„Sopranos“-Star Tony Sirico gestorben

    Paulie-Walnuts-Darsteller wurde 79 Jahre alt

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 09.07.2022, 11:58 Uhr

    Tony Sirico (1942 – 2022) – Bild: HBO/Screenshot
    Tony Sirico (1942 – 2022)

    Als Mafioso Paulie „Walnuts“ Gualtieri in der Hitserie „Die Sopranos“ wurde er weltweit berühmt. Nun ist der US-Schauspieler Tony Sirico im Alter von 79 Jahren gestorben. Er sei am gestrigen Freitag (8. Juli) in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Florida verstorben, wie Siricos langjähriger Manager Bob McGowan der dpa mitteilte. Während die Todesursache noch nicht bekannt sei, habe Sirico seit mehreren Jahren an Demenz gelitten.

    Tony Sirico wurde am 29. Juli 1942 in Brooklyn (New York City) als Sohn einer italoamerikanischen Familie geboren. Seine Rolle in „Die Sopranos“ kam nicht von ungefähr, denn vor seiner Schauspielkarriere war Sirico Berufsverbrecher, der der Mafia-Familie Colombo nahestand. Mehrfach wurde er wegen bewaffneten Raubüberfalls und Körperverletzung verhaftet. Wegen Drogenbesitzes und mehreren Überfällen auf Nachtclubs musste Sirico von 1967 bis 1968 und von 1971 bis 1972 Gefängnisstrafen absitzen. Die Theatergruppe im Knast weckte schließlich sein Interesse an der Schauspielerei.

    Erste kleine Filmrollen übernahm er in „Finger – zärtlich und brutal“ und Martin Scorseses „Good Fellas“, auch in Serienklassikern wie „Kojak“ und „Miami Vice“ spielte er Gastrollen. Ab den 1990er Jahren arbeitete er eng mit Star-Regisseur Woody Allen zusammen. Unter anderem war Sirico in Allens Filmen „Bullets over Broadway“, „Geliebte Aphrodite“, „Café Society“ und „Wonder Wheel“ zu sehen. Ingesamt umfasst seine Filmografie rund 70 Film- und Serienproduktionen. Den großen Durchbruch schaffte er ab 1999 mit seiner Paraderolle als Paulie „Walnuts“ Gualtieri in „Die Sopranos“, den er bis 2007 sechs Staffeln lang verkörperte. Seine Serienfigur war ein brutaler Verbrecher, der jedoch gegenüber Mafia-Boss Tony Soprano (James Gandolfini) loyal war.

    Nach dem Ende der „Sopranos“ übernahm Sirico immer wieder Gastrollen in Serien wie „Lilyhammer“, „Chuck“, „Medium – Nichts bleibt verborgen“, „Taxi Brooklyn“ und „The Grinder“. Darüber hinaus lieh er dem kurzzeitigen „Family Guy“-Hund Vinny Griffin seine Stimme und sprach in „American Dad!“ einen Mafioso.

    Abgesehen von der Schauspielerei engagierte sich Tony Sirico für krebskranke Kinder und sammelte Spenden für das St. Jude Children’s Research Hospital. Sirico hinterlässt seine zwei Kinder sowie zahlreiche Enkelkinder, Geschwister, Nichten und Neffen.

    „Sopranos“-Co-Star Michael Imperioli brachte seine Trauer öffentlich zum Ausdruck: Tony war wie kein anderer: Er war so zäh, so loyal und so großherzig wie niemand, den ich je gekannt habe. Ich habe so viel an seiner Seite erlebt: gute und schlechte Zeiten. Aber meistens gute. Und wir haben viel gelacht. […] Ich werde ihn für immer vermissen. Er ist wirklich unersetzlich.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      RIP Tony. Solche Typen gibt es nicht mehr. Ein Licht weniger im eh schon stockdunklen Hollywood.

      Und "Sopranos" ist einfach Kult!

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