Felsbarriere überwinden, um zu ihren Laichgebieten zu gelangen. Und Litauen ist das Land der Störche; mit über 13 000 Paaren zählt es die meisten Weissstörche im Baltikum. (Text: SRF)Wildes Istanbul
Istanbul, einst Sammelpunkt der vielen Routen der Seidenstrasse und bis heute eine der faszinierendsten Städte der Welt, ist auch für Wildtiere anziehend. So stellt die Stadt, die sich über zwei Kontinente erstreckt, einen wichtigen Zwischenstopp für die Zugvögel auf der Nord-Süd-Route dar: Störche, Bussarde und Schlangenadler frequentieren Istanbul zu Zehntausenden. Ausserdem sorgen Wildschweine für Aufsehen, die sogar den Bosporus durchschwimmen. Von den vielen Strassenhunden der Stadt werden Wölfe angezogen. Dabei wurde ein besonderes Phänomen beobachtet: In den Regionen rund um Istanbul paaren sich Wölfe mit verwilderten Hunden; manche Biologen sprechen sogar schon vom Entstehen einer neuen Spezies, dem Wolfhund. Wolfhunde durchstreifen die Aussenbezirke der Metropole und machen das Territorium Füchsen, Dachsen, Wildschweinen, migrierenden Wölfen, aber vor allem den Strassenhunden der Stadt streitig.Die Dokumentation begleitet einen jungen Wolfshund auf seinem Weg nach und durch Istanbul. Angezogen vom abwechslungsreichen Rudelleben der städtischen Streuner sucht er Anschluss in der Stadt. Seine Reise bringt ihn durch die dunklen Gassen der Vororte, lässt ihn eine der Bosporus-Brücken überqueren, durch den geschichtsträchtigen Belgrader Wald im europäischen Norden der Stadt ziehen, bis er schliesslich auf die rastenden Störche trifft, die im Herbst mit ihren Jungen nach Süden ziehen und sich am Rande der Stadt eine Rast gönnen. (Text: SRF) Wildes Neuseeland – Im Reich der Extreme
Während der Paarungszeit patrouillieren Neuseeländische Seelöwen den Strand. Sie halten Konkurrenten auf Abstand, die ihrem Harem zu nahe kommen könnten.Bild: ZDF und NDR/BBCGrösser kann der Gegensatz kaum sein: Ist der Norden Neuseelands sonnig und warm, so ist der Süden seine kalte, wankelmütige Schwester. An manchen Tagen laufen alle vier Jahreszeiten auf einmal binnen 24 Stunden ab. Die Küsten sind geprägt von orkanartigen Winden, Gletscher reichen bis ans Meer und in den schroffen Bergen der Südalpen müssen Tiere tagtäglich mit Eis und Schnee ringen. Wer hier lebt, muss anpassungsfähig, robust und clever sein.Keas sind findige Jäger, die dank ihrer Neugier mit den harschen Bedingungen der Berge gut zurechtkommen. Neuseeländische Seelöwenweibchen dagegen sind eher zurückhaltende Charaktere. Sie säugen ihren Nachwuchs im Schutz einsamer Dünenwälder, um ihr Junges vor aggressiven Robbenbullen zu schützen. Folgt man kleinen Bachläufen zu ihrem Ursprung, entdeckt man tief in verborgenen Felsgrotten, ein zauberhaftes Feenreich unter einem Firmament verhängnisvoller Irrlichter. Ihre Verursacher: Kleine Mückenlarven, die mit langen Fangfäden und selbst erzeugtem Licht nach Insekten angeln. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft erzählen von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Mo. 21.07.2025 SRF 1 Wildes Neuseeland – Inseln am Ende der Welt
