Thea Dorn – bis vor zwei Jahren hat sie selbst „lesenswert“ moderiert. Als sie aufhörte, geschah das nicht zuletzt, weil sie einen Roman schreiben wollte, mit dem sie heute in die Sendung zurückkehrt. In „Die Unglückseligen“ erzählt der Teufel persönlich von der Unsterblichkeit, von der man träumt, aber vielleicht nur solange sie nicht da ist. Denn genau das passiert Johann Wilhelm Ritter, einem Gelehrten des frühen 19. Jahrhunderts, der nicht sterben kann und irgendwann an einer Supermarktkasse in den USA einer Genforscherin den Einkauf in Plastiktüten einpackt. Ritter, Tod und Teufel – seit Albrecht Dürers berühmtem Kupferstich ist das ein Motiv der Kulturgeschichte. Mit Thea Dorn spricht Felicitas von
Lovenberg. Mein Leben in drei Büchern: Clemens Meyer ist der neue Stadtschreiber von Mainz. Im „lesenswert“-Gespräch erzählt er Felicitas von Lovenberg „Mein Leben in drei Büchern“ – und das sind: Louis-Ferdinand Céline: Reise ans Ende der Nacht, Ulrich Zieger: Durchzug eines Regenbandes und David Morrell: Rambo – First Blood. Clemens Meyer debütierte als Schriftsteller mit dem Roman „Als wir träumten“, der auch verfilmt wurde. Er hat damit der Leipziger Vorstadt in der Nachwendezeit ein Denkmal gesetzt. Mit seinen Erzählungen bewies er, wie satt Literatur heute sein kann. Dafür hat er 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen. Mit „Im Stein“ hat Clemens Meyer gezeigt, wie man sich angemessen dem Dauerkonfliktthema Prostitution nähern kann. (Text: SWR)