Thailands Elefanteninsel – Koh Chang im Lichtermeer
Folge 399 (45 Min.)
Ein hundert Jahre alter Holz-Bottich und Baseballschläger-artige Stößel: Sunanta (links) und ihre Köchin Fern zerstampfen die kleinen Shrimps zu einer cremigen Würzpaste, die hier „Kapi“ heißt.Bild: NDR/Julian RingerIm äußersten Osten Thailands liegt eine Dschungelinsel, deren Ursprünglichkeit manchen an das Land vor dem Tourismusboom erinnert. Rund zwei Drittel der Fläche von Koh Chang ist noch von dichtem Regenwald bedeckt. Die „Elefanten-Insel“, so die direkte Übersetzung ihres Namens, zählt zu den am besten erhaltenen Waldgebieten Südostasiens. Doch völlig unberührt blieb auch Koh Chang nicht und mancherorts ist richtig was los. Die Frauen von Salakphet treffen sich am buddhistischen Tempel. Sie wollen Krathongs basteln, kleine Flöße aus Bananenblättern, für den großen Feiertag Loy Krathong, das thailändische Lichterfest.Verziert mit Blüten und Kerzen, werden die Flöße in der Vollmondnacht des zwölften Monats des thailändischen Mondkalenders von der Pier aufs Meer gesetzt, um alle Sorgen und Nöte davonzuschicken. Goy ist aufgeregt: Ihr Mann Lan nimmt wie jedes Jahr am Krathong-Wettbewerb teil. Beim Lichterfest wird das schönste Floß prämiert. Wird Lan seinen Titel vom letzten Jahr verteidigen können? Sunanta, genannt Mam, hat mit ihrer Köchin Fern kleine rote Kirschgarnelen getrocknet. Daraus stellen sie die traditionelle Garnelenpaste her, die Bestandteil jedes Thai-Currys ist. In einem 100 Jahre alten Holzbottich stampfen sie die kleinen Shrimps mit baseballschlägerartigen Stößeln zu einer cremigen Würzpaste, die hier Kapi heißt. Die muss sechs Monate lang fermentieren, bevor sie die perfekte Qualität hat. Wann sie fertig ist, erkennt Mam am strengen Geruch. In ihrem kleinen Seafood-Restaurant auf Stelzen serviert sie den Gästen traditionelle Thai-Speisen mit Kapi in allen Variationen. Die Ostseite der Insel ist kaum vom Tourismus berührt. Im Fischerdorf Salak Khok scheint die Zeit stillzustehen. Die Fischer leben in offenen Häusern in den Mangrovensümpfen und halten am traditionellen Lebensstil fest. Um aber auch ein paar zahlende Besucher in die Gegend zu locken, bieten sie romantische Gondelfahrten durch die Mangrovenkanäle an. Die Idee: sanfter Tourismus, der die Umwelt nicht zerstört. Dafür haben die Dorfbewohner eine Kooperative gegründet. Jeder bringt ein, was er kann: Geld oder Arbeitskraft. Alle Einnahmen werden geteilt und Grundstücke auf keinen Fall an Investoren verkauft. So will die Dorfgemeinschaft ihren traditionellen Lebensstil bewahren. Mo Herbier und das Team der Tierschutzgesellschaft Animal Welfare fahren ihre Morgenrunde, um die Straßenhunde von Koh Chang zu füttern. Etwa 3500 Streuner leben in den Wäldern und Dörfern der Insel. Die spendenfinanzierte Organisation, die eine Schweizerin mit Einheimischen gegründet hat, kümmert sich um Kastration, Impfungen. Die Tiere werden aufgepäppelt und dann zur Adoption freigegeben. Der Help Point ist eine Art Erholungsheim für gelähmte und kranke Hunde. Mit den kleinen Patienten gehen die Tierschützer Gassi zum Wasserfall oder machen sogar einen Mopedausflug ans Meer – Hundetransport im Beiwagen. Ein Strandbesuch mit Bad im Meer ist für den gelähmten Hund Honey der Höhepunkt des Tages. Am Lonely Beach scheint ein größeres Schiff am Strand zu liegen, Musik hallt von dort herüber. Die abenteuerliche Konstruktion ist absolut nicht seetüchtig. Der Bug, gebaut aus Treibgut und Meeresmüll, gehört zur Rude Boy Bar. Ihr Betreiber Chaiwat, genannt Leo, fährt an diesem Tag mit seinem kleinen Fischerboot raus, um das Frühstück für die Familie zu besorgen. Leo ist Speerfischer und will möglichst nichts kaufen. Das Meer bietet ihm alles: Nahrung und auch Baumaterial. Ständig ist er dabei, seine Recycling-Bar weiter zu verschönern. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Do. 19.02.2026 NDR Formentera – Baleareninsel mit Karibikflair
Folge 400 (45 Min.)Diese Insel der Balearen ist berühmt für ihr Wasser! Kristallklar und türkisfarben ist das Mittelmeer hier, dafür sorgen die riesigen Neptungraswiesen. Und so wird Formentera auch liebevoll „die kleine Karibik“ genannt. Ruhig und entspannt geht es zu. Mit viel Natur und ganz ohne Ballermann zieht die Baleareninsel seit Jahrzehnten Lebenskünstler, Hippies und Prominente an. In der Cala Saona gibt es einen ganz besonderen Lieferservice: Joel Vilson bringt per Speedboat Essen à la carte aus dem Strandrestaurant zu den Jachten, die hier vor Anker liegen.Geordert wird von Bord aus, meist über den Funkkanal 72, gezahlt wird per App. Und dann balanciert Joel riesige Paella-Pfannen auf dem