„Team Hirschhausen“: Erste Folge des „Sturm der Liebe“-Ersatzes floppt

    Nur halb so viele Zuschauer wollen das Service-Magazin am Nachmittag sehen

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 26.07.2022, 11:21 Uhr

    Schwerer Start am Nachmittag: das „Team Hirschhausen“ in Folge 1 – Bild: ARD/Max Kohr
    Schwerer Start am Nachmittag: das „Team Hirschhausen“ in Folge 1

    Drei Wochen lang absolviert das neue Service-Magazin „Team Hirschhausen! Einfach besser leben“ im Ersten seinen Testlauf. Vom 24. Juli bis zum 12. August lädt der beliebte Moderator und Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen um 15:10 Uhr in Ihr Wohnzimmer am Nachmittag, wo allerlei Themen von Möglichkeiten, Geld zu sparen bis Gesundheitstipps mit Expertinnen und Experten behandelt werden. Der Anklang beim Publikum blieb bei der ersten Folge am Montag aber aus: Gerade einmal halb so viele Zuschauer schalteten ein als sonst bei der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“, die seit nunmehr 17 Jahren auf dem Sendeplatz zu Hause ist.

    Die erste Folge von „Team Hirschhausen“ erreichte nur 570.000 Zuschauer, was einem mageren Marktanteil von 5,7 Prozent beim Gesamtpublikum entsprach. Wenig überraschend sah es bei den jüngeren Zuschauern noch schlechter aus. Bei den 14- bis 49-Jährigen musste man sich mit 2,1 Prozent Marktanteil begnügen, hier hatten lediglich 30.000 eingeschaltet.

    Zum Vergleich: Um 14:10 Uhr versammelte die Telenovela „Rote Rosen“, die im Ersten Ende August ebenfalls durch das Ersatz-Format „Leichter leben“ auf dem Prüfstand stehen wird, noch 1,01 Millionen vor dem Bildschirm, wodurch ein Gesamtmarktanteil von 10,9 Prozent erreicht wurde. Am vergangenen Freitag hatte die letzte „Sturm der Liebe“-Folge vor der kurzen Sommerpause noch 1,08 Millionen Zuschauer und ebenfalls 10,9 Prozent verbucht.

    Diese Zahlen zeigen natürlich, dass beide ARD-Telenovelas nicht mehr so beliebt sind wie einst. Dennoch, bei einem unüberlegten Wegfall könnte auf Das Erste am ohnehin gebeutelten Nachmittag weitere Unsicherheit zukommen – vor allem, falls man ihn mit austauschbaren Service-Formaten besetzt, die es bereits en masse im Angebot der ARD-Sender gibt. Mehrere Versuche, den 16.10-Uhr-Sendeplatz neu zu vergeben, scheiterten zuletzt. Nun sollen es Wiederholungen von „Um Himmels Willen“ richten (fernsehserien.de berichtete).

    Die Nonnen des Klosters Kaltenthal gehen damit auf Konfrontationskurs mit den überaus erfolgreichen „Rosenheim-Cops“ im ZDF, die am Montag um 16:10 Uhr wieder einmal mit 24,3 Prozent Marktanteil und satten 2,71 Millionen Zuschauern triumphieren konnten. Der gleiche Marktanteil wurde auch vom Dauerbrenner „Bares für Rares“ um 15:10 Uhr erreicht, wo 2,44 Millionen einschalteten. Womöglich sind manche „Sturm der Liebe“-Zuschauer lieber zu Horst Lichter gewechselt als zu „Team Hirschhausen“.

    Die Zukunft von „Sturm der Liebe“ und „Rote Rosen“ steht derzeit auf dem Prüfstand. Nur bis ins kommende Jahr hinein wurden beide Serien zuletzt verlängert und dies auch nur nach finanziellen Zugeständnissen der Produzenten (fernsehserien.de berichtete). Wie es dagegen trotz der vermeintlichen finanziellen Belastung ein Drittes Programm wie der Bayerische Rundfunk schafft, seit Jahren an seiner Erfolgsserie „Dahoam is Dahoam“ festzuhalten, das bleibt wohl das Geheimnis der ARD.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1966) am

      angeblich will man ja nicht nur die ach so "teuren" Telenovelas RR und SdL einsparen, sondern bewusst mehr "non-fiction", also Sachthemen-Fernsehen bringen. Als ob das irgendwen jucken würde, da der Staatsauftrag des ÖRTV das im Ursprung ganz sicher so meinte mit Informationssendungen, dass hier so ein Murks wie Hirschhausen plattgetreten wird. Sollen sie von mir aus doch die Mittagsshow oder wie das heißt ausdehnen bis in den Nachmittag, also ruhig drei Stunden mehr Halli-Hallo mit dritt- und viertklassigen Promis, Aussenreportagen von Hintervorderdingens und Oberunterdorfens, Studio-Kocheinlagen und Bastelstunden. Irgendwie wird man die Sendezeit schon auf billigste Weise "non-fictional" füllen können, nur Mut, das geht sich schon aus!
      • am

        Um diese Sendezeit erwarte ich meinen Sturm - und nichts anderes.
        • (geb. 1978) am

          Für mich war das sofort klar, das dieses Format floppt, Erst 570 000 am nächsten Tag sind es dann nur noch 460 000 gerade gelesen bei den Quoten. Wenn die Serien schon ersetzt werden sollen, dann zeigt doch wieder US-Serien oder die Wunschbox. Kleine Anregung von mir. Müssen es denn immer neue Produzierte Genre sein. Früher waren am Nachmittag immer Kinderprogramme drauf Pumuckl, die Märchenbraut, Pan Tau, der fliegende Ferdinand usw. , warum wird guuuuuuuuuutes Programm immer nur auf das Wochende verlegt.
          Es gibt schon so viele Ratgeber bzw, Gesundheitssendungen, muss das sein. So etwas lockt doch keinen mehr hinter dem Ofen vor.

