Neustart im Frauenhaus
Folge 1733 (30 Min.)„Ich habe mir immer geschworen, ich lasse mich nie schlagen von einem Mann, und trotzdem habe ich mir alles gefallen lassen“, sagt Sabine. Nachdem er sie immer wieder zusammengeschlagen und dann sogar gedroht hat, sie zu töten, flüchtete sie, nur mit Leggings und T-Shirt bekleidet, zur Polizei. Sie fand Unterschlupf im Frauenhaus Espelkamp. Im Gegensatz zu den meisten Frauenhäusern ist dieses nicht anonym. Die Adresse, mitten im Ortszentrum, ist öffentlich bekannt. Hier sorgen Überwachungskameras für Sicherheit, auch Nachbarschaft und Polizei wissen Bescheid.Der Erleichterung, der Gewalt entkommen zu sein, folgt die Verzweiflung über diese Taten und die Sorge, wie es weitergehen soll. Teamchefin Miriam Kary erlebt die Frauen oft zuerst in einer Art Schockstarre, gefolgt von Trauer und Selbstvorwürfen: Was haben die Kinder mitbekommen? Warum bin ich nicht eher gegangen? Auch Lara aus Osteuropa (anonym) musste vor der Gewalt ihres Partners fliehen. Er hat sie erst mit Liebe überschüttet, dann erniedrigt, geschlagen und so manipuliert, dass sie sich in Deutschland prostituiert hat. Obwohl sie ihm alles Geld gegeben hat, hat er sie immer wieder verprügelt. „Ich hatte Angst jeden Tag, wann kommt der nächste Schlag? Angst um mein Leben.“ Nachdem sie ihm schwer misshandelt entkommen ist, hat er sie überall gesucht. Sie ist von Bordell zu Bordell geflohen, bis sie in einem streng geheim gehaltenen Schutzhaus Unterschlupf und Fürsorge gefunden hat. Für einen solchen Neustart braucht es viel Unterstützung und Zeit, die körperlichen und seelischen Wunden zu heilen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 28.09.2026 arte Färöer Inseln – Im Visier der Großmächte
Folge 1734 (30 Min.)Jedes Frühjahr verwandelt sich das bulgarische Tal der Rosen in ein duftendes Blütenmeer. Von hier stammen rund 70 Prozent des weltweit gehandelten Rosenöls. Ein Liter der kostbaren Essenz ist etwa 10.000 Euro wert und wird für Parfüms, Kosmetik und Medizin genutzt. Doch die traditionsreiche Branche steckt in der Krise. Die mühsame Ernte wird fast ausschließlich von Roma getragen. Noch vor Sonnenaufgang machen sich Anni und Ivko Marinow mit ihrer Familie auf zu den Feldern. In den wenigen Wochen der Saison verdienen sie einen großen Teil ihres Jahreseinkommens. Mit dem Geld früherer Ernten haben sie über Jahre ein eigenes Haus aufgebaut. Viele Roma in Bulgarien leben jedoch weiterhin unter prekären Bedingungen und fühlen sich vom Staat im Stich gelassen.Die Rosen blühen nur wenige Wochen und müssen täglich in den frühen Morgenstunden geerntet werden. Doch harte Arbeit, geringer Lohn und fehlende Perspektiven schrecken viele Erntehelfer ab. Immer mehr Menschen verlassen die Region oder wählen sichere Ganzjahresstellen, etwa in den Fabriken der nahe gelegenen Rüstungsindustrie, die seit dem Ukraine-Krieg boomt. Doch für die Rosenbauern wird der Mangel an Pflückern zunehmend existenzbedrohend. ARTE Re: erzählt von einer Region zwischen Tradition und Wandel, Armut und globalem Luxusgeschäft. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 arte Bulgariens Rosenölproduktion in der Krise
Folge 1735 (30 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Mi. 30.09.2026 arte Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 25.08.2026Belgiens Gastfamilien für psychisch Kranke
Folge 1736 (30 Min.)In Lierneux in den belgischen Ardennen leben psychisch kranke Patienten in Gastfamilien, fernab von geschlossenen Anstalten. Für sie beschränkt sich die Therapie nicht nur auf regelmäßige Arztbesuche, sie beginnt schon im Alltag, in der Küche, am Esstisch und im täglichen Kontakt mit der Gastfamilie. Dieses einzigartige Modell hat seinen Ursprung im Mittelalter in der flämischen Stadt Geel, dort nahmen die Bürgerinnen und Bürger schon damals Menschen mit psychischen Leiden bei sich zu Hause auf. Die Reportage begleitet Patienten, eine Gastfamilie und Pflegekräfte, die gemeinsam versuchen, ein fragiles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten: Freiheit zu erlauben, ohne die Betreuung zu vernachlässigen.Denn hier vermischen sich täglich psychiatrische Betreuung und Alltag: Gemeinsam kochen und essen, die Arbeit auf dem Feld oder einfach nur jemand, der abends auf einen wartet – all das sind Wege, mit der Krankheit umzugehen und ein erfülltes Leben zu führen. Diese Alternative zur psychiatrischen Einweisung ist heute in Belgien gefährdet, denn es fehlt an Gastfamilien und auch am Geld zu deren Unterstützung. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 30.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte Haute Cuisine für Alle!
