• Folge 1243 (30 Min.)
    Aufgrund seiner „Red Pill“-Vergangenheit möchte er anonym blieben. – Bild: ZDF und Tenzin Sherpa
    Aufgrund seiner „Red Pill“-Vergangenheit möchte er anonym blieben.
    Was bedeutet es, ein Mann zu sein? Bei Dating-Coaches und Fitness-Influencern suchen junge Männer Orientierung. Im Internet finden sie Vorbilder für Stärke, Dominanz und Erfolg. Allzu oft finden sich in diesen Netzwerken aber auch traditionelle Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative. Die „37°“-Dokumentation „Alpha – Wann ist ein Mann ein Mann?“ fragt, warum diese Botschaften so wirksam sind und was sie mit jungen Männern machen. Im Mittelpunkt stehen drei Protagonisten mit ganz unterschiedlichen Perspektiven. Hendrik ist Dating-Coach und vermittelt über Social Media seine Vorstellungen von Männlichkeit und Beziehung. Rapper Ego verarbeitet Härte, Status und Männlichkeit in seiner Musik und setzt sich gleichzeitig mit seiner Verantwortung als Vorbild auseinander. Der dritte Protagonist blickt anonym auf seine Vergangenheit in der Red-Pill-Szene zurück. Nach einer persönlichen Krise suchte er online nach Orientierung und geriet in eine Welt, die ihm einfache Antworten versprach. Heute beschreibt er, wie sehr diese Ideologie sein Denken verändert hat – und warum er sich schließlich von ihr gelöst hat. Die Dokumentation verbindet die persönlichen Geschichten der drei Männer mit den Mechanismen sozialer Medien. Sie zeigt, wie Algorithmen Inhalte verstärken, wie Männlichkeitsbilder inszeniert und vermarktet werden und weshalb sie besonders in Phasen von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit auf Resonanz stoßen. Eingeordnet werden die Erfahrungen der Protagonisten vom Journalisten und Autor Tobias Ginsburg, der seit Jahren zu digitalen Männerwelten und antifeministischen Milieus recherchiert. Seine Analyse macht deutlich, wie individuelle Krisen, wirtschaftliche Interessen und soziale Medien zusammenwirken und warum die Suche nach Zugehörigkeit immer häufiger im digitalen Raum stattfindet. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 18.08.2026 ZDF
  • Folge 1244 (30 Min.)
    Der Haftraum von Berkman. Er wurde wegen Beihilfe zum Schmuggel von Cannabis über die Grenze von Holland nach Deutschland zu fünf Jahren verurteilt.
    Wie sieht der Alltag im Strafvollzug aus oder in der Sicherungsverwahrung? Der Film zeigt Häftlinge, die sich auseinandersetzen mit Fragen zu Schuld, Verantwortung, verlorener Lebenszeit. Jan sitzt seit mehr als zwanzig Jahren in Haft, wegen Gangschlägereien. Sergio lebt wegen Sexualdelikten in der Sicherungsverwahrung. Berkman wurde wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt und aufgrund guter Führung früher entlassen. Sergio setzt sich in einer Therapie mit seiner Vergangenheit auseinander. „Man denkt immer: Man hat die Tat begangen und dann ist gut. Aber wenn man sich damit auseinandersetzt, dann tut es halt auch weh. Wenn man erkennt, was man den Leuten angetan hat.“ Er hofft auf seine Entlassung, doch die jährliche Begutachtung kommt erneut zu dem Ergebnis, dass er vorerst in der Sicherungsverwahrung bleiben muss. Warum Menschen nach Verbüßung ihrer Strafe dennoch untergebracht bleiben, erklärt Joachim Stein, Leiter des Vollzugsdienstes: „Man geht bei diesen Menschen von einer Gefährlichkeit aus, die nach wie vor noch so hoch ist, dass man sie nicht in die Freiheit entlassen kann.“ Manche Untergebrachte, so Stein, müssten bis nahe an ihr Lebensende in Sicherungsverwahrung bleiben. Einen anderen Weg geht Berkman. Wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt, begleitet ihn der Film über zwei Jahre – vom geschlossenen Vollzug bis zu seiner vorzeitigen Entlassung nach vier Jahren. Durch konsequent gute Führung erhält er die Chance auf einen früheren Neuanfang. Doch die Folgen seiner Haft begleiten ihn weiter: Bereits zwei Wochen nach seiner Inhaftierung hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Seit vier Jahren hat er keinen Kontakt zu seinen Kindern, seine jüngste Tochter kennt er nur von Fotos. „Papa ist arbeiten“, erzählt die Familie den Kindern zunächst. Doch Berkman weiß: „Irgendwann musste man sagen: Papa ist im Gefängnis.“ Der Film begleitet die Männer über einen langen Zeitraum und zeigt zwei grundlegend unterschiedliche Formen des Freiheitsentzugs. Berkman arbeitet auf einen konkreten Tag der Entlassung hin. Für Jan und Sergio dagegen gilt das Prinzip Hoffnung: Einmal im Jahr entscheidet ein Gutachten darüber, ob sie eine Chance auf Freiheit erhalten. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 ZDF
  • Folge 1245 (30 Min.)
