2026
Episodenführer und Sendedaten unvollständig
Hetze gegen Abnehmspritzen – Warum ein Medikament zum Spiegel gesellschaftlicher Vorurteile wird
Folge 1 (30 Min.)
NZZ Format Hetze gegen Abnehmspritzen – Warum ein Medikament zum Spiegel gesellschaftlicher Vorurteile wird Chiara, Protagonistin im FilmBild: SRF/NZZ FormatIn einer Welt, in der schlanke Körper als das ultimative Statussymbol gelten, wirkt ein Medikament, das den Appetit dämpft, wie ein Verrat am gesellschaftlichen Ideal. Plötzlich erreichen viele Menschen etwas, das sich zuvor nur wenige vermeintlich mühsam erkämpft haben. Und sofort flammt eine gesellschaftliche Debatte auf: Ist die medikamentöse Adipositas-Behandlung eine medizinische Notwendigkeit oder eine bequeme Abkürzung für Undisziplinierte?Die Endokrinologin Katja Leitner vom Kantonsspital Aarau kann darüber nur den Kopf schütteln. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, von der weltweit jeder Achte betroffen ist und die zu zahlreichen Folgeerkrankungen führen kann. «Die Aussage <Iss weniger, beweg dich mehr> greift zu kurz. Der Lebensstil ist nur ein Faktor.» Entscheidend seien ebenso Aspekte wie Genetik, Alter, Hormone und Umwelt, betont Leitner. Die Soziologin Katja Rost von der Universität Zürich sieht im Aufruhr rund um GLP-1-Medikamente hingegen ein gesellschaftliches Muster: «Schlanksein ist heute ein rares Gut und gesellschaftlich hoch angesehen. Gerade weil es als hart erarbeitet gilt.» Diese Exklusivität gerät nun ins Wanken. Für Corina Preisig, die mit Wegovy knapp dreissig Kilo verloren hat, ist diese Dynamik Alltag: «Als übergewichtige Person kann man es den Menschen nicht recht machen. Wenn du dick bist, passt es ihnen nicht, und wenn du abnimmst, wirst du ebenfalls kritisiert.» Auch Chiara Kroop kennt den moralischen Unterton, wenn es ums Thema Abnehmspritze geht. Sie dokumentiert ihr Abnehmen mit Mounjaro auf Social Media und erhält dort regelmässig Kommentare wie «Einfach mal weniger fressen» oder «Mit Spritze abnehmen ist keine Leistung». Fritz Scheidegger, der schon lange mit Adipositas lebt, pfeift auf die öffentliche Kritik. Für ihn zählt nur, dass er sich mit jedem Kilo weniger wieder aktiver fühlt. «NZZ Format» zeigt, was hinter der hitzigen Debatte steht: Menschen, die Unterstützung brauchen – und eine Gesellschaft, die Körper weiterhin moralisch bewertet. Ein Film von Nicole Krättli (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 08.01.2026 SRF 1 Gewalt in der Geburtshilfe – Wenn die Geburt zum Albtraum wird
Folge 2 (30 Min.)NZZ Format Gewalt in der Geburtshilfe – Wenn die Geburt zum Albtraum wird Michal, Protagonistin im FilmBild: SRF/NZZ FormatMichal aus Bern und Maren aus Düsseldorf mussten erleben, wie Fachpersonal bei der Geburt ihre Bedürfnisse missachtet, sie respektlos behandelt und sich über ihre Grenzen hinweggesetzt hat. Erfahrungen wie diese prägen Betroffene oft über Jahre – sie belasten nicht nur die Mutter selbst, sondern häufig auch die Bindung zum Kind und die Paarbeziehung. Viele Betroffene suchen die Schuld zunächst bei sich: Über das Erlebte zu sprechen, fällt schwer, auch aus Scham. «Hauptsache, das Kind ist gesund», heisst es dann oft im Umfeld – ein Satz, der die erlebte Gewalt verharmlost.Gewalt in der Geburtshilfe hat auch strukturelle Gründe: Zeitdruck, Personalmangel, starre Hierarchien und eingefahrene Routinen erschweren es dem Fachpersonal, die Geburt empathisch zu begleiten. Hinzu kommen finanzielle Anreize: Ein Kaiserschnitt etwa ist für eine Klinik lukrativer als eine langwierige natürliche Geburt. Maren und Michal sind mit ihrer Erfahrung nicht allein: In Deutschland erlebt fast jede dritte Frau Gewalt bei der Geburt. Eine Schweizer Studie spricht von informellem Zwang: Jede vierte Frau fühlt sich gedrängt, Behandlungen zuzustimmen, oder muss Eingriffe gegen ihren Willen über sich ergehen lassen. «Gewalt in der Geburtshilfe» macht sichtbar, was viele Frauen erleben und warum sich auch strukturell etwas ändern muss: weil es nicht egal ist, wie wir geboren werden. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 15.01.2026 SRF 1 Island und die Gleichstellung: Wer im Vorreiterland schon profitiert und was zu tun bleibt