Folge 1737 (30 Min.)Tief im Süden von Frankreich, in Narbonne, empfängt das „Les Grands Buffets“ jeden Tag um die 1.000 Gäste – 500 mittags und 500 zum Diner. Der ehemalige Theaterschauspieler Louis Privat hat mit dem Haute-Cuisine-Tempel eine Welt wie aus einer anderen Zeit erschaffen: Die Kellner in Livree, die Buffets aus Messing, die Silberwaren im Jugendstil. Und das mitten im Industriegebiet, in einem Zweckbau, in dem auch eine Eissporthalle und ein öffentliches Schwimmbad untergebracht sind. Der umtriebige Patron will nichts weniger als das kulturelle Erbe der Franzosen bewahren: die Haute Cuisine.Sein Idol: der legendäre Koch Auguste Escoffier, der die französische Spitzenküche prägte wie kein Zweiter. Nach Escoffiers Kochbuch vom Anfang des 20. Jahrhunderts wird im „Les Grands Buffets“ gekocht: „Das ist unsere Bibel“, sagt Louis Privat. Weil er vom Theater kommt, ist hier alles eine große Inszenierung: die Präsentation der Speisen, die verschiedenen Speisesäle, der Auftritt der Köche und Kellner. Und wenn die „Blutente“ zubereitet wird, läuft dazu Wagners „Walkürenritt“. Doch Louis Privat hat sich auch von den sozialen Arbeitsbedingungen inspirieren lassen, die sein Vorbild Escoffier einführte. Die Löhne sind übertariflich, die Angestellten haben 3,5 Tage Freizeit pro Woche und wer ein Darlehen braucht, bekommt es von ihm. Die Reportage begleitet einen Tag lang den Chefkoch, die Kellnerin, den Patron und eine Familie aus Toulouse, die dem deutschen Schwiegersohn das Speisen à la française beibringen will. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 02.10.2026 arte Asbest-Alarm in Österreich
Folge 1738 (30 Min.)Die Verarbeitung von Asbest ist wegen gesundheitlicher Risiken in der EU und vielen weiteren Ländern verboten. Doch im österreichischen Burgenland kommt 2026 heraus: In mehreren Steinbrüchen wurde Serpentinit abgebaut, das Asbest enthalten kann. Das Gestein wurde über Jahre als Schotter, Streusplitt oder Straßenbelag verwendet – und damit großflächig verteilt. Nach der Schließung von vier Steinbrüchen beginnt die Suche. Stefan Stadler von Greenpeace und sein Investigativ-Team nehmen Proben und finden Asbest auf Straßen und Parkplätzen.Die Spur führt bis ins ungarische Szombathely. Dort sind Wohngebiete betroffen, in denen Familien mit kleinen Kindern leben. Straßen müssen wegen des giftigen Staubs bewässert und belastete Flächen saniert werden. Wie groß die gesundheitliche Gefahr ist, darüber gehen die Einschätzungen auseinander. Die Behörden im Burgenland sehen aufgrund eigener Luftmessungen keine unmittelbare Gefährdung. Greenpeace fordert dagegen weitere Untersuchungen. Das Problem: Außer an Arbeitsplätzen gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert für Asbest in der Außenluft. Nicole und Dietmar Cseh sind persönlich betroffen. Ihr Haus liegt nur wenige Kilometer von einem geschlossenen Steinbruch entfernt. Experten haben im Streusplitt vor ihrem Haus Asbest nachgewiesen. Das Paar sieht sich demselben Gift ausgesetzt, an dem Nicole Csehs Vater gerade verstorben ist. Als Elektriker hatte er jahrzehntelang mit Asbest auf Baustellen zu tun, als das Material noch ganz legal verbaut wurde. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 05.10.2026 arte Eltern gegen Social Media
