• Folge 1252 (30 Min.)
    In der Pflege wird Empathie und Liebe gebraucht. – Bild: 3sat
    In der Pflege wird Empathie und Liebe gebraucht.
    Weit weg von ihrer Heimat beginnen Espérance, Minh und Aswin eine Pflegeausbildung in Deutschland. Der schwierige Start in einem fremden Land ist für alle eine große Herausforderung. In der Ausbildung müssen sie nicht nur fachliche Anforderungen genügen. Hinzu kommen sprachliche Hürden, kulturelle Unterschiede und die Herausforderung, sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Espérance kommt aus Benin. Menschen zu berühren, nicht nur mit Worten, sondern mit Aufmerksamkeit und Nähe, ist ihr Antrieb. Deshalb steigt die 25-Jährige jeden Morgen mit einem Lächeln aufs Fahrrad und fährt zur Ausbildung. Im Unterricht helfen ihr Übersetzungsprogramme bei schwierigen Fachbegriffen. Im Pflegealltag setzt sie vor allem auf ihre Empathie: „Ich mache einfach mit, lache mit den Menschen, singe mit ihnen. Im Unterricht lerne ich dann, warum das wirkt und was ich damit bewirken kann.“ Rassistische Erfahrungen hat sie bislang kaum gemacht. Doch die Ausbildung bleibt eine Herausforderung. Gemeinsam mit 21 Mitschülerinnen und Mitschülern lernt sie an einer Pflegefachschule, viele von ihnen kommen mit geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland. Die Schulleitung rechnet damit, dass mehrere Auszubildende vorzeitig aufgeben werden. Minh stammt aus Vietnam. Die Pflegefachschule organisierte ihm ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft, das er mit Aswin aus dem indischen Bundesstaat Kerala teilt. Beide absolvieren ihre Ausbildung bei der Diakonie Nordsachsen. Der erste Einsatz: die ambulante Pflege. Nicht immer fällt es Minh leicht, die älteren Menschen zu verstehen, besonders wenn sie Dialekt sprechen. Umso mehr beeindruckt ihn die Geduld, mit der ihm viele Patienten begegnen. Es ist eine der ersten positiven Erfahrungen nach seiner Ankunft in Deutschland. Für seine Zukunft hat Minh klare Vorstellungen: Er möchte bleiben, eine Familie gründen und sich hier ein Leben aufbauen. Über eine Partnerin, ob aus Vietnam oder Deutschland, würde er sich freuen. Doch zunächst gilt es, in der fremden Sprache und im neuen Alltag anzukommen. Aswin kocht gerne und geht offen auf Menschen zu. „Ich bin kommunikativ und finde schnell einen freundlichen Zugang zu anderen“, sagt der 20-Jährige. Auf die Idee, Pflegefachkraft zu werden, brachte ihn eine Cousine, die bereits in Deutschland in der Pflege arbeitet. Der Einstieg war jedoch härter als erwartet. Vor allem bei den ersten Einsätzen musste er sich an Situationen gewöhnen, mit denen er zuvor nie in Berührung gekommen war. So nah hatte er den Alltag kranker und pflegebedürftiger Menschen noch nie erlebt. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 27.10.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Di. 17.11.2026 ZDF
  • Folge 1253 (30 Min.)
    Gina (29) lebt seit zwei Jahren in der Wohngruppe „Dyade“. Sie selbst hat in ihrer Kindheit Vernachlässigung und Heimerfahrung erlebt.
