2026 (Folge 1698–1719)
Postboten und Ärzte im Einsatz für Gesundheit
Folge 1698 (30 Min.)
Bild: ArteIn vielen ländlichen Regionen Frankreichs wird medizinische Versorgung zur Herausforderung: Hausärztinnen und -ärzte gehen in den Ruhestand, Praxen schließen und die nächste Anlaufstelle ist oft weit entfernt. Um diese Lücken zu schließen, entstehen ungewöhnliche Kooperationen. Der Postbote Mourad ist seit Jahrzehnten in Voiron im Département Isère unterwegs und genießt das Vertrauen seiner Kunden. Seit Neuestem verabredet er sich mit den älteren unter ihnen auch zu einem kleinen Gesundheitscheck. Dabei stellt er ihnen Fragen zum Gedächtnis und zur Stimmung, testet das Hörvermögen und die Beweglichkeit. Die Ergebnisse werden an das Universitätskrankenhaus in Grenoble weitergeleitet und dort analysiert.Falls es Auffälligkeiten gibt, werden die Personen dort weiter betreut. Drei Tage die Woche ist auch eine mobile Arztpraxis in der Region unterwegs. Das maßgeschneiderte Fahrzeug macht Halt in abgelegenen Gemeinden, die vom Ärztemangel betroffen sind. Hier bietet der pensionierte Allgemeinmediziner Yves mit seinen Kollegen täglich bis zu zehn Sprechstunden an. In kurzer Zeit muss er sich dort ein Bild von Patientinnen und Patienten machen, die oft lange ohne medizinische Betreuung waren und deren Krankheitsgeschichte er noch nicht kennt. Wie früher in seiner eigenen Praxis ist das Spektrum der Krankheiten groß, und manchmal kann seine Behandlung Leben retten. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 23.06.2026 arte Neue Ideen für sichere Städte
Folge 1699 (30 Min.)Tilman Rumland entwickelte die Sicherheits-App „Safe Now“ – ausgelöst durch ein persönliches Erlebnis: Seine damalige Freundin wurde in einem Club Opfer eines Übergriffs und konnte keine Hilfe holen. „Ich war fassungslos. Und dachte: Dafür muss es im 21. Jahrhundert doch eine Lösung geben.“ Seine Antwort: ein Alarm-System, das per Smartphone ausgelöst wird. Über eine App wird das Sicherheitspersonal alarmiert- inklusive präziser Ortung, auch ohne Mobilfunknetz. Doch Technik allein reicht nicht. Das Berliner Unternehmen „think SI3“ will Konflikte lösen, bevor sie eskalieren – durch Präsenz, Kommunikation und Vertrauen – kurz Awareness.Im Berliner Mauerpark und am Bahnhof Zoo ist Varvara Borodkina mit ihrem Team im Einsatz, um zu vermitteln und Übergriffe zu verhindern. Um das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum nachhaltig zu verbessern, setzt Wien auf geschlechts-sensible Stadtplanung. Angsträume umgestalten – oder gleich anders zu planen – das ist das Ziel der Architektursoziologin Julia Girardi Hoog. Mit ihrem „Gender Planning Netzwerk“ baut sie bedrohlich wirkende Plätze um zu freundlichen, gut beleuchteten, einladenden Orten. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 24.06.2026 arte Land am Limit – wie der Staat die Kommunen verliert
Folge 1700 (29 Min.)Bild: ArteDer Altmarkkreis in Sachsen-Anhalt ist groß, dünn besiedelt und unter Druck. Eine Bürgermeisterin und eine Krankenschwester kämpfen mit dem stillen Notstand. Sie wehren sich gegen Bürokratie, leere Kassen und dysfunktionale Finanzierungsmodelle. Am Beispiel ihrer Kommunen wird deutlich, was passiert, wenn staatliche Handlungsfähigkeit vor Ort schwindet. Die Reportage erzählt von einer Region in Sachsen-Anhalt, in der sich verdichtet, was vielerorts in Europa zu beobachten ist: Ländliche Räume geraten unter Druck. Finanzierungsmodelle wirken aus der Zeit gefallen, Förderprogramme verlieren sich in Bürokratie und Überkontrolle. Zwischen Kommunen, Kreis, Land und Bund wird Verantwortung weitergereicht – während vor Ort die Herausforderungen wachsen.Die Probleme sind strukturell. Genau hier setzt der Film an. Er blickt nicht abstrakt auf Politik, sondern dorthin, wo Demokratie im Alltag erfahrbar wird: in Rathäusern, Kreistagen, Notaufnahmen und Wartezimmern. Der Altmarkkreis Salzwedel wird so zum Beispiel für eine Krise von unten – und für die Frage, was passiert, wenn staatliche Handlungsfähigkeit vor Ort schwindet. Im Zentrum stehen zwei Frauen, die sich diesem Zustand