Warum versagt „Big Brother“?: Wo liegen die Probleme, was muss verbessert werden?

    Kleine Quoten für Großen Bruder

    Glenn Riedmeier – 09.03.2020, 15:22 Uhr

    Die „Big Brother“-Bewohner Tim, Pat und Cedric (v. l. n. r.)

    Seit vier Wochen ist „Big Brother“ in der Normalo-Version wieder zurück auf den deutschen Fernsehbildschirmen. Doch nach knapp einem Drittel der Staffel muss aus Quotensicht ein ernüchterndes Fazit gezogen werden. Nachdem die Einschaltquoten schon zu Beginn nicht überragend waren, gingen die Marktanteile immer weiter zurück. In den vergangenen Wochen ergriffen die Verantwortlichen bereits diverse Maßnahmen und führten Konzeptveränderungen und handwerkliche Anpassungen in der Tageszusammenfassung durch. Geholfen hat dies bislang nicht wirklich. Die Produktionsfirma Endemol Shine, der ausstrahlende Sender Sat.1 und die Fans zerbrechen sich darüber den Kopf, weshalb der Große Bruder einfach nicht auf die Beine kommen will. Es dürfte sich um ein Zusammenspiel diverser Gründe handeln, die „Big Brother“-Experte Glenn Riedmeier für fernsehserien.de zusammengetragen hat.

    Fehlender Livestream

    Der Livestream war bislang das unverzichtbare Herzstück von „Big Brother“. Tief verankert besteht der Kern des Konzepts darin, dass die Bewohner im Haus 24 Stunden lang unter Beobachtung stehen – und die Zuschauer als Voyeure das Geschehen auf Schritt und Tritt verfolgen können. Sat.1 entschied sich jedoch gegen einen Livestream, während Endemol Shine den Fans gerne einen zur Verfügung gestellt hätte. Somit ist die 13. Staffel die erste reguläre deutsche „Big Brother“-Staffel völlig ohne Livestream. In der ersten Staffel im Jahr 2000 gab es sogar noch die Möglichkeit, kostenlos(!) im Internet aus mehreren Kameraperspektiven das Geschehen in unterschiedlichen Räumen zu verfolgen – wenn auch in Miniatur-Auflösung. In späteren Jahren gab es stets entweder einen Internet-Livestream und/oder einen linearen 24-Stunden-Livekanal bei Partnersendern wie Sky – dies war bis vor ein paar Jahren auch noch bei „Promi Big Brother“ der Fall.

    Die „Big Brother“-Bewohner im Glashaus Sat.1

    Ausgerechnet in einer Staffel, in der der Einfluss von sozialen Netzwerken auf unser digitalisiertes Leben beleuchtet wird, und in der es erstmals möglich ist, Bewohner interaktiv per App zu bewerten, wird den Zuschauern keine Möglichkeit gegeben, sich ein intensives Bild von den Kandidaten zu machen – eine Farce. Nachvollziehbar ist dies nicht: Schließlich würde sich ein Livestream-Angebot hervorragend dazu eignen, um das neue Online-Portal Joyn zu pushen. Der Gipfel der Frechheit war, als Sat.1-Chef Kaspar Pflüger im DWDL-Interview behauptete, zwei Zeitebenen würden die Zuschauer verwirren, wenn es zusätzlich zu den Tageszusammenfassungen einen Livestream gäbe – etwas, das jahrelang problemlos funktionierte. Zudem unterschätzen die Verantwortlichen offensichtlich den Werbeeffekt eines Livestreams. Denn die „Big Brother“-Community ist stark vernetzt und würde Fans ohne Livestream kontinuierlich per Twitter und Instagram mit Screenshots und Informationen zum Geschehen versorgen.

    Die Bewohner werden von den Zuschauern bewertet. Sat.1

    Es wäre Sat.1 sehr anzuraten, noch einmal über einen Livestream nachzudenken. Als Vorbild könnte CBS All Access in den USA dienen: Auf dem kostenpflichtigen Angebot kann „Big Brother“ nicht nur live aus verschiedenen Kameraperspektiven verfolgt werden, Abonnenten haben zudem die Möglichkeit, in der Zeit zurückzuspringen und können anhand von eingefügten Marken sogar besonders markante Szenen nachholen, die sie vielleicht verpasst haben.

