Polizeiruf 110

Polizeiruf 110

D 1971–
Deutsche Erstausstrahlung: 27.06.1971 DFF1

Immer gibt es für die Kommissare des „Polizeiruf 110“ ein Verbrechen aufzuklären. Ob Beziehungstat, Verzweiflungsakt oder Racheakt – die Motive können unterschiedlicher nicht sein. Dennoch finden die Ermittler fast immer heraus, was sich hinter kleinbürgerlichen Fassaden, hinter Gartenzäunen und in tiefen Wäldern abgespielt hat.

Polizeiruf 110 auf DVD
Polizeiruf 110 im Fernsehen
  • Folge 104

    Steffen wartet abends vergeblich auf seine Frau Lissy. Seine Nachbarn, mit denen sie eine enge Freundschaft pflegen, beruhigen Steffen. Doch er ist der Meinung, dass seine Frau ihn betrügt. Wenige Tage später erscheint in der Zeitung ein Bild, was seiner Frau ähnlich ist. Daraufhin geht Steffen zur Polizei. Hier wird es für ihn zur Tatsache, dass es sich wirklich um seine Frau handelt. In mühevoller Kleinarbeit ermittelt die Kriminalpolizei den Tathergang und die Täter. (Text: SFB)

    Deutsche Erstausstrahlung: So 18.05.1986
    hr-Fernsehen
    So 26.05.
    01:15 Uhr
Polizeiruf 110 – Community
Atze (geb. 1974) am 26.03.2013: Hi Ich suche nach einer bestimmten Folge. Sie wurde glaub ich in den 90zigern gedreht. Mit Jaecki Schwarz als Kommissar. Um was in der Folge ging weiss ich nicht wirklich, Einziger Anhalstpunkt ist das ein Dreh Ort in Vogesldorf(bei Berlin) in der damaligen Dico Fun gedreht wurde. Warum ich die suche , ich habe damals als Komparse mitgespielt und würde diese Folge gern mal meiner heutigen Frau zeigen. Hatte diese mal in TV mitgeschnitten leider ist mir das Band abhandengekommen . Hoffe mir kann wer helfen . Danke schon mal im Vorab
Winkler (geb. 1966) am 21.01.2013: Ausnahmsweise wollte ich mir mit der Folge "Fischerkrieg" wieder einmal eine deutsche Serie ansehen.Ich fand die aber so schlecht,daß ich nicht bis zum Ende durchgehalten habe.Für Zuschauer,die sich mit langweiligen deutschen Krimiserien wie Tatort usw.begnügen,mag das Niveau ja vielleicht reichen,ich sehe mir aber lieber die x-te Wiederholung von "Dexter" oder "Breaking Bad" an,bevor ich mir noch ´mal eine deutsche Serie antue.Zum Anfang sollte man diese Serien vielleicht erstmal um mindestens 30 Minuten kürzen.Mehr geben die Drehbücher von Tatort oder Polizeiruf sowieso nicht her.
Stefan (geb. 1963) am 16.10.2012: Na das finde ich ja irgendwie seltsam. Auf der Ausstrahlungsliste vom 17.09. sollte die Folge "Die Schrottwaage" ausgestrahlt werden auf "HR 3" am Sonntag, d. 21. Oktober gegen 01:05 Uhr. Da soll ja die Tonspur nicht mehr existieren. Muß wohl ein Fehler gewesen sein von den HR-Verantwortlichen. Stattdessen läuft dafür die Folge 34 (Die Rechnung geht nicht auf), die ich schon bereits auf "3sat" gesehen hatte. Hoffentlich zeigen sie auch wirklich Folge 20 (Eine Madonna zuviel) am Sonntag, 11.11. auf "HR 3", die ich wahrscheinlich verpasst hatte...
Harras (geb. 1954) am 19.09.2012: Ich möchte wirklich mal wissen, was sich der MDR dabei gedacht hat, Schmücke und Schneider abzulösen. Sie sind doch in den Polizeiruf-Filmen nach der Wende d i e Spitzen- kräfte. Eine absolute Fehlentscheidung
Stefan (geb. 1963) am 25.08.2012: Ok, hatte ich auch schon festgestellt auf "wikipedia". Aber vielleicht kann man die ausgelassenen Folgen nochmal synchronisieren (ging ja auch mit "Im Alter von..."). Dann fehlen mir noch die Folgen 29 (Nachttaxi). Wird ausgestrahlt am 04.09. auf "MDR 3". Sowie Folge 20 (Eine Madonna zuviel). Die allerdings - werde ich wohl versäumt haben... Und Folge 4 (Verbrannte Spur) müßte als Videoclip auf "Youtube" existieren. Folge 27 (Das Inserat) hatte ich auf Video aufgenommen vom "MDR 3". Die Folgen 21 (Der Anhalter) und 28 (Der Tod des Professors) hatte ich zwischenzeitlich schon gesehen...
Polizeiruf 110 – News
Schauspieler
Hauptmann FuchsPeter Borgelt1971-1991
Leutnant Vera ArndtSigrid Göhler1971-2001
Leutnant Lutz SubrasAlfred Rücker1972-1977
Oberleutnant HübnerJürgen Frohriep1972-1994
Kriminalhauptkommissar Günter BeckGünter Naumann1973-2001
Leutnant GraweAndreas Schmidt-Schaller1973-2004
Oberleutnant ZimmermannLutz Riemann1974-1991
Kommissar Kurt GrothKurt Böwe1976-2000
Leutnant WoltersdorfWerner Tietze1978-1995
Hauptkommissarin Tanja VoigtKatrin Saß1981-1998
Kriminaloberkommissar Joachim RaabeMichael Kind1987-2000
Kommissar Jens HoffmannDirk Schoedon1993-2001
Kommissar Jens HinrichsUwe Steimle1994-2009
Polizeihauptmeister Horst KrauseHorst Krause1988-2009
Kriminalhauptkommissar Jürgen TauberEdgar Selge1998-2009 (21 Folgen)
Kriminalhauptkomissarin Anna BurnhauserAnna Maria Sturm
Kriminalhauptkomissar Hanns von MeuffelsMatthias Brandt
Inspektor Gerhard WallekHelmut Berger
Inspektorin Sandra SchneiderAndrea Eckert
Kommissar Martin MarkwardtTil Schweiger
Hauptkommissar Herbert SchmückeJaecki Schwarz1987-2012
Hauptkommissar Herbert SchneiderWolfgang Winkler1979-2012
Hauptkommissar SchlosserDieter Montag
Rosamunde WeigandMarie Gruber
Dr. Klaus RiepeKlaus-Jürgen Steinmann
Alexander BukowCharly Hübner
Katrin KönigAnneke Kim
Anton PöschelAndreas Günther
Streifenpolizist Sigi MöllerMartin Lindow
Streifenpolizist Kalle KüppersOliver Stritzel
Nora LindnerIsabell Gerschke
Dies und das

