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Eldorado unter Wasser
Elisabeth Baume-Schneider – Die erste Jurassierin im Bundesrat
Als Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements stand sie mit ihrer Asylpolitik unter Dauerbeschuss. Ihr Wechsel ins Departement des Innern wurde hart kritisiert. Das habe sie vorausgesehen, sagt Baume-Schneider, aber nicht gefürchtet: «Ich weiss, wer ich bin.»In der Romandie ein politisches Schwergewicht, war Elisabeth Baume-Schneider in der Deutschschweiz bis zu ihrer Wahl in den Bundesrat im Dezember 2022 nahezu unbekannt. Sie gilt als herzlich und nahbar, gleichzeitig werden ihre Politik und ihre Amtsführung von bürgerlicher Seite kritisiert. «DOK» hat Elisabeth Baume-Schneider ein Jahr lang begleitet und erhält einen Einblick in den Arbeitsalltag einer Bundesrätin. Der Misserfolg um die Containerdörfer für Asylbewerbende und die Abstimmung um die 13. AHV sind ebenso Thema wie die Auswirkungen des Bundesratsamtes auf das Familienleben. Darüber spricht «DOK» mit Elisabeth Baume-Schneider und ihrem Ehemann Pierre-André Baume bei ihnen zu Hause in Les Breuleux JU. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 25.04.2024 SRF 1 Elitesoldaten im Dienst der Eidgenossenschaft – AAD10
Ihre Missionen sind hoch riskant, sowohl für sie selbst als auch für die Neutralität der Schweiz. Zum ersten Mal überhaupt dürfen Fernsehkameras diese Elitesoldaten bei ihrer Arbeit begleiten. Ein privilegierter Blick hinter die Kulissen. (Text: SRF)Original-TV-Premiere Do. 03.11.2022 SRF 1 Elon Musk Uncovered – Das Tesla Experiment
Pappfigur: Der Film zeichnet ein eindringliches Porträt des Tech-Milliardärs Elon Musk und seinen Visionen für die Menschheit.Bild: SRF/beetz brothers film productionIm heissen Florida rast ein Tesla in ein parkendes Auto. Die 22-jährige Neima Benavides stirbt, ihr Freund Dillon Angulo und der Tesla-Fahrer überleben. Der Fahrer bestätigt, dass er den Autopiloten aktiviert hatte. Die Angehörigen suchen nach Antworten und prallen auf Lücken, fehlende Informationen, stumme Systeme. Doch die Familie Benavides gibt nicht auf. Mit Anwälten wagen sie das, was viele zunächst für aussichtslos halten: Sie ziehen gegen Tesla vor Gericht. Und sie erreichen nach vielen Jahren das Undenkbare – ein Urteil, das den Milliardenkonzern zur Verantwortung zieht.Parallel dazu erhält der Investigativjournalist Sönke Iwersen vom «Handelsblatt» 100 Gigabyte interner Tesla-Daten von Whistleblower Lukasz Krupski. Diese umfassen Tausende Kundenbeschwerden und Hinweise auf mögliche Fehlfunktionen des Autopilot-Systems. US-Behörden nehmen Ermittlungen auf und ehemalige Tesla-Mitarbeitende, darunter zahlreiche Ingenieure und Führungskräfte, brechen erstmals ihr Schweigen. Sie berichten von Sicherheitsbedenken, massivem internen Druck und einer Unternehmenskultur, die stark von der Person und dem Führungsstil Elon Musks geprägt ist. Der Film zeichnet ein eindringliches Portrait des Tech-Milliardärs Elon Musk, seiner Visionen für die Menschheit, seines Machtanspruchs und der Risiken eines technologischen Fortschritts, der keine Grenzen zu kennen scheint. Aus der Innenperspektive Teslas wird deutlich, welchen Preis Innovation haben kann, und es wird die These aufgestellt, dass Elon Musks Nähe zur Trump-Regierung im Kontext der laufenden Ermittlungen gegen Tesla eine Rolle gespielt haben könnte. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 07.06.2026 SRF 1 Eltern – Die Kindermanager
Das Phänomen ist noch neu und doch schon weit verbreitet: Eltern, die alles für ihren Nachwuchs geben. Nicht schulische Leistungen werden unterstützt, sondern die Gestaltung der Freizeit. Heute ist von «Manager-Eltern» die Rede, wenn die Hobby-Aktivitäten ihrer Kinder in den familiären Lebensmittelpunkt rücken und das Haushaltbudget stark belasten. In der Regel beginnt alles harmlos. Erst mit den Jahren wird es so richtig intensiv und teuer. Ausrüstung, Privatstunden, Transporte. Die Eltern leisten Fahrdienste und haben kaum mehr Zeit für sich selbst. Sie sind dauernd dort, wo ihre Kinder trainieren. Drei Familien aus den Kantonen Aargau, Schwyz und Zürich stehen im Mittelpunkt dieser Sendung. Familie Bosonac verbringt heute mehr Zeit in der Eishalle als in der eigenen Wohnung. Die zwölfjährige Tochter Julia und der neunjährige Sohn Petar sind erfolgreich und wollen Wettkämpfe gewinnen. Die Eltern unterstützen ihre beiden Kinder, indem sie bei jedem Training dabei sind.Bei der anderen Familie stehen anstelle eines Sofas Rennvelos auf Rollen im Wohnzimmer, in dem ihre vier Kinder um die Wette radeln. Und um die Geigenkarriere des 13-jährigen Sohnes zu fördern, fahren ihn seine Eltern dreimal pro Woche ins 40 km entfernte Zürich und investieren viel Geld in die Ausbildung und das perfekte Instrument. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 17.10.2019 SRF 1 Elvis und Priscilla – Die wahre Geschichte dieser Jahrhundertliebe
