• Folge 1748 (30 Min.)
    Die Grafschaft Devon im Südwesten Englands hat mit fast 13.000 Kilometern das größte Straßennetz des Landes, bekommt aber zu wenig Geld von der Zentralregierung in London für die Instandhaltung. Deshalb schult die Grafschaft Anwohnerinnen und Anwohner als ehrenamtliche Straßenwärter, damit sie die kaputten Straßen in ihrer Nachbarschaft selbst reparieren können. Gerätschaften, Kaltasphalt oder Bitumenspray stellen die Gemeinden. Dermot McGough ist der inoffizielle Rekordhalter unter den Schlagloch-Helden von Devon. Der 44-jährige selbstständige Gerüstbauer lebt an der Nordküste der Grafschaft und hat schon rund 1.000 Straßenlöcher ausgebessert. Dafür nimmt er sich einen halben Tag pro Woche frei. An der Südküste von Devon versucht Rentnerin und Lokalpolitikerin Louise Wainwright mehr Ehrenamtliche für das Straßenwärter-Programm zu gewinnen. Nicht alle Bürger haben Lust mitzumachen, schließlich zahlen sie Steuern für gute Straßen. Louise Wainwright dagegen sieht im ehrenamtlichen Straßenbau eine Chance für die Demokratie auf dem Land. Die Freiwilligen könnten selbst wählen, welche Schäden sie reparieren und gewännen damit ein Stück politische Mitbestimmung zurück. In anderen Grafschaften wie West-Sussex dürfen Anwohnerinnen und Anwohner keine Straßen reparieren, deshalb hat Handwerker Harry Smith-Haggett den Weg des kreativen Protests gewählt. Der 24-Jährige pflanzt Blumen in die Schlaglöcher und hofft, dass er mit seinen Aktionen die Behörden zum Handeln bewegen kann. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 19.10.2026 arte
  • Folge 1749 (30 Min.)
    Für Bashar Qaryuti ist jeder Krankentransport ein Risiko. Straßensperren zwingen den palästinensischen Rettungssanitäter zu Umwegen, sein Wagen wurde mehrfach von israelischen Siedlern angegriffen, sein Kollege wurde bei einem Einsatz erschossen. Der 43-Jährige dokumentiert die Übergriffe und spricht mit Opfern von Siedlergewalt, wie der Familie Tubasi aus Jalud. Nach wochenlanger Belagerung durch Siedler musste sie aus ihren Häusern fliehen. Bis Ende August 2026 registrierten die Vereinten Nationen mehr als 1.600 Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland, mehr als 2.300 Palästinenser wurden vertrieben. Vor allem für radikal-religiöse, nationalistische Siedler wie Ilana und Yehuda Shimon ist das Westjordanland Teil des biblischen Landes Israel. Das tiefreligiöse Ehepaar lebt in Havat Gilad, einst ein illegaler Außenposten, den die israelische Regierung nach eigenen Angaben 2018 legalisierte. Seit 2022 wurden insgesamt mehr als 100 neue Siedlungen oder bereits bestehende Außenposten nachträglich genehmigt oder legalisiert. Und die israelische Regierung plant den Bau weiterer Siedlungskomplexe. Siedlergewalt sei vor allem Notwehr, so sieht es Nethanel von Boxberg. Der gebürtige Deutsche lebt in der Siedlung Neve Daniel in der Nähe von Jerusalem, für ihn ein Ort wie jeder andere in Israel. Zum Einkaufen allerdings nimmt er oft eine Pistole mit, um sich im Notfall verteidigen zu können. Während sich die Israelis im Westjordanland – auch mit Gewalt – weiter ausbreiten, fühlen sich Palästinenser wie Bashar Qaryuti zunehmend eingekesselt. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 20.10.2026 arte
  • Folge 1750 (30 Min.)
