37 Grad
    • Folge 985 (30 Min.)
      Susanna (65) setzt auf einen minimalistischen Lebensstil. Sie ist vor kurzem aus einem großen Haus in ein Tiny House umgezogen. – Bild: ZDF und Florian Freu.
      Susanna (65) setzt auf einen minimalistischen Lebensstil. Sie ist vor kurzem aus einem großen Haus in ein Tiny House umgezogen. – Bild: ZDF und Florian Freu.

      Wie viel Besitz brauche ich wirklich, um glücklich zu sein? „37°“ begleitet ein Jahr lang drei Menschen, die sich entschieden haben, konsequent nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ zu leben. Während der durchschnittliche Haushalt in Deutschland vor 100 Jahren 180 Dinge besaß, sind es heute circa 10 000. Stetige Reizüberflutung, aggressive Werbung und marktfreundliche Erziehung sollen uns dazu anhalten, immer mehr zu konsumieren. Doch langsam entsteht eine Gegenbewegung, und Menschen beschäftigen sich mit der Reduktion aufs Wesentliche. Die Sehnsucht nach Übersichtlichkeit und die Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist, gewinnen an Bedeutung. Dabei gibt es für minimalistische Lebensentwürfe weder Blaupausen noch Patentrezepte. Jeder muss für sich selbst den besten Weg finden, das eigene Leben komplett umzukrempeln. Nach der Trennung von ihrem Partner verkauft Susanna (65) das gemeinsame, 200 Quadratmeter große Haus und zieht in eine ganze 9 Quadratmeter umfassende Gartenlaube. Den Großteil ihres Besitzes verschenkt oder veräußert sie, reduziert sich auf das Nötigste. Von nun an muss die Osteopathin, um wenigstens etwas Platz zu haben, ihr improvisiertes Bett jeden Tag auf- und abbauen und ihre Mahlzeiten auf einem Gaskocher vorm Fenster zubereiten. Doch auf engstem Raum entdeckt Susanna sich ganz neu und erlebt die Veränderung hin zur Minimalistin als großes Abenteuer. Weil es ihr in der Laube auf Dauer zu einsam ist, sucht Susanna nach einer für sie geeigneten alternativen Wohnform. In Betracht kommt die Anschaffung eines Wohnwagens genauso wie das Leben in einem Tiny House, einem der selten mehr als 15 Quadratmeter großen, mobilen Holzhäuser. Doch Susanna wünscht sich mehr als nur einen Wohnort: Sie sucht eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, der sie sich anschließen kann. Wird sie diese im Tiny House Village im bayerischen Mehlmeisel finden? Marc (45) ist den umgekehrten Weg gegangen. Er hat sich aus der Gemeinschaft mit anderen weitestgehend zurückgezogen. Nachdem er schwer depressiv geworden war, verließ der ehemalige Golflehrer mit nichts als einem Rucksack seine Wohnung und kehrte nie mehr zurück. Seit fast sieben Jahren lebt Marc im Odenwald. Zunächst bewohnte er ein Tipi, seit 2017 lebt er in einer selbst konstruierten und selbst gebauten Hütte, ohne Strom, fließend Wasser und Toilette. Und trotzdem: Marc ist so glücklich wie nie zuvor. Seine einzige Gefährtin: die Mischlings-Hündin Rala. Marc schlägt sein eigenes Holz zum Heizen und Kochen, erntet selbst angebautes Gemüse und lebt als „Waldmensch“ im Einklang mit der Natur. Obwohl sein Lebensstil viele Neugierige anzieht, die bei ihm sogar Wildnis-Kurse buchen, bleibt Marcs Entscheidung, nur mit dem Nötigsten zu leben, oft unverstanden: nicht zuletzt von der eigenen Mutter, die ihn