Es klingt wie ein modernes Märchen: Elvis Presley ist wie verzaubert, als er 1959 in Wiesbaden das erste Mal auf die 14-jährige Priscilla Beaulieu trifft. Doch die Begegnung ist arrangiert, die Schülerin hat alles dafür getan, ihr Idol zu treffen. Alsbald findet sich die minderjährige Freundin des Superstars allein und verlassen in dessen Villa in Memphis wieder, während Elvis als vorgeblicher Junggeselle auf Tournee geht.Jahre später heiraten die beiden, obwohl ihre Liebe längst abgekühlt ist. Auch Priscilla hat Affären. Für sie gleicht die Scheidung im Oktober 1973 einem Befreiungsschlag. Dennoch verteidigt Priscilla Presley den Mythos dieser „Jahrhundertliebe“ bis heute mit allen Mitteln. Dafür lässt sich die Regentin des Presley-Imperiums 1998 sogar gerichtlich bestätigen, als Jungfrau in die Ehe gegangen zu sein. (Text: SRF) Ems-Chemie – Dunkle Helfer nach dem Zweiten Weltkrieg
Es ist eine unglaubliche Geschichte: Ohne Nazi-Chemiker und Hilfe eines prominenten Sozialdemokraten hätte der grösste private Arbeitgeber des Kantons Graubünden wohl kaum überlebt. Heute ist die Ems-Chemie Holding AG ein international erfolgreiches Unternehmen mit über 2800 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über zwei Milliarden CHF – geleitet von Magdalena Martullo-Blocher, Tochter des alt Bundesrats Christoph Blocher.«SRF DOK»-Recherchen zeigen, dass die Rolle des Sozialdemokraten Robert Grimm entscheidend war. Grimm, im Zweiten Weltkrieg zuständig für die Treibstoffversorgung der Schweiz, wusste, dass die Schweizer Armee unter Benzinmangel litt. Werner Oswald, der Gründer der Ems-Chemie, damals Hovag genannt, hatte ein Verfahren mitentwickelt, dass ermöglichte, aus Abfallholz einen synthetischen Benzin-Ersatz zu produzieren. Der Sozialdemokrat Robert Grimm sorgte beim Bundesrat dafür, dass Oswald das Geld für den Bau des Holzverzuckerungs-Werks erhielt. Ende des Zweiten Weltkriegs war der synthetische Benzin-Ersatz, das sogenannte Emser Wasser, nicht mehr gefragt. Benzin konnte wieder importiert werden. Die Schliessung drohte. Erneut half Robert Grimm: Er verfügte über enge Kontakte zu höchsten Kreisen des Dritten Reichs, weil er während des Krieges mit ihnen über Benzin-Importe verhandelte. Zwei prominente SS-Mitglieder, die Grimm wegen diesen Import-Geschäften kannten, flüchteten 1945 in die sichere Schweiz – Grimm hielt seine schützende Hand über sie. Offenbar im Gegenzug vermittelten sie einen Wissenschaftler des Dritten Reichs: Johann Giesen. Er war bei der IG Farben zuständig für die Produktion von Perlon, ein ähnliches Produkt wie das amerikanische Nylon. Mit Hilfe von Giesen produzierte Werner Oswald in den 50er-Jahren statt Benzinersatz neu Kunstfasern, genannt «Grilon». «GR» steht für Graubünden. Giesen war ein Mann mit dunkler Vergangenheit. Neben dem Perlon-Werk leitete er auch das Methanolwerk im Industriekomplex Auschwitz-Monowitz. Gebaut von Zwangsarbeitern, die vergast wurden, wenn sie krank wurden. Überlebensdauer waren drei bis vier Monate. «SRF DOK» fand im Bundesarchiv Bern Dokumente, die darauf hinweisen, dass Grimm über Giesens dunkle Vergangenheit informiert war. Johann Giesens Vorgesetzter hiess Heinrich Bütefisch. Ihn verurteilten die Amerikaner wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, während Giesen nicht vor Gericht gestellt wurde. Auch Heinrich Bütefisch tauchte auf der Lohnliste der Hovag auf. Die Unabhängige Expertenkommission UEK, die sogenannte Bergier-Kommission, entdeckte diese Fakten zwar schon in den 90er-Jahren. Doch die brisanten Zusammenhänge wurden kaum zur Kenntnis genommen. «SRF DOK» veröffentlicht exklusiv Notizen, die bis vor kurzem noch unter Verschluss waren. Sie belegen die Kontakte zwischen Werner Oswald und dem Kriegsverbrecher Heinrich Bütefisch. Im Film nehmen sowohl die Sozialdemokratische Partei als auch Christoph Blocher zur Rolle von Robert Grimm, zu historischen Fakten und weiteren Recherchen von «SRF DOK» Stellung. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 05.11.2020 SRF 1 Das Ende der Credit Suisse – Von Verantwortung, Schuld und Wut