Folge 3 (30 Min.)NZZ Format Island und die Gleichstellung – Warum sie vielen nützt und dem Vorreiterland Arbeit bleibt Frau und Mann mit HundBild: SRF/NZZ FormatWeltweit geraten Frauen- und Menschenrechte immer stärker unter Druck. Island nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Mit einer Präsidentin, einer Regierungschefin und einer weiblichen Parlamentsmehrheit gehört das Land zu jenen Staaten mit der umfassendsten politischen Repräsentation von Frauen.Die Präsidentin Halla Tómasdóttir verweist auf den historischen Frauenstreik vor fünfzig Jahren, der den Kurswechsel Islands einleitete – und macht zugleich deutlich, dass Gleichstellung auch im eigenen Land nicht als erreicht gilt. Die Forscherin Finnborg organisiert deshalb gemeinsam mit vielen Frauen einen neuen Streik. Sie warnt zudem vor einem globalen Rückschritt bei Frauenrechten, der über soziale Medien zunehmend auch Island erreicht. «NZZ Format» blickt in dieses gesellschaftliche Labor der Zukunft. Der Film begleitet Menschen, die diesen Wandel mitgestalten: Finnborg und ihre Mitstreiterinnen, den ehemaligen Fussballprofi Thorsteinn, der sich in einem Podcast radikal mit Männlichkeitsbildern auseinandersetzt, und Daniel, dessen Sohn bereits im Kindergarten lernen soll, dass Fürsorge und emotionale Offenheit Teil von Stärke sind. Ein Blick auf ein Land, das als Vorbild gilt – und dennoch weiter um Gleichstellung ringt. Ein Film von Juliane Tutein (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 22.01.2026 SRF 1 Die Masche der Telefonbetrüger – Wie kriminelle Banden ahnungslose Menschen ausnehmen
Folge 4 (30 Min.)NZZ Format Die Masche der Telefonbetrüger – Wie kriminelle Banden ahnungslose Menschen ausnehmen Symbolbild TelefonbetrügerBild: SRFMehmet A.* hat jahrelang von der Türkei aus als Teil einer Betrügerbande agiert. Eines seiner Opfer: Elisabeth Schütz. Mehmet hat gezielt Druck auf sie ausgeübt, ihre Ahnungslosigkeit missbraucht und so die bescheidene Rentnerin um ihr mühsam Erspartes gebracht.Sein Fall zählt zu den grössten Telefonbetrugskomplexen, die in den vergangenen Jahren in der Schweiz aufgeklärt werden konnten. In einem exklusiven Interview gewährt Mehmet A. «NZZ Format» Einblick in die abgeschotteten Strukturen internationaler Betrugsnetzwerke. Ermittler, Staatsanwälte und Kriminalanalysten zeigen, wie mühsam internationale Rechtshilfe ist – und warum die Täter der Justiz oft einen Schritt voraus sind. Der Film erzählt von psychologischer Manipulation, grenzüberschreitender Geldwäsche und einem Wettlauf gegen hochprofessionell vorgehende Verbrecher. Ein Film von Tatjana Kurdjumow * Name von der Redaktion geändert. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 29.01.2026 SRF 1 Hilfe, wir wurden gehackt – Firmen in Geiselhaft
