2026, Folge 17⁠–⁠32

  • Folge 17 (30 Min.)
    Nadine mit ihrem Sohn Matteo. – Bild: 3sat
    Nadine mit ihrem Sohn Matteo.
    Nadine und Pascal Müller verbringen Wochen zwischen Neonatologie und Alltag im Ausnahmezustand. Ihr Sohn Matteo wird rund um die Uhr medizinisch versorgt, gleichzeitig müssen sie Arbeitsausfälle organisieren, Formulare ausfüllen und um finanzielle Sicherheit kämpfen. Die Frühgeburt wird damit nicht nur zur emotionalen Belastung, sondern auch zur existenziellen Herausforderung. Vor acht Jahren kamen auch Dina Hedigers Zwillinge zu früh zur Welt. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie die Organisation Frühchen & Neokinder Schweiz, die betroffene Familien unterstützt und deren Anliegen in die Politik trägt. Nach jahrelangem Einsatz wurde 2025 der Mutterschaftsurlaub für Eltern von Frühchen angepasst. «NZZ Format» zeigt, wie eine Frühgeburt Familien an ihre Belastungsgrenzen bringt und weshalb viele Betroffene genau dann Unterstützung suchen müssen, wenn ihnen dafür eigentlich die Kraft fehlt. Ein Film von Gwendolin Schönfeld (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 16.07.2026 SRF 1
  • Folge 18
    Geröstete Kaffeebohnen
    Forscher und Farmer suchen weltweit nach Lösungen – in Archiven, Laboren, auf Plantagen und in Wäldern. Der Kaffeebauer Felipe Croce baut seine Farm zu einem klimaresilienten Agroforstsystem um, damit seine Pflanzen dem kommenden El Niño trotzen können. «Wir sind vielleicht die letzte Generation, die Kaffee trinkt», fürchtet er. In den Königlichen Botanischen Gärten in London durchforstet der britische Forscher Dr. Aaron Davis die Archive nach vergessenen, robusteren Kaffeearten. Und in Uganda macht seine Kollegin Dr. Catherine Kiwuka eine überraschende Entdeckung, die Hoffnung gibt. Noch radikaler geht das Schweizer Start-up Food Brewer vor: Es lässt Kaffeezellkulturen im Stahltank wachsen. In Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften versucht es, dem Geschmack der Bohne nahezukommen. Ein Film von Daniel Etter (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 23.07.2026 SRF 1
  • Folge 19 (30 Min.)
    Labordiamant.
    Der Aufstieg der Labordiamanten ist rasant: Das Unternehmen von Christoph Spitzl hat sich auf die synthetische Herstellung von Diamanten spezialisiert. Einerseits produziert es hochwertige Schmuckdiamanten in der Schweiz, und andererseits will man in der Nähe von Bonn neue Geschäftsfelder in der Tech-Industrie erschliessen. Zusammen mit dem Laser-Weltmarktführer Trumpf will es die Halbleiterherstellung revolutionieren. Die etablierte Diamantenwirtschaft ist dagegen im Überlebenskampf. Dieter Hahn von der ältesten Diamantschleiferei Deutschlands und viele in der Edelsteinstadt Idar-Oberstein müssen ihre Firmen neu erfinden, wollen sie den Wandel überstehen. Wie etwa in der Diamantschmuckherstellung der Familie Giloy. Sie setzt bewusst auf «echte» Edelsteine auch für den kleineren Geldbeutel. Der Film geht diesen Fragen nach: Sind synthetische Diamanten eine Alternative zu teuren Edelsteinen? Und sind unsere Computerchips bald aus Diamanten? Ein Film von Dietmar Klumpp (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 30.07.2026 SRF 1
  • Folge 20 (30 Min.)
    Mann mit Smartphone.
