Emmys: Hulu sticht Netflix aus, „Saturday Night Live“ profitiert von politischem Klima

    Zahlen und Fakten zu den 69. Primetime Emmy Awards

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 18.09.2017, 12:06 Uhr

    Elisabeth Moss als Ofred in „The Handmaid’s Tale“ – Bild: Hulu
    Elisabeth Moss als Ofred in „The Handmaid’s Tale“

    Die „69. Primetime Emmy Awards“ brachten in der Nacht zum Montag die Elite Hollywoods zusammen (fernsehserien.de berichtete). Nachdem im letzten Jahr „Game of Thrones“ sich den Thron für die meisten Emmy-Auszeichnungen für eine fiktionale Serie sichern konnte, musste die Serie in diesem Jahr pausieren. Dafür wurden andere Rekorde erzielt, die ihren Platz in den Emmy-Annalen haben werden.

    In Sachen Prestige kann sich Hulu darüber freuen, dank „The Handmaid’s Tale“ der erste Streaming-Dienst zu sein, der eine Trophäe der „Beste Serie“-Kategorie mitnehmen darf. Ein Jahr nach seinen ersten Emmy-Nominierungen überhaupt konnte der im Konzert der Eigenproduktionen nur drittstärkste VoD-Dienst der USA den beiden „big spendern“ Amazon und Netflix diese Ehre wegschnappen. Insgesamt brachte es „Handmaid’s Tale“ auf acht Auszeichnungen – nur eine weniger als der Rekordhalter für „Meiste Auszeichnungen für die erste Staffel“, „The West Wing“.

    Daneben erhielt Julia Louis-Dreyfus ihren sechsten Emmy als Darstellerin von „Veep“ Selina Meyer. Dazu gesellen sich bei der Darstellerin ein Emmy für die Rolle als Christine in „The New Adventures of Old Christine“ und ein (Neben-)Darsteller-Emmy für die Rolle als Elaine Benes in „Seinfeld“ – macht zusammen acht Darsteller-Emmys, womit Louis-Dreyfus in der Bestenliste mit Cloris Leachman („A Brand New Life“, „Mary Tyler Moore“, „Ein Wink des Himmels“, zweifach als Lois Mutter in „Malcolm mittendrin“) gleichzieht, dem bisher meistausgezeichneten Schauspieler (beiderlei Geschlechts). Mit je sieben Emmys stehen nun in zweiter Reihe Mary Tyler Moore, Allison Janney und Edward Asner. Daneben hat Louis-Dreyfus auch die Ehre, die meisten Emmys für die gleiche Rolle erhalten zu haben (zuvor hatte sie sich den ersten Platz mit Candice Bergen und ihrer Rolle als Titelfigur in „Murphy Brown“ geteilt).

    In der aktuell politisch aufgeladenen Atmosphäre konnte sich die Sketch-Show „Saturday Night Live“ erneut besonders hervortun: Alec Baldwin erhielt einen Emmy dafür, im Wesentlichen Donald Trump dargestellt zu haben, Kate McKinnon war als Hillary Clinton zu sehen gewesen – vor allem die SNL-Eröffnung von McKinnon als Clinton nach der Wahlniederlage hatte Eindruck hinterlassen: Leonard Cohens Lied „Hallelujah“. Mit satten neun weiteren Emmys kommt das Variety-Format nach 42 Staffeln auf 64 Auszeichnungen – da wird auch „Game of Thrones“ nie heranreichen…

    Am anderen Ende der geschichtswürdigen Emmy-Auszeichnungen stehen die firsts: Donald Glovers Emmy als Regisseur in seiner Serie „Atlanta“ ist der erste für einen Schwarzen; Lena Waithes Emmy als Ko-Autorin bei der Netflix-Comedy „Master of None“ ist für eine schwarze Frau ebenfalls der erste.

    Wie Vox.com meldet, ist der Hauptdarsteller-Emmy für Riz Ahmed aus der HBO-Serie „The Night Of“ der erste Schauspiel-Emmy für einen Mann asiatischer Abstammung – nachdem 2010 Archie Panjabi als erste Darstellerin asiatischer Abstammung überhaupt einen Schauspiel-Emmy gewann. Geboren wurden beide Schauspieler übrigens in England, wohin ihre Eltern ausgewandert waren.

