• Folge 1014 (30 Min.)
      Wie viel Benedict Mülder von seiner Geburtstagsfeier mitbekommt, wissen seine Angehörigen nicht, sie können es nur vermuten. Benedict Mülder an seinem 64. Geburtstag mit Freunden. – Bild: ZDF und Donni Schoenemond.
      Wie viel Benedict Mülder von seiner Geburtstagsfeier mitbekommt, wissen seine Angehörigen nicht, sie können es nur vermuten. Benedict Mülder an seinem 64. Geburtstag mit Freunden. – Bild: ZDF und Donni Schoenemond.

      Die moderne Medizin stellt uns vor die vielleicht schwierigste Frage unseres Lebens: Was und wie viel wollen wir ertragen, um zu leben, wenn unser Körper doch unheilbar krank ist? Durch die Möglichkeiten der modernen Medizin steigt die Zahl derer, die ohne permanente Intensivpflege nicht überleben würden. Also lieber Apparatemedizin und oft qualvolles Leiden? Was will der Patient, der sich vielleicht gar nicht mehr äußern kann? Der 65-jährige „taz“-Mitbegründer und Journalist Benedict Mülder bekam im Jahr 2009 die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, eine Krankheit, die zu totaler Bewegungslosigkeit führt. Er hat sich damals dafür entschieden, mit der Krankheit weiterzuleben. Mit Beatmung und zu Hause bei seiner Familie. Seine Frau Dagmar hat die Entscheidung mitgetragen – aus Liebe zu ihm: „Es war uns klar, dass wir uns immer für das Leben entscheiden.“ Die Alternative zur Beatmung wäre der Tod gewesen. Seit Jahren liegt Benedict Mülder nun bewegungslos in einem Pflegebett im Wohnzimmer seiner Familie. Der Alltag findet um ihn herum statt: das Abendessen mit Sohn Jim genauso wie der regelmäßige Besuch von seinen Freunden. Durch das Krankenbett im Wohnzimmer hat Benedict Mülder Anteil am Leben. Aber welchen eigentlich? Er ist völlig passiv und reagiert nicht auf Ansprache. 2016, als er noch kommunizieren konnte, hat er klar gesagt: Dieses Leben ist für ihn lebenswert. Ob er das heute immer noch so empfindet? Das wissen weder seine Frau noch seine Freunde. Johannes Kalbhenn muss täglich Entscheidungen über das Leben anderer treffen. Der 41-Jährige ist Oberarzt einer Intensivstation am Universitätsklinikum Freiburg und behandelt oft Patienten, die sich nie damit auseinandergesetzt haben, unter welchen möglicherweise massiven Einschränkungen sie trotzdem weiterleben wollen – oder nicht. Noch komplexer wird die Frage, wenn sich Patienten nicht mehr äußern können oder nicht mehr bei Bewusstsein sind: „Mit jedem Organ, das wir durch Apparate ersetzen können, wächst die Verantwortung. Ist es überhaupt sinnvoll, das zu tun?“, so Johannes Kalbhenn. Wenn ein Patient nicht mehr bei Bewusstsein oder dement ist, es keine Patientenverfügung gibt, ist die größte Herausforderung für den Arzt, durch Gespräche mit Angehörigen herauszufinden, was dessen mutmaßlicher Wille ist. Es gibt dabei nie hundertprozentige Gewissheit, ob eine getroffene Entscheidung wirklich im Sinne des Patienten ist. „37°“ begleitet Menschen, die sich damit auseinandersetzen, wie Patientenwille und moderne Medizin zueinander stehen. Im Film geht es vor allem um die ethische Seite des Themas, bei der es selten ein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 11.08.2020 ZDF
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    • Folge 1015 (30 Min.)