    Gunther Linges (77), (r.) ohne Computererfahrung, lässt sich von Ben Schneider, (19) (l.), die digitale Kasse erklären, bedient sie aber bei der Arbeit nicht.
    Gunther Linges startet mit 77 einen Job als Servicekraft. Jörg Daube hatte mit 65 noch einmal ein Lokal übernommen, will dort Jung und Alt zusammenbringen. Doch das Projekt droht zu scheitern. Schauplatz ist ein Gasthaus im strukturschwachen Stadtteil Essen-Borbeck. Hier treffen Gunther und Jörg aufeinander. Etwas Sinnhaftes tun und noch einmal in ihrem Leben durchstarten, davon träumen die beiden und lassen sich auch nicht von Hindernissen beirren. „Ich kann die Hände nicht in den Schoß legen“, beteuert Gunther Linges. Der 77-Jährige ist ein waschechtes Essener Urgestein. „Ich brauche den Kontakt zu den Menschen und will mich irgendwie noch einbringen in diese Gesellschaft.“ Also hat er zusammen mit seiner Frau Beate – sie ist 65 Jahre alt und arbeitet in ihrem Kosmetikstudio – die Stellenangebote studiert und ist fündig geworden. Die „Wundertüte“ in Essen-Borbeck, eine außergewöhnliche Mischung aus Treffpunkt und Restaurant für Jung und Alt, sucht Personal für Gästeempfang und Service. Die Betreiber der Wundertüte, Jörg Daube (69) und seine Frau Gabriele (79), gehören ebenfalls zur älteren Generation, die etwas Sinnstiftendes machen will. Die Eheleute sind Quereinsteiger in der Gastronomie. Sie schrecken vor Neuanfängen nicht zurück. Vor vier Jahren gab die griechische Taverne in ihrem Mehrparteienhaus coronabedingt auf, und die beiden hatten den Mut, daraus einen Treffpunkt für Jung und Alt zu machen. „Unsere Idee ist, dass die Gäste nicht nur für sich sitzen und essen, sondern sich aktiv kennenlernen und zwar über Generationen hinweg“, erzählt Jörg Daube. Schon vor 1900 war dieser Ort in Essen-Borbeck weit und breit die einzige Gaststätte. Taufen, Hochzeiten und Leichenschmaus haben die Borbecker hier gefeiert und begangen. Das wollten die Daubes dem Stadtviertel nicht wegnehmen, das heute eher Waschstraßen und Spielhallen beherbergt. Ein seltenes Projekt, das Generationen sowohl über die Arbeit als auch über das Essen zusammenbringen will. Bis 2036 werden laut Statistischem Bundesamt 13 Millionen Erwerbstätige das Renteneintrittsalter überschritten haben. Der Film zeigt Beispiele für ein gelingendes Miteinander der Generationen. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 ZDF
  • Folge 1246 (30 Min.)
    Für Klara (r.) waren ihre Freundinnen in der Zeit vor dem Schwangerschaftsabbruch wichtige Ansprechpartnerinnen.