Die ursprünglich als DDR-Pendant zum westdeutschen „Tatort“ entwickelte Krimireihe hat nach der Wiedervereinigung auch in Gesamtdeutschland einen festen Fuß fassen können. In unregelmäßigen Abständen wird der traditionelle Sendeplatz am Sonntagabend vom „Polizeiruf“ genutzt.

Die Ermittler im Überblick:

Peter Fuchs (1971 – 1991)

Vera Arndt (1971 – 1983)

Jürgen Hübner (1972 – 1994)

Lutz Subras (1973 – 1977)

Woltersdorf (1978)

Manfred Bergmann (1981 – 1991)

Wolfgang Reichenbach (1982 – 1988)

Lutz Zimmermann (1983 – 1991)

Brandner (1984 – 1989)

Andreas Schöpke, später Thomas Grawe (1984 – 1995)

Major Jäger (1988 – 1990)

Günter Beck (1988 – 1997)

Joachim Raabe (1987 – 1994)

Tanja Voigt (1993 – 1998)

Jens Hoffmann (1993 – 1995)

Gerhard Wallek1994 – 1995)

Sandra Schneider (1994 – 1995)

Kurt Groth (1994 – 2000)

Vera Bilewski (1994 – 1998)

Karl-Heinz Küppers (1995 – 2004)

Sigurd „Siggi“ Möller (1995 – 2004)

Gabi Bauer (1995 – 2004)

Herbert Schmücke und Herbert Schneider (1996 – 2013), Nora Lindner (2010 – 2013)

Dr. Silvia Jansen (1997 – 2000)

Rene Schlosser (1998 – 2003)

Robert Grosche (1998 – 2002)

Carol Reeding (1998 – 2003)

Horst Krause (seit 1999) und Olga Lenski (seit 2011)

Simone Dreyer (2002 – 2003)

Wanda Rosenbaum (1999 – 2002)

Holm Diekmann (2000 – 2002)

Tobias Törner (2003 – 2005)

Katrin Schubert (2004 – 2010)

Thomas Keller (2004 – 2008)

Jens Hinrichs (1994 – 2009)

Markus Tellheim (2006 – 2009)

Jürgen Tauber (1998 – 2009)

Jo Obermaier (2001 – 2009)

Friedrich Papen (2009)

Uli Steiger (2009 – 2010)

Alexander „Sascha“ Bukow und Katrin König (seit 2010)

Johanna Herz (2001 – 2010)

Hanns von Meuffels und Anna Burnhauser (seit 2011)

Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

Dt. Krimireihe.

