2026

  • Folge 398 (45 Min.)
    Grüne Palmen, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser: Strände gibt es auf allen Cayman-Inseln, auf „Little Cayman“ sind sie noch am ursprünglichsten und so gut wie nie überlaufen. – Bild: NDR/​Florian Melzer
    Grüne Palmen, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser: Strände gibt es auf allen Cayman-Inseln, auf „Little Cayman“ sind sie noch am ursprünglichsten und so gut wie nie überlaufen.
    In der ganzen Welt sind die Kaimaninseln (Cayman Islands) vor allem für das bekannt, was sie nicht haben: Steuerpflicht. Es gibt dort keine Einkommensteuer, keine Lohnsteuer, keine Kapitalertragsteuer und auch keine sonstigen Abgaben. Die karibische Inselgruppe ist aber auch aus ganz anderen Gründen ein Paradies. Denn hier zeigt sich die Natur von ihrer schönsten Seite: strahlend weiße Traumstrände, wilde Rochen, die sich streicheln lassen, und eine schillernde Persönlichkeit, den weltexklusiven türkisblauen (Blaue) Leguan, findet man hier. Einmal im Jahr geht es um das kulturelle Erbe der Insel. Während der Piratenwoche sind scharenweise Seeräuber unterwegs. Aber die muss heute niemand mehr fürchten. Lange bevor Multimillionäre die Cayman Islands entdeckt haben, war die Inselgruppe Rückzugsort für Piraten. Die fanden hier frisches Trinkwasser im Überfluss und Schildkröten als Proviant. Sogar der berüchtigte Blackbeard ist hier vor Anker gegangen. Die Piratenhistorie gilt als kulturelles Erbe der Caymans. Insulaner wie Darvin Ebanks sind Botschafter dieser Tradition. Seit 1978 ist er jedes Jahr während der Piratenwoche als Anführer einer Seeräubergruppe unterwegs. Das Rollenspiel ist für Darvin längst Passion: „Ich will, dass die Geschichte der Piraten nicht vergessen wird.“ Vor allem Grand Cayman, die Hauptinsel, ist Zufluchtsort für Millionäre und Milliardäre. Luxusvillen säumen die Strände. Mit ihnen wächst der Bedarf an exklusiver Dienstleistung. Thomas Tennant kommt als Privatkoch direkt zu den Anwesen seiner wohlhabenden Kundschaft. Sogar King Charles III., damals noch Prinz, hat er schon bekocht. Thomas aktueller Auftrag: ein Dinner für ein Ehepaar aus den USA – gewünscht ist echte Cayman-Küche. Auf der Speisekarte: Conch, große Schneckenmuscheln, und Grüner Leguan. Ja, der Grüne Leguan, ihn zu verspeisen, ist praktizierter Artenschutz. Er hatte sich extrem vermehrt und seinen türkisblauen Artgenossen fast verdrängt. Die Inselregierung lobte eine Fangprämie aus. „Aus der Not eine Delikatesse machen. Das ist Cayman Philosophie“, freut sich der Koch. Die einzigartige Unterwasserwelt der Cayman Islands ist streng geschützt. Am Strand gehen Teams der Umweltpolizei täglich auf Streife. Officer Carl Edwards ist im flachen Wasser vor Rum Point im Einsatz, wo Seesterne die Attraktion sind: „Unser Auftrag lautet, die Besucherströme zu lenken.“ Der sogenannte Kitchen Dance stammt noch aus der Zeit der Sklaverei. Die versklavten Afrikaner mussten damals ihre kulturellen Traditionen heimlich fortführen. Sie musizierten und tanzten in den Küchen der Plantagenhäuser. Eine Tradition, die fast in Vergessenheit geriet. Bis Melisha McField ihre Tanzgruppe Dreamchasers gründete. Fast 100 Traumjäger zelebrieren inzwischen die Rhythmen ihrer Vorfahren. Die Cayman Islands sind die Spitze eines gigantischen unterseeischen Berges, der von sehr tiefem Wasser umgeben ist. Mit bis zu 7686 Metern gilt das Cayman Trough als tiefster Punkt der Karibik – ein ideales Revier für Haie. Und für die Meeresbiologin Johanna Kohler: Sie nutzt die einzigartigen Strömungen und Riffe, um das Verhalten der Tiere zu studieren. An diesem Tag muss sie den kleinen Peilsender bergen, den die Wissenschaftler an einem Hai befestigt hatten, gar nicht so einfach bei dem starken Wellengang über der Tiefseerinne. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.02.2026 NDR
  • Folge 399 (45 Min.)
