• Folge 407 (45 Min.)
    Sie sind noch nicht so bekannt wie Kreta, Santorin oder Mykonos, doch bei den Griechen selbst stehen die Saronischen Inseln längst hoch im Kurs. Geprägt von Vulkanen liegen die sieben Eilande und eine Halbinsel zwischen Athen und dem Peloponnes und haben all das, was das Land ausmacht: antike Tempelanlagen, türkisfarbenes Wasser, kleine Fischerdörfer, gastfreundliche Menschen. Lakis Roussos pendelt mit seinem Taxi-Boot zwischen der Insel Poros und dem Festland. Er ist Teil einer ganzen Armada von Wassertaxis. Gerade mal 300 Meter liegen zwischen den Ufern. Früher war Lakis Fischer. Er hat sein Boot zur Mini-Fähre umgebaut und schippert nun Tag für Tag Passagiere, Waren oder auch mal ein Moped über die Meerenge. Thanassis Makarantzi kämpft auf Ägina mit der Hitze. Ganz vorsichtig muss er die Pistazien von den Ästen seiner 200 Bäume klopfen, die Ernte ist in vollem Gange. Die kleine Insel hat einen großen Anteil an der griechischen Pistazienproduktion. Der Höhepunkt des Jahres ist das große Pistazien-Festival, auf dem auch Familie Makarantzi einen Stand hat. Drei Tage lang wird gefeiert. Auf der Halbinsel Methana versucht Pavlos Chatziperos, ein Stück Kurtradition wiederzubeleben. 2017 mussten die berühmten Thermalbäder wegen Hygienemängeln schließen, daraufhin sanierte Pavlos mit einer Gruppe von Freiwilligen eine antike Quelle direkt am Meer. Und so baden Einheimische und Besucher heute wieder im warmen Wasser – gegen eine kleine Spende. Über den Dächern von Poros führt Familie Spirtzis das Cinema Diana, ein Open-Air-Kino. Alle müssen ran: Tochter Sofia verkauft Zuckerwatte und Popcorn, ihr Bruder Dimitris kümmert sich um Technik und Filmplakate, während Vater Vaggelis auf volle Reihen hofft. Sein Großvater hat das Kino am Hafen einst gegründet, vor ein paar Jahren haben Vaggelis und seine Frau investiert: französische Komödien oder Hollywood-Blockbuster kommen jetzt digital auf die riesige Leinwand. Im Norden Äginas macht Jordan Kanonis Schiffe wieder flott. Er und sein Team reparieren, streichen und improvisieren. Dabei haben sie immer das Wetter im Blick. Jordans Werft ist auch eine Selbsthilfewerkstatt. Fischer Nicos muss sein Boot rechtzeitig wieder seetüchtig bekommen, bevor der Wind dreht. Doch dann springt der Motor nicht an … (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 03.09.2026 NDR
  • Folge 408 (45 Min.)
    Amrum: Die kleine unter den großen Nordfriesischen Inseln hat ihren ganz eigenen Takt. Beschaulicher als auf Sylt oder Föhr. Zwischen Kniepsand, Dünen und Dorfstraßen erzählen Menschen vom Leben auf Amrum – eigensinnig, einfallsreich und mit trockenem Humor. Am 15 Kilometer langen Kniepsand, einem der größten Sandstrände Europas, bereitet sich der Strandkorbvermieter Nils Randow auf die Hauptsaison vor. Eigentlich will er endlich das Fundament für den neuen Werbeaufsteller buddeln. Doch irgendwas kommt immer dazwischen: Kaffee-Bestellungen, Sonderwünsche von Stammgästen, die Anmietung des elektrischen Strandrollstuhls. Und dann muss Nils noch Korb 584 mit dem Trecker zur Dünenschule liefern. Die Schule gehört zur Rehafachklinik Satteldüne. 1928 wurde das ehemalige Kurhaus zur Kinderheilstätte, zunächst spezialisiert auf Knochenerkrankungen, später kamen vor allem junge Menschen mit Lungenbeschwerden. Heutzutage erholen sich hier Kinder mit unterschiedlichen chronischen Krankheiten und drücken nebenbei die Schulbank, damit sie nicht den Anschluss verlieren. Ute Feddersen-Hansen unterrichtet seit ein paar Wochen eine Klasse, in der vor allem Kinder mit psychosomatischen Beschwerden sind: „Praktisch alle gehen glücklicher nach Hause, als sie gekommen sind“, schwärmt die Lehrerin. Nach Feierabend zieht es Ute zur Probe der Trachtengruppe, eine Institution auf der Insel. Einst waren die Trachten Statussymbol reicher Seefahrerfamilien. Bis heute tragen sogar Amrumer Teenager sie voller Stolz. So wie die 13-jährige Nina. Einmal in der Woche übt sie mit der Jugendgruppe Tänze ein, denn bald steht der große Auftritt beim Molenfest in Steenodde zu Ehren der historischen Windmühle an. Draußen auf der Nordsee kämpfen ein paar Ruderer mit den Wellen. Die Truppe um Tobias Wischer kommt mehrfach im Jahr aus Berlin nach Amrum zum Coastal Rowing. Beim Küstenrudern gilt: je rauer, desto besser. Tobias ist einer der Pioniere dieser neuen Sportart, veranstaltet auch internationale Regatten auf Amrum. Und wenn das Leben auf der Insel dann abends zur Ruhe kommt, öffnet Jan von der Weppen seine legendäre Kneipe Blaue Maus. Er ist spezialisiert auf Whiskey, mehr als 1200 Sorten hat er bereit zum Ausschank. Seit diesem Sommer bietet er auch noch eine eigene Rum-Marke an. Dafür hat Jan verschiedene Rumsorten roh verschnitten, mit tropischen Früchten aromatisiert und die Fässer monatelang auf dem Fahrgastschiff M/​S „Eilun“ deponiert und durchschaukeln lassen. Die von der Nordsee bewegte Spirituose muss er nun in Flaschen abfüllen und mit dem Etikett versehen, gestaltet hat es ein Inselkünstler. Prost: auf Amrum! (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Do. 17.09.2026 NDR

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