Folge 5 (30 Min.)NZZ Format – Hilfe, wir wurden gehackt – Firmen in Geiselhaft von Cyberkriminellen. Screenshot aus dem Programm.Bild: SRF1Ransomware ist eine existenzielle Bedrohung für Unternehmen. Hinter den Angriffen steckt eine hochprofessionelle Industrie, die nach betriebswirtschaftlicher Logik funktioniert: eindringen, verschlüsseln, erpressen. Wer nicht zahlt, dem drohen Stillstand, Datenverlust und Bankrott. Viele Tätergruppen arbeiten dabei arbeitsteilig wie Unternehmen mit Entwicklerteams, Verhandlern, «Kundensupport» und klaren Fristen.«NZZ Format» zeigt, warum es fast jede Firma treffen kann und wie schnell ein Angriff zur Existenzfrage wird. Im Frühling 2025 trifft es das Unternehmen von Philipp Bosshard. Plötzlich steht nicht nur die IT still, sondern die ganze Firma. Es geht um das Fortbestehen des Betriebs und der 200 Arbeitsplätze. Die Erpresser setzen eine Frist: Zwölf Tage bleiben Bosshard, um zu entscheiden, ob er Lösegeld zahlt oder ob er in letzter Not doch noch eine andere Lösung findet. Parallel folgt «NZZ Format» den Spuren der Cyberkriminellen. Der Cybersicherheitsanalyst Jon DiMaggio erhält durch monatelange verdeckte Ermittlungen Einblick in eine der bekanntesten Ransomware-Banden: Lockbit. Dabei kommt er dem mysteriösen Kopf der Gruppe nahe, der als «LockbitSupp» auftritt. Und wird dessen Freund und Henker. Als Lockbit 2025 selbst gehackt wird, öffnet sich ein seltenes Fenster in das Innenleben der Bande. Der NZZ-Datenjournalist Simon Huwiler analysiert die geleakten Daten und stösst auf eine aussergewöhnlich hohe Lösegeldzahlung. Eine Spur, die in die Schweiz führt. Ein Film von Roman Hodel (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 05.02.2026 SRF 1 Erbgut verändern? – Wie die Genschere Crispr Medizin und Sport revolutioniert
Folge 6NZZ Format Erbgut verändern? – Wie die Genschere Crispr Medizin und Sport revolutioniert Polospiel in Argentinien SRF/NZZ FormatBild: SRF1«NZZ Format» reist bis in die argentinische Pampa, um die ersten Gen-editierten Polopferde der Geschichte zu besuchen. In Heidelberg treffen wir einen Shootingstar der Medizin, der mit Gen-editierten Immunzellen an einer Therapie arbeitet, welche die Krebsbehandlung grundlegend verändern könnte. Und auf einem Bauernhof bei München sehen wir Gen-editierte Schweine, die bald eine Lösung für alle Menschen sein könnten, die weltweit auf ein Spenderherz warten.2020 erhielten zwei Wissenschaftlerinnen den Nobelpreis für Chemie für diese revolutionäre Entdeckung. Doch auch die Risiken der Gen-Editierung sind gross. Wie gelingt die Balance zwischen wissenschaftlichem Fortschritt, ethischer Verantwortung und gesellschaftlicher Kontrolle? Ist Crispr-Cas9 der Anfang vom Ende des Lebens, so wie wir es bis jetzt kennen? (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 26.02.2026 SRF 1 Überleben als Läuferin in Kenia – wenn ein Rennen über die Zukunft entscheidet
Folge 7LäuferinnenBild: SRF/NZZ FormatKenia ist weltweit bekannt für seine Langstreckenläuferinnen. Doch hinter Medaillen, Rekorden und internationalem Ruhm verbirgt sich eine Realität, die selten thematisiert wird: Armut, Abhängigkeit und Gewalt.«NZZ Format» begleitet die Marathonläuferin Daizy Jemutai Rutto, die aus extrem armen Verhältnissen stammt und in Iten, dem berühmten «Home of Champions», trainiert. Für sie ist Laufen nicht nur Leidenschaft, sondern eine Überlebensstrategie – die einzige Chance, ihrer Tochter eine Zukunft zu ermöglichen und ihrer Familie ein Leben in Würde zu sichern. Parallel dazu folgt die Doku über Joan Chelimo, international erfolgreiche Athletin und Mitbegründerin von Tirop’s Angels. Nach dem Mord an ihrer Freundin Agnes Tirop bricht sie das Schweigen über geschlechtsspezifische Gewalt im kenianischen Laufsport und kämpft für Schutz und Selbstbestimmung der Athletinnen. Zwischen dem Trainingsalltag in Kenia und dem internationalen Marathon in Venedig zeigt der Film Athletinnen, die in einem System bestehen müssen, das sie feiert und zugleich im Stich lässt. Ein Film von Stefan Möhl und Rentia Bartlett (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 05.03.2026 SRF 1 Marokkos Cannabis-Hoffnung: Kann die Legalisierung des Schwarzmarktes gelingen?