    Ein hundert Jahre alter Holz-Bottich und Baseballschläger-artige Stößel: Sunanta (links) und ihre Köchin Fern zerstampfen die kleinen Shrimps zu einer cremigen Würzpaste, die hier „Kapi“ heißt.
    Im äußersten Osten Thailands liegt eine Dschungelinsel, deren Ursprünglichkeit manchen an das Land vor dem Tourismusboom erinnert. Rund zwei Drittel der Fläche von Koh Chang ist noch von dichtem Regenwald bedeckt. Die „Elefanten-Insel“, so die direkte Übersetzung ihres Namens, zählt zu den am besten erhaltenen Waldgebieten Südostasiens. Doch völlig unberührt blieb auch Koh Chang nicht und mancherorts ist richtig was los. Die Frauen von Salakphet treffen sich am buddhistischen Tempel. Sie wollen Krathongs basteln, kleine Flöße aus Bananenblättern, für den großen Feiertag Loy Krathong, das thailändische Lichterfest. Verziert mit Blüten und Kerzen, werden die Flöße in der Vollmondnacht des zwölften Monats des thailändischen Mondkalenders von der Pier aufs Meer gesetzt, um alle Sorgen und Nöte davonzuschicken. Goy ist aufgeregt: Ihr Mann Lan nimmt wie jedes Jahr am Krathong-Wettbewerb teil. Beim Lichterfest wird das schönste Floß prämiert. Wird Lan seinen Titel vom letzten Jahr verteidigen können? Sunanta, genannt Mam, hat mit ihrer Köchin Fern kleine rote Kirschgarnelen getrocknet. Daraus stellen sie die traditionelle Garnelenpaste her, die Bestandteil jedes Thai-Currys ist. In einem 100 Jahre alten Holzbottich stampfen sie die kleinen Shrimps mit baseballschlägerartigen Stößeln zu einer cremigen Würzpaste, die hier Kapi heißt. Die muss sechs Monate lang fermentieren, bevor sie die perfekte Qualität hat. Wann sie fertig ist, erkennt Mam am strengen Geruch. In ihrem kleinen Seafood-Restaurant auf Stelzen serviert sie den Gästen traditionelle Thai-Speisen mit Kapi in allen Variationen. Die Ostseite der Insel ist kaum vom Tourismus berührt. Im Fischerdorf Salak Khok scheint die Zeit stillzustehen. Die Fischer leben in offenen Häusern in den Mangrovensümpfen und halten am traditionellen Lebensstil fest. Um aber auch ein paar zahlende Besucher in die Gegend zu locken, bieten sie romantische Gondelfahrten durch die Mangrovenkanäle an. Die Idee: sanfter Tourismus, der die Umwelt nicht zerstört. Dafür haben die Dorfbewohner eine Kooperative gegründet. Jeder bringt ein, was er kann: Geld oder Arbeitskraft. Alle Einnahmen werden geteilt und Grundstücke auf keinen Fall an Investoren verkauft. So will die Dorfgemeinschaft ihren traditionellen Lebensstil bewahren. Mo Herbier und das Team der Tierschutzgesellschaft Animal Welfare fahren ihre Morgenrunde, um die Straßenhunde von Koh Chang zu füttern. Etwa 3500 Streuner leben in den Wäldern und Dörfern der Insel. Die spendenfinanzierte Organisation, die eine Schweizerin mit Einheimischen gegründet hat, kümmert sich um Kastration, Impfungen. Die Tiere werden aufgepäppelt und dann zur Adoption freigegeben. Der Help Point ist eine Art Erholungsheim für gelähmte und kranke Hunde. Mit den kleinen Patienten gehen die Tierschützer Gassi zum Wasserfall oder machen sogar einen Mopedausflug ans Meer – Hundetransport im Beiwagen. Ein Strandbesuch mit Bad im Meer ist für den gelähmten Hund Honey der Höhepunkt des Tages. Am Lonely Beach scheint ein größeres Schiff am Strand zu liegen, Musik hallt von dort herüber. Die abenteuerliche Konstruktion ist absolut nicht seetüchtig. Der Bug, gebaut aus Treibgut und Meeresmüll, gehört zur Rude Boy Bar. Ihr Betreiber Chaiwat, genannt Leo, fährt an diesem Tag mit seinem kleinen Fischerboot raus, um das Frühstück für die Familie zu besorgen. Leo ist Speerfischer und will möglichst nichts kaufen. Das Meer bietet ihm alles: Nahrung und auch Baumaterial. Ständig ist er dabei, seine Recycling-Bar weiter zu verschönern. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.02.2026 NDR
  • Folge 400 (45 Min.)