    Vor fast 650 Millionen Jahren tauchten die Quallen in der Erdgeschichte auf, sie schwebten schon lange vor den Fischen durch die Ozeane und überlebten als Meister der Anpassung die großen Massensterben auf der Erde. Nun fluten gut sechzig Quallenarten die französischen Küsten und setzen den Badegästen zu. Der Klimawandel und die Verschmutzung der Meere fördern ihre Verbreitung und auch die Überfischung der Meere, denn viele Fische fressen Quallen. All diese Begebenheiten sichern ihnen ihre Existenz. Diese Quallen-Flut, nicht nur am Mittelmeer, ist ein ökologisches Alarmsignal. Wissenschaftler erforschen nun vermehrt das Leben, die Fortpflanzung und die Verbreitung von Quallen. Labore versuchen angesichts der Quallen-Flut, ihren möglichen Nutzen für die Industrie zu ermitteln. Und an den Stränden der französischen Mittelmeerküste kümmern sich Ärzteteams um die Opfer der äußerst schmerzhaften Stiche der Quallen. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 20.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 21.10.2026 arte
  • Folge 1751 (30 Min.)
    Das kleine Dorf Aspin-en-Lavedan liegt am Rand der Pyrenäen südlich der Stadt Lourdes. Obwohl die Natur drumherum sehr schön ist, ist das Dorf für die 300 Einwohner eher trist. Das letzte Restaurant schloss vor zwei Jahren, 2025 gab das letzte von ehemals drei Hotels auf. In den Nachbardörfern sieht es ähnlich aus. Bürgermeister André Laborde und seine Frau Patricia wollen nun – auf über 600 Quadratmetern – einen neuen Ortskern schaffen: Rund um einen Dorfplatz entstehen eine Markthalle, eine Bäckerei, ein Gemeindezentrum – und das neue Dorfcafé. Sein Betreiber, der Koch Thomas Leprince, ist extra in den kleinen Ort gezogen, um sich seinen Traum von einem eigenen Café zu erfüllen. Der Bürgermeister hatte ihn unter mehr als 15 Bewerbern ausgewählt, er war vor allem von seiner Kochkunst begeistert. Nun muss er mit seinem Konzept und seiner Küche nur noch bei den Dorfbewohnern punkten. Christelle Lagae vom Verein „1000 Cafés“ berät Thomas Leprince vor der Eröffnung und unterstützt ihn mit Anträgen für Fördergelder. Der Verein bringt Gastronomen und kleine Gemeinden zusammen, damit Dorfcafés als soziale Treffpunkte erhalten oder neu geschaffen werden. In ganz Frankreich wurden so bereits über 150 Cafés eröffnet. Eines von ihnen liegt im kleinen Örtchen Céaux in der Normandie. Den 400-Seelen-Ort passiert man normalerweise nur auf dem Weg zum Mont-Saint-Michel, doch seit November 2024 ziehen Isabelle Mension Rigau und ihre Tochter Angélique Septier mit ihrem Café „Mère et Fille“ Dorfbewohner wie Touristen an. Wie ist ihnen das gelungen? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 22.10.2026 arte
  • Folge 1752 (30 Min.)
    Erst kämpften US-Soldaten gegen Nazi-Deutschland, später blieben sie wegen der Bedrohung durch die Sowjetunion. Derzeit sind noch mehr als 36.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert – der zweitgrößte Militärstandort nach Japan außerhalb der USA. In Grafenwöhr in Bayern betreibt die Army den größten Truppenübungsplatz. Trump möchte Tausende US-Soldaten aus der Region abziehen. Das würde schwindende Arbeitsplätze bedeuten. Die Region bangt um ihre Wirtschaftskraft. Gleichzeitig rückt die USA immer mehr von Europa und dessen Verteidigung der Ukraine gegen Russland ab. Captain Andrew Lee ist Controller. Er ist in Wiesbaden geboren. Seine Eltern kamen mit den Truppen nach Deutschland. Im April hat er mit einer deutschen Gewichtsheber-Mannschaft aus Neumarkt regionales Gold gewonnen, als einziger Amerikaner im Team. Lee ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr die US-Soldaten und ihre Familien mittlerweile mit der Region verbunden sind. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 23.10.2026 arte
  • Folge 1753 (30 Min.)