    „Umfangreichstes Digital-Paket in der Geschichte von ‚Big Brother‘“ – ein schlechter Scherz

    Schon im Vorfeld enstand nicht unbedingt der Eindruck, dass Sat.1 für „Big Brother“ so richtig die Werbetrommel rührt. Im Vergleich zu „Promi Big Brother“, „The Voice of Germany“ oder „Das große Promibacken“ war der Promo-Aufwand deutlich geringer – vor allem angesichts der Tatsache, dass hier immerhin die Mutter aller Realityshows zurückgekehrt ist! Von Anfang an wirkte es so, als würde man nur mit angezogener Handbremse fahren.

    Kurz bevor die Staffel startete, versuchte Sat.1 enttäuschte Fans zu besänftigen, indem man großspurig das „umfangreichste Digital-Paket in der Geschichte von ‚Big Brother‘“ ankündigte, das einen Livestream überflüssig machen würde. Dieses Versprechen entpuppte sich jedoch als heiße Luft. Zwei- bis sechsmütige Bonusclips vom Duschen und anderen Belanglosigkeiten sind alles andere als ein adäquater Ersatz. Bei Instagram werden täglich vier bis sechs überwiegend inhaltslose Postings abgesetzt, auf Twitter werden während der Tageszusammenfassung knapp drei Tweets auf dem Sat.1(!)-Account gepostet. Eine umfassende Social-Media-Power sieht anders aus. In Großbritannien, wo der Livestream ebenfalls abgeschafft wurde, wurden die Fans bei Twitter rund um die Uhr mit aktuellen Updates und Bildern auf dem Laufenden gehalten.

    Pat (l.) und Tim (r.) durchleben eine Horrornacht im Blockhaus. Sat.1

    Immerhin ist ein Trend in die richtige Richtung erkennbar: Auf bigbrother.de wurde Tims und Pats Grusel-Nacht vom vergangenen Donnerstag in voller Länge hochgeladen – 27 Minuten nonstop Livematerial. Wenn es schon keinen Livestream gibt, wäre es ein annehmbarer Kompromiss, mehr ungeschnittene Szenen von längeren Gesprächen und entscheidenden Situationen online bereitzustellen.

    Fehlende Tageszusammenfassungen am Wochenende

    Dass die Zuschauer keine Möglichkeit mehr haben, sich selbst live ein Bild von bestimmten Situationen zu machen und vollends auf den Zusammenschnitt vertrauen müssen, ist schon ungünstig. Noch problematischer ist allerdings, dass an Sams- und Sonntagen keine Tageszusammenfassungen zu sehen sind. Was zwischen Freitag und Montag passiert ist, erfahren die Fans erst stark komprimiert in der Montagsfolge. Jede Woche aufs Neue reißt die Wochenendpause ein tiefes Informationsloch, das erst nach 72 Stunden wieder aufgefüllt wird. Was fatal ist, schließlich liegt dem Format elementar zugrunde, dass die Zuschauer Sympathien und Antipathien zu den Bewohnern aufbauen können müssen, um sie lieben zu lernen und um mit ihnen mitfiebern zu können. Den Fans wurde es gerade in den Anfangswochen unnötig erschwert, eine Beziehung zu den Kandidaten aufzubauen und sie wirklich kennenzulernen.

    Die „Big Brother“-Bewohner Michelle, Gina, Maria, Denny, Mac und Philipp (v. l. n. r.) Sat.1

    Handwerkliche Mängel

    Es handelt sich um die erste Normalo-Staffel für Sat.1. Abgesehen von der Promi-Variante, die völlig anders funktioniert, ist der Sender also sehr unerfahren, worauf es bei dem Format wirklich ankommt. Dies zeigte sich in den ersten zwei Wochen, in denen die Tageszusammenfassung äußerst suboptimal geschnitten war. Unter dem Einsatz von viel zu viel Musik bekamen die Zuschauer wirr aneinandergeschnittene Szenen mit wenig Substanz zu sehen. Nur kurze Gesprächsfetzen wurden gezeigt, stattdessen war zu sehen, wie die Bewohner die Hühner füttern oder sich im Badezimmer schminken. Und wenn ein Konflikt gezeigt wurde, erfuhren die Zuschauer nicht, was dazu geführt hat, sondern wurden mitten in den Disput geworfen. Oft hatte man das Gefühl, dass entscheidende Szenen vorenthalten wurden, um dem Geschehen überhaupt folgen und die Reaktionen der Bewohner nachvollziehen zu können. Zwischen der rausgewählten Maria und der in Tränen aufgelösten Gina bestand offenbar eine viel engere Verbindung, als es die Zuschauer in der Tageszusammenfassung gezeigt bekommen hatten. Zudem wurde der Fokus viel zu sehr auf die Bekanntgabe der Bewertungen der Zuschauer gelegt. Dieses Werkzeug hat sich jedoch sehr schnell erschöpft und wirkte auf Bewohner und Zuschauer zunehmend ermüdend.

