2026, Folge 116–138
Folge 116/2026
Folge 116 (35 Min.)
Bild: SF2Klimawandel: Wer zahlt den Preis? / EU-Regeln verschärfen Altkleiderkrise / Kurzlebige Mode, lange Folgen / Kampf gegen die Krebspest (Text: 3sat)Deutsche TV-Premiere Di. 30.06.2026 3sat Folge 117/2026
Folge 117 (30 Min.)Bild: SF2Angst vor Gleichberechtigung? / Kann Kochen vor Krebs schützen? / Rettung der Energiewende mit Batterie / Neue Spuren einer alten Hochkultur (Text: 3sat)Deutsche TV-Premiere Mi. 01.07.2026 3sat Folge 118/2026
Folge 118 (30 Min.)Bild: SF1Themen: Wie politisch darf Wissenschaft sein? / Die Debatte um ein AfD-Verbot / Ozeane am Limit? / Die biologisch abbaubare Batterie (Text: 3sat)Deutsche TV-Premiere Do. 02.07.2026 3sat Folge 119/2026: Immer mehr Wut – Warum sind wir so aggressiv?
Folge 119 (45 Min.)Bild: SF2Aggression und Ärger nehmen zu: Laut Umfragen erleben 84 Prozent mehr Verrohung und eskalierende Konflikte im Alltag – ob im Straßenverkehr oder online. Werden wir zur Wutgesellschaft? Wut kennt jeder. Sie spaltet, treibt an und verbindet. Sie wirkt zerstörerisch, aber auch konstruktiv: Wut mobilisiert, macht Missstände sichtbar und verändert unser Zusammenleben stärker, als vielen bewusst ist. Doch was passiert, wenn Wut zur Norm wird? Wut äußert sich nicht nur öffentlich – etwa in sozialen Medien, auf Demonstrationen oder im Straßenverkehr: Auch im Körper löst sie Stressreaktionen aus, die unsere Gesundheit beeinträchtigen können.Forschungen aus Psychologie, Neurobiologie und Soziologie zeigen, warum Menschen unterschiedlich auf Ärger reagieren, welche Rolle Neurotransmitter und Hirnareale spielen und wie Kinder erst lernen müssen, Impulse zu kontrollieren. Die „NANO Doku“ untersucht Ursachen und Mechanismen hinter der steigenden Gereiztheit. Sie begleitet die Polizei im Einsatz, eine Schulklasse bei einem Projekt zur Impulskontrolle und testet, wie wir effektiv Wut abbauen können. Sie zeigt Betroffene, die mit ihrer eigenen Aggression kämpfen, und Menschen, die Wege gefunden haben, sie in etwas Positives zu verwandeln. Und sie zeigt, wie aus einem explosiven Gefühl ein Werkzeug werden kann – für Veränderung, Widerstand und ein besseres Miteinander. Um 20:15 Uhr beleuchtet die NANO Doku relevante wissenschaftliche Themen, die uns bewegen; um 21:00 Uhr diskutieren die Moderatorinnen Alena Buyx und Stephanie Rohde im Wechsel im „NANO Talk“ mit ihren Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven über das Thema. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Fr. 03.07.2026 3sat Folge 120/2026
Folge 120 (35 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Mo. 17.08.2026 3sat Folge 121/2026
Folge 121 (30 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Di. 18.08.2026 3sat Folge 122/2026: Wenn das Wasser ausgeht
Folge 122 (35 Min.)Logo „NANO spezial“Bild: ZDF/GF DesignDer Rhein wird zum Rinnsal. Schiffbar fast nur noch mit dem Schlauchboot. Nur ein Sommerausrutscher? Nein, das wird das neue Normal, denn Deutschland liegt in einer „Megaaustrockungsregion“. Der Klimaforscher Professor Mojib Latif sagt dazu: „Wir beobachten seit Jahren, dass die Kontinente großflächig austrocknen und dass riesige zusammenhängende Trockengebiete entstehen.“ „NANO“ blickt auf die aktuelle Situation am Rhein, wo uns dieser Sommer ein historisches Wasserdefizit beschert hat. Ursache der aktuellen Entwicklung ist die seit mehreren Monaten anhaltende Niederschlagsarmut.Sie führt dazu, dass der Rhein als große Binnenschifffahrtsroute nur noch mit deutlich weniger Gütern pro Schiff befahrbar ist – möglicherweise sogar gar nicht mehr durchgängig befahrbar. Welche Auswirkungen hat das auf den Schiffsverkehr? Gibt es Alternativen? „NANO“ zeigt, wie die Schiffsbauer bereits reagieren – neue Antriebe werden erprobt und Schiffsrümpfe mit deutlich weniger Tiefgang. Doch das Problem geht weit über Lieferketten-Engpässe hinaus – auch Trinkwasser wird weltweit knapp. Meerwasserentsalzungsanlagen sind für viele Länder die einzige Lösung, wofür allerdings die Natur einen hohen Preis zahlt. „NANO“ stellt eine Alternative vor, die ökologisch unproblematisch ist: Entsalzung durch Algen. Der renommierte Meteorologe Mojib Latif hat gerade ein Sachbuch veröffentlicht: „Wasser – das bedrohte Element“. Im Gespräch mit ihm geht es um die Folgen des Klimawandels und den Kampf ums Trinkwasser – auch bei uns. Denn auch bei uns wird Wasser zum knappen Gut. Seit der Jahrtausendwende hat Deutschland bereits die Trinkwassermenge des Bodensees verloren. Das Land liegt, so Latif, in einer „Megaaustrockungsregion“. (Text: ARD alpha) Deutsche TV-Premiere Mi. 19.08.2026 3sat Folge 123/2026: Welche Allergie hast du?