regelmäßig besucht und sich immer noch wünscht, „dass ihr Junge wieder vernünftig wird“. Marc hat für seine Hütte keine offizielle Genehmigung – wird er dauerhaft im Odenwald bleiben dürfen? Von einem minimalistischeren Leben erhofft sich Antonia (36) vor allem mehr Zeit. Daran mangelt es ihr als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die neben dem Haushalt noch zwei Jobs zu bewältigen hat. Antonia hat sich vorgenommen, ihren Besitz um die Hälfte zu reduzieren, denn weniger Kram bedeutet zugleich weniger Arbeit. Das gilt für ihre mehreren Mini-Donut-Maker genauso wie für den untauglichen Eiscrusher und ungenutztes Spielzeug. Beim Ausmisten im Kinderzimmer kommt es zu Diskussionen mit dem Nachwuchs. Die Mutter muss sich entscheiden: Will sie ihren Kindern nachgeben oder ihren neuen Lebensentwurf konsequent verfolgen? Bei ihrem Kleiderschrank hingegen muss Antonia keine Kompromisse eingehen. Ihr Ziel: eine sogenannte „Capsule Wardrobe“. Bei diesem Konzept lassen sich zwischen 30 und 50 Kleidungsstücke mühelos kombinieren. Angesichts des übervollen Schranks ein ambitioniertes Vorhaben. Ein „37°“-Film über drei Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise „Schluss mit Überfluss“ machen wollen. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 22.10.2019 ZDF
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    • Folge 986 (30 Min.)
      Die Staatsanwältin bei ihrer Ermittlungsarbeit in der Gerichtsmedizin. – Bild: ZDF und Manfred Karremann.
      Die Staatsanwältin bei ihrer Ermittlungsarbeit in der Gerichtsmedizin. – Bild: ZDF und Manfred Karremann.

      „37°“ gibt einen Einblick in die Arbeit von Staatsanwälten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Staatsanwältin Olga S. und ihre Ermittlungsarbeit. Der Gerichtsverhandlung geht eine intensive Vorbereitung voraus: Olga S. und ihre Kollegen erteilen Ermittlungsaufträge an die Polizei – wie Hausdurchsuchungen oder Telefonüberwachungen. Ein Richter muss solche Maßnahmen zuvor genehmigen. Es ist die Suche nach Beweisen. „Nicht nur für Schuld“, so erklären Olga S. und ihre Kollegen, „sondern eben auch für Unschuld.“ Olga S. und zwei ihrer Kollegen, die „37°“ ebenfalls begleitet, haben ein breites Aufgabenfeld. Unverzichtbar ist bei vielen Fragen die Zusammenarbeit mit der Gerichtsmedizin. Jeden Tag Verbrechen bis ins Detail zu studieren, ist ihr Beruf. Vieles ist bedrückend, erschreckend. „Aber“, sagt die Staatsanwältin, „ich würde mich wieder für diesen Weg entscheiden, weil man immer auf der richtigen Seite steht.“ (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 29.10.2019 ZDF
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    • Folge 987 (30 Min.)
      Seit fünf Jahren lebt, lernt und arbeitet Samir (20) in Deutschland. Hier ist er erwachsen geworden und träumt davon, seinen Meister zu machen. Wird sich der junge Afghane Samir bei uns eine sichere Existenz aufbauen können? – Bild: ZDF und Jan Prillwitz.
      Seit fünf Jahren lebt, lernt und arbeitet Samir (20) in Deutschland. Hier ist er erwachsen geworden und träumt davon, seinen Meister zu machen. Wird sich der junge Afghane Samir bei uns eine sichere Existenz aufbauen können? – Bild: ZDF und Jan Prillwitz.