    Instrumenten-Taufe im Mittelmeer: Das Werfen des Holzkörpers in die Fluten ist Pflicht im Kurs von Ekki Hoffmann. Nur so kommt der Balearen-Sound in die Gitarre, sagt Ekki (2.v.l.).
    Diese Insel der Balearen ist berühmt für ihr Wasser! Kristallklar und türkisfarben ist das Mittelmeer hier, dafür sorgen die riesigen Neptungraswiesen. Und so wird Formentera auch liebevoll „die kleine Karibik“ genannt. Ruhig und entspannt geht es zu. Mit viel Natur und ganz ohne Ballermann zieht die Baleareninsel seit Jahrzehnten Lebenskünstler, Hippies und Prominente an. In der Cala Saona gibt es einen ganz besonderen Lieferservice: Joel Vilson bringt per Speedboat Essen à la carte aus dem Strandrestaurant zu den Jachten, die hier vor Anker liegen. Geordert wird von Bord aus, meist über den Funkkanal 72, gezahlt wird per App. Und dann balanciert Joel riesige Paella-Pfannen auf dem Kopf quer durch die Bucht, eine Hand am Außenborder, die andere am Pfannenrand. Heikel ist vor allem der Moment, wenn Joel das Essen über die Bordwand reicht, trotzdem bleibt er tiefenentspannt, hat immer einen Spruch auf den Lippen. Und wenn er die leere Pfanne wieder abholt, übt er den Balanceakt komplett freihändig. Sol Courreges Bone hat eine Mission: Die Künstlerin will die Strände ihrer Insel sauber halten. In einer selbst gebastelten Maschine filtert sie tagein tagaus den Sand. Für die anstrengende Handarbeit sucht sie immer Mitstreiter am Strand, an diesem Tag helfen ein Italiener und sein kleiner Sohn. Aus den gefilterten Fundstücken fertigt sie in ihrem Atelier ganz unterschiedliche Kunstwerke, manchmal sogar seemannshohe Skulpturen. Bekannt ist Sol aber vor allem für ihre Fischschwarm-Bilder. Dabei schneidet sie jedes Fischlein mühsam aus Getränkedosen. Und natürlich hat sie auch die am Strand gesammelt. Auf der ganzen Welt hängen ihre Werke bei Formentera-Fans an der Wand. Seit 1988 werden auf der Insel E-Gitarren gefertigt in der Werkstatt von Ekki Hoffmann. Der ist aus Darmstadt nach Formentera ausgewandert und bietet Kurse an, in denen die Teilnehmenden sich ein eigenes Instrument bauen können. Meist sind es Männer, doch diesmal hat sich mal wieder eine Frau angemeldet. Nadine erfüllt sich hier einen Lebenstraum. Genau wie Uwe, der seinen Gitarrenhals aus einem ganz besonderen Stück sägt. Das edle Mahagoniholz diente einst als Tresen in der Musikerkneipe Bon Sol. Höhepunkt des Kurses: die Taufe der frisch geschleiften Gitarrenkörper im Meer. Nur so kommt der Balearensound in die Instrumente, sagt Ekki. Im Hafen von La Savina startet der Meeresbiologe Ismael Cerezo jeden Morgen Richtung Ibiza. Mit seinem Team erntet er in der Nähe der großen Schwesterinsel Neptungras. Denn hier gibt es noch riesige Wiesen der Unterwasserpflanze Posidonia Oceanica, die eine extrem wichtige Funktion im Ökosystem Mittelmeer hat. Sie filtert nicht nur das Meer, sondern kann auch besonders viel CO2 speichern, mehr als ein tropischer Regenwald. Für ein paar Ableger tauchen Ismael und seine Kollegen mehr als eine Stunde, sie gehen ganz behutsam vor, um auf keinen Fall die Pflanze nicht zu zerstören. Mit der wertvollen Fracht geht es dann zurück zu ihrer Heimatinsel. Dort flicken sie die Löcher in den Neptungraswiesen. Eine Sisyphusarbeit, die aber wichtig ist, damit das Markenzeichen von Formentera auch künftig nicht getrübt wird. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 NDR
  • Folge 401 (45 Min.)
