2026 (Folge 1234–1247)
2Unbreakable
Folge 1234 (90 Min.)
Serhat beim BattleBild: Carsten Beier / ZDFBGirl Joanna und Serhat alias BBoy Said verbinden dieselbe Leidenschaft: Breaking. „37°“ begleitet die beiden und ihre Crews The Saxonz und Sankofa über sieben Jahre. 2024 feiert Breaking in Paris olympische Premiere. Joanna und Serhat nutzen die Chance, um Breaking sichtbarer zu machen. Gleichzeitig ist es für beide eine Herausforderung: Breaking-Kultur und der Leistungsgedanke im System Olympia – wie passt das zusammen? Von der Straße auf die olympische Bühne: In New York wurde in den 1970ern mit Breaking ein neuer Tanzstil geboren.Heute messen sich BBoys und BGirls in Battles, die von einer Jury bewertet werden. Zum ersten Mal in der Geschichte trifft die Breakingszene auf das olympische System. „Fußball, Kickboxen – ich habe viel ausprobiert, doch nichts hat mich so geflasht wie das Breaken. Das ist etwas ganz Großes für mich, in das ich mein ganzes Herz und meine Energie stecken will!“ Serhat ist 2022 bereits im deutschen Bundeskader. Er hat das Breaken schon mit sechs Jahren im Jugendzentrum im Münchner Kieferngarten für sich entdeckt. Seit 2008 ist Serhat Mitglied der Sankofa-Crew. Frei leben und tanzen zu können, ist für Serhat keine Selbstverständlichkeit. Serhat lebt in München und ist auch dort geboren, aber er ist Uigure. Die Familie stammt aus dem autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas. Sie floh 1995 über Kasachstan nach Deutschland. Jetzt im deutschen Bundeskader für Olympia trainieren zu können, bedeutet ihm und der Familie viel. Fast jedes Wochenende ist er unterwegs zu einem Battle. Nicht nur für den Kader, auch in der Szene will Serhat weiter präsent sein. Zusätzlich hatte er ein Studium begonnen, unterrichtet und verdient Geld mit Tanzauftritten. Inzwischen sogar hauptberuflich. Joannas Ziel ist es, 2023 in den Deutschen Bundeskader zu kommen, dafür muss sie in Vorentscheiden – sogenannten Ranking Battles – möglichst viele Punkte sammeln. Mit 17 wurde sie in der Crew The Saxonz aufgenommen. Sie ist das einzige BGirl in der Crew und trainiert im Landeskader Sachsen. „Die Saxonz sind meine zweite kleine Familie – es ist mir extrem viel wert, in der Gruppe zu sein!“ Joanna lebt mit ihrer Familie in Dresden. Ihr Freund Rossi, der eigentlich Felix heißt und auch bei den Saxonz tanzt, hat seine Tochter Feenja mit in die Beziehung gebracht. So trägt Joanna schon früh die Verantwortung als Mutter, denn Feenjas leibliche Mutter ist gestorben. Gleichzeitig macht Joanna ihren Master in Psychologie. Als Kind bulgarischer Eltern weiß sie es zu schätzen, wie viel ihre Eltern in eine gute Ausbildung investiert haben und will sie nicht enttäuschen. Jetzt steht Joanna vor der Herausforderung, ihre Zeit zwischen der Familie, dem Studium und ihrer Leidenschaft, dem Breakdance aufzuteilen. Denn ihr Ziel ist es, bei der deutschen Meisterschaft in den Bundeskader zu kommen. „Ich habe ein bisschen Angst vor der eigenen Challenge, wie es mir mit dem Leistungsdruck gehen wird. Aber wenn nicht jetzt, wann dann?“ Respekt und Leidenschaft für Breakdance – „37°“ begleitet die beiden jungen Tänzer Joanna und Serhat auf ihrem Weg. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Mo. 27.04.2026 ZDF Femizid – Tödlicher Hass auf Frauen
Folge 1235 (30 Min.)Bild: 3sat133 Frauen wurden in Deutschland 2024 von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Dazu kommen 174 versuchte Tötungen. Femizide werden in allen Teilen der Gesellschaft begangen. Noch immer wird von Beziehungstragödien gesprochen, wenn Frauen brutal vom Partner ermordet werden. Lange war Gewalt gegen Frauen schambehaftet. Inzwischen ändert sich das Bewusstsein. Dennoch gehen wenige Frauen mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit. Ilona (44) wagt diesen Schritt und erzählt uns ihre Geschichte: Im September 2022 trifft sie sich mit einem ehemaligen Arbeitskollegen an einer Bushaltestelle.Sie hat nicht viel Zeit, will noch etwas einkaufen. Der Vater ihres Sohnes, mit dem sie seit rund 20 Jahren zusammen ist, verfolgt sie. Die Beziehung ist zerrüttet. Sie hält ihn für spielsüchtig, schon mehrmals ist er gewalttätig geworden. Sie möchte, dass er auszieht. Doch er will die Trennung nicht akzeptieren. Ihren Arbeitskollegen hält er für einen Nebenbuhler. Er zückt ein Messer, sticht immer wieder auf ihn ein. Als Ilona ihn abhalten will, wird auch sie schwer mit dem Messer verletzt. Nur mit Glück überlebt sie. Corina (47) ist eine erfolgreiche Mathematikerin. Sie leitet die