Folge 1739 (29 Min.)Nachdem sich seine Tochter Mia im Alter von 14 Jahren nach Online-Mobbing das Leben nahm, setzt sich Mariano Janin in Großbritannien für Altersgrenzen auf Social-Media-Plattformen und wirksame Schutzfilter ein. Zusammen mit der Elterninitiative Bereaved Families for Online Safety bereitet er derzeit eine Klage gegen TikTok in den USA vor. In Großbritannien hatte ihre Lobbyarbeit bereits Erfolg. Im Frühjahr 2027 soll eine gesetzliche Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Medien eingeführt werden. Auf eine solche Regelung wartet Verena Holler in Deutschland derzeit noch.Die dreifache Mutter hat den Verein Smarter Start ab 14 mitgegründet. Sie wirbt für eine Kindheit ohne Smartphone. Die zentrale Idee: ein Elternpakt, bei dem Eltern vereinbaren, ihren Kindern während der Grundschulzeit kein eigenes Smartphone zu geben. So sollen Neid und sozialer Druck unter den Kindern gar nicht erst entstehen. Die Belgierin Audrey Hédo weiß um die Sogwirkung von Social Media. Sie ist selbst Beauty-Influencerin und hat deshalb beschlossen, ihre zwei Kinder möglichst lange von Smartphones und Social Media fernzuhalten. Ihr 13-jähriger Sohn Ohio darf sein Smartphone, auf dem weder TikTok, Snapchat noch Instagram installiert sind, nur nutzen, wenn er allein unterwegs ist. Für ihren eigenen Account filmt und fotografiert Audrey ihre Kinder aber dennoch. Für sie ist das kein Widerspruch. Wie viel digitale Freiheit brauchen Kinder und wie viel Schutz vor sozialen Medien? Alle drei Eltern finden sehr unterschiedliche Antworten auf eine Frage, die viel diskutiert wird. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 06.10.2026 arte Shalom Italien – Neue Heimat für Israelis? – Folge 7
Folge 1740 (30 Min.)Im norditalienischen Valsesia, gut 100 km von Mailand entfernt, finden immer mehr Israelis ein neues Zuhause. Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 sind viele Familien in das abgelegene Alpental gekommen – auf der Suche nach Sicherheit und einem anderen Leben. Möglich macht den Neuanfang Ugo Luzzati. Der italienischstämmige Israeli kam selbst vor vier Jahren ins Valsesia und vermittelt heute Wohnungen und Jobs. Er hilft Neuankömmlingen, in Italien Fuß zu fassen. Eine von ihnen ist Anna Kogen. Gemeinsam mit ihrem Sohn Niko lebt sie seit drei Jahren in Varallo. Während Anna die Beschaulichkeit im Tal schätzt, fällt Niko genau deswegen die Eingewöhnung schwer. Er vermisst Tel Aviv, seine Freunde und das Leben in der Großstadt.Und auch im Valsesia wird der 14-Jährige mit den Folgen des Nahostkonflikts konfrontiert. Für andere ist der Neuanfang bereits gelungen. Die pensionierte Krankenschwester Dina Cohen engagiert sich in ihrer neuen italienischen Heimat. Künstlerin Yael Touitou träumt davon, mit Kunstaktionen Valsesia zu neuem Leben zu verhelfen, da das Tal in der Vergangenheit eine massive Abwanderung verkraften musste. Mehr als 70 israelische Familien sind inzwischen mithilfe von Ugo Luzzati ins Valsesia gekommen. Doch seine Vision reicht noch weiter: Er möchte auch eine Familie aus Gaza ins Tal holen. Zwischen Hoffnung und Neuanfang zeigt die Reportage auch, wie schwer es ist, dem Nahostkonflikt zu entkommen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 07.10.2026 arte Zurück in die Heimat Polen
Folge 1741 (30 Min.)Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und Polens Beitritt zur Europäischen Union verließen Millionen von Menschen ihre Heimat. Eine ganze Generation war bereit, alles zu riskieren, um sich im Ausland ein neues Leben aufzubauen. Doch der Trend hat sich nun umgekehrt. Polens dynamische Wirtschaft, die sich verbessernde Lebensqualität und berufliche Perspektiven ziehen diejenigen an, die das Land einst verlassen hatten. Eine Polin erzählt von ihrem Leben in Deutschland, wo sie als Putzfrau arbeitete. Nach der Rückkehr in ihre Heimat absolviert sie eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und konnte dank staatlicher Unterstützung ihre eigene Praxis eröffnen. Ihre Geschichte zeugt von Veränderungen in Polen, die einen sozialen Aufstieg ermöglichen und auch von der Sehnsucht, sich in Polen wieder heimisch zu fühlen.Eine junge Wissenschaftlerin absolvierte ihr gesamtes Studium im Ausland, ihr stand eine internationale Karriere offen. Dennoch kehrte auch sie nach Polen zurück. Der Lebensweg dieser beiden Frauen steht für die Bestrebungen einer Generation, ihr Glück nicht mehr nur im Westen zu suchen. Die Reportage beleuchtet die Beweggründe für diese neue Art der europäischen Mobilität. Polen wurde nach Jahrzehnten der Auswanderung durch seinen politischen und wirtschaftlichen Wandel wieder attraktiv. Das Land im Umbruch behauptet seinen Stellenwert in der EU und verfolgt einen klaren Kurs: Nachwuchskräfte sollen im Land bleiben und einst ausgewanderte Fachkräfte zurückkehren. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 01.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 08.10.2026 arte Auf der Route der türkischen Gastarbeiter
Folge 1742 (30 Min.)Hakibar und Adil Yirmibeş aus Düsseldorf starten wie jeden Sommer mit dem Auto in ihr Heimatdorf an der türkischen Schwarzmeerküste. Die Reise führt über Österreich, quer über den Balkan bis in die Türkei. Dabei schwingt auch Trauer mit: Vor drei Jahren starb ihr ältester Sohn, er ist in ihrem Heimatdorf begraben. Mehr als 2,5 Millionen türkische Auswanderer begeben sich jedes Jahr auf die strapaziöse Tour. Die meisten, weil es günstig ist, andere aus nostalgischen Gründen. Entstanden ist die Sıla Yolu in den 1960er-Jahren als Route der Gastarbeiter auf Heimaturlaub.Damals waren die Straßen schlecht und der Weg gefährlich. Vieles ist heute besser. Trotzdem müssen sich die Reisenden auf Stau an den Grenzübergängen, Übermüdung, Autopannen und mancherorts sogar Diebe und Betrüger einstellen. Kaum jemand weiß das so gut wie Sezai Koç. Der Deutsch-Türke hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Landsleuten auf der Strecke zu helfen – weil er in den 1980er-Jahren selbst schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Heute betreibt er das Internetportal Silayolu.com mit Nachrichten rund um die Reise. Außerdem hat er den Pannendienst Euro Türk Assist gegründet, mit einem Netzwerk aus vertrauenswürdigen Autowerkstätten entlang der Route. Wer zu müde zum Weiterfahren ist, kann auf halber Strecke im Bosphorus Hotel in Serbien anhalten. Der Familienbetrieb ist komplett auf türkische Auswanderer ausgerichtet, lässt seine Köche extra aus der Türkei einfliegen. Besitzer Fevki Şilik und sein Team können sich im Sommer kaum vor Gästen retten – und wundern sich bisweilen über ihre Hast. Denn die Gäste wollen so schnell wie möglich die Grenze zur Türkei überqueren. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 09.10.2026 arte Workuta – Russlands vergessene Stadt in der Arktis
Folge 1743 (29 Min.)Die russische Stadt Workuta wurde einst als Straflager und Bergbaustadt für deutsche Kriegsgefangene gegründet. Vor Beginn des Zerfalls der Sowjetunion hatte die Stadt rund 120.000 Einwohner, zuletzt noch etwa 55.000. Damit war Workuta eine der am schnellsten schrumpfenden Großstädte Russlands. Workuta liegt oberhalb des Polarkreises, der Winter dauert hier neun Monate und nach der Schließung vieler Kohleminen gab es kaum noch Jobs. Ganze Stadtteile wurden zu Geisterstädten. Dazu kommt, dass die Stadt nicht ans Straßennetz angeschlossen ist und etwa 1.000 Kilometer nördlich der nächstgelegenen Großstadt liegt. Doch Workuta entfaltet eine neue Anziehungskraft. Viele Menschen können sich die Mieten in Russlands Großstädten nicht mehr leisten.Russlands soziale Netzwerke sind gerade voll mit dem Thema: Hier gibt es Eigentumswohnungen ab 500 Euro zu kaufen! Ein Eigenheim zum Preis eines Smartphones! Auch Elena Sbezhnewa wohnt seit Kurzem hier. Sie ist Kriegsflüchtling aus dem Donbass. Eine Wohnung im Rest Russlands konnte sie sich nicht leisten. Nun wohnt sie in einer modernen Wohnung, die sie für rund 8.000 Euro Kaufpreis erworben hat. Sie leidet trotzdem unter den allgemeinen Problemen wie Einsamkeit, Dunkelheit, Abgeschiedenheit und Entfernung zu Bekannten. Doch Workuta war für sie die einzige Möglichkeit, eine eigene Wohnung zu besitzen. In Zeiten von Krieg und Krisen findet man in Workuta zumindest das, was der Rest Russlands aktuell nicht bieten kann: Ruhe und Sicherheit. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 12.10.2026 arte Mit Fasten gegen chronische Krankheiten
