2026
Episodenführer und Sendedaten unvollständig
Hetze gegen Abnehmspritzen – Warum ein Medikament zum Spiegel gesellschaftlicher Vorurteile wird
Folge 1
NZZ Format Hetze gegen Abnehmspritzen – Warum ein Medikament zum Spiegel gesellschaftlicher Vorurteile wird Chiara, Protagonistin im FilmBild: SRF/NZZ FormatIn einer Welt, in der schlanke Körper als das ultimative Statussymbol gelten, wirkt ein Medikament, das den Appetit dämpft, wie ein Verrat am gesellschaftlichen Ideal. Plötzlich erreichen viele Menschen etwas, das sich zuvor nur wenige vermeintlich mühsam erkämpft haben. Und sofort flammt eine gesellschaftliche Debatte auf: Ist die medikamentöse Adipositas-Behandlung eine medizinische Notwendigkeit oder eine bequeme Abkürzung für Undisziplinierte?Die Endokrinologin Katja Leitner vom Kantonsspital Aarau kann darüber nur den Kopf schütteln. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, von der weltweit jeder Achte betroffen ist und die zu zahlreichen Folgeerkrankungen führen kann. «Die Aussage <Iss weniger, beweg dich mehr> greift zu kurz. Der Lebensstil ist nur ein Faktor.» Entscheidend seien ebenso Aspekte wie Genetik, Alter, Hormone und Umwelt, betont Leitner. Die Soziologin Katja Rost von der Universität Zürich sieht im Aufruhr rund um GLP-1-Medikamente hingegen ein gesellschaftliches Muster: «Schlanksein ist heute ein rares Gut und gesellschaftlich hoch angesehen. Gerade weil es als hart erarbeitet gilt.» Diese Exklusivität gerät nun ins Wanken. Für Corina Preisig, die mit Wegovy knapp dreissig Kilo verloren hat, ist diese Dynamik Alltag: «Als übergewichtige Person kann man es den Menschen nicht recht machen. Wenn du dick bist, passt es ihnen nicht, und wenn du abnimmst, wirst du ebenfalls kritisiert.» Auch Chiara Kroop kennt den moralischen Unterton, wenn es ums Thema Abnehmspritze geht. Sie dokumentiert ihr Abnehmen mit Mounjaro auf Social Media und erhält dort regelmässig Kommentare wie «Einfach mal weniger fressen» oder «Mit Spritze abnehmen ist keine Leistung». Fritz Scheidegger, der schon lange mit Adipositas lebt, pfeift auf die öffentliche Kritik. Für ihn zählt nur, dass er sich mit jedem Kilo weniger wieder aktiver fühlt. «NZZ Format» zeigt, was hinter der hitzigen Debatte steht: Menschen, die Unterstützung brauchen – und eine Gesellschaft, die Körper weiterhin moralisch bewertet. Ein Film von Nicole Krättli (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 08.01.2026 SRF 1 Gewalt in der Geburtshilfe – Wenn die Geburt zum Albtraum wird
Folge 2NZZ Format Gewalt in der Geburtshilfe – Wenn die Geburt zum Albtraum wird Michal, Protagonistin im FilmBild: SRF/NZZ FormatMichal aus Bern und Maren aus Düsseldorf mussten erleben, wie Fachpersonal bei der Geburt ihre Bedürfnisse missachtet, sie respektlos behandelt und sich über ihre Grenzen hinweggesetzt hat. Erfahrungen wie diese prägen Betroffene oft über Jahre – sie belasten nicht nur die Mutter selbst, sondern häufig auch die Bindung zum Kind und die Paarbeziehung. Viele Betroffene suchen die Schuld zunächst bei sich: Über das Erlebte zu sprechen, fällt schwer, auch aus Scham. «Hauptsache, das Kind ist gesund», heisst es dann oft im Umfeld – ein Satz, der die erlebte Gewalt verharmlost.Gewalt in der Geburtshilfe hat auch strukturelle Gründe: Zeitdruck, Personalmangel, starre Hierarchien und eingefahrene Routinen erschweren es dem Fachpersonal, die Geburt empathisch zu begleiten. Hinzu kommen finanzielle Anreize: Ein Kaiserschnitt etwa ist für eine Klinik lukrativer als eine langwierige natürliche Geburt. Maren und Michal sind mit ihrer Erfahrung nicht allein: In Deutschland erlebt fast jede dritte Frau Gewalt bei der Geburt. Eine Schweizer Studie spricht von informellem Zwang: Jede vierte Frau fühlt sich gedrängt, Behandlungen zuzustimmen, oder muss Eingriffe gegen ihren Willen über sich ergehen lassen. «Gewalt in der Geburtshilfe» macht sichtbar, was viele Frauen erleben und warum sich auch strukturell etwas ändern muss: weil es nicht egal ist, wie wir geboren werden. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 15.01.2026 SRF 1 Island und die Gleichstellung: Wer im Vorreiterland schon profitiert und was zu tun bleibt
