Project Kamp, die Weltverbesserer in Portugal
Folge 1709 (30 Min.)Dave Hakkens kaufte mit Gleichgesinnten im Norden Portugals ausgerechnet in einem Hochrisikogebiet für Waldbrände ein Stück Land. Hier gründete er „Project Kamp“ – ein Forschungslabor für eine nachhaltige Zukunft. Früher wurde auf den rund neun Hektar Landwirtschaft betrieben, nun sind die Flächen von leicht entflammbaren Mimosen und Eukalyptusbäumen überwuchert. Für Hakkens war gerade das der Reiz: kein idyllisches Naturparadies, sondern ein Stück Erde, das sichtbar unter Druck steht und gestaltet werden muss. ARTE Re: begleitet den Beginn der neuen Forschungssaison.Zum festen Kern um Hakkens stoßen zeitweise rund 30 Freiwillige aus aller Welt, die in Teams an Infrastruktur, Brandschutz, Verpflegung, der Renovierung der Ruinen und der laufenden Dokumentation arbeiten. Einer von ihnen ist der kanadische Architekturstudent Istvan Kriszan aus Halifax, der hier nachhaltige Architektur erprobt, die nicht bei einer „Dachbegrünung“ stehen bleibt. Die Teamleiter erhalten ein kleines Honorar, die meisten aber arbeiten unbezahlt – beflügelt von der Überzeugung, gemeinsam an etwas Sinnvollem mitzuwirken. Und so ist Project Kamp letztlich auch ein soziales Experiment. Finanziert wird Project Kamp vor allem über Spenden und YouTube-Einnahmen. In Porto zeigt Designer João Leão mit VivaLab, wie weit Hakkens’ Ideen bereits wirken: Recyclingmaschinen, Precious-Plastic-Werkstätte, Produkte aus Kunststoffabfall – entwickelt nach offenen Bauplänen. Gemeinsam mit dem kommunalen Abfallverband Lipor nutzt das Lab diese Technik, um die Bevölkerung ganz praktisch für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung zu gewinnen. Dass sie kopiert werden, freut Hakkens und sein Team – denn so kommen ihre Ideen in die Welt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 24.08.2026 arte Kindesmissbrauch – bald für immer strafbar?
Folge 1710 (30 Min.)Lange Zeit war in vielen Gesellschaften Europas das Ausmaß an alltäglicher sexueller Gewalt gegen Kinder unbekannt. Oft sind die Taten, bis es zur Anzeige kommt, verjährt. Überlebende setzen sich dafür ein, diese Gesetze zu ändern. Mié Kohiyama in Frankreich und Miguel Hurtado in Spanien wurden als Kinder sexuell missbraucht. Sie erzählen von diesen an ihnen begangenen Verbrechen und kämpfen dafür, die Verjährungsfrist für Sexualstraftaten an Minderjährigen im europäischen Recht aufzuheben. (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 arte Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 28.08.2026Invasion der Waschbären
Folge 1711 (30 Min.)Waschbärjäger Alexander Knauf weiß nur zu gut, welche Schäden Waschbären an Häusern und vor allem auf Dachböden anrichten können. Sein Einsatzgebiet ist Kassel, die inoffizielle Waschbär-Hauptstadt Europas. Nirgendwo sonst leben so viele dieser intelligenten Raubtiere. Wenn sie sich durch Dämmwolle und Fassaden fressen, kann der ungebetene Besuch schnell Schäden von mehreren Zehntausend Euro verursachen. Für Knauf steht fest: Gegen die aus Nordamerika eingeschleppte Art hilft nur konsequente Bejagung. Denn natürliche Feinde hat sie in Europa kaum.Dass der Mensch darüber entscheidet, welches Tier ein Recht auf Leben hat und welches nicht, kann Tanja Schäfer nicht akzeptieren. In ihrer Wildtierhilfe zieht sie Waschbärjunge mit der Flasche auf. Und gemeinsam mit anderen Waschbär-Fans setzt sie sich für ein Umdenken ein. Jagen allein erscheint ihr wenig aussichtsreich. Stattdessen will sie einen unkonventionellen Weg erproben: Kann die Waschbär-Population durch Sterilisationen eingedämmt werden? Während in Deutschland über den richtigen Umgang mit den Waschbären gestritten wird, haben sie sich längst in die Nachbarländer ausgebreitet. In der belgischen Wallonie haben die Behörden ein Modellprojekt gestartet. Förster stellen Lebendfallen mit Überwachungskameras auf, um die Tiere zu fangen. Anschließend müssen sie das Gewehr in die Hand nehmen – „um einen Fehler des Menschen auszugleichen“ wie sie sagen. Begeistert sind sie davon nicht. Würde Deutschland sein Waschbär-Problem endlich in den Griff bekommen, wäre das für sie eine große Erleichterung. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 26.08.2026 arte Flussbaden in der Stadt
