• Folge 1048 (30 Min.)
      Elenie erkennt während ihrer Suchttherapie die Gründe für Ihre Spielsucht: schwere traumatische Erlebnisse in ihrer Jugend. – Bild: ZDF und Volker Schmidt-Sondermann.
      Elenie erkennt während ihrer Suchttherapie die Gründe für Ihre Spielsucht: schwere traumatische Erlebnisse in ihrer Jugend.

      Glücksspiel – für die einen ein befriedigender Rausch, für die anderen ein Fluchtort bei Problemen im privaten Umfeld. Was ist, wenn es in den finanziellen oder persönlichen Ruin führt? Die Anzahl der pathologischen Spieler*innen in Deutschland lässt sich mit 200 000 Personen beziffern. Dabei tritt das problematische oder pathologische Glücksspiel am häufigsten bei jungen Männern auf. In der Regel verfügen sie über ein geringes Einkommen. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gab es 2019 in Deutschland über 400 000 Glücksspieler*innen, deren Spielverhalten in einem kritischen Bereich lag. Vier Protagonist*innen erzählen, wie sie mit dem Glücksspiel in Kontakt kamen. Amir verspielte eine halbe Million Euro, für Elenie wurde der Automat zum besten Freund, und für Volker war das Glücksspiel ein befriedigender Rausch der Hormone. Adrian erlebte das Schlimmste, was einem Vater passieren kann: Sein Sohn spielte und beging wegen der Spielsucht Selbstmord. Volker ist elf Jahre alt, als seine Eltern mit ihm auf einer Autobahnraststätte haltmachten. Eine verlockende, blinkende Maschine faszinierte ihn, und er warf heimlich sein Taschengeld in den Schlitz. Das war der Anfang eines 23-jährigen Doppellebens, in dem er nicht nur 300 000 Euro verspielte, sondern auch all seine Freunde verlor und seine Familie regelmäßig belog. Für Elenie war der Glücksspielautomat zunächst nur ein Ort, wo sie sich als Heranwachsende die Zeit vertrieb. Doch als die Probleme mit ihrer Familie immer stärker und die körperlichen Züchtigungen immer häufiger wurden, fand sie im Spielautomaten einen stillen Vertrauten. Nach 14 Jahren aktiver Spielsucht hat Elenie nun eine Therapie begonnen und muss lernen, dass ihr kein Automat der Welt bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse helfen kann. Amir war der König in der Spielhalle, verzockte in einer Nacht auch mal 10 000 Euro, erzählte seinen Freunden von spektakulären Weltreisen, von denen er aber keine einzige tatsächlich machte. Er konstruierte ein perfektes Lügengerüst, das keiner durchdringen sollte. Adrian dagegen sucht verzweifelt nach Antworten, warum er die Glücksspielsucht seines Sohnes Tjark nicht erkannt hatte. Er will verstehen, wie es sein kann, dass das Glücksspiel über den 23-Jährigen die komplette Kontrolle bekam und warum es für ihn keinen Ausweg mehr gab. Die „37°“-Reportage gewährt einen Einblick in die Welt der Spielsüchtigen. (Text: ZDF)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 27.07.2021ZDF
    • Folge 1049 (30 Min.)
      Obst und Gemüseanbau ist für Selbstversorgerin Sara existenziell.