KI-Abteilung eines DAX-Konzerns. An einem Wochenende im Sommer 2023, das die Vielbeschäftigte ihren Kindern widmen will, gerät ihr Leben ins Wanken. Ihre ältere Schwester Daniela wird von ihrem Partner in Freiburg brutal ermordet. Immer wieder sticht er auf sie ein, geht weg, kommt zurück, um wieder auf sie einzustechen. Daniela arbeitet im OP der Uniklinik Freiburg. Sie möchte die Beziehung mit ihrem Partner, der eine Familie in Rumänien hat und sich nicht von ihr trennen will, nicht mehr weiterführen. Aber er akzeptiert das nicht. Danielas Trennungswunsch wird ihr Todesurteil. Corina hat ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Schwester. Ihr Tod reißt eine Lücke, die sich nicht füllen lässt. Im Prozess tritt Corina als Nebenklägerin auf. Für ihren Anwalt Ulrich Warncke vom Weißen Ring ist der Mord an ihrer Schwester ein klarer Femizid: „Ein Mord aus niederen Beweggründen, ein Bestrafungsmord, weil die Frau sich trennt, oder weil die Frau einen anderen hat. Das kann der Täter nicht akzeptieren und deswegen tötet er. Aus Rache, aus dem Bedürfnis, seine Wut auszuagieren. Das führt häufig dazu, dass diese Taten regelrechte Hinrichtungstaten sind mit 20, 30, 40, 60 Messerstichen.“ Der „37°“ zeigt, dass Frauen von manchen Männern als Besitz gesehen werden. Wenn sie sich aus der Beziehung befreien wollen, kann das tödlich für sie enden. Oft, aber nicht immer, drohen die Männer ihre Taten im Vorfeld an. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 05.05.2026 ZDF Hype – die Noelgoescrazy-Story
Folge 1236 (30 Min.)Auf Reisen ist Noel oft einsam. Neue Freunde zu finden ist mittlerweile fast unmöglich.Bild: ZDF und Bilderfest/David RobinsonTikTok-Star Noel Robinson folgen Millionen Menschen weltweit: sein Leben dreht sich um seine Leidenschaft für das Tanzen und den Kampf um Reichweite und Relevanz. „37°“ zeichnet Noels kometenhaften Aufstieg nach, begleitet ihn bei seinen Reisen in die ganze Welt und wirft einen unverstellten und exklusiven Blick hinter die Kulissen eines der erfolgreichsten Content Creator Deutschlands. Noels Geschichte beginnt in München, wo er in einfachen Verhältnissen als Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers aufwächst. Als Jugendlicher entdeckt er seine Leidenschaft für das Tanzen und fasst den Plan, eine Social-Media-Karriere zu starten: Ein Jahr lang postet er jeden Tag drei Videos seiner Tanzeinlagen.Was folgt, ist ein rasanter Aufstieg. Als „Noelgoescrazy“ begeistert er auf TikTok in kurzer Zeit unzählige Menschen. Seine Mischung aus Tanz- und Prankvideos trifft einen Nerv. Aus dem schüchternen Jungen mit der unverkennbaren Afro-Frisur wird ein globaler Social-Media-Star. Und der 25-Jährige weiß den Hype um seine Person geschickt auszubauen: Er beginnt damit, in Länder wie Indonesien, Ägypten oder Brasilien zu reisen und dort Videos zu produzieren, die seine Bekanntheit noch mal steigern. Allein auf TikTok folgen ihm inzwischen über 44 Millionen Menschen, darunter Promis wie Jason Derulo oder Neymar. Doch Noel merkt schnell, dass der Hype auch Schattenseiten hat: anstrengende Arbeitstage und einsame Abende in Hotelzimmern, ein Leben aus dem Koffer, immer getrennt von Freunden und Familie; das Gefühl, vom Algorithmus der sozialen Medien getrieben zu sein, die ständige Angst, seine Relevanz und Reichweite zu verlieren sowie rassistische Anfeindungen und Hass im Netz wie im realen Leben. Noel weiß, dass der Preis hoch ist, den er für seinen Erfolg und seine Berühmtheit bezahlt. Der Filmemacher und Autor David Robinson ist Noels Schwager. Mehr als drei Jahre lang hat er Noel bei seinen Reisen nach Indonesien, Indien, China, Nigeria und in die USA begleitet und dessen Arbeit als Content-Creator dokumentiert. Er führte Interviews mit Noels Familie, engen Freunden und Wegbegleitern sowie anderen Content-Creatoren und Branchenkennern. Zusammen mit exklusivem Material aus Noels Kindheit und Jugend ist so ein umfassendes Porträt eines der erfolgreichsten TikTok-Stars Deutschlands entstanden. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 27.04.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 ZDF Leiden, bleiben oder scheiden