nicht ergeben. Mandy Schumacher ist seit 2015 Bürgermeisterin der Hansestadt Gardelegen. Sie gilt als pragmatisch, durchsetzungsstark und nah an den Menschen. Doch auch sie stößt zunehmend an Grenzen: steigende Kosten, neue Aufgaben, leere Kassen, wachsende Erwartungen. Aber aufgeben liegt nicht in ihrer DNA. Alke Seibt kam einst aus Berlin nach Salzwedel und wollte zunächst sofort wieder abreisen. Sie blieb. Heute ist sie Betriebsratsvorsitzende des Altmarkklinikums und arbeitet an Wochenenden und Feiertagen weiterhin als Krankenschwester in der Notaufnahme. „Damit ich den Blick für die Arbeit der Kollegen nicht verliere“, sagt sie. Während die Klinik ums Überleben kämpft, erlebt sie täglich, was Versorgungslücken für Patienten und Personal bedeuten. (Arte 25.06.2026) (Text: MDR) Deutsche Streaming-Premiere Di. 23.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 25.06.2026 arte Nähen für Europa – Die unsichtbaren Frauen von Durrës
Folge 1701 (30 Min.)Bild: ArteFlutura Onuzi arbeitet in einer Schuhfabrik bei Durrës. Wie viele Beschäftigte der albanischen Textil- und Schuhindustrie verdient sie den gesetzlichen Mindestlohn von rund 515 Euro brutto – und arbeitet dafür bis zu 50 Stunden pro Woche. Für Flutura reicht dieses Einkommen kaum zum Leben. Die Branche beschäftigt überwiegend Frauen und zählt zu den wichtigsten Exportzweigen des Landes. Hoher Zeitdruck und körperlich belastende Arbeit prägen ihren Alltag. Vielen Arbeiterinnen ohne höheren Schulabschluss bleibt jedoch keine Wahl, als jede Beschäftigung anzunehmen, um ihre Familien zu versorgen. Fluturas Tochter Ferdez Onuzi engagiert sich für Arbeitnehmerrechte. Die Aktivistin versucht, eine unabhängige Gewerkschaft in der Bekleidungsindustrie aufzubauen.Vor Fabriktoren spricht sie Arbeiterinnen an und organisiert Treffen. Viele Frauen berichten von unbezahlten Überstunden, mangelndem Arbeitsschutz oder fehlender sozialer Absicherung. Nur wenige sind bereit, öffentlich über ihre Situation zu sprechen, da die Angst vor dem Jobverlust groß ist. In einer Bekleidungsfabrik nahe Tirana arbeitet Produktionsmanager Elidon Avrami. Der Betrieb produziert für europäische Auftraggeber. Avrami verweist auf den internationalen Wettbewerbsdruck. Die Preise würden von den Auftraggebern bestimmt, während die Fabriken vor Ort um jeden einzelnen Auftrag kämpfen müssten. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 26.06.2026 arte Neustart auf dem Campingplatz
Folge 1702 (30 Min.)Campingplatzbetreiber Holger Frenzel (li.) sucht das persönliche Gespräch mit seinen Gästen.Bild: Spiegel TVFamilie Maaß hat ihr altes Leben hinter sich gelassen und alles auf eine Karte gesetzt: den eigenen Campingplatz. Dafür haben Anne, Michael und ihre Söhne Thore und Noah das Eigenheim in Hannover verkauft und einen Kredit aufgenommen, obwohl sie über keinerlei Erfahrung in der Campingbranche verfügen. Die „Campingoase Eider“ in Schleswig-Holstein ist einer von mehr als 3000 Campingplätzen in Deutschland. Die Maaßens haben den Platz vergangene Saison übernommen und müssen ihn komplett modernisieren, größtenteils während des laufenden Betriebs.Investitionskosten: rund eine Million Euro. Doch die erste Saison verlief enttäuschend. Nach Unwettern versanken Teile des Platzes im Schlamm, die Gäste blieben weg. „Trotzdem haben wir so viel gearbeitet, dass wir abends nur noch müde ins Bett gefallen sind“, berichtet Anne Maaß. Angst vor schlechtem Wetter und ausbleibenden Gästen kennt Holger Frenzel nicht. Der 65-jährige Oldenburger betreibt mit seinen Söhnen Kai und Tim erfolgreich das „Autocamp Nordsee“ an der kroatischen Adria – und zwar schon seit 1998. Holger sah in Kroatien Ende der 1990er Jahre eine Chance, kündigte seinen Job als Ergotherapeut und startete ebenfalls als Quereinsteiger. Sein Erfolgsgeheimnis: voller Einsatz, rund um die Uhr, und auf die richtige Zielgruppe setzen. Heute kommen rund 90 Prozent seiner Gäste aus Deutschland. 2025 wurden EU-weit 413 Millionen Camping-Übernachtungen gezählt. Doch das Geschäft ist kein Selbstläufer: finanzieller Druck, Instandhaltungsarbeiten, der Kontakt zu den Gästen. Neustart auf dem Campingplatz – Traum oder Albtraum? (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 29.06.2026 arte Blutrache in Albanien
