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    • Folge 1

      Die Dokumentation „Augenschmaus“ behandelt die wohl berühmteste Mahlzeit der Geschichte anhand des Wandgemäldes von Leonardo da Vinci. Ein Historiker und Theologe, ein Kunsthistoriker und eine Küchenhistorikerin mit dem Spezialgebiet Antike lüften die Geheimnisse des „letzten Abendmahls“ und geben Einblick in den zeitgeschichtlichen Kontext und die Entstehung des Meisterwerks sowie in die nicht immer sehr koscheren Essgewohnheiten der damaligen Zeit. Unter deren fachmännischer Anleitung bereitet Sternekoch Gérald Passédat vom Restaurant „Le Petit Nice“ in Marseille eine Mahlzeit zu und zwar ausschließlich mit Zutaten, die bereits zu Lebzeiten Jesu verfügbar waren. Unterstützt wird der Gourmetkoch, der sich hervorragend mit heute in Vergessenheit geratenen Speisefischen auskennt, von dem Pariser Bäckermeister Christophe Vasseur, in dessen Backstube Brot nach antiken Verfahren hergestellt wird. Dazu gibt es Wein von Hervé Durand, der mit Hilfe von Archäologen eine römische Traubenpresse nachgebaut hat, um ebenfalls unter authentischen Bedingungen Wein zu keltern. Schließlich versammeln sich alle Beteiligten um den Tisch und laben sich an Brot, Wein und den verschiedenen Gerichten von Gérald Passédat. Das Gespräch dreht sich dabei natürlich um das servierte Essen und die damit verbundenen Sitten und Gebräuche. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 23.12.2012 arte
    • Folge 2
      Frühstück im Grünen (Folge 2) – Bild: ART
      Frühstück im Grünen (Folge 2) – Bild: ART

      Im Jahr 1863 malte Edouard Manet sein berühmtes „Frühstück im Grünen“, das durch die nackte Frauenfigur im Vordergrund einen Skandal hervorrief. Zur Entstehungszeit des Gemäldes vollzog sich ein bedeutender Wandel in der Geschichte der Esskultur: Es fand eine Demokratisierung der Kochkunst statt und das idyllische Picknick kam in Mode. Isolde Pludermacher, Konservatorin am Musée d’Orsay, empfängt Mathieu Pacaud, den Chefkoch des Pariser Drei-Sterne-Restaurants „L’Ambroisie“, und stellt ihm das detailreiche Gemälde vor. Ausgehend von Edouard Manets revolutionärem Meisterwerk, aber auch von Claude Monets gleichnamigem Gemälde, das zwei Jahre später entstand und wiederum andere kulinarische Köstlichkeiten zeigt, stellt der Küchenchef ein Picknick zusammen. Während der Koch mit der Herstellung einer Fleischpastete nach Art des 19. Jahrhunderts und der Zubereitung eines besonderen Huhns, der heute seltenen Rasse Houdan, beschäftigt ist, erfährt der Zuschauer viel Interessantes über die Essgewohnheiten der damaligen Zeit, die hohe Kunst des Picknickens und die Geschichte des damals so beliebten Branntweins Absinth. Nicht zu vergessen die Leckereien, die von den Modellen der Impressionisten gerne vernascht wurden und den vielversprechenden Namen „plaisirs“ – Vergnügungen – trugen. Ein kulinarischer Ausflug in das Second Empire, wo Gaumen- und andere Sinnesfreuden groß geschrieben wurden. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 07.09.2014 arte
    • Folge 3
      Die Drei-Sterne-Köchin Anne-Sophie Pic liebt es, mit Früchten, Gemüsesorten und Blumen zu experimentieren. – Bild: ART
      Die Drei-Sterne-Köchin Anne-Sophie Pic liebt es, mit Früchten, Gemüsesorten und Blumen zu experimentieren. – Bild: ART