Folge 1237 (30 Min.)Jürn (62) und Sylvia (62) stecken in ständigen Konflikten; sie beschließen, eine Paartherapie zu beginnen, um ihre 15-jährige Ehe zu retten.Bild: Nicolai Klawa / ZDFLaut Studie trennt sich jedes dritte Paar nach einer Affäre. Ohne Seitensprung geht knapp jede vierte Beziehung in die Brüche. Wie kann zerstörtes Vertrauen zurückgewonnen werden? Immer mehr Paare versuchen mithilfe eines Paartherapeuten, andere mit einer Trennung auf Zeit ihre Beziehung zu retten. „37°“ begleitet zwei Paare bei ihrem Vorhaben, eine endgültige Trennung abzuwenden und ihre Versuche, sich zu verstehen. Sylvia und Jürn, beide 62, sind seit 15 Jahren verheiratet. Doch Sylvia fehlt in der Beziehung etwas: Zärtlichkeit, Nähe, Leidenschaft. Sie beginnt eine Affäre und hält sie lange geheim.Als Jürn davon erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Zwischen Schmerz und Hoffnung ringen beide um ihre Ehe. Sie streiten, reden, weinen. Sylvia kann die Affäre jedoch nicht beenden. Jürn will Sylvia trotzdem nicht verlieren und versucht zu verstehen, ob und wie ihre Beziehung weitergehen kann. In einer Paartherapie wollen sie ihre Liebe neu verhandeln: mit offenen Gesprächen, neuen Regeln und schwierigen Kompromissen. Auch bei Barbara(48) und Olaf(49) aus Berlin steckt die Beziehung in der Krise. Streit bestimmt ihren Alltag und Konflikte eskalieren immer wieder. Schließlich rät der Paartherapeut zu einem drastischen Schritt: eine Trennung auf Zeit. Olaf packt seine Sachen und zieht in einen Camper. Während er unterwegs ist, bleibt Barbara mit den Kindern zu Hause zurück. Der Abstand soll beiden helfen, wieder zu sich selbst zu finden und herausfinden, ob ihre Beziehung noch eine Zukunft hat. Die Dokumentation begleitet Paare in einer existenziellen Phase: Wenn Liebe brüchig wird und Menschen den Mut finden müssen, ihre Beziehung neu zu denken. Kann ihre Liebe eine zweite Chance bekommen? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 19.05.2026 ZDF Ewig jung und gesund – Longevity
Folge 1238 (30 Min.)Daniel auf seiner Dachterrasse beim Eisbaden.Bild: Oliver Wolff / ZDFMöglichst lange leben und gesund bleiben: Der Longevity-Trend ist längst in Deutschland angekommen und bestimmt das Leben von Daniel, Merle und Felix. Was bedeutet die harte Disziplin für sie? Eine rasant wachsende Szene versucht, mithilfe moderner Forschung, mit Ernährung, Mikronährstoffen und Bewegung den ewigen Jungbrunnen zu finden und richtet mit viel Disziplin den Alltag danach aus – geleitet vom Glauben an die „richtige“ Lebensweise. Daniel (53) will gesund alt werden und im Hier und Jetzt das intensive Leben spüren. Sein Highlight: ohne Atemmaske und Neoprenanzug in einem Gletschersee zu tauchen.Nachdem er als Architekt und Unternehmer zwei Burn-outs hatte, fing er an, sich intensiv mit seinem Körper zu beschäftigen. Durch tägliches Eisbaden, eine spezielle Atemtechnik, asiatische Kampfkunst, ein diszipliniertes Leben und diverse Nahrungsergänzungsmittel regt er die Zellerneuerung an. Seine Verjüngung konnte sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden. Seine Herzvariabilitätsrate (HVR) entspricht der eines 34-Jährigen. Merle (46) will herausfinden, wie sie ein gesundes und langes Leben führen kann. Nach einer schweren Krebserkrankung und anschließender Chemotherapie, von der sie sich lange nicht erholte, recherchierte sie und testete alles, was moderne Forschung hergibt. Dann hängte sie ihren Job als Fernsehjournalistin an den Nagel, machte eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und zog mit der Familie an den Schliersee. Seither lebt sie strikt nach Longevity-Regeln. Vor kurzem hörte sie von den Blue Zones, den sagenumwobenen Regionen der Welt, in denen die Menschen sehr alt werden, und reiste auf die abgelegene griechische Insel Ikaria. Wird sie hier den Geheimnissen eines Lebens voller Gesundheit, Glück und Zufriedenheit näherkommen? Felix will unsterblich werden. Dafür beschließt der 47-Jährige, ein neues, gesundes Leben zu beginnen. Doch er kann sich die teuren Longevity-Anwendungen kaum leisten. Deshalb konzentriert er sich auf die günstigen Basics seines Vorbilds Bryan Johnson: Täglich viel Gemüse und Hülsenfrüchte, Sport und Bewegung sowie strikte Schlafhygiene – alles penibel eingehalten. Das Wichtigste: die Kryokonservierung. Nach seinem Ableben soll ihn eine Firma bei – 196 Grad Celsius so lange aufbewahren, bis eine Therapie für die Todesursache gefunden ist; dann soll er aufgetaut, behandelt und unsterblich werden. Um mehr Geld zu verdienen und die Forschung mittels KI voranzubringen, gründet er gerade ein Start-up. Außerdem möchte der Unternehmer mehr für soziale Kontakte tun, die ja auch für die Gesundheit wichtig sind. Wo findet er Gleichgesinnte und eine Partnerin? „37° geht der Frage nach, was diese Menschen antreibt? Was bleibt vom guten Leben, wenn sich alles nur noch um Gesundheit dreht und der Alltag von Entbehrung, Disziplin und Vermessen bestimmt ist? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 ZDF Kein Kind der Liebe