    Die Bewohner Pat, René, Cedric, Mareike und Rebecca (v. l. n. r.) Sat.1

    Hier haben die Verantwortlichen aber mittlerweile stark korrigiert und die Tageszusammenfassungen in Woche 4 waren deutlich besser zusammengeschnitten und erzählten Storylines mit einem roten Faden. Lobenswert ist zudem, dass die Bewohner immer mehr mit Aufgaben und Spielen beschäftigt werden. Tim und Pat auf geheime Mission zurück ins Blockhaus zu schicken, wo sie eine Horrornacht verbringen mussten, war eine hervorragende Idee. Solche Aktionen sind viel wirkungsvoller, um die Facetten der Bewohner kennenzulernen, als sportliche Matches oder Geschicklichkeitsspiele, von denen der Zuschauer nicht viel hat. Weitere wohldurchdachte Psychospielchen sind wünschenswert, ebenso wie die in früheren Staffeln häufiger zum Einsatz gekommenen Wissensmatches, in denen ans Tageslicht kommt, über welchen Bildungsstand die Bewohner verfügen.

    Ärgerlich sind auch unnötige Fehler in der Liveshow. Als die Bewohner des Blockhauses in das Glashaus gezogen sind, wurde als Höhepunkt angekündigt, dass sie erstmals ihre Zuschauerbewertung zu Gesicht bekommen. Moderator Jochen Schropp schaltete ins Haus – nur um sich wenige Sekunden später dafür zu entschuldigen, dass dafür nun doch leider keine Zeit mehr ist. Schließlich musste das Magazin „akte.“ im Anschluss pünktlich beginnen, um über eine Brust-OP zu berichten … Und vor einer Woche schummelte Bewohner Mac bei der offenen Nominierung, indem er erst einen Namen auf seine Tafel schrieb, nachdem er selbst von demjenigen nominiert wurde. Dies fiel zahlreichen Zuschauern auf, doch offensichtlich nicht Big Brother selbst. Statt Mac in der Situation sofort zu maßregeln, folgte die Bestrafung erst am nächsten Tag, indem er auf der Nominierungsliste landete. Mittlerweile hat Mac das Haus freiwillig verlassen.

    Mac (l.) verlässt das Haus. Sat.1

    Reality-TV, nicht Trash-TV – funktioniert das in Deutschland noch?

    Das Traurigste an der ganzen Misere ist, dass Sat.1 und Endemol Shine ein hervorragendes Händchen bei der Bewohnerauswahl hatten. In früheren Staffeln beschwerten sich die Fans häufig lautstark über den Cast, der so gar nicht ihren Wünschen entsprach. Doch diesmal zogen tatsächlich angenehm normale und authentische Kandidaten ins Haus – und eben keine übertrieben extrovertierten und aufmerksamkeitsgeilen Influencer, die schon durch zig andere Doku-Soaps oder Trash-Formate getingelt sind. Mit diesem Cast wollten die Macher offenbar ganz bewusst einen Gegenentwurf zum sonst üblichen Proll-Personal liefern. Reality-TV statt Trash-TV eben.

    Dieser löbliche Ansatz könnte allerdings auch Teil des Problems sein: Denn das sogenannte Trash-TV hat das deutsche Publikum verdorben. Was hierzulande funktioniert, sind vor allem kurze Events wie „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ oder „Das Sommerhaus der Stars“ mit Z-Promis, über die man sich als Zuschauer lustig machen kann, oder eben Datingformate à la „Love Island“, „Der Bachelor“, „Paradise Hotel“ und Co. mit einem entsprechenden Proll-Cast. Für anspruchsvolleres Reality-TV, in dem nicht alles auf Teufel komm raus auf Krawall gebürstet ist, sind viele Zuschauer dagegen allem Anschein nach kaum noch empfänglich. Diese schmerzhafte Erfahrung musste Ende 2019 auch VOX mit dem gescheiterten Comeback der Abenteuer-Realityshow „Survivor“ machen. Sowohl „Big Brother“ als auch „Survivor“ sind übrigens im Gegensatz zu Deutschland in den USA seit Jahrzehnten nonstop auf Sendung und immer noch große Hits.