      Gemüse und Obst im eigenen Garten anzubauen, ist ein Trend in Deutschland. Die eigene Farm verspricht Unabhängigkeit und mehr Gesundheit. Doch der Weg zur Selbstversorgung ist steinig. Sich selbst mit dem versorgen, was der Boden oder vielleicht sogar der Stall hergibt, der Vorstellung haftet etwas Romantisches an. „37°“ begleitet ein Jahr lang zwei Familien, die ernsthaft selbst produzieren wollen, doch dabei auch ihre Grenzen kennenlernen. Sara und Michael Niedrig lebten bis vor einem Jahr mit ihren zwei Kindern in einer Dreizimmerwohnung in Köln. Das dritte Kind ist unterwegs und damit der Entschluss gereift, ihr Leben von Grund auf zu ändern. „Ich habe mir gewünscht, dass meine Kinder frei laufen und sehen, wie ein Radieschen wächst“, sagt die ehemalige Leistungssportlerin Sara. Ihr Abenteuer Selbstversorgung beginnt in Kall in der Eifel. Die beiden haben ein 250 Jahre altes Gut gekauft mit sechs Hektar Land und Wald und 2000 Quadratmetern Nutzfläche. Einen Permakultur-Garten anzulegen, das ist das Ziel der 36 Jahre alten Mutter. Obstbäume und Gemüse sollen hier wachsen. Sara ist sich bewusst, dass Selbstversorgung nicht einfach ist, zumal sie keinerlei Erfahrung mit säen und pflanzen hat. Wer den Großteil seiner Lebensmittel selbst produzieren will, braucht viel Zeit und Engagement und eine hohe Frustrationstoleranz. Das erlebt auch das Paar. Saaten gehen nicht an wie erhofft, Braunfäule vernichtet die komplette Tomaten-Ernte, an den Erdbeersträuchern hängt keine einzige Frucht. Ihr Wissen sammeln die beiden Selbstversorger in Tutorials aus dem Internet und von benachbarten Bauern, die dem jungen Paar gern Unterstützung geben, sie allerdings vor der Allmacht der Natur auch nicht beschützen können. Es ist ein Lehrjahr, das die „37°“-Dokumentation begleitet, in dem die Familie neben der Erfahrung von Niederlagen auch viele Erkenntnisse gewinnt. Der 40 Jahre alte Michael war Profifußballer und ist jetzt Manager beim Kölner FC. Er bilanziert nach den ersten Monaten, dass er noch „kein Naturbursche“ sei, und doch erkennen müsse, „dass die Natur bei allem eine gute Idee hat“. Auf die Idee, seinen zum Grundstück gehörenden Teich mithilfe einer Bakterienkultur vor der Verschlammung zu retten, wäre er ohne die Hilfe eines Biobauern nicht gekommen. Seinen Job will der Familienvater dennoch nicht aufgeben, dazu ist die Selbstversorgung noch nicht ertragreich genug. Hat das Projekt der Familie Niedrig Aussicht, in den nächsten Jahren erfolgreich zu werden? Wie viel Arbeit es ist, seine Lebensmittel selbst anzubauen, haben beide zwar geahnt, aber doch unterschätzt. Auch wenn Saras Eltern mit auf das Gut gezogen sind und das Modell Mehrgenerationenhaus leben, sehen doch alle mit Sorge, wie sehr Sara zwischen Garten, Haushalt und Kindern getrieben wird. „Meine Frau tendiert dazu, manchmal die Grenzen nicht zu finden“, resümiert Michael, und Karl-Heinz Goller, sein Schwiegervater, ergänzt: „Es ist einfach eine Schweinearbeit.“ Selbstversorger brauchen, wenn sie ihr Projekt auch mit Nachhaltigkeit anlegen wollen, einen langen Atem. Den haben Christiane und Martin Schreder auf ihrer kleinen Farm in Rickelrath am Niederrhein. Konsequent hat das Ehepaar seinen Anspruch, kaum noch etwas dazu zu kaufen, umgesetzt. „Wir müssen so die gängigen Sachen einkaufen, Schokolade und Klopapier, und wir kommen mit dem Wocheneinkauf so mit 15 Euro ungefähr zurecht“, erklärt Christiane. Seit 2007 haben sich die beiden immer neue Ziele gesetzt, um ein autarkeres Leben führen zu können. Auf 1400 Quadratmetern baut das Ehepaar nicht nur Gemüse an, sondern betreibt auch eine kleine Viehzucht aus Ziegen, Hühnern und Kaninchen, die zum Teil auch selbst geschlachtet werden. Für den gelernten Landschaftsgärtner Martin sind Schlachttage immer noch besondere Tage, die „mit Sicherheit keinen Spaß machen, aber eben dazugehören“. Martin wurde nicht ganz freiwillig zum Selbstversorger. Seit seiner Augenerkrankung ist der 55-Jährige nahezu blind: „Man fragt sich wirklich, ist das Leben noch lebenswert?