      In der Gourmetküche dreht sich alles um den Geschmack: Es geht um kulinarische Abrundung, die Betonung bestimmter Geschmacksnoten oder um deren meisterhafte Vereinigung. Düfte, Gerüche und eine ansprechende Präsentation gehören außerdem zum gelungenen Kochen dazu. Ähnlich wie bei der Haute Cuisine ist es in der Malerei. Auch hier geht es um die richtige Komposition: Einer der Meister des perfekt abgestimmten Formen- und Farbenspiels war der Italiener Giuseppe Arcimboldo, der als Hofmaler der Habsburger in der Spätrenaissance Berühmtheit erlangte. Die Drei-Sterne-Köchin Anne-Sophie Pic aus Valence liebt es, mit Früchten, Gemüsesorten und Blumen zu experimentieren, und konnte daher der Versuchung nicht widerstehen, sich von Arcimboldos „Vier Jahreszeiten“ inspirieren zu lassen. Diese faszinierenden Gemälde in der Fassung von 1573 sind im Louvre zu sehen. „Der Sommer“ ist eines der vier allegorischen Porträts, das einen Menschen im Profil zeigt, fantasievoll zusammengesetzt aus Obst, Gemüse und Getreide. Die Bedeutung von Arcimboldos spielerisch komponierten Bildern geht weit über das hinaus, was der Besucher des Louvre in der Grande Galerie auf den ersten Blick wahrzunehmen vermag. Während Kurator Vincent Delieuvin die Geheimnisse des Bildes lüftet, das kunsthistorisch dem Manierismus zugeschrieben wird, bereitet die Köchin ihre farbenfrohen und geschmacksintensiven Kreationen nach Arcimboldo zu. Dafür verwendet sie beispielsweise Waldmeister vom Blumen- und Sprossenzüchter Jean-Luc Raillon und das Gemüse ihres Lieblingslandwirts Cyril Vignon. Der fünffache Weltmeister im Gemüse- und Obstschnitzen Laurent Hartmann schlüpft für einen kurzen Augenblick in die Rolle Arcimboldos und erschafft eine dreidimensionale Nachbildung des „Sommers“. Und die Historikerin Elisabeth Latrémolière erklärt allerlei Interessantes über die Essgewohnheiten der Renaissance. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 14.09.2014 arte
    • Folge 4
      Küchenchef Patrick Bertron hat sich der Herausforderung gestellt, ein authentisches gallisches Bankett-Menü zusammenzustellen. – Bild: ARTE France
      Küchenchef Patrick Bertron hat sich der Herausforderung gestellt, ein authentisches gallisches Bankett-Menü zusammenzustellen. – Bild: ARTE France

      Der berühmteste Gallier der Welt entsprang 1959 der gemeinsamen Vorstellungskraft des Autoren René Goscinny und des Zeichners Albert Uderzo. Seit dem ersten Album „Asterix der Gallier“ gingen über 350 Millionen Exemplare der in zahlreiche Sprachen übersetzten und weltweit verkauften Abenteuer des gallischen Kriegers über die Ladentische. Alle Abenteuer von Asterix und seinen treuen Mitstreitern haben das gleiche Happy End: ein Bankett mit Wildschweinen am Spieß, dazu reichlich Wein und Cervisia. Aber haben die Gallier wirklich so viel Wildschwein gegessen? Archäologen und Comic-Experten versuchen Antworten auf diese und andere Fragen zu finden, während Küchenchef Patrick Bertron sich der Herausforderung stellt, mit den Mitteln und Zutaten der damaligen Zeit ein authentisches gallisches Bankett-Menü zusammenzustellen. In der Ebene von Alesia bereiten Bertron und seine Helfer das Festmahl im Gedenken an ihre Vorgänger vor. Die einzige Sorge dieser Unbeugsamen ist, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt … Zum Glück ist es einem britischen Bierbrauer gelungen, mit Hilfe eines auf das gallische Nationalgetränk spezialisierten Historikers die Cervisia wieder aufleben zu lassen – sie wärmt Körper und Geist der geselligen Runde beim Bankett des tapferen und sehr gallisch anmutenden Küchenchefs. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 21.09.2014 arte
    • Folge 5
      Die Höhle von Lascaux (Folge 5) – Bild: arte
      Die Höhle von Lascaux (Folge 5) – Bild: arte