2008 musste die Schweiz die UBS retten. Getrieben von ihrer Gier nach immer höheren Boni hatten sich die Investmentbanker mit amerikanischen Hypothekar-Schrottpapieren verspekuliert, auch jene der UBS. Es kam zu einer globalen Finanzkrise. Die UBS stand am Abgrund. Am 16. Oktober 2008 präsentierten also Regierung und SNB ihren Hilfsplan zur Rettung der UBS: Mit insgesamt 68 Milliarden Franken wollen sie der angeschlagenen Grossbank unter die Arme greifen.«Nie wieder!», waren sich damals alle einig. Nie wieder sollte der Staat eine Grossbank retten müssen. 15 Jahre später musste der Staat nun die CS vor dem Untergang bewahren. Wie konnte es so weit kommen? Wieso ist die CS wirtschaftlich dermassen in Bedrängnis geraten, dass am Ende nur noch ein Ausweg blieb: der Verkauf an die UBS? Die Antwort: Die CS reihte in den vergangenen 15 Jahren Skandal an Skandal. Das führte dazu, dass sie immer wieder Bussen in Milliarden-Höhe zahlen musste. Aber wohl noch entscheidender: Dadurch ging das Vertrauen in die Bank zusehends verloren. Wer ist schuld? In erster Linie sicher der Verwaltungsrat. Aber auch die CEOs. Sie alle haben gross abkassiert – und gleichzeitig eine miserable Leistung erbracht. Neben der ökonomischen hat diese Geschichte auch eine politische Ebene. Dem Parlament wurde 2008 bewusst: Die Schweiz hat sogenannte «systemrelevante Banken». Das sind Banken, die so gross sind, dass der Staat sie im Zweifelsfall nicht untergehen lassen kann, weil sonst die ganze Volkswirtschaft mit in den Abgrund gerissen werden könnte. Neudeutsch heisst das: «too big to fail». Also versuchte die Politik dieses Problem zu lösen, indem sie einen Plan entwickelte für den Fall, dass es wieder mal so weit kommen sollte. Der Schweizer Teil der Bank sollte dann herausgelöst und erhalten bleiben, damit im Inland alles seinen gewohnten Gang gehen könnte. Die Teile im Ausland wollte man untergehen lassen. Nun zeigte sich: Das ist Theorie. In der Praxis funktioniert das nicht. Ist das Problem mit der Übernahme der CS durch die UBS nun gelöst? Nein, im Gegenteil. Es ist noch viel grösser. Die UBS wird jetzt so gross, dass der Staat auch sie retten muss, wenn sie in Schwierigkeiten geraten sollte. Und dann geht es um noch viel grössere Beträge. Ehrlicherweise müsste man den Leuten nun sagen: Die nächste Krise kommt ganz bestimmt. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 06.04.2023 SRF 1 Endometriose
Illustration: Bei der Krankheit „Endometriose“ wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, dort, wo es nicht hingehört, zum Beispiel außerhalb der Gebärmutter, an den Eierstöcken, im Bauch- und Beckenraum, an der Blase oder im Darm. Es kann sich aber auch an anderen Stellen des Körpers, wie der Lunge, ansiedeln.Bild: SRF/Alessandra LeoneEtwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter ist von Endometriose betroffen – fast 200 Millionen weltweit. Diese chronische Erkrankung bleibt oft jahrelang unerkannt, und ihre Symptome werden häufig ignoriert. Daher dauert es immer noch zwischen sieben und zehn Jahren, bis eine korrekte Diagnose gestellt wird. Die Symptome reichen von starken Bauchschmerzen bis hin zu Unfruchtbarkeit. Der Dokumentarfilm begleitet betroffene Frauen in ihrem Alltag, bei Untersuchungen und Operationen.Forscher in Frankreich, Deutschland und Grossbritannien arbeiten an innovativen Behandlungs- und Diagnosemethoden, wie beispielsweise einem bahnbrechenden Speicheltest. In Lyon wird hochintensiver fokussierter Ultraschall als nicht-invasive Alternative zur Behandlung schwerer Fälle eingesetzt. Unterdessen ebnet die Genforschung in Oxford den Weg für individualisierte, gezielte Therapien ohne Hormone. Trotz medizinischer Fortschritte bleibt Aufklärung entscheidend. Mit Hilfe von Apps, Informationskampagnen und einflussreichen Fürsprecherinnen wächst das öffentliche Bewusstsein. Endometriose ist nicht nur ein „Frauenproblem“, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 15.03.2026 SRF 1 Englands grosse Königinnen
Keine der drei Königinnen war zu Beginn für den Thron vorgesehen. Als sie schliesslich doch die Krone trugen, zweifelten viele daran, dass eine Frau das Königreich regieren kann. Doch alle drei erwiesen sich als starke und erfolgreiche Herrscherinnen: Elizabeth I. legte den Grundstein für das Britische Empire; unter ihrer Herrschaft blühte das Land wirtschaftlich und kulturell auf, William Shakespeare verfasste seine wichtigsten Werke unter ihr und Francis Drake umsegelte die Welt.Victoria herrschte als Frau auf dem englischen Thron über ein Reich, das rund ein Viertel der Erde und ein Drittel der Weltbevölkerung umfasste; in ihrer Regierungszeit, auch das «Viktorianische Zeitalter» genannt, erreichte Grossbritannien den Höhepunkt seiner Ausdehnung. Queen Elizabeth II. verfügt heute zwar längst nicht mehr über so viel Macht wie ihre Vorgängerinnen, dennoch ist sie das Staatsoberhaupt in 16 Commonwealth-Staaten und wird überall auf der Welt geachtet und geschätzt. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Mo. 08.06.2020 SRF 1 Die Entführung von Swissair 100 – Geiseldrama in der Wüste