“, erinnert er sich. Der Hof, das Leben mit den Jahreszeiten haben ihm neuen Sinn gegeben, auch wenn es immer wieder neue Herausforderungen und Niederlagen gibt. Die Kartoffelernte 2020 fällt mager aus, zu viel Sonne. Der Weißkohl im Herbst ist aufgeplatzt, zu viel Regen. Christiane arbeitet weiter als Assistentin der Geschäftsführung, weil sie nicht allein von den Erträgen des Hofes leben könnten. „Ich finde es sehr angenehm, dass es doch etwas wie ’ne Rente geben wird.“ Gerade sind neue Ziegen zur Welt gekommen. Milch-Lieferanten für den Käse, die Martin auf dem Wochenmarkt verkauft. Mal mehr, mal weniger, ein Saisongeschäft. Was beide bekümmert: Nicht alle Nachbarn sind glücklich darüber, Selbstversorger in ihrer Nähe zu haben. Immer wieder gibt es Streit und gerichtliche Auseinandersetzungen, wegen des Tierlärms und der Geruchsbelästigungen. Die Selbstversorger-Romantik hat auch ihre Schattenseiten. Doch Martin und Christiane wollen weitermachen und demnächst auch ihr eigenes Brot backen und verkaufen. (Text: ZDF)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 03.08.2021ZDF
    • Folge 1050 (30 Min.)
      Mit der Kohleförderung in Jänschwalde soll 2023 Schluss sein. Michael (61) macht sich sorgen um die Lausitz.

      Braunkohle – einst Energiemotor der DDR und bis heute wichtigster Arbeitgeber in der Lausitz. 2038 ist spätestens Schluss. Der Kampf der Menschen um Zukunft und Überleben hat begonnen. Nach der Wende kam die erste große Entlassungswelle. Jetzt müssen alle, die von der Kohle leben, mit dem endgültigen Ausstieg klarkommen. Gut für die Umwelt – eine Herausforderung für die Menschen. „37°“ hat sie durch ein Jahr im Umbruch begleitet. Die Industriearbeiterstadt Hoyerswerda steht für den Aufstieg und Untergang der Braunkohle-Ära. Die Einwohnerzahl der Stadt hatte sich zu DDR-Zeiten verzehnfacht, doch heute kämpft sie gegen Einwohnerverlust und Überalterung. Eine Platte nach der anderen wird abgerissen. Ramona, 55 Jahre alt, hat 15 Jahre als Maschinistin in der Kohle gearbeitet. „Haste Geld verdient, das hat sich rumgesprochen“, sagt sie. Dann kam die Wende. Über 70 000 Stellen wurden in den 1990er-Jahren in der Lausitzer Kohleindustrie gestrichen, auch Ramonas. Keiner brauchte mehr Maschinistinnen. Heute arbeitet sie bei einem sozialen Träger in Hoyerswerda, zu dem auch die Tafel gehört. Den Lohn bezahlt das Arbeitsamt durch ein Förderprogramm für Langzeitarbeitslose. Ramona geht es wie vielen in der Lausitz: Arbeitslosenhilfe, Umschulung, Hartz IV und die nächste Weiterbildung. Doch bis heute hat sie nicht aufgegeben. Der Film begleitet sie bei ihren unermüdlichen Versuchen, noch einmal eine reguläre Arbeitsstelle zu finden. Michael, 61 Jahre alt, ist Steiger im Tagebau Jänschwalde bei Cottbus. Wenn er bei Sonnenaufgang in den Tagebau fährt und die großen Bagger sieht, ist er glücklich. Die Vorstellung, dass er einmal als Bergmann nicht mehr gebraucht wird, schmerzt ihn. Eine Lausitz ohne Kohle ist unvorstellbar für Michael. Der Tagebau, die Braunkohle, die Kumpels, sie haben Michaels Leben geprägt. Seine Sorge ist, „dass insgesamt die Gegend unattraktiv wird. Entweder hohe Arbeitslosigkeit oder die Leute ziehen der Arbeit hinterher.