Folge 1712 (30 Min.)Bild: ArteNach über 100 Jahren Badeverbot ist das Schwimmen in der Seine wieder möglich. Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2024 hat die Stadt Paris mit staatlicher Unterstützung über 1,4 Milliarden Euro in den Umbau der Mischkanalisation investiert, um den Fluss wieder sauber genug zum Baden zu kriegen. Drei kostenlose Flussbäder gibt es schon, im Flussbad Grenelle jobbt die 22-jährige Sportstudentin Zoé Pubert als Rettungsschwimmerin. Sie muss dafür sorgen, dass sich die Badegäste an die strengen Regeln halten – kein Essen, kein Alkohol, kein Tauchen und wer in der Seine schwimmen will, muss sich zuvor eine Sicherheitsboje um die Hüften binden. Wenn ein Schiff vorbeifährt, müssen zudem alle raus.Auch die Wasserqualität bleibt eine Herausforderung. Weniger strenge Regeln gibt es in der Aare in Bern. Allerdings ertrinken hier auch im Schnitt fünf bis sechs Badende im Jahr. Deswegen bieten Rettungsschwimmer spezielle Kurse fürs Flussbaden an – mit Tipps für Sicherheit und den gelungenen Ausstieg. Auch in Budapest soll die Donau wieder zum Badefluss für die Bewohnerinnen und Bewohner werden, vor allem da die Temperaturen im Sommer mittlerweile bis zu 40 °C erreichen. Die Geografin Cecília Lohász setzt sich mit dem Verein Valyo seit Jahren leidenschaftlich dafür ein, den Fluss für die Bevölkerung wieder zugänglich zu machen. Sie hofft, dass Ungarns neuer politischer Kurs auch den Badespaß fördert. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 27.08.2026 arte Megafeuer in Frankreich
Folge 1713 (30 Min.)Auch acht Tage nach Ausbruch des Waldbrands schwelt es noch überall im Kiefernwald. Paul Regnier im bedrohten Küstenort Lacanau will nicht einfach zusehen. Als Vertreter des Bürgermeisters organisiert er mit Freiwilligen die Unterstützung der Feuerwehr. Mit ihren Pickup-Trucks und Geländewagen versorgen sie die Rettungskräfte. Und sie löschen auch selbst. Denn alle hier haben Angst, dass Lacanau das gleiche Schicksal, wie den Nachbarort Le Porge ereilt, wo fast 200 Häuser zerstört wurden. An anderen Stellen in der Region hat sich die Lage wieder etwas beruhigt.In Sicherheit gebrachte Tiere werden ihren Besitzern zurückgebracht. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Immer wieder flammen Glutnester auf und der Forst entzündet sich erneut. In der Region Corbière, 400 Kilometer südöstlich, wüteten im August 2025 katastrophale Brände. Ein Jahr danach zieht Winzer Baptiste Cabal Bilanz. Ein Teil seines Weinguts ging in den Flammen verloren, dass einige Reben wieder ausgetrieben sind, macht ihm Hoffnung. In der Nähe betreibt Landwirt Xavier Morvillez eine Viehzucht und eine Käserei. Seit den Bränden konnte er sein Geschäft erweitern: Die Stadt und auch viele Privatleute buchen seine Ziegen und Schafe, damit sie an schwer zugänglichen Orten das trockene Gras fressen und so zum Brandschutz beitragen. Er erzählt, dass die Zahl der Anfragen stark gestiegen sei. Doch reichen Ziegen und Feuerschneisen zur Prävention? Und ist eine wirksame Brandbekämpfung ohne Freiwillige und engagierte Bürgerinnen und Bürger in den feuergefährdeten Regionen Südeuropas überhaupt noch zu leisten? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 21.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 28.08.2026 arte Jung, laut, demokratisch in Sachsen-Anhalt