Folge 1703 (30 Min.)Reshit und Zyra Gjata sind seit 15 Jahren gezwungen, in Isolation zu leben. Sie büßen für den Mord ihres Sohnes. So will es das uralte Gesetz des Kanun.Bild: Jörg AdamsIn Nordalbanien wirkt ein jahrhundertealtes Gewohnheitsrecht bis heute nach: der Kanun. Nach seinen Regeln endet die Schuld für einen Mord nicht mit einer Gefängnisstrafe. Oft geraten ganze Familien in einen Kreislauf aus Angst, Vergeltung und sozialer Isolation. Die Reportage begleitet den Vermittler Dede Shullani, der seit Jahren versucht, verfeindete Familien zu versöhnen. Sein aktueller Fall reicht 15 Jahre zurück: Nach einem tödlichen Streit stehen sich zwei Familien unversöhnlich gegenüber. Während die Eltern des Täters abgeschottet leben und um das Leben ihrer Söhne fürchten, lehnt die Witwe des Opfers eine Versöhnung bislang ab. Auch Schwester Christina begegnet den Folgen der Blutrache täglich.In ihrer Mission in Shkodra unterstützt sie Frauen, Kinder und Familien, die unter den Auswirkungen der Blutfehden leiden. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen hilft sie Menschen, die oft kaum noch Hoffnung auf ein normales Leben haben. Der Beitrag zeigt, wie tief die Tradition der Blutrache in manchen Regionen Albaniens bis heute verwurzelt ist. Er erzählt von Menschen, die zwischen alten Regeln und modernem Rechtsstaat gefangen sind, von Angst und Einsamkeit – aber auch von jenen, die sich für Versöhnung und ein Ende der Gewalt einsetzen. Dabei wird deutlich, wie schwer es ist, jahrhundertealte Vorstellungen von Ehre und Vergeltung zu überwinden – und wie wichtig diejenigen sind, die dem Hass mit Menschlichkeit begegnen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 30.06.2026 arte Verbranntes Land, zerstörte Träume?
Folge 1704 (30 Min.)Dimitris Esel ist das Maskottchen des Dorfes – das Tier entkam den Flammen nur knapp.Bild: SWR„Innerhalb einer Stunde ist mein Haus komplett abgebrannt. Nichts ist übriggeblieben, noch nicht einmal ein Foto. Nichts.“, erzählt Kaiti Kiladity weinend. Der Großbrand im Norden von Chios hat nicht nur 70 Quadratkilometer Land zerstört, sondern für Kaiti auch 30 Jahre Erinnerungen. Sie war aus Liebe zum Ort Volissós und den umliegenden Dörfern in die abgelegene Region gezogen und will trotz der Katastrophe bleiben. Auch der Landwirt Dimitris Mallas versucht wieder Fuß zu fassen, obwohl das Feuer seine gesamte Existenz vernichtet hat und Entschädigungen auf sich warten lassen. „Ich habe viele Jahre gebraucht, um all diese Maschinen anzuschaffen.Ich glaube nicht, dass sie den Schaden bezahlen. Eigentlich sollte ich meinen Beruf wechseln und von hier wegziehen. Aber ich gebe nicht auf.“ Die Menschen in dieser ländlichen, strukturschwachen Region sind es gewohnt, dass der Staat sie kaum unterstützt. Sie haben schon immer versucht, sich selbst zu helfen, so auch dieses Mal. Gemeinsam mit Freiwilligengruppen pflanzen sie neue Bäume und versuchen, die Gegend vor Abwanderung zu bewahren. Werden sie es schaffen, nach den Feuern wieder auf die Füße zu kommen, und wie lang ist dieser Weg? (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 01.07.2026 arte Montenegro – Wild, günstig, korrupt?
Folge 1705 (30 Min.)Bild: ArteEine aktive Rolle in der Entwicklung Montenegros spielen sowohl deutsche Montenegro-Auswanderer als auch Rückkehrer. Kein Wunder: Montenegro lockt nicht nur mit Naturschönheiten, es ist auch ein Steuerparadies mit Einkommenssteuersätzen zwischen neun und 15 Prozent! Der deutsche Michael Bader kam erstmals 2005 nach Montenegro – für einen Kurzurlaub. Es gefiel ihm so gut, dass er sich eine Ferienwohnung kaufte. Seit 2007 lebt er ganz in Montenegro und hat sich dort ein Business aufgebaut – mit Ferienwohnungen und der Begleitung von Auswanderern zu Behörden und Notaren.Einige Deutsche haben Grundstücke illegal erworben, ohne es zu wissen. Nun hoffen sie auf nachträgliche Legalisierung und suchen seinen Rat. Größere