    Die Dyade ist die letzte Station vor der Inobhutnahme. Hier bekommen Alleinerziehende mit psychischen Problemen Hilfe. Ziel ist, dass sie ihre Kinder doch behalten können. Wie gelingt das? Das Berliner Eltern-Kind-Projekt gibt Frauen die Chance, ihre Rolle als Mutter trotz der Krankheit zu stärken, und schafft einen Raum, in dem Kinder Geborgenheit erfahren können. Drei Frauen mit bewegender Vergangenheit erzählen ihre Geschichte. Mutter zu sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – auch dann, wenn das eigene Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Depressionen, Psychosen, Sucht oder traumatische Erfahrungen können den Alltag mit einem Kind zu einer kaum zu bewältigenden Herausforderung machen. In der Dyade, einer Mutter-Kind-Einrichtung des psychiatrischen Verbunds Prenzlkomm in Berlin, leben Frauen, die mit ihren psychischen Belastungen an ihre Grenzen gekommen sind. Sie werden dort im Alltag begleitet und lernen, für ihre Kinder da zu sein, ohne dabei sich selbst aus dem Blick zu verlieren. Eine von ihnen ist Gina T. (28). Sie weiß, wie schwer es sein kann, Nähe zuzulassen und die eigenen Gefühle zu kontrollieren. Ihre Tochter Miley ist noch klein. Gina möchte eine Mutter sein, bei der sich ihr Kind sicher fühlen kann. Dafür muss sie sich auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen. Eva M. (46) lebt seit vielen Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Ihr Sohn Luki war zeitweise bei einer Pflegefamilie. Nun versucht Eva, ihren Alltag als Mutter wiederzufinden. Dabei wird deutlich, wie eng die eigene psychische Stabilität mit der Beziehung zum Kind verbunden ist – und wie schnell sich alte Ängste zurückmelden können. Auch Sarah N. (27) kennt Brüche in ihrer Biografie. Sie hat eine kleine Tochter und einen Sohn, der derzeit in einem Kinderheim lebt. Sarah möchte ihre Kinder nicht verlieren und kämpft darum, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Begleitet werden die Frauen unter anderem von Karoline Janeszewski (59), der pädagogischen Leiterin der Dyade, und Karin Giersberg (69), die das therapeutische Team leitet. Sie erleben täglich, wie unterschiedlich die Wege der Mütter verlaufen. Manche machen kleine, manchmal kaum sichtbare Fortschritte. Andere geraten erneut in Krisen. Und nicht immer kann verhindert werden, dass ein Kind aus der Familie genommen werden muss. Was brauchen Mütter, deren eigene Kindheit von Vernachlässigung, Gewalt oder psychischer Erkrankung geprägt war, um ihren Kindern das geben zu können, was ihnen selbst gefehlt hat? Und wie viel Unterstützung ist notwendig, damit sich belastende Erfahrungen nicht von einer Generation auf die nächste übertragen? „Bevor alles kippt – Hilfe für Mutter und Kind“ erzählt von diesen Fragen aus unmittelbarer Nähe, ohne schnelle Lösungen und ohne einfache Antworten. Der Film beobachtet drei Frauen in einer Lebensphase, in der vieles offen ist, und zeigt einen Ort, an dem sie die Chance bekommen, gemeinsam mit ihren Kindern einen eigenen Weg zu finden. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 24.11.2026 ZDF
  • Folge 1254 (30 Min.)
    Martina ist gerade 64 geworden. Vielleicht ihr letzter Geburtstag – sie hat unheilbar Krebs.
    Eine Diagnose, die alles verändert: Wie erleben Menschen, die von ihrem baldigen Ende wissen, die Zeit, die ihnen bleibt? Und was bedeutet diese Erkenntnis für das eigene Leben? Die „37°“-Reportage begleitet Martina (64) und Leon (28) und nimmt dabei auch die Perspektive der nächsten Wegbegleiter ein. Wie verändert sich ihre Beziehung zu ihren Angehörigen? Martina (64) hatte ihr Leben nach der Trennung von ihrem Ehemann gerade wieder im Griff, als sie wegen heftiger Schmerzen in die Notaufnahme geht. „Der Arzt hat meine Hand genommen, der hat meine Hand festgehalten und gefragt, wann meine Tochter komme. Da dachte ich, ich werde bestimmt bald sterben, ich meine, der kannte mich ja nicht“, berichtet Martina von diesem Moment im Krankenhaus. Den Kerntumor müsse man finden, aber der Metastasenbefall sei so groß, dass man hier nur noch palliative Therapiemöglichkeiten hätte. Martina sieht plötzlich die vielen Dinge vor ihrem geistigen Auge, die sie aus Angst immer aufgeschoben hatte, und nimmt sich vor: Ab jetzt wird sie all das tun, was früher unmöglich schien. Beinahe täglich kommen neue Ideen, was sie noch machen möchte. Sie traut sich mehr, möchte Dinge klären, die zwischen ihr und ihren Freunden stehen. Sie denkt nicht mehr darüber nach, ob ihre offenen Worte bei den anderen vielleicht Irritationen auslösen werden. Und es vergeht kein Tag, den sie einfach so vergehen lässt. Sie will sich bewegen, das Leben spüren. Am liebsten noch einmal ans Meer. Leon (28) ist vor zwei Jahren nach Innsbruck gezogen, um dort sein Masterstudium in Medizintechnik zu starten. Aber vor allem wählt er Innsbruck, weil er begeisterter Outdoorsportler ist. Trailrunning, Klettern, Rennradfahren. Hauptsache, so oft wie möglich raus in die Natur. Vor eineinhalb Jahren, beim Klettern in den Bergen verspürt Leon starke Schmerzen. Schmerzen, die nicht mehr weggehen. Kurz vor Weihnachten bringt seine Freundin ihn in die Klinik. Die Diagnose: Lungenkrebs im Endstadium. Nach ein paar Wochen, in denen der Schock sich legen musste, beschließt auch Leon, sich der Endlichkeit seiner Lebenszeit zu stellen. Er pausiert das Studium, versteht, dass er mit der Krankheit und den Nebenwirkungen der Chemo sportlich weniger machen kann und besinnt sich auf seine Kreativität. Er entwirft Siebdrucke für T-Shirts und eröffnet einen Online-Shop. „Ich wollte noch mal erleben, wie es ist, ein Business zu haben, Geld verdienen mit meinen Ideen und Produkten.“ Obwohl er körperlich schnell abbaut, lässt ihn seine Leidenschaft fürs Radfahren nicht ganz los. Zusammen mit seinem besten Freund Jannik unternimmt er, wann immer es geht, noch kleine Touren. Anstatt zum Schnorcheln nach Norwegen, geht es nun ins Allgäu, um die Natur zu erkunden, mit dem Rad oder zu Fuß. Leon blickt anders auf den Faktor Zeit und beschließt, jeden Moment auszukosten. Leons Zustand verschlechtert sich. Er möchte aber noch möglichst viel von seiner Wunschliste umsetzen. Als Leon spürt, dass seine Lebenszeit abläuft, will er noch einmal mit seinen Lieblingsmenschen verreisen. Ob sich das realisieren lässt, wissen weder er noch seine Angehörigen. „37°“ begleitet zwei Menschen, deren Lebenszeit abläuft, auf ihren letzten Abenteuern, bei der Erfüllung ihrer ganz persönlichen Wünsche. Was bedeutet Leben für Martina und Leon unter diesen besonderen Umständen? Ein Film übers Leben. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 01.12.2026 ZDF
  • Folge 1255 (30 Min.)