Folge 1714 (30 Min.)Einige Monate vor der womöglich richtungsentscheidenden Landtagswahl im Herbst in Sachsen-Anhalt: Der AfD-Landesverband, den der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch einstuft, steht in Umfragen nahe an einer absoluten Mehrheit. Der 17-jährige Max mobilisiert auf seinem Kanal „Maximal demokratisch“ auf Social Media für Demokratie, gegen Faschismus und für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Als Sohn eines irakischen Vaters und einer deutschen Mutter hat er schon früh gelernt, was Ausgrenzung und Rassismus bedeuten. Der Jura-Student Hannes dokumentiert den politischen Rechtsruck in seiner Heimat und ringt dabei mit seiner eigenen Familiengeschichte, seit es mit seinem AfD-affinen Vater zum Bruch kam.Um sich vor Anfeindungen und Übergriffen auf seinen Videodrehs zu schützen, trainiert er auch Kickboxen. Max’ gute Freundin Alexandra betreibt ein Kosmetikstudio in einer Plattenbausiedlung. Sie hat sich trotz allem bewusst dafür entschieden, in ihrer Heimat zu bleiben – auch wenn sie in ihrem Studio immer wieder mit der gesellschaftlichen Spaltung konfrontiert wird. Drei junge Menschen zwischen Engagement, Alltag und der Frage, welcher Zukunft dieses gesellschaftlich gespaltene Bundesland entgegensieht. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 31.08.2026 arte Ein Dorf und 1 Million Hühner
Folge 1715 (30 Min.)Jedes fünfte Huhn, das in der EU gegessen wird, stammt aus Polen. Das Land ist Europas größter Geflügelproduzent. Konzerne bauen immer mehr Mastanlagen – und stoßen zunehmend auf Widerstand. In Kodeń in Ostpolen steht neben dem Grundstück von Barbara Bil eine Mastanlage für rund eine Million Hühner. Die 19-fache Großmutter wollte den Hof für ihre Großfamilie ausbauen, doch die Pläne wurden durch den Bau der Ställe durchkreuzt. Während einige Dorfbewohner die Investition als Chance für Arbeitsplätze und Entwicklung sieht, sorgen sich Barbara Bil und andere Anwohner. Katarzyna Wujek ist nach vielen Jahren in London in ihre Heimat in der Nähe von Lodz zurückgekehrt, um sich auf dem Land um ihre kranken Eltern zu kümmern.Nun soll auch hier ein großer Stall entstehen. Zusammen mit anderen Anwohnern will sie den Bau des Betriebs in ihrer Nachbarschaft verhindern. Mitstreiter Tomasz Tarnacki befürchtet, Schadstoffe könnten die Asthmaerkrankung seines Sohnes verschlimmern. Strengere Regeln könnten die heimische Produktion gefährden, heißt es aus der Branche. Die Industrie verweist auf Wettbewerbsdruck und internationale Märkte. Nur wer effizient produziere, könne bestehen. Dass es auch andere Wege gibt, zeigt der Kleinbauer Tomasz Jakiel. Seine Hühner wachsen langsamer, mit mehr Platz, frischer Luft und Sonnenlicht. Das Fleisch ist deutlich teurer als im Supermarkt. „Die Konsumenten müssen mit ihrem Portemonnaie über die Produktionsmethoden abstimmen“, sagt er. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 30.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 arte Generation No Kids in Frankreich
Folge 1716 (30 Min.)Lou zapft ein Bier. In Bordeaux betreibt er ein Café. Die Vorstellung, in der heutigen Welt Kinder zu bekommen, ist für ihn auch beängstigend.Bild: Maximal ProductionsEuropas Bevölkerung schrumpft und nach vielen Jahren des dynamischen Zuwachses, sinkt nun auch in Frankreich die Geburtenrate. Eltern zu werden, das scheint kein erstrebenswertes Ziel mehr zu sein. Wir begleiten Yasmine, Lou und Chloé in ihrem Alltag, drei Erwachsene, die sich dafür entschieden haben, keine Kinder zu bekommen. Weil sie frei bleiben wollen oder aus Sorge um die Zukunft dieser Welt. Viele stimmen ihnen zu, andere kritisieren sie für ihre Entscheidung. Drei Wege, die von einer anderen Art erzählen, sein Leben zu gestalten und ohne Familie sein Gleichgewicht zu finden. (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere Di. 01.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 arte Der Krieg am anderen Ufer
