37 Grad
    • Folge 939 (30 Min.)
      Bild: ZDF und Marc Nordbruch
      Nicholas M., der ehemalige Frontmann der Gruppe Jupiter Jones, wurde von Angststörungen von der Bühne geholt. Hunderte Male hat er den Notarzt gerufen. – © ZDF und Marc Nordbruch

      80 Millionen Menschen leben in Deutschland, jeden Achten trifft es irgendwann: Angststörungen, eine tückische Krankheit unabhängig von Bildungsstand, Alter, sozialem Status und Geschlecht. „Wenn du dreimal am Tag eine dreiviertel Stunde lang denkst, du stirbst, dann macht das was mit dir“, sagt der Sänger Nicholas M. aus eigener Erfahrung. Weder Goldene Schallplatten noch der ECHO-Gewinn konnten verhindern, dass ihn die Panik von der Bühne holte. Mit großer Wucht und unabsehbaren Folgen trifft diese heimtückische Krankheit laut fachärztlicher Statistik rund zehn Millionen Menschen in Deutschland. Angststörungen sind von Kassen und Ärzteverbänden erst seit wenigen Jahren als eigenständige Krankheit anerkannt. Angstkranke sind immer noch schlecht versorgt, müssen oft lange Wartezeiten auf sich nehmen, weil Therapieplätze fehlen. Seit zwölf Jahren, seit dem Tod seiner Mutter, leidet Nicholas M. unter der Krankheit. Jahrelange Therapien, monatelange Klinikaufenthalte und Psychopharmaka waren nötig, um ihn wieder lebenstüchtig zu machen: Gesprächs-, Verhaltens- und tiefenpsychologisch basierte Therapien. Er kennt alle und plädiert dafür, Therapieplätze auszubauen, um angstgestörte Menschen schneller in Behandlung zu bringen. Dass der Sänger wieder in der Lage ist, eine zweite Karriere mit seiner neuen Band „Von Brücken“ starten zu können, brauchte es allerdings zusätzlich gute Freunde, die auch dann noch zu ihm hielten, als seine Krankheit und er ziemlich schwierig waren. „Die Angst nimmt mir mein Leben“, sagt Jeanette H., die es seit Jahren allein nicht mehr aus dem Haus schafft. Gartenarbeit, mit den Hunden raus, einkaufen oder zur Therapie – ohne ihren Ehemann geht gar nichts, erklärt die knapp 50-Jährige. Selbst während des einstündigen Besuches beim Psychologen muss ihr Mann vor der Tür warten, darf nicht kurz einkaufen gehen, „sonst bekomme ich Panik“. Auch die Einladung ihrer Tochter ins Wellness-Bad wird zum Desaster: Klaustrophobie und ständige Fluchtgedanken machen ihr den Aufenthalt im palmengesäumten Bad unmöglich. Selbst ein Besuch beim Friseur, meistens ein Genuss für Frauen, wird für sie zur Qual. Jeanette leidet an einer generalisierten Angststörung. Sie ist schonungslos offen und lässt sich mit der Kamera begleiten in die angstbesetzten Zonen ihres Alltags. „Mein Leben ist geschrumpft auf die Größe meiner Wohnung“, sagt Petra A. Auch sie kann seit Jahren die Wohnung nicht mehr allein verlassen. Ihre Kinder und ihr Ehemann müssen sie begleiten, und selbst dann schafft sie es oft nicht weiter als 100 Meter. Ihr machen Autolärm, Menschen auf der Straße oder im Supermarkt Angst: Herzrasen, Atemnot, hoher Puls, Schwindel – Panik. Die immer gleiche Abfolge, die sie seit Jahren kennt und gegen die sie trotzdem kaum ankommt. Ihr Therapeut rät, sich mit der Angst zu konfrontieren und zu lernen, dass man solche Situationen durchstehen kann. „37°“ begleitet drei Menschen mit Angststörungen in ihrem Alltag und zeigt, wie hart und schwer der Kampf gegen diese Krankheit ist. Die „37°“-Sendung steht am Sendetag ab 8:00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 17.07.2018 ZDF
    • Folge 940 (30 Min.)