Probleme bereiten in Montenegro diverse Großinvestoren – vor allem aus den Emiraten und der Türkei. Sie sicherten sich nach der Unabhängigkeit im Jahr 2006 sogleich die schönsten Hot-Spots, meist große Hotelanlagen. Bei den Einheimischen stieß dies nicht nur auf Gegenliebe. Ganz anders: das „wooden village“. Marko Mugošas kleines Familienunternehmen verfügt nur über sieben Blockhütten. Es liegt in nächster Nähe zum Skutarisee, einem landschaftlichen Highlight im Hinterland. Seine Frau und sein Bruder unterstützen ihn bei der Arbeit auf dem Areal, seine Mutter kocht für die Gäste im Restaurant. Da die Saison aber nur circa vier Monate dauert, muss sich Marko den Rest des Jahres mit anderen Jobs über Wasser halten. Der Tourismus ist Fluch und Segen zugleich. Die Architektin Zenepa Lipka ist 2008 nach über fünfundzwanzig Jahren in Deutschland auf den Balkan zurückgekehrt, weil sie hoffte, hier ihre Kompetenz für nachhaltiges Bauen besser einbringen zu können. So setzt sie sich unter anderem für den Erhalt des Vogelschutzgebietes auf der Saline von Ulcinj ein. „Die atemberaubende Natur ist ein Grund, warum ich zurückgekehrt bin – und ich habe gehofft, von innen heraus etwas ändern zu können“. Doch mittlerweile ist sie ernüchtert: „Montenegro ist ein ökologischer Staat, so steht es zwar in der Verfassung, aber das gilt“ – so ihre Einschätzung – „nur auf dem Papier!“. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 02.07.2026 arte Aufbruch oder Scherbenhaufen? Eine Familie in Ungarn
Folge 1706 (30 Min.)János Tóth beim Fischen auf dem Theiß-Fluss. Er gilt als einer der besten Angelgewässer Ungarns.Bild: Tutsek Film„Ich weiß nicht, ob es Hoffnung gibt“, sagt Fischer János Tóth resigniert. Obwohl Viktor Orbáns Regierung 2014 die kommerzielle Fischerei in Ungarn verboten hat und János seinen Beruf an der Theiß seitdem nur noch sehr eingeschränkt ausüben kann, verliert er kein gutes Wort über den Machtwechsel in Ungarn. Auch seine Frau Judit fragt, was hat das alte System denn falsch gemacht. Sie betreibt die Dorf-Kneipe in Tiszadorogma, nach wie vor eine Hochburg von Orbáns Fidesz-Partei. Ganz anders ihre Enkelin Martina. Sie schöpft erstmals Hoffnung. Die 21-jährige Anglistikstudentin ist unter Orbán aufgewachsen und war fest entschlossen, ihre Heimat bei der erstbesten Gelegenheit zu verlassen – gegen den Willen ihres Großvaters.Doch seit Péter Magyars Wahlsieg im April will sie sehen, ob in Ungarn ein politischer und gesellschaftlicher Neuanfang tatsächlich möglich ist. Wenn ja, will sie bleiben. 16 Jahre Fidesz-Herrschaft haben an der ungarischen Theiß sowohl Landschaft als auch Lebensentwürfe geprägt. Nun prallen Enttäuschung und Aufbruch, Misstrauen und Hoffnung unmittelbar aufeinander. Während die Älteren an den Glaubenssätzen der Vergangenheit festhalten, ringt die junge Generation um die Chance auf ein anderes Ungarn. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 01.07.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 03.07.2026 arte Mein Leben mit K-Pop
Folge 1707 (30 Min.)In München hat die Friseur-Auszubildende Nihi eine eigene K-Pop-Tanzgruppe gegründet. Um bekannter zu werden, messen sich Nihi und ihre Gruppe in den sozialen Medien und bei Wettbewerben.Bild: BR/ARTEDieser Sommer steht im Zeichen des K-Pop, denn mit BTS ist eine der bekanntesten-K-Pop-Bands zurück. Für Fans war K-Pop aber nie weg: In München hat die Friseur-Auszubildene Nhi eine eigene K-Pop-Tanzgruppe gegründet. Aufwändige Choreografien folgen strengen Regeln: Wer dazugehören will, muss sich in Castings beweisen. Um bekannter zu werden, messen sich Nhi und ihre Gruppe auf Social Media und bei Wettbewerben. Der nächste Contest steht an, doch noch wichtiger als der Sieg ist für Nhi die Leidenschaft: sie will ihren Idolen nahekommen, indem sie die Tänze perfektioniert.David hat K-Pop schon als Kind entdeckt, als er im ländlichen Bayern aufgewachsen ist. Die androgynen Idole prägen früh sein Verständnis von Männlichkeit. Koreanischer Pop inspiriert ihn und heute lebt er seinen eigenen Stil, inklusive Make-up und Crossdressing. Doch er musste