“ Die meisten von Michaels Kollegen „können sich keine Veränderung mehr vorstellen“. Doch das Ende rückt jeden Tag näher. 2023 wird im Tagebau Jänschwalde bereits Schluss mit der Kohleförderung sein. Für Michael wird es ein schmerzhafter Tag werden. „Wenn der Bagger vor der Türe steht, dann bleibt keine andere Wahl“, sagt Marianne, 81 Jahre alt. Die Angst, dass sie ihr Haus wegen der Kohle räumen muss, begleitet sie ihr ganzes Leben. „Wenn ich das bei vollem Bewusstsein erleben müsste, das wäre sehr hart.“ Der Ort Proschim steht auf der Liste der Dörfer, die als Nächstes abgebaggert werden könnten. Bei Wind kann man die Bagger vom Tagebau Welzow-Süd hören, die unaufhörlich weiter graben. Zu DDR-Zeiten hat Marianne in der LPG die Rinderzucht geleitet. Sie ist in Proschim geboren und hat ihr Leben dort verbracht. Das Dorf ist tief gespalten in jene, die ihr Haus gewinnbringend an den Kohlebetreiber verkaufen, und jene, die den Ort retten wollen. „Man grüßt sich, man unterhält sich, aber man unterhält sich nicht über Kohle.“ Solange sie kann, will sie kämpfen, dass der Ort auch die nächsten 100 Jahre erhalten bleibt. „Ich bin eine stolze Lausitzerin“, sagt Abim. Und wenn es möglich ist, soll das auch so bleiben. 2002 kam sie aus Kamerun, hat in Cottbus promoviert, drei Kinder zur Welt gebracht und eine Arbeitsstelle bei der LEAG gefunden, dem Kohlebetreiber in der Lausitz. Doch Kohleausstieg heißt auch Personalabbau. Abims Arbeitsvertrag bei der LEAG wurde nicht verlängert. Doch sie zweifelt, dass sie und ihre Kinder in der Lausitz noch eine Zukunft haben. Gerade die Coronapandemie hat die Situation auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich erschwert. Abim ist 43 Jahre alt und alleinerziehende Mutter. Ihre drei Töchter wollen unbedingt bleiben. „Ich denke, dass für meine Kinder hier die Zukunft nicht so groß ist. Aber es wäre schön, wenn nicht alle umziehen oder wegziehen.“ Ob sie bleiben kann, ist offen. Hoa und Tschiu kamen zu DDR-Zeiten in den 1980er-Jahren aus Vietnam in die Lausitz als sogenannte Vertragsarbeiter. Tschiu arbeitete in der Kohle, Hoa im Textilkombinat. Doch mit der Wende endete auch ihre Arbeit. Es begann ein Überlebenskampf in einer immer strukturschwächer werdenden Lausitz. Auch das politische Klima machte es nicht leichter. Die Anschläge gegen Vietnamesen und Mosambikaner der „Lausitzer Braunkohle AG“ 1991 in Hoyerswerda gingen um die Welt. Heute betreibt das Ehepaar ein Teehaus in Lauchhammer. Es ist ein Existenzkampf, der keinen Ruhetag ermöglicht. „Die Alten sterben, die Jungen sind weg, die ein bisschen gut verdienen, machen jetzt Onlineshopping.“ Aufgeben ist keine Option für das Ehepaar, denn die Lausitz ist ihr Zuhause geworden: „Hier sind wir angekommen.“ Der Braunkohlebetreiber LEAG ist heute noch der größte Arbeitgeber der Region Lausitz. Er sichert knapp 8000 Menschen ihren Lebensunterhalt. Weitere 5000 sind als Dienstleiter oder Zulieferer indirekt von der Braunkohleindustrie abhängig. Doch ihre CO2-Bilanz ist katastrophal. Das Verbrennen fossiler Energie schadet massiv der Umwelt. Daher soll bis spätestens 2038 damit Schluss sein. Es ist das Ende einer Ära und einer der größten wirtschaftlichen und sozialen Umbruchsituationen in der Lausitz seit der Wende. Die Sorgen und Ängste vieler Menschen, wie es weitergehen soll, sind gewaltig. Die Lausitz gilt heute schon als strukturschwach. Was wird sein, wenn die letzten Tagebaue schließen? (Text: ZDF)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 10.08.2021ZDF
    • Folge 1051 (45 Min.)