      Bild: ZDF und Vita Spieß
      Lieber nach vorne schauen als zurück - das ist der Ansatz von Samuel Koch. – © ZDF und Vita Spieß

      Wie geht es eigentlich Samuel Koch? „37°“ begleitete den querschnittsgelähmten Schauspieler über vier Jahre. Und begegnet einem jungen Mann zwischen Hoch-Zeiten und Selbstzweifeln. Was ist das Leben noch wert, wenn alle Pläne zerbrechen? Diese Frage stellt sich Samuel Koch seit seinem Unfall immer wieder. Die Reportage sucht mit ihm nach Antworten, erlebt ihn auf und hinter der Bühne, verliebt und verletzt, hilflos und helfend. Der Unfall bei „Wetten, dass ..?“ liegt fast vier Jahre zurück. Hat man anfangs noch auf große körperliche Fortschritte gehofft, stagniert Samuels Zustand mittlerweile. Er kann einzelne Finger bewegen und durch die Kraft in den Schultern die Arme heben. So kann er Rollstuhl und Handy bedienen, für alles andere braucht er Hilfe und rund um die Uhr Betreuung. Trotz allem, Samuel bleibt in Bewegung, reist durch die Republik, 100 Nächte pro Jahr schläft er in Hotelzimmern. Wir sehen ihn in seiner ersten Hauptrolle am Theater und sind dabei, wenn sein zweites Buch entsteht. Mit Angela Merkel und Joachim Gauck feiert er das Reformationsjubiläum in Wittenberg. Noch wichtiger als die Gespräche mit Prominenten sind ihm die Begegnungen mit anderen Behinderten. „Gefühlt schreibt mir jeder frisch Verunfallte in Deutschland“, sagt Samuel. Viele von ihnen besucht er, tauscht sich aus oder hört einfach zu. Jede Reise ist mit hohem logistischem Aufwand verbunden, allein schon, um den 180 Kilogramm schweren Elektrorollstuhl zu transportieren. Dazu kommen die besonderen Herausforderungen, von denen kaum jemand ahnt, der nicht selbst betroffen ist: Samuel entdeckt eines Tages eine Verletzung am Knie, von der er nicht weiß, wann und wie sie entstanden ist, weil er die Schmerzen nicht spürt. Er muss sofort ins Krankenhaus, denn werden solche Wunden nicht behandelt, können sie sich entzünden. Im schlimmsten Fall muss amputiert werden. Zwischendurch tritt die große Liebe in sein Leben. Samuel lernt Schauspiel-Kollegin Sarah Elena Timpe kennen und staunt: „Ich dachte nicht, dass es solche Menschen noch gibt.“ Sie sagt: „Für mich ist er gar nicht behindert.“ Wir sind dabei, wenn die Hochzeitsplanungen beginnen und Samuel doch noch eine Möglichkeit findet, mit seiner Braut zu tanzen. Und wir sehen, welche Herausforderungen diese scheinbar ungewöhnliche Beziehung im Alltag bestehen muss. Wie ist das beispielsweise, immer von Assistenten und Pflegern umgeben zu sein? Wie viel Privatsphäre ist dann für das Paar noch möglich? Samuel trainiert jeden Tag mit seinen Physiotherapeuten an einem Trainingsrad oder im Laufroboter. „Ob es was bringt, weiß man nicht“, kommentiert Samuel. „Aber wenn man nichts macht, bringt es auf jeden Fall nichts.“ Oft sieht er andere Gelähmte, die jeden Antrieb verlieren. Das macht ihn traurig. Und dann wieder sind da Menschen mit ähnlichen Einschränkungen, die ihn beeindrucken. So wie die sechsjährige Elva. Sie ist von Geburt an gelähmt. „Für sie ist es ganz normal, um Hilfe zu bitten. Für mich ist das oft noch schwer. Da kann ich viel von ihr lernen. Denn, mal ehrlich, wofür lohnt es sich zu leben, außer mit anderen Menschen?“ Was also ist das Leben noch wert? Samuel findet am Ende des Films eine Antwort. Und zeigt durch sein Beispiel, wie kostbar jeder einzelne Moment ist. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 24.07.2018 ZDF
    • Folge 941 (30 Min.)