    Der Italiener Ciro Pellegrino arbeitet als Journalist in Neapel, als ihm Apple im April 2025 eine Warnung schickt: Sein iPhone wurde Ziel einer Spyware-Attacke. Die Serbin Milena Beric leitet einen Kulturverein in Belgrad, der Ukrainer unterstützt – und wird ebenfalls zum digitalen Ziel. Wer hat die beiden ausspioniert? Und was wissen diejenigen über sie? Diese Fragen beschäftigen den Journalisten und die Demokratie-Aktivistin seit mehr als einem Jahr. Es sind tiefe Einschnitte in das berufliche und private Leben der beiden. Und sie sind keine Einzelfälle in Europa. Immer wieder decken das kanadische Citizen Lab der Universität Toronto und zivilgesellschaftliche Organisationen wie Amnesty International den Missbrauch von Spionagesoftware auf. Der Direktor des Citizen Lab, Ron Deibert, mahnt: Uns könnte ein Überwachungstsunami bevorstehen. Doch Behörden und Hersteller schweigen. Ein Film von Magdalena Jöchler und Benjamin Breitegger (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 06.08.2026 SRF 1
  • Folge 21
    Screenshot aus dem Film: Kampfjet
    Doch mit dem russischen Eroberungskrieg wird wieder über Atomwaffen diskutiert. Seit Donald Trumps zweiter Amtszeit haben sich die transatlantischen Beziehungen rapide verschlechtert, und die Zweifel an der militärischen Solidarität der Amerikaner sind gross. Wie verlässlich ist der amerikanische Nuklearschirm in Zukunft? Die Europäer müssten sich mehr um eine eigene nukleare Abschreckung kümmern, fordern Experten. Sie müssten Russland glaubhaft machen, dass sie sich auch nuklear verteidigen könnten. Nur: Welche Optionen haben sie überhaupt? (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 13.08.2026 SRF 1
  • Folge 22
    Einsatz Rettungswagen
    Als Fentanyl in Vancouver auftauchte, gab es kaum Vorwarnung. Innerhalb weniger Jahre verdrängte es Heroin weitgehend vom illegalen Drogenmarkt, die Zahl tödlicher Überdosen stieg dramatisch. «Ich bete dafür, dass Europa nicht in dieselbe Situation gerät wie wir», sagt der kanadische Suchtmediziner Paxton Bach. «Aber ich fürchte: Es ist nur eine Frage der Zeit.» Inzwischen verbreiten sich auch in Europa hochpotente synthetische Opioide wie Nitazene. Sie werden über das Internet verkauft, Heroin oder Tabletten beigemischt und teilweise konsumiert, ohne dass die Betroffenen davon wissen. Schon kleinste Mengen zu viel können eine tödliche Überdosis auslösen. In Deutschland zeigt sich, wie grundlegend sich der Drogenmarkt verändert. Kliniken behandeln zunehmend jüngere Konsumierende; zugleich verlagert sich der Handel von der Strasse ins Internet. Über soziale Netzwerke, Messenger und Onlineshops lassen sich die Substanzen mit wenigen Klicks nach Hause bestellen. Dadurch werden Konsumierende für klassische Hilfsangebote schwerer erreichbar und neue Entwicklungen auf dem Markt schwieriger zu erkennen. Seit der Auflösung der offenen Drogenszenen am Zürcher Platzspitz und Letten gilt die Schweiz weltweit als Vorbild einer pragmatischen Drogenpolitik. Konsumräume, Substitutionsprogramme, Drug-Checking und Frühwarnsysteme sollen verhindern, dass aus einzelnen Fällen eine neue Krise entsteht. Doch hält das Erfolgsmodell der Neunzigerjahre einem globalisierten, synthetischen Drogenmarkt stand? (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 20.08.2026 SRF 1
  • Folge 23 (30 Min.)
    Szenenbild aus dem Film: Zollbeamter in Spanien
    Viele Touristen schätzen Andalusien für traumhafte Strände, idyllische Dörfer und gemütliche Tapas-Bars. Aber Europas äusserster Süden hat auch ein anderes Gesicht: Hier breiten sich kriminelle Banden aus, die ganz Europa mit Kokain versorgen. «Wir haben hier eine regelrechte Drogenökonomie», sagt die Sozialarbeiterin Alma Jugado. Andalusien ist eine der ärmsten Regionen Spaniens. Drogenschmuggler verdienen hier in einer Nacht mehr als andere in einem Monat. Sogenannte Tiktok-Narcos – Influencer, die das Schmugglerleben als grosse Party inszenieren – tragen zur Popularität des illegalen Geschäfts bei. Strafverfolger müssen immer gefährlichere Einsätze durchführen und werden gleichzeitig zunehmend machtlos. Die Dokumentation dringt tief in Andalusiens Schmugglerbusiness ein. Sie begleitet Zollbeamte, Sozialarbeiterinnen – und einen Investigativjournalisten, der sich mit einem der Hintermänner der Drogenbanden treffen will. Dabei wird deutlich, dass die wachsende Kriminalität in Südspanien weit mehr als ein lokales Problem ist. Ein Film von Nicole Ris und Jan-Philipp Scholz (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 27.08.2026 SRF 1
  • Folge 24 (30 Min.)