    Die Bewohner müssen sich offen nominieren. Sat.1

    „Big Brother“ ist im Kern ein Sozialexperiment, wie in der aktuellen Staffel gebetsmühlenartig betont wird. Über allem steht die Frage: Wie gut können sich zusammengewürfelte Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensumständen und verschiedensten gesellschaftlichen Klassen miteinander arrangieren? Es wirken spannende, facettenreiche Kandidaten mit, die man in üblichen Trash-Formaten nie sehen würde, wie beispielsweise Tim, Pat, Vanessa und Rebecca, die ihr Handeln reflektieren, sozial verträglich sind und die man als Zuschauer ins Herz schließen kann. Geht es bei Dschungelcamp und Co. vorrangig darum, sich über die extravaganten und auf Krawall gebürsteten Charaktere aus einer elitär-distanzierten Perspektive zu amüsieren, ist es bei „Big Brother“ im Optimalfall so, dass man sich mit bestimmten Kandidaten identifizieren kann und mit ihnen mitfiebert.

    Für das an das Trash-TV gewöhnte Publikum ist es völlig verblüffend, dass dort Menschen mitwirken, für die man große Sympathien entwickeln kann. „So irre! Man könnte die Bewohner von #bb mit glühendem Draht aneinander nähen und die würden immer noch Kinder der Liebe machen. Es tut verwirrend gut sowas 2020 zu sehen. Dass das noch geht“, schreibt etwa Moderatorin und BB-Fan Sarah Kuttner begeistert auf Twitter. Ein Beleg für die veränderte Erwartungshaltung der deutschen Zuschauer bezüglich Reality-TV.

    Offensichtlich haben viele Zuschauer immer weniger Geduld zu warten, bis sich etwas entwickelt und wollen sich erst gar nicht auf eine 100-tägige Realityshow einlassen. Dies ist Formaten wie „Das Sommerhaus der Stars“ zu verdanken, die zweieinhalb Wochen lang voraufgezeichnet und später zu einer stark verdichteten Staffel à sieben Folgen zusammenschnitten werden. Beim jüngsten Netflix-Erfolg „The Circle“ wird ähnlich vorgegangen. Logisch, dass auf diese stark komprimierte Weise das Geschehen viel actionreicher präsentiert werden kann als bei einer tagesaktuellen Zusammenfassung der vergangenen 24 Stunden.

    Die Bewohner feiern Karneval. Sat.1

    Wie schlecht sind die Quoten wirklich?

    Keine Frage, Sat.1 hat sich von „Big Brother“ mehr versprochen. Doch wie schlecht sind die Quoten wirklich? Schaut man sich die Zahlen im Detail an, offenbart sich das eine oder andere interessante Detail. Nachdem die Startshow von 1,60 Millionen Menschen gesehen wurde, sank die Reichweite am Ende der ersten Woche auf 900.000 Zuschauer. In den Folgewochen pendelte sich die Reichweite ein und schwankt derzeit zwischen 740.000 und 920.000 Zuschauern. Vergleicht man die Werte mit früheren Staffeln bei RTL II, ist der Unterschied gar nicht mal so eklatant. Schon Staffel 7 im Jahr 2007 lag bei einer durchschnittlichen Reichweite von 880.000 Zuschauern, Staffel 8 sahen im Schnitt 1,02 Millionen, bei Staffel 9 waren es durchschnittlich 860.000 Zuschauer, Staffel 10 lag bei 1,06 Millionen und Staffel 11 bei 800.000. Es lässt sich also erkennen, dass der harte Kern der deutschen „Big Brother“-Community aus rund 800.000 bis einer Million Zuschauern besteht – damals wie heute.