Kopf quer durch die Bucht, eine Hand am Außenborder, die andere am Pfannenrand. Heikel ist vor allem der Moment, wenn Joel das Essen über die Bordwand reicht, trotzdem bleibt er tiefenentspannt, hat immer einen Spruch auf den Lippen. Und wenn er die leere Pfanne wieder abholt, übt er den Balanceakt komplett freihändig. Sol Courreges Bone hat eine Mission: Die Künstlerin will die Strände ihrer Insel sauber halten. In einer selbst gebastelten Maschine filtert sie tagein tagaus den Sand. Für die anstrengende Handarbeit sucht sie immer Mitstreiter am Strand, an diesem Tag helfen ein Italiener und sein kleiner Sohn. Aus den gefilterten Fundstücken fertigt sie in ihrem Atelier ganz unterschiedliche Kunstwerke, manchmal sogar seemannshohe Skulpturen. Bekannt ist Sol aber vor allem für ihre Fischschwarm-Bilder. Dabei schneidet sie jedes Fischlein mühsam aus Getränkedosen. Und natürlich hat sie auch die am Strand gesammelt. Auf der ganzen Welt hängen ihre Werke bei Formentera-Fans an der Wand. Seit 1988 werden auf der Insel E-Gitarren gefertigt in der Werkstatt von Ekki Hoffmann. Der ist aus Darmstadt nach Formentera ausgewandert und bietet Kurse an, in denen die Teilnehmenden sich ein eigenes Instrument bauen können. Meist sind es Männer, doch diesmal hat sich mal wieder eine Frau angemeldet. Nadine erfüllt sich hier einen Lebenstraum. Genau wie Uwe, der seinen Gitarrenhals aus einem ganz besonderen Stück sägt. Das edle Mahagoniholz diente einst als Tresen in der Musikerkneipe Bon Sol. Höhepunkt des Kurses: die Taufe der frisch geschleiften Gitarrenkörper im Meer. Nur so kommt der Balearensound in die Instrumente, sagt Ekki. Im Hafen von La Savina startet der Meeresbiologe Ismael Cerezo jeden Morgen Richtung Ibiza. Mit seinem Team erntet er in der Nähe der großen Schwesterinsel Neptungras. Denn hier gibt es noch riesige Wiesen der Unterwasserpflanze Posidonia Oceanica, die eine extrem wichtige Funktion im Ökosystem Mittelmeer hat. Sie filtert nicht nur das Meer, sondern kann auch besonders viel CO2 speichern, mehr als ein tropischer Regenwald. Für ein paar Ableger tauchen Ismael und seine Kollegen mehr als eine Stunde, sie gehen ganz behutsam vor, um auf keinen Fall die Pflanze nicht zu zerstören. Mit der wertvollen Fracht geht es dann zurück zu ihrer Heimatinsel. Dort flicken sie die Löcher in den Neptungraswiesen. Eine Sisyphusarbeit, die aber wichtig ist, damit das Markenzeichen von Formentera auch künftig nicht getrübt wird. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 NDR Baja California Sur
Folge 401 (45 Min.)Auf dieser Halbinsel gibt es keine halben Sachen: Mexikos Baja California ragt über 1200 Kilometer in den Pazifik, ist damit eine der längsten der Erde. Hier gibt es die größten Kakteen der Welt, bis zu 20 Meter hoch. Und wohl nirgendwo sonst tummeln sich so viele Wale vor den Küsten. „mareTV“ erkundet den südlichen Teil der riesigen Halbinsel, Baja California Sur. Am Strand von Todos Santos betätigen sich Francesca Dvorak und ihre Tochter Angie als „Geburtshelferinnen“ für Meeresschildkröten.In einer Art Gewächshaus direkt am Pazifik reifen Tausende Schildkröteneier bei Idealtemperatur im künstlich erwärmten Sand heran. Durch eine klimatische Veränderung ist es hier im Winter eigentlich ein paar Grad zu kalt geworden. Da Meeresschildkröten aber durch ihren angeborenen „Kompass“ die Eier immer am selben Ort ablegen, sorgen Francesca und ihre Teamkollegen mithilfe des selbst konstruierten Strand-Treibhauses dafür, dass die Schildkrötenbabys nicht mit Missbildungen zur Welt kommen. Die Meeresbiologin Abril Villalobos hat sich auf den größten Fisch der Weltmeere spezialisiert, den Walhai. Ihre Faszination für die bis zu 14 Meter langen und 20 Tonnen schweren Planktonfresser teilt sie auch mit Besuchern. „mareTV“ ist mit an Bord, als eine Familie aus New York City unter Wasser das erste Mal auf einen riesigen Walhai trifft – und diese Begegnung wohl nicht so schnell vergessen wird. Der Straßenkünstler Elti Alejandro malt sogenannte Murales: Wandbilder mit Meeresmotiven, die zum Markenzeichen des Küstenstädtchens La Paz geworden sind. Er verziert ganze Häuserzeilen, sogar die Tanks des städtischen Wasserversorgers, und macht in der Bucht El Pulguero ein altes Haus „unsichtbar“. Durch Eltis Kunst passt sich das Gebäude perfekt an Strand und Meereshorizont an. In der Heimwerkstatt von Rosa Amelia Gerardo entstehen Walhaie und Wale als Piñatas, liebevoll gestaltete Hohlfiguren aus Pappmaché, mit Süßigkeiten gefüllt. Die Attraktion für den nächsten Kindergeburtstag in der Nachbarschaft! (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Do. 19.03.2026 NDR
