„Winnetou“-Trapper Ralf Wolter ist tot

    Bekannter Film- und Serien-Schauspieler wurde 95 Jahre alt

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 14.10.2022, 13:41 Uhr

    Ralf Wolter als Sam Hawkens in den „Winnetou“-Filmen – Bild: IMAGO/United Archives
    Ralf Wolter als Sam Hawkens in den „Winnetou“-Filmen

    Als Trapper Sam Hawkens aus den „Winnetou“-Filmen kannten ihn viele. Doch Ralf Wolter war sieben Jahrzehnte lang auf dem Bildschirm und der Kinoleinwand zu Hause. Nun ist der vielseitige Schauspieler im Alter von 95 Jahren gestorben, wie seine Frau gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

    Ralf Wolter wuchs als Kind einer Artistenfamilie in Berlin auf und besuchte dort die Schauspielakademie. Nach zahlreichen Theaterrollen begann seine Filmkarriere in den 1950er Jahren mit Filmen wie „Die Frauen des Herrn S.“, „Wir Wunderkinder“ und „Das Wirtshaus im Spessart“. Recht schnell war er auf die Rolle des Tollpatsches abonniert, beispielsweise auch in den Musikfilmen „Wenn die Conny mit dem Peter“, „Freddy, die Gitarre und das Meer“ und in „Die Beine von Dolores“.

    Besonderen Auftrieb gab seiner Karriere ab 1962 der Part des Trappers Sam Hawkens in den „Winnetou“-Filmen. Nach einem ersten Auftritt im ersten Streifen der Reihe, „Der Schatz im Silbersee“, spielte Wolter seine Paraderolle noch in fünf weiteren Filmen sowie der Fernseherie „Mein Freund Winnetou“ aus dem Jahr 1980. Auch in weiteren Karl-May-Verfilmungen wirkte Wolter mit. Dreimal spielte er den schlagfertigen Hadschi Halef Omar und zweimal schlüpfte er in die Rolle des schwäbischen Kuckucksuhrenvertreters Andreas Hasenpfeffer, in „Der Schatz der Azteken“ und der Fortsetzung „Die Pyramide des Sonnengottes“.

    1967 folgte die ZDF-Serie „Ein Fall für Titus Bunge“, in der Ralf Wolter die Titelrolle eines Privatdetektivs an der Seite von Ruth-Maria Kubitschek spielte. Eine weitere Hauptrolle hatte er in der Komödie „Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche“, die in der DDR gedreht wurde. Einen untypischen Part übernahm Wolter 1983 in dem Kriegsdrama „Eine Liebe in Deutschland“, wo er einen NS-Parteimann verkörperte.

    Auch in diversen Fernsehserien war Ralf Wolter immer wieder als Gastdarsteller mit dabei, darunter „Der Alte“, „Drei Damen vom Grill“ oder „Liebling Kreuzberg“. Viele dürften ihn auch als festes Ensemble-Mitglied der Sketch-Comedy „Ein verrücktes Paar“ mit Harald Juhnke und Grit Boettcher kennen. Weitere feste Serienrollen in „Büro, Büro“, „Molle mit Korn“ und „Ein Schloss am Wörthersee“ folgten. In der ZDF-Serie „Mit Leib und Seele“ spielte Wolter an der Seite von Günter Strack den Fahrlehrer Horst Metzger. Sein letzter Serien-Auftritt war dann 2001 ein Gastauftritt bei der „Küstenwache“, während er 2012 in der Komödie „Bis zum Horizont, dann links!“ seine letzte Filmrolle hatte.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Ralf Wolter spielte auch in dem Film "Eins, Zwei, Drei" mit.
      Der Spielfilm war zuletzt am 01.10.2022 im RBB Fernsehen
      und am 03.10.2022 auf One (ARD-Digitalkanal) zu sehen.
      • am

        Leider kam vor 30 Minuten die nächste Botschaft:
        der berühmte Darsteller, Robbie Coltrane, der den Hagrid in den Harry Potter Filmen gespielt hat,
        starb Heute mit 72 Jahren.
        • am

          Ruhe in Frieden, Ralf.... hast Dich uns vielen schönen und manch anderen Filmen gezeigt und uns in Deinen letzten Jahren hier und da ein paar Sorgen gemacht... aber das bringt ein langes Leben halt so mit sich....
          • (geb. 1961) am

            "Wenn ich mich nicht irre..."
            Dieser Satz bleibt...
            • am

              Geirrt hat er sich 2002 auf der A24, infolgedessen 3 Menschen ums Leben kamen und er zu einer lächerlichen Strafe verurteilt wurde.
              Auch das bleibt...

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