      Bild: ZDF und Johann Ahrends
      Olga ist eingebettet in ihre Familie. Sie ist aber stolz darauf, dass sie mit 93 Jahren immer noch sehr aktiv und rüstig ist. – © ZDF und Johann Ahrends

      Baltrum: Nordseewellen, saubere Luft, keine Autos, wenig Stress und viel Ruhe – ein Ferienparadies. Für viele Senioren ist es ein Herzenswunsch, hier im Alter zu leben. Wie geht das? Baltrum hat 500 Einwohner, viele möchten ihren Lebensabend auf der Insel verbringen. Pflegenotstand soll zumindest kein Problem sein. Deshalb haben die Baltrumer „Gode Tied“, einen Pflegedienst in Eigeninitiative, gegründet. Wie sieht das „Altsein“ wirklich aus? Baltrum ist die kleinste ostfriesische Insel, fünf Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit, die Welt scheint hier noch heil zu sein. Das macht Baltrum attraktiv, sowohl für die Touristen, die jährlich kommen, aber auch für die „Alten“. Sie wollen, solange es geht, auf der Insel bleiben. Um das möglich zu machen, gibt es den Pflegedienst „Gode Tied“. Der Verein hat 160 Mitglieder, jeder bezahlt 60 Euro pro Jahr, zwei Pflegerinnen werden durch Pflegegeld und Krankenkasse bezahlt, so können die „Alten“ zu Hause versorgt werden. Davon profitieren auch pflegebedürftige Urlauber und die Zugereisten, die auf der Insel im Alter Gemeinschaft und Unterstützung suchen. Doch wie sieht das „Altsein“ auf Baltrum aus? Der „37°“-Film begleitet alte Insulaner und „zugewanderte“ Senioren. Eingebettet in die Großfamilie: Olga ist bereits 93 Jahre alt, sie genießt die Fürsorge ihrer Kinder, Enkel und Urenkel. Alle leben auf der Insel – die meisten vermieten an Feriengäste oder arbeiten in der Gastronomie. Olga ist gleich nach dem Krieg nach Baltrum gekommen und hat zusammen mit ihrem Mann in einer Bretterbude Lebensmittel verkauft. Seit 70 Jahren kümmert sie sich um die Buchführung – zuletzt auch für den Hotelbetrieb ihres Enkels Olaf. Dessen Tochter Lena ist jetzt in den Betrieb eingestiegen und wird gerade von ihrer Uroma eingearbeitet. Olgas Lebensmotto ist: so selbstständig wie möglich bleiben! „Ich möchte noch so viel, was ich selber machen kann, auch selber machen. Sie meinen es alle gut. Aber wenn ich das selber kann, dann sollen sie mich gewähren lassen.“ Olga kocht manchmal für die Familie, geht einkaufen und fährt auch selbstständig mit ihrem Elektromobil zum Arzt. Einmal am Tag kommt der Pflegedienst und versorgt die rüstige Rentnerin mit Kompressionsstrümpfen. Im Sommer heiratet ihr erster Urenkel Nils – da möchte sie auf alle Fälle dabei sein. „Die Insel bedeutet mir eigentlich alles. Ich möchte hier sterben. Wirklich wahr. Ich möchte nicht ans Festland.“ Jupp (80) ist als fröhlicher Gastwirt zum „Inseloriginal“ geworden. 1966 kam er zusammen mit Ehefrau Ulla nach Baltrum und hatte es anfangs nicht leicht mit den Einheimischen. Aber Jupp mischte sich schnell überall ein, spielte Theater, predigte in der Kirche und saß im Inselrat. Und während seine Frau im Restaurantkeller das Essen kochte, versorgte er die Gäste an der Theke mit Getränken und Witzen. Doch nun musste er den „Seehund“ an seine Tochter Martina übergeben, denn Jupp ist krank. Mehrmals musste er schon mit dem Hubschrauber ans Festland ins Krankenhaus gebracht werden. Zurück auf der Insel, wird er nun jeden Morgen vom Pflegedienst versorgt. Jupp hat einen sehnlichen Wunsch: Er will auf der Insel bleiben. Doch wie lange wird er noch Einheimische und Touristen unterhalten und mit seinem Elektrorollstuhl „Silberpfeil“ im Dorf unterwegs sein? Renate (69) und Günther (80) sind „Zugereiste“. Sie leben erst seit sieben Jahren auf Baltrum. Renate hat nur noch ein Drittel ihrer Lunge und braucht die Nordseeluft zum Atmen: „Ich sage immer, wenn es später kein Paradies gibt, ist das nicht so schlimm. Ich hatte das schon zu Lebzeiten auf Erden.