    Große Meeresbewohner wie der Walhai sind in vielen Orten verewigt, hier auf einem Wasser-Reservoir; zahlreiche Walarten wie der Grauwal tummeln sich an den Küsten von Baja California.
    Auf dieser Halbinsel gibt es keine halben Sachen: Mexikos Baja California ragt über 1200 Kilometer in den Pazifik, ist damit eine der längsten der Erde. Hier gibt es die größten Kakteen der Welt, bis zu 20 Meter hoch. Und wohl nirgendwo sonst tummeln sich so viele Wale vor den Küsten. „mareTV“ erkundet den südlichen Teil der riesigen Halbinsel, Baja California Sur. Am Strand von Todos Santos betätigen sich Francesca Dvorak und ihre Tochter Angie als „Geburtshelferinnen“ für Meeresschildkröten. In einer Art Gewächshaus direkt am Pazifik reifen Tausende Schildkröteneier bei Idealtemperatur im künstlich erwärmten Sand heran. Durch eine klimatische Veränderung ist es hier im Winter eigentlich ein paar Grad zu kalt geworden. Da Meeresschildkröten aber durch ihren angeborenen „Kompass“ die Eier immer am selben Ort ablegen, sorgen Francesca und ihre Teamkollegen mithilfe des selbst konstruierten Strand-Treibhauses dafür, dass die Schildkrötenbabys nicht mit Missbildungen zur Welt kommen. Die Meeresbiologin Abril Villalobos hat sich auf den größten Fisch der Weltmeere spezialisiert, den Walhai. Ihre Faszination für die bis zu 14 Meter langen und 20 Tonnen schweren Planktonfresser teilt sie auch mit Besuchern. „mareTV“ ist mit an Bord, als eine Familie aus New York City unter Wasser das erste Mal auf einen riesigen Walhai trifft – und diese Begegnung wohl nicht so schnell vergessen wird. Der Straßenkünstler Elti Alejandro malt sogenannte Murales: Wandbilder mit Meeresmotiven, die zum Markenzeichen des Küstenstädtchens La Paz geworden sind. Er verziert ganze Häuserzeilen, sogar die Tanks des städtischen Wasserversorgers, und macht in der Bucht El Pulguero ein altes Haus „unsichtbar“. Durch Eltis Kunst passt sich das Gebäude perfekt an Strand und Meereshorizont an. In der Heimwerkstatt von Rosa Amelia Gerardo entstehen Walhaie und Wale als Piñatas, liebevoll gestaltete Hohlfiguren aus Pappmaché, mit Süßigkeiten gefüllt. Die Attraktion für den nächsten Kindergeburtstag in der Nachbarschaft! (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.03.2026 NDR
  • Folge 402 (45 Min.)
    Fröhliche Farbakzente zwischen Hügeln und Bergen – die kleine Hafenstadt Portree, mit gerade einmal 2000 Einwohnern, ist die Hauptstadt der Isle of Skye.
