• Folge 409 (45 Min.)
    Was früher ein Gemetzel war, geht heute deutlich unblutiger vonstatten: Die Thunfische werden bereits unter Wasser von Tauchern mit gezielten Bolzenschüssen betäubt. Früher hievte man die Tiere zur Schlachtung an Bord, wo sie einem qualvollen Todeskampf ausgesetzt waren. – Bild: NDR/​Florian Melzer
    Was früher ein Gemetzel war, geht heute deutlich unblutiger vonstatten: Die Thunfische werden bereits unter Wasser von Tauchern mit gezielten Bolzenschüssen betäubt. Früher hievte man die Tiere zur Schlachtung an Bord, wo sie einem qualvollen Todeskampf ausgesetzt waren.
    Die Costa de la Luz ohne Bettenburgen oder Ballermann-Flair ist der wilde Westen von Andalusien. Ihren Namen verdankt sie dem hellen Licht, das ihre weiß gekalkten, vom maurischen Stil geprägten Städte und Dörfer wie Cádiz oder Vejer de la Frontera strahlen lässt. Denn die stetige Atlantikbrise sorgt meist für klare Sicht und viel Sonne entlang der endlosen Strände und Dünen. Juan Benítez ist in Barbate geboren, er kennt die Almadraba, die traditionelle Methode des Thunfischfangs, von klein auf. Heute ist er Leiter der Thunfisch-Taucher. Sie kontrollieren die Netze, reparieren sie und erlegen nur so viele Exemplare, wie die Quote es erlaubt per Bolzenschussgerät und nicht wie früher mit Messern und Haken. Das alles streng kontrolliert von der Fischereibehörde, die immer mit auf dem Wasser ist. Zunächst verabscheute Sofía Ruiz die japanische Braunalge Rugulopteryx okamurae, denn die invasive Art verdrängt die Flora und Fauna an ihrer Heimatküste. Doch dann kam der Meeresbiologin die Idee, die Alge als Grundstoff für nachhaltige Verpackung zu nutzen. Mit viel Unternehmer-Enthusiasmus sammelt, reinigt, trocknet und presst sie das Meeresmaterial zu stabilen Behältnissen, die im Supermarkt dann zum Beispiel die Plastiktüten für das Obst ersetzen sollen. Es ist Fohlenzeit in der Doñana – und das bedeutet für die Yegüeros Stress. Joaquín Ruiz macht sich mit seinen Cowboy-Kollegen auf den Weg in die Feuchtgebiet Las Marismas de Barbate, die weitläufige Sumpflandschaft, um dort zwei Fohlen wieder in ihre Herde zu integrieren. Die jungen Wildpferde wurden außerhalb der Doñana medizinisch behandelt und sollen nun zu ihren Artgenossen zurückkehren. Doch in der unwirtlichen Marismas de Barbate ist es gar nicht so einfach, die richtige Herde aufzuspüren. In dem rund 500 Quadratkilometer großen Nationalpark leben gleich mehrere davon mit Tausenden Tieren. Durch die Meerenge von Gibraltar weht praktisch immer ein kräftiger Wind, entweder der Poniente von Westen oder der Levante aus östlicher Richtung. Das macht die Stadt Tarifa zum Mekka für Wassersportbegeisterte. Solche, die eher wegen des lässigen Lifestyles an den zahllosen Beachbars abhängen oder solche wie Nia Suardíaz. Die Deutsch-Spanierin lebt nur wenige Minuten vom Strand entfernt und hat durch ihre surfbegeisterten Eltern praktisch das Meer im Blut. Bereits mit vier Jahren stand sie das erste Mal auf dem Board. Als Jugendliche kam sie zur aufstrebenden Disziplin Wingfoiling, mit 16 war sie plötzlich die jüngste Weltmeisterin in der Geschichte dieser Sportart. Nun ist sie auf dem Sprung zum Profi und trainiert gerade hart an neuen waghalsigen Tricks. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 15.10.2026 NDR
  • Folge 410 (45 Min.)
    Bergen: eingerahmt von sieben Gipfeln, umgeben von spektakulären Fjorden gilt sie bei vielen als schönste Stadt Norwegens. Berühmt ist sie auch für ihre Holzhäuser: Einst errichteten deutsche Hansekaufleute die Kontore im Hafenviertel Bryggen, heute gehören sie zum UNESCO-Welterbe. Doch sie sind eine Dauerbaustelle. Feuchtigkeit lässt das Holz verrotten, der weiche Untergrund die Gebäude absacken. Der Zimmermann Victor Marshall Tweiten restauriert die jahrhundertealten Häuser fast so wie damals: mit Axt, Augenmaß und viel Geduld. Alte Schnittspuren im Holz verraten ihm noch heute, wie seine Vorgänger gearbeitet haben. Mit seiner Frau und drei Kindern lebt Victor am Hardangerfjord auf gerade einmal 45 Quadratmetern. Deshalb zimmert er ein neues Familienhaus aus den Balken zweier betagter Häuser, die abgerissen werden mussten. Holz mit Historie und dank Victor auch mit Zukunft. Maria Pile Svåsand hat ihren Job gekündigt, um das alte Bücherboot „Epos“ zu retten. Schon ihre Eltern waren fast zwei Jahrzehnte lang mit dem Schiff unterwegs und brachten Bücher in entlegene Buchten und auf kleine Inseln. Seit 2022 organisiert Maria Lesungen an Bord, um das Schiff zu erhalten. An diesem Tag geht es sechs Stunden durch die Fjordwelt in ihren Heimatort Strandebarm. Dort wuchs auch Literaturnobelpreisträger Jon Fosse auf, aus einem seiner Werke wird gelesen. Viele der Besucher kennen die „Epos“ noch als schwimmende Bibliothek aus ihrer Kindheit. Die Bergensbanen ist die Zugverbindung zur Hauptstadt Oslo, vor Bergen schlängelt sie sich zwischen Fjord und Felswand entlang. Immer wieder lösen sich hier Steinbrocken oder gleich ganze Felsen. Die Geologin Trine Helle Simmenes sorgt dafür, dass sie nicht auf die Gleise stürzen. Mit ihrem Team sucht sie gefährdete Stellen, im Hubkorb des Arbeitszuges geht es ran an die Felswand. Der Klopftest zeigt Trine: locker oder fest. Nach Feierabend kümmert sie sich um ihre 50 Schafe. Den uralten Familienhof hat Trine mithilfe ihrer Ersparnisse und einem Kredit gerettet. Wildlachs ist in Norwegen mehr als ein Fisch, er ist Kulturgut. Doch seine Bestände sind auch rund um Bergen stark zurückgegangen. Biologe Tore Wiers untersucht, welche Rolle die Lachsläuse aus den großen Zuchtfarmen dabei spielen. Dafür setzt er jungen Wildlachsen winzige Sender ein und gibt ihnen Geleitschutz: 150 Exemplare schwimmen in einer Netzreuse hinter Tores kleinem Zehn-PS-Boot her. Vier Stunden lang lotst er sie in ihrer natürlichen Wandergeschwindigkeit durch die Fjorde – mit Abstand zu den Zuchtfarmen und deren Parasiten Richtung Nordsee. Dann entlässt Tore sie in die Freiheit und hofft, dass möglichst viele von ihnen als ausgewachsene Lachse zurückkehren in die atemberaubende Natur rund um Bergen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 NDR

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