Unsere Klasse: Chaos und Chancen in der 1d
Folge 1251 (30 Min.)
„37°“ begleitet die Klasse 1d an der Grundschule am Steigerweg in Mülheim an der Ruhr. Diese Folge ist der Auftakt einer Langzeitbeobachtung. Die Schülerinnen und Schüler starten mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, was Sprache und kognitive Fähigkeiten angeht.Bild: 3satGrundschulklassen sind heute so divers wie nie: Die Kinder starten mit ganz unterschiedlichen Stärken und Bedürfnissen.“37°“zeigt das erste von vier Schuljahren aus mehreren Perspektiven. Wir begleiten Schülerinnen und Schüler der 1d in Mülheim an der Ruhr durch die erste Klasse, die sie völlig verschieden erleben. Wie lernen sie, sich zu konzentrieren, Veränderungen anzunehmen und mit Herausforderungen umzugehen? Kann die Lehrerin alle mitnehmen? Jeremiah (6), genannt Jerry, wächst dreisprachig auf. Er geht mit viel Energie ins erste Schuljahr.Schon nach kurzer Zeit fällt auf: Er kann sich nur schwer konzentrieren und braucht oft eine Eins-zu-eins-Betreuung, um eine Aufgabe zu erledigen. Das kann seine Klassenlehrerin Nicole Artmeyer (55) dauerhaft nicht leisten. Kurz darauf bekommt er die Diagnose ADHS. Auf einen Ergotherapieplatz muss er jedoch Monate warten. Jan (6) besucht die Schule mit einer Integrationshilfe, da er mehr Zeit braucht, um sich auf neue Situationen einzustellen. Er freundet sich mit dem aufgeschlossenen Tom an und gewinnt an Sicherheit. Doch dann verlässt seine vertraute Schulbegleiterin die Klasse. Alessia (6) übernimmt in Gruppen gerne die Führung. Auch in alltäglichen Situationen bestimmt sie oft über andere. Bei ihr zeigen sich die sozialen Lernprozesse, die alle Kinder in diesem Alter durchlaufen müssen: eigene Bedürfnisse zurückstellen, Kompromisse finden und sich in andere hineinversetzen. Auch Klassenlehrerin Nicole erlebt täglich, wie anspruchsvoll Unterricht in einer so heterogenen Lerngruppe geworden ist. Während einige Kinder bereits selbstständig arbeiten, brauchen andere intensive Unterstützung. Oft hapert es schon an den Deutschkenntnissen. Der Film zeigt auch, wie sehr sich der Lehrerberuf verändert hat und wie wichtig zusätzliche Hilfe ist, um allen Kindern gerecht zu werden. Ergänzend zum Unterricht ordnet Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Sven Lindberg (46) Veränderungen und Fortschritte ein. Zu Beginn und gegen Ende des Schuljahres besucht er die Klasse und lädt die Kinder zu spielerischen Experimenten ein. Sie zeigen, welche Fähigkeiten sich in diesem Alter entwickeln – etwa Konzentration, Selbsteinschätzung oder Empathie. Manche Ergebnisse bestätigen die Erwartungen, andere überraschen selbst den Psychologen. So macht der Film sichtbar, welche Entwicklung Kinder innerhalb weniger Monate durchlaufen und wie unterschiedlich ihre individuellen Wege dorthin sind. „Unsere Klasse: Chaos und Chancen in der 1d“ ist der Auftakt einer „37°“-Langzeitbeobachtung einer Klasse der Grundschule am Steigerweg in Mülheim an der Ruhr vom ersten bis zum vierten Schuljahr. Am Ende entsteht ein außergewöhnlich dichtes Porträt der Schülerinnen und Schüler, die unter anderem mit Remote Kameras gefilmt werden. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 20.10.2026 ZDF Pflege lernen fern der Heimat
Folge 1252 (30 Min.)Mit Herz und Charme – Espérance aus Benin lernt mit Leidenschaft den Pflegeberuf.Bild: ZDF und Jens GyarmatyWeit weg von ihrer Heimat beginnen Espérance, Minh und Aswin eine Pflegeausbildung in Deutschland. Der schwierige Start in einem fremden Land ist für alle eine große Herausforderung. In der Ausbildung müssen sie nicht nur fachliche Anforderungen genügen. Hinzu kommen sprachliche Hürden, kulturelle Unterschiede und die Herausforderung, sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Espérance kommt aus Benin. Menschen zu berühren, nicht nur mit Worten, sondern mit Aufmerksamkeit und Nähe, ist ihr Antrieb.Deshalb steigt die 25-Jährige jeden Morgen mit einem Lächeln aufs Fahrrad und fährt zur Ausbildung. Im Unterricht helfen ihr Übersetzungsprogramme bei schwierigen Fachbegriffen. Im Pflegealltag setzt sie vor allem auf ihre Empathie: „Ich mache einfach mit, lache mit den Menschen, singe mit ihnen. Im Unterricht lerne ich dann, warum das wirkt und was ich damit bewirken kann.