Deutsche Akademie für Fernsehen zeichnet „Spreewaldkrimi“ und „Weissensee“ aus

    Auch Anke Engelke in Köln geehrt

    Marcus Kirzynowski
    Marcus Kirzynowski – 30.09.2014, 11:22 Uhr

    Roeland Wiesnekker im mehrfach preisgekrönten „Spreewaldkrimi: Mörderische Hitze“ – Bild: ZDF
    Roeland Wiesnekker im mehrfach preisgekrönten „Spreewaldkrimi: Mörderische Hitze“

    Am Montagabend (29. September) verlieh die Deutsche Akademie für Fernsehen, eine Art Gegenvereinigung zum Deutschen Fernsehpreis, zum zweiten Mal ihre Auszeichnungen für herausragende Leistungen im TV. Der Preis war erfunden worden, nachdem die großen Sender, die den Deutschen Fernsehpreis verleihen, die meisten Kategorien für Einzelleistungen wie Kamera oder Schnitt gestrichen hatten. Dafür gründeten Kreative 2010 extra eine Akademie nach dem Vorbild etwa der Deutschen Filmakademie. Wie dort gehören zu den mehr als 600 Mitgliedern Vertreter der verschiedenen Gewerke, die an Fernsehproduktionen mitarbeiten.

    Der große Sieger der Verleihung im Filmforum NRW im Kölner Museum Ludwig war in diesem Jahr der „Spreewaldkrimi: Mörderische Hitze“ (ZDF), der schon die meisten Nominierungen hatte einheimsen können. Er gewann tatsächlich in allen Kategorien, in denen er vertreten war. Neben Regisseur Kai Wessel und Hauptdarsteller Roeland Wiesnekker wurde der Film für die beste Bildgestaltung, das Drehbuch, den Schnitt sowie die Musik ausgezeichnet.

    Ebenfalls sehr erfolgreich schnitt die zweite Staffel der ARD-Hauptabendserie „Weissensee“ ab. Drei Preise für Casting, Kostüme und Szenenbild erhielt die Erzählung über eine zerrissene Familie in der Spätphase der DDR. Als beste „Fernseh-Unterhalterin“ wurde Anke Engelke als Nachfolgerin von Helge Schneider bei der Kulturshow „Anke hat Zeit“ im WDR Fernsehen ausgezeichnet.

    Wie auch beim Deutschen Fernsehpreis dominierten insgesamt die Programme der Öffentlich-Rechtlichen. Die Privatsender konnten sich lediglich zwei Mal freuen: Preise erhielten „Danni Lowinski“ in der Kategorie Redaktion/​Producing sowie ein Stuntman von RTLs Action-Dauerbrenner „Alarm für Cobra 11“.

    In den Informations- und Dokumentar-Kategorien blieben ARD und ZDF hingegen auf ihrem ureigensten Gebiet ungeschlagen: Dominik Graf und Martin Farkas erhielten die Auszeichnung für ihren Film „Es werde Stadt!“ über den Niedergang des deutschen Fernsehens in den vergangenen Jahrzehnten und die damit verknüpfte Geschichte der Stadt Marl, in der der renommierte Grimme-Preis verliehen wird. Und eine ARD-Doku über Massentierhaltung setzte sich gegen einen Beitrag der viel gelobten RTL-Reihe „Team Wallraff – Reporter undercover“ durch.

    Die Gewinner (hervorgehoben) und Nomierungen im Überblick:

    Bildgestaltung
    Henner Besuch („Polizeiruf 110“: „Käfer und Prinzessin“)
    Holly Fink („Spreewaldkrimi“: „Mörderische Hitze“)
    Clemens Messow („Die Spiegel-Affäre“)

    Casting
    Franziska Aigner („Tatort“: „Am Ende des Flurs“)
    Heta Mantscheff („Weissensee“)
    Nicole Schmied („Das Attentat – Sarajevo 1914“)