    Niklas Balheden aus Göteborg ist Religionslehrer an einer Grundschule. Er beschäftigt sich schon seit seinen Studienzeiten mit Glaubensfragen. Bereits vor 30 Jahren dachte er darüber nach, Zeit in einem buddhistischen Kloster in Thailand zu verbringen. Damals hatte man ihn abgewiesen, heute ist der Zugang viel einfacher. Ein Monat im Waldkloster soll dem 56-Jährigen helfen, seine spirituellen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und gelassener mit Stress umzugehen. Unter dem Begriff Meditation-Retreats werden Meditations- und Yoga-Kurse mit mehrwöchigen Aufenthalten in Tempeln gebündelt. Parallel dazu hat sich auch die Infrastruktur ausgeweitet: Während es in den 2000ern nur etwa zehn bis 20 Tempel mit Retreat-Angeboten gab, liegt deren Zahl mittlerweile bei geschätzt 150 in ganz Thailand. Allein im Jahr 2023 nahmen rund 1,8 Millionen Menschen an solchen Programmen teil. Sie generierten rund 3,8 Milliarden Euro Umsatz. Nicht nur in Fernost suchen Menschen nach innerer Ruhe und spiritueller Orientierung. In Europa steigt die Zahl derer, die sich auf den buddhistischen Weg begeben. Familie Erdmann praktiziert in Hamburg den Diamantenweg-Buddhismus. Arthur Erdmann beschäftigt die Suche nach Glück und dem Sinn des Lebens schon seit seiner Jugend. Mit 20 Jahren kommt er zum Buddhismus – und findet, wonach er lange gesucht hat: Zufriedenheit und Glück. Bei einem Meditationskurs in Israel lernt er die Polin Kesja kennen. Deren Mutter konvertierte, als sie 14 Jahre alt war, zum Buddhismus. Anfang August 2026 trafen sich im süddeutschen Immenstadt rund 3.000 Buddhisten. Auch die Erdmanns waren dabei. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 26.10.2026 arte
  • Folge 1754 (30 Min.)
    Die Varroamilbe gilt als einer der gefährlichsten Parasiten der Honigbiene. In weiten Teilen Europas müssen Imkerinnen und Imker ihre Völker regelmäßig behandeln, damit sie überleben. Ganz anders im Nordwesten von Wales: Hier werden Bienen einer ganzen Region seit Jahren ohne jede Chemie gehalten. Um herauszufinden, warum das dort funktioniert, reist der deutsche Imker Christian Schneider nach Wales. Er besucht Imker, die auf lokal angepasste Bienen setzen, und entdeckt Völker, die ohne menschliche Hilfe in Bäumen und Hausdächern leben. Manche der Bienen tragen noch Merkmale der sogenannten dunklen Biene, die ursprünglich in dieser Region heimisch war und mit dem kühlen, feuchten Klima gut zurechtkommt. Auch die deutschen Bienenforscher Roland Sachs und Sigrun Mittl sind auf der Suche nach Erklärungen für die walisischen Erfolge. Sie glauben, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Brutnestern eine Rolle spielen und beobachten das Verhalten der Tiere. Und tatsächlich: In den Bienenstöcken der walisischen Biene messen sie eine auffallend höhere Temperatur. Die besondere Wehrhaftigkeit der „hitzigen“ walisischen Biene bekommt das Forscherpaar dabei am eigenen Leib zu spüren … Für Christian Schneider zählt vor allem eines: Die walisischen Imker haben über viele Jahre Erfahrungen geteilt, mit den Bienen ihrer Umgebung gearbeitet und gemeinsam einen neuen Weg eingeschlagen. Nur indem sie angepasst an ihre regionalen Bedingungen konsequent an einem Strang ziehen, weder Bienen von außen holen noch behandeln, konnten sich ihre Bienen optimal anpassen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 27.10.2026 arte
  • Folge 1755 (30 Min.)