      Bräutigam Thomas (l.) sieht seine Braut Nadia (r.) zum ersten Mal in ihrem Brautkleid. Das Paar hat eine Luxus-Hochzeit gewonnen – für Wedding Planerin, Traurednerin, DJ, Fotografen, Hochzeitssänger und vieles mehr zahlen sie keinen Cent.

      Der Hochzeitsmarsch ertönt, die Gäste warten gespannt, endlich kommen die Brautleute. „37°“ begleitet drei Paare auf ihrem Weg zum Jawort. Warum wollen sie heiraten, und wie tun sie es? Öffentliche Liebesbekundung, religiöses Eheversprechen oder ein unvergesslicher Event? Was bedeutet Heiraten für Paare heute? Warum ist es so angesagt? Ein Lebensmoment, der für viele in ihrer Biografie keinesfalls fehlen darf. Oft sehr teuer und über Monate geplant. Die Kurven der Hochzeitsstatistiken gingen in den vergangenen Jahren sichtlich nach oben. Immer mehr Paare entscheiden sich für den Bund fürs Leben, obwohl mittlerweile so ziemlich jede erdenkliche Lebensform möglich ist. Corona hat zwar für eine zwischenzeitliche Stagnation der Zahlen gesorgt, denn viele Paare konnten ihre Hochzeitspläne nur abgespeckt oder gar nicht umsetzen. Aber sobald die Pandemie vorbei ist, werden Hochzeiten wieder boomen; da sind sich Weddingplaner*innen sicher. Nadia und Thomas, beide Mitte 30, möchten ihre Beziehung mit dem Eheversprechen „auf eine andere Stufe heben“ – für sie der Anlass für ein Fest der Extraklasse: glamourös, luxuriös und wie aus dem Bilderbuch. Eine Weddingplanerin ist auch mit dabei: Svenja Fischer gestaltet Hochzeiten der Superlative, nicht selten für Vertreter der High Society. Mit dem Stuttgarter Paar geht sie durch den Vorbereitungs- und Organisationsdschungel, den so eine Luxus-Hochzeit mit sich bringt. Welche Deko? Welche Teller? Welche Blumen? Band oder DJ? Rund 60 000 Euro ist die Hochzeit am Ende wert. Von den Dienstleistern höchst professionell auf die Beine gestellt und durchgeplant bis zum Letzten – für Nadia und Thomas der schönste Tag ihres Lebens? Marian und Basti gehen ihre Hochzeit ganz anders an: „Do it yourself“ heißt hier die Devise. Das Paar heiratet standesamtlich und hat Spaß an der Organisation, die das Ganze mit sich bringt. Aus den Händen geben möchten die zwei Hannoveraner so wenig wie möglich. Dafür werden Familie und Freundeskreis umso mehr in die Vorbereitungen mit eingespannt. Sowohl für Basti, 40, als auch für Marian, 32, ist ihre Eheschließung zwar auch ein Ausdruck von Gerechtigkeit und Gleichstellung, doch in erster Linie ist sie für beide Liebesbekundung und Treueversprechen. Als drittes Paar wollen sich Franzi und Ante das Jawort geben. Die 32-jährigen Berliner sind seit über 14 Jahren zusammen. Schon lange ist klar: Sie werden heiraten, kirchlich. Und das, obwohl Franzi nicht einmal getauft ist. Ante hingegen kommt aus einer kroatischen, katholischen Familie. Wenn er „Ja“ sagt, dann auch vor Gott. Seine zukünftige Frau ist bereit, diesen Schritt mitzugehen. Die Trauung soll in Kroatien stattfinden – eine sogenannte Destination-Wedding also. Solche Auslandshochzeiten boomen. Die Insel Krk, auf der die Trauung stattfinden soll, hat für Ante eine besondere Bedeutung. Als Kind hat er dort immer seine Ferien verbracht. Corona und die damit verbundenen Einschränkungen machen diesen Hochzeitsplan allerdings zu einem nervenaufreibenden Vorhaben. (Text: ZDF)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 17.08.2021ZDF
    • Folge 1052 (30 Min.)