    Dokumentarfilm
    Eric Friedler („Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K?“)
    Dominik Graf, Martin Farkas („Es werde Stadt! 50 Jahre Grimme Preis in Marl“)
    Khalo Madiba Matabane („Das Vermächtnis des Nelson Mandela“)

    Drehbuch
    Martin Ambrosch („Das Attentat – Sarajevo 1914“)
    Johannes W. Betz („Die Spiegel-Affäre“)
    Thomas Kirchner („Spreewaldkrimi“: „Mörderische Hitze“)

    Fernseh-Journalismus
    Monika Anthes, Edgar Verheyen („Deutschlands Ferkelfabriken“)
    Jan Köppen, Amiaz Habtu („Abgefahren – Wissen auf Rädern“)
    Pia Osterhaus, Günter Wallraff („Team Wallraff – Das Pflegedilemma“)

    Fernseh-Unterhaltung
    Anke Engelke („Anke hat Zeit“)
    Xavier Naidoo („Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“)
    Max Uthoff, Claus von Wagner („Die Anstalt“)

    Filmschnitt
    Tina Freitag („Spreewaldkrimi“: „Mörderische Hitze“)
    Susanne Hartmann („Tatort“: „Am Ende des Flurs“)
    Andrea Mertens („Es ist alles in Ordnung“)

    Maskenbild
    Jens Bartram, Judith Müller, Katja Schulze („Die Spiegel-Affäre“)
    Dorle Neft, Ulrike Bruns Giffel („Tatort“: „Franziska“)
    Dorle Neft, Delia Mündelein („Schimanski“: „Loverboy“)

    Produzent
    Kirsten Hager („Pass gut auf ihn auf“)
    Thomas Kufus („24h Jerusalem“)
    Matthias Martens („Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt“)

    Regie
    Andreas Herzog („Tatort“: „Eine andere Welt“)
    Nicole Weegmann („Es ist alles in Ordnung“)
    Kai Wessel („Spreewaldkrimi“: „Mörderische Hitze“)

    Kostümbild
    Monika Hinz („Weissensee“)
    Astrid Karras („Arnes Nachlass“)
    Martina Schall („Sternstunde ihres Lebens“)

    Musik
    Jörg Lemberg („Tatort“: „Franziska“)
    Fabian Römer („Kein Entkommen“)
    Ralf Wienrich („Spreewaldkrimi“: „Mörderische Hitze“)

    Redaktion/​Producing
    Thomas Biehl, Solveig Willkommen, Birgit Brandes („Danni Lowinski“, 5. Staffel)
    Lili Kobbe, Liane Jessen („Männertreu“)
    Rainer Marquass, Florian Weber, Martin R. Neumann („Diese Kaminskis – Wir legen Sie tiefer!“)

    Schauspieler Hauptrolle
    Florian Teichtmeister („Das Attentat – Sarajevo 1914“)
    Elmar Wepper („Zwei Allein“)
    Roeland Wiesnekker („Spreewaldkrimi“: „Mörderische Hitze“)

    Schauspieler Nebenrolle
    Peter Jordan („Polizeiruf 110“: „Abwärts“)
    Rick Okon („Ein Schnitzel für alle“)
    Thomas Thieme („Gestern waren wir Fremde“)

    Schauspielerin Hauptrolle
    Monika Baumgartner („Die Gruberin“)
    Christina Große („Neufeld, mitkommen!“)
    Brigitte Hobmeier („Wer hat Angst vorm weissen Mann?“)

    Schauspielerin Nebenrolle
    Peri Baumeister („Männertreu“)
    Barbara de Koy („Tatort“: „Am Ende des Flurs“)
    Maria Peschek („Im Schleudergang“)

    Stunt
    Christoph Domanski („Alarm für Cobra 11“: „Revolution“)
    Thomas Hacikoglu („The Ego“)
    Andy Long („Nachbarn süss-sauer“)

    Szenenbild
    Frank Godt („Weissensee“)
    Jana Karen („Die Hebamme“)
    Knut Löwe („Die Spiegel-Affäre“)

    Nachwuchsförderpreis
    Sinje Irslinger für „Es ist alles in Ordnung“

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