Folge 123 (45 Min.)Frühsommer – für viele die schönste Zeit des Jahres. Alles blüht und duftet und uns zieht es hinaus ins Freie. Doch genau dann erleben Millionen Menschen die quälendste Phase des Jahres. Sie leiden unter einer Pollenallergie – Heuschnupfen. Allergien gehören heute weltweit zu den häufigsten Krankheiten, die Zahl der Betroffenen steigt. In Deutschland ist bereits etwa ein Drittel der Bevölkerung betroffen. Bis 2050 könnte die Hälfte der Menschheit unter allergischen Erkrankungen leiden, also auch in Deutschland etwa jeder Zweite.Warum aber nehmen Allergien so dramatisch zu? Was passiert im Körper? Welche Rolle spielen Umwelt, Klimawandel, Ernährung und Lebensstil? Wie ist der aktuelle Stand der Forschung? Die Wissenschaftsjournalistin und studierte Biologin Lena Ganschow geht diesen Fragen nach und tauscht sich mit Betroffenen aus. Sie trifft eine Steuerberaterin, die unter mehreren Allergien leidet, viele Behandlungen ohne Erfolg hinter sich hat und jetzt dank einer neuen Therapie zum ersten Mal Erleichterung erlebt. Sie besucht einen Landwirt mit Heuschnupfen und einer Rinderhaarallergie, der sein Unternehmen allergiebedingt umstrukturieren musste – sowie eine junge Frau mit einer Nahrungsmittelallergie, die nur noch isst, was sie selbst gekocht hat. Keine Restaurantbesuche, auch Einladungen zum Essen bei Freunden schlägt sie aus. Zu groß ist die Angst vor einem allergischen Schock. Der Film thematisiert vor allem Pollenallergie (Heuschnupfen) und Lebensmittelallergien. Lena Ganschow befragt dafür zwei der renommiertesten Allergieforschenden in Deutschland: Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Universitätsprofessorin für Umweltmedizin an der Universität Augsburg sowie Direktorin des Instituts für Umweltmedizin beim Helmholtz Zentrum München, und Prof. Torsten Zuberbier, Direktor des Instituts für Allergieforschung an der Charité Berlin, Präsident des „Global Allergy and Asthma Excellence Network“ sowie Vorsitzender der „Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF“. Zuberbier und sein Team untersuchen das Darm-Mikrobiom, um zu verstehen, wie moderne Lebensweise und Ernährung mit der Entstehung von Allergien zusammenhängen könnten. Traidl-Hoffmann erforscht, welche Folgen der Klimawandel auf Pollen und damit auf die Pollenallergie hat. Dieser Film zeigt: Allergien sind Ausdruck eines tiefgreifenden Zusammenspiels von Immunsystem, Umwelt, Klima, Lebensstil und moderner Zivilisation. Mit besserer Aufklärung, intelligenter Prävention, neuen Diagnose-Tools und innovativen Therapien gibt es reale Chancen, die „Volkskrankheit Allergie“ in Zukunft besser in den Griff zu bekommen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Fr. 21.08.2026 3sat Folge 124/2026
Folge 124 (40 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Mo. 24.08.2026 3sat Folge 125/2026
Folge 125 (30 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 3sat Folge 126/2026
Folge 126 (45 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Mi. 26.08.2026 3sat Folge 127/2026
Folge 127 (30 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Do. 27.08.2026 3sat Folge 128/2026: Liebe und Bindung