Folge 1717 (29 Min.)Das Donaudelta, das sich über Rumänien und die Ukraine erstreckt, ist für seine wilde Schönheit bekannt. Mit dem Krieg in der Ukraine ist es zu einem geopolitischen Spannungsfeld geworden. Nur wenige Kilometer entfernt werden ukrainische Häfen bombardiert. Auch auf der rumänischen Seite hat der Konflikt die Wirtschaft, das soziale Gefüge, den Alltag der Menschen und ihre Beziehungen untereinander grundlegend verändert. Für die Bewohner ist das Delta Lebensgrundlage. Rumänische Fischer berichten davon, wie alte Traditionen seit dem Krieg mit Sicherheitsauflagen und den Anforderungen neuer Handelsrouten kollidieren. Die früher kaum befahrene Wasserader ist heute von strategischer Bedeutung: Auf ihr wird ukrainisches Exportgetreide transportiert.Der massive Frachtverkehr hat schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur. Auch der Tourismus leidet. Das Delta, mit seiner einzigartigen Artenvielfalt eines der bemerkenswertesten Feuchtgebiete Europas, zog jedes Jahr zahlreiche Naturliebhaber an. Heute brechen die Buchungen ein. Die Nähe zum Krieg hält Besucher fern und schwächt die Wirtschaft, die weitgehend vom Fremdenverkehr abhängt. In der Dokumentation kommen auch die russischstämmigen Lipowaner zu Wort, eine Gemeinschaft orthodoxer Altgläubiger, die seit mehr als drei Jahrhunderten im Delta lebt und für die die aktuelle Lage neue Fragen in Bezug auf Sprache, Traditionen, Geschichte und Zugehörigkeit aufwirft. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 27.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 03.09.2026 arte Albanien zwischen Protest und Profit
Folge 1718 (30 Min.)Der Ornithologe Joni Vorpsi kämpft seit Jahren für den Erhalt des Vjosa-Narta-Deltas. Seit Jared Kushner 2024 seine Pläne veröffentlichte, ist aus dem Naturschützer ein Aktivist geworden. Zwischen den Protesten in Tirana und der Feldarbeit im Delta bleibt ihm kaum noch Zeit für Freunde und Familie. Mit Beginn der sogenannten Flamingo-Revolution wurde er zu einer der prägenden Stimme des Protests. Während die Regierung das Projekt mit neuen Arbeitsplätzen und einer touristischen Aufwertung verteidigt, sieht Joni ein anderes Ziel: den öffentlichen Druck so weit zu erhöhen, dass sich die Investoren aus dem Milliardenprojekt zurückziehen.Fischer und Bootsführer Bashkim Durmishi, bekannt als Kapitän Baçi, sieht in den geplanten Luxusresorts dagegen eine Chance. Weil der Fischfang immer weniger einbringt, bringt er mit seinem Schnellboot Besucher auf die ehemalige Militärinsel Sazan. Von neuen Hotels und Investitionen erhofft er sich mehr Aufträge – und eine Zukunft für seine Kinder in Albanien. Der frühere Lehrer Gentian Moçka beansprucht Grundstücke, die von den Resortplänen betroffen sind. Seit rund 35 Jahren läuft ein Verfahren um die Rückgabe des Landes, das seiner Familie während der kommunistischen Diktatur vom Staat enteignet wurde. Jahrelang pachtete Moçka die Flächen, die zuvor seinem Vater gehört hatten. Weil er dort keine Genehmigung für den Ausbau seines Reitbetriebs erhielt, zog er mit den Pferden an den Rand des Deltas. Die Reportage erzählt von einem Land im touristischen Umbruch – und von der Frage, wer von diesem Wandel profitiert und wer dafür den Preis zahlt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 04.09.2026 arte Ein Kaiser für Österreich?