      Einmal in die Fänge eines Loverboys geraten, verschwinden die Frauen oft jahrelang in der Prostitution. – Bild: ZDF und Bettina Clemens./Bettina Clemens

      Loverboys geht es nicht um Liebe, wie es der Begriff vermuten lassen könnte. Liebe wird von den Tätern nur vorgetäuscht, um ihre Beute zu manipulieren. Loverboys sind Zuhälter. Sie lauern vor Schulen, sie tarnen sich im Internet – ihre Opfer: weiblich, möglichst jung und oft einsam. Ganz normale Mädchen und junge Frauen, die erst emotional abhängig gemacht werden, um sie dann in die Prostitution zu locken. „Wenn du mich liebst, gehst du für mich anschaffen!“ Mit dieser Masche gelingt es immer mehr sogenannten Loverboys, Mädchen in die Prostitution zu zwingen. Wer sagt, „das könnte mir nicht passieren“, unterschätzt diese Masche, die immer erfolgreicher wird. Sandra N. war Gymnasiastin, als sie ihren Loverboy im Internet kennenlernte. Viele Monate chatten die beiden, und er gewinnt ihr Vertrauen und ihre Liebe. Nach einigen Monaten erzählt er ihr, dass er Schulden hat, und bittet sie, ihm zu helfen, indem sie sich prostituiert. Sandra lehnt entsetzt ab, „doch er sagte ständig zu mir, wenn ich ihn wirklich liebe, dann würde ich das für ihn tun“, so Sandra. Schließlich willigt sie ein. In den Osterferien 2009 fängt sie an, in einem sogenannten Flatrate-Bordell zu arbeiten. Anfang 2014, nach über viereinhalb Jahren in der Prostitution, schafft sie es schließlich, auszusteigen. Der Film begleitet Sandra N., wie sie den Kampf gegen die Prostitutionsgesetze in Deutschland aufnimmt, denn die liberale Haltung Deutschlands zum Thema Prostitution trägt ihrer Meinung nach zum Erfolg der Masche bei. Sabine Kopal ist Sozialarbeiterin und arbeitet mit Prostituierten im Stuttgarter Leonhardsviertel. Sie weiß, wie schwer der Kampf gegen die Loverboy-Masche ist. Sie geht auf den Straßenstrich, klärt auf, hilft, wo sie kann, hat ein Ohr für Probleme, „doch viele Opfer werden massiv unter Druck gesetzt“, so die Sozialarbeiterin. Der Film begleitet Sabine Kopal unter anderem dabei, wie sie in einer Schutzwohnung Anna trifft, ein Loverboy-Opfer. Die Zuschauer erfahren, wie die Frau auf ihren Loverboy hereingefallen ist und was sie erleben musste. In dem Café, das der Verein in dem Szeneviertel unterhält, ist einmal wöchentlich auch eine Frauenärztin anwesend. Sie weiß, was diese Tätigkeit mit dem Körper einer Frau macht. Katharina war Mitte 20 und Studentin, als sie ihren Loverboy kennenlernte. Schließlich ging sie für ihn anschaffen. Immer in dem Glauben, dass alles für die gemeinsame Zukunft sei. „Die Liebe hat mich da durchgetragen.“ Doch irgendwann klopfte die Polizei an ihre Tür. Nach drei Jahren kam das böse Erwachen. Der Film lässt Opfer zu Wort kommen und beschäftigt sich mit den Tätern. Wer sind die Loverboys? Wie schwer ist es, die Täter zu überführen? Die Dunkelziffer der Loverboy-Masche ist hoch, denn vielen Frauen fehlt das Opferbewusstsein, und sie schämen sich, auf diese Masche reingefallen zu sein. In dem Film trauen sie sich, ihre Geschichte zu erzählen. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 18.08.2020 ZDF
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    • Folge 1016 (30 Min.)
