Fakt ist! Folge 2: Ausgebrannt und überlastet – Feuerwehrleute am Limit
Folge 2
Ausgebrannt und überlastet – Feuerwehrleute am Limit
Folge 2
Feuerwehreinsätze werden zu einem hohen Prozentanteil von Ehrenamtlichen geleistet – neben Beruf und Familie. Aber wie lange noch? Ist das weltweit einzigartige System der Freiwilligen Feuerwehren existenziell bedroht? Wie kann es gelingen auch in Zukunft Bürger für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen? Wie muss das Land die Kameraden in den Kommunen unterstützen? Um diese und mehr Fragen geht es bei „Fakt ist!“ aus Erfurt am Montag, 20. August 2018, ab 22:05 Uhr im MDR-Fernsehen. 30.000 Feuerwehreinsätze im Jahr 2017 in Thüringen. Hinter dieser Zahl verbirgt sich das Engagement von 34.000 Mitgliedern. Der überwiegende Teil – nämlich 96 Prozent – leisten diese Arbeit ehrenamtlich. Jetzt schlagen einige Freiwilligen Feuerwehrleute Alarm. Ronny Schuberth, der Stadtbrandmeister von Schleiz, ist mit 1.500 Stunden in freiwilligen Einsätzen im letzten Jahr einfach überlastet und gibt sein Amt zum Ende des Jahres auf. Er habe ja auch noch einen Beruf und eine Familie – ein generelles Problem der
Kameraden in den mittelgroßen Städten, die oft mit Stützpunktfeuerwehren eine Tagesbereitschaft abdecken und dadurch sehr viele Einsätze fahren müssen. Schuberth steht mit seiner Forderung nach einer hauptamtlichen Stelle nicht allein. Auch Hildburghausens Bürgermeister Holger Obst würde seine Freiwilligen gerne auf diese Weise entlasten. Thüringens Innenminister Georg Maier hingegen hält Hauptamtliche in den Stützpunktfeuerwehren nicht für sinnvoll. Fakt ist, dass in den Freiwilligen Feuerwehren Mitteldeutschlands täglich im Schnitt fünf Kameraden aufhören. Dafür gibt es viele Ursachen – Nadine Rücker, Psychologische Beraterin und ausgebildete Feuerwehrfrau, hört oft mangelnde Wertschätzung als einen Hauptgrund. Für sie sind auch die Altersstruktur und die mangelnde Fitness der Freiwilligen Teil des Problems. Michael Brychcy, der Präsident des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen, sieht die größte Not in den kleinen Gemeinden, dort fehlten nicht nur die Leute sondern auch die moderne Technik. (Text: mdr)