Folge 8JointBild: SRF / NZZ FormatMarokko vollzieht eine historische Wende. Wo jahrzehntelang das Gesetz des Schwarzmarktes herrschte, sollen nun staatliche Lizenzen und moderne Verarbeitungsanlagen für Wohlstand sorgen. Für Bauern wie Mohammed, der jahrelang auf der Flucht vor der Justiz war, bedeutet die Legalisierung ein neues Leben: «Ich bin jetzt ein legaler Bauer», sagt er stolz nach seiner Begnadigung.Doch die Realität im Rif-Gebirge ist komplex. Um auf dem lukrativen europäischen Markt für Medizinalcannabis bestehen zu können, müssen strengste Standards eingehalten werden. Die Apothekerin Melanie Dolfen aus Berlin betont: «Schimmel oder Verunreinigungen wären für Patienten fatal.» Genau hier liegt das Problem: Traditioneller Freilandbau und wilde Bestäubung machen es zurzeit noch fast unmöglich, die erforderliche Reinheit zu erreichen. Während Unternehmer wie Aziz Makhlouf Millionen in Edelstahl-Anlagen investieren, warnen Aktivisten vor einem Scheitern des Projekts. Für viele Kleinbauern sind die Hürden zu hoch, die Preise auf dem legalen Markt zu niedrig. Und so bleibt der Schwarzmarkt bis jetzt die dominante Kraft. Marokko steht mit seinem Traum vom legalen Exportwunder an einem entscheidenden Wendepunkt. Ein Film von Luca Froelicher (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 12.03.2026 SRF 1 Atommacht Europa? Auf der Suche nach neuer Sicherheit
Folge 9Screenshot aus dem FilmBild: SRF/NZZ FormatVor siebzig Jahren haben die USA versprochen, Europa auch nuklear zu verteidigen. Diese nukleare Abschreckung gegenüber Russland hat funktioniert, und die Europäer konnten sich bis jetzt darauf verlassen. Doch der russische Eroberungskrieg hat das Thema Atomwaffen zurückgebracht. Seit Donald Trumps zweiter Amtszeit haben sich die transatlantischen Beziehungen rapide verschlechtert, und die Zweifel an der militärischen Solidarität der Amerikaner sind gross. Wie verlässlich ist der amerikanische Nuklearschirm in Zukunft? Europa müsse sich mehr um eine eigene nukleare Abschreckung kümmern, fordern Experten. Die Europäer müssten Russland glaubhaft machen, dass sie sich auch nuklear verteidigen könnten. Nur: Welche Optionen haben sie überhaupt?Ein Film von Andrea Hauner Eine Koproduktion mit ZDF/ARTE (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 26.03.2026 SRF 1 Mit Hightech gegen Haie – Australiens Kampf gegen die Haigefahr
Folge 10Bild: SF1Seit 2015 leitet der Meeresbiologe Paul Butcher das staatliche Shark-Management-Programm von New South Wales. Sein Ansatz markiert einen Paradigmenwechsel: weg von tödlichen Netzen, hin zu Hightech. Smart Drumlines, die Haie lebend fangen, markieren und wieder freilassen, sollen gefährliche Begegnungen reduzieren, ohne die Tiere zu töten. Ergänzt wird das Programm durch das weltweit grösste luftgestützte Drohnenüberwachungssystem. Bis zu 400 Pilotinnen und Piloten kontrollieren in der Hochsaison rund 50 Strandabschnitte entlang der Küste.Der Film begleitet Butcher und sein Team hinaus aufs Meer, wenn sie Haie fangen, vermessen und mit Sendern ausstatten. Einer seiner wichtigsten Partner ist Mark Atkins, Leiter des Drohnenprogramms. Die Kameras aus der Luft dienen nicht nur der unmittelbaren Warnung von Schwimmern und Surfern, sie liefern auch wertvolle Daten für die Forschung. An einem Strand bei Ballina begleiten wir den Drohnenpiloten Gabriel Roxburg auf Patrouille. An diesem Morgen herrscht erhöhte Alarmbereitschaft: Dichte Schwärme von Köderfischen ziehen dicht unter der