Folge 1239 (30 Min.)Im Klassenbuch war das Todesdatum von Winfried Behlaus Vater vermerkt und sein Geburtsjahr, dass drei Jahre später war. Lehrer machten sich damals darüber lustig.Bild: Babak Asgari / ZDFUlrikes Schwester ist zugleich ihre Mutter. Winfried ist ein „Kriegsschadensfall“. Die Kinder als Betroffene von Vergewaltigung ringen um Identität und gesellschaftliche Anerkennung. Die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen in Deutschland ist seit 2018 um 72 Prozent gestiegen. 2025 waren es 14.454. Betroffene scheuen sich, Anzeige zu erstatten, besonders wenn der Täter aus dem engsten Umfeld kommt. Daher bleiben viele Fälle im Verborgenen. „Meine Schwester ist meine Mutter“. Ulrike M. Dierkes wurde 1957 geboren, weil ihr Vater seine älteste Tochter ab dem siebten Lebensjahr vergewaltigte.Mit 13 wurde das Mädchen vom Vater schwanger. „Ein Kind der Blutschande“, wie es damals hieß. Ein Bluttest gleich nach der Geburt überführt den Vater, er kommt in Haft. Nach der Entlassung kehrt er in die Familie zurück, der Missbrauch geht weiter. Es folgt eine erneute Verurteilung und Gefängnis. Ulrike wird erzählt, der Vater sei im Krankenhaus. 1996 gründet sie den Verein M.E.L.I.N.A. Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e. V.. Vier Hilfesuchende im Monat wenden sich an den einzigen deutschen Verein für Inzestkinder. 2008 bekommt Ulrike M. Dierkes das Bundesverdienstkreuz für ihre Arbeit. „Ich bin ein Kriegsschadensfall“. 13 Jahre und einen Tag ist Winfried Behlau alt, als er es erfährt. Sein Vater fällt 1942 im Krieg. 1946 wird er geboren. Fragen in der Schule, wie das sein könne, und wer sein Vater sei, kann er nicht beantworten. Die Lehrer nennen ihn daraufhin „Bastard“. Als er 13 ist, bricht es aus Mutter Martha heraus: „Weißt du wie die kleinen Kinder entstehen? Damals kamen Russen, die haben mich vergewaltigt.“ Danach spricht seine Mutter nie wieder darüber. Winfrieds Versuche blockt sie alle ab, er gibt auf. Bis zu ihrem Tod, sie wird 102, gibt es keine Klärung für ihn, der unter jahrelangen Depressionen und Suizidgedanken leidet. Bis eine Reporterin einer Kirchenzeitung über einen Leserbrief auf seine Geschichte aufmerksam wird, hält Behlau seine Herkunft geheim. Er nimmt an einer Studie der Universität Leipzig teil, gründet den Verein Distelblüten Russenkinder und hilft heute anderen Betroffenen mit Kontakten und Informationen. Mindestens 200.000 Kinder von alliierten Soldaten und deutschen Müttern kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland zur Welt. Sie entstanden oft durch Vergewaltigungen oder weil ihre Mütter Sex gegen die knappen Lebensmittel tauschen mussten. Auf der Straße und in der Schule waren sie damals nur die Russenkinder, die Amikinder, die Mongolenkinder. Das Thema ihrer Herkunft war für viele Betroffene lange ein Tabu, zu groß die Scham. Auch aus inzestuösem sexuellen Missbrauch geborene Kinder wissen oft nicht, wer ihr Vater ist. Das hat Folgen für ihr ganzes Leben. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 ZDF Meine ziemlich bunte Familie
Folge 1240 (30 Min.)Oskar (10) aus München hat zwei Mütter, zwei Väter und viele Bezugspersonen. Der bunte Familienalltag bringt Chancen aber auch viele Herausforderungen mit sich. Von links: Herbert, Christian, Andrea, Judith und OskarBild: 3satZwei Regenbogenfamilien kämpfen um Anerkennung und Sichtbarkeit. Zwischen Liebe, Verantwortung und rechtlichen Hürden zeigen sie, dass Familie heute mehr ist als Vater, Mutter, Kind. Oskar hat drei Mütter, zwei Väter und einen Stiefbruder. Der Familienalltag bringt Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. In Köln erwarten Lara und Jasmin ein Kind. Erst eine langwierige Stiefkindadoption kann Jasmin rechtlich zur zweiten Mutter machen. Für Oskar aus München ist seine große bunte Familie selbstverständlich. Doch sein Leben ändert sich plötzlich drastisch, als seine Stiefmutter Rita (39) sich von seiner leiblichen Mutter Judith (41) trennt.Judith kann mit Oskar zunächst bei ihrer Ex-Frau Andrea einziehen. So hat Oskar vorübergehend seine beiden sorgeberechtigten Mütter wieder unter einem Dach. Aber er vermisst das Zusammenleben mit seinem jüngeren Stiefbruder Valentin, dem Sohn von Rita. Oskars leiblicher Vater Herbert und dessen Mann Christian versuchen regelmäßige Treffen zwischen den nun getrennt lebenden Kindern zu organisieren. Die Trennung wirbelt das Leben aller durcheinander. Neben den Stärken der Mehrelternschaft sieht Judith auch viele Herausforderungen: „Viele Menschen bringen natürlich auch viele Bedürfnisse mit sich und das hat auch eine größere Fragilität, umso mehr Eltern es sind.