zurückMiniserie in 4 Teilen ((II) Nirgendwo ist Poenichen), Folge 1–4

    • Staffel 2 in 4 Teile gefasst
    • Folge 1

      Kriegsende 1945. „Wer nirgendwo zu Hause ist, kann überall hin“, ist das Credo der jungen, hoch schwangeren Frau nach ihrer abenteuerlichen Flucht auf dem Treck mit vier kleinen Kindern. Nach Umwegen über Kassel erreicht die kleine Familie die Burg Eyckel, das Stammschloss der Familie im Fränkischen. Man braucht endlich ein Zuhause, Weihnachten steht vor der Tür, und Maximiliane steht kurz vor der Niederkunft. Im Schloss residiert in geistiger Verwirrung Großtante Maximiliane, für die junge Maximiliane einst Namenspatin. Fast wie auf dem Quindtschen Familientag vor neun Jahren, damals noch im Reich, haben sich eine Menge Verwandte eingefunden – Heimatlose wie Maximiliane. Hier bringt sie zur ersten Friedensweihnacht ihre Tochter Mirka zur Welt. Mirkas Vater ist ein kirgisischer Soldat, dem Maximiliane auf der Flucht begegnet ist. Aber da „nirgendwo Poenichen ist“, ist der Eyckel, wo Maximiliane hart als Tagelöhnerin arbeitet, auch nur eine Zwischenstation für zwei Jahre. Sie geht mit ihren fünf Kindern nach Marburg, hier erfährt sie auch vom Tod ihrer Großeltern in Hinterpommern … 

      Christine Brückners „Poenichen“-Trilogie, die aus den Romanen „Jauche und Levkojen“, „Nirgendwo ist Poenichen“ und „Die Quints“ besteht, machte sie zu einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autorinnen. Immer wieder verglich man ihr Werk mit Fontanes Erzählstil. Christine Brückner war während des Krieges zweimal je eine Woche in Pommern gewesen. Die Eindrücke dieser Aufenthalte fanden Eingang in die Romane der Trilogie, Handlung und Personen sind Fiktion. (Text: RBB)

    • Folge 2

      Man schreibt das Jahr 1952 – es geht aufwärts in Deutschland und auch für Maximiliane von Quindt wendet sich vieles zum Besseren. Ihre Fischbratküche floriert, so dass sie sich ein Auto leisten kann. Dann folgt eine Erbschaft nach der anderen: zuerst stirbt Großtante Maximiliane und hinterlässt Burg Eyckel. Die Erbin ist allerdings sehr erleichtert, als Onkel Brandes sich bereit erklärt, sein Bier dort zu lagern und als Gegenleistung das alte Gemäuer instand zu halten. Da Mirka hier zur Welt gekommen ist, überschreibt Maximiliane ihrer Tochter den Besitz. Dann stirbt Opa Preissing und Edda erbt ein respektables Sparbuch. Großmutter von Jadow schließlich hinterlässt ihren Besitz der kleinen Viktoria, und als in Schweden ein Quindt das Zeitliche segnet, profitiert Joachim davon. Nur Golo ist bisher leer ausgegangen. Überhaupt scheint er vom Pech verfolgt zu sein. Als er in jugendlichem Leichtsinn fast das Behelfsheim der Familie in die Luft sprengt, verliert er bei diesem Unfall zwei Finger. Im Jahre 1956 entschließt sich die Familie, endlich der Einladung von Maximilianes Mutter Vera zu folgen. Mit einem Frachtdampfer landen die Quindts in Amerika. Dort mieten sie ein Auto – mit Maximiliane am Steuer – und durchqueren den Kontinent von Küste zu Küste. In Kalifornien angekommen, finden sich die sechs Pommern im Paradies wieder. (Text: RBB)

    • Folge 3

      Ende der 50er Jahre leistet Maximiliane harte Arbeit in Marburg am Fischbratstand. Die Zeit ist aber auch geprägt von schweren Schicksalsschlägen. Ihr Sohn Golo, dem die Marburger Welt nach dem langen Amerika-Aufenthalt zu eng wird, verunglückt tödlich. Die anderen Kinder verlassen eines nach dem anderen das heimatliche Nest – Joachim und Viktoria studieren in Göttingen, Mirka versucht sich als Modell und Tänzerin, Edda wird Sparkassenlehrling. Einige Jahre später begegnet Maximiliane dem um viele Jahre jüngeren Maler Ossian Schiff und erlebt noch einmal die große Liebe. Der Künstler ist fasziniert von ihrer Lebenskraft: Maximiliane ist für ihn Geliebte und Muse zugleich. Die beiden mieten ein Haus in der Toskana und leben nur noch für ihre Liebe und ihr Glück. Die Ereignisse im Mai 1968, Studentenunruhen in Berlin, machen ihnen bewusst, dass sie für ein Leben in der Idylle und ländlicher Abgeschiedenheit nicht geschaffen sind. (Text: RBB)

    • Folge 4

      Nachdem ihre Kinder das Haus verlassen haben, ist Maximiliane, ehemaliges Einzelkind auf Gut Poenichen in Hinterpommern, wieder zur „Einzelperson“ geworden. Finanzielle Sorgen hat sie nicht, sie kann es sich leisten zu reisen und tut das ausgiebig. In Berlin besucht sie ihre Tochter Viktoria. Die Studentin hält mit ihren Genossen ein leer stehendes Haus besetzt. Das Auftauchen der Mutter kommt ihr ungelegen, sie wirft Maximiliane die nationalsozialistische Vergangenheit des Vaters, den augenblicklichen Wohlstand der Familie und ihr „geringes politisches Bewusstsein“ vor. Maximiliane zieht sich zurück. 30 Jahre nach ihrer Flucht aus Pommern entschließt sie sich, in die alte Heimat zu fahren. Das Herrenhaus der Großeltern existiert nicht mehr. Aber sie findet das Dorf, in dem sie als Kind mit anderen Kindern gespielt hat. Wieder spielen Kinder auf der Dorfstraße, es sind polnische Kinder. Maximiliane erkennt, dass auch sie Heimatrecht haben. Sie kehrt nach Deutschland zurück. Endlich kann Maximiliane sesshaft werden, denn sie hat begriffen: Ihr Poenichen ist nirgendwo, es existiert nur noch in ihren Erinnerungen … (Text: RBB)

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