      Die Reifeprüfung: An der Hamburger Klosterschule wurde die Turnhalle zum Abitur-Prüfungsraum umfunktioniert, um allen Hygiene- und Abstandsregeln gerecht zu werden. – Bild: ZDF und Nadja Kölling./Nadja Kölling

      Erwachsen werden ist immer kompliziert. Aber wie schwierig ist es, Abitur zu machen während einer Pandemie? Sie prägt eine ganze Generation, jetzt gibt es das Leben vor Corona und das danach. Die Zeit des Abiturs ist an sich ein emotionaler Ausnahmezustand, Angst und Unsicherheit gehören dazu. Dafür soll nach den Prüfungen die große Freiheit kommen – der beste Sommer des Lebens. Stattdessen kam 2020 Corona. Zoe ist 18 Jahre alt und besucht die Hamburger Klosterschule. Anfang März waren in Hamburg Ferien und Zoe im Skiurlaub. Danach sollten die Abiturienten ihren letzten Schultag haben, die Motto-Woche feiern und dann ab Mitte April ihre Prüfungen absolvieren. Doch aufgrund der Pandemie kam alles anders: Auf die Ferien folgte die Schulschließung, im Anschluss eine Debatte, ob und wie man das Abitur stattfinden lassen könnte. Zwei Hamburger Abiturienten starten eine Onlinepetition und fordern ein Durchschnittsabitur: Die Noten der letzten zwei Jahre sollen den Abi-Schnitt bilden, ganz ohne Prüfungen. „Ich will kein Abitur ohne Prüfung. Sonst heißt es für immer, wir haben das Corona-Abitur, und das ist gar kein richtiges. Ich kann mich schon immer gut selbst organisieren, aber mich belastet die ganze Situation, nicht zu wissen, was passiert, nicht planen zu können für die Zeit danach“, so Zoe. Der Notendruck ist groß: Zoe will Jura studieren, am liebsten in Berlin. Dazu muss sie einen Numerus clausus von 1,5 schaffen. Aber erst mal wollte sie im Sommer ihre erste große Reise antreten, monatelang durch Asien reisen. Jetzt liegen alle ihre Pläne auf Eis. „Ich habe Angst, vor allem um meine Familie und Freunde mit einer Vorerkrankung. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich vermisse meine Freunde, aber es macht mir Angst zu wissen, dass Millionen Menschen sterben könnten, wenn wir uns nicht an die Maßnahmen halten.“ Zoes beste Freundin Lucie (19) ist ein Einzelkind, seit Wochen hat sie ihre Freunde ausschließlich im Videochat gesehen. Lerngruppen dürfen nicht stattfinden, die Bibliotheken sind geschlossen, der Unterricht findet, wenn überhaupt, online statt. Lucie ist eine gute Schülerin, später will sie entweder Biologie studieren oder Kunst. „Es ist doch ein Lebensabschnitt, zwölf Jahre lang haben wir auf unseren Abschluss hingearbeitet und uns auf die Zeit danach gefreut. Und jetzt kann ich mich noch nicht mal an meinen letzten Schultag erinnern oder mein Abi so richtig feiern. Gerade war ich noch eine ganz normale Schülerin, und jetzt bin ich plötzlich erwachsen.“ Lucie und Zoe planen, im Sommer nach Berlin zu ziehen, und sind auf der Suche nach einer WG. Vielleicht macht Lucie dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, Auslandsaufenthalte sind wohl ohnehin kaum möglich. „Ich habe Angst davor, dass unser Leben nie mehr normal wird, so wie vorher. Es gibt so viele Themen, mit denen unsere Generation umgehen muss, von Klimawandel, über Gender-Fragen bis Rassismus. Und jetzt auch noch Corona.“ Für Owen und Quinten (20) aus Zoes Jahrgangsstufe am Gymnasium ist die Zeit der Kontaktsperre ein bisschen weniger einsam: Das ist der Vorteil, wenn man zusammen mit seinem Zwilling Abitur macht. Sie lernen zusammen, unterstützen sich gegenseitig. Nach dem Abi-Ball wollten die passionierten Gamer ein paar Wochen Familienurlaub in Korea machen, das fällt flach. „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns die Pandemie auch Chancen bietet als Gesellschaft und zeigt, wozu wir gemeinsam in der Lage sind. Das finde ich viel wichtiger als die Tatsache, dass ich vielleicht erst nicht in Urlaub fliegen kann oder erst später anfangen kann zu studieren“, meint Quinten. Eigentlich möchte Quinten ab September Games Management in Wedel studieren – ob das in Zeiten der Pandemie klappt? Owen benötigt für sein geplantes BWL-Studium einen guten Abschluss, aber mit Mathematik hat er im Homeschooling extrem zu kämpfen: „Das Abitur wird die größte Herausforderung meines Lebens. Die Pandemie macht es schwieriger, weil die Konzentration fehlt, wir Unterricht verpasst haben und man einfach schlechter lernen kann. Und das hat Auswirkungen auf unsere Zukunft.