“ Lara (35) und Jasmin (39) aus Köln stehen kurz vor der Geburt ihres Babys. Sie erfüllen sich ihren großen Kinderwunsch gemeinsam: Jasmin spendete ihrer Partnerin die Eizelle, Lara trägt das Kind aus. Für die Kinderwunschbehandlung reisten sie damals extra nach Österreich. Denn in Deutschland ist die Eizellenspende verboten. Lara, selbst Hebamme, und ihrer Frau ist eine gleichberechtigte Elternschaft wichtig. Und weil Jasmin von Anfang an eine enge Bindung zum Kind haben möchte, wollen beide Frauen das Kind stillen. Mit einer Hormontherapie ist das auch ganz ohne Schwangerschaft möglich. Doch obwohl Lara und Jasmin verheiratet sind, wird nur die leibliche Mutter in Deutschland rechtlich als Mutter anerkannt. „Die Tatsache, dass wir momentan eine Geburtsurkunde haben, in der Lara als Mutter steht und der Platz mit dem zweiten Elternteil leer ist, fühlt sich total ungerecht an“. Für Jasmin ist das Glück im Wochenbett überschattet von einer unsicheren Rechtslage für ihre Tochter und sie selbst. Der Weg zur gemeinsamen Elternschaft führt über ein langwieriges Adoptionsverfahren – verbunden mit viel bürokratischem Aufwand und emotionaler Belastung. „37°“ erzählt davon, wie vielfältig Familie heute gelebt wird – und mit welchen Hürden Regenbogenfamilien in Deutschland noch immer konfrontiert sind. Laut Statistischem Bundesamt lebten im Jahr 2024 31.000 Regenbogenfamilien mit minderjährigen Kindern in Deutschland. Ein Jahr lang begleitet der Film zwei von ihnen durch Alltag, Konflikte und politische Realitäten. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 ZDF Das Gold ihres Lebens – Kugelstoßerin Yemisi
Folge 1241 (30 Min.)Yemisi (27) ist eine Überwinderin. Es lohnt sich zu kämpfen, sagt sie und erzählt auch von den Narben hinter dem Erfolg.Bild: ZDF und Torsten Lapp„Ich bin eine Überwinderin“, sagt Yemisi. Ein Satz, der durch diesen Film führt – in ein Leben zwischen Triumph und tiefem Zweifel, zwischen Stadionlärm und innerer Stille. Als die Kugelstoßerin am 9. August 2024 in Paris den Ring betritt, ist sie dort den Blicken von 80.000 Menschen ausgesetzt. Yemisi ist Außenseiterin – und doch steht sie dort mit einer Gewissheit. Und gewinnt olympisches Gold für Deutschland. Doch schon vor ihrer Sportkarriere musste sie Hürden überwinden. Yemisis Mutter ist Deutsche, ihr Vater stammt aus Nigeria.Yemisi wird in Deutschland geboren und wächst in der Pfalz auf. Sie fühlt sich dennoch fremd: Mobbing, Ausgrenzung und rassistische Sticheleien prägen ihre Schulzeit. Sätze wie „Du bist zu groß!“, „Deine Haare sind hässlich!“, „Du gehörst nicht dazu!“ graben sich tief in das Selbstbild des jungen Mädchens ein. Die Traurigkeit hatte sie in eine Folie des Schweigens gepackt. Die damals 12-Jährige zieht sich zurück, überlegt sogar, ob es nicht einfacher wäre, wenn sie gar nicht mehr da ist. Sie will nur, dass sich etwas ändert. Es ändert sich erst etwas als Yemisi auf Abigail trifft, die Jugendleiterin in der Kirchengemeinde. Und sie ist es, die das Seelengift neutralisiert und Yemisi im Glauben einen Halt finden lässt. Seitdem gibt ihr der Glaube Halt und Sicherheit: „Gott liebt Dich mit Höhen und Tiefen. Seine Liebe ist bedingungslos“, so Yemisi. Am Höhepunkt ihrer Karriere fängt Yemisi auf der Pressekonferenz spontan an zu singen: „I almost let go“ heißt der Soundtrack. „Ich hätte fast aufgegeben, aber Gott half mir.“ Es ist der Soundtrack des Moments, ihrer Olympischen Spiele in Paris. Denn zunächst – beim 1. Stoß im Finale – stürzt Yemisi: „Ich bin gefallen. Das bin ich oft in meinem Leben. Wieder aufzustehen ist die Kunst.“ Aus dem Sturz wächst Kraft, aus Angst und Konzentration, aus Schmerz und Bewegung. Im entscheidenden sechsten Versuch fliegt die Vier-Kilo-Kugel auf magische 20 Meter. Gold! So wird aus der Geschichte einer Olympiasiegerin ein universeller Film über Zugehörigkeit, seelische und körperliche Kraft, über die Kunst, immer wieder aufzustehen, über die Freude am Sport und dem Leben. Ein poetisches Porträt über das Aufstehen, über Würde, Glaube und über die Kraft, sich immer wieder selbst neu zu erschaffen. Und vielleicht ist genau das das eigentliche Gold ihres Lebens. Yemisi hat nach den Dreharbeiten geheiratet. Aus Yemisi Ogunleye wird Yemisi Mabry: ein neuer Name für ein Leben, das sich immer wieder neu erfindet. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 27.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 28.07.2026 ZDF Zwischen uns die Wahrheit
