2026 (Folge 1238–1254)
Ewig jung und gesund – Longevity
Folge 1238 (30 Min.)
Daniel auf seiner Dachterrasse beim Eisbaden.Bild: Oliver Wolff / ZDFMöglichst lange leben und gesund bleiben: Der Longevity-Trend ist längst in Deutschland angekommen und bestimmt das Leben von Daniel, Merle und Felix. Was bedeutet die harte Disziplin für sie? Eine rasant wachsende Szene versucht, mithilfe moderner Forschung, mit Ernährung, Mikronährstoffen und Bewegung den ewigen Jungbrunnen zu finden und richtet mit viel Disziplin den Alltag danach aus – geleitet vom Glauben an die „richtige“ Lebensweise. Daniel (53) will gesund alt werden und im Hier und Jetzt das intensive Leben spüren. Sein Highlight: ohne Atemmaske und Neoprenanzug in einem Gletschersee zu tauchen.Nachdem er als Architekt und Unternehmer zwei Burn-outs hatte, fing er an, sich intensiv mit seinem Körper zu beschäftigen. Durch tägliches Eisbaden, eine spezielle Atemtechnik, asiatische Kampfkunst, ein diszipliniertes Leben und diverse Nahrungsergänzungsmittel regt er die Zellerneuerung an. Seine Verjüngung konnte sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden. Seine Herzvariabilitätsrate (HVR) entspricht der eines 34-Jährigen. Merle (46) will herausfinden, wie sie ein gesundes und langes Leben führen kann. Nach einer schweren Krebserkrankung und anschließender Chemotherapie, von der sie sich lange nicht erholte, recherchierte sie und testete alles, was moderne Forschung hergibt. Dann hängte sie ihren Job als Fernsehjournalistin an den Nagel, machte eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und zog mit der Familie an den Schliersee. Seither lebt sie strikt nach Longevity-Regeln. Vor kurzem hörte sie von den Blue Zones, den sagenumwobenen Regionen der Welt, in denen die Menschen sehr alt werden, und reiste auf die abgelegene griechische Insel Ikaria. Wird sie hier den Geheimnissen eines Lebens voller Gesundheit, Glück und Zufriedenheit näherkommen? Felix will unsterblich werden. Dafür beschließt der 47-Jährige, ein neues, gesundes Leben zu beginnen. Doch er kann sich die teuren Longevity-Anwendungen kaum leisten. Deshalb konzentriert er sich auf die günstigen Basics seines Vorbilds Bryan Johnson: Täglich viel Gemüse und Hülsenfrüchte, Sport und Bewegung sowie strikte Schlafhygiene – alles penibel eingehalten. Das Wichtigste: die Kryokonservierung. Nach seinem Ableben soll ihn eine Firma bei – 196 Grad Celsius so lange aufbewahren, bis eine Therapie für die Todesursache gefunden ist; dann soll er aufgetaut, behandelt und unsterblich werden. Um mehr Geld zu verdienen und die Forschung mittels KI voranzubringen, gründet er gerade ein Start-up. Außerdem möchte der Unternehmer mehr für soziale Kontakte tun, die ja auch für die Gesundheit wichtig sind. Wo findet er Gleichgesinnte und eine Partnerin? „37° geht der Frage nach, was diese Menschen antreibt? Was bleibt vom guten Leben, wenn sich alles nur noch um Gesundheit dreht und der Alltag von Entbehrung, Disziplin und Vermessen bestimmt ist? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 ZDF Kein Kind der Liebe
Folge 1239 (30 Min.)Im Klassenbuch war das Todesdatum von Winfried Behlaus Vater vermerkt und sein Geburtsjahr, dass drei Jahre später war. Lehrer machten sich damals darüber lustig.Bild: Babak Asgari / ZDFUlrikes Schwester ist zugleich ihre Mutter. Winfried ist ein „Kriegsschadensfall“. Die Kinder als Betroffene von Vergewaltigung ringen um Identität und gesellschaftliche Anerkennung. Die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen in Deutschland ist seit 2018 um 72 Prozent gestiegen. 2025 waren es 14.454. Betroffene scheuen sich, Anzeige zu erstatten, besonders wenn der Täter aus dem engsten Umfeld kommt. Daher bleiben viele Fälle im Verborgenen. „Meine Schwester ist meine Mutter“. Ulrike M. Dierkes wurde 1957 geboren, weil ihr Vater seine älteste Tochter ab dem siebten Lebensjahr vergewaltigte.Mit 13 wurde das Mädchen vom Vater schwanger. „Ein Kind der Blutschande“, wie es damals hieß. Ein Bluttest gleich nach der Geburt überführt den Vater, er kommt in Haft. Nach der Entlassung kehrt er in die Familie zurück, der Missbrauch geht weiter. Es folgt eine erneute Verurteilung und Gefängnis. Ulrike wird erzählt, der Vater sei im Krankenhaus. 1996 gründet sie den Verein M.E.L.I.N.A. Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e. V.. Vier Hilfesuchende im Monat wenden sich an den einzigen deutschen Verein für Inzestkinder. 2008 bekommt Ulrike M. Dierkes das Bundesverdienstkreuz für ihre Arbeit. „Ich bin ein Kriegsschadensfall“. 13 Jahre und einen Tag ist Winfried Behlau alt, als er es erfährt. Sein Vater fällt 1942 im Krieg. 1946 wird er geboren. Fragen in der Schule, wie das sein könne, und wer sein Vater sei, kann er nicht beantworten. Die Lehrer nennen ihn daraufhin „Bastard“. Als er 13 ist, bricht es aus Mutter Martha heraus: „Weißt du wie die kleinen Kinder entstehen? Damals kamen Russen, die haben mich vergewaltigt.“ Danach spricht seine Mutter nie wieder darüber. Winfrieds Versuche blockt sie alle ab, er gibt auf. Bis zu ihrem Tod, sie wird 102, gibt es keine Klärung für ihn, der unter jahrelangen Depressionen und Suizidgedanken leidet. Bis eine Reporterin einer Kirchenzeitung über einen Leserbrief auf seine Geschichte aufmerksam wird, hält Behlau seine Herkunft geheim. Er nimmt an einer Studie der Universität Leipzig teil, gründet den Verein Distelblüten Russenkinder und hilft heute anderen Betroffenen mit Kontakten und Informationen. Mindestens 200.000 Kinder von alliierten Soldaten und deutschen Müttern kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland zur Welt. Sie entstanden oft durch Vergewaltigungen oder weil ihre Mütter Sex gegen die knappen Lebensmittel tauschen mussten. Auf der Straße und in der Schule waren sie damals nur die Russenkinder, die Amikinder, die Mongolenkinder. Das Thema ihrer Herkunft war für viele Betroffene lange ein Tabu, zu groß die Scham. Auch aus inzestuösem sexuellen Missbrauch geborene Kinder wissen oft nicht, wer ihr Vater ist. Das hat Folgen für ihr ganzes Leben. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 ZDF Meine ziemlich bunte Familie