Snarespinguine haben auf Snares Island im Süden Neuseelands mit ihren kleinen Füßen ein Labyrinth aus Wegen in den Wald getreten. Über Stock und Stein legen sie alljährlich bis zu einen Kilometer Strecke zurück, um zu ihrer Brutkolonie im Wald zu gelangen.Bild: SRF 1Es scheint, als würde man das Land gut kennen: Berge, Gletscher und die weiten Ebenen Neuseelands erinnern vielerorts an Nordamerika oder Europa. Beim zweiten Blick jedoch zeigt sich, dass die Tier- und Pflanzenwelt der Inseln am Ende der Welt erstaunlich anders ist: Pinguine brüten im Wald, Urzeitechsen begeben sich im Unterholz auf die Jagd nach ihrem eigenen Nachwuchs und Kiwis geben sich im Dunkel der Nacht ein skurriles Stelldichein.Isolation, die Kräfte des Wassers und der Einfluss des Menschen haben Neuseeland geprägt. Abgeschieden, zwischen drei Ozeanen gelegen, entwickelten sich hier in über 80 Millionen Jahren Tiere auf besondere Art und Weise. Räuberische Säuger gab es nicht. Ein Luxus, der dazu führte, dass einige Vogelarten ihre Fähigkeit zu fliegen ablegten, der berühmte Wappenvogel Neuseelands, der Kiwi ist nur einer von ihnen. (Text: SRF) Wildes Neuseeland – Kampf ums Paradies
Die ersten Schafe wurden 1773 von Kapitän Cook nach Neuseeland gebracht. Im Jahr 1982 kamen auf jeden Einwohner Neuseelands 22 Schafe, heute sind es sieben Schafe pro Kopf.Bild: ZDF und NDR/BBC/Nick EastonDas Neuseeland von heute ist nicht nur Heimat von Kiwi und Kea, Weta und Wekaralle. Es ist auch die Heimat von Pflanzen und Tieren aus aller Welt: Amseln, Buchfinken, Bachforellen und Mäusen aus Übersee. Sie alle verdrängen, auf die eine oder andere Art, die tierischen Ureinwohner aus ihren Lebensräumen.Fast überall auf den Inseln ist die Natur im Wandel. Einige der ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten können sich behaupten, viele jedoch stehen kurz vor dem Aussterben: der seltene Chatham-Schnäpper etwa oder der flugunfähige Eulenpapagei, der Kakapo. Behütet wie die Kronjuwelen, leben einige wenige nachtaktive Kakapos auf Codfish Island, einer kleinen Insel im Süden Neuseelands. Die dicken, flugunfähigen Papageien sind sehr selten und haben ein merkwürdiges Fortpflanzungsverhalten: Nur wenn der Rimu-Baum ausreichend Früchte trägt – und das geschieht etwa alle vier Jahre – beginnen sie mit ihrer Balz: Dann stösst der Kakapo trommelartige Geräusche aus, die die Weibchen locken sollen. Wie sie gerettet werden können und ob modernste Schutzbemühungen fruchten, sind nach wie vor brennende Fragen, die Neuseelands Natur- und Artenschützer umtreiben. «Kampf ums Paradies» gibt Einblicke in aufwendige und clevere Rettungsaktionen, neue, Hoffnung gebende Allianzen und zeigt, dass die eigenwillige Tierwelt Neuseelands durchaus zu retten ist. (Text: SRF) Wildes Sardinien
Hohe Sandberge wandern durch eine der grössten Dünenlandschaften des Mittelmeeres und vor der Küste liegt das «Heiligtum der Wale», in dem sich ein Dutzend Arten der grossen Meeressäuger tummeln.Die Unterwelt Sardiniens ist mit phantastischen Höhlenlabyrinthen gespickt: Zufluchtsort Zehntausender von Fledermäusen in den hohen Karstgebirgen und gewaltiger Geschwader von Feuerquallen in den tiefen Grotten entlang der Küsten. Seltene Wildschafe, die Mufflons, ziehen durchs Inselgebirge, dazu sardische Rothirsche und halbwilde Pferdchen. Sie sind Mitbringsel von frühen prähistorischen Seefahrern, von Phöniziern oder Römern. Denn Sardinien ist auch eine uralte Kulturlandschaft – wovon mehr als 7000 Steintürme zeugen, die Nuraghen. Viele sind mehr als 3500 Jahre alt. Diese Dokumentation zeigt mit aufwändiger Technik über und unter Wasser die unbekannten Seiten der Insel, wie sie ein Urlauber an Küsten und im Landes Innern kaum einmal zu sehen bekommt. (Text: SRF)
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