Grimme-Preis-Nominierungen: „Tatortreiniger“, „Höhle der Löwen“ und Olli Dittrich

    Kaum Formate von Privatsendern im Rennen

    Grimme-Preis-Nominierungen: "Tatortreiniger", "Höhle der Löwen" und Olli Dittrich – Kaum Formate von Privatsendern im Rennen – Bild: NDR/Sandra Hoever
    „Der Tatortreiniger“

    Am 27. März findet in Marl die 51. Verleihung des Grimme-Preises statt. Die drei Nominierungskommissionen sichteten rund 700 eingereichte Beiträge. Davon haben es 62 auf die Nominierungslisten geschafft.

    Wie üblich bunt zusammengewürfelt wirken die 13 nominierten Beiträge im Wettbewerb Unterhaltung. Freuen kann sich VOX: Der Kölner Privatsender konnte mit „Die Höhle der Löwen“ und „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ das Grimme-Institut überzeugen. Ebenfalls im Rennen ist das originelle Interview-Format „Kessler ist … “ von ZDFneo, sowie die eigenwillige NDR-Gesprächssendung „Soul Kitchen“, deren Pilotfolge erst Anfang des Jahres gelaufen ist (wunschliste.de berichtete). Mit „Habe die Ehre“ (BR) und „Welltall, Echse, Mensch“ (rbb) haben es außerdem zwei regionale Comedyshows auf die Liste geschafft. Auch Olli Dittrichs „TalkGespräch“ wurde berücksichtigt. Und „Der Tatortreiniger“ scheint Grimme-Liebling zu sein – die NDR-Serie wurde bereits zwei Mal mit den begehrten Preis ausgezeichnet und darf nun auf eine dritte Trophäe hoffen.

    Im Wettbewerb Fiktion sind diesmal auschließlich öffentlich-rechtliche Produktionen nominiert, was kein gutes Licht auf die Situation bei den Privatsendern wirft. Im vergangenen Jahr konnte weder die RTL-Gruppe, noch ProSiebenSat.1 mit den ohnehin überschaubaren eigenproduzierten fiktionalen Stoffen überzeugen. Stattdessen befindet sich der von Kritikern hochgelobte „Spreewaldkrimi: Mörderische Hitze“ im Rennen, sowie das Impro-Experiment „Altersglühen“ und zwei „Tatorte“. Mit „Tannbach“ und „Alles muss raus“ ist das ZDF gleich mit zwei Serien vertreten. Auch im Wettbewerb Information & Kultur findet sich keine einzige Produktion eines privaten Senders.

    Die Nominierungen für den Grimme-Preis 2015 im Überblick:

    1. Wettbewerb Unterhaltung/Spezial 2015

    „Kessler ist … “ (ZDF/ZDFneo)
    „Fraktus“ (arte/NDR)
    „Der Meisterfälscher“ (3sat/SRF)
    „Soul Kitchen – Die Geschichte eines Abends“ (NDR)
    „Die Höhle der Löwen“ (VOX)
    „Der Tatortreiniger“ (NDR)
    „Auf 3 Sofas durch … “ (EinsPlus/SWR)
    „Das TalkGespräch mit Olli Dittrich“ (WDR)
    „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ (VOX)
    „Habe die Ehre“ (BR)
    „Mr. Dicks“ (WDR/Einsfestival)
    „Cartoon Network Spurensuche“ (Cartoon Network)
    „Weltall, Echse, Mensch“ (rbb)

    Spezial:
    – Dietrich Krauß, Max Uthoff und Claus von Wagner für den kalkulierten Bruch mit den Konventionen des Kabaretts in der Sendung „Die Anstalt“ vom 18.11.2014 mit ihrer klaren Haltung zur Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen durch einen emotionalen Moment. (ZDF)
    – Die Autoren der „Sendung mit der Maus – WM-Spezial“für die visuelle Umsetzung und gleichzeitige Entlarvung von typischen Floskeln bei Fußballkommentaren. (WDR)
    Stefan Raab für die außergewöhnliche und emotionale Vorstellung der Kandidaten beim „Bundesvision Song Contest“ in Form einer Jam-Session. (ProSieben)

    2. Wettbewerb Fiktion/Spezial 2015

    Einzelsendungen:
    „Spreewaldkrimi: Mörderische Hitze“ (ZDF)
    „Tatort: Im Schmerz geboren“ (hr)
    „Bornholmer Straße“ (MDR/ARD Degeto/rbb)
    „Die Frau hinter der Wand“ (ZDF)
    „Altersglühen – Speed Dating für Senioren“ (WDR/NDR)
    „Zwei allein“ (ZDF/arte)
    „Das Zeugenhaus“ (ZDF)
    „Weiter als der Ozean“ (WDR)
    „Monsoon Baby“ (BR)
    „Die Schneekönigin“ (ZDF)
    „Der Fall Bruckner“ (BR)
    „Die Spiegel-Affäre“ (BR/ARD Degeto/WDR/arte)
    „Be my Baby“ (ZDF)
    „Neufeld, mitkommen!“ (WDR)
    „Polizeiruf 110: Morgengrauen“ (BR)
    „Polt“ (ORF/arte)
    „Tatort: Der irre Iwan“ (MDR/ARD Degeto)