Folge 1240 (30 Min.)Oskar (10) aus München hat zwei Mütter, zwei Väter und viele Bezugspersonen. Der bunte Familienalltag bringt Chancen aber auch viele Herausforderungen mit sich. Von links: Herbert, Christian, Andrea, Judith und OskarBild: 3satZwei Regenbogenfamilien kämpfen um Anerkennung und Sichtbarkeit. Zwischen Liebe, Verantwortung und rechtlichen Hürden zeigen sie, dass Familie heute mehr ist als Vater, Mutter, Kind. Oskar hat drei Mütter, zwei Väter und einen Stiefbruder. Der Familienalltag bringt Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. In Köln erwarten Lara und Jasmin ein Kind. Erst eine langwierige Stiefkindadoption kann Jasmin rechtlich zur zweiten Mutter machen. Für Oskar aus München ist seine große bunte Familie selbstverständlich. Doch sein Leben ändert sich plötzlich drastisch, als seine Stiefmutter Rita (39) sich von seiner leiblichen Mutter Judith (41) trennt.Judith kann mit Oskar zunächst bei ihrer Ex-Frau Andrea einziehen. So hat Oskar vorübergehend seine beiden sorgeberechtigten Mütter wieder unter einem Dach. Aber er vermisst das Zusammenleben mit seinem jüngeren Stiefbruder Valentin, dem Sohn von Rita. Oskars leiblicher Vater Herbert und dessen Mann Christian versuchen regelmäßige Treffen zwischen den nun getrennt lebenden Kindern zu organisieren. Die Trennung wirbelt das Leben aller durcheinander. Neben den Stärken der Mehrelternschaft sieht Judith auch viele Herausforderungen: „Viele Menschen bringen natürlich auch viele Bedürfnisse mit sich und das hat auch eine größere Fragilität, umso mehr Eltern es sind.“ Lara (35) und Jasmin (39) aus Köln stehen kurz vor der Geburt ihres Babys. Sie erfüllen sich ihren großen Kinderwunsch gemeinsam: Jasmin spendete ihrer Partnerin die Eizelle, Lara trägt das Kind aus. Für die Kinderwunschbehandlung reisten sie damals extra nach Österreich. Denn in Deutschland ist die Eizellenspende verboten. Lara, selbst Hebamme, und ihrer Frau ist eine gleichberechtigte Elternschaft wichtig. Und weil Jasmin von Anfang an eine enge Bindung zum Kind haben möchte, wollen beide Frauen das Kind stillen. Mit einer Hormontherapie ist das auch ganz ohne Schwangerschaft möglich. Doch obwohl Lara und Jasmin verheiratet sind, wird nur die leibliche Mutter in Deutschland rechtlich als Mutter anerkannt. „Die Tatsache, dass wir momentan eine Geburtsurkunde haben, in der Lara als Mutter steht und der Platz mit dem zweiten Elternteil leer ist, fühlt sich total ungerecht an“. Für Jasmin ist das Glück im Wochenbett überschattet von einer unsicheren Rechtslage für ihre Tochter und sie selbst. Der Weg zur gemeinsamen Elternschaft führt über ein langwieriges Adoptionsverfahren – verbunden mit viel bürokratischem Aufwand und emotionaler Belastung. „37°“ erzählt davon, wie vielfältig Familie heute gelebt wird – und mit welchen Hürden Regenbogenfamilien in Deutschland noch immer konfrontiert sind. Laut Statistischem Bundesamt lebten im Jahr 2024 31.000 Regenbogenfamilien mit minderjährigen Kindern in Deutschland. Ein Jahr lang begleitet der Film zwei von ihnen durch Alltag, Konflikte und politische Realitäten. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 ZDF Das Gold ihres Lebens – Kugelstoßerin Yemisi
Folge 1241 (30 Min.)Yemisi (27) ist eine Überwinderin. Es lohnt sich zu kämpfen, sagt sie und erzählt auch von den Narben hinter dem Erfolg.Bild: ZDF und Torsten Lapp„Ich bin eine Überwinderin“, sagt Yemisi. Ein Satz, der durch diesen Film führt – in ein Leben zwischen Triumph und tiefem Zweifel, zwischen Stadionlärm und innerer Stille. Als die Kugelstoßerin am 9. August 2024 in Paris den Ring betritt, ist sie dort den Blicken von 80.000 Menschen ausgesetzt. Yemisi ist Außenseiterin – und doch steht sie dort mit einer Gewissheit. Und gewinnt olympisches Gold für Deutschland. Doch schon vor ihrer Sportkarriere musste sie Hürden überwinden. Yemisis Mutter ist Deutsche, ihr Vater stammt aus Nigeria.Yemisi wird in Deutschland geboren und wächst in der Pfalz auf. Sie fühlt sich dennoch fremd: Mobbing, Ausgrenzung und rassistische Sticheleien prägen ihre Schulzeit. Sätze wie „Du bist zu groß!“, „Deine Haare sind hässlich!“, „Du gehörst nicht dazu!“ graben sich tief in das Selbstbild des jungen Mädchens ein. Die Traurigkeit hatte sie in eine Folie des Schweigens gepackt. Die damals 12-Jährige zieht sich zurück, überlegt sogar, ob es nicht einfacher wäre, wenn sie gar nicht mehr da ist. Sie will nur, dass sich etwas ändert. Es ändert sich erst etwas als Yemisi auf Abigail trifft, die Jugendleiterin in der Kirchengemeinde. Und sie ist es, die das Seelengift neutralisiert und Yemisi im Glauben einen Halt finden lässt. Seitdem gibt ihr der Glaube Halt und Sicherheit: „Gott liebt Dich mit Höhen und Tiefen. Seine Liebe ist bedingungslos“, so Yemisi. Am Höhepunkt ihrer Karriere fängt Yemisi auf der Pressekonferenz spontan an zu singen: „I almost let go“ heißt der Soundtrack. „Ich hätte fast aufgegeben, aber Gott half mir.“ Es ist der Soundtrack des Moments, ihrer Olympischen Spiele in Paris. Denn zunächst – beim 1. Stoß im Finale – stürzt Yemisi: „Ich bin gefallen. Das bin ich oft in meinem Leben. Wieder aufzustehen ist die Kunst.“ Aus dem Sturz wächst Kraft, aus Angst und Konzentration, aus Schmerz und Bewegung. Im entscheidenden sechsten Versuch fliegt die Vier-Kilo-Kugel auf magische 20 Meter. Gold! So wird aus der Geschichte einer Olympiasiegerin ein universeller Film über Zugehörigkeit, seelische und körperliche Kraft, über die Kunst, immer wieder aufzustehen, über die Freude am Sport und dem Leben. Ein poetisches Porträt über das Aufstehen, über Würde, Glaube und über die Kraft, sich immer wieder selbst neu zu erschaffen. Und vielleicht ist genau das das eigentliche Gold ihres Lebens. Yemisi hat nach den Dreharbeiten geheiratet. Aus Yemisi Ogunleye wird Yemisi Mabry: ein neuer Name für ein Leben, das sich immer wieder neu erfindet. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 27.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 28.07.2026 ZDF Zwischen uns die Wahrheit