“ „37°“ begleitet vier junge Menschen beim Erwachsen werden in der Corona-Krise und zeigt, wie sich die Pandemie auf ihre Leben auswirkt. „37°“ zeigt sie im Ausnahmezustand zu Hause in ihren Familien sowie während der Prüfungen und dokumentiert, was danach in ihrem Leben in dieser besonderen Zeit passiert. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 25.08.2020 ZDF
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    • Folge 1017 (30 Min.)
      Verena wünscht sich einen Partner und eine Familie. Mit 34 Jahren entscheidet sie sich für Social Freezing. Ihre Eizellen werden eingefroren und sollen so den Kinderwunsch auch in einem höheren Alter wahrscheinlich werden lassen. – Bild: ZDF und Jutta Schön.

      Ein eigenes Kind. Für viele Menschen ist das ein großer Traum. Rund sechs Millionen Deutsche sind ungewollt kinderlos und bereit, vieles zu wagen, um ihren Traum doch noch zu erfüllen. Die einen gehen wie Silvia und Johannes den Weg über eine Kinderwunschklinik. Andere versuchen wie Verena, über „Social Freezing“ dem Druck der biologischen Uhr zu entgehen. Denny, homosexuell, hat übers Internet die Mutter seines Sohnes gefunden. Silvia und Johannes, beide 27 und seit fünf Jahren verheiratet, wünschen sich ein Kind. Nach vier Fehlgeburten sind sie jetzt in einer Kinderwunschklinik in Behandlung. Silvia hat einen Gendefekt, nur ein Teil ihrer Eizellen hat alle Erbinformationen. Damit sie doch noch ein gesundes Kind bekommen kann, soll eine genetische Untersuchung der Embryonen helfen. Sie wird nach der Befruchtung im Reagenzglas vorgenommen. Diese sogenannte Präimplantationsdiagnostik ist in Deutschland nur unter strengen Auflagen erlaubt. Deshalb wählen Silvia und Johannes den Weg nach Österreich. Nach vielen Rückschlägen können die beiden jetzt einen ersten kleinen Erfolg verbuchen. Verena war gerade 30 geworden, als ihre Eltern vor vier Jahren vorschlugen, dass sie sich Eizellen einfrieren lassen sollte. Humbuk, dachte sie, doch der Gedanke ließ sie nicht los. Mit 34 – und zum Zeitpunkt der Dreharbeiten partnerlos – entscheidet sie sich für „Social Freezing“: Verenas Eizellen werden eingefroren. Damit erhöht sich ihre Chance, auch noch in höherem Alter ein Kind bekommen zu können. Hormontherapie, OP mit Vollnarkose und hohe Kosten sind der Preis für die Freiheit vom Druck der biologischen Uhr. Partnerlosigkeit ist, so die Mediziner, das große Thema von Frauen, die sich für diese Behandlung entscheiden. Eine Garantie auf ein Kind ist „Social Freezing“ allerdings nicht. Denny (31) hat sich seinen Traum vom Kind bereits erfüllt. Er ist homosexuell und hätte nie gedacht, dass es überhaupt einmal so weit kommen könnte. Dass er jetzt mit seinem Sohn Emilian den ersten Geburtstag feiert, verdankt er einer Onlineplattform, die ihn mit Jaqueline (37) zusammengebracht hat. Die Alleinerziehende war bereits 35, als sie sich entschied, ein zweites Kind zu bekommen. Aber diesmal ohne Mann. Bei Emilians Geburtstagsfeier käme keiner auf die Idee, welche ungewöhnliche Geschichte sich hinter der Familienkonstellation verbirgt. Viele Themen rund um den Kinderwunsch sind mit Tabus behaftet. Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit, Partnerlosigkeit: Es braucht Mut, sich diesen Themen zu stellen. Der Film „Mein Traum vom Kind“ gibt Einblick in die Gedanken, Träume, Hoffnungen und Niederlagen von Menschen mit Kinderwunsch und zeigt, welche Wege sie gehen, um sich den Traum vom Kind zu erfüllen. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 01.09.2020 ZDF
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    • Folge 1018 (30 Min.)