30 Min.Peter Stolberg-Stolberg ist der Ururenkel der österreichischen Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi. Er wünscht sich, genau wie seine nichtadeligen Mitstreiterinnen und Mitstreiter vom Verein Schwarz-Gelbe Allianz, die Rückkehr eines Kaisers als Staatsoberhaupt in Österreich. Dieser soll das Amt des Bundespräsidenten ersetzen und dessen Befugnisse auf Lebenszeit erhalten. In elf europäischen Staaten gibt es Könige, Fürsten und Großherzöge – meist mit hohen Zustimmungswerten in der Bevölkerung. Sie haben in der Regel nur die Aufgabe zu repräsentieren. Die politische Macht liegt beim Volk, bei gewählten Parlamenten und Regierungen. Doch für manche Menschen hat die Idee einer starken Führung an der Spitze durchaus etwas Verlockendes.Für Peter Stolberg-Stolberg hat die österreichische Republik ausgedient. Der Adel, glaubt er, besitze das Führungspotenzial, das Österreich brauche, um wieder zu alter Stärke zu finden. Woran der Verein Schwarz-Gelbe Allianz in Österreich noch arbeitet, existiert in der Tschechischen Republik bereits – eine Partei, die sich für die Rückkehr der Monarchie starkmacht. Ludmila Džuganová ist Spitzenkandidatin der Kleinstpartei Koruna Česká in Südböhmen. Tschechien ist zwar wirtschaftlich stabil – gesellschaftlich jedoch gespalten. Ludmila Džuganová ist überzeugt, dass ein Monarch mehr Stabilität bieten könnte als vom Volk gewählte Abgeordnete. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 07.09.2026 arte Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 27.08.2026Asyl im Gotteshaus
Folge 1719 (30 Min.)Der 40-jährige Sahid lebt seit einigen Wochen mit seiner Frau Farzana und den beiden Töchtern Asia und Zainab in der Pfarrwohnung der evangelischen Kirchengemeinde in Burg auf der Ostseeinsel Fehmarn. Das Kirchenasyl schützt die Familie aus Afghanistan vor einer Rückführung nach Polen. Dort hat die Familie die EU das erste Mal betreten. Laut Dublin-Verordnung könnte sie somit nur in Polen um Asyl bitten. Ihr Asylantrag in Deutschland wird erst bearbeitet, wenn die Behörden es nicht schaffen, die Familie innerhalb von sechs Monaten ins Nachbarland zurückzuführen.Die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche befand, dass ein Leben in Polen für die Familie nicht zumutbar sei, polnische Grenzbeamte hätten Gewalt angewendet. Die Pastorinnen Bettina Axt und Susanne Platzhoff nahmen die Afghanen auf – sorgen für Obdach und Verpflegung, da Geflüchtete im Kirchenasyl keinerlei Sozialleistungen mehr erhalten. Rund zehn Ehrenamtliche organisieren den Alltag der Familie, begleiten sie zur Tafel und lernen mit ihnen Deutsch. Das Gelände der Kirchengemeinde darf die Familie nur in Ausnahmefällen verlassen. Das Kirchenasyl gibt es in Deutschland und Europa seit Jahrhunderten, rechtlich geschützt ist es aber nicht. Jederzeit könnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Pfarrwohnungen, Büros und Gemeindehäuser räumen lassen. Androhungen gibt es wöchentlich und Pfarrerinnen und Pastoren wurden bereits strafrechtlich verfolgt. Das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) ist im Juni 2026 verschärft worden – was bedeuten die neuen Gesetze für das Kirchenasyl? (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 arte Allein mit 18 – wenn staatliche Fürsorge endet