    Vor anderthalb Jahren kannte Sofie Klippenspringen nur aus Videos in den sozialen Netzwerken. Inzwischen springt sie selbst aus Höhen bis zu zwanzig Metern. „Man ist völlig im Tunnel, weil natürlich auch ein Risiko mitspielt“, beschreibt Sofie das Gefühl kurz vor dem Sprung. Ihr Freund Jonas weiß aus eigener Erfahrung, welche Folgen die riskanten Sprünge haben können. Er kämpft nach einer schweren Schulterverletzung bis heute mit einer mentalen Blockade. In diesem Sommer will Sofie zum ersten Mal bei einem internationalen Event springen und dabei auch bekannte Gesichter der Szene treffen, die sie bislang vor allem aus dem Netz kennt. Mit dabei ist auch Florian. Er ist Weltrekordhalter im sogenannten Death Diving, einer extremen Form des Klippenspringens. Seit seinem Rekordsprung aus rund 48 Metern ist er einer der Stars der Springer-Szene. Noch arbeitet er als Dachdecker, doch er träumt davon, durch Sponsoren zukünftig vom Sport leben können. Diesen Anspruch hatte Lionel, genannt Loulou, aus Südfrankreich nie. Mit 56 Jahren springt er noch regelmäßig von den Kalkfelsen seiner Heimat Cassis und gibt seine Erfahrung an Jugendliche weiter. Er warnt davor, sich von spektakulär inszenierten Clips in den sozialen Netzwerken zu Leichtsinn verleiten zu lassen, denn ohne Training und Sicherheitsmaßnahmen können die Sprünge lebensgefährlich sein. Für Loulou ist Angst ein wichtiger Begleiter – und doch will auch er mehr: Seit Monaten bereitet er sich auf einen Kopfsprung aus 42 Metern vor, mit dem er seinen Rekord in dieser Disziplin übertreffen will. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 28.10.2026 arte
  • Folge 1756 (30 Min.)
    Als die junge Restauratorin Alejandra Nieto hörte, dass Menschen ihre aufgeweichten und verklebten Fotoalben wegwarfen, begann sie sofort, die beschädigten Fotos einzusammeln – um das persönliche und kulturelle Erbe zu retten, das in Form analoger Fotos existiert. Aus dem kleinen Anfang ist eine große zivile Bewegung geworden: Salvem Les Fotos (Lasst uns die Fotos retten). In der Flut-Region nahe Valencia sind mit Hilfe von Spenden vier lokale Labore aufgebaut worden. Alejandra ist überzeugt, dass jedes gerettete Foto wertvoll ist: „Sie helfen, die seelischen Wunden zu heilen.“ Rosa Álvarez bestätigt das. Sie hat bei der Flut ihren Vater verloren. Die Behörden lösten den Alarm zu spät aus. Er schaffte es nicht mehr, die Tür seines Hauses zu öffnen. Das Hochwasser beschädigte auch die einzigen Fotos ihrer längst verstorbenen Mutter. Zwei Jahre nach der Flut erhält Rosa eine Einladung vom Labor der Fotoretter. Nur eines ihrer vielen Fotos konnte erfolgreich restauriert werden: ein Porträt ihrer Eltern. Bei aller Trauer ist dies ein Trost: „Dieses Foto bringt mich zurück in die glücklichste Zeit meines Lebens.“ Paco Costa ist Fotograf. Seit Jahren hängen seine Bilder wie Wandzeitungen in den Straßen von Catarroja. „Jedes Foto ist eine Reise in die Vergangenheit.“ Die Flut hat die meisten Fotowände zerstört. Als der Wasserpegel gesunken war, nahm Paco seine Kamera und fotografierte die Menschen seines Heimatortes im Ausnahmezustand. 1.500 Fotos in vier Tagen. Eine einmalige Chronologie der Tragödie – und eine Erinnerung für zukünftige Generationen, so Paco: „Unser Leben geht vorbei – die Bilder bleiben.“ (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 29.10.2026 arte
  • Folge 1757 (29 Min.)
    Zensur, Kürzungen und Entlassungen: In der zweiten Amtszeit von Donald Trump droht Forschenden in den USA der Verlust ihrer wissenschaftlichen Freiheit. Manche von ihnen geraten immer mehr in Bedrängnis. „Wenn laufenden Wissenschaftsprojekten Mitteln entzogen werden, bedeutet das eine Verschlechterung der Ergebnisse.“, so Dr. Elsa Anderson. Seit Juli ist die 37-Jährige in Berlin. Sie kommt auf Einladung der Alexander von Humboldt Stiftung. Sie erhält ein Forschungsstipendium am Leibniz-Institut für Gewässerökologie. Vorher forschte sie in den USA an der Northwestern University in Evanston, Illinois. „Ich bin auf die biologische Vielfalt in der Stadt spezialisiert. Und ich verbinde Straßenkunst mit Artenentwicklungen.“ Einige Forscherinnen und Forscher suchen nach unabhängig finanzierten Stellen, kommen zum Beispiel nach Europa. Die Reportage begleitet zwei hoch dotierte amerikanische Personen, eine Wissenschaftlerin in Deutschland und einen Wissenschaftler in Frankreich in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft: Bioingenieurin Dr. Katharina Maisel, in Saarbrücken und den Astrophysiker Dr. Kartik Sheth in Marseille. Bis März 2025 war er in leitender Position bei der Nasa. Die Ankündigung der Schließung des gesamten Wissenschaftsdirektorats, sowie die Schließung der zuständigen Büros, für Technologie, Politik und Strategie der Nasa, markierte einen Wendepunkt. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 28.10.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 30.10.2026 arte
  • Folge 1758 (30 Min.)