“ Für ihren Mann steht die Gesundheit seiner Frau an erster Stelle. Die „Integration“ war anfangs nicht leicht. Doch Günther ist Musiklehrer und hat auf der Insel eine Brassband mit Jugendlichen gegründet, um Kontakt zu bekommen. Die beiden haben bereits auf anderen Nordseeinseln gelebt, aber auf Baltrum können Rollstuhlfahrer direkt ans Meer fahren – deshalb musste es im Alter diese Insel sein. Mitten im Dorf haben sie sich ein kleines gemütliches Haus gebaut – für einen ruhigen Lebensabend ohne Autos, Lärm und Stress. Renate geht es seitdem besser. Jeden Tag geht sie mit Hündin Jule spazieren. Doch Günthers Gesundheitszustand wird immer schlechter. Er hat Diabetes und muss vom Pflegedienst versorgt werden. Günther möchte noch sein letztes großes Konzert in der Inselkirche geben, doch was passiert danach, wenn es ihm schlechter geht? (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 31.07.2018 ZDF
    • Folge 942 (30 Min.)
      Bild: ZDF und Daniela Agostini
      Die Dorfgemeinschaft gibt es kaum noch. Das jährliche Highlight ist das Hoffest. Marlis macht alles selbst, sie backt eine Quiche. – © ZDF und Daniela Agostini

      Keine Kneipe, kein Geschäft, keine Schule, kein Arzt: Postlow ist eine kleine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern – mit wenig Zukunftschancen. Was tun die Menschen gegen das Dorfsterben? Deutschland boomt – in den Metropolen. In Postlow gibt es kaum Arbeitsplätze, für Straßenreparaturen und Sanierungen fehlt oft das Geld. Der Frust ist groß, Häuser verfallen, viele junge Leute ziehen weg. Wie leben die Menschen, die in ihrer Heimat bleiben wollen? Die Gemeinde Postlow liegt weitab von den Wirtschaftszentren und zu weit entfernt von der Ostsee, um vom Tourismus zu profitieren. Postlow hat in den vergangenen zehn Jahren rund 100 Einwohner verloren. 287 Menschen leben noch hier, viele sind über 50. Die Gründe sind bekannt: Nach der Wende mussten die großen landwirtschaftlichen Genossenschaften schließen, es ging wirtschaftlich immer mehr bergab, investiert wurde kaum. Der Verfall ist nun vielerorts sichtbar: In der idyllischen Gegend mit weiten Feldern und Alleen stehen verlassene Gutshöfe, leere Häuser und DDR-Bauten in schlechtem Zustand. Nur vereinzelt gibt es noch kleine Gewerbeunternehmen. Manche Häuschen in Postlow sehen zwar gepflegt aus, doch Leben spielt sich auf den Straßen nur wenig ab. Laut aktuellem Zukunftsatlas gehört der Landkreis Greifswald-Vorpommern, in dem Postlow liegt, zu denen mit den schlechtesten Entwicklungschancen. Düstere Zukunftsprognosen. Fühlen sich deshalb die Bewohner „abgehängt“? Nicht alle wollen sich mit dieser Entwicklung abfinden. In einer Langzeitbeobachtung begleitet „37°“ Menschen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für ihre Heimat einsetzen. „Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich, da kommt keiner und sagt: Mach Du mal!“ Marlis K. (53) ist schon seit 30 Jahren Postlowerin. Zusammen mit ihrem Mann Hartmut hatte sie eine Geschäftsidee. Sie hat auf dem abgelegenen Anwesen ihrer Schwiegereltern eine kleine Oase geschaffen: eine liebevoll eingerichtete kleine Mosterei mit Hofladen, in der Leute aus der Gegend ihr Obst verarbeiten lassen können. Das schafft Arbeit, auch für zusätzliche Kräfte. Doch in diesem Jahr ist die Ernte eine Katastrophe. Werden Marlis und Hartmut ihre Tatkraft behalten, auch wenn ihre Existenz gefährdet ist? „Hier gibt es nichts, deshalb wollen wir etwas tun. Wir haben noch richtig Elan, und wir wollen auch, dass in unserem Dorf etwas passiert.