    Die Isle of Skye trägt viele mystische Namen: Nebelinsel, geflügelte Insel, Wolkeninsel. Wenn sich der Himmel öffnet, zeigt sich eine Landschaft von wilder Schönheit: schroffe Klippen, zerklüftete Berge und grüne Weiten, die bis ans Meer reichen. Es sind die Ausläufer der Highlands im Atlantik. Dementsprechend schottisch sind die See, das Wetter und der Alltag auf Skye. Am äußersten Zipfel der Insel, dort wo die Klippen ins Meer abbrechen, treibt Crofter Alan Duncan seine Schafe zusammen. Die Schur steht an und dafür müssen die Tiere von den abgelegenen Weiden auf der Halbinsel Rubha Hunish, dem nördlichsten Punkt der Insel Skye, zurück nach oben. Alan, 75 Jahre alt, kämpft sich eine rund 30 Meter steile Felskante hinunter – ständig bedroht von Steinschlag. Unten sammelt er zwischen Geröll und Atlantik die Herde ein. Dann müssen die Schafe die Klippen hinaufgetrieben werden. Alans neun Border Collies, von der genetischen Anlage her eigentlich perfekte Hütehunde, sind aber eher Gefährten als verlässliche Arbeitstiere. Also muss Alan selbst ran, Schritt für Schritt im rutschigen Hang – ein riskanter Kraftakt. Zur Stärkung gibt’s einen kräftigen Schluck Whisky. Siobhan McFarlane sucht an der Küste nach Spuren, die noch erheblich älter sind als jede Crofter-Tradition. Bei Ebbe gibt das Meer den Blick frei auf steinernen Grund und fossile Schätze: Dinosaurier-Fußabdrücke! Vor mehr als 160 Millionen Jahren stapften hier nämlich riesige Sauropoden durch eine flache Lagune. Ihr tonnenschweres Gewicht drückte sich in den weichen Sand, Ränder wölbten sich auf – genau diese Details sind bis heute erhalten. Doch Wind, Wellen und Erosion nagen an den Abdrücken. Jeder Sturm kann neue Spuren freilegen oder andere allmählich verwischen. Und dann gibt es diese seltenen Tage, an denen Skye beinahe mediterran wirkt: blauer Himmel und 30 Grad Celsius. Ausgerechnet jetzt ruft die Insel zur Härteprobe, zum Start des Glamaig Hill Race. 115 Läuferinnen und Läufer jagen einen 775 Meter hohen Geröllberg hinauf und wieder hinunter. Auch Rachel Shaw hat sich angemeldet, leidenschaftliche Bergläuferin und Kletterin. Schon der Aufstieg ist brutal, doch der Abstieg ist die Hölle: rutschiger Schotter, rollende Steine, kaum Kontrolle. Wer hier stürzt, fällt hart. Vor der Küste zieht es die Umweltaktivistin und Bloggerin Katie Tunn hinaus aufs Wasser. Als „Ocean Advocate“, Anwältin der Meere, beobachtet sie Wale, dokumentiert Sichtungen und koordiniert im Notfall Rettungseinsätze. Mit ihren Onlinevideos macht Katie sichtbar, was unter der Wasseroberfläche meist verborgen bleibt: die Verletzlichkeit des Ozeans. Auf der anderen Seite der Insel tüftelt Paul Noyce an einem technologischen Meisterwerk. In einem Schuppen voller Zahnräder, Hebel und Schrauben will er eine viktorianische Strickmaschine wieder zum Laufen bringen. Das Präzisionsgerät stammt aus einer Zeit, als Maschinen noch aus Tausenden Teilen bestanden. Eine Herausforderung, die den Elektroingenieur an seine Grenzen bringt. Wochenlang dokumentiert er jedes Detail, zerlegt die Technik und fügt alles wieder zusammen. Und dann kommt Pauls nachhaltiger Coup: Er sammelt gebrauchtes Frittenöl bei Fish-and-Chips-Läden und nutzt es als Treibstoff. Mit der Energie aus altem Frittenfett treibt der Tüftler einen Motor von 1937 an. Läuft auf der Insel. Skye is the Limit! (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 16.04.2026 NDR
  • Folge 403 (45 Min.)
    Quer über die Insel zum Weststrand – ganz ohne Diesel und Motorenöl: Die Spiekerooger Pferdebahn ist die absolut zuverlässige Verbindung auf der Schiene seit 1885.