    Serien & Mehrteiler:
    „Endlich Deutsch!“ (WDR)
    „Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab“ (2-teilig) (ZDF)
    „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ (ZDF)

    Spezial:
    Christina Große für ihre herausragende schauspielerische Leistung in den Produktionen „Neufeld, mitkommen!“ (WDR), „Spreewaldkrimi: Mörderische Hitze“ (ZDF), „Be my Baby“ (ZDF) und weiteren Produktionen aus dem Sendejahr 2014.
    – Alexander Held für sein facettenreiches Spiel in Haupt- und Nebenrollen im Sendejahr 2014. Unter anderem „Tatort: Im Schmerz geboren“ (hr), „Die Spiegel-Affäre“ (BR/WDR/arte) und „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ (ZDF).
    Jürgen Werner für die Drehbücher zum „Tatort Dortmund“ (1–4), die sich über mehrere Episoden hinweg glaubwürdig aus den Figuren entwickeln und darüber hinaus dramaturgisch in sich geschlossene Kriminalfälle erzählen. (WDR)

    3. Wettbewerb Information & Kultur/Spezial 2015

    Einzelsendungen:
    „Camp 14 – Total Control Zone“ (WDR/BR/arte)
    „Wir waren Rebellen“ (ZDF)
    „Die Kinder von Aleppo“ (ZDF/arte/Channel 4)
    „Isang Yun – Ein Komponist zwischen Nord- und Südkorea“ (ZDF/arte)
    „Unversöhnt“ (NDR)
    „Unter Menschen“ (WDR/ORF)
    „Heino Jaeger – Look before you kuck“ (3sat)
    „ZDFzeit“: Riskante Reise – Europa und die Flüchtlingsströme (ZDF)
    „Leaving Greece – Fluchtpunkt Griechenland“ (BR)
    „Das Mädchen. Was geschah mit Elisabeth K.?“ (NDR/SWR)
    „Sterben für Allah?“ (hr/BR/SWR)
    „Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandela“ (ZDF/arte)
    „Bouchbennersch Otto“ (WDR/arte)
    „Früher träumte ich vom Leben“ (ZDF/arte)
    „Nach Wriezen“ (rbb)
    „Geschichte im Ersten“: Die Wunderpille der Wehrmacht (RB)

    Serien & Mehrteiler:
    „Akte D“ (WDR/MDR/BR)
    „Schau in meine Welt!“ (KiKA/hr/MDR/rbb/SWR)
    „Die Ostdeutschen“ (rbb)
    „ZDFzeit/ZDFzoom“: Verschwörung gegen die Freiheit (ZDF)

    Spezial:
    – Redaktion „Hier und heute“ für die innovative Aufbereitung regionaler Themen und die exemplarische inhaltliche und formale Breite am Beispiel von „Das letzte Kapitel“, „Angstwald“ und „Die Insel“. (WDR)
    „Terra X“ / „Deutschland von unten“ für die ungewöhnliche innovative Bildgestaltung (Kamera & Animation) und die beispielhafte Zusammenarbeit der Gewerke beim Sichtbarmachen des Verborgenen. (ZDF)
    – Beate Greindl für „Menschen hautnah: Sektenkinder“ für die langjährige hartnäckige Recherche im Sektenmilieu und Aufbereitung der juristischen Konsequenzen. (WDR)

    4. Sonderpreis Kultur 2015 des Landes NRW

    „Die Schneekönigin“ (ZDF)
    „Löwenzahn“: Wunder des Lebens – Mit Liebe gemacht (ZDF)
    „ENE MENE BU und dran bist du“ (KIKA)
    „Ab 18!“: 10 Wochen Sommer (ZDF/3sat)
    „Kann es Johannes?“ (WDR)

    20.01.2015, 17:04 Uhr – Glenn Riedmeier/fernsehserien.de

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • bugmenot am 21.01.2015 07:17

      Man kann wohl kaum von Serien sprechen, wenn wie beim ZDF nur 2 oder 3 Teile gedreht worden sind - das sind dann eher 2 oder 3-teiler. Herr, Hirn, ganz viel auf die in Medien Machenden.
        hier antworten
      • kleinbibo am 20.01.2015 23:32 via tvforen.de

        Was meint ihr: lesen die hier mit oder sollte ich mal nach Marl fahren und meine Beweggründe persönlich vor der Kommission darlegen?

        Also ich meine, das Olli Dietrich und die liebe Cordula den Preis schon letztes Mal verdient hätten und deswegen diesmal nun wirklich an der Reihe wären. Und das bei dieser komischen Anstalt "kalkulierter Bruch" bedeutet, es handelt sich um einen Etikettenschwindel, weswegen man es unbedingt NICHT auszeichnen sollte. Kabarett hat immer auch etwas mit Fiktion zu tun, was die da in der Anstalt machen, nennt sich mal Wahlkampfveranstaltung, mal Theater - und für letzteres benötigt man ausgebildete Schauspieler, was Kabarettisten gewöhnlich nicht sind.

        Also von außen habe ich mir das Grimme-Institut schon einmal angesehen, als ich das letzte Mal in Marl war und ich würde da auch ohne Navi wieder hinfinden.

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