• Folge 1244 (30 Min.)
    Der Haftraum von Berkman. Er wurde wegen Beihilfe zum Schmuggel von Cannabis über die Grenze von Holland nach Deutschland zu fünf Jahren verurteilt. – Bild: Manfred Karremann /​ ZDF und Manfred Karremann
    Der Haftraum von Berkman. Er wurde wegen Beihilfe zum Schmuggel von Cannabis über die Grenze von Holland nach Deutschland zu fünf Jahren verurteilt.
    Wie sieht der Alltag im Strafvollzug aus oder in der Sicherungsverwahrung? Der Film zeigt Häftlinge, die sich auseinandersetzen mit Fragen zu Schuld, Verantwortung, verlorener Lebenszeit. Jan sitzt seit mehr als zwanzig Jahren in Haft, wegen Gangschlägereien. Sergio lebt wegen Sexualdelikten in der Sicherungsverwahrung. Berkman wurde wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt und aufgrund guter Führung früher entlassen. Sergio setzt sich in einer Therapie mit seiner Vergangenheit auseinander. „Man denkt immer: Man hat die Tat begangen und dann ist gut. Aber wenn man sich damit auseinandersetzt, dann tut es halt auch weh. Wenn man erkennt, was man den Leuten angetan hat.“ Er hofft auf seine Entlassung, doch die jährliche Begutachtung kommt erneut zu dem Ergebnis, dass er vorerst in der Sicherungsverwahrung bleiben muss. Warum Menschen nach Verbüßung ihrer Strafe dennoch untergebracht bleiben, erklärt Joachim Stein, Leiter des Vollzugsdienstes: „Man geht bei diesen Menschen von einer Gefährlichkeit aus, die nach wie vor noch so hoch ist, dass man sie nicht in die Freiheit entlassen kann.“ Manche Untergebrachte, so Stein, müssten bis nahe an ihr Lebensende in Sicherungsverwahrung bleiben. Einen anderen Weg geht Berkman. Wegen Beihilfe zum Cannabis-Schmuggel zu fünf Jahren Haft verurteilt, begleitet ihn der Film über zwei Jahre – vom geschlossenen Vollzug bis zu seiner vorzeitigen Entlassung nach vier Jahren. Durch konsequent gute Führung erhält er die Chance auf einen früheren Neuanfang. Doch die Folgen seiner Haft begleiten ihn weiter: Bereits zwei Wochen nach seiner Inhaftierung hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Seit vier Jahren hat er keinen Kontakt zu seinen Kindern, seine jüngste Tochter kennt er nur von Fotos. „Papa ist arbeiten“, erzählt die Familie den Kindern zunächst. Doch Berkman weiß: „Irgendwann musste man sagen: Papa ist im Gefängnis.“ Der Film begleitet die Männer über einen langen Zeitraum und zeigt zwei grundlegend unterschiedliche Formen des Freiheitsentzugs. Berkman arbeitet auf einen konkreten Tag der Entlassung hin. Für Jan und Sergio dagegen gilt das Prinzip Hoffnung: Einmal im Jahr entscheidet ein Gutachten darüber, ob sie eine Chance auf Freiheit erhalten. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 ZDF
  • Folge 1245 (30 Min.)
    Gunther Linges (77), (r.) ohne Computererfahrung, lässt sich von Ben Schneider, (19) (l.), die digitale Kasse erklären, bedient sie aber bei der Arbeit nicht.