Folge 1242 (45 Min.)Das Vertrauen in Medien, Politik und staatliche Institutionen gerät zunehmend unter Druck – gesellschaftliche Gräben werden sichtbarer. Der Film stellt die Frage, wie wir uns trotzdem noch begegnen können.Bild: Benjamin Hotz / ZDFDebatten über Corona, Kriege oder verborgene Interessen spalten nicht nur in Talkshows; sie belasten Familien und Freundschaften. Was bleibt, wenn jeder seine eigene Wahrheit hat? Der Film begleitet Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise um Orientierung ringen – und fragt, warum Vertrauen in Medien, Politik und Institutionen schwindet und weshalb manche Menschen in alternativen Deutungsmustern Halt finden. Statt vorschneller Zuschreibungen richtet der Film den Blick auf die Menschen hinter den Überzeugungen – auf Ängste, Hoffnungen, Widersprüche und die Sehnsucht nach Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt.Der Film nähert sich dem gesellschaftlichen Konflikt nicht über Schlagabtausch und politische Zuschreibungen, sondern über persönliche Geschichten, Beziehungen und Widersprüche. Nah an seinen Protagonistinnen und Protagonisten und kritisch, ohne vorschnell zu urteilen, fragt „Zwischen uns die Wahrheit“: Was passiert mit uns als Gesellschaft, wenn wir einander nicht mehr glauben? Warum verlieren Menschen Vertrauen – in Medien, Politik und einander? Und wie können Menschen wieder miteinander im Gespräch bleiben, wenn jede Seite überzeugt ist, im Besitz der Wahrheit zu sein? Auf einer Meta-Ebene erweitert der Film den Blick: Gemeinsam mit der Transformationsforscherin Maja Göpel, dem Soziologen Hartmut Rosa, dem Philosophen Philipp Hübl und der Journalistin Nena Brockhaus geht „Zwischen uns die Wahrheit“ grundlegenden Fragen nach: Was verstehen wir überhaupt unter Wahrheit – und wie entsteht sie? Warum schwindet Vertrauen? Welche Verantwortung tragen Medien, Politik und gesellschaftliche Institutionen in Zeiten wachsender Polarisierung? Und wie wollen wir künftig miteinander umgehen? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 04.08.2026 ZDF Alpha – Wann ist ein Mann ein Mann?
Folge 1243 (30 Min.)Aufgrund seiner „Red Pill“-Vergangenheit möchte er anonym blieben.Bild: ZDF und Tenzin SherpaWas bedeutet es, ein Mann zu sein? Bei Dating-Coaches und Fitness-Influencern suchen junge Männer Orientierung. Im Internet finden sie Vorbilder für Stärke, Dominanz und Erfolg. Allzu oft finden sich in diesen Netzwerken aber auch traditionelle Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative. Die „37°“-Dokumentation „Alpha – Wann ist ein Mann ein Mann?“ fragt, warum diese Botschaften so wirksam sind und was sie mit jungen Männern machen. Im Mittelpunkt stehen drei Protagonisten mit ganz unterschiedlichen Perspektiven. Hendrik ist Dating-Coach und vermittelt über Social Media seine Vorstellungen von Männlichkeit und Beziehung.Rapper Ego verarbeitet Härte, Status und Männlichkeit in seiner Musik und setzt sich gleichzeitig mit seiner Verantwortung als Vorbild auseinander. Der dritte Protagonist blickt anonym auf seine Vergangenheit in der Red-Pill-Szene zurück. Nach einer persönlichen Krise suchte er online nach Orientierung und geriet in eine Welt, die ihm einfache Antworten versprach. Heute beschreibt er, wie sehr diese Ideologie sein Denken verändert hat – und warum er sich schließlich von ihr gelöst hat. Die Dokumentation verbindet die persönlichen Geschichten der drei Männer mit den Mechanismen sozialer Medien. Sie zeigt, wie Algorithmen Inhalte verstärken, wie Männlichkeitsbilder inszeniert und vermarktet werden und weshalb sie besonders in Phasen von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit auf Resonanz stoßen. Eingeordnet werden die Erfahrungen der Protagonisten vom Journalisten und Autor Tobias Ginsburg, der seit Jahren zu digitalen Männerwelten und antifeministischen Milieus recherchiert. Seine Analyse macht deutlich, wie individuelle Krisen, wirtschaftliche Interessen und soziale Medien zusammenwirken und warum die Suche nach Zugehörigkeit immer häufiger im digitalen Raum stattfindet. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 18.08.2026 ZDF Im Gefängnis: Das Prinzip Hoffnung
Folge 1244 (30 Min.)Der Haftraum von Berkman. Er wurde wegen Beihilfe zum Schmuggel von Cannabis über die Grenze von Holland nach Deutschland zu fünf Jahren verurteilt.Bild: Manfred Karremann / ZDF und Manfred KarremannWie sieht der Alltag im Strafvollzug aus oder in der Sicherungsverwahrung? Der Film zeigt Häftlinge, die sich auseinandersetzen mit Fragen zu Schuld, Verantwortung, verlorener Lebenszeit. Jan sitzt seit mehr als zwanzig Jahren in Haft, wegen Gangschlägereien. Sergio lebt wegen Sexualdelikten in der Sicherungsverwahrung. Berkman wurde wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt und aufgrund guter Führung früher entlassen. Sergio setzt sich in einer Therapie mit seiner Vergangenheit auseinander. „Man denkt immer: Man hat die Tat begangen und dann ist gut.Aber wenn man sich damit auseinandersetzt, dann tut es halt auch weh. Wenn man erkennt, was man den Leuten angetan hat.“ Er hofft auf seine Entlassung, doch die jährliche Begutachtung kommt erneut zu dem Ergebnis, dass er vorerst in der Sicherungsverwahrung bleiben muss. Warum Menschen nach Verbüßung ihrer Strafe dennoch untergebracht bleiben, erklärt Joachim Stein, Leiter des Vollzugsdienstes: „Man geht bei diesen Menschen von einer Gefährlichkeit aus, die nach wie vor noch so hoch ist, dass man sie nicht in die Freiheit entlassen kann.