7 Folgen, Folge 1–7

    • Folge 1
      Mit dem programmatischen Musikvideo „Video killed the Radiostar“ von den Buggles eröffnete MTV 1981 das Zeitalter des Musikvideos. Damals glaubte niemand, dass ein Non-Stop-Clip-Programm Erfolg haben könnte. Heute genießen MTV und Musikvideos eine kaum zu überbietende Popularität. In dem Auftaktfilm zu „Fantastic Voyages“ werden frühe innovative Animations-Clips wie „Sledgehammer“ von Peter Gabriel angespielt. Anhand herausragender Arbeiten von Regisseuren wie Spike Jonze zeichnet der Film die Entwicklung zu heutigen, komplexen Bilderwelten nach.
      Dabei wird auch ein Einblick in das Spektrum an Formen gegeben: vom Performance-Clip, in dem der Star singend präsentiert wird, über das narrative Video, das in fünf Minuten eine Story mit Pointe erzählt, und hochreferenziell verdichtete Werke, die ganze Kosmen der Popkultur reflektieren, bis hin zum abstrakt-strukturellen Konzeptvideo. Spex-Autor und Musikvideo-Experte Olaf Karnik führt durch die Geschichte der ästhetischen und technischen Entwicklungen des avancierten Musikvideos. Regisseure, Musiker, Manager und Vertreter von Plattenfirmen kommen zu Wort. Der Film entwirft eine Kosmologie des Musikvideos, das wie kaum eine andere popkulturelle Erscheinungsform einen extrem prägenden Einfluss auf die Medienlandschaft der letzten 20 Jahre hatte. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereSa 30.12.20003sat
      mit: Olaf Karnik, Blixa Bargeld, Nick Cave, Markus Popp, Jonathan Glazer, Floria Sigismondi, Steve Blame
    • Folge 2
      Eine schäbige Hochhaussiedlung, eine alte Frau, die ihren Hund spazieren führt, ein liegengelassener Fernseher, der zu Leben erwacht. Er gebiert das angstverzerrte Gesicht einer schreienden Figur. Deren Lockruf „Come to Daddy“ lässt eine Horde von Kindern ausbrechen, die alle die Visage von Richard D. James (Aphex Twin) haben und auf die alte Frau losgehen… „Come to Daddy“ ist eine verstörende Albtraum-Vision von Star-Regisseur Chris Cunningham, dem es in diesem Video für Aphex Twin virtuos gelingt, Rhythmus, Sound und Stimmung der Musik visuell zu reproduzieren. „Fantastic Voyages“ führt in das Reich der Geister, Monster, Doppelgänger und Kampfmaschinen und zeigt Albtraum-Szenarien, die von Kontrollverlust, Verfolgungsjagden und Körper-Deformationen handeln.
      Die sechs musikalischen Horror-Kurzfilme werden von der Filmwissenschaftlerin Heike-Melba Fendel und dem Philosoph und Psychoanalytiker Slavoj Zizek kommentiert. Dabei werden unter anderem folgende Fragen aufgeworfen: Kennen die gezeigten Albtraum-Fantasien Helden? Welcher archaischen Muster bedienen sich die Regisseure in ihren Horrorvisionen? Hat die Musik im Zusammenspiel mit den visuellen Entwürfen möglicherweise auch eine therapeutische Qualität? (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereMo 08.01.20013sat
      Kommentar: Heike-Melba Fendel (Filmwissenschaftlerin) und Slavoj Zizek (Psychoanalytiker)
    • Folge 3
      „Space is the Place“ ist der Titel eines Films aus den 70er Jahren, in dem sich der afro-amerikanische Musiker Sun Ra als Außerirdischer inszeniert. Der Weltraum wird in diesem Film sowohl als Metapher eines durch die Sklaverei verlorenen Ursprungs begriffen als auch als utopischer Ort der Befreiung. Das Raumschiff, auch „Mothership“ genannt, ist ein wiederkehrendes Bild in der afro-futuristischen Mythologie, das auch in vielen Musikvideos auftaucht. Die dritte Folge von „Fantastic Voyages“ führt buchstäblich ins All und entwirft eine Kosmologie, die von Raumschiffen, Aliens und Ufos bevölkert ist. Mit den Pop-Theoretikern Diedrich Diederichsen und Kodwo Eshun erkundet „Fantastic Voyages“ eines der Lieblingsmotive der Popkultur und deckt Bezüge zwischen den Weltraumfantasien der elf Musikvideos auf. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereMo 15.01.20013sat