    Bewohner im Glashaus Sat.1

    Problematisch dürfte für Sat.1 die Tatsache sein, dass anscheinend vor allem junge Zuschauer heutzutage wenig mit dem Format „Big Brother“ anfangen können. Denn gerade bei den 14- bis 49-Jährigen war im Verlauf der ersten vier Wochen ein eklatanter Sturz des Marktanteils von 7,7 Prozent auf bis zu 4,8 Prozent zu verzeichnen. Auch hier zum Vergleich die Werte mit den RTL II-Staffeln: Von 2007 bis 2011 schwankte der Zielgruppen-Marktanteil im Staffelschnitt auf insgesamt stabilem Niveau: Staffel 7 (7,8 Prozent), Staffel 8 (8,4 Prozent), Staffel 9 (7,3 Prozent), Staffel 10 (8,6 Prozent), Staffel 11 (7,4 Prozent). Dazu müssen zwei Sachen ergänzend gesagt werden: Sat.1 hat natürlich größere Quotenerwartungen als RTL II – es ist allerdings auch kein Sender, der beim jungen Publikum ein sonderlich hohes Standing hat. Daher ist es für „Big Brother“ auf dem umkämpften 19-Uhr-Sendeplatz doppelt schwierig, sich ein größeres Publikum zu erarbeiten, das von RTL und RTL II seit vielen Jahren zeitgleich verlässlich mit Daily-Soaps versorgt wird.

    Ex-“DSDS“-Sänger Menowin Fröhlich und „Bachelor“-Kandidaten als Rettungsversuch

    Menowin Fröhlich Sat.1

    Der Vorteil an einem tagesaktuell produzierten Format wie „Big Brother“ ist, dass man sehr schnell redaktionelle Entscheidungen treffen und Konzeptanpassungen durchführen kann. Dies ist bereits geschehen. Lebten die Bewohner zunächst getrennt voneinander in zwei Gruppen im Glashaus und Blockhaus, wurden sie nach zwei Wochen im Glashaus zusammengelegt. Sat.1 nannte dies „Phase 2“ des Experiments. Das Blockhaus wurde vorübergehend geschlossen und wird nun am Montagabend wiedereröffnet. Als nächster Rettungsversuch wird zudem mit Ex–„DSDS“-Kandidat Menowin Fröhlich ein Prominenter ins Haus ziehen. Der Sänger wirkte bereits 2015 als Kandidat bei „Promi Big Brother“ mit, wo er den zweiten Platz belegte. Nun kehrt er zum Großen Bruder zurück – diesmal zieht er allerdings „als Mensch und nicht als Promi ein“. Es handelt sich also nicht um einen kurzen Besuch – stattdessen spielt Fröhlich ganz regulär wie alle anderen nicht-prominenten Bewohner um den möglichen Sieg und den Gewinn von 100.000 Euro.

    Er zieht zusammen mit drei weiteren neuen Bewohnern ein – darunter mit Jade Übach und Serkan Yavuz zwei Ex-Kandidaten aus der Kuppelshow „Bachelor in Paradise“. Die beiden knutschten im Rahmen der RTL-Sendung, ein Paar wurde aus ihnen jedoch nicht. Es dürfte klar sein, was sich Sat.1 von dem erneuten Zusammentreffen von Jade und Serkan verspricht. Der löbliche Ansatz, auf Reality-TV-unerfahrene, normale Bewohner zu setzen, scheint also aufgegeben worden zu sein.

    Werden die „Bachelor in Paradise“-Kandidaten Jade und Serkan einen Quoten-Aufschwung bringen? Sat.1

    Klar ist, dass angesichts der Quoten Handlungsbedarf besteht – ob allerdings Menowin Fröhlich und Ex-“Bachelor“-Kandidaten die Lösung darstellen, um junge Zuschauer zu gewinnen, bleibt abzuwarten. In jedem Fall ist Sat.1 anzuraten, die Staffel durchzuziehen und nicht vorzeitig abzubrechen, um die Marke „Big Brother“ nicht noch mehr zu beschädigen. Das Vorabend-Magazin „Endlich Feierabend!“ und „Genial daneben – Das Quiz“ erzielten schließlich noch schlechtere Quoten – und wurden ein Jahr oder länger im Programm gelassen. Das erste Drittel von „Big Brother“ ist geschafft – mögen die kommenden zwei Drittel den sehnlichst erhofften Aufschwung bringen.