“ Rassistische Erfahrungen hat sie bislang kaum gemacht. Doch die Ausbildung bleibt eine Herausforderung. Gemeinsam mit 21 Mitschülerinnen und Mitschülern lernt sie an einer Pflegefachschule, viele von ihnen kommen mit geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland. Die Schulleitung rechnet damit, dass mehrere Auszubildende vorzeitig aufgeben werden. Minh stammt aus Vietnam. Die Pflegefachschule organisierte ihm ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, das er mit Aswin aus dem indischen Bundesstaat Kerala teilt. Beide absolvieren ihre Ausbildung bei der Diakonie Nordsachsen. Der erste Einsatz: die ambulante Pflege. Nicht immer fällt es Minh leicht, die älteren Menschen zu verstehen, besonders wenn sie Dialekt sprechen. Umso mehr beeindruckt ihn die Geduld, mit der ihm viele Patienten begegnen. Es ist eine der ersten positiven Erfahrungen nach seiner Ankunft in Deutschland. Für seine Zukunft hat Minh klare Vorstellungen: Er möchte bleiben, eine Familie gründen und sich hier ein Leben aufbauen. Über eine Partnerin, ob aus Vietnam oder Deutschland, würde er sich freuen. Doch zunächst gilt es, in der fremden Sprache und im neuen Alltag anzukommen. Aswin kocht gerne und geht offen auf Menschen zu. „Ich bin kommunikativ und finde schnell einen freundlichen Zugang zu anderen“, sagt der 20-Jährige. Auf die Idee, Pflegefachkraft zu werden, brachte ihn eine Cousine, die bereits in Deutschland in der Pflege arbeitet. Der Einstieg war jedoch härter als erwartet. Vor allem bei den ersten Einsätzen musste er sich an Situationen gewöhnen, mit denen er zuvor nie in Berührung gekommen war. So nah hatte er den Alltag kranker und pflegebedürftiger Menschen noch nie erlebt. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 17.11.2026 ZDF Bevor alles kippt – Hilfe für Mutter und Kind
Folge 1253 (30 Min.)Die Dyade ist die letzte Station vor der Inobhutnahme. Hier bekommen Alleinerziehende mit psychischen Problemen Hilfe. Ziel ist, dass sie ihre Kinder doch behalten können. Wie gelingt das? Das Berliner Eltern-Kind-Projekt gibt Frauen die Chance, ihre Rolle als Mutter trotz der Krankheit zu stärken, und schafft einen Raum, in dem Kinder Geborgenheit erfahren können. Drei Frauen mit bewegender Vergangenheit erzählen ihre Geschichte. Mutter zu sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – auch dann, wenn das eigene Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Depressionen, Psychosen, Sucht oder traumatische Erfahrungen können den Alltag mit einem Kind zu einer kaum zu bewältigenden Herausforderung machen.In der Dyade, einer Mutter-Kind-Einrichtung des psychiatrischen Verbunds Prenzlkomm in Berlin, leben Frauen, die mit ihren psychischen Belastungen an ihre Grenzen gekommen sind. Sie werden dort im Alltag begleitet und lernen, für ihre Kinder da zu sein, ohne dabei sich selbst aus dem Blick zu verlieren. Eine von ihnen ist Gina T. (28). Sie weiß, wie schwer es sein kann, Nähe zuzulassen und die eigenen Gefühle zu kontrollieren. Ihre Tochter Miley ist noch klein. Gina möchte eine Mutter sein, bei der sich ihr Kind sicher fühlen kann. Dafür muss sie sich auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen. Eva M. (46) lebt seit vielen Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Ihr Sohn Luki war zeitweise bei einer Pflegefamilie. Nun versucht Eva, ihren Alltag als Mutter wiederzufinden. Dabei wird deutlich, wie eng die eigene psychische Stabilität mit der Beziehung zum Kind verbunden ist – und wie schnell sich alte Ängste zurückmelden können. Auch Sarah N. (27) kennt Brüche in ihrer Biografie. Sie hat eine kleine Tochter und einen Sohn, der derzeit in einem Kinderheim lebt. Sarah möchte ihre Kinder nicht verlieren und kämpft darum, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Begleitet werden die Frauen unter anderem von Karoline Janeszewski (59), der pädagogischen Leiterin der Dyade, und Karin Giersberg (69), die das therapeutische Team leitet. Sie erleben täglich, wie unterschiedlich die Wege der Mütter verlaufen. Manche machen kleine, manchmal kaum sichtbare Fortschritte. Andere geraten erneut in Krisen. Und nicht immer kann verhindert werden, dass ein Kind aus der Familie genommen werden muss. Was brauchen Mütter, deren eigene Kindheit von Vernachlässigung, Gewalt oder psychischer Erkrankung geprägt war, um ihren Kindern das geben zu können, was ihnen selbst gefehlt hat? Und wie viel Unterstützung ist notwendig, damit sich belastende Erfahrungen nicht von einer Generation auf die nächste übertragen? „Bevor alles kippt – Hilfe für Mutter und Kind“ erzählt von diesen Fragen aus unmittelbarer Nähe, ohne schnelle Lösungen und ohne einfache Antworten. Der Film beobachtet drei Frauen in einer Lebensphase, in der vieles offen ist, und zeigt einen Ort, an dem sie die Chance bekommen, gemeinsam mit ihren Kindern einen eigenen Weg zu finden. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Di. 24.11.2026 ZDF
