• Streaming-Charts: „Die Verräter“ erzielen Rekord, „Reacher“ mit neuer Staffel auf Platz 1

    Auch „FBI“, „Two and a Half Men“ und „Sterling Point“ in den Top 20

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 01.09.2026, 16:01 Uhr

    „Die Verräter“ mauserten sich für RTL doch noch zum Erfolg – Bild: RTL/Stefan Gregorowius
    „Die Verräter“ mauserten sich für RTL doch noch zum Erfolg

    Die vierte Staffel von „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ ist vorbei – und nach einem äußerst holprigen Start kann RTL diese rückblickend doch noch als zumindest soliden Erfolg verbuchen. Entgegen dem bei den meisten TV-Formaten zu beobachtenden Verlauf sanken die linearen Einschaltquoten nicht kontinuierlich, sondern konnten sich insbesondere in der zweiten Hälfte der Staffel von Folge zu Folge steigern. Und nun darf sich RTL darüber hinaus sogar über einen neuen Allzeit-Rekord für „Die Verräter“ im Streaming freuen.

    Die AGF Videoforschung veröffentlicht wöchentlich die sogenannten Nettoreichweiten-Auswertung. Darin wird gemessen, wie viele Menschen innerhalb einer Woche online mit Inhalten einer bestimmten Programmmarke in Berührung gekommen sind. In der Kalenderwoche 34 (17. bis 23. August) schafften es „Die Verräter“ auf Platz 4 der Top 20 Programmmarken privater Anbieter – mit insgesamt 950.000 Abrufen.

    Dabei gilt wie gesagt zu berücksichtigen, dass es sich nicht um die Abrufzahl von nur einer Folge handelt, sondern um die Gesamtzahl aller Video-on-Demand-Views. In jener Woche wurden die Folgen 5 und 6 der vierten Staffel veröffentlicht. Es ist davon auszugehen, dass auch die ersten vier Folgen in jener Woche erneut für zusätzliche Abrufe gesorgt haben. In jedem Fall ist dies für RTL ein schöner Erfolg. Im Fernduell mit der „Villa der Versuchung“ von Sat.1 gingen „Die Verräter“ sogar deutlich in Führung: Die Sat.1-Realityshow landete mit 720.000 Views auf Platz 8 des VoD-Rankings.

    Amazon-Actionserie „Reacher“ siegt haushoch

    Amazon Prime Video

    Auch anhand der restlichen Platzierungen lassen sich interessante Beobachtungen machen. Absoluter Spitzenreiter ist die Actionserie „Reacher“, deren vierte Staffel aktuell auf Prime Video veröffentlicht wird. In der KW34 lagen die ersten vier neuen Folgen vor, die „Reacher“ mit insgesamt 1,49 Millionen Abrufen auf Platz 1 katapultierten. Auch weitere fiktionale Serien auf Prime Video haben es in die Top 20 geschafft: das neue Coming-of-Age-Drama „Sterling Point“, die Crime-Serie „FBI“ und auch der durchschlagende Young-Adult-Erfolg „Off Campus“ wird drei Monate nach Veröffentlichung immer noch stark abgerufen. Sogar die fünf Jahre alte Serie „Dan Brown – The Lost Symbol“, die seit August auf Prime Video verfügbar ist, kam auf 300.000 Abrufe. Nicht zu bremsen ist weiterhin der Sitcom-Klassiker „Two and a Half Men“ mit satten 880.000 Views innerhalb einer Woche.

    Auch der Blick auf die unterschiedlich starke Zugkraft der RTL-Soaps ist interessant – und gerade im Hinblick auf das gestern bekannt gewordene Aus von „Unter uns“ aufschlussreich (fernsehserien.de berichtete). Während „GZSZ“ mit genau 1 Million Abrufen auf Platz 3 des Rankings ist, musste sich „Alles was zählt“ mit 400.000 Abrufen und Platz 13 begnügen. „Unter uns“ schaffte es mit 260.000 Views gerade noch in die Top 20.

    Top 20 Programmmarken KW34 private Anbieter sortiert nach kumulierter Nettoreichweite

    Allgemein gilt zu berücksichtigen: Die sogenannte Messung der Programmmarken-Nettoreichweiten durch die AGF funktioniert völlig anders als die Messung der Einschaltquoten im herkömmlichen linearen Fernsehen und ist deshalb auch nicht damit vergleichbar. Konkret sollen diese Zahlen wiedergeben, wie viele Menschen insgesamt mit Video-Inhalten einer „Programmmarke“ in Kontakt gekommen sind. Dabei spielt keine Rolle, ob sich der jeweilige User eine Folge komplett angesehen oder mittendrin abgebrochen hat, ob er einen kurzen Clip oder auch mehrere Videos geguckt hat. Hinzu kommt, dass in der Liste der privaten Anbieter neben den Mediatheken der deutschen Privatsender bislang nur Amazon bzw. Prime Video gemessen wird. Netflix und Disney+ etwa geben nach wie vor keine offiziellen Zahlen heraus, weshalb diese Plattformen in der Statistik nicht abgebildet werden.

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