      Realschulabschluss geschafft und eine Lehrstelle gefunden: Samir, der mit 15 allein von Afghanistan nach Deutschland kommt, hat hier schon einiges erreicht. Fünf Jahre hat „37°“ ihn begleitet. „Dann wäre ich ein gemachter Mann“, sagt der inzwischen 20-jährige Samir. Allerdings nur dann, wenn er seine Ausbildung zu Ende bringen und in Deutschland leben könnte. Doch kurz vor der Feier seines Schulabschlusses wird sein Asylantrag abgelehnt. Über Samirs erste Jahre in Deutschland hat Autorin Ulrike Schenk im „37°“-Film „Ohne Eltern im fremden Land“ berichtet. Die Dreharbeiten zu einem zweiten Film beginnen mit einem Termin bei Rechtsanwalt Eberhard Kunz, der seinen Mandanten mit einem Schreiben vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge konfrontiert. Gerade wurde Samirs Asylantrag mit der Begründung abgelehnt, dass Afghanistan ein sicheres Land sei. Zum Zeitpunkt der Ablehnung lebt der junge Afghane, der 2014 vor den Taliban flieht, schon seit drei Jahren in Deutschland und hat hier einiges erreicht: Realschulabschluss geschafft, qualifizierte Lehre begonnen und WG-Zimmer gefunden. Rechtsanwalt Kunz reicht eine Klage beim Verwaltungsgericht ein. Auch Samirs Personalchef Ulrich Koch kündigt an, dass er sich „auf die Hinterbeine stellen werde“, sollte sein Lehrling ausgewiesen werden. Denn es herrscht Fachkräftemangel, und der mittelständische Handwerksbetrieb in Wiesbaden braucht dringend seinen Azubi. Die Firma hat in ihren Lehrling investiert und möchte ihn, wenn alles gut läuft, nach der Ausbildung weiterbeschäftigen. Es gibt viel zu wenig geeignete deutsche Bewerber für eine Lehre zum Kälteanlagenbauer: „Da ist es völlig sekundär, ob es ein Flüchtling ist, ob er aus Afghanistan kommt oder aus Afrika. Wir haben einfach einen jungen Mann gesucht, der bereit ist, eine harte Arbeit auf sich zu nehmen“, so Ulrich Koch. „Wenn Afghanistan sicher wäre und ich keine Angst hätte, dann wäre ich nicht hier“, sagt Samir, der davon träumt, zu studieren oder zumindest seine Ausbildung erfolgreich abzuschließen und danach seinen Meister zu machen. „Meine Zukunft steht auf so einem Stück Papier, ich kann ja gar nichts planen, weil ich nicht weiß, wie morgen die Politik aussieht und ob ich dann noch da bin.“ Gerade rechtzeitig vor Beginn seiner Lehre hat er ein WG-Zimmer mitten in Wiesbaden gefunden. Seine Mitbewohnerin Dinah lotst ihn durch den komplizierten Alltag und macht ihn mit dem Einmaleins der Haushaltführung vertraut. „Wie sinnfrei wäre es, diese schon mittlerweile Jahre hier lebenden jungen Menschen wieder auszuweisen?“, fragt Dinah. Ihm die eigene Familie ersetzen kann auch sie nicht. Samir ist zunächst zusammen mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder von Afghanistan in den Iran geflohen, wo die kleine Familie illegal lebte und die Kinder nicht in die Schule gehen konnten. Der Vater war zuvor bei Auseinandersetzungen mit den Taliban in der Provinz Ghazni im Osten Afghanistans ums Leben gekommen. Vom Iran aus hat Samirs Mutter ihren ältesten Sohn über die risikoreiche Mittelmeeroute in ein sicheres Leben geschickt. Seitdem hat er keinen Kontakt mehr zu Mutter und Bruder. Es gibt keine feste Adresse und keine Handynummer von ihnen. Samir vermutet, dass die beiden sich nach wie vor illegal im Iran aufhalten. Als ältester Sohn sieht sich Samir in der Verantwortung, ihnen zu helfen. Und fühlt sich ständig schuldig, weil er nicht weiß, wie er das bewerkstelligen soll. Mittlerweile ist Samir ins zweite Lehrjahr gekommen, die Zwischenprüfung steht bevor, viel Zeit für ein Privatleben oder eine Freundin bleiben dem 20-Jährigen nicht. Noch bekommt er einen kleinen Zuschuss vom Staat für sein WG-Zimmer. Spätestens im dritten Lehrjahr möchte er sich aber komplett selbst finanzieren können. Seine Berufsausbildung und die Klage seines Anwalts schützen ihn vor einer möglichen Abschiebung. Auf einen Termin für seine Gerichtsverhandlung wartet er inzwischen seit mehr als zwei Jahren. Die Verwaltungsgerichte sind aufgrund der vielen Klagen gegen abgelehnte Asylbescheide überlastet und stehen kurz vor dem Kollaps. „Das Schlimmste ist die Ungewissheit“, findet Samir, der zumindest alles daransetzen will, seine Ausbildung „nicht zu vermasseln“. Wie wird das Wiesbadener Verwaltungsgericht in seinem Asylverfahren entscheiden? Wird er eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommen? Seit fünf Jahren lebt, lernt und arbeitet Samir in Deutschland. Hier ist er erwachsen geworden. Offiziell angekommen ist er noch nicht. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 12.11.2019 ZDF
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    • Folge 988 (30 Min.)