“ Manche Untergebrachte, so Stein, müssten bis nahe an ihr Lebensende in Sicherungsverwahrung bleiben. Einen anderen Weg geht Berkman. Wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt, begleitet ihn der Film über zwei Jahre – vom geschlossenen Vollzug bis zu seiner vorzeitigen Entlassung nach vier Jahren. Durch konsequent gute Führung erhält er die Chance auf einen früheren Neuanfang. Doch die Folgen seiner Haft begleiten ihn weiter: Bereits zwei Wochen nach seiner Inhaftierung hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Seit vier Jahren hat er keinen Kontakt zu seinen Kindern, seine jüngste Tochter kennt er nur von Fotos. „Papa ist arbeiten“, erzählt die Familie den Kindern zunächst. Doch Berkman weiß: „Irgendwann musste man sagen: Papa ist im Gefängnis.“ Der Film begleitet die Männer über einen langen Zeitraum und zeigt zwei grundlegend unterschiedliche Formen des Freiheitsentzugs. Berkman arbeitet auf einen konkreten Tag der Entlassung hin. Für Jan und Sergio dagegen gilt das Prinzip Hoffnung: Einmal im Jahr entscheidet ein Gutachten darüber, ob sie eine Chance auf Freiheit erhalten. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 ZDF Durchstarten im Alter
Folge 1245 (30 Min.)Gunther Linges (77), (r.) ohne Computererfahrung, lässt sich von Ben Schneider, (19) (l.), die digitale Kasse erklären, bedient sie aber bei der Arbeit nicht.Bild: 3satGunther Linges startet mit 77 einen Job als Servicekraft. Jörg Daube hatte mit 65 noch einmal ein Lokal übernommen, will dort Jung und Alt zusammenbringen. Doch das Projekt droht zu scheitern. Schauplatz ist ein Gasthaus im strukturschwachen Stadtteil Essen-Borbeck. Hier treffen Gunther und Jörg aufeinander. Etwas Sinnhaftes tun und noch einmal in ihrem Leben durchstarten, davon träumen die beiden und lassen sich auch nicht von Hindernissen beirren. „Ich kann die Hände nicht in den Schoß legen“, beteuert Gunther Linges. Der 77-Jährige ist ein waschechtes Essener Urgestein.„Ich brauche den Kontakt zu den Menschen und will mich irgendwie noch einbringen in diese Gesellschaft.“ Also hat er zusammen mit seiner Frau Beate – sie ist 65 Jahre alt und arbeitet in ihrem Kosmetikstudio – die Stellenangebote studiert und ist fündig geworden. Die „Wundertüte“ in Essen-Borbeck, eine außergewöhnliche Mischung aus Treffpunkt und Restaurant für Jung und Alt, sucht Personal für Gästeempfang und Service. Die Betreiber der Wundertüte, Jörg Daube (69) und seine Frau Gabriele (79), gehören ebenfalls zur älteren Generation, die etwas Sinnstiftendes machen will. Die Eheleute sind Quereinsteiger in der Gastronomie. Sie schrecken vor Neuanfängen nicht zurück. Vor vier Jahren gab die griechische Taverne in ihrem Mehrparteienhaus coronabedingt auf, und die beiden hatten den Mut, daraus einen Treffpunkt für Jung und Alt zu machen. „Unsere Idee ist, dass die Gäste nicht nur für sich sitzen und essen, sondern sich aktiv kennenlernen und zwar über Generationen hinweg“, erzählt Jörg Daube. Schon vor 1900 war dieser Ort in Essen-Borbeck weit und breit die einzige Gaststätte. Taufen, Hochzeiten und Leichenschmaus haben die Borbecker hier gefeiert und begangen. Das wollten die Daubes dem Stadtviertel nicht wegnehmen, das heute eher Waschstraßen und Spielhallen beherbergt. Ein seltenes Projekt, das Generationen sowohl über die Arbeit als auch über das Essen zusammenbringen will. Bis 2036 werden laut Statistischem Bundesamt 13 Millionen Erwerbstätige das Renteneintrittsalter überschritten haben. Der Film zeigt Beispiele für ein gelingendes Miteinander der Generationen. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 ZDF Ungeplant schwanger
Folge 1246 (30 Min.)Klara setzt sich für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland ein.Bild: 3satKlara, Jacky und Laura müssen eine Entscheidung treffen, bei der es kein dazwischen gibt. Alle drei werden ungeplant schwanger und fragen sich: Was nun? Bin ich bereit für ein Kind? Eine ungeplante Schwangerschaft verändert alles. Für Klara, bereits Mutter von zwei Kindern, steht die Entscheidung fest. Für Jacky und Laura beginnt erst jetzt das Ringen: zwischen Zukunftsplänen, Erwartungen und der Frage, welchen Weg sie gehen wollen. Ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich ist alles anders. Laura(34) hält den positiven Schwangerschaftstest in der Hand.Was als „Wird schon gut gehen“ begann, wird zur existenziellen Frage. Eigentlich möchte sie Mutter werden. Aber noch nicht jetzt. Gerade hat sie ihr Masterstudium begonnen, hat Pläne und Träume. Ein Kind passt da nicht hinein. Gemeinsam mit ihrem Partner beginnt ein Abwägen, ein vorsichtiges Durchspielen möglicher Wege. Klara (34) erlebt den Moment anders. Sie hat schon zwei Kinder und gerade hat sie sich von ihrem Partner Erik getrennt, als sie erneut schwanger ist. Für Klara gibt es keinen Zweifel: Sie will kein drittes Kind. Doch die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch ist nur der Anfang eines langen, kräftezehrenden Weges. Denn trotz ihrer Klarheit ist der Abbruch keinesfalls einfach. Bei Jacky (29) ist die Situation wiederum anders. Sie will die Schwangerschaft austragen. Aber ihr Partner Eugen passt nicht in die Vaterrolle. Die beiden lernen sich im Studium kennen, feiern viel – er will seine Freiheiten nicht aufgeben. Zwischen dem jungen Paar entsteht ein Konflikt, der keine Kompromisse kennt – und ihre Beziehung auf die Probe stellt. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 ZDF Klicks um jeden Preis – Wenn TikTok-Challenges zur Gefahr werden