“ Oliver H. (28) ist einer der wenigen Jungen, die in Postlow geblieben sind. Oliver hat Arbeit bei der Straßenmeisterei in der nächst gelegenen Stadt Anklam und lebt mit seiner Familie im Haus seiner verstorbenen Großeltern, Tür an Tür mit den Eltern. Oliver hat seine Kindheit hier verbracht und war nie weg – und will es auch gar nicht. Postlow, das ist seine Heimat – was zählt, ist die Familie, sind Freunde und die Freiwillige Feuerwehr. Hier übernimmt er seit Kurzem Verantwortung als Wehrführer. Disko, Kneipe, Nachtleben, das vermisst Oliver nicht. Gemeinsam mit den jungen Leuten der Gemeinde will er seine Energie investieren, um das Dorfleben wieder in Schwung zu bringen. „Früher gab es noch eine Dorfgemeinschaft, doch nach der Wende hat sich jeder mehr zurückgezogen.“ Ursula B. (74) kam mit zwei Jahren als Flüchtlingskind mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern aus Ostpreußen nach Postlow. Von ihrer alten Schule ist nur mehr eine Ruine geblieben. Doch sie hat auch schöne Erinnerungen an die Vergangenheit. Seit 50 Jahren lebt sie in ihrer Dreiraum-Wohnung im Plattenbau, hier möchte sie bleiben, auch wenn es keinen Laden und keinen Arzt gibt. Zum Glück existiert noch der Zusammenhalt mit den Nachbarinnen, sie helfen sich gegenseitig und leisten sich im Alter Gesellschaft. Doch wird Ursula in ihrer Wohnung bleiben können? (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 07.08.2018 ZDF
    • Folge 943 (30 Min.)
      Bild: ZDF und Thomas Henk Henkel
      Olaf A. züchtet Pferde. Auf Usedom organisiert er im Sommer Ausritte für Touristen. So lernt er immer viele Frauen kennen. Doch er fragt, sich warum bisher keine länger bei ihm bleiben wollte. – © ZDF und Thomas Henk Henkel

      „Das Leben ohne Frau ist ein sinnloses Leben“, sagt Uwe (50) aus Leuna. „Manchmal mach’ ich den Fernseher nur an, um Stimmen zu hören“, erzählt Olaf (41) von der Insel Usedom. Und Stefan (29) aus dem Erzgebirge findet es nicht gut, dass Beziehungen heute so schnell in die Brüche gehen. Alle drei Männer kommen eigentlich gut an bei den Frauen. Trotzdem sind sie schon länger Single und leben seit mehreren Jahren unfreiwillig allein. Statistiken und Studien zeigen: Das liegt nicht an ihnen. In Ostdeutschland fehlen auf dem Land und in den Kleinstädten die Frauen. Die Männer finden Arbeit in handwerklichen Berufen, und die Frauen gehen weg, weil sie sich in den Städten eine bessere Zukunft erhoffen. So kommt es, dass in manchen ländlichen Regionen Ostdeutschlands 20 Prozent mehr Männer als Frauen leben. Besonders die jungen Männer haben es schwer, eine Partnerin zu finden. Olaf betreibt ein Sägewerk und züchtet Pferde. Im Sommer organisiert er Ausritte, so lernt er immer viele Frauen kennen. Doch er fragt sich, warum bisher keine länger bei ihm bleiben wollte. Liegt es vielleicht daran, dass er so viel arbeitet und in einem Wohnwagen wohnt? Uwe sammelt und verkauft Ersatzteile für DDR-Oldtimer. Auf Trödelmärkten trifft er Gleichgesinnte und fühlt sich nicht so allein. Er versucht über eine Dating-Sendung im Radio seine Traumfrau zu finden. Bio-Bauer Stefan mag seine Arbeit, hat viele Freunde und lebt gern auf dem Land. Doch wird er sich jemals wieder verlieben, wenn er seinen Hof nicht verlässt? Die Dokumentation zeigt, wie alle drei Protagonisten ihr Single-Dasein meistern und sich der schwierigen Herausforderung stellen, in ihrer Region eine Partnerin zu finden. Die „37°“-Sendung steht am Sendetag ab 8:00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 14.08.2018 ZDF
    • Folge 944 (30 Min.)