Folge 128 (45 Min.)Liebe und Bindung können im digitalen Zeitalter erschwert sein.Bild: ZDF und Jordi Mora, Colourbox.deVon der Geburt bis ins hohe Alter ist die Bindung zu anderen Menschen ein fundamentales Element des Lebens. Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf dieses Grundbedürfnis? Das Smartphone ist allgegenwärtig – in Familie, Partnerschaften, unter Freunden. Gefährdet die permanente Onlinepräsenz zwischenmenschliche Beziehungen? Kann Bindung auch auf digitaler Ebene entstehen? Welche Rolle spielt das individuelle Bindungsverhalten? Sein Baby direkt nach der Geburt auf der eigenen Haut zu spüren – für Eltern ein unbeschreibliches Glücksgefühl.Auf der Wochenbettstation im schweizerischen Herisau wird seit drei Jahren erfolgreich das Haut auf Haut Konzept vermittelt. Durch den engen körperlichen Kontakt wird schon in den ersten Stunden des Lebens das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet. Es stärkt Vertrauen und schafft eine ideale Voraussetzung für den Säugling, der ein angeborenes Bedürfnis nach dem Aufbau einer sicheren Bindung hat. „Wenn ein Baby dieses innere Gefühl, dieses Urvertrauen, so im Laufe des ersten Lebensjahres innerlich verankert, dann kann es von da ausgehend die Welt erobern“, erklärt der renommierte Bindungsforscher Dr. Karl-Heinz Brisch. Umso wichtiger ist, dass die Eltern ihr eigenes digitales Verhalten im Blick haben, um diese frühkindliche Bindung nicht zu stören. So zeigt das wissenschaftlich begleitete Experiment, der „Smart Baby Test“ an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg, welchen negativen Einfluss das Smartphone auf die Kinder haben kann. Denn Babys können ihre Emotionen noch nicht alleine regulieren. Sie brauchen dazu ihre Bindungsperson – problematisch ist, wenn diese ständig abgelenkt ist. Bindungen prägen uns ein Leben lang. Unser Bedürfnis nach Liebe und sozialer Nähe ist genetisch in uns verankert. Doch wie gelingt der Aufbau von Beziehungen in einer immer digitaler werdenden Welt? Dating Apps erleichtern die Kontaktaufnahme und in sozialen Netzwerken pflegen wir virtuelle Bekanntschaften. Das Smartphone ist dafür immer verfügbar und kann persönliche Begegnungen ersetzen. Gleichzeitig birgt es Risiken und wird zum Störfaktor im realen Leben. Denn wer ständig online ist, vernachlässigt Freunde, Kinder oder Partner. Das zeigt das „Phubbingexperiment“ an der Universität Basel. Entstehen hier ernsthafte Bindungsprobleme? Wie können sich Singles und Menschen mit einer Bindungsstörung ihren Wunsch nach sozialer Nähe erfüllen? Wissenschaftler vermuten, dass durch fehlende menschliche Berührungen körperliche und seelische Krankheiten entstehen können. Ist angeleitetes Kuscheln eine Möglichkeit, mehr Sicherheit und Geborgenheit zu erleben? Martina aus Hamburg probiert es aus. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Fr. 28.08.2026 3sat Folge 129/2026
Folge 129 (35 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Mo. 31.08.2026 3sat Folge 130/2026
Folge 130 (35 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 3sat Folge 131/2026
Folge 131 (35 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 3sat Folge 132/2026
Folge 132 (30 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Do. 03.09.2026 3sat Folge 133/2026: Perimenopause – Bin ich schon drin?