Folge 1720 (30 Min.)Mal eben die Eltern um Rat fragen, finanzielle Unterstützung bekommen oder die Sicherheit haben, im Notfall nicht allein zu sein – all das bleibt vielen Careleavern vorenthalten. Gerade in Italien leben junge Erwachsene oft noch lange bei ihren Familien, während Careleaver schon früh vollständig auf sich gestellt sind. Entsprechend schwierig ist für viele der Start ins Erwachsenenleben: Wohnraum finden, eine Ausbildung abschließen oder psychische Belastungen bewältigen. Hinzu kommt ein hartnäckiges Stigma. Viele Menschen wissen kaum etwas über das Leben in Heimen oder Pflegefamilien – und begegnen Careleavern mit Vorurteilen oder Misstrauen, etwa als Vermieterinnen und Vermieter oder Arbeitgebende.Die Folgen sind häufig prekäre Lebensverhältnisse, soziale Isolation oder sogar Obdachlosigkeit. Mit dem Verein Agevolando ist in Italien ein europaweit einzigartiges Netzwerk entstanden, in dem Careleaver einander den Rückhalt geben, den sie sonst oft vermissen. Aus der Gemeinschaft wächst auch politisches Engagement. Die 23-jährige Olga besucht ein nationales Netzwerktreffen und erlebt mit, wie aus Zusammenhalt Stärke entsteht. Gleichzeitig arbeitet Vereinsgründer Federico Zullo unermüdlich daran, Careleavern Gehör zu verschaffen – auch auf politischer Ebene. Sein Engagement hat dabei auch persönliche Gründe. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 09.09.2026 arte 40 Grad im Schatten – Europas ungleiche Hitze
Folge 1721 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere Do. 10.09.2026 arte Nach dem Erdbeben – die Überlebenden von Antakya
Folge 1722 (30 Min.)Das Erdbeben 2023 war eines der schwersten in der Türkei und forderte mehr als 50.000 Opfer in der Region. Rund 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Präsident Recep Tayyip Erdoğan versprach den Menschen, innerhalb eines Jahres neuen Wohnraum zu schaffen. Schnell wurden provisorisch riesige Containerdörfer errichtet und ein gewaltiges Bauprojekt gestartet. Aus einem Jahr wurden mittlerweile drei Jahre und die Lage ist angespannt: Enge, Überfüllung, fehlende Privatsphäre und eine permanente Unsicherheit führen in den Containerdörfern zu Erschöpfung, Angstzuständen und psychosozialen Problemen. Auch Sevinç, ihr Ehemann und ihre drei Kinder leben in einem der Container. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als ein neues Zuhause.Ihnen wurde jetzt endlich eine Wohnung zugelost, doch der Einzug verzögert sich. Nun macht auch noch das Gerücht die Runde, dass die Containerdörfer geräumt werden sollen. Sevinç und ihre Familie sind verzweifelt. Die Menschen in den Containern wünschen sich schnell ein sicheres Dach über dem Kopf. Doch die rasante Transformation der Stadt Antakyas verfolgt die Stadtplanerin Tuğçe Tezer mit großer Skepsis. In der Umgebung der historisch einst bedeutenden Stadt stehen jetzt endlose Reihen von Hochhäusern ohne Infrastruktur. Sie will die Erinnerung an das antike Antakya bewahren und organisiert Touren durch das zerstörte Zentrum und lädt Besucher dazu ein, ihre traumatischen Erinnerungen und Erfahrungen durch das Erdbeben zu teilen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 11.09.2026 arte