Am 6. September 1970 hält die Welt den Atem an. Mitglieder einer Splittergruppe der PLO entführen vier Flugzeuge – darunter auch eine DC-8 der Swissair. Kaum ist die vollbesetzte Maschine in der jordanischen Wüste gelandet, stellen die Hijacker dem Bundesrat ein Ultimatum: Entweder lässt er innerhalb von 72 Stunden drei in der Schweiz inhaftierte Palästinenser frei oder das Flugzeug fliegt mitsamt Geiseln in die Luft.Mit dem «Hijack Sunday» im Herbst 1970 beginnt das Zeitalter des modernen Terrorismus. Das Geiseldrama ist ein globales Medienereignis, das in Farbe über die Bildschirme flimmert und die Welt für immer verändert. Es ist der Beginn einer Gewaltspirale, die bis heute anhält und nach immer spektakuläreren, blutigeren Anschlägen verlangt. Mittendrin die Passagiere und Crewmitglieder von Swissair Flug 100, die sich fünfzig Jahre später an die schwierigen Tage in der Wüste erinnern – und wie die Entführung ihr Leben bis heute prägt. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 22.02.2024 SRF 1 Die Entscheidung
Es sind nicht nur die rassistischen Tumulte, die Corona-Pandemie mit rund 200’000 Toten und die schlechte Wirtschaftslage, welche das Vorfeld der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen prägen. Ängste, wonach das Resultat durch Behinderung der Wählerinnen und Wähler verfälscht werden könnte, führen dazu, dass viele von einer tief gespaltenen Nation am Scheideweg sprechen. Für James Clyburn etwa, den demokratischen Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, geht es um nicht weniger als das Überleben der USA in ihrer «grössten Herausforderung seit 1860». Das sind drastische Worte, denn die Wahl von 1860 führte das Land in einen viereinhalbjährigen Bürgerkrieg.Clyburn und viele andere hochrangige Interviewte legen im Dokumentarfilm «Die Entscheidung» dar, was die USA und die Welt vom kommenden US-Präsidenten zu erwarten haben. Neben Stimmen aus der Politik kommen auch Männer und Frauen zu Wort, welche die beiden Anwärter seit langem und sehr nahe kennen. Etwa Joe Bidens Schwester Valerie Biden oder Donald Trumps persönlicher Anwalt Rudy Giuliani, der die Feinheiten in der Ausdrucksweise seines Chefs analysiert. «Die Entscheidung» zeigt die wichtigsten Situationen, die das Leben der beiden Kandidaten prägten, und diskutiert deren Bezug zur Macht und deren Visionen für die Zukunft. Michael Kirk und sein Team haben bereits die letzten vier US-Wahlen begleitet und in gegen 20 Filmen die Regierungszeiten von Barack Obama und Donald Trump analysiert. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Mi. 28.10.2020 SRF 1 Die Entscheidung – Christine Hug: Wenn Mann Frau ist
Christine kommt im Mai 1980 als Christian Urs Hug zur Welt. Die Familie lebt mit ihren zwei Buben das konventionelle, gute Leben am Stadtrand von Zürich. Die Mutter ist Hausfrau, der Vater Polizei- und Militäroffizier. Christian eifert dem Vater nach. Niemand ahnt, dass der junge Blondschopf Mutters Kleider anprobiert. Heimlich. Christine, damals Christian, versuchte zu verdrängen und ihre Bedürfnisse zu ignorieren. Sie fokussierte sich auf ihr Studium, auf ihre Familie.Christine fühlte sich nie wohl als Mann. Und doch dauerte es ein halbes Leben, bis sie ihr Innerstes nach aussen kehren konnte. Die Angst vor Zurückweisung, vor einer Trennung von Ehefrau Tanja, 51, und vor einem Rausschmiss aus dem Militär waren zu gross. Es ging ihr immer schlechter, Depressionen nagten an ihr, bis sie sich überwinden konnte und ihr Umfeld einweihte. Für Tanja, Christines Ehefrau, bricht eine Welt zusammen. Sie hatte sich in einen Mann verliebt und lebt heute mit einer trans Frau zusammen. Und doch schaffen sie es, zusammen zu bleiben. Erfrischend unkompliziert sieht es die gemeinsame Tochter Julia, 12. Statt Papa sagt sie halt nun Nana. Zumindest für Julia ist das alles keine grosse Sache. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 05.05.2022 SRF 1 Die Entscheidung – Samuel Friedman: Jude ohne Gott