Folge 1242 (45 Min.)Das Vertrauen in Medien, Politik und staatliche Institutionen gerät zunehmend unter Druck – gesellschaftliche Gräben werden sichtbarer. Der Film stellt die Frage, wie wir uns trotzdem noch begegnen können.Bild: Benjamin Hotz / ZDFDebatten über Corona, Kriege oder verborgene Interessen spalten nicht nur in Talkshows; sie belasten Familien und Freundschaften. Was bleibt, wenn jeder seine eigene Wahrheit hat? Der Film begleitet Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise um Orientierung ringen – und fragt, warum Vertrauen in Medien, Politik und Institutionen schwindet und weshalb manche Menschen in alternativen Deutungsmustern Halt finden. Statt vorschneller Zuschreibungen richtet der Film den Blick auf die Menschen hinter den Überzeugungen – auf Ängste, Hoffnungen, Widersprüche und die Sehnsucht nach Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt.Der Film nähert sich dem gesellschaftlichen Konflikt nicht über Schlagabtausch und politische Zuschreibungen, sondern über persönliche Geschichten, Beziehungen und Widersprüche. Nah an seinen Protagonistinnen und Protagonisten und kritisch, ohne vorschnell zu urteilen, fragt „Zwischen uns die Wahrheit“: Was passiert mit uns als Gesellschaft, wenn wir einander nicht mehr glauben? Warum verlieren Menschen Vertrauen – in Medien, Politik und einander? Und wie können Menschen wieder miteinander im Gespräch bleiben, wenn jede Seite überzeugt ist, im Besitz der Wahrheit zu sein? Auf einer Meta-Ebene erweitert der Film den Blick: Gemeinsam mit der Transformationsforscherin Maja Göpel, dem Soziologen Hartmut Rosa, dem Philosophen Philipp Hübl und der Journalistin Nena Brockhaus geht „Zwischen uns die Wahrheit“ grundlegenden Fragen nach: Was verstehen wir überhaupt unter Wahrheit – und wie entsteht sie? Warum schwindet Vertrauen? Welche Verantwortung tragen Medien, Politik und gesellschaftliche Institutionen in Zeiten wachsender Polarisierung? Und wie wollen wir künftig miteinander umgehen? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 04.08.2026 ZDF Alpha – Wann ist ein Mann ein Mann?
Folge 1243 (30 Min.)Aufgrund seiner „Red Pill“-Vergangenheit möchte er anonym blieben.Bild: ZDF und Tenzin SherpaWas bedeutet es, ein Mann zu sein? Bei Dating-Coaches und Fitness-Influencern suchen junge Männer Orientierung. Im Internet finden sie Vorbilder für Stärke, Dominanz und Erfolg. Allzu oft finden sich in diesen Netzwerken aber auch traditionelle Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative. Die „37°“-Dokumentation „Alpha – Wann ist ein Mann ein Mann?“ fragt, warum diese Botschaften so wirksam sind und was sie mit jungen Männern machen. Im Mittelpunkt stehen drei Protagonisten mit ganz unterschiedlichen Perspektiven. Hendrik ist Dating-Coach und vermittelt über Social Media seine Vorstellungen von Männlichkeit und Beziehung.Rapper Ego verarbeitet Härte, Status und Männlichkeit in seiner Musik und setzt sich gleichzeitig mit seiner Verantwortung als Vorbild auseinander. Der dritte Protagonist blickt anonym auf seine Vergangenheit in der Red-Pill-Szene zurück. Nach einer persönlichen Krise suchte er online nach Orientierung und geriet in eine Welt, die ihm einfache Antworten versprach. Heute beschreibt er, wie sehr diese Ideologie sein Denken verändert hat – und warum er sich schließlich von ihr gelöst hat. Die Dokumentation verbindet die persönlichen Geschichten der drei Männer mit den Mechanismen sozialer Medien. Sie zeigt, wie Algorithmen Inhalte verstärken, wie Männlichkeitsbilder inszeniert und vermarktet werden und weshalb sie besonders in Phasen von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit auf Resonanz stoßen. Eingeordnet werden die Erfahrungen der Protagonisten vom Journalisten und Autor Tobias Ginsburg, der seit Jahren zu digitalen Männerwelten und antifeministischen Milieus recherchiert. Seine Analyse macht deutlich, wie individuelle Krisen, wirtschaftliche Interessen und soziale Medien zusammenwirken und warum die Suche nach Zugehörigkeit immer häufiger im digitalen Raum stattfindet. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 18.08.2026 ZDF Im Gefängnis: Das Prinzip Hoffnung