      Die in der Dordogne gelegene Höhle von Lascaux ist ein Meisterwerk der prähistorischen Kunst. Die faszinierenden Höhlenmalereien mit ihren Tierzeichnungen zeigen, dass bereits einige Cro-Magnon-Menschen vor circa 18.000 Jahren Künstler waren. Schon zu jener Zeit kamen Pinsel aus Tierborsten, Schablonen und Schwämme zum Einsatz, um die aus der Natur stammenden Pigmente auf die Wände aufzutragen. Sowohl die Entdeckung der Lascaux-Höhle im September 1940 als auch der Zustand, in dem sie heute erhalten ist, gleichen einem Wunder. Rund 200 Kilometer von Lascaux entfernt, in Laguiole, erläutern Brigitte und Gilles Delluc, Experten für Frühgeschichte, am Tisch des Dreisternekochs Sébastien Bras die Geheimnisse der eindrucksvollen Malereien. Dabei verkosten sie seine prähistorisch inspirierten kulinarischen Kreationen aus Rentier und Honig. Denn obschon der Cro-Magnon-Mensch Auerochsen malte, ernährte er sich neben essbaren Pflanzen, Früchten und Fisch auch von Rentierfleisch. Das Fleisch wird noch heute vom Volk der Samen in Skandinavien gegessen – eine außergewöhnliche Erfahrung in kulinarischer und kulturgeschichtlicher Hinsicht. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 02.10.2014 arte
    • Folge 6
      Bauernhochzeit (Folge 6) – Bild: arte
      Bauernhochzeit (Folge 6) – Bild: arte

      Bruegel der Ältere schlich sich um 1568 bei einem Hochzeitsfest ein, um diese für die damalige Gesellschaft und Zeit typische Szene malerisch festzuhalten. Dabei mischte er sich nicht nur unter die Gäste, sondern verewigte sich offenbar auch selbst im Bild. Ein Augenzwinkern an die Nachwelt. Das berühmte Gemälde hängt im Kunsthistorischen Museum in Wien und inspirierte den belgischen Sternekoch Jean-Baptiste Thomaes. Mit Unterstützung der Renaissance-Expertin Elisabeth Latrémolière kreiert Jean-Baptiste Thomaes ein typisch flämisches Gericht: den Waterzooi, eine Suppe mit (in diesem Fall) Geflügel und verschiedenen Gemüsesorten, unter anderem Chicorée. Letztere Zutat darf auch beim Dessert, diesmal als Likör, nicht fehlen. Die Zubereitung des Nachtischs übernimmt der Bruder von Jean-Baptiste höchstpersönlich. Es ist ein Festmahl wie auf einer Hochzeit – und eventuell schmackhafter als die rustikalen Gerichte, die damals bei den Bauern aufgetischt wurden. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 03.10.2014 arte
    • Folge 7
      Molière am Tisch Ludwigs XIV. (Folge 7) – Bild: arte
      Molière am Tisch Ludwigs XIV. (Folge 7) – Bild: arte

      Jean-Léon Gérôme, ein französischer Maler des 19. Jahrhunderts und Verfechter des akademischen Klassizismus, bekämpfte zu Lebzeiten den Impressionismus, den er für „unakademisch“ hielt. Dafür wurde er von seinen Zeitgenossen links liegengelassen, sogar verachtet, was ihn aber nicht davon abhielt, weiterhin Genrebilder zu malen – von denen heute einige im Pariser Musée d’Orsay zu bewundern sind. Das Gemälde „Ludwig der XIV. und Molière“ stammt aus dem Jahre 1863, in dem auch Manet sein gewagtes „Frühstück im Grünen“ anfertigte. Guy Martin, der Küchenchef des renommierten Restaurants „Le Grand Véfour“, möchte anhand von Gérômes Gemälde ein königliches Mahl interpretieren. Das Bild zeigt – obwohl erst rund 150 Jahre nach dem Tod des Sonnenkönigs gemalt – Ludwig XIV. mit dem Dramatiker Molière bei Tisch. Heute hängt das Bild in der Stadtbibliothek von Boston, der Malden Public Library. Guy Martin wird, unterstützt von der Konservatorin des Musée de Versailles Béatrix Saule, seiner Tischgemeinschaft ein Mahl servieren, das eines Königs würdig ist. Dafür haben die Gäste ausgesuchte Produkte mitgebracht, die den Gepflogenheiten der Epoche entsprechen. Auf dem Menü stehen junge Tauben mit Champignon-Risotto und Gemüse aus den königlichen Gärten von Versailles, gekrönt mit dem Dessert „Mille-feuille“ – Blätterteig war damals der letzte Schrei, und Zucker hatte gerade erst Einzug in die Küche des Sonnenkönigs gehalten. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 06.10.2014 arte
    • Folge 8
      Chardins Stillleben (Folge 8) – Bild: arte
      Chardins Stillleben (Folge 8) – Bild: arte