Folge 1247 (30 Min.)Millionen Videos werden täglich in sozialen Medien hochgeladen – darunter auch sogenannte Challenges.Bild: 3satMutproben in den sozialen Netzwerken animieren zur Nachahmung. Was ist, wenn sie lebensgefährlich sind? Ivan macht mit, um Klicks zu generieren. Leonida kommt zu Tode, Sara will aufklären. Was oft harmlos beginnt, kann schnell kippen. Eine Studie der Medienanstalt NRW zeigt: Etwa ein Drittel der Social-Media-Challenges gilt als riskant, einige sind lebensgefährlich. Warum sind solche Trends für viele so faszinierend? Wie gefährlich können sie sein? Der 16-jährige Ivan verbringt viele Stunden in sozialen Medien, sammelt Likes und Follower und macht bei Challenges mit. Er hält die Luft an, bis er fast ohnmächtig wird oder filmt sich dabei, wie er extrem scharfe Chips isst.Was ihn antreibt, ist nicht nur der Nervenkitzel, sondern auch der Wunsch, gesehen zu werden. Ivan macht auch Musik, schreibt eigene Rap-Texte und hofft auf Reichweite. „Du darfst deinen Hype nicht verpennen“, sagt er. Wie gefährlich solche Challenges sein können, zeigt das Schicksal von Leonida. Die 17-Jährige stirbt, nachdem sie bei der sogenannten Deo-Challenge mitgemacht hat. Ihr Vater Alexander wusste, dass sie soziale Medien nutzt, aber nicht, dass sie an solchen Trends teilnimmt. „Ohne Social Media wäre sie nie auf die Idee gekommen, so etwas zu machen“, sagt er. Auch Sara kennt die Schattenseiten sozialer Medien. Schon mit elf Jahren gerät sie an Inhalte, die sie überfordern. Heute ist die 18-Jährige bewusster online unterwegs und engagiert sich zusätzlich als Medienscout. Sie klärt Schulklassen über Onlinerisiken auf. Denn auch dort sind Challenges längst angekommen: An ihrer Schule musste ein Schüler nach einer Mutprobe ins Krankenhaus. Ihr Lehrer berichtet, wie schwer es ist, Jugendliche vor gefährlichen Trends zu schützen. Die „37°“-Reportage begleitet junge Menschen und ihre Familien in einer Welt zwischen Anerkennung, Gruppendruck und Selbstinszenierung. Sie fragt, warum Challenges für viele so reizvoll sind, und was passiert, wenn ein Trend plötzlich gefährlich wird. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 14.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 ZDF Mein Weg ins Vergessen – Leben mit Frühdemenz
Folge 1248 (30 Min.)Britta ist 58 Jahre alt und von Frühdemenz betroffen. Sie war Anfang 50, als die ersten Anzeichen auftraten.Bild: 3satBritta erhält mit 56 Jahren die Diagnose Alzheimer, zwei Jahre ist das her. Ein Schock, denn sie weiß, dass die Krankheit unheilbar ist und sie mit jedem Tag ein Stück ihres Leben verliert. Britta gehört zu den rund einhunderttausend Betroffenen in Deutschland, die an Frühdemenz erkrankt sind, also bei der Diagnose unter 64 sind. Der Befund hat sie aus dem Leben gerissen. Auch ihre Familie ringt damit, dass ihr Weg ins Vergessen unausweichlich ist. „Ich kann damit hadern oder damit leben.“ Eine andere Wahl hat Britta nicht.Die Mutter von vier Kindern ist an Alzheimer erkrankt, seit zwei Jahren weiß die 58-Jährige das. Zuerst tippten die Ärzte auf einen Burn-out und schickten sie zur Kur. Doch ihr Zustand besserte sich nicht. Schließlich brachte eine Gehirnwasseruntersuchung Klarheit. Die Diagnose ist nicht nur ein großer Schock, er verändert ihr bisheriges Leben schlagartig und für immer. Ihren geliebten Beruf als Lehrerin musste sie aufgeben. Nun sitzt sie zu Hause und leidet darunter, nicht mehr gebraucht zu werden. Die meiste Zeit wartet sie darauf, dass ihr Ehemann Stefan von der Arbeit kommt. Für Stefan eine schwierige Situation: Wie soll es weitergehen? Er arbeitet zwar nur noch bis 14 Uhr, den halben Tag aber ist sie allein. Er will gemeinsam mit ihr entscheiden, wie ihre Betreuung in Zukunft organisiert werden und ob sie in ihrem Zuhause in Eckernförde bleiben kann. Doch Gespräche darüber blockt sie ab, obwohl sie weiß, dass sie nicht mehr so viel Zeit hat, selbst Entscheidungen zu treffen. Die früher selbstständige und unternehmungslustige Frau wird immer abhängiger von der Hilfe anderer. Einkaufen und Kochen kann sie nicht mehr. Auch spontane Ausflüge mit ihrem kleinen Bus gehören der Vergangenheit an, denn sie darf nicht mehr selbst fahren. Britta versucht, der Krankheit positive Seiten abzutrotzen. Momente des Glücks erlebe sie viel intensiver als früher, sagt sie. Sie lacht darüber, dass sie einen Streit mit Stefan sofort wieder vergisst. Stolz macht sie ein Bilderbuch für ihre Enkelkinder über eine Schafsfamilie und die „Elfe Dementia“, die Gedanken in Feenstaub verwandelt. Britta hat das Buch selbst geschrieben, illustriert und verlegt, sie präsentiert es in Stadtbüchereien und Altenheimen. Damit möchte sie über Alzheimer aufklären und der Krankheit den Schrecken nehmen. Für dieses Engagement wurde sie von der Hertie-Stiftung ausgezeichnet. Doch die schlechten Tage häufen sich. „Manchmal weiß ich gar nicht mehr, ob ich etwas gesagt oder nur gedacht habe.“ Das macht ihr Angst. Sie spürt die Verluste und weint manchmal bitterlich, weil sie weiß, dass sie ihre Kinder, Freunde und ihren geliebten Mann verlieren wird und nichts dagegen tun kann. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz und unheilbar. Insgesamt leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Neben älteren Betroffenen gibt es auch viele jüngere Erkrankte: Rund 100.000 Menschen zwischen 45 und 64 Jahren sind von einer Frühdemenz betroffen. Diese Altersgruppe trifft die Diagnose besonders hart, weil sie noch mitten im Berufsleben steht. Auch fehlt es an Versorgungsstrukturen für jüngere Erkrankte: Pflege- und Betreuungsangebote sind fast ausschließlich auf ältere Menschen ausgerichtet, was oft zu massiver Isolation und Frustration führt. „37°“ wirft aus Brittas Perspektive einen Blick auf die Krankheit. Wie erlebt sie den Verlust ihrer kognitiven Fähigkeiten? Wie bereitet sie sich auf den Tod vor? Und wie gehen Stefan und ihre Kinder mit diesem Weg ins Vergessen um? (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 21.