    Kämpft gegen die Abschiebung: Rodney und seine Frau Mildred
    Rodney Taylor kam als Kleinkind aus Liberia in die USA. Noch vor seinem zehnten Geburtstag wurden ihm beide Beine amputiert. In Georgia baute er sich ein Leben auf, gründete eine Familie und arbeitete als Coiffeur. Doch sein Aufenthaltsstatus blieb ungeklärt. Anfang 2025 wurde Rodney von ICE festgenommen. Fünfzehn Monate verbrachte er im Stewart Detention Center im Süden des Gliedstaates. Heute ist er wieder bei seiner Familie, doch seine Zukunft bleibt ungewiss: Gegen ihn läuft weiterhin ein Abschiebungsverfahren. Während Rodney in Haft sass, plante die Regierung rund 200 Kilometer weiter nördlich ein neues Haftzentrum für bis zu 10’000 Menschen. Ausgerechnet in Social Circle, einer kleinen, stark republikanisch geprägten Stadt, formierte sich Widerstand. Eine progressive Aktivistin und ein Trump-Wähler hatten plötzlich dasselbe Ziel: mit aller Macht das ICE-Abschiebegefängnis verhindern. «NZZ Format» begleitet Rodney und seine Frau Mildred nach seiner Freilassung und trifft in Social Circle jene, die sich gegen das geplante Haftzentrum stellen. Ein Film von Patrick Tombola (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 03.09.2026 SRF 1
  • Folge 25 (30 Min.)
    Soldaten
    «NZZ Format» begleitet junge Menschen, die ihren Alltag zwischen Hoffnung und Bedrohung gestalten: den Arzt Chen De Ruei und seine Frau Pei-ying, die sich auf eine chinesische Invasion vorbereiten und medizinisches Personal und Zivilisten für den Ernstfall ausbilden, die Tech-Innovatoren Billion Lee und Johnson Liang, die mit digitalen Werkzeugen gegen chinesische Desinformation kämpfen, und den jungen Oppositionspolitiker Warren Lo, der trotz allen Spannungen gegenüber China auf Dialog und Annäherung setzt. Der Film zeigt ein Land, in dem sich der Konflikt nicht nur in Militärmanövern, sondern auch in Debatten, in den Medien und im persönlichen Leben widerspiegelt. Er erzählt von einer offenen Gesellschaft, die ihre Freiheit bewahren will – und von Menschen, die sich fragen, wie man lebt, wenn die Möglichkeit eines Krieges zum Teil des Alltags geworden ist. Ein Film von Carsten Stormer (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 10.09.2026 SRF 1
  • Folge 26 (30 Min.)
    Roboter läuft ein Rennen.
    Humanoide Roboter sind auf dem Vormarsch. Beim Roboter-Halbmarathon in Peking treten Maschinen gegen Menschen an. Doch das Rennen ist weit mehr als ein skurriler Wettkampf: China nutzt die globale Bühne gezielt, um sich als führende Technologienation zu präsentieren und seinen Führungsanspruch in der Robotik zu zementieren. Die Erwartungen an die humanoide Robotik sind weltweit gigantisch. Die Technologie soll helfen, den sich abzeichnenden Fachkräftemangel zu lindern, Lücken in der Altenpflege zu schliessen und langfristig die Wirtschaft anzukurbeln. Nicht nur China, auch die USA setzen voll auf dieses Potenzial. Doch während amerikanische Pioniere wie Tesla ihre Modelle noch ausgiebig testen, hat Peking bereits mit der industriellen Massenproduktion begonnen. Und auch in der Schweiz wird investiert. Das Zürcher Start-up Rivr entwickelt intelligente Lieferroboter – bauen will es diese aber in Fernost. «NZZ Format» zeigt, wie weit China in der humanoiden Robotik tatsächlich schon ist. Wo verläuft die Grenze zwischen Hype und Realität? Und wer wird das globale, milliardenschwere Wettrennen um die technologische Vorherrschaft gewinnen? Ein Film von Claudia Stahel (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 17.09.2026 SRF 1
  • Folge 27
    Löschflugzeug mit Besatzung