      Für den aus einer Handwerkerfamilie stammenden Maler Jean-Baptiste-Siméon Chardin war die Anerkennung in höheren Kreisen des 18. Jahrhunderts nicht selbstverständlich. Und doch gelang es ihm, in die Académie Royale aufgenommen zu werden, in der er später zum Berater und Schatzmeister avancierte, und ein Wohnrecht im Louvre zu erhalten – dank seiner Stillleben, einem bis dahin gering geschätzten Genre. Der berühmte Kunsthistoriker und Chardin-Biograf Pierre Rosenberg berichtet über das Leben dieses Genremalers, und Küchenchef Pierre Gagnaire, ein großer Fan des Künstlers, lässt sich von seinem im Pariser Jagdmuseum ausgestellten Gemälde „Wilde Ente mit einer spanischen Orange“ aus dem Jahr 1730 zu einer persönlichen Kreation inspirieren. In seinem Berliner Restaurant kocht Gagnaire mit Unterstützung seines dortigen Küchenchefs Roel Lintermans als Entrée die Lieblingsspeise seiner Jugend: Hasenterrine mit Trüffeln à la Alain Chapel, dem Großmeister aus Gagnaires Heimatregion bei Lyon. Jäger und Trüffelsammler steuern zu den anspruchsvollen Gerichten – wie beispielsweise dem auf kleiner Flamme geschmorten „Canard à l’orange“ – die notwendigen Zutaten bei. Eine deutsch-französische Sendung mit herbstlichen Gerichten, die Pierre Gagnaire mit Geduld und Fachwissen zubereitet. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 07.10.2014 arte
    • Folge 9
      Augenschmaus - Der Hamburger – Bild: arte
      Augenschmaus - Der Hamburger – Bild: arte

      Einen Hamburger zu essen – ist eine Kunst! Ihn zu malen auch – vor allem, wenn man Andy Warhol heißt. „Der Hamburger ist eine Institution und untrennbar mit New York verbunden. Er vermag es, schnell das leibliche Bedürfnis nach Sättigung zu befriedigen, die Geschmackspapillen mit etwas Weichem, Süßem und zugleich Salzigem zu kitzeln. Beim Hamburgeressen kommt die gesamte Kaumuskulatur zum Einsatz und obendrein kann man ihn im Gehen verzehren. Das trifft sich gut, denn die New Yorker sind ständig in Bewegung.“ Diese Einschätzung des französischen Küchenchefs Alain Ducasse ist der Ausgangspunkt dieser dem Meister der Pop Art gewidmeten Sendung, denn sie fasst kurz und knapp zusammen, warum es diesmal um Andy Warhols Gemälde aus den 80er Jahren geht, das er rund ein Jahr vor seinem Tod auf einer Größe von 1,27 mal 1,67 Metern in Acryl auf Leinwand fasste. Zu essen gibt es einen einfachen Hamburger. Schlicht wie ein Bild von Andy Warhol. Aber jeder Kunstliebhaber und jeder Gourmet weiß, dass nichts schwieriger ist als die Schlichtheit. Der New Yorker Drei-Sterne-Koch Daniel Humm, der in den USA als Großmeister der Kochkunst gilt, inszeniert eine furiose Hommage an dieses Gericht, das ein fester Bestandteil der US-amerikanischen Geschichte ist. Pop Art und Street Food stehen also bei dieser New Yorker Folge auf dem Programm. New York ist übrigens die einzige Stadt, in der Andy Warhol sich wohlgefühlt hat. In Warhols früherem Stammlokal trifft das Augenschmaus-Team den Fotografen Billy Name, Weggefährte des Künstlers und ehemaliger Mitwirkender in der berühmten „Factory“. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 08.10.2014 arte
    • Folge 10
      Freedom from Want (Folge 10) – Bild: arte
      Freedom from Want (Folge 10) – Bild: arte