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 ZDF Geheimsache Tierversuche: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Folge 1249 (30 Min.)Professor Stefan Schlatt, Universität Münster, forscht an Affen und Mäusen zur männlichen Zeugungsfähigkeit. Auch im Hinblick auf Jungen und männliche Jugendliche, die aufgrund von Bestrahlungen oder Chemotherapie keine Kinder mehr zeugen können. Professor Schlatt war der Einzige, der seit bereit war, „37°“ seine Tiere zu zeigen.Bild: ZDF und Manfed KarremannWas geschieht hinter verschlossenen Türen deutscher Tierversuchslabore? Für viele sind Tierversuche ethisch nicht vertretbar, andere halten sie für wissenschaftlich notwendig. Über ein Jahr lang versucht Manfred Karremann, mit Tierversuchslaboren ins Gespräch zu kommen. Trotz angebotener Anonymität bleiben die Türen geschlossen. Nur Prof. Stefan Schlatt von der Universität Münster spricht offen über Tierversuche und seine Beweggründe. Nach Angaben des Bundesamtes für Risikobewertung wurden nach der letzten Statistik für 2024 rund 1,3 Millionen Tiere in Deutschland in Versuchen eingesetzt.Zählt man unter anderem Tiere hinzu, die für Organentnahmen getötet oder als Überschuss gezüchtet wurden, waren es mehr als drei Millionen, die in einem Jahr verwendet wurden. Heimlich entstandene Aufnahmen aus einem britischen Labor zeigen Hunde, Affen, Kaninchen und Ratten bei Sicherheitstests. Es sind Experimente, die überall nach Richtlinien der OECD durchgeführt werden. Standardtests, Routine: Tiere müssen Substanzen einatmen oder bekommen sie über Magenschläuche verabreicht. Bilder, die normalerweise der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Gleichzeitig zeigt „37°“, dass es Alternativen gibt. Wissenschaftler arbeiten mit menschlichen Zellkulturen, künstlicher Haut und Organen auf Chips. Bei BASF wurden für Tierversuche etwa zur Haut- und Augenreizung alternative Verfahren entwickelt. Manche dieser Methoden können nicht nur Tierleid vermeiden, sondern in bestimmten Bereichen auch wissenschaftlich bessere Ergebnisse liefern. „Geheimsache Tierversuche“ zeigt Einblicke in die streng abgeschottete Welt der Labore. Fragt: Wie kann eine Gesellschaft etwas ethisch und wissenschaftlich beurteilen, das weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschieht? (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 ZDF Geschwister: Zwischen Liebe und Rivalität
Folge 1250 (30 Min.)Geschwister und Konkurrenten: Anna (39, (CSU), (r.) und Sebastian (37), (SPD), (l.) sind politische Gegner im Bamberger Kommunalwahlkampf. Privat haben sie eine innige Beziehung.Bild: ZDF und Marian LenhardGeschwister sind lebenslange Verbündete. Oder ewige Konkurrenten im Kampf um den Platz im Familiensystem. Kaum jemand ist uns so vertraut und wird für uns immer ein Maßstab sein. Anna und Sebastian treten in der Kommunalpolitik gegeneinander an. Sie für die CSU, er für die SPD. David, Simon, Lukas und Elias sind Rivalen in der Nordischen Kombination. Alle ringen mit der Balance zwischen Geschwisterliebe und heiß ersehnten Siegen. Anna (39) und Sebastian (37) sind beide Kämpfernaturen, doch ihre Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein. Taktiker Sebastian geht analytisch an die Dinge heran.Anna hingegen ist pure Emotion. Kalkül ist nicht ihre Sache, sie trägt ihr Herz auf der Zunge. Das kommt gut an. Aber macht sie auch verletzlicher. Die Geschwister sitzen im Stadtrat ihrer Heimatstadt, Bamberg in Bayern. Sebastian für die dort traditionell starke SPD. Anna für die CSU. Sie vertreten unterschiedliche politische Ansichten, aber stehen für dieselben Werte ein. Bei der Kommunalwahl will Sebastian Oberbürgermeister werden. Die Erfüllung seines politischen Traums. Das bringt Anna in eine schwierige Situation: Stellt sie die Loyalität zu ihrem Bruder über die zu ihrer Partei? Was ist wichtiger, Politik oder Familie? Früher haben sie sich um Spielzeug geprügelt, heute sind sie Konkurrenten auf der Schanze und in der Loipe. Die Oberstdorfer Brüder David (25), Simon (23), Lukas (21) und Elias (18) betreiben Nordische Kombination – Skispringen und Langlauf. David ist Anführer und Vorbild. Er ist der Erfolgreichste, war schon Deutscher Meister und tritt seit Jahren international an. Doch in dieser Saison steht auch Simon vor dem Sprung ins Weltcupteam. Er arbeitet hart daran, seinen älteren Bruder zum ersten Mal in einem Wettkampf zu übertreffen. Wie verändert sich das Verhältnis der beiden, wenn sie direkte Konkurrenten sind? Behält Simon die Nerven? Wie geht Platzhirsch David mit einer drohenden Niederlage um? „37°“ erkundet das vielschichtige Verhältnis von Geschwistern zwischen eigenen Ambitionen und familiärer Loyalität. Im harten Bamberger Wahlkampf, beim gemeinsamen Training in Oberstdorf und bei Familienessen mit den Eltern macht der Film Zwischentöne und Ambivalenzen sichtbar. Die Geschwisterverhältnisse der Protagonisten werden dabei immer wieder neu verhandelt. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 13.10.2026 ZDF Unsere Klasse: Chaos und Chancen in der 1d
Folge 1251 (30 Min.)„37°“ begleitet die Klasse 1d an der Grundschule am Steigerweg in Mülheim an der Ruhr. Diese Folge ist der Auftakt einer Langzeitbeobachtung. Die Schülerinnen und Schüler starten mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, was Sprache und kognitive Fähigkeiten angeht.Bild: 3satGrundschulklassen sind heute so divers wie nie: Die Kinder starten mit ganz unterschiedlichen Stärken und Bedürfnissen.“37°“zeigt das erste von vier Schuljahren aus mehreren Perspektiven. Wir begleiten Schülerinnen und Schüler der 1d in Mülheim an der Ruhr durch die erste Klasse, die sie völlig verschieden erleben. Wie lernen sie, sich zu konzentrieren, Veränderungen anzunehmen und mit Herausforderungen umzugehen? Kann die Lehrerin alle mitnehmen? Jeremiah (6), genannt Jerry, wächst dreisprachig auf. Er geht mit viel Energie ins erste Schuljahr.Schon nach kurzer Zeit fällt auf: Er kann sich nur schwer konzentrieren und braucht oft eine Eins-zu-eins-Betreuung, um eine Aufgabe zu erledigen. Das kann seine Klassenlehrerin Nicole Artmeyer (55) dauerhaft nicht leisten. Kurz darauf bekommt er die Diagnose ADHS. Auf einen Ergotherapieplatz muss er jedoch Monate warten. Jan (6) besucht die Schule mit einer Integrationshilfe, da er mehr Zeit braucht, um sich auf neue Situationen einzustellen. Er freundet sich