Folge 1744 (30 Min.)Martine Willot lebt in Lys, einem idyllischen Ort im Burgund. Vor sechs Jahren erhielt sie die Diagnose Parkinson. Als die ersten Symptome ihren Alltag zunehmend prägten, entschied sie sich, einen ungewöhnlichen Weg zu gehen: regelmäßiges Heilfasten. Seitdem fastet sie alle fünf Wochen für jeweils eine Woche – meist zu Hause. Wenn möglich aber auch alle Jahre unter ärztlicher Aufsicht in der privaten Buchinger Klinik am Bodensee. Martine ist überzeugt, dass ihr dieses strenge Ritual hilft, die Krankheit in Schach zu halten.Seit sie fastet, hat sie keine spürbaren Schübe mehr erlebt. Außerdem hatte sie jedes Mal nach dem Fasten für zwei Wochen keine Symptome. Auch Vinia Deutsch hofft auf eine Linderung ihrer Beschwerden. Die Friseurin leidet unter chronischen Schulterschmerzen und Arthrose. Jeder Arbeitstag als Friseurin ist von Schmerzen begleitet. Als sie vor einigen Jahren mit Saftfasten begann, bemerkte sie, dass die Schmerzen nachließen und ihre Beweglichkeit zurückkehrte. Seitdem fastet sie immer wieder, wenn die Beschwerden zu stark werden. Nun hat sich Vinia für eine Therapie in einer Berliner Klinik entschieden, in der das Scheinfasten Teil der Behandlung ist. Ihre Hoffnung: Entzündungen zu reduzieren und ihren belastenden Arbeitsalltag besser bewältigen zu können. Die Reportage begleitet beide Patientinnen in ihrem Alltag und beim Fasten. Bringt das Fasten wirklich Linderung bei chronischen Krankheiten? Was sagen die Ärzte? Und was ist der Unterschied zwischen Heilfasten und Scheinfasten? (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 13.10.2026 arte Verschwunden im Kosovokrieg
Folge 1745 (30 Min.)Als der Vielvölkerstaat Jugoslawien in den 1990er-Jahren zerfiel, strebte auch die mehrheitlich albanische Bevölkerung im Kosovo nach Unabhängigkeit. Von 1998 bis 1999 eskalierte der Konflikt zwischen der Befreiungsarmee des Kosovo und jugoslawischen sowie serbischen Sicherheitskräften. Während des Krieges kam es zu zahlreichen Massakern an der albanischen Zivilbevölkerung. Um Beweise zu vernichten, wurden die Leichen teilweise verschleppt, verbrannt oder versteckt. Im kleinen Ort Krushë e Vogël ermordeten serbische Streitkräfte über 100 albanische Männer und Jungen.Qazim Shehu verlor neun Familienmitglieder, darunter seinen damals 16-jährigen Halbbruder Ajvaz. 27 Jahre später kann Qazim ihn endlich beerdigen. Von Augenzeugen des Massakers erfährt er, was seinem Bruder damals zugestoßen ist. Das Ehepaar Halil und Zyla Ujkani hofft nach wie vor darauf, dass ihre beiden vermissten Söhne noch leben. Xhyle Haziri von der NGO „Die Stimme der Eltern“ kümmert sich um die beiden und viele weitere Angehörige. Nachdem auch ihr Mann im Krieg ermordet wurde, ist sie unermüdlich auf der Suche nach den Vermissten. Sie tröstet, übt Druck auf Institutionen aus und arbeitet eng mit dem forensischen Anthropologen Dr. Ditor Haliti zusammen, der im Kosovo bereits die Überreste zahlreicher Kriegsopfer gefunden und an die Familien übergeben hat. Der Kampf um Selbstbestimmung ist im Kosovo auch im Jahr 2026 allgegenwärtig. Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Landes nach wie vor nicht an. Für unzählige Menschen im Kosovo wird der Krieg erst vorbei sein, wenn alle Vermissten gefunden wurden. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 14.10.2026 arte Solo-Mama! Kein Partner, kein Problem?