    Gunther Linges startet mit 77 einen Job als Servicekraft. Jörg Daube hatte mit 65 noch einmal ein Lokal übernommen, will dort Jung und Alt zusammenbringen. Doch das Projekt droht zu scheitern. Schauplatz ist ein Gasthaus im strukturschwachen Stadtteil Essen-Borbeck. Hier treffen Gunther und Jörg aufeinander. Etwas Sinnhaftes tun und noch einmal in ihrem Leben durchstarten, davon träumen die beiden und lassen sich auch nicht von Hindernissen beirren. „Ich kann die Hände nicht in den Schoß legen“, beteuert Gunther Linges. Der 77-Jährige ist ein waschechtes Essener Urgestein. „Ich brauche den Kontakt zu den Menschen und will mich irgendwie noch einbringen in diese Gesellschaft.“ Also hat er zusammen mit seiner Frau Beate – sie ist 65 Jahre alt und arbeitet in ihrem Kosmetikstudio – die Stellenangebote studiert und ist fündig geworden. Die „Wundertüte“ in Essen-Borbeck, eine außergewöhnliche Mischung aus Treffpunkt und Restaurant für Jung und Alt, sucht Personal für Gästeempfang und Service. Die Betreiber der Wundertüte, Jörg Daube (69) und seine Frau Gabriele (79), gehören ebenfalls zur älteren Generation, die etwas Sinnstiftendes machen will. Die Eheleute sind Quereinsteiger in der Gastronomie. Sie schrecken vor Neuanfängen nicht zurück. Vor vier Jahren gab die griechische Taverne in ihrem Mehrparteienhaus coronabedingt auf, und die beiden hatten den Mut, daraus einen Treffpunkt für Jung und Alt zu machen. „Unsere Idee ist, dass die Gäste nicht nur für sich sitzen und essen, sondern sich aktiv kennenlernen und zwar über Generationen hinweg“, erzählt Jörg Daube. Schon vor 1900 war dieser Ort in Essen-Borbeck weit und breit die einzige Gaststätte. Taufen, Hochzeiten und Leichenschmaus haben die Borbecker hier gefeiert und begangen. Das wollten die Daubes dem Stadtviertel nicht wegnehmen, das heute eher Waschstraßen und Spielhallen beherbergt. Ein seltenes Projekt, das Generationen sowohl über die Arbeit als auch über das Essen zusammenbringen will. Bis 2036 werden laut Statistischem Bundesamt 13 Millionen Erwerbstätige das Renteneintrittsalter überschritten haben. Der Film zeigt Beispiele für ein gelingendes Miteinander der Generationen. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 ZDF
  • Folge 1246 (30 Min.)
    Für Klara (r.) waren ihre Freundinnen in der Zeit vor dem Schwangerschaftsabbruch wichtige Ansprechpartnerinnen.
    Klara, Jacky und Laura müssen eine Entscheidung treffen, bei der es kein dazwischen gibt. Alle drei werden ungeplant schwanger und fragen sich: Was nun? Bin ich bereit für ein Kind? Eine ungeplante Schwangerschaft verändert alles. Für Klara, bereits Mutter von zwei Kindern, steht die Entscheidung fest. Für Jacky und Laura beginnt erst jetzt das Ringen: zwischen Zukunftsplänen, Erwartungen und der Frage, welchen Weg sie gehen wollen. Ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich ist alles anders. Laura(34) hält den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Was als „Wird schon gut gehen“ begann, wird zur existenziellen Frage. Eigentlich möchte sie Mutter werden. Aber noch nicht jetzt. Gerade hat sie ihr Masterstudium begonnen, hat Pläne und Träume. Ein Kind passt da nicht hinein. Gemeinsam mit ihrem Partner beginnt ein Abwägen, ein vorsichtiges Durchspielen möglicher Wege. Klara (34) erlebt den Moment anders. Sie hat schon zwei Kinder und gerade hat sie sich von ihrem Partner Erik getrennt, als sie erneut schwanger ist. Für Klara gibt es keinen Zweifel: Sie will kein drittes Kind. Doch die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch ist nur der Anfang eines langen, kräftezehrenden Weges. Denn trotz ihrer Klarheit ist der Abbruch keinesfalls einfach. Bei Jacky (29) ist die Situation wiederum anders. Sie will die Schwangerschaft austragen. Aber ihr Partner Eugen passt nicht in die Vaterrolle. Die beiden lernen sich im Studium kennen, feiern viel – er will seine Freiheiten nicht aufgeben. Zwischen dem jungen Paar entsteht ein Konflikt, der keine Kompromisse kennt – und ihre Beziehung auf die Probe stellt. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 ZDF
  • Folge 1247 (30 Min.)
    Millionen Videos werden täglich in sozialen Medien hochgeladen – darunter auch sogenannte Challenges.
