Ralf Richter ist tot: „Das Boot“- und „Bang Boom Bang“-Star wurde 69 Jahre alt

Schauspieler starb an den Folgen von Herzproblemen

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 15.09.2026, 19:48 Uhr

Ralf Richter (1957⁠–⁠2026) – Bild: IMAGO / Depositphotos
Ralf Richter (1957⁠–⁠2026)

Mit seinen Rollen in „Das Boot“ und „Bang Boom Bang“ schrieb er Filmgeschichte – nun ist Schauspieler Ralf Richter vergangene Nacht im Alter von 69 Jahren in Köln verstorben. Dies bestätigte Maxwell Richter, der Sohn von Ralf Richter, gegenüber der BILD: Meinem Vater ging es seit Längerem gesundheitlich sehr schlecht. Er litt an COPD und einer Herzunterfunktion. Eine Vene zum Herzen hat nicht mehr richtig gearbeitet. Er sei schon vor ein paar Monaten in die Klinik gegangen. Danach habe er weiter abgebaut und nun für immer die Augen geschlossen. Mit trauernden Worten haben sich Maxwell und seine Schwester Aline Richter auch auf Instagram gemeldet und bitten in dem Posting um Ruhe und Privatsphäre.

Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben. Für viele von euch war er Schauspieler, Kultfigur und ein Gesicht, dass Menschen über viele Jahre begleitet hat. Für uns war er vor allem eines: unser Vater. Wir können im Moment kaum Worte dafür finden, was sein Tod für unsere Familie bedeutet, heißt es in dem emotionalen Instagram-Post.

Ralf Richter wurde am 17. August 1957 in Essen geboren und wuchs als zweitältestes von acht Kindern einer Architektenfamilie in einem Arbeiterviertel in Bochum auf. Nach dem Besuch verschiedener Grundschulen absolvierte er von 1973 bis 1975 eine Schreinerlehre und besuchte ab 1977 zwei Jahre lang die Westfälische Schauspielschule Bochum. Parallel arbeitete er im Baubetrieb seines Vaters. Seinen Einstieg ins Schauspiel beschrieb Richter selbst später als eher ungeplant: Zum Zeitpunkt der Aufnahmeprüfungen an der Schauspielschule war er zufällig in Bochum. Nach zwei Jahren wurde er von der Bochumer Schauspielschule als „nicht ausbildungsfähig“ ausgeschlossen.

Nach Arbeiten an der Freien Volksbühne Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Theater in Bonn sowie ersten Kurzauftritten in den „Tatort“-Folgen „Herzjagd“ (1980) und „Duisburg-Ruhrort“ (1981) zog er 1981 nach München. Dort erhielt er von Wolfgang Petersen die Rolle des Zentralemaats Frenssen im Kinofilm „Das Boot“, wodurch er einem breiten Publikum bekannt wurde.

Regelmäßig spielte Ralf Richter raue Typen oder böse Charaktere bzw. Ruhrpott-Proleten. Er erzählte mal, dass ihm die Rolle des Proleten besonders liege, seit er in der Kindheit eine Familie in seiner Siedlung als extrem „asi“ empfunden habe. In der Komödie „Superstau“ von 1991 spielte er den gestressten Bergmann Hermann Pacholke aus Gelsenkirchen, der sich zusammen mit Frau und Sohn auf dem Weg in den Urlaub nach Korsika macht.

Kultstatus erlangte Ralf Richter vor allem durch seine Rollen in der sogenannten Unna-Trilogie von Regisseur Peter Thorwarth, allen voran als Karlheinz „Kalle“ Grabowski in der Ruhrpottkomödie „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ aus dem Jahr 1999 sowie als Bauarbeiter Kalle Langmann in „Was nicht passt, wird passend gemacht“ von 2002. Diese Rolle nahm er anschließend auch noch einmal für die 20-teilige Serienadaption von „Was nicht passt, wird passend gemacht!“ auf, die für ProSieben produziert wurde.

Im Laufe seiner Karriere arbeitete Ralf Richter mit namhaften deutschen Regisseuren wie Dominik Graf („Die Katze“), Oskar Roehler („Suck My Dick“) und Til Schweiger („Der Eisbär“) zusammen. In der Bergarbeiter-TV-Saga „Rote Erde“ von Klaus Emmerich verkörperte er den Bergmann Otto Schablowski. Insgesamt wirkte Ralf Richter in über 160 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter in bekannten Serien wie „Auf Achse“, „Balko“, „Ein Fall für Zwei“, „Der Alte“, „Der Fahnder“, „Alarm für Cobra 11“, „Heldt“ und „Großstadtrevier“ auf. Richters letztes Filmprojekt war der Horror-Thriller „Our Darkness“, der im März dieses Jahres Premiere feierte. Darin waren Ralf Richter und Martin Semmelrogge mehr als 40 Jahre nach „Das Boot“ wieder gemeinsam vor der Kamera.

In den letzten Jahren wirkte Ralf Richter regelmäßig in den Einspielclips der „ultimativen Chart Show“ mit und gab den miesepetrigen Kommentator, dem kaum ein Song im Ranking zusagte. Er selbst veröffentlichte zeitweise als Sänger auch Musik und wirkte in Musikvideos unterschiedlicher Künstler mit, unter anderem von Rapper Eko Fresh. Auch als Synchronsprecher war er tätig und lieh unter anderem Danny Trejo und Steve Coogan seine Stimme. Zudem engagierte sich der Schauspieler für die Alphabetisierung und setzte sich für obdachlose Menschen ein.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am via tvforen.de

    Der Schauspieler Ralf Richter ist im Alter von 69 Jahren verstorben:
    https://www.waz.de/413165881

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