    Die Reportage begleitet religiöse junge Menschen in Berlin. Was diese in ihrer Hinwendung zu Gott suchen, ist unterschiedlich: Lorenzo (17) ist ohne seinen Vater aufgewachsen und findet durch seinen Glauben die Kraft, mit dessen Fehlen besser umzugehen. Leni (18) hat das Gefühl, im Gebet ein Gegenüber zu haben, das ihr zuhört und sie voll und ganz annimmt. Noa (22) ist sich durch ihre Religion sicher, dass ihr Leben einen Sinn hat. Zuversicht und ein Gefühl von Sicherheit beschreiben alle drei als Grunderfahrungen des Glaubens. Einige junge Menschen interessieren sich wieder für Frömmigkeit und Bibeltreue. Sie wenden sich dem Glauben zu, präsentieren sich mit religiösen Symbolen, folgen Influencern mit christlichen Inhalten oder arbeiten aktiv in Kirchengemeinden mit. Die Häufung von Krisen wie Corona, Klimawandel und Kriegsgefahr lassen viele nach spirituellem Halt und Orientierung suchen, aber auch der Wunsch nach gelebter Gemeinschaft mit anderen spielt eine Rolle. Kritiker sehen die Gefahr, dass gerade auf Social Media vor allem vereinfachende Botschaften verfangen, und manche Jugendliche deshalb anfällig werden könnten für unterkomplexe Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit. Auch die politische Einflussnahme religiöser Gruppen etwa in den USA erfüllt manche mit Sorge. Sich als liberal verstehende Kirchengemeinden wie die Baptisten aus Berlin-Schöneberg oder der evangelische Pfarrer Viktor Weber aus Berlin-Spandau wollen diesen Entwicklungen entgegentreten, indem sie Jugendlichen auch für eine hinterfragende Haltung zur Bibel gewinnen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.11.2026 arte
  • Folge 1759 (30 Min.)
    Seit Jahrzehnten sucht Anna Corrigan nach ihren zwei Brüdern. Beide kamen im Mutter-Baby-Heim im westirischen Tuam zur Welt. Für John gibt es eine Sterbeurkunde, für William nicht. Anna hält es deshalb für möglich, dass William noch lebt. Oder liegen seine Überreste auf dem Gelände? Die Ausgrabungen könnten endlich Klarheit darüber bringen, was mit ihren Brüdern geschah. Zwischen 1925 und 1961 starben in dem von katholischen Nonnen geführten Heim Hunderte Säuglinge und Kleinkinder. Die lokale Geschichtsforscherin Catherine Corless fand Sterbeeinträge für 796 Kinder – aber keine Begräbnisnachweise. Ihre hartnäckigen Recherchen brachten einen der größten Kirchenskandale Irlands ans Licht: Viele der verstorbenen Kinder wurden in einem Abwassertank auf dem Gelände entsorgt. PJ Haverty verbrachte seine ersten sechs Lebensjahre in dem Heim. Erst Jahrzehnte später erhielt er Zugang zu seinen Akten und erfuhr, dass er als Kind zur Adoption in die USA vorgesehen war. „Ich hatte Glück, dass ich überlebt habe. Ich hätte dort liegen können.“ Nun soll in Tuam aufgeklärt werden, was mit den Kindern geschah. Seit Juli 2025 wird das Gelände forensisch untersucht. Die sterblichen Überreste werden geborgen und sollen identifiziert werden. Wurden die Kinder Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung? Welche Verantwortung tragen Nonnen und staatliche Stellen? Erst 2021 entschuldigte sich die Regierung offiziell bei Überlebenden und Angehörigen. Tuam war kein Einzelfall: In ganz Irland starben in solchen Heimen rund 9.000 Kinder. Ist Tuam der Anfang einer umfassenden Aufarbeitung? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 03.11.2026 arte
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 07.10.2026
  • Folge 1760 (30 Min.)