mit dem aufgeschlossenen Tom an und gewinnt an Sicherheit. Doch dann verlässt seine vertraute Schulbegleiterin die Klasse. Alessia (6) übernimmt in Gruppen gerne die Führung. Auch in alltäglichen Situationen bestimmt sie oft über andere. Bei ihr zeigen sich die sozialen Lernprozesse, die alle Kinder in diesem Alter durchlaufen müssen: eigene Bedürfnisse zurückstellen, Kompromisse finden und sich in andere hineinversetzen. Auch Klassenlehrerin Nicole erlebt täglich, wie anspruchsvoll Unterricht in einer so heterogenen Lerngruppe geworden ist. Während einige Kinder bereits selbstständig arbeiten, brauchen andere intensive Unterstützung. Oft hapert es schon an den Deutschkenntnissen. Der Film zeigt auch, wie sehr sich der Lehrerberuf verändert hat und wie wichtig zusätzliche Hilfe ist, um allen Kindern gerecht zu werden. Ergänzend zum Unterricht ordnet Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Sven Lindberg (46) Veränderungen und Fortschritte ein. Zu Beginn und gegen Ende des Schuljahres besucht er die Klasse und lädt die Kinder zu spielerischen Experimenten ein. Sie zeigen, welche Fähigkeiten sich in diesem Alter entwickeln – etwa Konzentration, Selbsteinschätzung oder Empathie. Manche Ergebnisse bestätigen die Erwartungen, andere überraschen selbst den Psychologen. So macht der Film sichtbar, welche Entwicklung Kinder innerhalb weniger Monate durchlaufen und wie unterschiedlich ihre individuellen Wege dorthin sind. „Unsere Klasse: Chaos und Chancen in der 1d“ ist der Auftakt einer „37°“-Langzeitbeobachtung einer Klasse der Grundschule am Steigerweg in Mülheim an der Ruhr vom ersten bis zum vierten Schuljahr. Am Ende entsteht ein außergewöhnlich dichtes Porträt der Schülerinnen und Schüler, die unter anderem mit Remote Kameras gefilmt werden. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 19.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 20.10.2026 ZDF Pflege lernen fern der Heimat
Folge 1252 (30 Min.)Mit Herz und Charme – Espérance aus Benin lernt mit Leidenschaft den Pflegeberuf.Bild: ZDF und Jens GyarmatyWeit weg von ihrer Heimat beginnen Espérance, Minh und Aswin eine Pflegeausbildung in Deutschland. Der schwierige Start in einem fremden Land ist für alle eine große Herausforderung. In der Ausbildung müssen sie nicht nur fachliche Anforderungen genügen. Hinzu kommen sprachliche Hürden, kulturelle Unterschiede und die Herausforderung, sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Espérance kommt aus Benin. Menschen zu berühren, nicht nur mit Worten, sondern mit Aufmerksamkeit und Nähe, ist ihr Antrieb.Deshalb steigt die 25-Jährige jeden Morgen mit einem Lächeln aufs Fahrrad und fährt zur Ausbildung. Im Unterricht helfen ihr Übersetzungsprogramme bei schwierigen Fachbegriffen. Im Pflegealltag setzt sie vor allem auf ihre Empathie: „Ich mache einfach mit, lache mit den Menschen, singe mit ihnen. Im Unterricht lerne ich dann, warum das wirkt und was ich damit bewirken kann.“ Rassistische Erfahrungen hat sie bislang kaum gemacht. Doch die Ausbildung bleibt eine Herausforderung. Gemeinsam mit 21 Mitschülerinnen und Mitschülern lernt sie an einer Pflegefachschule, viele von ihnen kommen mit geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland. Die Schulleitung rechnet damit, dass mehrere Auszubildende vorzeitig aufgeben werden. Minh stammt aus Vietnam. Die Pflegefachschule organisierte ihm ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, das er mit Aswin aus dem indischen Bundesstaat Kerala teilt. Beide absolvieren ihre Ausbildung bei der Diakonie Nordsachsen. Der erste Einsatz: die ambulante Pflege. Nicht immer fällt es Minh leicht, die älteren Menschen zu verstehen, besonders wenn sie Dialekt sprechen. Umso mehr beeindruckt ihn die Geduld, mit der ihm viele Patienten begegnen. Es ist eine der ersten positiven Erfahrungen nach seiner Ankunft in Deutschland. Für seine Zukunft hat Minh klare Vorstellungen: Er möchte bleiben, eine Familie gründen und sich hier ein Leben aufbauen. Über eine Partnerin, ob aus Vietnam oder Deutschland, würde er sich freuen. Doch zunächst gilt es, in der fremden Sprache und im neuen Alltag anzukommen. Aswin kocht gerne und geht offen auf Menschen zu. „Ich bin kommunikativ und finde schnell einen freundlichen Zugang zu anderen“, sagt der 20-Jährige. Auf die Idee, Pflegefachkraft zu werden, brachte ihn eine Cousine, die bereits in Deutschland in der Pflege arbeitet. Der Einstieg war jedoch härter als erwartet. Vor allem bei den ersten Einsätzen musste er sich an Situationen gewöhnen, mit denen er zuvor nie in Berührung gekommen war. So nah hatte er den Alltag kranker und pflegebedürftiger Menschen noch nie erlebt. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 17.11.2026 ZDF Bevor alles kippt – Hilfe für Mutter und Kind
Folge 1253 (30 Min.)Gina (29) lebt seit zwei Jahren in der Wohngruppe „Dyade“. Sie selbst hat in ihrer Kindheit Vernachlässigung und Heimerfahrung erlebt.Bild: ZDF und Ulrike von AuDie Dyade ist die letzte Station vor der Inobhutnahme. Hier bekommen Alleinerziehende mit psychischen Problemen Hilfe. Ziel ist, dass sie ihre Kinder doch behalten können. Wie gelingt das? Das Berliner Eltern-Kind-Projekt gibt Frauen die Chance, ihre Rolle als Mutter trotz der Krankheit zu stärken, und schafft einen Raum, in dem Kinder Geborgenheit erfahren können. Drei Frauen mit bewegender Vergangenheit erzählen ihre Geschichte. Mutter zu sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – auch dann, wenn das eigene Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Depressionen, Psychosen, Sucht oder traumatische Erfahrungen können den Alltag mit einem Kind zu einer kaum zu bewältigenden Herausforderung machen.In der Dyade, einer Mutter-Kind-Einrichtung des psychiatrischen Verbunds Prenzlkomm in Berlin, leben Frauen, die mit ihren psychischen Belastungen an ihre Grenzen gekommen sind. Sie werden dort im Alltag begleitet und lernen, für ihre Kinder