    • Folge 4
      Von im Takt der Musik schlagenden Garagentoren bis hin zu digital animierten Formen, Linien und Flächen im Farbenrausch – die Folge „Befreite Bilder“ beschäftigt sich mit besonders gelungenen Beispielen abstrakter, struktureller und experimenteller Clips. Der britische Experimentalfilm-Experte Chris Darke kommentiert die verschiedenen Konzepte und deckt Bezüge zu historischen Vorläufern der visuellen Musik auf. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereMo 22.01.20013sat
      Kommentar: Chris Darke (Filmkritiker)
    • Folge 5
      Ein Buch schreibt sich selbst, um sich am Ende wieder zu verflüchtigen. Ein Tomatenfleck gibt Anlass zu wilden Spekulationen. Die Fahrerin eines Ford Mustangs kommt plötzlich auf einen brutalen Terrortrip, Ende offen… In bester Kurzfilmtradition werden in dieser Folge acht spannende Geschichten erzählt, dabei an Filmgenres angelehnte Szenarien durchgespielt und mit beschleunigten Erzählweisen und Special Effects auf höchstem Niveau experimentiert. Der Literaturwissenschaftler Josef Vogl erläutert ihre Erzählstrukturen sowie die darin enthaltenen Motive und ihre literarischen Referenzen. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereMo 29.01.20013sat
      Kommentar: Josef Vogl (Literaturwissenschaftler)
    • Folge 6
      Aus einer Pistole löst sich ein Schuss. Die Kugel macht eine Reise durch unterschiedliche Räume, fährt durch Wohnzimmer, bringt Milchgläser zum Platzen, fliegt Alleen entlang. Atemberaubende Ansichten einer Insellandschaft: Dann tun sich Abgründe auf, die sich im Bodenlosen verlieren. Und wir gleiten sanft ins Innere der Erde, Wunder digitaler Bildtechniken. „Fantastic Voyages“ zeigt in dieser fünften Folge verschiedene Entwürfe von „Wunderbaren Welten“, die von der Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch und dem Kunst- und Medienwissenschaftler Siegfried Zielinski erkundet werden. Strategien des naturwissenschaftlichen Blicks werden in den Clips ebenso entdeckt wie Anspielungen auf Filmklassiker von Meliès oder die Gemüsebilder von Arcimboldo. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereMo 05.02.20013sat
      Mit: Gertrud Koch (Filmwissenschaftlerin) und Siegfried Zielinski (Kunst- und Medienwissenschaftler)
    • Folge 7
      „Walk this way!“: Eine prototypische weiße Rock-Gruppe kämpft gegen die Beats einer Rap-Formation an. Vergeblich. Die schwarzen Rapper von Run DMC sowie ihre Musik, ihr Tanz, ihr Stil sind einfach cooler. Die letzte Folge von „Fantastic Voyages“, „Body Rock“, führt auf die Tanzfläche und beschäftigt sich mit schwarzen und weißen Körperinszenierungen. In den für diese Folge zusammengestellten Videos treten virtuose Künstler neben begeisterten Laientänzern auf, werden mechanische Tänze ebenso wie humoristische Persiflagen geboten. Die amerikanische Filmwissenschaftlerin und Feministin Kaja Silverman und der britische Musiker und Künstler Edward George betrachten die unterschiedlichen Performances und Inszenierungen in Hinblick auf das Spiel mit ethnischen und Geschlechtsidentitäten. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-PremiereMo 12.02.20013sat
      Mit: Kaja Silverman (Filmwissenschaftlerin) und Edward George (Musiker)

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