Samuel Friedman ist das dritte von fünf Kindern. Er hat eine liebevolle Kindheit, die aber von vielen Regeln geprägt ist. Sein Leben scheint vorgespurt. Er wird gar Vorbeter in der Synagoge. Sehr früh merkt er aber, dass ihn all das, was sein Umfeld beschäftigt, nicht interessiert. Auf Glaubensfragen findet er keine Antwort. Viel lieber schaut er Fussball.Mit dem Abschneiden seiner Schläfenlocken wird erstmals sichtbar, was ihn in seinem Innern beschäftigt. Er will nicht so leben. Auch wenn diese Entscheidung für ihn definitiv ist, beginnt nun ein langer Prozess des Aussteigens. Er verabschiedet sich vom streng religiösen Leben, in das er hineingeboren wurde. Als Kind und Jugendlicher heimlich, nach der Hotelfachschule in Israel öffentlich. Er fährt Auto am Sabbat, isst unkoscher und sticht sich Dutzende Tattoos. Mithilfe des Fussballs hat er einen Religionsersatz gefunden. In der Südkurve des FCZ ein Auffangnetz. In der Gastroszene Freunde und Zerstreuung. Erst mit über 30 Jahren, bereits Vater einer Tochter und geschieden, legt er seine Kippa ab. Auch wenn seine Mutter jeden Tag betet, dass er zurückkommen möge, hat seine Familie zu ihm gehalten. Er ist ein Teil von ihr geblieben. In der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde hingegen wird er nicht gerne gesehen. Ihm ist die Kultur des Judentums jedoch nach wie vor wichtig. Sein Weg bleibt schwierig. Beim Bemühen, sich vom streng reglementierten Leben zu lösen, stolpert er immer wieder. Zum Beispiel über die Liebe. Sie kommt und geht. Er eckt an mit seiner direkten und lauten Art und dennoch bleibt er sich selbst treu. Auf der Suche nach seinem eigenen Weg. Als Jude. Aber ohne Gott. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 12.05.2022 SRF 1 Die Entscheidung – Wenn Mütter gehen
«Deine Mutter hat euch verlassen? Also ich könnte das ja nie!» Wie oft hat HR Fachfrau Lianna Müller, 28, diesen Satz von anderen Müttern gehört. Wie oft hat sie sich über den Satz und den mitleidigen Blick dazu genervt. Vor 25 Jahren ging ihre Mutter zurück in ihr Heimatland Malaysia. Lianna blieb mit ihrem älteren Bruder beim Vater im Berner Oberland. Ihr Vater Walter Müller, 59, konnte ihr die Liebe und Stabilität geben, die sie brauchte. «Die Kindererziehung ist nicht geschlechterabhängig, sondern bestimmt von der entgegengebrachten Liebe – und diese kann von Vätern genauso innig sein wie von Müttern.»Vor sieben Jahren hat Maura Stocker, 39, ihren Mann verlassen. Die Kinder waren acht, sechs und zwei Jahre alt. Da sie die Kinder nicht aus dem Umfeld, der Schule und der Familienwohnung reissen wollte, zog sie ohne sie aus. Seit dem Auszug hat sie das gesellschaftliche Prädikat «gute Mutter» verloren. Und das, obwohl sie den Kontakt mit ihren Kindern nie abgebrochen hat. Die Beziehung sei innig geblieben. Und auch als Eltern seien sie weiterhin zusammengestanden. Felizitas Ambauen, Psycho- und Paartherapeutin, erläutert, welche Gründe dazu führen, dass eine Frau sich entscheidet zu gehen. Es sei nie ein leichter Entscheid. Im Gegenteil – Zweifel seien langjährige Begleiter. Dennoch findet sie, es sei wichtig, genau hinzuschauen und keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen. Eine Trennung sei schwierig, aber nicht immer schädlich. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 19.05.2022 SRF 1 Erbschaft, nein danke!
Es ist eine alte Geschichte und eine leidige zugleich: Schlecht in die Wege geleitete Erbschafts- und Nachlassangelegenheiten. Da ist zum Beispiel ein Testament, das eines der Kinder bevorzugt und ein anderes tief verletzt. Oder das Erbe besteht nur aus Schulden. Solche Erbschaften sind häufig, und nicht selten beginnen mit der Eröffnung des Testaments tiefgreifende Familienkonflikte.Dieser Film handelt von tragischen Familiengeschichten aus der Westschweiz, von wunderschönen Schlössern, die sich die Hinterbliebenen gar nicht leisten können und von Erbschaften, welche man besser ausgeschlagen hätte, da sie nichts weiter als hohe Schulden gebracht haben. Paulette wurde in den 40er-Jahren als uneheliches Kind geboren. Ihr Vater hatte sie nie anerkannt und mit ihrer Mutter hat sich die Tochter zerworfen. Paulette fühlte sich von ihr nie richtig angenommen und brach den Kontakt ab. Nachdem die Mutter verstarb, hoffte Paulette als Erbin nun etwas Anerkennung zu bekommen. Doch das Zerwürfnis reichte noch weit über den Tod hinaus. Am Ende blieb Paulette nicht einmal das kleinste Erinnerungsstück. Eine komfortable Erbschaft schienen Philip Grand d’Hauteville und seine 2 Geschwister zu machen. Die 3 erbten ein ganzes Schloss mit 5 Nebengebäuden und dazu 27 Hektar Land. Doch das Schloss entpuppte sich als Fass ohne Boden. Das Dach war in einem schlechten Zustand und der Putz der Fassade bröckelte. Der Nachlass bestand aber nur aus dem Schloss und dessen Einrichtung. Das benötigte Geld, um das Erbe zu unterhalten, fehlte. Am Ende blieb der Erbgemeinschaft nur eines: Das Tafelsilber und schliesslich das ganze Schloss zu verkaufen. In der Praxis stellen Erbrecht-Experten fest, dass ein erhoffter Geldsegen durch eine Erbschaft oft ausbleibt. Am Ende sind es sogar Schulden des Verstorbenen, auf denen die Erben sitzenbleiben. Oder die Streitigkeiten um das Erbe verschlingen ein halbes Vermögen für Anwälte und Prozesskosten. Die Erbschaft entpuppt sich dann als ein finanzielles Desaster. Auch emotionale Altlasten können die Erbschaft zu einem wahren Albtraum werden lassen. Verletzte Gefühle aus der Kindheit kommen auf und am Ende streiten die Erben nicht mehr um das Elternhaus, sondern um den Familienweihnachtsschmuck. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 18.05.2017 SRF 1 Die Erde aus dem All