      Elisabeth konnte nicht mehr allein in ihrer Wohnung bleiben.

      In vielen Familien wohnen Jung und Alt Hunderte Kilometer voneinander entfernt. Einige Senioren wagen deshalb einen großen Schritt und ziehen ihren Kindern hinterher. So schön ein Neustart sein kann, der Umzug ist auch mit Risiken verbunden: Wenn die Generationen sich wieder näher sind, kann es auch mal zum Krach kommen. Die Senioren müssen in der neuen Heimat Fuß fassen, und manchmal steht für die Jüngeren sogar die Pflege an. Einen alten Baum verpflanzt man nicht, heißt es. Und dennoch steht für die 88-jährige Elisabeth noch einmal ein Umzug an. Aus dem Ruhrgebiet wird sie nach Friesland in die Wohnung ihrer Tochter Maria, 69, ziehen. Jahrzehnte hat Elisabeth bis dahin in ihrer großen Wohnung gelebt, war der Mittelpunkt der Familie, Ankerpunkt für Kinder und Enkelkinder. Marias Schwester und Marias Schwägerin haben sich hier auch zuletzt um sie gekümmert, als sie immer gebrechlicher wurde. Doch auf Dauer ging es so nicht weiter – ins Heim sollte Elisabeth aber nicht. So entschied sich Maria, ihre Mutter zu sich nach Hause zu holen. „Sie hat immer gearbeitet, immer alles ermöglicht. Jetzt ist es für mich selbstverständlich, sie zu begleiten“, sagt Maria. Wie ihre Mutter alles findet, kann Maria nur erahnen. Denn in einem längeren Gespräch richtig austauschen kann sie sich mit ihr nicht mehr. Das Kistenpacken und der Abschied vom alten Haus sind mit Tränen verbunden. Werden Elisabeth und Maria den gemeinsamen neuen Lebensabschnitt meistern? Eugen und Annette zogen 2019 mit 68 und 69 Jahren von Oberbayern nach Oberfranken. „Für uns hat sich die Frage gestellt, wie lange wir das mit dem Haus und dem großen Garten noch packen“, sagt Eugen. Und sie haben einfach keine Lust mehr auf die über 300 Kilometer lange Strecke zu Judith, der Tochter von Annette und Stieftochter von Eugen. Die beiden Senioren möchten ihre Enkel häufiger sehen – und Judith freut sich über Hilfe bei der Kinderbetreuung. Doch Eugen und Annette wollen auch Kontakte außerhalb der Familie knüpfen und neue Freunde finden. Bewusst sind sie deshalb nicht in die direkte Nachbarschaft von Judiths Familie gezogen. Aber klappt die Balance zwischen Nähe und Abstand? Margret zieht Anfang 2018 mit 81 Jahren von Sachsen an den Starnberger See zu ihrem Sohn Frank. Doch trotz wunderbarer Landschaft: So richtig wohl fühlt sie sich in Bayern auch heute noch immer nicht. „Die Mentalität der Leute ist einfach ganz anders“, findet Margret. Und die vielen Ausflugsfahrten, die sie vorhatte, um Land und Leuten vielleicht doch näherzukommen und Bekanntschaften zu schließen, sind wegen Corona weggefallen. In ihrer Wohnung in einer Anlage für betreutes Wohnen fühlt sie sich oft allein. Ihr Sohn Frank ist noch berufstätig und hat nicht immer Zeit. In der alten Heimat aber hat Margret noch jede Menge Freundinnen und Bekannte. War ihre Entscheidung umzuziehen falsch? Die „37°“-Reportage zeigt, welche Herausforderungen und auch schönen Momente das Zusammenrücken der Generationen mit sich bringt. In Zeiten des demografischen Wandels und weit voneinander entfernten Familienangehörigen beantwortet der Film eine Frage, die sich sicher viele stellen: „Im Alter in der vertrauten Heimat bleiben – oder doch den Kindern hinterherziehen?“ (Text: ZDF)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 24.08.2021ZDF
    • Folge 1053 (30 Min.)