    Klara, Jacky und Laura müssen eine Entscheidung treffen, bei der es kein dazwischen gibt. Alle drei werden ungeplant schwanger und fragen sich: Was nun? Bin ich bereit für ein Kind? Eine ungeplante Schwangerschaft verändert alles. Für Klara, bereits Mutter von zwei Kindern, steht die Entscheidung fest. Für Jacky und Laura beginnt erst jetzt das Ringen: zwischen Zukunftsplänen, Erwartungen und der Frage, welchen Weg sie gehen wollen. Ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich ist alles anders. Laura(34) hält den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Was als „Wird schon gut gehen“ begann, wird zur existenziellen Frage. Eigentlich möchte sie Mutter werden. Aber noch nicht jetzt. Gerade hat sie ihr Masterstudium begonnen, hat Pläne und Träume. Ein Kind passt da nicht hinein. Gemeinsam mit ihrem Partner beginnt ein Abwägen, ein vorsichtiges Durchspielen möglicher Wege. Klara (34) erlebt den Moment anders. Sie hat schon zwei Kinder und gerade hat sie sich von ihrem Partner Erik getrennt, als sie erneut schwanger ist. Für Klara gibt es keinen Zweifel: Sie will kein drittes Kind. Doch die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch ist nur der Anfang eines langen, kräftezehrenden Weges. Denn trotz ihrer Klarheit ist der Abbruch keinesfalls einfach. Bei Jacky (29) ist die Situation wiederum anders. Sie will die Schwangerschaft austragen. Aber ihr Partner Eugen passt nicht in die Vaterrolle. Die beiden lernen sich im Studium kennen, feiern viel – er will seine Freiheiten nicht aufgeben. Zwischen dem jungen Paar entsteht ein Konflikt, der keine Kompromisse kennt – und ihre Beziehung auf die Probe stellt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 ZDF
  • Folge 1247 (30 Min.)
    Mutproben in den sozialen Netzwerken animieren zur Nachahmung. Was ist, wenn sie lebensgefährlich sind? Ivan macht mit, um Klicks zu generieren. Leonida kommt zu Tode, Sara will aufklären. Was oft harmlos beginnt, kann schnell kippen. Eine Studie der Medienanstalt NRW zeigt: Etwa ein Drittel der Social-Media-Challenges gilt als riskant, einige sind lebensgefährlich. Warum sind solche Trends für viele so faszinierend? Wie gefährlich können sie sein? Der 16-jährige Ivan verbringt viele Stunden in sozialen Medien, sammelt Likes und Follower und macht bei Challenges mit. Er hält die Luft an, bis er fast ohnmächtig wird oder filmt sich dabei, wie er extrem scharfe Chips isst. Was ihn antreibt, ist nicht nur der Nervenkitzel, sondern auch der Wunsch, gesehen zu werden. Ivan macht auch Musik, schreibt eigene Rap-Texte und hofft auf Reichweite. „Du darfst deinen Hype nicht verpennen“, sagt er. Wie gefährlich solche Challenges sein können, zeigt das Schicksal von Leonida. Die 17-Jährige stirbt, nachdem sie bei der sogenannten Deo-Challenge mitgemacht hat. Ihr Vater Alexander wusste, dass sie soziale Medien nutzt, aber nicht, dass sie an solchen Trends teilnimmt. „Ohne Social Media wäre sie nie auf die Idee gekommen, so etwas zu machen“, sagt er. Auch Sara kennt die Schattenseiten sozialer Medien. Schon mit elf Jahren gerät sie an Inhalte, die sie überfordern. Heute ist die 18-Jährige bewusster online unterwegs und engagiert sich zusätzlich als Medienscout. Sie klärt Schulklassen über Onlinerisiken auf. Denn auch dort sind Challenges längst angekommen: An ihrer Schule musste ein Schüler nach einer Mutprobe ins Krankenhaus. Ihr Lehrer berichtet, wie schwer es ist, Jugendliche vor gefährlichen Trends zu schützen. Die „37°“-Reportage begleitet junge Menschen und ihre Familien in einer Welt zwischen Anerkennung, Gruppendruck und Selbstinszenierung. Sie fragt, warum Challenges für viele so reizvoll sind, und was passiert, wenn ein Trend plötzlich gefährlich wird. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 ZDF

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