    Keine Autos, kein Flugplatz, kein Lärm, stattdessen Wattenmeer, weite Dünen, Wind und feinster weißer Strand: das ist Spiekeroog, eine von sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln, aufgereiht vor der Küste Niedersachsens wie an einer Perlenschnur. Als sanft geschwungene Sandbank mit viel Grün blitzt das Eiland aus der Nordsee. Mittendrin die „Hauptstadt“, ein malerisches Inseldorf samt Kirche, Friesenhäusern, altem Baumbestand und ein paar Geschäften. Die einzige Pferde-Eisenbahn Deutschlands mit festem Fahrplan pendelt seit 1885 zwischen dem Ortskern und dem Weststrand. Tamme, ein gutmütiger Hengst der Rasse Irish Tinker, zieht den historischen Eisenbahnwaggon quer über die Insel. Es geht über uralte Schienen, verlegt durch saftiges Grün. „Bahnchef“ Christian Roll und Tamme sind ein tolles Team: Absolut zuverlässig und immer pünktlich transportieren sie pro Saison rund 10.000 Passagiere. Im Sommer steigt regelmäßig die legendäre Papierboot-Regatta im Hafen mit mehr als 20 schöpferischen Eigenkreationen aus Pappe. Wobei „schöpferisch“ nur allzu oft wörtlich zu nehmen ist. Die meisten Teilnehmenden gehen noch vor dem Zieleinlauf baden. Selbstverständlich wird auf Spiekeroog auch der spektakulärste Untergang prämiert. Das Spiekerooger Inselinternat Hermann Lietz-Schule hat den wohl maritimsten Lehrplan Deutschlands. In Physik wird Deichbau unterrichtet und in Geschichte geht es um die großen Entdecker Columbus und Magellan. Nicht nur trockener Schulstoff: Mit dem Plattbodenschiff „Tuitje“ fahren die Klassen raus ins Niedersächsische Wattenmeer unter dem Kommando von Segellehrer Jonathan Binder. Der ist mit allen Wassern gewaschen und ganz nebenbei auch noch Robbenretter bei der Inselfeuerwehr. Auch Kai Kröger hat mehrere Jobs: Hotelier, Cafébetreiber, stellvertretender Gemeindebrandmeister und Glöckner der schmucken historischen Kirche. Wenn es dunkel wird, streift er mit seiner Kameraausrüstung über die Insel, um den Sternenhimmel einzufangen. Das geht auf Spiekeroog besonders gut. Seit die komplette öffentliche Beleuchtung umgerüstet wurde, darf sich die sanft geschwungene Sandbank in der Nordsee Sterneninsel nennen, ausgezeichnet mit dem Qualitätsprädikat „lichtarm“ und offiziell zertifiziert von der Dark Sky Association. Spiekeroog: Eine kleine Insel greift nach den Sternen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 07.05.2026 NDR
  • Folge 404 (45 Min.)
    Wie lange noch? Sander Cederholm Lemming will später seinen Enkeln vom Pfahlsitz-Wettbewerb erzählen – und natürlich am liebsten, dass er gewonnen hat.
    Mit diesem Eiland haben die Dänen einfach Glück. Als, auf Deutsch: Alsen, ist eine der schönsten Inseln des Landes. Der Alsensund, die Meerenge, macht den Unterschied. Gleich dahinter beginnt das Inselfeeling: „mareTV“ taucht ein in eine Welt voller Fjorde, Seen und Salzwiesen – ein Fleckchen Erde mit ganz eigenem Zauber. Einer der längsten Küstenwälder des Landes und einladende kleine Häfen prägen diese Insel am Rande der Dänischen Südsee. Ganz im Westen liegt das Hafenstädtchen Sønderborg, wo die Geschichte der Grenzregion lebendig bleibt. Auf Als zählt vor allem eines: hygge, jene Mischung aus Gelassenheit und herzlicher Gemeinschaft, die so unnachahmlich ist in Dänemark. Und es werden skurril sympathische Traditionen gepflegt: „Sitzfleisch beweisen“ heißt es beim Highlight des Jahres im Hafen von Mommark: Vier Tage und drei Nächte lang harren mutige Männer hier auf Holzpfählen aus – bei Wind und Wetter. Wer ins Wasser fällt, verliert. Werden Sander, Kevin, Mathias und Casper die 72 Stunden sitzend gut überstehen? Wer von ihnen geht baden? Sitzfläche exakt 20 mal 20 Zentimeter! Es ist ein wahrhaft harter Kampf um 3000 Euro Siegprämie und die Ehre, als Legende vom Pfahl zu steigen. Ihr Ziel ist der Titel der Königin: Gitte Brink Kjeldstrøm Lønborg ist absolut verrückt nach Ringreiten, dem Traditionssport der Region. Im Galopp muss sie mit einer Lanze Metallringe aufspießen, das kleinste Loch misst im Durchmesser gerade mal fünf Millimeter. Das