    Reed Morano, die einen Emmy für die Inszenierung der Auftaktepisode von „Handmaid’s Tale“ erhalten hat, ist die erste Frau seit 22 Jahren, die einen Regie-Emmy in Empfang nehmen durfte. Damals war Mimi Leder für „Emergency Room“ prämiert worden.

    EMMY-ERGEBNISSE

    Formate mit mehreren Gewinnen
    „Saturday Night Live“ – 9 (22 Nominierungen; Vorjahr: 3 Auszeichnungen)
    „Big Little Lies“ – 8 (16 Nominierungen)
    „The Handmaid’s Tale“ – 8 (13 Nominierungen)
    „Stranger Things“ 5 (18 Nominierungen)
    „The Night Of“ – 5 (13 Nominierungen)
    „Veep“ – 5 (17 Nominierungen; Vorjahr 3 Auszeichnungen)
    „Westworld“ – 5 (22 Nominierungen)
    „Der 13.“ – 4 (Dokumentation über den 13. Verfassungszusatz der USA, der die Sklaverei abschafte)
    „Last Week Tonight With John Oliver“ – 4 (8 Nominierungen; zuvor insgesamt 3 Emmys)
    „Samurai Jack“ – 4
    „Hairspray Live!“ – 3
    „RuPaul’s Drag Race“ – 3
    „The Crown“ – 3 (13 Nominierungen)
    „Atlanta“ – 2 (6 Nominierungen)
    „Black Mirror: San Junipero“ – 2 (2 Nominierungen)
    „Born This Way“ – 2 (6 Nominierungen)
    „Dancing With The Stars“ – 2
    „FEUD: Bette And Joan“ – 2 (18 Nominierungen)
    „Master Of None“ – 2 (8 Nominierungen)
    „O.J.: Made In America“ – 2
    „Planet Earth II“ – 2
    „The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years“ – 2
    „This Is Us“ – 2 (11 Nominierungen)

    Sender
    HBO – 29 (111 Nominierungen) – Vorjahr: 22 Emmys
    Netflix – 20 (92 Nominierungen) – Vorjahr: 9 Emmys
    NBC – 15 (63 Nominierungen) – Vorjahr: 6 Emmys
    Hulu – 10 (18 Nominierungen) – Vorjahr: 0 Emmys
    ABC – 7 (36 Nominierungen) – Vorjahr: 4 Emmys
    FX Networks – 6 (54 Nominierungen) – Vorjahr: 18 Emmys
    FOX – 5 (20 Nominierungen) – Vorjahr: 6 Emmys
    Adult Swim – 4
    CBS – 4 (29 Nominierungen) – Vorjahr: 3 Emmys
    A&E – 3 (10 Nominierungen) – Vorjahr: 4 Emmys
    VH1 – 3 (8 Nominierungen) – Vorjahr: 0 Nominierungen
    Amazon – 2 (16 Nominierungen) – Vorjahr: 6 Emmys
    BBC America – 2 (10 Nominierungen) – Vorjahr: 1 Emmys
    ESPN – 2 (7 Nominierungen) – Vorjahr: 0 Nominierungen
    National Geographic – 2 (15 Nominierungen) – Vorjahr: 2 Emmys
    AMC – 1 (13 Nominierungen) – Vorjahr: 2 Emmys
    Cartoon Network – 1 (3 Nominierungen) – Vorjahr: 4 Emmys
    CNN – 1 (7 Nominierungen) – Vorjahr: 2 Emmys
    Comedy Central – 1 (7 Nominierungen) – Vorjahr: 4 Emmys
    Disney XD – 1 (1 Nominierung) – Vorjahr: 0 Emmys
    Samsung /​ Oculus – 1 (2 Nominierungen) Emmys
    Showtime – 1 (15 Nominierungen) – Vorjahr: 2 Emmys
    TBS – 1 (10 Nominierungen) – Vorjahr: 0 Emmys
    Viceland – 1 (2 Nominierungen) – Vorjahr: 0 Emmys
    Vimeo – 1 (1 Nominierung) – Vorjahr: 0 Emmys

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