    Mutproben in den sozialen Netzwerken animieren zur Nachahmung. Was ist, wenn sie lebensgefährlich sind? Ivan macht mit, um Klicks zu generieren. Leonida kommt zu Tode, Sara will aufklären. Was oft harmlos beginnt, kann schnell kippen. Eine Studie der Medienanstalt NRW zeigt: Etwa ein Drittel der Social-Media-Challenges gilt als riskant, einige sind lebensgefährlich. Warum sind solche Trends für viele so faszinierend? Wie gefährlich können sie sein? Der 16-jährige Ivan verbringt viele Stunden in sozialen Medien, sammelt Likes und Follower und macht bei Challenges mit. Er hält die Luft an, bis er fast ohnmächtig wird oder filmt sich dabei, wie er extrem scharfe Chips isst. Was ihn antreibt, ist nicht nur der Nervenkitzel, sondern auch der Wunsch, gesehen zu werden. Ivan macht auch Musik, schreibt eigene Rap-Texte und hofft auf Reichweite. „Du darfst deinen Hype nicht verpennen“, sagt er. Wie gefährlich solche Challenges sein können, zeigt das Schicksal von Leonida. Die 17-Jährige stirbt, nachdem sie bei der sogenannten Deo-Challenge mitgemacht hat. Ihr Vater Alexander wusste, dass sie soziale Medien nutzt, aber nicht, dass sie an solchen Trends teilnimmt. „Ohne Social Media wäre sie nie auf die Idee gekommen, so etwas zu machen“, sagt er. Auch Sara kennt die Schattenseiten sozialer Medien. Schon mit elf Jahren gerät sie an Inhalte, die sie überfordern. Heute ist die 18-Jährige bewusster online unterwegs und engagiert sich zusätzlich als Medienscout. Sie klärt Schulklassen über Onlinerisiken auf. Denn auch dort sind Challenges längst angekommen: An ihrer Schule musste ein Schüler nach einer Mutprobe ins Krankenhaus. Ihr Lehrer berichtet, wie schwer es ist, Jugendliche vor gefährlichen Trends zu schützen. Die „37°“-Reportage begleitet junge Menschen und ihre Familien in einer Welt zwischen Anerkennung, Gruppendruck und Selbstinszenierung. Sie fragt, warum Challenges für viele so reizvoll sind, und was passiert, wenn ein Trend plötzlich gefährlich wird. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 ZDF
  • Folge 1248 (30 Min.)
    Jeden Morgen geht Britta an der Ostsee spazieren. Bewegung tut ihr gut und ist wichtig bei Demenz.
    Britta erhält mit 56 Jahren die Diagnose Alzheimer, zwei Jahre ist das her. Ein Schock, denn sie weiß, dass die Krankheit unheilbar ist und sie mit jedem Tag ein Stück ihres Leben verliert. Britta gehört zu den rund einhunderttausend Betroffenen in Deutschland, die an Frühdemenz erkrankt sind, also bei der Diagnose unter 64 sind. Der Befund hat sie aus dem Leben gerissen. Auch ihre Familie ringt damit, dass ihr Weg ins Vergessen unausweichlich ist. „Ich kann damit hadern oder damit leben.“ Eine andere Wahl hat Britta nicht. Die Mutter von vier Kindern ist an Alzheimer erkrankt, seit zwei Jahren weiß die 58-Jährige das. Zuerst tippten die Ärzte auf einen Burn-out und schickten sie zur Kur. Doch ihr Zustand besserte sich nicht. Schließlich brachte eine Gehirnwasseruntersuchung Klarheit. Die Diagnose ist nicht nur ein großer Schock, er verändert ihr bisheriges Leben schlagartig und für immer. Ihren geliebten Beruf als Lehrerin musste sie aufgeben. Nun sitzt sie zu Hause und leidet darunter, nicht mehr gebraucht zu werden. Die meiste Zeit wartet sie darauf, dass ihr Ehemann Stefan von der Arbeit kommt. Für Stefan eine schwierige Situation: Wie soll es weitergehen? Er arbeitet zwar nur noch bis 14 Uhr, den halben Tag aber ist sie allein. Er will gemeinsam mit ihr entscheiden, wie ihre Betreuung in Zukunft organisiert werden und ob sie in ihrem Zuhause in Eckernförde bleiben kann. Doch Gespräche darüber blockt sie ab, obwohl sie weiß, dass sie nicht mehr so viel Zeit hat, selbst Entscheidungen zu treffen. Die früher selbstständige und unternehmungslustige Frau wird immer abhängiger von der Hilfe anderer. Einkaufen und Kochen kann sie nicht mehr. Auch