      Bild: ZDF und Daniela Hoyer
      Sozialarbeiter Pablo M. hilft jungen Familien dabei, Gewalt und Streit zu vermeiden. – © ZDF und Daniela Hoyer

      Sozialarbeiter helfen Menschen, die auf der Schattenseite unserer Gesellschaft stehen. Für diese verantwortungsvolle Arbeit werden sie schlecht bezahlt und müssen einige Belastungen aushalten. „37°“ begleitet zwei Sozialarbeiter aus dem Ruhrgebiet. In Bochum hilft Sabine B. alten Menschen, so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Pablo M. unterstützt in Gelsenkirchen Familien, in denen häufig das Wohl der Kinder gefährdet ist. Seit 30 Jahren arbeitet Sabine B. als Sozialarbeiterin in Bochum. Die 57-Jährige leitet das Seniorenbüro Süd, eine Außenstelle des Sozialamts Bochum. Weitgehend auf sich allein gestellt, kümmert sie sich in fünf Stadtteilen um alte Menschen, die durch Krankheit, Schicksalsschläge oder das Nachlassen der körperlichen und geistigen Kräfte ihr Leben nicht mehr im Griff haben. Oft leben diese Menschen allein und haben keine Angehörigen mehr. Sabine B. unterstützt die Senioren bei der Organisation ambulanter Hilfen wie Pflegedienst, Essen auf Rädern oder gesetzliche Betreuung. Sie erledigt Telefonate oder hilft bei der Suche nach einer barrierefreien Wohnung. Und sie hat immer ein offenes Ohr für die alten Menschen, etwa, wenn sie einen Angehörigen verlieren und allein zurückbleiben. Zurzeit gibt es viel zu tun für die Sozialarbeiterin. Sie betreut 15 Fälle, darunter Frau K., die an einer schnell fortschreitenden Frühdemenz erkrankt ist. Wenn Sabine B. sie nicht daran erinnert, vergisst Frau K. sogar zu essen. Die 66-Jährige wiegt nur noch 39 Kilogramm. „Ich versuche, mögliche Gefahren so klein wie möglich zu halten, aber ich kann das Leben nicht komplett kontrollieren. Es kann immer etwas passieren“, weiß die Sozialarbeiterin. Sabine B. muss entscheiden, ob es noch zu verantworten ist, Frau K. allein wohnen zu lassen. Auch Pablo M. kennt solche Fälle, die ihn manchmal bis in den Schlaf verfolgen. Der 35-Jährige ist sozialpädagogischer Familienhelfer bei der Diakonie in Gelsenkirchen. Er hilft jungen Familien, in ihrem Leben wieder einen Anker zu finden. Häufig betreut er alleinerziehende Mütter und Väter, bei denen das Wohl der Kinder gefährdet ist. Pablo M. arbeitet im Auftrag des Jugendamts und spricht Empfehlungen dazu aus, ob Kinder eventuell aus den Familien herausgenommen werden sollten. Das ist viel Verantwortung für den Sozialarbeiter. „Ich kann nicht 24 Stunden da sein, ich kann nicht alles verhindern“, sagt er. Häufig ist es für den Sozialarbeiter mühsam, das nötige Vertrauen aufzubauen. „Was mich belastet, ist, wenn ich vor die Wand renne in Familien, in denen ich überhaupt nicht erwünscht bin“, sagt Pablo M., der selbst Vater von zwei Kindern ist. Mit Geduld und Einfühlungsvermögen versucht er, zu den Menschen durchzudringen. Als Vermittler zwischen Amt und Familie erfüllt er eine wichtige Kontrollfunktion. Auf ihrem jeweiligen Gebiet übernehmen die beiden Sozialarbeiter viel Verantwortung. Hautnah erleben sie Fälle von Einsamkeit, Überforderung und Verwahrlosung, aber immer wieder auch Momente stillen Glücks, wenn ihre Hilfe Früchte trägt. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 21.08.2018 ZDF

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