      Schon einige Male wurden harte Drogen bei Razzien von der Polizei sichergestellt, als scheinbar harmlose Therapiesitzungen stattfanden. – Bild: ZDF und Markus Thöß.
      Schon einige Male wurden harte Drogen bei Razzien von der Polizei sichergestellt, als scheinbar harmlose Therapiesitzungen stattfanden. – Bild: ZDF und Markus Thöß.

      Die Esoterik-Branche boomt. Auf der Suche nach alternativen Heilmethoden geraten immer mehr Menschen in die Fänge von Scharlatanen. Und oft haben solche Heilsversprechen fatale Folgen. 2014 starb der Vater von Jacqueline Klaus, Managerin bei der Deutschen Bahn, qualvoll an Krebs. Trotz guter Genesungsprognosen durch die Schulmedizin. Der Vater hatte einen kleinen Tumor hinter dem Ohr. 90 Prozent Heilungschance, sagten die Mediziner. Doch der Vater verfällt auf Anraten eines Heilers der Germanischen Neuen Medizin. Jahrelang versucht nicht nur Jaqueline, ihn davon abzubringen. Doch er verweigert jegliche schulmedizinische Therapie, sein Zustand verschlechtert sich zusehends. Der Heiler und dessen Guru Hamer verordnen das 24-stündige Anhören von völkischen Liedern sowie unsinnige Gymnastik und empfehlen, abzuwarten und die Symptome auszusitzen. Jaqueline Klaus durchlebt gemeinsam mit der Freundin des Vaters seelische Qualen. Tatenlos muss sie mit ansehen, wie der Vater leidet und schließlich elendig zugrunde geht. Jaqueline Klaus verwandelt ihre Wut in Energie für den Kampf gegen die Germanische Neue Medizin. Sie klagt gegen den Heiler und gewinnt. Vor zwei Jahrzehnten geriet die Musikerin und Schauspielerin Sabine Bundschu in eine Lebenskrise. Beruflicher Stress und eine Trennung lösten psychische Probleme aus. Sie fühlte sich ständig müde und motivationslos. Ein Burn-out. Eine Freundin empfahl ihr den schweizerischen Arzt und Psychotherapeuten Samuel Widmer und seine Schüler, allesamt Ärzte. Samuel Widmer praktizierte mit seiner Ehefrau auf einem Hof in Lüsslingen in der Schweiz. „Kirschblütengemeinschaft“ nennt sich seine Kommune mit Hunderten Anhängern auch in Deutschland. „Weil es dort um Gemeinschaft ging, hat es mich interessiert. Und ich fand die Idee, dass es eine Therapie mit bewusstseinserweiternden Mitteln gibt, interessant“, erklärt Bundschu im Rückblick. Schon in ihrem Beruf, der sie viel hinter die Kulissen von Theater und Film brachte, waren Drogen zur Leistungssteigerung allgegenwärtig. „Unter Einfluss von Drogen glaubt man, was der Guru sagt. Und auch ich habe daran geglaubt. Eben auch, weil es ein Ärzte- und Akademikerkult ist.“ Einmal wurde es während eines solchen Seminars für sie gefährlich. Sie erlitt einen Schlaganfall. „Zwei Wochen lag ich auf der Intensivstation, nachdem mich die Mitglieder 55 Stunden lang nicht ins Spital bringen wollten.“ Kurz nach ihrem Ausstieg aus der Gemeinschaft ging Sabine Bundschu an die Öffentlichkeit. „37°“ erzählt die Geschichte zweier Frauen und deren Erfahrungen mit dubiosen Heilern. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 19.11.2019 ZDF
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    • Folge 989 (30 Min.)