Folge 133 (45 Min.)Svenja Post (rechts), 42, lässt ihre Hormonwerte bestimmen. Bei der Diagnose Perimenopause zählt nicht ein einzelner Bluttest, sondern das Zusammenspiel aus Werten, Symptomen und einer umfassenden ärztlichen Abklärung.Bild: SWR/Gidon LaschDie Perimenopause beginnt oft früher als gedacht – und bleibt häufig unerkannt. Host Svenja Post aka „Tante Kante“ begibt sich auf Spurensuche. Was passiert im Körper einer Frau in der frühen Phase der Wechseljahre? Warum ist die Diagnose so schwierig? Was hilft wirklich? Eine „NANO“-Wissensdoku über eine neue Lebensphase, die viele Frauen betrifft. Schlafprobleme, Reizbarkeit, Brainfog: Svenja Post aka „Tante Kante“ ist Anfang 40, Lehrerin, Mutter, DJ – sie steht mitten im Leben. Doch seit einigen Monaten erkennt sie sich kaum wieder: „Ich bin manchmal mit allem überfordert“, gibt sie zu. Auf Social Media begegnet ihr immer wieder ein Begriff: Perimenopause.Ist sie da schon drin? Was heißt das genau? Svenja fühlt sich wie viele Frauen damit alleingelassen. Viele Ärztinnen und Ärzte betrachten die Symptome nur einzeln. Prof. Bettina Toth von der Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie Innsbruck will den Weg zur Diagnose erleichtern. Sie forscht zu einem neuen Biomarker: dem Protein Klotho, das künftig eine eindeutigere Diagnose ermöglichen könne. Doch was hilft während der Perimenopause? Ist eine Hormontherapie wirklich die einzige Lösung? Was sind leere Marketing-Versprechen? Die Doku will Orientierung geben und Mut machen. Je früher Frauen ihre Beschwerden verstehen, desto gezielter können sie sich Hilfe suchen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Fr. 04.09.2026 3sat Folge 134/2026
Folge 134 (45 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Mo. 07.09.2026 3sat Folge 135/2026
Folge 135 (35 Min.)nano Keyvisual 2018Bild: 3satDer Klimawandel lässt sich allein durch Einsparen von CO2 kaum mehr aufhalten. Deshalb setzen Forscher auf eine radikale, verrückte, vielleicht sogar gefährliche Idee: die Erde gezielt kühlen. Dazu müssen sie in die geochemischen Kreisläufe der Erde eingreifen und den Planeten umgestalten. Geoengineering nennt sich das. Noch erscheint der Eingriff in die Erdsysteme wie pure Hybris. Aber vielleicht liegt im «weiter wie bisher» die noch viel grössere Gefahr.In «nano – Die Reparatur der Erde» stellt Ingolf Baur die aussichtsreichsten Projekte der Klimaingenieure vor und diskutiert die Machbarkeit und die Risiken der neuen Technologien. Seine Reise führt ihn zu Forschern in der Schweiz, in Island und in den USA. Und damit zu zwei ganz unterschiedlichen Strategien. Die einen wollen das klimaschädliche CO2 aus der Atmosphäre fischen und in Böden und Ozeanen versenken. Die anderen, und das ist die weitaus umstrittenere Strategie, denken darüber nach, das Sonnenlicht zu dimmen. Prominentester Vertreter ist David Keith von der Harvard University, USA. Keith will das Potenzial und die Risiken des sogenannten Solar Geoengineerings jetzt nicht mehr nur am Computer, sondern auch in der Praxis ausloten. In einem kleinen Experiment will er untersuchen, was die Freisetzung von Aerosolen wie Schwefelsäure in der Atmosphäre bewirkt. Die Idee dahinter: In grossen Mengen versprüht, könnten die Aerosole das einfallende Sonnenlicht zurück ins All reflektieren und so die Erde kühlen. Der Schweizer Janos Pasztor, Direktor der Carnegie Climate Geoengineering Governance Initiative, begrüsst Projekte wie diese und plädiert generell für mehr Forschung und einen breiten Diskurs in der Gesellschaft. Seine Sorge: Weil Solar Geoengineering im Vergleich zu anderen Methoden billig und einfach umzusetzen ist, könnte irgendjemand auf der Welt einfach damit loslegen – ohne dass die ökologischen Folgen umfassend erforscht worden wären. Kritiker dagegen befürchten, dass Geoengineering als Option und bereits die damit verbundene Forschung vielen als Ausrede dienen könnte. Weil wir auf diese Art bequem am Thermostat der Erde schrauben können, könnte, so ihre Sorge, die Motivation für den unbequemen Weg deutlich schwinden. Sprich: auf erneuerbare Energien umzustellen und so den CO2-Ausstoss radikal zu senken. (Text: SRF) Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 3sat Folge 136/2026