Folge 3 (30 Min.)NZZ Format Island und die Gleichstellung – Warum sie vielen nützt und dem Vorreiterland Arbeit bleibt Frau und Mann mit HundBild: SRF/NZZ FormatWeltweit geraten Frauen- und Menschenrechte immer stärker unter Druck. Island nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Mit einer Präsidentin, einer Regierungschefin und einer weiblichen Parlamentsmehrheit gehört das Land zu jenen Staaten mit der umfassendsten politischen Repräsentation von Frauen.Die Präsidentin Halla Tómasdóttir verweist auf den historischen Frauenstreik vor fünfzig Jahren, der den Kurswechsel Islands einleitete – und macht zugleich deutlich, dass Gleichstellung auch im eigenen Land nicht als erreicht gilt. Die Forscherin Finnborg organisiert deshalb gemeinsam mit vielen Frauen einen neuen Streik. Sie warnt zudem vor einem globalen Rückschritt bei Frauenrechten, der über soziale Medien zunehmend auch Island erreicht. «NZZ Format» blickt in dieses gesellschaftliche Labor der Zukunft. Der Film begleitet Menschen, die diesen Wandel mitgestalten: Finnborg und ihre Mitstreiterinnen, den ehemaligen Fussballprofi Thorsteinn, der sich in einem Podcast radikal mit Männlichkeitsbildern auseinandersetzt, und Daniel, dessen Sohn bereits im Kindergarten lernen soll, dass Fürsorge und emotionale Offenheit Teil von Stärke sind. Ein Blick auf ein Land, das als Vorbild gilt – und dennoch weiter um Gleichstellung ringt. Ein Film von Juliane Tutein (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 22.01.2026 SRF 1 Die Masche der Telefonbetrüger – Wie kriminelle Banden ahnungslose Menschen ausnehmen
Folge 4NZZ Format Die Masche der Telefonbetrüger – Wie kriminelle Banden ahnungslose Menschen ausnehmen Symbolbild TelefonbetrügerBild: SRFMehmet A.* hat jahrelang von der Türkei aus als Teil einer Betrügerbande agiert. Eines seiner Opfer: Elisabeth Schütz. Mehmet hat gezielt Druck auf sie ausgeübt, ihre Ahnungslosigkeit missbraucht und so die bescheidene Rentnerin um ihr mühsam Erspartes gebracht.Sein Fall zählt zu den grössten Telefonbetrugskomplexen, die in den vergangenen Jahren in der Schweiz aufgeklärt werden konnten. In einem exklusiven Interview gewährt Mehmet A. «NZZ Format» Einblick in die abgeschotteten Strukturen internationaler Betrugsnetzwerke. Ermittler, Staatsanwälte und Kriminalanalysten zeigen, wie mühsam internationale Rechtshilfe ist – und warum die Täter der Justiz oft einen Schritt voraus sind. Der Film erzählt von psychologischer Manipulation, grenzüberschreitender Geldwäsche und einem Wettlauf gegen hochprofessionell vorgehende Verbrecher. Ein Film von Tatjana Kurdjumow * Name von der Redaktion geändert. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 29.01.2026 SRF 1 Hilfe, wir wurden gehackt – Firmen in Geiselhaft
Folge 5NZZ Format – Hilfe, wir wurden gehackt – Firmen in Geiselhaft von Cyberkriminellen. Screenshot aus dem Programm.Bild: SRF1Ransomware ist eine existenzielle Bedrohung für Unternehmen. Hinter den Angriffen steckt eine hochprofessionelle Industrie, die nach betriebswirtschaftlicher Logik funktioniert: eindringen, verschlüsseln, erpressen. Wer nicht zahlt, dem drohen Stillstand, Datenverlust und Bankrott. Viele Tätergruppen arbeiten dabei arbeitsteilig wie Unternehmen mit Entwicklerteams, Verhandlern, «Kundensupport» und klaren Fristen.«NZZ Format» zeigt, warum es fast jede Firma treffen kann und wie schnell ein Angriff zur Existenzfrage wird. Im Frühling 2025 trifft es das Unternehmen von Philipp Bosshard. Plötzlich steht nicht nur die IT still, sondern die ganze Firma. Es geht um das Fortbestehen des Betriebs und der 200 Arbeitsplätze. Die Erpresser setzen eine Frist: Zwölf Tage bleiben Bosshard, um zu entscheiden, ob er Lösegeld zahlt oder ob er in letzter Not doch noch eine andere Lösung findet. Parallel folgt «NZZ Format» den Spuren der Cyberkriminellen. Der Cybersicherheitsanalyst Jon DiMaggio erhält durch monatelange verdeckte Ermittlungen Einblick in eine der bekanntesten Ransomware-Banden: Lockbit. Dabei kommt er dem mysteriösen Kopf der Gruppe nahe, der als «LockbitSupp» auftritt. Und wird dessen Freund und Henker. Als Lockbit 2025 selbst gehackt wird, öffnet sich ein seltenes Fenster in das Innenleben der Bande. Der NZZ-Datenjournalist Simon Huwiler analysiert die geleakten Daten und stösst auf eine aussergewöhnlich hohe Lösegeldzahlung. Eine Spur, die in die Schweiz führt. Ein Film von Roman Hodel (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 05.02.2026 SRF 1
zurück
Erhalte Neuigkeiten zu NZZ Format direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu NZZ Format und weiteren Serien
deiner Liste findest du in deinem
persönlichen Feed.
TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn NZZ Format online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.Erinnerungs-Service per
E-Mail
