Zimmer frei!

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    • Gunter Gabriel

      Folge 522 (60 Min.)

      Seine ersten großen Hits landete Gunter Gabriel bereits Mitte der 1970er Jahre. „Er ist ein Kerl“ und „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“ waren der Startschuss zu einer Karriere, die in der Folge von vielen Höhen und Tiefen geprägt sein sollte. Vor einem Jahr meldete sich der 67-Jährige nach einer längeren Durststrecke erneut eindrucksvoll zurück, das Album „Sohn aus dem Volk – German Recordings“ schlug nicht nur bei seinen Fans wie eine Bombe ein, sogar das Feuilleton reagierte begeistert auf das Comeback des bis dahin vom ihm verpönten Sängers. Seine musikalische Laufbahn startete der gebürtige Westfale als Songwriter, er schrieb unter anderem Hits wie „Wenn du denkst, du denkst … “ für Juliane Werding oder „Ich trink auf dein Wohl, Marie“ für Frank Zander. Doch Gabriel wollte lieber selbst vors Mikrofon und seinem Vorbild Johnny Cash nacheifern. Mit von der Countrymusic beeinflussten Songs schaffte er sich schnell eine treue Fangemeinde und galt als „Sänger der Arbeiter und Fernfahrer“. Seine Platten verkauften sich millionenfach, doch der Erfolg führte auch zu Widersprüchen. „Ich fuhr dann in einem 12-Zylinder-Jaguar rum und wurde angefeindet wegen des Erfolges: ‚Da singt der Arbeiterlieder und dann so was!‘. Aber hey, was sollte ich denn machen mit meiner Kohle?“, erinnert sich Gabriel, der es schaffte, das schnell verdiente Geld ebenso schnell wieder auszugeben. In den 1980er Jahren deshalb dann auch der wirtschaftliche – und persönliche – Ruin für den Musiker: Seine Ehen scheiterten, die musikalischen Erfolgen blieben aus, sein Vermögen verschwand in dubiosen Bauherrenmodellen, der Rest ging für Alkohol, Drogen und andere Dummheiten drauf. Bald hatte er zehn Millionen D-Mark Schulden angehäuft, Finanzamt, Banken und Gerichtsvollzieher saßen ihm im Nacken. „Mein Pech war mein Glück. Alles, was ich erlebt und gelebt habe, hat mich auf eine wunderbare Art reich und unverwundbar gemacht“, meint Gunter Gabriel zu dem dramatischen Absturz, der sich zwei Jahrzehnte später nach dem gleichen Muster wiederholen sollte. Ging es ab den 1990er Jahren wieder aufwärts mit der Karriere, so steht er Ende 2007 erneut vor einem Scherbenhaufen und ist pleite: „Kamen zwanzigtausend rein, gingen zwanzigtausend wieder raus.“ Als schließlich gar nichts mehr geht, hält Gabriel bei der NDR-Talkshow „Hermann und Tietjen“ einen Zettel mit einer Telefonnummer in die Kamera und sagt: „Ich habe 500.00 Euro Schulden! Für 1.000 Euro spiele ich bei meinen Fans zu Hause. Ruft an, Leute!“ Die Fans rufen an und nach knapp 500 „Wohzimmerkonzerten“ ist Gabriel schuldenfrei. „Diese Konzerte werde ich weitermachen bis ich tot umfalle“, meint er trotz seines derzeitigen Erfolges auf wesentlich größeren Bühnen. Apropos Bühne: Demnächst geht Gunter Gabriel auch erstmals unter die Schauspieler. An der Seite von Helen Schneider feiert er Ende August im Berliner Renaissance Theater Premiere in dem Stück „Hello, I’m Johnny Cash“. Vorher allerdings kommt er zu Christine Westermann und Götz Alsmann, wo er nicht nur aus seinem bewegten Leben berichten wird, sondern garantiert auch ein „Wohnzimmerkonzert“ geben wird. (Text: WDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 30.05.2010 WDR
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