      Zu den bekanntesten Werken von Norman Rockwell (1894–1978), einem einflussreichen US-amerikanischen Maler und Illustrator des 20. Jahrhunderts, gehören seine vier patriotischen Einzelbilder „Four Freedoms“ (Die vier Freiheiten). Inspiriert wurden die Werke von einer berühmten Ansprache des Präsidenten Franklin D. Roosevelt aus dem Jahr 1941 zum Thema Freiheit: Freiheit der Rede, Freiheit der Gottesverehrung, Freiheit von Not, Freiheit von Furcht. Rockwells 1943 – im Geburtsjahr des Kochs Georges Blanc – entstandenes Bild „Freedom From Want“ zeigt eine traditionelle Thanksgiving-Szene, in der am Familientisch ein Truthahnbraten serviert wird. Von den Erklärungen Laurie Norton Mofatts, der Kuratorin des Norman Rockwell Museums im amerikanischen Stockbridge, Massachusetts, geht es nach Vonnas im französischen Département Rhône-Alpes. Dort bereitet sich Drei-Sterne-Koch Georges Blanc darauf vor, das traditionelle Thanksgiving-Truthahn-Familienmahl der Amerikaner, das jedes Jahr am 4. Donnerstag im November zelebriert wird, „à la Bressane“ herzurichten. Am Tisch von Georges Blanc erzählen Experten die Geschichte dieser alten Tradition und kosten dabei den Truthahn, hier allerdings aus der für ihr Geflügel renommierten Region Bresse, begleitet von einem aromatisch-cremigen Kürbisgratin. Zur Beurteilung dieser französischen Interpretation des Thanksgiving-Bratens sitzt auch die New Yorker Bloggerin Meg Bortin mit am Tisch. Ob sie ihm wohl ebenso viele Sterne gibt, wie die amerikanische Flagge zählt? (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 09.10.2014 arte
    • Folge 11
      Der bretonische Meisterkoch Olivier Roellinger beim Austernkauf in Cancale – Bild: ARTE France
      Der bretonische Meisterkoch Olivier Roellinger beim Austernkauf in Cancale – Bild: ARTE France

      1735 erhält Hofmaler Jean-François de Troy von König Ludwig XV. folgenden Auftrag: Er soll eine für die Oberschicht der Epoche typische Austernschlemmerei darstellen. Das Besondere an diesem im Kunstmuseum von Chantilly ausgestellten Werk ist, dass hier erstmals in der Kunstgeschichte Champagner auf einem Gemälde abgebildet wurde. Der bretonische Meisterkoch Olivier Roellinger, Spezialist für Cancale-Austern, ist der perfekte Kandidat für dieses gastronomische Abenteuer. Roellinger hatte unter seinen Vorfahren Gewürzimporteure, und das Gemälde inspiriert ihn zu einer kulinarischen Reise über die fünf Weltmeere. Er verwöhnt seine Gäste – Experten für Champagner, Austernzucht und Kunstgeschichte – mit subtil gewürzten Variationen rund um das Thema „Austern und Champagner“. Die Tischgemeinschaft erfährt unter anderem, wie das spritzige Getränk Einzug am königlichen Hof hielt und wie es damals während der Bankette gekühlt wurde. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 10.10.2014 arte
    • Folge 12
      Stillleben mit Tomaten und Kirschen – Bild: arte
      Stillleben mit Tomaten und Kirschen – Bild: arte