Mehr als ein Drittel der Landmasse der Erde wird für die Landwirtschaft genutzt. Dazu kommt die Fläche die die Häuser, Gebäude und Industrieanlagen einnehmen, sodass der Einfluss des Menschen mittlerweile auf mehr als der Hälfte der Landflächen dieses Planeten sichtbar ist. Und doch zeigt die andere Hälfte aus dem Blickwinkel von oben eine faszinierende Tierwelt.Eine Lichtung im kongolesischen Urwald ist seit Jahrzehnten der Treffpunkt von Elefanten aus allen Himmelsrichtungen. Doch was führt sie hierher? Im «Dorf der Elefanten» treffen pro Tag an die 150 Dickhäuter ein, die als Einzelgänger unterwegs sind. Auf der anderen Seite der Erde in der brütenden Hitze des australischen Outbacks betätigen sich Haarnasenwombats als Baumeister. An der nordöstlichen Küste Brasiliens erobert Sand die Vegetation und eine Maranhão-Schmuckschildkröte macht sich auf die beschwerliche Reise ins Herz dieser Wüste, um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Weite Teile des Poyang-Sees in China verdunsten während der Trockenzeit; eine Veränderung, die eine der grössten Tierwanderungen der Welt auslöst. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 11.06.2020 SRF 1 Erdogans AKP – Eine Partei verändert die Türkei
Wenige Jahre vor dem symbolträchtigen 100. Jubiläum der türkischen Republik 2023 hat es Erdogans Partei geschafft, das Land tiefgreifend zu verändern. Der Film geht der Frage nach, mit welchen Manövern es Erdogan gelungen ist, seine Macht auszubauen.Die letzten Kommunalwahlen haben erstmals Grenzen von Erdogans Regime aufgezeigt. Die Abwahl der AKP in Istanbul und die deutliche Kritik an seiner Person zeigen, dass seine Macht alles andere als absolut ist. Der türkische Präsident lässt zwar keine Zweifel an seinem Ziel aufkommen, eine neue Türkei aufzubauen, die als Führungsmacht der islamischen Welt fungiert. Mit der Lira auf historischer Talfahrt befindet sich die Türkei derzeit dennoch – nach den grossen Erfolgen im ersten Jahrzehnt der AKP-Herrschaft – in einer selbst verschuldeten existenziellen Wirtschaftskrise. Wird Erdogans AKP und damit seine Machtbasis instabil? Der Dokumentarfilm zeigt auf, dass für die Zukunft der Türkei entscheidend sein wird, ob es der demokratischen Opposition gelingt, ihren Wahlsieg in den türkischen Metropolen für eine politische Neuaufstellung zu nutzen, um eine demokratische und wirtschaftliche Erneuerung des Landes einzuleiten. Denn nach den letzten Jahren scheint das Schicksal offener, als bislang vermutet. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Mi. 22.01.2020 SRF 1 Erektion um jeden Preis
Edgard, Fabrice, Manfred und Adriano haben eines gemeinsam: Sie nehmen Viagra. Die Gründe dafür sind aber ganz unterschiedlich. «Die Sexualität war immer ein Sonnenstrahl auf der Landschaft meines Lebens», sagt Edgard, ein Genfer Informatiker im Ruhestand, der gerade zum zweiten Mal geheiratet hat. Für ihn ist Viagra eine ideale Lösung, um weiter ein Sexualleben zu haben, und er rät allen seinen Freunden, es ihm gleich zu tun.Für einige aber stellt die simple Einnahme des Medikaments nicht die erhoffte Lösung ihrer Probleme dar. Zu diesen Männern gehört Adriano. Seit einer Nierentransplantation vor einigen Jahren leidet er an chronischen Schmerzen. Das hatte zur Folge, dass er häufig keine Erektion bekam, obwohl er Lust auf Sex hatte. Er versuchte, sein Problem durch die Einnahme von Viagra zu lösen. Aber das Medikament allein half ihm nicht. Erst als er sich traute, mit seiner Partnerin darüber zu sprechen und sie gemeinsam nach einer Lösung suchten, bekam er sein Problem in den Griff. Für manche kann Viagra sogar eine gefährliche Komponente haben. Fabrice erzählt, wie er das Medikament in der Homosexuellenszene als Partydroge nutzte, häufig vermischt mit anderen Substanzen. Heute warnt er vor solchen Cocktails. In «Erektion um jeden Preis» reden Männer mit grosser Offenheit über ihre Erfahrungen. Auch darüber, warum Erektionsstörungen von vielen Männern als persönliche Katastrophe erlebt werden. Die Pille allein löst die Probleme oft nicht, dazu braucht es auch das Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner. (Text: SRF) Erfinderland Schweiz – Von Visionären und Tüftlern