da zu sein, ohne dabei sich selbst aus dem Blick zu verlieren. Eine von ihnen ist Gina T. (28). Sie weiß, wie schwer es sein kann, Nähe zuzulassen und die eigenen Gefühle zu kontrollieren. Ihre Tochter Miley ist noch klein. Gina möchte eine Mutter sein, bei der sich ihr Kind sicher fühlen kann. Dafür muss sie sich auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen. Eva M. (46) lebt seit vielen Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Ihr Sohn Luki war zeitweise bei einer Pflegefamilie. Nun versucht Eva, ihren Alltag als Mutter wiederzufinden. Dabei wird deutlich, wie eng die eigene psychische Stabilität mit der Beziehung zum Kind verbunden ist – und wie schnell sich alte Ängste zurückmelden können. Auch Sarah N. (27) kennt Brüche in ihrer Biografie. Sie hat eine kleine Tochter und einen Sohn, der derzeit in einem Kinderheim lebt. Sarah möchte ihre Kinder nicht verlieren und kämpft darum, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Begleitet werden die Frauen unter anderem von Karoline Janeszewski (59), der pädagogischen Leiterin der Dyade, und Karin Giersberg (69), die das therapeutische Team leitet. Sie erleben täglich, wie unterschiedlich die Wege der Mütter verlaufen. Manche machen kleine, manchmal kaum sichtbare Fortschritte. Andere geraten erneut in Krisen. Und nicht immer kann verhindert werden, dass ein Kind aus der Familie genommen werden muss. Was brauchen Mütter, deren eigene Kindheit von Vernachlässigung, Gewalt oder psychischer Erkrankung geprägt war, um ihren Kindern das geben zu können, was ihnen selbst gefehlt hat? Und wie viel Unterstützung ist notwendig, damit sich belastende Erfahrungen nicht von einer Generation auf die nächste übertragen? „Bevor alles kippt – Hilfe für Mutter und Kind“ erzählt von diesen Fragen aus unmittelbarer Nähe, ohne schnelle Lösungen und ohne einfache Antworten. Der Film beobachtet drei Frauen in einer Lebensphase, in der vieles offen ist, und zeigt einen Ort, an dem sie die Chance bekommen, gemeinsam mit ihren Kindern einen eigenen Weg zu finden. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 24.11.2026 ZDF Die Zeit, die uns noch bleibt
Folge 1254 (30 Min.)Eine Diagnose, die alles verändert: Wie erleben Menschen, die von ihrem baldigen Ende wissen, die Zeit, die ihnen bleibt? Und was bedeutet diese Erkenntnis für das eigene Leben? Die „37°“-Reportage begleitet Martina (64) und Leon (28) und nimmt dabei auch die Perspektive der nächsten Wegbegleiter ein. Wie verändert sich ihre Beziehung zu ihren Angehörigen? Martina (64) hatte ihr Leben nach der Trennung von ihrem Ehemann gerade wieder im Griff, als sie wegen heftiger Schmerzen in die Notaufnahme geht. „Der Arzt hat meine Hand genommen, der hat meine Hand festgehalten und gefragt, wann meine Tochter komme.Da dachte ich, ich werde bestimmt bald sterben, ich meine, der kannte mich ja nicht“, berichtet Martina von diesem Moment im Krankenhaus. Den Kerntumor müsse man finden, aber der Metastasenbefall sei so groß, dass man hier nur noch palliative Therapiemöglichkeiten hätte. Martina sieht plötzlich die vielen Dinge vor ihrem geistigen Auge, die sie aus Angst immer aufgeschoben hatte, und nimmt sich vor: Ab jetzt wird sie all das tun, was früher unmöglich schien. Beinahe täglich kommen neue Ideen, was sie noch machen möchte. Sie traut sich mehr, möchte Dinge klären, die zwischen ihr und ihren Freunden stehen. Sie denkt nicht mehr darüber nach, ob ihre offenen Worte bei den anderen vielleicht Irritationen auslösen werden. Und es vergeht kein Tag, den sie einfach so vergehen lässt. Sie will sich bewegen, das Leben spüren. Am liebsten noch einmal ans Meer. Leon (28) ist vor zwei Jahren nach Innsbruck gezogen, um dort sein Masterstudium in Medizintechnik zu starten. Aber vor allem wählt er Innsbruck, weil er begeisterter Outdoorsportler ist. Trailrunning, Klettern, Rennradfahren. Hauptsache, so oft wie möglich raus in die Natur. Vor eineinhalb Jahren, beim Klettern in den Bergen verspürt Leon starke Schmerzen. Schmerzen, die nicht mehr weggehen. Kurz vor Weihnachten bringt seine Freundin ihn in die Klinik. Die Diagnose: Lungenkrebs im Endstadium. Nach ein paar Wochen, in denen der Schock sich legen musste, beschließt auch Leon, sich der Endlichkeit seiner Lebenszeit zu stellen. Er pausiert das Studium, versteht, dass er mit der Krankheit und den Nebenwirkungen der Chemo sportlich weniger machen kann und besinnt sich auf seine Kreativität. Er entwirft Siebdrucke für T-Shirts und eröffnet einen Online-Shop. „Ich wollte noch mal erleben, wie es ist, ein Business zu haben, Geld verdienen mit meinen Ideen und Produkten.“ Obwohl er körperlich schnell abbaut, lässt ihn seine Leidenschaft fürs Radfahren nicht ganz los. Zusammen mit seinem besten Freund Jannik unternimmt er, wann immer es geht, noch kleine Touren. Anstatt zum Schnorcheln nach Norwegen, geht es nun ins Allgäu, um die Natur zu erkunden, mit dem Rad oder zu Fuß. Leon blickt anders auf den Faktor Zeit und beschließt, jeden Moment auszukosten. Leons Zustand verschlechtert sich. Er möchte aber noch möglichst viel von seiner Wunschliste umsetzen. Als Leon spürt, dass seine Lebenszeit abläuft, will er noch einmal mit seinen Lieblingsmenschen verreisen. Ob sich das realisieren lässt, wissen weder er noch seine Angehörigen. „37°“ begleitet zwei Menschen, deren Lebenszeit abläuft, auf ihren letzten Abenteuern, bei der Erfüllung ihrer ganz persönlichen Wünsche. Was bedeutet Leben für Martina und Leon unter diesen besonderen Umständen? Ein Film übers Leben. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 01.12.2026 ZDF
zurückweiter
Erhalte Neuigkeiten zu 37 Grad direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu 37 Grad und weiteren Serien
deiner Liste findest du in deinem
persönlichen Feed.
TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn 37 Grad online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.Erinnerungs-Service per
E-Mail