          Ein Beispiel 16:10 Uhr Familienkochduell floppt, was macht SAT 1 zeigen ein Format was da heißt doppelt kocht besser, was genauso floppt.- denken alle sie können es besser und versuchen sich dauernd zu übertrumpfen. Da kann man nur den Kopf schütteln, bei solcher Einfältigkeit,
          • (geb. 1966) am

            billig, billiger....Shows produzieren
            Kochshow, Rateshow, Spieleshow, Talkshow oder was auch immer in diesem Format daherkommt ist ganz ganz billig abgedrehtes Fernsehen: ein Studio, ein Moderator, ein paar wenige Zuschauer (die womöglich noch Eintritt zahlen um dabei und mal "im Fernsehen" sein zu dürfen?!) und Teilnehmer(m,w,d) die sich für nix zu schade sind, entweder "Promis" aus der C-Kategorie die dringend mal wieder auf den Bildschirm müssen um ins Blickfeld der Kunden zu gelangen, weil sie ein Buch, einen Film, ein Musikstück oder sonstwas auf der Pfanne haben oder aber irgendwelche unbedarfte "normale" Leute, die gern etwas freak-artiges an sich haben dürfen und sich vor den Kameras und aller Welt zum De..en machen bzw. durch den Kakao gezogen werden, sei es in einem Talk-Geschwätz oder in einem (Rate)Spiel wo sie sich mehr oder weniger blamieren dürfen. Und wenn sie schon nicht die Niete ziehen, dann gibts als "Gewinn" lächerliche Beträge (nein, nein nicht etwa ein neues Auto oder so, haha!).
            Der Unterhaltungsfaktor bei solchen Shows erschließt sich mir nicht, außer ich hab mal grad Lust auf Fremdschämen in högschter Güte, doch wirklich erfreuen und mit dem Gefühl gut unterhalten worden zu sein kann ich mich bei diesen Shows keineswegs finden.
        • am

          Das lässt zumindest hoffen, dass die beiden Serien weiter fortgesetzt werden.
          • am

            Echt schräg finde ich dass man mit diesem Format die 14- bis 49-Jährigen erreichen will ! Es ist eine Labersendung ! Service-Magazine gibt es zuhauf fast jeden Abend in allen Dritten. Die Telenovelas brauchen unverbrauchte Drehbuchautoren und sonst nichts. Die Rosenheimcops und jetzt auch noch Zur See werden immer und immer wieder gesendet und haben gute Quoten. Gibt das nicht zu denken ? Irgendetwas müssen die Macher dieser Sendungen richtig gemacht haben.
            • am

              Erstens ist Ferienzeit und vielleicht wäre es besser,die Sendung im Dritten bzw. zur Hauptsendezeit zu bringen!
              • (geb. 1972) am

                Frau Strobl hat sich da mal wieder massiv verkalkuliert -( manchmal meint man grad es muss in der ARD laufen was Sie sehen will ) -  am besten man kauft noch Birgit Schrowange ein , dann gehts noch weiter runter . Freue mich für Bares für Rares im ZDF . Das wird wieder bessere Quoten bekommen und davon nur profitieren 👍👍👍
                • am

                  Den Mitläufer will also niemand sehen. Na, sowas. Haben die echt geglaubt, dass die Seriengucker sich den Ersatz ansehen? lel
                  • am via tvforen.de

                    So gern ich den Ecki, seinen Humor und seine Art mag - aber das entlockt mir doch ein genugtuendes Schmunzeln. Nicht, das ich ein großer Fan beider Telenovelas wäre, aber es zeigt doch deutlich, dass die Leute etwas Bestimmtes sehen wollen. Etwas Kontinuierliches. Etwas Unterhaltendes. Das hat die Quote zumindest auf den ersten Blick bewiesen.

                    Ein Fanal gegen schnell und billig produzierte Massenware, gegen Pseudo-Dokus, Gerichtsshows, Autohandel-TV und Nahrungsmittel-Peepshows. Warum nehmen die Sender das mal nicht mit. Die setzen uns was vor, anstatt dem Volk "aufs Maul zu schauen". Was in der Politik beginnt, setzt sich im Fernsehen fort.

                    Danke, liebe Quotisten!!! Hoffe, man zieht endlich die richtigen Schlüsse.
                    • am

                      Wenn ich eine Serie sehen will, schalte ich doch nicht irgendeine eine andere Sendung ein.
                      Oder erwartet man von den Zuschauern, dass sie unbedingt ihre Zeit mit fernsehen füllen müssen, weil sie sonst nicht wissen, was sie tun sollen?

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