      Sexualtherapeutin Monika Büchner hat sich auf sogenannte „Absolute Beginners“ spezialisiert: Erwachsene, die kaum oder gar keine sexuelle Erfahrung haben.

      Geschätzt zwei Millionen Menschen in Deutschland haben im Erwachsenenalter noch keine oder kaum sexuelle Erfahrungen gemacht, obwohl die meisten von ihnen sich das wünschen. „37°“ begleitet Menschen, die noch keine Liebesbeziehung hatten, und geht der Frage nach, warum es bisher nicht dazu gekommen ist. Christophe ist 49 Jahre alt und ungeküsst. Der Künstler aus Ostfriesland hofft, der Frau fürs Leben noch zu begegnen. „Was mir fehlt, ist die Liebe. Und ich glaube, sie ist ganz wichtig für jeden Menschen. Ich finde, Einsamkeit ist schrecklich“, erzählt er. Heute lebt Christophe gemeinsam mit seiner Mutter im Elternhaus. Wegen eines traumatischen Erlebnisses in seiner Kindheit ist er sehr schüchtern geworden, vor allem Frauen gegenüber. „Wenn ich einer Frau begegne, die mir gefällt, traue ich mich nicht, sie anzusprechen.“ Trotzdem blickt Christophe optimistisch in die Zukunft. „Es war bislang nicht alles schön, aber es kann noch vieles schön werden.“ Johanna, 48 Jahre alt, lebt allein. Die Erzieherin hat sich immer eine Familie gewünscht. Doch auch sie wartet noch auf ihre erste Liebe. Johanna ist in einem religiösen Umfeld aufgewachsen, in dem Sexualität tabuisiert wurde. „Diese Moralvorstellung hat mich einfach in meiner Entwicklung gebremst“, erzählt Johanna. Jetzt will sie das ändern und besucht seit einiger Zeit ein Coaching bei Sexualtherapeutin Monika Büchner. Die Buchautorin hat sich auf die sogenannten Absolute Beginners spezialisiert. Ihre Klient*innen sind zwischen Anfang 20 und Ende 50. Bei allen sei der Leidensdruck groß, berichtet die Sexologin. Sie weiß, dass es den Betroffenen oft an Berührungen fehle. Viele sind das letzte Mal in ihrer Kindheit berührt worden. Mit gezielter Körperarbeit will sie die Sinne wieder aktivieren. Jana Crämer ist Buchautorin und als Botschafterin für die sogenannte Body-Positivity-Bewegung in den sozialen Netzwerken aktiv. Die 38-Jährige sagt ganz offen: „Ich habe noch nie jemanden geküsst oder Händchen gehalten. Bin ich jetzt ein Alien?“ Früher litt Jana an einer Essstörung, am sogenannten Binge Eating: hungern, Fress-Attacken und Erbrechen im Wechsel. In ihrer schlimmsten Phase wog sie 180 Kilogramm. Inzwischen hat sie fast 100 Kilogramm abgenommen und zeigt sogar Aktfotos von sich im Netz. Zu den Themen Sexualität und Partnerschaft hat sie ihren ganz eigenen Weg gefunden – unterstützt von ihrem besten Freund, dem Sänger Batomae. Die „37°“-Sendung steht am Sendetag ab 8:00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung. (Text: ZDF)

      Deutsche ErstausstrahlungDi 31.08.2021ZDF

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