Wasseroberfläche entlang der Küste, ein Magnet für grosse Raubfische. Doch nicht alle vertrauen auf Technologie. Der Surfer und Anti-Hai-Aktivist Daniel Webber fordert härtere Massnahmen. Für ihn gefährdet der Verzicht auf klassische Hainetze Menschenleben. Im benachbarten Queensland setzt man weiterhin auf solche Netze, mit erheblichen Folgen für Meeresschildkröten, Delfine und andere Arten. Umweltaktivistinnen wie Brylee Robinson und die Meeresbiologin Bella Graham kämpfen deshalb gegen ihren Einsatz. «Mit Hightech gegen Haie» erzählt von einem Land im Konflikt: zwischen öffentlicher Sicherheit und Artenschutz, zwischen technologischer Innovation und politischem Druck. Es ist die Geschichte eines Balanceakts rund um die Frage, ob ein friedliches Nebeneinander von Mensch und Hai möglich ist. Ein Film von Carsten Stormer. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 02.04.2026 SRF 1 Der Testosteron-Boom – Zwischen Medizin und Körperkult
Folge 11Screenshot aus dem FilmBild: SRF/NZZ FormatIm Fitness- und Bodybuildingbereich spielt Testosteron seit Jahrzehnten eine Rolle. Während es früher vor allem mit Muskel- und Leistungssteigerung verbunden wurde, die im illegalen Gebrauch stattfand, findet heute in den sozialen Netzwerken unter dem Stichwort «TRT» – der Testosteron-Ersatztherapie – eine öffentliche und lockere Diskussion statt. Was lange vor allem eine medizinische Behandlung für Männer mit diagnostiziertem Mangel war, wird heute auch im Kontext von Leistungsfähigkeit, Energie und Selbstoptimierung diskutiert.Digitale Kanäle tragen dazu bei, dass sich das Thema stärker verbreitet. Auf Social Media sprechen Influencer und Nutzer offen über ihre Erfahrungen mit Testosteron. Verbunden damit sind Versprechen wie mehr Energie, mehr Kraft, schnellerer Muskelaufbau oder ein jüngeres Körpergefühl. Aus einem Medizin- wird ein Lifestyle-Produkt. Start-ups wie Adon Health bieten Testosteron-Ersatztherapien als telemedizinische Dienstleistung an. Das Testkit mit dem Bluttest kommt per Post, das Arztgespräch findet per Video-Call statt, die Injektion erfolgt zu Hause. Die Anbieter verweisen auf eine aus ihrer Sicht bestehende Unterversorgung bei Männern und wollen den Zugang zur Behandlung erleichtern. Gleichzeitig wächst die Kritik aus der Medizin. Fachärzte beobachten, dass zunehmend Männer eine Therapie nachfragen, obwohl Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Leistungsabfall nicht nur auf einen Testosteron-Mangel zurückzuführen sind. Ursachen für solche Symptome gibt es viele. Sie warnen davor, Testosteron vorschnell als einfache Lösung zu betrachten. Die Zufuhr des Hormons von aussen verändert die körpereigene Produktion, und das kann Folgen haben. Wer die Therapie wieder absetzt, muss mit körperlichen und psychischen Folgen rechnen; auch die Fruchtbarkeit kann beeinträchtigt werden. Der Film begleitet Betroffene, Ärzte und Anbieter und fragt: Wo beginnt eine medizinisch sinnvolle Behandlung – und wo wird aus Testosteron ein Produkt im wachsenden Markt der Selbstoptimierung? Ein Film von Philipp Jöster (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 09.04.2026 SRF 1 Tschernobyl unter Beschuss – Europas nukleare Zeitbombe