      16 Jahre lang musste Manuela an Krücken gehen. – Bild: ZDF und Yoliswa von Dallwitz.
      16 Jahre lang musste Manuela an Krücken gehen. – Bild: ZDF und Yoliswa von Dallwitz.

      Bis zu 600 000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Infektionen durch multiresistente Keime. Rund 15 000 sterben daran, Tendenz steigend. „37°“ begleitet zwei Frauen, die das gleiche Leid teilen: eine langjährige, chronische Infektion, die ihr Leben bestimmt. Bei Manuela K. zerbricht darüber ihre Familie. Irmtraut G. hofft, mit einer Phagen-Therapie ihr langes Leiden in den Griff zu bekommen. Manuela K. ist Anfang 50, sie war 24, als das Unglück begann. Manuela wurde am Knöchel operiert. Zur Stabilisierung setzten die Ärzte ihr eine kleine Metallplatte ein, ein Routine-Eingriff. Fünf Wochen nach der Operation geht die Wunde auf. Abszesse, Eiter, neue Entzündungen. Die Operationswunde bricht immer wieder auf. Manuela verbringt mit ihren Kindern mehr Zeit in der Ambulanz als auf dem Kinderspielplatz. Um finanziell über die Runden zu kommen, geht Manuela putzen. Einer festen Arbeit kann die gelernte Kauffrau nicht nachgehen, da sie immer wieder zu erneuten Eingriffen ins Krankenhaus muss. Dieser Zustand belastet zunehmend ihre Ehe, ihr Mann verlässt sie. Die Jahre danach sind ein ständiges Auf und Ab von vermeintlich gesunden Phasen und neuen Infektionen. Darunter leidet die Beziehung zu ihren Kindern, Freunde wenden sich ab aus Angst vor Ansteckung. Manuela wird depressiv. Endlich wird im Nachgang zu einer OP festgestellt, dass sie MRSA hat, einen multiresistenten Keim. Da hat sie bereits mehr als 200 Eingriffe hinter sich. Heute muss Manuela täglich eine Handvoll Tabletten nehmen und kann nur mit Morphinpflastern leben. Und doch genießt sie jeden guten Tag. Auch wenn sie jetzt „Ruhe vor dem Keim“ hat, weiß sie doch, wie schnell sich alles wieder ändern kann. Irmtraut G. ist 83 Jahre alt. Seit einer Hüftgelenk-Operation vor wenigen Jahren stellen sich fortwährend Infektionen ein. 2015 musste die Hüftprothese samt Schaft ausgebaut werden. Sieben Monate lag sie im Krankenhaus, bis die Infektion abgeklungen war. Mehrere Operationen folgten. „37°“ begleitet sie bei einer Operation, die aufgrund einer neuen Infektion notwendig geworden ist. Irmtraut wird derzeit in der Berliner Charité mit Phagen behandelt. Sie ist erst die 17. Patientin, die seit 2018 Phagen bekommen hat. In Deutschland ist diese Therapie noch nicht allgemein zugelassen. Phagen dürfen zurzeit nur eingesetzt werden, wenn es keine alternativen Antibiotika mehr gibt und wenn eine Amputation droht. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 26.11.2019 ZDF
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