spontane Ausflüge mit ihrem kleinen Bus gehören der Vergangenheit an, denn sie darf nicht mehr selbst fahren. Britta versucht, der Krankheit positive Seiten abzutrotzen. Momente des Glücks erlebe sie viel intensiver als früher, sagt sie. Sie lacht darüber, dass sie einen Streit mit Stefan sofort wieder vergisst. Stolz macht sie ein Bilderbuch für ihre Enkelkinder über eine Schafsfamilie und die „Elfe Dementia“, die Gedanken in Feenstaub verwandelt. Britta hat das Buch selbst geschrieben, illustriert und verlegt, sie präsentiert es in Stadtbüchereien und Altenheimen. Damit möchte sie über Alzheimer aufklären und der Krankheit den Schrecken nehmen. Für dieses Engagement wurde sie von der Hertie-Stiftung ausgezeichnet. Doch die schlechten Tage häufen sich. „Manchmal weiß ich gar nicht mehr, ob ich etwas gesagt oder nur gedacht habe.“ Das macht ihr Angst. Sie spürt die Verluste und weint manchmal bitterlich, weil sie weiß, dass sie ihre Kinder, Freunde und ihren geliebten Mann verlieren wird und nichts dagegen tun kann. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz und unheilbar. Insgesamt leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Neben älteren Betroffenen gibt es auch viele jüngere Erkrankte: Rund 100.000 Menschen zwischen 45 und 64 Jahren sind von einer Frühdemenz betroffen. Diese Altersgruppe trifft die Diagnose besonders hart, weil sie noch mitten im Berufsleben steht. Auch fehlt es an Versorgungsstrukturen für jüngere Erkrankte: Pflege- und Betreuungsangebote sind fast ausschließlich auf ältere Menschen ausgerichtet, was oft zu massiver Isolation und Frustration führt. „37°“ wirft aus Brittas Perspektive einen Blick auf die Krankheit. Wie erlebt sie den Verlust ihrer kognitiven Fähigkeiten? Wie bereitet sie sich auf den Tod vor? Und wie gehen Stefan und ihre Kinder mit diesem Weg ins Vergessen um? (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 ZDF
  • Folge 1249 (30 Min.)
    Was geschieht hinter verschlossenen Türen deutscher Tierversuchslabore? Für viele sind Tierversuche ethisch nicht vertretbar, andere halten sie für wissenschaftlich notwendig. Über ein Jahr lang versucht Manfred Karremann, mit Tierversuchslaboren ins Gespräch zu kommen. Trotz angebotener Anonymität bleiben die Türen geschlossen. Nur Prof. Stefan Schlatt von der Universität Münster spricht offen über Tierversuche und seine Beweggründe. Nach Angaben des Bundesamtes für Risikobewertung wurden nach der letzten Statistik für 2024 rund 1,3 Millionen Tiere in Deutschland in Versuchen eingesetzt. Zählt man unter anderem Tiere hinzu, die für Organentnahmen getötet oder als Überschuss gezüchtet wurden, waren es mehr als drei Millionen, die in einem Jahr verwendet wurden. Heimlich entstandene Aufnahmen aus einem britischen Labor zeigen Hunde, Affen, Kaninchen und Ratten bei Sicherheitstests. Es sind Experimente, die überall nach Richtlinien der OECD durchgeführt werden. Standardtests, Routine: Tiere müssen Substanzen einatmen oder bekommen sie über Magenschläuche verabreicht. Bilder, die normalerweise der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Gleichzeitig zeigt „37°“, dass es Alternativen gibt. Wissenschaftler arbeiten mit menschlichen Zellkulturen, künstlicher Haut und Organen auf Chips. Bei BASF wurden für Tierversuche etwa zur Haut- und Augenreizung alternative Verfahren entwickelt. Manche dieser Methoden können nicht nur Tierleid vermeiden, sondern in bestimmten Bereichen auch wissenschaftlich bessere Ergebnisse liefern. „Geheimsache Tierversuche“ zeigt Einblicke in die streng abgeschottete Welt der Labore. Fragt: Wie kann eine Gesellschaft etwas ethisch und wissenschaftlich beurteilen, das weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschieht? (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 ZDF

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