Folge 1746 (30 Min.)Familie jenseits der klassischen Kernfamilie: Immer mehr Menschen gründen heute eine Familie nach ihren eigenen Vorstellungen. Solo-Mutterschaft und Co-Parenting stehen für neue Formen von Elternschaft, die Selbstbestimmung versprechen, aber auch neue Herausforderungen mit sich bringen. Olivia (43) hat sich bewusst dafür entschieden, ihren Kinderwunsch ohne Partner zu verwirklichen. Noch während der Schwangerschaft zieht sie zu ihrer 72-jährigen Mutter. Doch als ihr Sohn Carl zur Welt kommt, verläuft der Start ins Familienleben anders als erhofft.Olivia ist nach einem Kaiserschnitt körperlich eingeschränkt. Ihr Baby leidet unter starken Schmerzen und kommt kaum zur Ruhe. Olivia kämpft gegen Erschöpfung, Schlafmangel und die Belastungen des Alltags. Unterstützung erhält sie nur begrenzt. Auch die Schweizerin Stefanie (26) wollte Mutter werden, ohne eine Paarbeziehung führen zu müssen. Gemeinsam mit Jorge, dem Vater ihrer Zwillinge, lebt sie ein Co-Parenting-Modell. Während Stefanie in der Schweiz lebt, wohnt Jorge mit seinem Ehemann in Amsterdam. Rund 800 Kilometer trennen die Eltern. Die Organisation von Betreuung, Verantwortung und gemeinsamen Entscheidungen wird dadurch zur täglichen Herausforderung. Als Stefanie nach einem Unfall zeitweise ausfällt, gerät das fragile Gleichgewicht ins Wanken. Die Reportage begleitet zwei Frauen auf ihrem Weg durch neue Familienmodelle und zeigt, wie viel Mut, Kraft und Kompromissbereitschaft es braucht, Elternschaft jenseits traditioneller Rollenbilder zu leben. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 15.10.2026 arte Urlaub am Polarkreis – Norwegens Lofoten am Limit
Folge 1747 (30 Min.)Anstatt in Italien zu schwitzen, suchen die Mailänder Alessandra Petrei und Mattia Canciani mit ihrem Wohnmobil und Hund Chopin eine kühle Auszeit im hohen Norden. Damit sind sie nicht allein. Auf gerade einmal 25.000 Einwohner kommen inzwischen über eine Million jährliche Besucher, die Urlaub auf der rauen Inselgruppe 200 Kilometer über dem Polarkreis machen. Doch der Ansturm hinterlässt Spuren: ausgetretene Pfade, zertrampelte Wiesen und überfüllte Hotspots wie der Berg Reinebringen. Um die empfindliche Natur zu schützen, legen nepalesische Sherpas seit über 20 Jahren Treppen aus tonnenschweren Steinblöcken an. Damit sollen die steilen und unbefestigten Wanderwege gesichert werden – eine jahrhundertealte Handwerkskunst aus dem Himalaja, finanziert vom norwegischen Staat.Wie viel Andrang verträgt die empfindliche Natur und wer entscheidet, wann es zu viel ist? Das ist eine Frage, die auch die Gemüter der Bevölkerung der Lofoten erhitzt. Ranger Peter Andresen vom Lofoten Friluftsråd versucht zwischen Naturschutz, Tourismuswirtschaft und Einheimischen zu vermitteln. Die lokale Facebook-Gruppe Overturisme i Lofoten mit fast 4.000 Mitgliedern fordert strengere Regeln und eine Begrenzung der Besucherzahlen. Der Tischler Asbjørn Rasmussen hat die Gruppe gegründet. Sein Bruder Audun führt als Guide selbst Touristen durch die Berge und Fjorde. Die beiden Brüder dokumentieren die Umweltschäden des Overtourismus und konfrontieren professionelle Bergführer mit deren Fehlverhalten. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 16.10.2026 arte