sich auch vom K-Pop emanzipieren. Denn der progressive Look der Szene steht im Kontrast mit einer Industrie, die Queerness kaum zulässt. Für die Ultra-Fans Nathalie und Joana wird ein Traum wahr: Sie werden BTS live in Madrid sehen. Wochenlang planen sie Outfits und Reise – alles muss perfekt sein. Für Nathalie bedeutet K-Pop mehr als Musik: Nach dem Tod ihres Bruders gibt er ihr Halt. Ihr BTS-Idol Jung Kook ist für sie wie ein Ersatzbruder. Re: taucht in die K-Pop-Fanszene ein – und erlebt Leidenschaft, Gemeinschaft, aber auch die Schattenseiten dieser glitzernden Welt. Denn Teil der Fandom zu sein, wird schnell teuer. Nicht nur die Konzerttickets, sondern auch Merch, Kleidung und der dazugehörige Lifestyle belasten den Geldbeutel junger Fans. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 10.07.2026 arte Neue Wege in der Polizeiarbeit
Folge 1708 (30 Min.)Besonders trainierte Hunde schaffen etwas, das die Wissenschaft bis heute für unmöglich hält: Sie erschnüffeln Ertrunkene, sogar in tiefen Gewässern. So grenzen sie das Suchgebiet der Polizei ein. Das spart wertvolle Zeit. Dem ehrenamtlichen Hundeführer Kai Einfeldt vom Verein Technische Hundestaffel ist es eine Herzensangelegenheit, Angehörigen Gewissheit zu verschaffen. Manchmal erfordert es endlose Detektivarbeit, um die Identität eines aufgefundenen Toten zu klären. Der Genealoge Eryk Jan Grzeszkowiak aus Edinburgh hilft der Polizei in seiner Freizeit, Cold Cases zu knacken.Der Dozent erstellt einen Stammbaum des unbekannten Toten und kommt dessen Identität über Verwandte immer näher. Der kanadische IT-Experte Robert Sell verfolgt Spuren, die Vermisste im World Wide Web hinterlassen haben. Mit der Schwarmintelligenz gehen die Hacker legal verfügbaren Daten nach, die die gesuchte Person womöglich beim Posten und Liken in sozialen Medien hinterlassen hat. „Polizeibehörden haben oft nicht die Ressourcen, diese Art der Ermittlungen durchzuführen“, so Robert Sell. Finden Robert und seine Hacker neue Indizien, die die Polizei weiter verfolgen kann? (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 24.07.2026 arte Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 29.05.2026Project Kamp, die Weltverbesserer in Portugal
Folge 1709 (30 Min.)Bild: ArteDave Hakkens kaufte mit Gleichgesinnten im Norden Portugals ausgerechnet in einem Hochrisikogebiet für Waldbrände ein Stück Land. Hier gründete er „Project Kamp“ – ein Forschungslabor für eine nachhaltige Zukunft. Früher wurde auf den rund neun Hektar Landwirtschaft betrieben, nun sind die Flächen von leicht entflammbaren Mimosen und Eukalyptusbäumen überwuchert. Für Hakkens war gerade das der Reiz: kein idyllisches Naturparadies, sondern ein Stück Erde, das sichtbar unter Druck steht und gestaltet werden muss. ARTE Re: begleitet den Beginn der neuen Forschungssaison.Zum festen Kern um Hakkens stoßen zeitweise rund 30 Freiwillige aus aller Welt, die in Teams an Infrastruktur, Brandschutz, Verpflegung, der Renovierung der Ruinen und der laufenden Dokumentation arbeiten. Einer von ihnen ist der kanadische Architekturstudent Istvan Kriszan aus Halifax, der hier nachhaltige Architektur erprobt, die nicht bei einer „Dachbegrünung“ stehen bleibt. Die Teamleiter erhalten ein kleines Honorar, die meisten aber arbeiten unbezahlt – beflügelt von der Überzeugung, gemeinsam an etwas Sinnvollem mitzuwirken. Und so ist Project Kamp letztlich auch ein soziales Experiment. Finanziert wird Project Kamp vor allem über Spenden und YouTube-Einnahmen. In Porto zeigt Designer João Leão mit VivaLab, wie weit Hakkens’ Ideen bereits wirken: Recyclingmaschinen, Precious-Plastic-Werkstätte, Produkte aus Kunststoffabfall – entwickelt nach offenen Bauplänen. Gemeinsam mit dem kommunalen Abfallverband Lipor nutzt das Lab diese Technik, um die Bevölkerung ganz praktisch für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung zu gewinnen. Dass sie kopiert werden, freut Hakkens und sein Team – denn so kommen ihre Ideen in die Welt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 24.08.2026 arte Kindesmissbrauch – bald für immer strafbar?