      Bernard Buffet zählt zweifelsohne zu den ganz großen Malern des 20. Jahrhunderts, das er kurz vor der Jahrtausendwende aus freier Entscheidung verließ. Von Kunstliebhabern verschmäht, ist Buffet in Japan noch immer bekannter als in Frankreich. Doch für Kunstexperten, wie seinen früheren Lebensgefährten Pierre Bergé, sind viele der über 8.000 Gemälde, die der zurückhaltende Künstler im Laufe seines Lebens schuf, Meisterwerke. Der Zwei-Sterne-Koch Denis Fétisson erinnert sich gerne an die Begegnung mit dem Maler in einem Restaurant in der Nähe von dessen Haus im südfranzösischen Tourtour. Buffets Bilder inspirierten den damals noch jungen Mann, und er setzte alles daran, zwei Werke des Künstlers zu erwerben, der seinen Lebensweg entscheidend beeinflussen sollte. Nach der Ausbildung zum Koch wandte sich Fétisson der provenzalischen Küche von Mougins zu, deren einfache und zugleich feine mediterrane Gerichte auch Buffet sehr schätzte. Die Sendung wurde teilweise an Bernard Buffets letztem Wohnsitz gedreht, der von der einzigartigen Lebensgeschichte dieses noch immer verfemten Malers durchdrungen ist. Heute versuchen Kunsthistoriker wie Henri Périer, dem Künstler zu der ihm gebührenden Anerkennung zu verhelfen. Pierre Bergé – in jungen Jahren Buffets Lebensgefährte – zeichnet ein bewegendes Porträt, das nichts beschönigt und selten gehörte Details aus dem ereignisreichen Leben des Malers zutage fördert. Denis Fétisson, der Koch dieser Folge, beweist sein kreatives Talent mit einer Tomatenmarmelade, inspiriert von Bernard Buffets Gemüsestillleben, das im Restaurant des Sternekochs hängt. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 09.11.2014 arte
    • Folge 13
      Roberto Rispoli (li.) mit Kollegen: Der Sternekoch fühlt sich durch das Gemälde "Die Ricotta-Esser" an die Sonntage mit seiner Familie erinnert, als alle den frischen Ricotta direkt mit dem Löffel aßen. – Bild: arte
      Roberto Rispoli (li.) mit Kollegen: Der Sternekoch fühlt sich durch das Gemälde "Die Ricotta-Esser" an die Sonntage mit seiner Familie erinnert, als alle den frischen Ricotta direkt mit dem Löffel aßen. – Bild: arte

      Auf dem Gemälde „Die Ricotta-Esser“ (1580) von Vincenzo Campi sind eine Frau und drei Männer abgebildet, die genüsslich einen ganzen Ricotta essen. Dabei galt die Naschsucht als schweres Laster, sie zählte sogar zu den sieben Todsünden. Vincenzo Campis Ricotta-Esser lassen sich davon nicht beirren. Sie geben sich ihrem Genuss mit einer Freude hin, die über die einfache Nahrungsaufnahme weit hinausgeht. Beim Betrachten des urwüchsig-sinnlichen Ölgemäldes aus der italienischen Renaissance meint man fast, man könne den Ricotta auf der Zunge spüren. Das Genrebild verblieb zu Campis Lebzeiten im Atelier, wurde später mehrfach verkauft und schließlich 1875 dem Musée des Beaux-Arts in Lyon vermacht. Das Bild lädt den Betrachter auf eine Reise in die Heimat des italienischen Küchenchefs Roberto Rispoli ein. Der Sternekoch aus Rom fühlt sich durch das Motiv an die Sonntage mit seiner Familie erinnert, als alle den frischen Ricotta direkt mit dem Löffel aßen. Noch heute wird der Käse von den sizilianischen Schäfern nach traditionellem Rezept hergestellt. Gemeinsam mit dem Olivenölhersteller Cédric Casanova enthüllt Roberto Rispoli die Geheimnisse der Fabrikation dieses Weichkäses und lädt den Zuschauer auf einen Rundgang in seinen eigenen Olivenhain ein, von dem das im Restaurant verwendete Öl stammt. Seit Jahrtausenden sind dessen gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Die ausgewiesene Olivenölexpertin Fabienne Roux verkostet sein Produkt und analysiert dessen besonders intensiven Geschmack. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 21.02.2016 arte
      Erstausstrahlung ursprünglich für den 07.02.2016 angekündigt
    • Folge 14
      Obwohl Sternekoch Thomas Martin im Jacobs Restaurant am Hamburger Elbufer eher selten Dosenessen verarbeitet, stellte er sich freudig der Herausforderung. – Bild: arte
      Obwohl Sternekoch Thomas Martin im Jacobs Restaurant am Hamburger Elbufer eher selten Dosenessen verarbeitet, stellte er sich freudig der Herausforderung. – Bild: arte