Der väterliche Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und die einfühlsame Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler) sind Mitglieder der „Zentralen Fahndungsgruppe der Volkspolizei“ und klären verschiedene kleine und große Verbrechen in der DDR auf. Sie kümmern sich im ganzen Land um alles von Mord bis zur Verkehrserziehung in Grundschulen. Fuchs und Arndt werden ab 1972 ergänzt durch Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep) und Kriminalassistent Lutz Subras (Alfred Rücker), der 1977 wieder aussteigt. 1983 quittiert Arndt den Dienst beim Genossen Fuchs, ihr folgen Oberleutnant Lutz Zimmermann (Lutz Riemann) und Leutnant Thomas Grawe (Andreas Schmidt-Schaller). 1988 kommt Beck (Günter Naumann) dazu.

Oberleutnant Fuchs selbst wird schon 1978 zum Hauptmann befördert, 1990 erhält er nach dem Mauerfall die Amtsbezeichnung Hauptkommissar. 1991 bekommt Fuchs einen Vorgesetzten aus dem Westen vor die Nase gesetzt („Thanners neuer Job“, 22. Dezember 1991): Thanner (Eberhard Feik) kommt aus Duisburg, dort war er der Partner von Kommissar Horst Schimanski (Tatort). Fuchs zieht angesichts dieser Veränderungen die Konsequenzen und nimmt Abschied.

Polizeiruf 110 gehörte zu den erfolgreichsten Produktionen des DDR-Fernsehens und brachte es bis 1991 auf 153 Folgen. Die Sendungen sollten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Kriminalitätsbekämpfung und Ursachenforschung dienen. Die Staatsmacht sollte so dargestellt werden, dass Staats- und Rechtsbewusstsein gefestigt und Sicherheitsgefühl vermittelt wurde. Die Protagonisten waren ausgesprochen korrekt und gesetzestreu, eben Vorbilder, und sie führten die Täter immer ihrer gerechten Strafe zu. Andererseits war die Serie relativ frei von dem propagandistischen Ballast, der ihre Vorgänger wie Blaulicht noch befrachtet hatte, und durfte auch einfach nur spannend sein. Und die Ursachen der Kriminalität lagen nicht im Westen, sondern vor allem in der Unzulänglichkeit der Menschen, auch im Sozialismus.

Ein häufiges Thema im Polizeiruf war die Gefahr von Alkoholmissbrauch. Die Folge „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ von 1981 erregte besonderes Aufsehen, wurde von Betroffenen und Experten hoch gelobt und sogar in Therapieeinrichtungen gezeigt. Enger Partner der Produktionen war die Hauptabteilung Kriminalpolizei im Ministerium des Innern, die auch ein Mitspracherecht bei der Abnahme der Filme hatte. Einzelne Filme mit als problematisch empfundenen Themen wurden nie gezeigt, andere nur nach gravierenden Schnitten. Trotzdem gab es viele Auseinandersetzungen mit aktuellen beunruhigenden Entwicklungen in der DDR, etwa dem Rechtsextremismus.

Die Kommissare ermittelten nicht in allen Folgen, oft tauchten auch nur einzelne der Standardfiguren auf, manchmal gar keiner. Vera Arndt war der erste weibliche Ermittler in einer DDR-Krimiserie, der junge Thomas Grawe durfte als erster auch ein Privatleben haben. Im Schnitt wurden sieben bis neun Folgen pro Jahr produziert. Es waren teure, aufwendige Produktionen, doch der Einsatz machte sich bezahlt: Die Quoten waren außergewöhnlich hoch, und die Serie wurde zum Exportschlager des DDR-Fernsehens und verkaufte sich in alle Welt. Auch die ARD zeigte viele Polizeiruf-Folgen in ihren Dritten Programmen, wo sie fast so erfolgreich waren wie Tatort-Wiederholungen.