    Anfragen zu US-Ausbürgerung haben bei den Suchmaschinen um 1.500 Prozent zugelegt. Die Zahl der in den Niederlanden lebenden US-Bürger ist von 15.000 auf 24.000 gestiegen. In Portugal hat sie sich verdreifacht – heute liegt sie bei 15.000, und auch in Spanien ist die Zahl der Visumsanträge in neun Jahren um 70 Prozent gestiegen. 41.000 US-Amerikaner haben in Spanien mittlerweile ihren ständigen Wohnsitz. Nicht nur wohlhabende US-Bürger, sondern auch Mittelklassefamilien, alleinerziehende Mütter, Akademikerinnen und Akademiker lassen sich zunehmend in Spanien nieder. Unter ihnen: Chris Kelly mit ihrer Tochter Theresa. Sie kommen nicht mehr zurecht im neuen Amerika. Sie haben alles zurückgelassen und wollen in Barcelona ein neues Leben beginnen – weit weg von Gewalt und mit der Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität. Cepee Tabibian ist ebenfalls Teil der US-amerikanischen Diaspora in Spanien. Seit zehn Jahren lebt sie nun schon hier. Die ehemalige Personalerin hat ihr Büroleben in den USA hinter sich gelassen. Heute ist sie Influencerin und Auswanderungscoach in Malaga. Seit der Wahl Donald Trumps werden ihre Videos für einen Umzug nach Europa immer häufiger geklickt. In den sozialen Netzwerken hat sie mehr als 65.000 Follower. Vanessa Velasquez hat sich für Madrid entschieden. Sie stammt aus einer kolumbianischen Familie – die Amtssprache Spanisch war für die Wahl ihres Ziellandes entscheidend. Die junge Frau ist lesbisch und lebte in der Republikaner-Hochburg Texas. Ihre sexuelle Identität war der wichtigste Faktor bei ihrer Entscheidung die USA zu verlassen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 04.11.2026 arte
  • Folge 1761 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 arte
  • Folge 1762 (29 Min.)
    Rom: Mitten im Trubel, an einer chaotischen Hauptstraße des hippen Viertels Trastevere, befindet sich ein ganz besonderer Ort, der weit mehr ist als ein herkömmliches Seniorenzentrum. Es ist ein Ort der Gemeinschaft und der Möglichkeit für einen Neuanfang. Ehrenamtlich geleitet von Gianfranco, bietet das Zentrum für einen kleinen Jahresbeitrag und günstige Kursgebühren ein breites Programm: Ob Schach, Aquarell, Pilates oder Tango – die Angebote sind gefragt. Die Mitgliedschaft kostet nur 15 Euro im Jahr, die Kurse höchstens 30 Euro monatlich. Irene hat sich für den Aquarellkurs entschieden, genau wie Maurizio, ein pensionierter Physiker und Meteorologe. Nach leichten Schlaganfällen trainiert Maurizio seine Koordination auch mit dem Tangokurs. Irene nutzt das Zentrum, um neue Freundschaften zu knüpfen. Die Gemeinschaft der Tagesstätte steht vor einer Bewährungsprobe: Eine neue Leitung muss gewählt werden. Gianfranco führt die Tagesstätte seit zwei Amtszeiten und die Stadt erlaubt keine Verlängerung. Darum endet seine Amtszeit endgültig in vier Wochen. Doch zunächst steht am Ende des Kursjahrs das Theaterstück „Tango der Erinnerungen“ an – ein Abend über ein Lebensgefühl, das hier alle kennen. Die Reportage zeigt einfühlsam, dass alles im Leben im stetigen Wandel ist – gerade beim Altern – und dass es für neue Wege nie zu spät ist. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 16.09.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 06.11.2026 arte
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 16.09.2026

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