Kaum ein anderes Land der Welt ist so erfinderisch wie die Schweiz – das zeigen viele Erhebungen. Als Triebfedern werden Rohstoffknappheit, Qualitätsbewusstsein, Geduld, aber auch der Wohlstand genannt. Die Erfinder sind für die Schweiz von grosser Bedeutung. «Hinter fast jedem technischen Betrieb steckt eine Erfindung», sagt Patentanwalt Josef Felber. Wer sind die Menschen hinter den Erfindungen? Was treibt sie an?Der Film taucht ein in die Welt zeitgenössischer Schweizer Erfinder. Da ist zum Beispiel Andreas Reinhard, der Visionär der Schweizer Erfinderszene. Sein Paradeprojekt ist der Skylift – der Lift in den Himmel. Reinhards Traum: Der Skylift soll eines Tages den Eiffelturm in den Schatten stellen. Seit 20 Jahren arbeitet er daran, jetzt steht der Bau kurz bevor. Oder der Tüftler Robert Meier. Er arbeitet an einer «Revolution des Elektrovelos». Doch die Konkurrenz ist riesig, die Gelder sind knapp, und die Industrie zeigt Meier die kalte Schulter. Die Existenznot sitzt ihm im Nacken, seit Jahren. Und doch ist Aufgeben kein Thema. Der Erfinder braucht einen langen Atem. Aber es kann sich lohnen. Roman Bühler hat das erlebt: Nach jahrelanger Entwicklung hat seine neuartige Windturbine den Sprung in den Markt geschafft. Doch auch Bühler musste lange «unten durch». Erfinden hat in der Schweiz Tradition. Das zeigt eine Zeitreise durch die ältere und jüngere Erfindergeschichte. Eine der wirtschaftlich erfolgreichsten helvetischen Erfindungen der letzten Jahrzehnte dürfte die Nespresso-Kapsel sein. Doch auch diese buchstäblich heisse Idee wäre trotz Millionenbudget fast gescheitert, wie der Erfinder Eric Favre erzählt. Und sie inspiriert heute noch, die Kapsel: Ein junges Erfinderduo möchte Fladenbrot aus der Kapsel backen. Erste Maschinen entstanden in jahrelanger Arbeit im Keller. In der Zwischenzeit ist ein Start-up entstanden, dem Experten gute Erfolgschancen einräumen. So unterschiedlich die Charaktere und -Wege der Erfinder sind, sie haben doch vieles gemeinsam: Sie wollen die Welt ein Stück besser machen. Sie zeigen Durchhaltewillen, Leidenschaft und Mut zum Risiko. Auch das zeigt dieser Film. (Text: SRF) Erfolgreich ohne abzuheben – Wenn Vögel zu Fuss gehen
Die Laufvögel Neuseelands sind klein und leicht. Der flügellose Kiwi beispielsweise wiegt kaum mehr als eine Krähe. Was also bringt einen Vogel dazu, die Lizenz zum Fliegen zurückzugeben, vor allem in der Afrikanischen Savanne, wo die Strausse ihren Lebensraum mit mächtigen Raubkatzen, mit Hyänen und Schakalen teilen. Hier scheint es geradezu selbstmörderisch zu sein, aufs Fliegen zu verzichten – besonders für die kleinen, noch unbeholfenen Küken.Dieses Paradox steht im Mittelpunkt des Films, in dem gezeigt wird, wie eine Straussenfamilie allen Gefahren trotzt, aber auch wie sehr das Schicksal der Laufvögel – insbesondere in Neuseeland – von menschlichen Eingriffen in die Natur bestimmt wird. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 25.07.2021 SRF 1 Er ist mein Bruder
Christines Bruder Peter ist gehörlos und blind geboren. Seit Christine denken kann, musste ihre Familie die Welt für ihn mitsehen und mithören, um sie ihm zugänglich zu machen. Heute ist Peter 30 Jahre alt und lebt noch zu Hause. Sein Bedürfnis nach Unterstützung ist so spezifisch, dass die Familie Schwierigkeiten hat, eine Wohnung für ihn zu finden. Wie wird das Leben von Peter aussehen, wenn seine Eltern nicht mehr da sind, um sich um ihn zu kümmern? Wer soll für ihn sorgen und ihm ein würdiges Leben ermöglichen? Diese Fragen beschäftigen seine jüngere Schwester Christine seit ihrer Kindheit.«Er ist mein Bruder» ist ein poetischer Film über Blutsbande und eine unglaubliche Familie. Die dänische Filmemacherin Cille Hannibal filmt die 29-jährige dänische Filmemacherin Christine Hanberg, wie sie in die Rolle der erkundenden Übersetzerin gerutscht ist. Der Film greift die Frage auf, was es bedeutet, die Verantwortung für ein anderes Leben zu tragen – und umgekehrt auch, was es bedeuten muss, sein Leben einem anderen zu überlassen. Der Film ist eine Reise durch eine Vielzahl an Emotionen, während derer Christine akzeptieren lernt, dass sie dereinst als gesetzlicher Vormund die Verantwortung für ihren Bruder allein wird übernehmen müssen, wenn ihre Eltern einmal nicht mehr da sind. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 18.09.2022 SRF 1 Ermordet, weil sie Frauen sind – Femizide in der Schweiz