Folge 1244 (30 Min.)Der Haftraum von Berkman. Er wurde wegen Beihilfe zum Schmuggel von Cannabis über die Grenze von Holland nach Deutschland zu fünf Jahren verurteilt.Bild: Manfred Karremann / ZDF und Manfred KarremannWie sieht der Alltag im Strafvollzug aus oder in der Sicherungsverwahrung? Der Film zeigt Häftlinge, die sich auseinandersetzen mit Fragen zu Schuld, Verantwortung, verlorener Lebenszeit. Jan sitzt seit mehr als zwanzig Jahren in Haft, wegen Gangschlägereien. Sergio lebt wegen Sexualdelikten in der Sicherungsverwahrung. Berkman wurde wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt und aufgrund guter Führung früher entlassen. Sergio setzt sich in einer Therapie mit seiner Vergangenheit auseinander. „Man denkt immer: Man hat die Tat begangen und dann ist gut.Aber wenn man sich damit auseinandersetzt, dann tut es halt auch weh. Wenn man erkennt, was man den Leuten angetan hat.“ Er hofft auf seine Entlassung, doch die jährliche Begutachtung kommt erneut zu dem Ergebnis, dass er vorerst in der Sicherungsverwahrung bleiben muss. Warum Menschen nach Verbüßung ihrer Strafe dennoch untergebracht bleiben, erklärt Joachim Stein, Leiter des Vollzugsdienstes: „Man geht bei diesen Menschen von einer Gefährlichkeit aus, die nach wie vor noch so hoch ist, dass man sie nicht in die Freiheit entlassen kann.“ Manche Untergebrachte, so Stein, müssten bis nahe an ihr Lebensende in Sicherungsverwahrung bleiben. Einen anderen Weg geht Berkman. Wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt, begleitet ihn der Film über zwei Jahre – vom geschlossenen Vollzug bis zu seiner vorzeitigen Entlassung nach vier Jahren. Durch konsequent gute Führung erhält er die Chance auf einen früheren Neuanfang. Doch die Folgen seiner Haft begleiten ihn weiter: Bereits zwei Wochen nach seiner Inhaftierung hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Seit vier Jahren hat er keinen Kontakt zu seinen Kindern, seine jüngste Tochter kennt er nur von Fotos. „Papa ist arbeiten“, erzählt die Familie den Kindern zunächst. Doch Berkman weiß: „Irgendwann musste man sagen: Papa ist im Gefängnis.“ Der Film begleitet die Männer über einen langen Zeitraum und zeigt zwei grundlegend unterschiedliche Formen des Freiheitsentzugs. Berkman arbeitet auf einen konkreten Tag der Entlassung hin. Für Jan und Sergio dagegen gilt das Prinzip Hoffnung: Einmal im Jahr entscheidet ein Gutachten darüber, ob sie eine Chance auf Freiheit erhalten. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 ZDF Durchstarten im Alter
Folge 1245 (30 Min.)Gunther Linges (77), (r.) ohne Computererfahrung, lässt sich von Ben Schneider, (19) (l.), die digitale Kasse erklären, bedient sie aber bei der Arbeit nicht.Bild: Ben Knabe / ZDF und Ben KnabeGunther Linges startet mit 77 einen Job als Servicekraft. Jörg Daube hatte mit 65 noch einmal ein Lokal übernommen, will dort Jung und Alt zusammenbringen. Doch das Projekt droht zu scheitern. Schauplatz ist ein Gasthaus im strukturschwachen Stadtteil Essen-Borbeck. Hier treffen Gunther und Jörg aufeinander. Etwas Sinnhaftes tun und noch einmal in ihrem Leben durchstarten, davon träumen die beiden und lassen sich auch nicht von Hindernissen beirren. „Ich kann die Hände nicht in den Schoß legen“, beteuert Gunther Linges. Der 77-Jährige ist ein waschechtes Essener Urgestein.„Ich brauche den Kontakt zu den Menschen und will mich irgendwie noch einbringen in diese Gesellschaft.“ Also hat er zusammen mit seiner Frau Beate – sie ist 65 Jahre alt und arbeitet in ihrem Kosmetikstudio – die Stellenangebote studiert und ist fündig geworden. Die „Wundertüte“ in Essen-Borbeck, eine außergewöhnliche Mischung aus Treffpunkt und Restaurant für Jung und Alt, sucht Personal für Gästeempfang und Service. Die Betreiber der Wundertüte, Jörg Daube (69) und seine Frau Gabriele (79), gehören ebenfalls zur älteren Generation, die etwas Sinnstiftendes machen will. Die Eheleute sind Quereinsteiger in der Gastronomie. Sie schrecken vor Neuanfängen nicht zurück. Vor vier Jahren gab die griechische Taverne in ihrem Mehrparteienhaus coronabedingt auf, und die beiden hatten den Mut, daraus einen Treffpunkt für Jung und Alt zu machen. „Unsere Idee ist, dass die Gäste nicht nur für sich sitzen und essen, sondern sich aktiv kennenlernen und zwar über Generationen hinweg“, erzählt Jörg Daube. Schon vor 1900 war dieser Ort in Essen-Borbeck weit und breit die einzige Gaststätte. Taufen, Hochzeiten und Leichenschmaus haben die Borbecker hier gefeiert und begangen. Das wollten die Daubes dem Stadtviertel nicht wegnehmen, das heute eher Waschstraßen und Spielhallen beherbergt. Ein seltenes Projekt, das Generationen sowohl über die Arbeit als auch über das Essen zusammenbringen will. Bis 2036 werden laut Statistischem Bundesamt 13 Millionen Erwerbstätige das Renteneintrittsalter überschritten haben. Der Film zeigt Beispiele für ein gelingendes Miteinander der Generationen. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 ZDF Ungeplant schwanger