Folge 1710 (30 Min.)Bild: ArteLange Zeit war in vielen Gesellschaften Europas das Ausmaß an alltäglicher sexueller Gewalt gegen Kinder unbekannt. Oft sind die Taten, bis es zur Anzeige kommt, verjährt. Überlebende setzen sich dafür ein, diese Gesetze zu ändern. Mié Kohiyama in Frankreich und Miguel Hurtado in Spanien wurden als Kinder sexuell missbraucht. Sie erzählen von diesen an ihnen begangenen Verbrechen und kämpfen dafür, die Verjährungsfrist für Sexualstraftaten an Minderjährigen im europäischen Recht aufzuheben. (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 arte Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 28.08.2026Invasion der Waschbären
Folge 1711 (30 Min.)Bild: ArteWaschbärjäger Alexander Knauf weiß nur zu gut, welche Schäden Waschbären an Häusern und vor allem auf Dachböden anrichten können. Sein Einsatzgebiet ist Kassel, die inoffizielle Waschbär-Hauptstadt Europas. Nirgendwo sonst leben so viele dieser intelligenten Raubtiere. Wenn sie sich durch Dämmwolle und Fassaden fressen, kann der ungebetene Besuch schnell Schäden von mehreren Zehntausend Euro verursachen. Für Knauf steht fest: Gegen die aus Nordamerika eingeschleppte Art hilft nur konsequente Bejagung. Denn natürliche Feinde hat sie in Europa kaum.Dass der Mensch darüber entscheidet, welches Tier ein Recht auf Leben hat und welches nicht, kann Tanja Schäfer nicht akzeptieren. In ihrer Wildtierhilfe zieht sie Waschbärjunge mit der Flasche auf. Und gemeinsam mit anderen Waschbär-Fans setzt sie sich für ein Umdenken ein. Jagen allein erscheint ihr wenig aussichtsreich. Stattdessen will sie einen unkonventionellen Weg erproben: Kann die Waschbär-Population durch Sterilisationen eingedämmt werden? Während in Deutschland über den richtigen Umgang mit den Waschbären gestritten wird, haben sie sich längst in die Nachbarländer ausgebreitet. In der belgischen Wallonie haben die Behörden ein Modellprojekt gestartet. Förster stellen Lebendfallen mit Überwachungskameras auf, um die Tiere zu fangen. Anschließend müssen sie das Gewehr in die Hand nehmen – „um einen Fehler des Menschen auszugleichen“ wie sie sagen. Begeistert sind sie davon nicht. Würde Deutschland sein Waschbär-Problem endlich in den Griff bekommen, wäre das für sie eine große Erleichterung. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 26.08.2026 arte Flussbaden in der Stadt
Folge 1712 (30 Min.)Bild: ArteNach über 100 Jahren Badeverbot ist das Schwimmen in der Seine wieder möglich. Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2024 hat die Stadt Paris mit staatlicher Unterstützung über 1,4 Milliarden Euro in den Umbau der Mischkanalisation investiert, um den Fluss wieder sauber genug zum Baden zu kriegen. Drei kostenlose Flussbäder gibt es schon, im Flussbad Grenelle jobbt die 22-jährige Sportstudentin Zoé Pubert als Rettungsschwimmerin. Sie muss dafür sorgen, dass sich die Badegäste an die strengen Regeln halten – kein Essen, kein Alkohol, kein Tauchen und wer in der Seine schwimmen will, muss sich zuvor eine Sicherheitsboje um die Hüften binden. Wenn ein Schiff vorbeifährt, müssen zudem alle raus.Auch die Wasserqualität bleibt eine Herausforderung. Weniger strenge Regeln gibt es in der Aare in Bern. Allerdings ertrinken hier auch im Schnitt fünf bis sechs Badende im Jahr. Deswegen bieten Rettungsschwimmer spezielle Kurse fürs Flussbaden an – mit Tipps für Sicherheit und den gelungenen Ausstieg. Auch in Budapest soll die Donau wieder zum Badefluss für die Bewohnerinnen und Bewohner werden, vor allem da die Temperaturen im Sommer mittlerweile bis zu 40 °C erreichen. Die Geografin Cecília Lohász setzt sich mit dem Verein Valyo seit Jahren leidenschaftlich dafür ein, den Fluss für die Bevölkerung wieder zugänglich zu machen. Sie hofft, dass Ungarns neuer politischer Kurs auch den Badespaß fördert. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 27.08.2026 arte Megafeuer in Frankreich
Folge 1713 (30 Min.)Bild: ArteAuch acht Tage nach Ausbruch des Waldbrands schwelt es noch überall im Kiefernwald. Paul Regnier im bedrohten Küstenort Lacanau will nicht einfach zusehen. Als Vertreter des Bürgermeisters organisiert er mit Freiwilligen die Unterstützung der Feuerwehr. Mit ihren Pickup-Trucks und Geländewagen versorgen sie die Rettungskräfte. Und sie löschen auch selbst. Denn alle hier haben Angst, dass Lacanau das gleiche Schicksal, wie den Nachbarort Le Porge ereilt, wo fast 200 Häuser zerstört wurden. An anderen Stellen in der Region hat sich die Lage wieder etwas beruhigt.In Sicherheit gebrachte Tiere werden ihren Besitzern zurückgebracht. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Immer wieder flammen Glutnester auf und der Forst entzündet sich erneut. In der Region Corbière, 400 Kilometer südöstlich, wüteten im August 2025 katastrophale Brände. Ein Jahr danach zieht Winzer Baptiste Cabal Bilanz. Ein Teil seines Weinguts ging in den Flammen verloren, dass einige Reben wieder ausgetrieben sind, macht ihm Hoffnung. In der Nähe betreibt Landwirt Xavier Morvillez eine Viehzucht und eine Käserei. Seit den Bränden konnte er sein Geschäft erweitern: Die Stadt und auch viele Privatleute buchen seine Ziegen und Schafe, damit sie an schwer zugänglichen Orten das trockene Gras fressen und so zum Brandschutz beitragen. Er erzählt, dass die Zahl der Anfragen stark gestiegen sei. Doch reichen Ziegen und Feuerschneisen zur Prävention? Und ist eine wirksame Brandbekämpfung ohne Freiwillige und engagierte Bürgerinnen und Bürger in den feuergefährdeten Regionen Südeuropas überhaupt noch zu leisten? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 21.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 28.08.2026 arte Jung, laut, demokratisch in Sachsen-Anhalt
Folge 1714 (30 Min.)Bild: ArteEinige Monate vor der womöglich richtungsentscheidenden Landtagswahl im Herbst in Sachsen-Anhalt: Der AfD-Landesverband, den der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch einstuft, steht in Umfragen nahe an einer absoluten Mehrheit. Der 17-jährige Max mobilisiert auf seinem Kanal „Maximal demokratisch“ auf Social Media für Demokratie, gegen Faschismus und für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Als Sohn eines irakischen Vaters und einer deutschen Mutter hat er schon früh gelernt, was Ausgrenzung und Rassismus bedeuten. Der Jura-Student Hannes dokumentiert den politischen Rechtsruck in seiner Heimat und ringt dabei mit seiner eigenen Familiengeschichte, seit es mit seinem AfD-affinen Vater zum Bruch kam.Um sich vor Anfeindungen und Übergriffen auf seinen Videodrehs zu schützen, trainiert er auch Kickboxen. Max’ gute Freundin Alexandra betreibt ein Kosmetikstudio in einer Plattenbausiedlung. Sie hat sich trotz allem bewusst dafür entschieden, in ihrer Heimat zu bleiben – auch wenn sie in ihrem Studio immer wieder mit der gesellschaftlichen Spaltung konfrontiert wird. Drei junge Menschen zwischen Engagement, Alltag und der Frage, welcher Zukunft dieses gesellschaftlich gespaltene Bundesland entgegensieht. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 31.08.2026 arte Ein Dorf und 1 Million Hühner
Folge 1715 (30 Min.)Bild: ArteJedes fünfte Huhn, das in der EU gegessen wird, stammt aus Polen. Das Land ist Europas größter Geflügelproduzent. Konzerne bauen immer mehr Mastanlagen – und stoßen zunehmend auf Widerstand. In Kodeń in Ostpolen steht neben dem Grundstück von Barbara Bil eine Mastanlage für rund eine Million Hühner. Die 19-fache Großmutter wollte den Hof für ihre Großfamilie ausbauen, doch die Pläne wurden durch den Bau der Ställe durchkreuzt. Während einige Dorfbewohner die Investition als Chance für Arbeitsplätze und Entwicklung sieht, sorgen sich Barbara Bil und andere Anwohner. Katarzyna Wujek ist nach vielen Jahren in London in ihre Heimat in der Nähe von Lodz zurückgekehrt, um sich auf dem Land um ihre kranken Eltern zu kümmern.Nun soll auch hier ein großer Stall entstehen. Zusammen mit anderen Anwohnern will sie den Bau des Betriebs in ihrer Nachbarschaft verhindern. Mitstreiter Tomasz Tarnacki befürchtet, Schadstoffe könnten die Asthmaerkrankung seines Sohnes verschlimmern. Strengere Regeln könnten die heimische Produktion gefährden, heißt es aus der Branche. Die Industrie verweist auf Wettbewerbsdruck und internationale Märkte. Nur wer effizient produziere, könne bestehen. Dass es auch andere Wege gibt, zeigt der Kleinbauer Tomasz Jakiel. Seine Hühner wachsen langsamer, mit mehr Platz, frischer Luft und Sonnenlicht. Das Fleisch ist deutlich teurer als im Supermarkt. „Die Konsumenten müssen mit ihrem Portemonnaie über die Produktionsmethoden abstimmen“, sagt er. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 30.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 arte Generation No Kids in Frankreich
Folge 1716 (30 Min.)Lou zapft ein Bier. In Bordeaux betreibt er ein Café. Die Vorstellung, in der heutigen Welt Kinder zu bekommen, ist für ihn auch beängstigend.Bild: Maximal ProductionsEuropas Bevölkerung schrumpft und nach vielen Jahren des dynamischen Zuwachses, sinkt nun auch in Frankreich die Geburtenrate. Eltern zu werden, das scheint kein erstrebenswertes Ziel mehr zu sein. Wir begleiten Yasmine, Lou und Chloé in ihrem Alltag, drei Erwachsene, die sich dafür entschieden haben, keine Kinder zu bekommen. Weil sie frei bleiben wollen oder aus Sorge um die Zukunft dieser Welt. Viele stimmen ihnen zu, andere kritisieren sie für ihre Entscheidung. Drei Wege, die von einer anderen Art erzählen, sein Leben zu gestalten und ohne Familie sein Gleichgewicht zu finden. (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere Di. 01.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 arte Der Krieg am anderen Ufer