Folge 12Kraftwerkmitarbeiterin.Bild: SRF/NZZ FormatAls Russland im Februar 2022 in der Ukraine einmarschiert, besetzen die Truppen direkt das Areal von Tschernobyl. Fast einen Monat lang muss die ukrainische Belegschaft unter russischer Besetzung arbeiten – rund um die Uhr.Schliesslich ziehen die Russen ab, der Krieg geht aber weiter. Drohnen und Raketen fliegen regelmässig über die Sperrzone von Tschernobyl und sind eine ständige Bedrohung für die instabile Atomanlage: Im Februar 2025 trifft eine russische Drohne die Schutzhülle des verunglückten Reaktors Nummer 4. Das 1,5 Milliarden Euro teure Containment wird beschädigt, die nukleare Sicherheit ist seitdem nicht mehr gewährleistet. Vier Kraftwerksmitarbeiter zeigen, was das bedeutet: Ljudmila, eine Sicherheitsingenieurin, Olena, eine Wissenschaftlerin im Sperrgebiet, Serhi Tarakanow, der Direktor der Anlage, und Watslaw, ein Flugabwehrsoldat, der Tschernobyl mit seiner Einheit gegen Drohnen und Raketen verteidigt. Ein Film von Marcus Heep. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 16.04.2026 SRF 1 Minenfeld Europa? Die Rückkehr einer verbotenen Waffe
Folge 13Geächtete AntipersonenmineBild: SRF/NZZ FormatDer Krieg in der Ukraine hat Europas Sicherheitsdenken verändert und in Finnland eine radikale Kehrtwende eingeleitet: die Rückkehr der Antipersonenmine. Auf einem Truppenübungsplatz zeigt Oberst Riku Mikkonen vom finnischen Militär, warum das finnische Militär die Mine als «kosteneffizientes Werkzeug» zur Landesverteidigung sieht. Für ihre Befürworter ist sie ein pragmatisches Werkzeug der Abschreckung.Für Zoran Ješic ist sie das Gegenteil. Im Bosnien-Krieg verlor er ein Bein durch eine Mine. Bis heute erlebt er, wie diese Waffen auch Jahrzehnte nach dem Krieg Menschen töten, verstümmeln und ganze Landstriche unbewohnbar machen. Seine Geschichte steht für die Langzeitfolgen einer Waffe, die international geächtet wurde. Der Film beleuchtet das Spannungsfeld zwischen militärischer Abschreckungslogik, internationalen Verpflichtungen und humanitären Werten. In Helsinki warnt die Politikerin Li Andersson vor dem Glauben an eine «finnische Ausnahmestellung», die das Vertrauen in eine regelbasierte Weltordnung untergräbt. Der Grünen-Politiker Atte Harjanne hält dagegen: Er sieht in den Minen eine pragmatische Lösung, um Finnland vor einem russischen Angriff zu schützen. Zwischen Militärlogik, politischer Debatte und den Erfahrungen der Opfer stellt der Film die Frage: Kann der Einsatz der geächteten Waffe je verantwortungsvoll sein – oder beginnt ihr zerstörerisches Werk erst lange nach dem Krieg? Ein Film von Lukas Wagner. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 07.05.2026 SRF 1 Amerikas Regenmacher – Kann der Mensch das Wetter steuern?
Folge 14Jesse Juchtzer und Patrick Malarkey vom Desert Research Institute in Nevada erforschen und betreiben diese Technologie seit Jahren – nüchtern, geerdet, wissenschaftlich. Für sie ist Wolkenimpfen kein Wundermittel, sondern ein Werkzeug unter vielen.Ganz anders Augustus Doricko, CEO und Gründer der Rainmaker Technology Corporation – einer Firma, die mit Drohnen und Radar das Cloud Seeding revolutionieren will. Unterstützt vom Trump-nahen Tech-Milliardär Peter Thiel, träumt Doricko davon, Wüsten in grüne Landschaften zu verwandeln. Sein Antrieb: eine Mischung aus Wissenschaft und Gottesauftrag. Doch nicht alle teilen seinen Optimismus. Umweltorganisationen zweifeln, Politiker fordern Verbote, und eine verheerende Flut in Texas bringt das junge Unternehmen in die Schlagzeilen. «Amerikas Regenmacher» fragt: Ist Cloud Seeding die Zukunft der Wasserversorgung? Oder nur ein überschätzter Hype? Ein Film von Gustav Hofer (Text: SRF) Original-TV-Premiere Do. 21.05.2026 SRF 1
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