      Max Liebermann wird 1847 in Berlin geboren. Seine Eltern sind wohlhabende jüdische Kaufleute aus der Textilindustrie. Doch der junge Max will nicht in die Fußstapfen seiner Eltern treten, sondern begeistert sich schon früh für die Malerei. Die Familie gibt schließlich nach, und Max Liebermann beginnt sein Studium an der Kunstschule in Weimar. Er lernt den ungarischen Maler Mihaly Munkacsy kennen. Seine Bilder von arbeitenden Frauen bringen ihm die realistische Malerei nahe. Schon Liebermanns erstes Gemälde, „Die Gänserupferinnen“ aus dem Jahr 1872, löst einen Skandal aus. Mit seinem zweiten Gemälde, den „Konservenmacherinnen“, in etwas kleinerem Format, bleibt Max Liebermann seinem Stil treu. Moderner Stil, moderne Essgewohnheiten. Max Liebermann stellt auf seinem Bild eine ganz neuartige Erfindung dar: die Konserve. Die Geschichte der Konserve begann auf dem Schlachtfeld. Weil seine Soldaten vor Hunger sterben, versprach Napoleon 1795 demjenigen eine Belohnung, der ein Verfahren zur Lebensmittelkonservierung erfinden würde. 15 Jahre später, im Jahr 1810, stellt der Pariser Konditormeister Nicolas Appert eine bahnbrechende Methode vor: die Haltbarmachung von Lebensmitteln in luftdicht abgeschlossenen Behältern. Gegenüber dem bretonischen Fischerhafen Douarnenez liegt die älteste Konservenfabrik der Welt, in der im Jahr 1853 die erste Konserve produziert wurde. Das Kamerateam stattet der Fabrik einen Besuch ab, wo noch heute rund 120 Arbeiterinnen Sardinen handverlesen konservieren, und unternimmt eine kleine Zeitreise, um herauszufinden, wie die Konservendose damals den Alltag der Menschen veränderte. Hinter dem Herd steht in dieser Folge der Sternekoch Thomas Martin. Obwohl er im Jacobs Restaurant am Hamburger Elbufer sonst eher selten Dosenessen verarbeitet, stellte er sich freudig der Herausforderung. Gegessen wird auf der Terrasse des Hotels Louis C. Jacob an der Hamburger Elbchaussee, die Max Liebermann bei einem seiner Besuche um 1902 selbst in einem großartigen Gemälde festhielt. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 14.02.2016 arte
    • Folge 15

      Wer bisher meinte, Crêpes seien eine relativ neue Erfindung aus der Bretagne, irrt sich: Die Ursprünge dieser „Pfannkuchen“ reichen so weit zurück, dass sich selbst die prominentesten Historiker lieber mit Schätzungen zurückhalten. Alten Überlieferungen zufolge stand die französische Spezialität schon früh im Mittelpunkt zahlreicher Bräuche – ob anlässlich der Erntesaison oder zu religiösen Feierlichkeiten. Einige solcher Crêpes zeigt auch das Gemälde „Die Pfannkuchenbäckerei“ (1560) von Pieter Aertsen, einem der berühmtesten flämischen Maler seiner Zeit. Aertsen war ein Vorgänger von Rubens und entwickelte als einer der ersten Meister eine neue Gattung in der Malerei: das Stillleben. Im Vordergrund seines Bildes sind ebenfalls im Stil des Stilllebens einige Pfannkuchen zu sehen. Sein Werk veranlasste zahlreiche Kunst- und Gastronomiehistoriker zu leidenschaftlichen Diskussionen über diese Bräuche und die Geschichte des Crêpes. Eine der traditionellsten Varianten ist die Pascade, ein dicker Eierkuchen, der hauptsächlich in traditionellen Restaurants im südfranzösischen Département Aveyron auf den Tisch kommt. Ursprünglich gab es die Pascade zu Quasimodo – dem achten Tag nach Ostersonntag. Inzwischen können Feinschmecker diese Spezialität, ob süß oder herzhaft, das ganze Jahr über bestellen. Aus Aveyron stammt auch der Chefkoch Alexandre Bourdas, der sich in seiner zweiten Heimat, der Normandie, mit den Geheimnissen der echten Buchweizencrêpes vertraut machte und heute erfolgreich eine Pascaderie in Paris betreibt. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 07.02.2016 arte
      Erstausstrahlung ursprünglich für den 21.02.2016 angekündigt

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