Folge 136 (35 Min.)Bild: SF1Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben die Welt verändert. Auch 25 Jahre später beschäftigen sich Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen mit den Folgen dieses Ereignisses. Das 3sat-Wissenschaftsmagazin „nano“ widmet sich in einer Schwerpunktsendung den langfristigen Folgen von 9/11 aus wissenschaftlicher Perspektive. Forschende aus Psychologie, Rechtspsychologie und Sicherheitsforschung ordnen aktuelle Erkenntnisse ein. 9/11 im Kopf – wie Traumata unser Gedächtnis verändern: Viele Menschen erinnern sich bis heute genau daran, wo sie waren, als sie von den Anschlägen erfuhren.Warum brennen sich außergewöhnliche Ereignisse so tief in unser Gedächtnis ein? Welche Vorgänge laufen dabei im Gehirn ab? Und was lässt sich daraus für die Behandlung von Traumata lernen? Der Traumaexperte Alexander Jatzko erklärt, welche Mechanismen zur Entstehung traumatischer Erinnerungen beitragen, wie sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt und welche Erkenntnisse die Forschung daraus für die Therapie gewonnen hat. Wie 9/11 das Fliegen und die Sicherheitstechnik verändert hat: Die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen wurden nach den Anschlägen weltweit deutlich verschärft. Heute passieren Millionen Reisende moderne Kontrollsysteme mit hochentwickelter Scantechnik. Wie funktionieren Körperscanner? Warum gelten sie als besonders zuverlässige Sicherheitsinstrumente? Und wie lassen sich Sicherheitsanforderungen mit Datenschutz, Intimsphäre und Strahlenschutz vereinbaren? Warum Verschwörungserzählungen nach 9/11 so erfolgreich wurden: Kaum ein historisches Ereignis hat so viele Verschwörungserzählungen hervorgebracht wie die Anschläge vom 11. September 2001. Doch auch zu anderen einschneidenden Ereignissen, von der Pest im Mittelalter bis zur Mondlandung, kursieren alternative Erklärungen. Der Rechtspsychologe Roland Imhoff von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erläutert, warum Menschen gerade nach Krisen und Katastrophen für Verschwörungserzählungen empfänglich sind und welche psychologischen und kommunikativen Mechanismen deren Verbreitung begünstigen. Sicherheit und Freiheit nach 9/11: Im Interview spricht Professorin Kristin Pfeffer von der Forschungsstelle Europäisches und Deutsches Sicherheitsrecht an der Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg über die langfristigen Auswirkungen von 9/11 auf Sicherheitspolitik, Gefahrenabwehr und gesellschaftliche Freiheitsrechte. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Mi. 09.09.2026 3sat Folge 137/2026
Folge 137 (30 Min.)Bild: SF1Deutsche TV-Premiere Do. 10.09.2026 3sat Folge 138/2026: Spieltheorie – Wie wir Krisen berechenbar machen
Folge 138 (45 Min.)Bild: SF2Warum kooperieren wir? Welche Strategien helfen uns bei Entscheidungen? Ob bei geopolitischen Konflikten, im globalen KI-Wettlauf oder in der WG-Küche: Die Spieltheorie hat die Antwort. Win-win-Situation oder Nullsummenspiel? Mathematische Modelle beleuchten die Ursachen scheiternder Kooperationen und zeigen, warum das Verhalten anderer über den eigenen Erfolg entscheidet: beim Elfmeterschießen, bei Organspenden oder Klimaverhandlungen. Ein Elfmeterschuss dauert weniger als eine Sekunde – und ist doch ein komplexes strategisches Duell. Genau solche Situationen untersucht die Spieltheorie: Was geschieht, wenn der eigene Erfolg davon abhängt, was andere gleichzeitig entscheiden? Auf dem größten Frankfurter Volksfest, der „Dippemess“, demonstriert der Wirtschaftswissenschaftler Christian Rieck das „Chicken Game“ im Autoscooter: Wer dem gegnerischen Fahrzeug bei dieser Mutprobe ausweicht, ist das „Chicken“ – der Angsthase – und verliert das Spiel.In einer WG zeigt sich am Geschirrspüler das Gefangenendilemma: Für den Einzelnen scheint Nichtstun bequem, für alle zusammen wird es zum Problem. Die Dokumentation begleitet Forschende, die mit spieltheoretischen Modellen reale Konflikte entschlüsseln. Der Wirtschaftswissenschaftler Axel Ockenfels von der Universität Köln zeigt, wie Kooperation bei Nierenspenden organisiert werden kann. Auf dem Fußballplatz wird Unberechenbarkeit zur Strategie, in der Weltpolitik hingegen werden Drohungen und Ultimaten zum riskanten Machtspiel. Besonders deutlich wird die Kraft der Spieltheorie beim Klimaschutz: Forschende am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und am Institute of Science and Technology Austria untersuchen, wie Zusammenarbeit auch unter ungleichen Voraussetzungen beteiligter Länder gelingen kann. Doch wo sind die Grenzen der Theorie – und was passiert, wenn nicht mehr nur Menschen verhandeln, sondern Maschinen mitentscheiden? Am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung untersucht der Computerwissenschaftler Iyad Rahwan, wie KI soziale Entscheidungen verändert. Die Spieltheorie liefert keinen einfachen Weltrettungsplan – aber neue Perspektiven auf Kooperation, Macht und unser Entscheidungsverhalten. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Fr. 11.09.2026 3sat
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