Folge 1246 (30 Min.)Für Klara (r.) waren ihre Freundinnen in der Zeit vor dem Schwangerschaftsabbruch wichtige Ansprechpartnerinnen.Bild: Dawin Meckel/OSTKREUZ / ZDFKlara, Jacky und Laura müssen eine Entscheidung treffen, bei der es kein dazwischen gibt. Alle drei werden ungeplant schwanger und fragen sich: Was nun? Bin ich bereit für ein Kind? Eine ungeplante Schwangerschaft verändert alles. Für Klara, bereits Mutter von zwei Kindern, steht die Entscheidung fest. Für Jacky und Laura beginnt erst jetzt das Ringen: zwischen Zukunftsplänen, Erwartungen und der Frage, welchen Weg sie gehen wollen. Ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich ist alles anders. Laura(34) hält den positiven Schwangerschaftstest in der Hand.Was als „Wird schon gut gehen“ begann, wird zur existenziellen Frage. Eigentlich möchte sie Mutter werden. Aber noch nicht jetzt. Gerade hat sie ihr Masterstudium begonnen, hat Pläne und Träume. Ein Kind passt da nicht hinein. Gemeinsam mit ihrem Partner beginnt ein Abwägen, ein vorsichtiges Durchspielen möglicher Wege. Klara (34) erlebt den Moment anders. Sie hat schon zwei Kinder und gerade hat sie sich von ihrem Partner Erik getrennt, als sie erneut schwanger ist. Für Klara gibt es keinen Zweifel: Sie will kein drittes Kind. Doch die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch ist nur der Anfang eines langen, kräftezehrenden Weges. Denn trotz ihrer Klarheit ist der Abbruch keinesfalls einfach. Bei Jacky (29) ist die Situation wiederum anders. Sie will die Schwangerschaft austragen. Aber ihr Partner Eugen passt nicht in die Vaterrolle. Die beiden lernen sich im Studium kennen, feiern viel – er will seine Freiheiten nicht aufgeben. Zwischen dem jungen Paar entsteht ein Konflikt, der keine Kompromisse kennt – und ihre Beziehung auf die Probe stellt. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 ZDF Klicks um jeden Preis – Wenn TikTok-Challenges zur Gefahr werden
Folge 1247 (30 Min.)Millionen Videos werden täglich in sozialen Medien hochgeladen – darunter auch sogenannte Challenges.Bild: Marc Nordbruch / YNT-Film I WHYN / ZDF und Marc Nordbruch / YNT-Fil / Honorarfrei - nur für diese Sendung inkl. SocialMedia bei Nennung ZDF und Marc Nordbruch / YNT-Film I WHYNOT.Mutproben in den sozialen Netzwerken animieren zur Nachahmung. Was ist, wenn sie lebensgefährlich sind? Ivan macht mit, um Klicks zu generieren. Leonida kommt zu Tode, Sara will aufklären. Was oft harmlos beginnt, kann schnell kippen. Eine Studie der Medienanstalt NRW zeigt: Etwa ein Drittel der Social-Media-Challenges gilt als riskant, einige sind lebensgefährlich. Warum sind solche Trends für viele so faszinierend? Wie gefährlich können sie sein? Der 16-jährige Ivan verbringt viele Stunden in sozialen Medien, sammelt Likes und Follower und macht bei Challenges mit. Er hält die Luft an, bis er fast ohnmächtig wird oder filmt sich dabei, wie er extrem scharfe Chips isst.Was ihn antreibt, ist nicht nur der Nervenkitzel, sondern auch der Wunsch, gesehen zu werden. Ivan macht auch Musik, schreibt eigene Rap-Texte und hofft auf Reichweite. „Du darfst deinen Hype nicht verpennen“, sagt er. Wie gefährlich solche Challenges sein können, zeigt das Schicksal von Leonida. Die 17-Jährige stirbt, nachdem sie bei der sogenannten Deo-Challenge mitgemacht hat. Ihr Vater Alexander wusste, dass sie soziale Medien nutzt, aber nicht, dass sie an solchen Trends teilnimmt. „Ohne Social Media wäre sie nie auf die Idee gekommen, so etwas zu machen“, sagt er. Auch Sara kennt die Schattenseiten sozialer Medien. Schon mit elf Jahren gerät sie an Inhalte, die sie überfordern. Heute ist die 18-Jährige bewusster online unterwegs und engagiert sich zusätzlich als Medienscout. Sie klärt Schulklassen über Onlinerisiken auf. Denn auch dort sind Challenges längst angekommen: An ihrer Schule musste ein Schüler nach einer Mutprobe ins Krankenhaus. Ihr Lehrer berichtet, wie schwer es ist, Jugendliche vor gefährlichen Trends zu schützen. Die „37°“-Reportage begleitet junge Menschen und ihre Familien in einer Welt zwischen Anerkennung, Gruppendruck und Selbstinszenierung. Sie fragt, warum Challenges für viele so reizvoll sind, und was passiert, wenn ein Trend plötzlich gefährlich wird. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 ZDF
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