    Über den Autor

    Glenn Riedmeier ist Jahrgang ’85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. „Bim Bam Bino“, „Vampy“ und der „Li-La-Launebär“ waren ständige Begleiter zwischen den „Schlümpfen“, „Familie Feuerstein“ und „Bugs Bunny“. Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. „Ruck Zuck“ oder „Kaum zu glauben!“. Auch für Realityshows wie den Klassiker „Big Brother“ hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie „Die Harald Schmidt Show“ und „PussyTerror TV“, hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie „Eine schrecklich nette Familie“ und „Roseanne“, aber auch schräge Mysteryserien wie „Twin Peaks“ und „Orphan Black“. Seit Anfang 2013 ist er bei fernsehserien.de vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

    Lieblingsserien: Twin Peaks, Roseanne, Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am melden

      Bitte nicht "verbessern", sondern diesen menschenverachtenden Unsinn für Unterstunterschichtler gleich abschaffen.
      Pro7 soll etwas haben mit 60 Stunden Schlafentzug und dann Aufgaben lösen. Das ist Folter!
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      • (geb. 1983) am melden

        Stampft das Konzept ein!

        Es war ein Experiment für Voyeure, das anno vor dem Smartphone-Boom und der Normalität zum Internet noch ansatzweise funktionierte, aber jetzt - eigentlich schon seit fast 10 Jahren - gehört sowas wie "Big Brother" schlichtweg in die Tonne getreten ...
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        • am via tvforen.demelden

          Was bei BB verändert werden muss, um die Quoten zu steigern, kann ich leider nicht beurteilen. Ich bin zwar BB-Fan seit der ersten Staffel, aber ich gehöre leider nicht zur Zielgruppe. Dafür bin ich genau 15 Jahre zu alt.

          Wie die Wunschliste schreibt, ist BB im Kern ein Sozialexperiment. Das ist für mich auch der Hauptgrund, mir jede Sendung anzusehen. Sehr interessant ist für mich zu beobachten, wie die Bewohner miteinander zurechtkommen.

          Das allein wäre aber auch mir zu langweilig. Deshalb muss es zusätzliche Aktionen geben, die etwas Schwung in die Sache bringen. Sehr unterhaltsam fand ich die Horrornacht im Blockhaus. Auch die Wettbewerbe, für die die Bewohner belohnt bzw. bestraft werden, bringen etwas Abwechslung in den sonst zu eintönigen Alltag.

          Im Gegensatz zu früheren Staffeln fehlen mir in der aktuellen Staffel jedoch Wettbewerbe, bei denen es auf Intelligenz und Wissen ankommt. Sehr gerne würde ich erfahren, wie sich die Bewohner dabei anstellen würden.

          Meine Lieblingsstaffel war die fünfte, als es drei Bereiche gab und sich die Bewohner in "Wechselmatches" bekämpften. Solche Matches zwischen zwei oder drei Gruppen würden sicher auch der jetzigen Staffel guttun.

          Den von der Wunschliste angesprochenen Livestream vermisse ich nicht so sehr, weil ich überhaupt nicht die nötige Zeit habe, mir mehrmals täglich anzusehen, was gerade im Haus passiert. Während der sechsten Staffel ("Das Dorf") wurden auch im Nachtprogramm längere Passagen aus dem Tagesgeschehen wiederholt. Da zeigte sich, wie unspektakulär der Tagesablauf der Bewohner meistens war. So vergeht einem als Zuschauer auch schnell die Lust an einem Livestream.
          • (geb. 1974) am melden

            Ich bin ehrlich gesagt erstaunt, das es bereits 13 Staffeln gibt. Ich hab gerade mal 2 oder 3 Folgen der 1. Staffel gesehen und fands schon extrem langweilig und konnte den Hype nie nach voll ziehen.
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            • am via tvforen.demelden

              TV Wunschliste schrieb:
              -------------------------------------------------------
              > Das erste Drittel von "Big
              > Brother" ist geschafft - mögen die kommenden zwei
              > Drittel den sehnlichst erhofften Aufschwung
              > bringen.
              >

              Nein, weshalb? Möge es vielmehr einem großen Kommerzsender vergönnt sein, einmal zu zeigen, dass kommerzielles Fernsehen in Deutschland nicht automatisch in der Produktion von unglaublich viel unglaublich schrecklichem Müll enden muss.