größte Ringreiter-Turnier Skandinaviens lockt auf der Insel Als über 40.000 Besucher. Gittes Familie hat die Klappstühle ausgepackt und fiebert bei Kaffee und Kuchen mit: Hygge muss sein, selbst am Wettkampftag. Neuanfang zwischen Segeltuch und Hühnerstall: Der ehemalige Lehrer Volker Hinrichsen hat die Sicherheit der deutschen Beamtenlaufbahn gegen die Freiheit auf Als getauscht. Heute fertigt er als leidenschaftlicher Segelmacher vor allem maßgeschneiderte Verdecke für Jachten. Volker genießt das entschleunigte Leben im Nachbarland. Für ihn und seine Familie ist der Umzug rundum geglückt. „In Dänemark zählt nicht der Status, sondern dass man anpackt und sich einbringt in die Gemeinschaft“, schwärmt er. Zusammenhalt wird auch am südlichen Ende der Insel Als, direkt beim markanten Leuchtturm von Kegnæs, gelebt: Dort betreibt die Gemeinde Sønderborg ein Haus, in dem sich Kriegsveteranen erholen können. Fürsorglich kümmert sich der dänische Staat um seine Soldaten, die bis heute mit einer posttraumatischen Belastungsstörung kämpfen. Kim Hock Andersen, selbst Veteran und an PTBS erkrankt, ist der Koordinator dieses Ortes. In der Erholungsstätte mit schönstem Ostseeblick tanken sie gemeinsam Kraft und schöpfen wieder Lebensmut. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 21.05.2026 NDR
  • Folge 405 (45 Min.)
    Die Stadtplaner von Rotterdam setzen auf moderne, futuristische Architektur. Sogar Kunstdepots sind in der Hafenmetropole Kunst.
    Geprägt von der Nordsee und dem größten Hafen Europas, durchzogen von Wasser: Die kühne Architektur Rotterdams spiegelt den kreativen Eigensinn der Bewohner der niederländischen Stadt. Futuristische Bauwerke grenzen an historische Hafenbecken, hier finden altes Handwerk und unkonventionelle Ideen ihren Platz. Eine Metropole im ständigen Wandel. Nach der fast vollständigen Zerstörung im Jahr 1940 setzte Rotterdam auf Aufbruch statt Rückblick und hat mit mutiger, moderner Architektur eine ganz neue, unverwechselbare Skyline geschaffen. Im Alten Hafen (Oude Haven) haben Fay de Grefte und Mickey Linskens auf einem betagten Lastenboot ihr Zuhause gefunden gemeinsam mit ihren Enten Eckart und Laotse. Fay jobbt in einem Secondhandladen, Mickey ist dort angehender Hafenmeister. Mithilfe von YouTube-Videos wagen sich die beiden an den Neubau eines riesigen Ruderblattes für ihr altes Boot. Wie Zukunft auf dem Wasser aussehen kann, zeigt Minke van Wingerden mit ihrem schwimmenden Kuhstall mitten im Hafen. 30 Rinder leben dort auf einer Hightech-Farm, versorgt von Robotern und automatisierten Melksystemen. Aus ihrer Milch entstehen direkt an Bord Käse, Joghurt und Butter. Der Modellversuch für eine zentrale Lebensmittelproduktion hat durchaus hohe Wellen geschlagen, Minke empfängt gerade eine Delegation aus Afrika. 28.000 Hochseeschiffe liefen Rotterdam vergangenes Jahr an, gut eine halbe Million Seeleute kommen so nach Rotterdam. Um einige von ihnen kümmert sich Hafenpastorin Helene Perfors, sie hält Gottesdienste an Bord und spendet Trost im harten Alltag fern der Familie. Und abends lädt Helene in ihren Seemannsclub zu Suppe und Karaoke, philippinische Hits und ein scharfer Eintopf vermitteln ein bisschen Heimatgefühl am Rande des Welthafens. Einmal im Jahr wird die Vielfalt Rotterdams gefeiert. Beim Sommerkarneval tanzen Gruppen mit karibischen Wurzeln durch die Straßen in farbenprächtigen, oft aus nachhaltigen Materialien gefertigten Kostümen. Fast eine Million Menschen kommen zu diesem Fest der Kulturen. Vor den Toren der Stadt drehen sich seit Jahrhunderten alte Windmühlen, sie dienen dem Kampf gegen das Wasser. Mandie Noorlander und ihr Vater halten eine historische Pumpmühle in Betrieb und pflegen auch die berühmten Mühlen von Kinderdijk. In den Niederlanden sind Windmühlen nicht nur Folklore, sondern gelebter Hochwasserschutz. Und Rotterdam ist eine Hafenstadt, die das Meer vor der Haustür einfallsreich nutzt und seinen Fluten clever trotzt. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 04.06.2026 NDR
  • Folge 406 (45 Min.)