      Emily dachte in der 9. Klasse an Suizid, da sie den Druck, mithalten zu müssen, nicht mehr aushielt. – Bild: ZDF und G. Handwerker.

      Es ist nach wie vor ein Tabuthema, dabei ist Suizid die zweithäufigste Todesursache unter den 15- bis 25-Jährigen. Junge Menschen können schwer am Leben verzweifeln, oft bleibt es im Verborgenen. Der „37°“-Film zeigt Betroffene, Angehörige sowie Menschen, die sich für mehr Aufklärung und Unterstützung einsetzen. Monja hatte schon als 13-Jährige Suizidgedanken. Das Gefühl, Außenseiterin in der Schule zu sein und wenig Halt in der Familie zu finden, machte ihr das Dasein unerträglich. Im Alter von 16 Jahren unternahm sie ihren ersten Suizidversuch und wurde im letzten Moment gerettet. Doch ihre schwierige Lebenssituation änderte sich nicht, und sie rutschte immer tiefer in die Depression. Ihre Selbstverletzungen wurden schlimmer, sie versuchte weitere Male, sich das Leben zu nehmen, und kam mehrfach in die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Neben therapeutischer und ärztlicher Behandlung ist Monja durch Zufall auf die Internetplattform Helpmail [U25] gestoßen, ein Hilfsangebot für Menschen unter 25, getragen vom Arbeitskreis Leben Freiburg (AKL) und dem Deutschen Caritasverband (DCV). Der Mail-Austausch mit ihrer gleichaltrigen Beraterin Misa wird für Monja ein Anker. In der Anonymität lässt es sich leichter über alles austauschen, so die Erfahrung von [U25]. Bei Emily war es der Druck in der Schule, den sie irgendwann nicht mehr aushielt. Ihre Selbstzweifel wurden immer stärker. In der neunten Klasse dachte sie an Suizid. Auch wenn Emily eine sehr enge Bindung zu ihren Eltern hat, so war es ihr nicht möglich, sich in ihrem depressiven Zustand zu öffnen. Einerseits aus Scham, andererseits, weil sie niemanden mit ihren negativen Gedanken belasten wollte. Viele Jugendliche trauen sich nicht, über ihre Depressionen und Suizidgedanken zu sprechen, setzen in der Öffentlichkeit eine „Maske“ auf, erklärt Emilys Arzt, Prof. Dr. Franz Joseph Freisleder, von der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik am Starnberger See. Tabuisierung und Stigmatisierung psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft verstärken das Schweigen Betroffener. Emilys Freund Alex drehte mit seiner Schülergruppe einen Film über Jugendliche mit Suizidgedanken, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Mit einer Petition im Bayerischen Landtag kämpft die Gruppe für mehr Prävention und Hilfsangebote an Schulen. Emily und Monja wissen jetzt aus eigener Erfahrung: Offen reden ist der erste Schritt zur Besserung. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 08.09.2020 ZDF
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