              Auch wenn sich dann einige Menschen einen anständigen Broterwerb suchen müssen (#medienherpes).
              • am via tvforen.demelden

                Lasst mich raten: diese Frage stellt man sich wirklich ernsthaft bei Sat1??
                *Facepalm*

                Snake
                • am via tvforen.demelden

                  Vielleicht sollte lieber die 1. Staffel wiederholt werden.
                  Da war es noch lustig
                  • am via tvforen.demelden

                    und wie schon in einem anderen beitrag über BB geschrieben, wenn der fröhlich einzieht wirds nicht besser sondern eher schlimmer,weil den mag doch wirklich niemand sehen...
                    • am via tvforen.demelden

                      ganz einfach... die luft ist raus
                  • am via tvforen.demelden

                    und wie schon in einem anderen beitrag über BB geschrieben, wenn der fröhlich einzieht wirds nicht besser sondern eher schlimmer,weil den mag doch wirklich niemand sehen...
                    • am via tvforen.demelden

                      Irgendwann wird es selbst dem Zielpublikum zu blöde
                      • (geb. 1984) am melden

                        Sat.1 kapiert das Format Big Brother nicht.
                        Hier geht es darum. Gespräche der Bewohner zu belauschen. Personen zu beobachten wie Sie untereinander klar kommen und aggieren und in Konflikt Situationen sich zu verhalten.
                        Deshalb ist ein Livestream am Anfang der Staffel beim Einzug sowas von wichtig gewesen.

                        Könnt ihr einen Bewohner nenen wo du über sein Privatleben was erfährst was dieser macht oder arbeitet?
                        Stattdessen bekommt man jeden Tag den inszenierten Rotz seitens Sat.1 vorgesetzt. Im Fall Tim/Pat wie sie eine Horrornacht genießen müssen und sich wie kleine Kinder aufführen. Was hat das mit Big Brother zu tun.
                        Sogar eine Rebecca sagt schon sie muss jeden Tag Action haben und machen. Klar sie war schon für Sat.1 Formate vor der Kamera und weiß wie der Hase läuft. Gut dewesen wird sie aktuell abgestraft mit ihrer Heul und Hateshow. Aber Big Brother muss nicht 100% Action jeden Tag sein.

                        Ein Livestream würde die Sendung klar nicht retten. Der Zug ist abgefahren. Der Einzug, die ersten Gespräche sind alle von stattengegangen. Jetzt würde da drin eh nur noch belangloses diskutiert werden.

                        Big Brother ist nunmal ein Soziales Exprierment, wie kommen die Leute untereinander klar, wie unter gewissen Situationen.
                        Aber kein Scripted Reality-Format wo man alles inzensieren muss ala Karoke, Videoclip drehen, Horrorhaus, Dinner, Party, Party Party in einer verlorenen Wochenaufgabe-Woche wo man eigentlich nix zum fressen hat und eigentlich down und geschwächt ist.
                        Sowie ständig Leute aus Promi Big Brother oder Bachelor-Formate im Haus zeigen und einziehen lassen.
                        Aktuell ist Thema Essen gar kein Thema mehr und die Leute gut gelaunt. Tippe ja die bekommen nebenher normales Essen, das man nur nicht zeigt.
                        Jeden Tag wird irgendwas aufs neue versanstaltet und gelenkt um es in der TZF zu zeigen.

                        Aber das wichtigeste des Formates die Gespräche, die bleiben fern. In keiner Staffel wusste man über die Bewohner rein gar nix als in der aktuellen.
                        Ich möchte einfach mal Gespräche der Bewohner schlicht sehen, aber genau das möchte Sat.1 dem Zuschauer wohl rigoros verweigern.

                        Ich würde mich über 30min Clips freuen, aber halt von den Bewohnern und nicht irgendwelche Inzensierungen.


                        Dazu kommt die fehlende Tageszuammenfassungen am Wochenende, aber aufgrund der Quoten wird man hier auch nix mehr bekommen.
                        Phase 3 und das öffnen des unveränderten Blockhauses setzt die peinlichkeit oben drauf.
                        Die 3 Promis werden die Format noch mehr schaden, denn Promis irgendeiner Art möchte keiner in einer Normalo Big Brother Staffel sehen.
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                        • (geb. 1961) am melden

                          warum es nicht funktioniert ?

                          ganz einfach liebe verantwortliche:

                          schaut euch die ausstrahlungen an

                          OHNE EINZUSCHLAFEN........
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