    Zu Beginn des Sommers bereitet sich der Kontinent auf die Waldbrandsaison vor. Löschflugzeuge und Löschhelikopter stehen bereit, um Brände einzudämmen, bevor diese ausser Kontrolle geraten. Doch die Reserven sind begrenzt. Als wenige Wochen später mehrere grosse Feuer gleichzeitig ausbrechen, gerät das System an seine Grenzen. Viele der eingesetzten Maschinen sind jahrzehntealt, neue Löschflugzeuge stehen erst in ein paar Jahren zur Verfügung. «NZZ Format» spricht mit Einsatzkräften in Griechenland und der Türkei und besucht in Kalifornien Coulson Aviation, einen der weltweit grössten privaten Betreiber von Löschflugzeugen. Dort werden ehemalige Militärtransporter und Passagierjets wie die C-130 Hercules und die Boeing 737 für die Brandbekämpfung umgebaut. Experten erklären, weshalb Löschflugboote, Helikopter und umgebaute Transportflugzeuge je nach Gelände und Einsatz ganz unterschiedliche Stärken haben. Doch neue Flugzeuge sind nur ein Teil der Antwort. Der Film zeigt auch, wie Satelliten helfen sollen, Brände früher zu erkennen. Kann Europa seine Brandbekämpfung aus der Luft rechtzeitig stärken, bevor die nächste Feuersaison die Systeme überrollt? Ein Film von Roman Hodel (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 24.09.2026 SRF 1
  • Folge 28
    Zeigen Handy in die Kamera
    Der Profi-Alpinist und Bergführer Michi Wohlleben und die Influencerin Pauli Vogler[AR1.1] erleben die Berge aus unterschiedlichen Perspektiven. Für Michi stehen Erfahrung, Vorbereitung und die unmittelbare Herausforderung am Berg im Zentrum. Für Pauli gehört das Smartphone selbstverständlich dazu: Sie dokumentiert ihre Touren, produziert regelmässig Content und arbeitet mit Marken zusammen. Bergbilder inspirieren, unterhalten und machen anspruchsvolle Touren sichtbar wie nie zuvor. Gleichzeitig wächst die Kritik an einer Welt, in der Reichweite und Inszenierung eine immer grössere Rolle spielen. Auch Pauli erlebt Gegenwind; obwohl sie sich bewusst mit Sicherheit, Training und Verantwortung auseinandersetzt. Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik beim Klippenspringen. Cliff -Diving und Dödsen [AR2.1]sind kurze, spektakuläre Disziplinen, die sich ideal für Social Media eignen. Die internationale Szene ist eng vernetzt, ihre Sprünge erreichen ein grosses Publikum, und die Grenzen des Machbaren werden immer wieder neu ausgelotet. Hans Preissler wurde bei einem Sprung von einer 30 Meter hohen Klippe schwer verletzt. Das Video seines Unfalls verbreitete sich millionenfach und zog massive Hasskommentare nach sich. Drei Jahre später kehrt er an die Klippe zurück. Wird er wieder springen? «NZZ Format» zeigt, wie Social Media den Blick auf Extremsport verändert und wie Faszination, Selbstdarstellung, Gemeinschaft, Kommerz und Risiko ineinandergreifen. Ein Film von Philipp Jöster (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 01.10.2026 SRF 1
  • Folge 29
    Radprofi am Strassenrand
    «Radprofis in zwei Welten» dokumentiert die gegensätzlichen Lebensentwürfe zweier Spitzenathleten, die einst dieselbe Spielgruppe besuchten. Die Bahnrad-Spezialistin Aline Seitz bereitet sich auf die Europameisterschaften 2026 in Konya vor. Trotz Olympiateilnahme und kompromisslosem Training zeigt ihr Alltag die wirtschaftlichen Grenzen des klassischen Verbandssports: Vom Verband erhält die 29-Jährige keinen Lohn, finanzielle Planbarkeit bleibt ein Wunschtraum. Ihr ehemaliger Nachbar Robin Gemperle hat sich für einen anderen Weg entschieden. Als einer der weltbesten Ultracyclisten startet er 2026 beim Transcontinental Race: rund 5000 Kilometer von Norwegen nach Griechenland, ohne Team und weitgehend auf sich allein gestellt. Er plant seine Route selbst, entscheidet, wann er schläft, und vermarktet sich als Ein-Mann-Unternehmen. Die Reportage blickt hinter die Kulissen zweier sportlicher Extreme. Ein Film von Matthias Lüscher (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 08.10.2026 SRF 1
  • Folge 30 (30 Min.)