    Wellen, Wald und ordentlich Wind: Die lettische Westküste ist rau und dünn besiedelt – ein vom Massentourismus noch weitgehend unentdecktes Naturjuwel.
    270 überraschende Kilometer! An Lettlands Westküste, geprägt von Steilküsten und dichten Kiefernwäldern, sagt das Meer die Zukunft vorher! „mareTV“ berichtet über ein unentdecktes Stück Ostseeküste mit jugendlicher Aufbruchstimmung und ganz viel unberührter Natur. Im Dorf Jurkalne findet das berühmteste Mittsommerfest ganz Lettlands statt. Für Luize Svilpe, Fotografin und Studierende, gehört nicht nur das Flechten der Blumenkränze als Kopfschmuck dazu. Sie liebt es, ihre aufwendige Tracht an diesem Abend zu tragen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Ritual mit dem brennenden Kranz, der von der Klippe gestoßen wird: Erreicht dieser das Meer, soll das Jahr gut werden. Luize studiert in der Hauptstadt Riga. Aber die Verbundenheit zu ihrem Heimatdorf ist so groß, dass sie schon jetzt weiß: irgendwann wird sie hier wieder leben. Die Ostsee nimmt sich unaufhörlich Land an Lettlands Küste. Dafür sorgen die kräftigen Westwinde, immer häufiger auch stärkere Stürme. Jährlich gehen so rund 15 Hektar verloren. Bei Bernati hat das Meer schon Häuser, Straßen, sogar einen Leuchtturm „verschlungen.“ Das Grundstück von Ernests Šliseris befindet sich nah an der Kliffkante. Doch schon seit über 60 Jahren trotzt er mit einem selbst gebauten Wall aus Bauschutt und Treibholz Wind und Wellen. Ein Lette lässt sich so schnell nicht vertreiben. Der Stadtteil Karosta in der Küstenstadt Liepaja ist ein besonderer Ort. Verfallene Festungsanlagen, ehemalige Kasernen-Plattenbauten und ein berüchtigtes Militärgefängnis prägen das Bild. Karosta war schon unter den Zaren, später dem Sowjet-Regime, ein wichtiger Stützpunkt der Kriegsmarine – stets streng abgeschottet. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Unabhängigkeit Lettlands blieben Tausende Matrosenfamilien isoliert zurück. Auch heute noch sprechen die meisten Jugendlichen nur Russisch, fühlen sich gesellschaftlich abgehängt. Anastasija, Jekaterina und Elza setzen ein Zeichen: Sie malen das Logo ihres Jugendprojekts „House of Hope“ an eine Wand des ehemaligen Militärgefängnisses. Ausgerechnet diese soziale Einrichtung musste Karosta aus Geldmangel verlassen und existiert heute nur noch im Zentrum von Liepaja – fern von dem Ort, an dem sie besonders gebraucht würde. Einen Logenplatz an Lettlands Westküste hat Tatjana Vešnakova. Sie ist die Wärterin des Leuchtturms Akmenrags. Neben der grandiosen Aussicht über die offene Ostsee gestattet der Arbeitsplatz auch noch Zeit für ihr geliebtes Hobby: das Sammeln von Bernstein. Tatjana zieht bevorzugt nachts los. Ausgerüstet mit einer UV-Lampe, wird sie so häufig schnell fündig. Denn das „Gold der Ostsee“ leuchtet unter fluoreszierendem Licht grellweiß auf. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 18.06.2026 NDR

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