Folge 1717 (29 Min.)Bild: ArteDas Donaudelta, das sich über Rumänien und die Ukraine erstreckt, ist für seine wilde Schönheit bekannt. Mit dem Krieg in der Ukraine ist es zu einem geopolitischen Spannungsfeld geworden. Nur wenige Kilometer entfernt werden ukrainische Häfen bombardiert. Auch auf der rumänischen Seite hat der Konflikt die Wirtschaft, das soziale Gefüge, den Alltag der Menschen und ihre Beziehungen untereinander grundlegend verändert. Für die Bewohner ist das Delta Lebensgrundlage. Rumänische Fischer berichten davon, wie alte Traditionen seit dem Krieg mit Sicherheitsauflagen und den Anforderungen neuer Handelsrouten kollidieren. Die früher kaum befahrene Wasserader ist heute von strategischer Bedeutung: Auf ihr wird ukrainisches Exportgetreide transportiert.Der massive Frachtverkehr hat schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur. Auch der Tourismus leidet. Das Delta, mit seiner einzigartigen Artenvielfalt eines der bemerkenswertesten Feuchtgebiete Europas, zog jedes Jahr zahlreiche Naturliebhaber an. Heute brechen die Buchungen ein. Die Nähe zum Krieg hält Besucher fern und schwächt die Wirtschaft, die weitgehend vom Fremdenverkehr abhängt. In der Dokumentation kommen auch die russischstämmigen Lipowaner zu Wort, eine Gemeinschaft orthodoxer Altgläubiger, die seit mehr als drei Jahrhunderten im Delta lebt und für die die aktuelle Lage neue Fragen in Bezug auf Sprache, Traditionen, Geschichte und Zugehörigkeit aufwirft. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 27.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 03.09.2026 arte Albanien zwischen Protest und Profit
Folge 1718 (30 Min.)Bild: ArteDer Ornithologe Joni Vorpsi kämpft seit Jahren für den Erhalt des Vjosa-Narta-Deltas. Seit Jared Kushner 2024 seine Pläne veröffentlichte, ist aus dem Naturschützer ein Aktivist geworden. Zwischen den Protesten in Tirana und der Feldarbeit im Delta bleibt ihm kaum noch Zeit für Freunde und Familie. Mit Beginn der sogenannten Flamingo-Revolution wurde er zu einer der prägenden Stimme des Protests. Während die Regierung das Projekt mit neuen Arbeitsplätzen und einer touristischen Aufwertung verteidigt, sieht Joni ein anderes Ziel: den öffentlichen Druck so weit zu erhöhen, dass sich die Investoren aus dem Milliardenprojekt zurückziehen.Fischer und Bootsführer Bashkim Durmishi, bekannt als Kapitän Baçi, sieht in den geplanten Luxusresorts dagegen eine Chance. Weil der Fischfang immer weniger einbringt, bringt er mit seinem Schnellboot Besucher auf die ehemalige Militärinsel Sazan. Von neuen Hotels und Investitionen erhofft er sich mehr Aufträge – und eine Zukunft für seine Kinder in Albanien. Der frühere Lehrer Gentian Moçka beansprucht Grundstücke, die von den Resortplänen betroffen sind. Seit rund 35 Jahren läuft ein Verfahren um die Rückgabe des Landes, das seiner Familie während der kommunistischen Diktatur vom Staat enteignet wurde. Jahrelang pachtete Moçka die Flächen, die zuvor seinem Vater gehört hatten. Weil er dort keine Genehmigung für den Ausbau seines Reitbetriebs erhielt, zog er mit den Pferden an den Rand des Deltas. Die Reportage erzählt von einem Land im touristischen Umbruch – und von der Frage, wer von diesem Wandel profitiert und wer dafür den Preis zahlt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 04.09.2026 arte Asyl im Gotteshaus
Folge 1719 (30 Min.)Bild: ArteDer 40-jährige Sahid lebt seit einigen Wochen mit seiner Frau Farzana und den beiden Töchtern Asia und Zainab in der Pfarrwohnung der evangelischen Kirchengemeinde in Burg auf der Ostseeinsel Fehmarn. Das Kirchenasyl schützt die Familie aus Afghanistan vor einer Rückführung nach Polen. Dort hat die Familie die EU das erste Mal betreten. Laut Dublin-Verordnung könnte sie somit nur in Polen um Asyl bitten. Ihr Asylantrag in Deutschland wird erst bearbeitet, wenn die Behörden es nicht schaffen, die Familie innerhalb von sechs Monaten ins Nachbarland zurückzuführen.Die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche befand, dass ein Leben in Polen für die Familie nicht zumutbar sei, polnische Grenzbeamte hätten Gewalt angewendet. Die Pastorinnen Bettina Axt und Susanne Platzhoff nahmen die Afghanen auf – sorgen für Obdach und Verpflegung, da Geflüchtete im Kirchenasyl keinerlei Sozialleistungen mehr erhalten. Rund zehn Ehrenamtliche organisieren den Alltag der Familie, begleiten sie zur Tafel und lernen mit ihnen Deutsch. Das Gelände der Kirchengemeinde darf die Familie nur in Ausnahmefällen verlassen. Das Kirchenasyl gibt es in Deutschland und Europa seit Jahrhunderten, rechtlich geschützt ist es aber nicht. Jederzeit könnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Pfarrwohnungen, Büros und Gemeindehäuser räumen lassen. Androhungen gibt es wöchentlich und Pfarrerinnen und Pastoren wurden bereits strafrechtlich verfolgt. Das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) ist im Juni 2026 verschärft worden – was bedeuten die neuen Gesetze für das Kirchenasyl? (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 arte
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