    Matcha-Getränk
    In Uji, der historischen Hochburg des japanischen Matcha, stehen Teebauern vor einem Paradox: Die Nachfrage nach dem grünen Pulver wächst rasant – doch die Anbauflächen sind begrenzt. Echter Matcha macht weniger als ein Promille der weltweiten Teeproduktion aus. Die Verarbeitung bleibt aufwendig: Eine traditionelle Steinmühle produziert gerade einmal rund 30 Gramm pro Stunde. Der Preis für Tencha, die Teeblätter, aus denen Matcha entsteht, ist 2025 um mehr als 260 Prozent gestiegen. «NZZ Format» verfolgt den Weg des grünen Pulvers von europäischen Matcha-Cafés bis zu den Teefeldern Japans. Die Dokumentation begleitet einen Importeur, der um knappe Lieferungen und die Zukunft des Produkts ringt; eine Teebäuerin, die nicht expandieren will, obwohl sie vom Boom profitieren könnte; einen Schweizer, der als einer der wenigen Ausländer in Uji Matcha produziert; und besucht einen der ältesten Teeläden Japans, der seine Kundschaft weltweit beliefert und trotzdem nicht genug Tee hat. Der Boom verändert Matcha grundlegend. Er bringt Geld und neue Aufmerksamkeit für eine bedrohte Tradition und übt gleichzeitig Druck auf genau jene Bedingungen aus, die den Tee einzigartig machen. Ein Film von Simon Helbling (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 15.10.2026 SRF 1
  • Folge 31
    .
    In den staubigen Arenen rund um Herat kämpfen junge Männer um Geld, Anerkennung und einen Namen. Einer von ihnen ist Faiz Ahmad. Er stammt aus einem armen Dorf, studiert Pflege und arbeitet nebenbei in einer Autowerkstatt. Oft geht er hungrig zum Training. Trotzdem sagt er: «Auch wenn ich nur Wasser habe, werde ich das Ringen nie aufgeben.» Sein grosses Vorbild ist Maihan, einer der angesehenen Ringer der Region. Bei einem wichtigen Wettkampf hofft Faiz, sich vor ihm beweisen zu können. Ein Sieg kann Preisgeld oder Sachpreise bringen – vor allem aber jene Anerkennung, die Faiz im Alltag oft fehlt. Abseits des Rings ist seine Zukunft ungewiss. In seinem Hörsaal sitzen nur Männer, Arbeit ist knapp, und viele seiner Freunde zweifeln daran, dass selbst ein Studium ihnen eine Perspektive eröffnet. «NZZ Format» begleitet Faiz zwischen Hostel, Universität, Werkstatt und Ring und erzählt von einem jungen Mann, der sich nicht damit abfinden will, dass seine Herkunft über seine Zukunft entscheidet. Ein Film von Jordan Bryon (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 29.10.2026 SRF 1
  • Folge 32
    In einem Massai-Dorf
    20 Millionen Mal wurde ein Video mit Stephanie Fuchs in ihrem tansanischen Massai-Dorf angesehen. Die Deutsche lebt hier seit fünfzehn Jahren mit ihrem Massai-Ehemann Sokoine Papaa. In den sozialen Netzwerken erzählt sie vom Alltag und von der Kultur seiner Familie. Ihre Reichweite ermöglicht es ihr, die Grossfamilie zu finanzieren. Gleichzeitig werden deren Mitglieder zu Protagonisten einer Geschichte, die vor allem Stephanie erzählt. Im benachbarten Kenya kämpft der Massai-Aktivist Ole Kaunga gegen diese Deutungshoheit von aussen. Für ihn verdecken die wirkmächtigen Bilder die drängenden Probleme seiner Gemeinschaft: den Verlust von Land und Identität, Armut und fehlende Perspektiven. Wie schwer es ist, sich von den Klischees zu lösen, zeigt sich auf Sansibar. Dort verkaufen junge Massai Schmuck an Touristinnen und mitunter auch die Phantasie vom exotischen Liebhaber. Sie leben von genau jenem Mythos, in dem sie gefangen sind. Zwischen Stephanies viralen Bildern, Ole Kaungas politischem Kampf und den Ferienflirts auf Sansibar zeigt «NZZ Format», wie ein fremdbestimmtes Image zur Lebensgrundlage werden kann und was es kostet, die Kontrolle darüber zurückzugewinnen. Ein Film von Cristina Karrer (Text: SRF)
    Original-TV-Premiere Do. 05.11.2026 SRF 1

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