Quoten: Jubiläums-“Tatort“ holt über elf Millionen Zuschauer

    Krimi-Reihe zeigt „Rosamunde Pilcher“ und „The Voice of Germany“ die Rücklichter

    Dennis Braun
    Dennis Braun – 14.11.2016, 09:42 Uhr

    Die Hauptdarsteller im 1000. Tatort: Entführer Rainald Klapproth (Florian Bartholomäi, r.) und die Kommissare Lindholm (Maria Furtwängler, l.) und Borowski (Axel Milberg, m.) – Bild: NDR/Meyerbroeker
    Die Hauptdarsteller im 1000. Tatort: Entführer Rainald Klapproth (Florian Bartholomäi, r.) und die Kommissare Lindholm (Maria Furtwängler, l.) und Borowski (Axel Milberg, m.)

    Der Krimi-Dauerbrenner „Tatort“ ist seit mittlerweile fast 46 Jahren im Programm des Ersten und feierte am gestrigen Sonntagabend ein rundes Jubiläum, zumindest was die Folgenanzahl betrifft (fernsehserien.de berichtete). Und der 1000. „Tatort“, der wie die allererste Folge auch „Taxi nach Leipzig“ hieß, stellte eindrucksvoll unter Beweis, welche Strahlkraft die Krimi-Reihe auch in Zeiten fortschreitender Fragmentierung im Fernsehmarkt besitzt. Sagenhafte 11,46 Millionen Zuschauer ließen sich insgesamt unterhalten, der Marktanteil betrug herausragende 30,3 Prozent beim Gesamtpublikum. Bei den 14- bis 49-Jährigen lief es ebenfalls sehr gut, hier sorgten 3,74 Millionen Fans für 26,3 Prozent für den Tagessieg in dieser Altersgruppe. Das sind Werte, die sonst in der Regel nur Großevents wie Fußball-Welt- bzw. -Europameisterschaften und der „Eurovision Song Contest“ erreichen. Oder eben beispielsweise der Münsteraner „Tatort“.

    Nach der Jubiläumsfolge blieben noch insgesamt 4,82 Millionen Menschen für die Doku „Sonntagsmörder“ dran, die 16,1 Prozent entsprachen. In der Zielgruppe bedeuteten 1,67 Millionen Zuschauer nach wie vor gute 14,5 Prozent. Zur Primetime konnte natürlich kein anderer Sender auch nur ansatzweise mit dem Ersten mithalten, zumindest das ZDF bewegte sich mit einer neuen „Rosamunde Pilcher“-Schmonzette aber angesichts 4,95 Millionen Zuschauern und 13,1 Prozent im grünen Bereich. Zuseher zwischen 14 und 49 waren wie üblich kaum zu erreichen, hier standen letztendlich dürftige 5,1 Prozent zu Buche.

    Größter Verfolger des „Tatorts“ war bei den Werberelevanten einmal mehr die Castingshow „The Voice of Germany“, die in Sat.1 insgesamt 3,71 Millionen Zuschauer (10,5 Prozent) eingeschaltet hatten. Beim jungen Publikum sprang ein sehr guter Marktanteil von 17,5 Prozent heraus, womit die 20-Prozent-Marke diesmal jedoch recht deutlich verfehlt wurde. „Luke! Die Woche und ich“ profitierte vom starken Vorlauf und holte im Anschluss mit 15,0 Prozent einen neuen Rekordwert. Nicht einmal zehn Prozent waren dagegen für die Filme „22 Jump Street“ bei RTL und „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ auf ProSieben drin. Mit jeweils 9,4 Prozent hatten beide Streifen massiv unter der geballten Konkurrenz zu leiden.

    Nicht ganz so hart traf es VOX, wo sich „Grill den Henssler“ mittlerweile bei Werten oberhalb des Senderschnitts, aber doch recht deutlich unterhalb der 10-Prozent-Hürde eingependelt hat. 1,06 Millionen junge Zuschauer und 8,9 Prozent in der Zielgruppe wurden diesmal erreicht, „Prominent!“ steigerte sich nachfolgend sogar auf herausragende 13,6 Prozent. Sehr magere Quoten holten derweil kabel eins und RTL II. Während bei erstgenanntem Sender „Die spektakulärsten Kriminalfälle“ und „Abenteuer Leben am Sonntag“ mit 3,6 bzw. 4,9 Prozent enttäuschten, kann auch RTL II mit lediglich 4,6 Prozent für den gut abgehangenen Katastrophenfilm „Apollo 13“ nicht zufrieden sein.

    Aus sportlicher Sicht stand besonders die Frage im Raum, ob sich Nico Rosberg bereits vorzeitig zum Formel-1-Weltmeister krönen konnte. Durch den Sieg von Lewis Hamilton wurde die Entscheidung bis zum letzten Rennen vertagt, den Großen Preis von Brasilien ließen sich ab 17.00 Uhr jedoch insgesamt 6,83 Millionen Zuschauer (24,2 Prozent) bei RTL nicht entgehen. In der Zielgruppe lief es mit genau 20 Prozent nur wenig schwächer.

    Gefragt war am Nachmittag bzw. frühen Abend auch Sat.1, wo „Hochzeit auf den ersten Blick“ in die dritte Staffel startete. 2,41 Millionen Zuschauer bedeuteten schon beim Gesamtpublikum gute 8,5 Prozent, in der Zielgruppe lief es mit 13,5 Prozent sogar so gut wie nie für das Format. Zuvor hatte die Wiederholung von „Harry Potter und der Orden des Phönix“ schon sehr gute 14,9 Prozent eingefahren. Gemischte Gefühle hingegen bei VOX: Während sich „Unser Traum vom Haus“ um 18.15 Uhr mit 5,6 Prozent bei den Werberelevanten noch reichlich schwer tat, steigerte „Hot oder Schrott: Die Allestester“ den Marktanteil nachfolgend auf zufriedenstellende 9,2 Prozent.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

      weitere Meldungen

      weitere Meldungen

      weitere Meldungen

      weitere Meldungen