Loredana Galeoto hat vor sechs Jahren einen Mordversuch ihres Mannes nur knapp überlebt, mit bleibenden Folgen. Sie gibt Einblick in die 27-jährige Ehehölle, in der sie fast täglich erniedrigt, verprügelt und mit dem Tod bedroht worden ist.Lou Hill floh vor der Gewalt ihres Mannes mehrmals ins Frauenhaus. Nicht nur sie, auch die drei Kinder wurden durch die unkontrollierten Gewaltausbrüche und die Unsicherheit zu Hause tief geprägt. Besonders fatal: Oft werden die Muster des Täters unbewusst übernommen. Die Todesdrohung ihres Partners war für die junge Lena K. ein Weckruf. Sie wusste, wenn sie jetzt nicht flieht, würde ihr Partner sie töten. Selbstzweifel, Manipulationen des Partners und Abhängigkeiten hinderten sie bisher daran, Anzeige zu erstatten. Tatsächlich ist die Dunkelziffer riesig, das schützt den Täter. Ein Gewalttäter erzählt, wieso er in Konfliktsituationen in der Beziehung stets mit Misshandlungen reagierte. Er rät dringend, sich als Täter Hilfe zu suchen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 16.01.2025 SRF 1 Das erste Jahr ohne Eveline
Nicht wahrhaben wollen, Aggression und Wut auf das Schicksal oder den Verstorbenen, totale Überforderung und Mutlosigkeit: Nach einem Todesfall erleben Angehörige emotionale Achterbahnfahrten. Wie lange darf dieser Ausnahmezustand dauern? Wie findet man die Balance zwischen Aushalten und Ablenken? Das erste Jahr sei das Schlimmste, sagt man. Geburtstage, Weihnachten, Ferien: Dort zeigt sich die grosse Lücke, die ein geliebter Mensch nach seinem Tod hinterlässt, ganz besonders.Man möchte die Zeit zurückdrehen, dieses noch sagen, jenes noch zusammen unternehmen, Versäumtes nachholen. Man war sich sicher, noch viel Zeit zu haben. Doch der Tod ist endgültig. Und während man versucht, den Schock zu verarbeiten, türmen sich die Bürokratie und der Alltag vor einem auf. Viele Dinge müssen erledigt, beantwortet, organisiert werden. Neben Unverständnis und dem Druck von aussen, möglichst schnell wieder zu funktionieren, erlebt die Familie während dieses Jahres auch viel Mitgefühl. So ist Patrick froh, lässt ihm sein Arbeitgeber Zeit. Er kann selber bestimmen, wann er wieder in den Arbeitsalltag einsteigen will. Die beiden Kinder verarbeiten ihre Trauer sehr unterschiedlich, und dafür zeigt die Schulbehörde Nachsicht. Während für Leonie die ersten Monate schlimm sind, zeigt sich die Trauer bei Raphael erst später. Der Vater ist froh, haben die Lehrpersonen auch nach einem Jahr noch Verständnis, wenn seinen Sohn während des Unterrichts Erinnerungen einholen und er – von aussen gesehen aus dem Nichts – weinen muss. Wann ist es Zeit, Regeln, die vor dem Todesfall galten, wieder einzuführen? Sind die Wutausbrüche normale Zeichen der Pubertät? Oder ist das auf den Tod der Mutter zurückzuführen? Kinder trauern anders als Erwachsene. Aggression und Wut richten sich auch gegen den Vater. Dabei will er alles richtig machen, seinen Kindern das Leiden erleichtern und ihnen die fehlende Mutter ersetzen. Patrick fühlt sich oft hilflos und überfordert. Der Kontakt mit einer Kinderpsychiaterin hilft ihm und den Kindern, einander besser zu verstehen. Schlussendlich ist es die Zeit, die heilt. Nach einem Jahr sagt Patrick: „Freude und Spass mussten wir wiederfinden, ohne Eveline. Aber ich denke, das haben wir wiedergefunden, je länger, je mehr. Es ist so, es wird einfacher. Obwohl es nie mehr so sein wird, wie es war.“ (Text: SRF) Es war einmal – Die Schweizer Geheimarmee P-26
Eine geheime Armee, bestehend aus 400 Mitgliedern, ausgerüstet mit Sprengstoff, Waffen, Funkanlagen und einem Goldvorrat, verteilt in etwa 80 regionalen Zellen, versehen mit dem Code P-26: Als die geheime Organisation im Februar 1990 einer verblüfften Öffentlichkeit enthüllt wurde, glaubte man sich in einem Spionagefilm. Doch der Bundesrat bestätigte die Existenz umgehend. War es ein geheimes Netzwerk, hinter dem Putschabsichten stecken, ja sogar die extreme Rechte?Die Enthüllung kommt just zur selben Zeit, als Nato-Länder ähnliche Organisationen bekanntgeben, von denen einige, besonders in Italien, wahrscheinlich Kontakte gepflegt haben mit den Neofaschisten. Jetzt stürzen sich die Schweizer Medien auf alle Arten von Hypothesen. Der Skandal ist beträchtlich und verursacht eine politische Krise. Die Mitglieder der Geheimarmee P-26 jedoch können sich nicht erklären – sie stehen unter Schweigepflicht. Heute, fast 30 Jahre später, hat sich die Situation geändert. Endlich können die Akteure dieser Organisation erzählen, was sie damals motivierte. In einer Reportage – gedreht vom welschen Fernsehen RTS – schildern sie ihre Sicht. Zu Wort kommt auch jener Untersuchungsrichter, der damals im Bundesrats-Auftrag die Organisation durchleuchtete. Und thematisiert wird auch, weshalb es so wichtig wäre, wenn seine mittlerweile verschwundenen Handakten wieder auftauchen würden. (Text: SRF)
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