Nach der Wende lösten die Duisburger Tatort-Kommissare Schimanski und Thanner gemeinsam mit Fuchs und Grawe einen Fall grenzüberschreitender Kriminalität und machten sich über die Probleme der Wiedervereinigung lustig. Die Folge lief am 28. Oktober 1990 gleichzeitig in der ARD und im DFF. Trotz Zusammenarbeit von Ost und West auch hinter den Kulissen wurde besonders Fuchs in dieser Rolle demontiert: Er kam stockbesoffen in Köln an. Die Folge „Thanners neuer Job“, in der Thanner der neue Chef der ehemaligen DDR-Ermittler wird, war am 22. Dezember 1991 der letzte DFF-Polizeiruf und der letzte mit Peter Borgelt als Fuchs. Verbittert über die Fremdbestimmung und viele geplatzte Wendeträume tritt der langjährige Ermittler am Schluss ab.

Mit dem Ende der DDR endete auch das Konzept der Reihe, nicht aber die Reihe selbst, sie wurde – als einzige Sendung des DDR-Fernsehens überhaupt – noch viele Jahre in der ARD fortgeführt (weitere Versuche wie Ein Kessel Buntes endeten nach kurzer Zeit). Schon 1991 waren zwei Folgen zuerst in der ARD und nicht in der DFF-Länderkette gelaufen und auch beim Westpublikum außerordentlich gut angekommen. Danach wurde die Serie nach dem Tatort-Prinzip fortgesetzt: als Koproduktion verschiedener ARD-Anstalten, bei der jede Sendeanstalt ihre eigenen Ermittler auftreten ließ, die fortan unter dem Titel Polizeiruf 110 abwechselnd Kriminalfälle in verschiedenen Gegenden Deutschlands aufklären. Vom Tatort unterschieden sich die Polizeirufe nun nur noch dadurch, dass sie öfter auf dem Land spielten als in der Großstadt, es häufiger nicht um Kapitalverbrechen ging und die Psychologie der Täter und ihrer Taten eher im Vordergrund stand als die Frage: Wer war es? Die Grenzen zwischen Tatort und Polizeiruf verwischten allerdings immer mehr.

Der MDR führte zunächst die vom DFF etablierten Kriminalisten Grawe, Hübner und Beck weiter. Die wichtigsten neuen Polizeiruf-Ermittler sind:

In Potsdam: Hauptkommissarin Tanja Voigt (Katrin Saß), in den ersten beiden Jahren mit Assistent Jens Hoffmann (Dirk Schoendon). Ab 1999: Hauptkommissarin Wanda Rosenbaum (Jutta Hoffmann). Sie wird 2002 im Dienst erschossen, ihre Nachfolgerin wird Johanna Herz (Imogen Kogge). Ihr Partner bleibt, wie schon bei Rosenbaum, Revierpolizist Horst Krause (Horst Krause).

In Schwerin: Kommissar Jens Hinrichs (Uwe Steimle), erst mit dem Kollegen Kurt Groth (Kurt Böwe), nach dessen Tod ab 2000 mit Holm Diekmann (Jürgen Schmidt) und ab 2003 mit Tobias Törner (Henry Hübchen). Diese Polizeirufe vom NDR betonten den Ost-West-Konflikt am stärksten: Der alte Ossi Groth bekommt den jungen Besserwessi Hinrichs vor die Nase gesetzt, der sich zwar mit der Technik besser auskennt und studiert hat, dessen mangelnde Erfahrung aber regelmäßig zu katastrophalen Fehlern führt.

Im fiktiven Ort Volpe im Bergischen Land: Die Dorfpolizisten Sigi Möller (Martin Lindow) und Kalle Küppers (Oliver Stritzel); seit 1995.

In Halle: Hauptkommissar Herbert Schmücke (Jaeckie Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler); seit 1996.

In Bayern: Polizeipsychologin Dr. Silvia Jansen (Gaby Dohm), erst mit Kommissar Ulf Maiwald (Peter von Strombeck), ab 1998 mit Hauptkommisar Tauber (Edgar Selge) und Kripo-Assistentin Alyin Sücel (Ilknur Bahadir). Seit 2001 ermittelt der einarmige Tauber mit Hauptkommissarin Jo Obermaier (Michaela May). Edgar Selge erhielt 2003 den Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler in einem Fernsehfilm.

In Offenbach: Hauptkommissar Robert Grosche (Oliver Stokowski), Kommissarin Carol Reeding (Chantal de Freitas; ab 2001: Dennenesch Zoudé) und Hauptkommissar Schlosser (Dieter Montag); 1998–2003.

In Bad Homburg: Kommissar Thomas Keller (Jan Gregor Kremp); seit 2004.

Alle Folgen hatten Spielfilmlänge. Sendeplatz war seit jeher sonntags um 20.15 Uhr, zu DDR-Zeiten parallel zum Tatort im Westfernsehen, danach im Wechsel mit ebendiesem.

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