    Zwei Jahre auf Reisen, ein karges Leben mit Nomaden in der Mongolei und vielen Grenzerfahrungen. Wird es der Familie gelingen, zurück in Deutschland wieder eine Existenz aufzubauen? Anna, Michael und Tochter Anouk versuchen in einem Dorf in Thüringen Fuß zu fassen – Kindergartenplatz, Arbeit und innere Ruhe zu finden. Sie wollen Wurzeln schlagen und zugleich bewahren, was sie in der Steppe über Natur, Konsum und sich selbst gelernt haben. Fast zwei Jahre waren Kamerafrau Anna (43), Buchautor Michael (37) und ihre Tochter Anouk (5) unterwegs. Mit ihrem selbst ausgebauten Feuerwehrwagen führte sie ihre Reise bis in die Mongolei. Dort lebten sie mit Nomaden, verbrachten einen Winter in der Steppe und tauschten Komfort gegen ein Leben, in dem Wasser aus dem Fluss kommt und Holzvorräte darüber entscheiden, ob es in der Jurte warm wird. Was als romantische Vorstellung begann, wurde zur Grenzerfahrung – und hat die Familie verändert. Nun geht es zurück nach Deutschland. Nach dem Wiedersehen mit Familie und Freunden ziehen die drei zurück nach Thüringen. In Mötzelbach bei Rudolstadt wartet ein 40 Quadratmeter kleines Haus auf sie. Doch mit dem neuen Zuhause kommen auch die alten Verpflichtungen zurück. Das finanzielle Polster der Familie ist aufgebraucht. Michael hofft auf einen neuen Buchvertrag, Anna auf die Finanzierung ihres nächsten Filmprojekts. Es geht zurück an den Schreibtisch. Auch für Anouk beginnt ein neues Kapitel. Sie war zwei Jahre alt, als die Familie aufbrach. Ein Leben mit wenig Kontakt zu Kindern war für sie normal. Nun geht sie zum ersten Mal in den Kindergarten. Für Anna und Michael bedeutet das auch: Nach zwei intensiven Jahren zu dritt haben sie wieder Zeit zu zweit – und müssen sich als Paar neu sortieren. In der Mongolei geriet die Beziehung an ihre Grenzen, sie fanden sich in traditionellen Rollen wieder, die so gar nicht zu ihrem bisherigen Leben und den gegenseitigen Erwartungen passten. Doch aus dem kargen Leben in der Steppe nehmen sie auch Wertvolles mit: dass das Auskommen mit dem Nötigsten zufriedenmachen kann. Die Konsumkultur der westlichen Welt hinterfragen sie. Reichtum liegt für sie nicht in dem, was man anhäuft, sondern in dem, was man erlebt. Ein Stück dieses einfachen Lebens haben sie mitgebracht: ihre mongolische Jurte. Als sie Monate später gemeinsam mit Freunden und Familie in Thüringen aufgebaut wird, schließt sich ein Kreis. Die Jurte wird zur greifbaren Erinnerung an eine Reise, die Anna und Michael viel abverlangt hat – und ihnen zugleich gezeigt hat, was ihnen wichtig ist. „Die Reise danach: von der Steppe in den Alltag“ begleitet eine Familie nach dem Abenteuer ihres Lebens. Ein Film über Heimkehr und Neuanfang, über Freiheit und Sicherheit – und über die Frage, wie viel von einem anderen Leben bleibt, wenn der Alltag wieder beginnt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 08.12.2026 ZDF

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