Frauen der Gitans ringen um Freiheit
Folge 1682 (30 Min.)In Frankreich zählen sich fast 350.000 Menschen zu den Gitans, vor allem im Süden des Landes, in Richtung Spanien. Sie bewahren bis heute ihre Traditionen mit strengen Regeln: In vielen Familien werden junge Mädchen noch immer früh verheiratet. Sie werden Mütter, noch bevor sie ihr Leben in ihre eigenen Hände nehmen können. Sie wachsen auf unter dem ständigen Blick der Gruppe. Die Ehre des Vaters und der Ruf der Familie ist heilig. Doch auch bei ihnen formiert sich eine neue Generation von Frauen: Sie wollen mehr Schulbildung, sie haben neue Vorbilder, sie stellen die alten Normen in Frage und definieren ihren Platz im Leben neu. Viele wollen nicht mit ihrer Kultur brechen, gleichzeitig aber eine andere Zukunft für Mädchen und Frauen erfinden. (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere Do. 14.05.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 15.05.2026 arte Spaniens Boom dank Einwanderung
Folge 1683 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere Mo. 18.05.2026 arte Heimat Venezuela, Exil Madrid
Folge 1684 (30 Min.)Luis Mata ist erst vor wenigen Wochen in Madrid angekommen. In seiner Heimat Venezuela wurde der 24-Jährige politisch verfolgt, verhaftet und misshandelt. Insgesamt saß er ein Jahr in einigen der berüchtigten Haftanstalten Venezuelas. Schließlich floh er – über Brasilien nach Spanien. Jetzt beginnt für ihn ein neues Leben im Exil. Luis hat PR und Jura studiert, doch in Madrid muss er bei null anfangen. Er lebt zunächst in einem vom Roten Kreuz bezahlten Hotel am Stadtrand, bekommt 56 Euro im Monat staatliche Unterstützung.Allein das Ticket für die U-Bahn kostet schon 36 Euro. Luis sucht dringend Arbeit und eine eigene Wohnung. Unterstützung erhofft er sich von seiner Mutter, die schon vor Jahren nach Spanien geflohen ist. Doch auch sie lebt von wenig. Gleichzeitig hat Luis eine Mission: Er will weiter für die Demokratie in Venezuela kämpfen. Er schließt sich einer Exil-NGO an, trifft andere Venezolaner in Bars und auf Märkten. Über Videoanrufe bleibt er mit Freunden in der Heimat verbunden. Auch Yasmina Hera lebt erst seit einem Jahr in Madrid. Die 52-jährige ehemalige Journalistin kam mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Söhnen. Heute arbeitet sie in einem Lager, befristet und schlecht bezahlt. Immerhin: Gerade hat sie für ihre Familie eine neue, bezahlbare Wohnung gefunden. In Spanien leben rund 400.000 Venezolaner im Exil, allein 200.000 von ihnen in Madrid. Sie alle stehen vor derselben Herausforderung: ein neues Leben beginnen – und gleichzeitig die Hoffnung auf eine Rückkehr nicht ganz aufgeben. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Do. 21.05.2026 arte Rumänien, das unvermessene Land
Folge 1685 (30 Min.)„Er ist wieder nicht da“, sagt Andrei Costea. Dabei hatte der Eigentümer des Bauernhofs der Vermessung telefonisch zugestimmt. Frustriert packen die Topographen aus Bukarest ihre Messgeräte wieder ein. Allein die Fahrt in die Banater Berge hat acht Stunden gedauert. Nun stehen sie bereits zum zweiten Mal vor verschlossener Tür. Seit 2014 versucht Rumänien mit EU-Geldern, alle Grundstücke des Landes zu erfassen. Doch das Kataster zählt bis heute zu den unvollständigsten der EU. Besonders in den entlegenen Bergregionen gibt es große Lücken.Hier regeln die Bauern ihren Grundbesitz seit Generationen per Handschlag und ohne Notar. Dass Eigentum heute nur noch mit zentimetergenauen Koordinaten aus Satellitentechnik anerkannt wird, löst Misstrauen aus: „Viele denken, dass wir in irgendeinem politischen Auftrag kämen und ihr Land wegnehmen wollen“, so Topograph Andrei. „Dabei wollen wir doch nur unsere Kataster-Arbeit machen!“. Einer, der beide Welten kennt, ist Luca Cionca. Der 65-Jährige lebt mit seiner Frau Maria in der Bergsiedlung Ineleţ, erreichbar nur durch einen zweistündigen Fußmarsch und über eine steile Leiter. Luca kennt jeden Baum auf seinem 13 Hektar großen Grundstück, doch auf dem Papier existierte sein Besitz lange nicht. „Man hat geerbt und wusste einfach, was einem gehört“, erklärt Luca Cionca, „aber man hatte kein Dokument, keinen Grundbucheintrag“. Ursprünglich wollte Rumänien bereits 2024 ein vollständiges Kataster haben. Auch die neue Frist bis 2027 ist ambitioniert. Den Topographen geht es nicht nur ums Vermessen, sondern auch ums Vertrauen der Bauern. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 20.05.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Fr. 22.05.2026 arte Sizilien: Eine Stadt am Abgrund
Folge 1686 (30 Min.)Die Gastronomen Benedetta Ragusa und Toni Rinnone essen zufällig bei Verwandten zu Mittag, als ein gewaltiger Erdrutsch ihr Wohnhaus am Stadtrand von Niscemi in die Tiefe reißt. Tagelange Regenfälle hatten den Untergrund aufgeweicht und schließlich brach die Erde ohne Vorwarnung auf einer Länge von circa vier Kilometern weg. Jetzt bedroht der Abgrund weitere Teile des historischen Zentrums. Auch die beiden Gaststätten von Benedetta und Toni liegen in der von den Behörden errichteten Sperrzone. Die beiden konnten ein paar Einrichtungsgegenstände retten – aber ob die Häuser stehen bleiben, ist ungewiss.„Unser Herz ist für immer gebrochen“, sagt Toni. „Jetzt müssen wir bei null anfangen und wissen nicht, was dabei herauskommt.“ Für viele Bewohner ist die Katastrophe eine Wiederholung der Ereignisse: Bereits 1997 gab es am Stadtrand einen kleineren Erdrutsch. Maria Campione musste auch damals ihr Haus verlassen, durfte nach ein paar Tagen aber wieder zurück. Doch diese Hoffnung gibt es dieses Mal nicht. Ihr Haus steht zu nah am Abhang. „Es wird abgerissen“, sagt Tochter Ivanka. „Es wird nichts mehr da sein, nur noch Luft.“ Maria Campione bleiben nur ihre Erinnerungen und eine Wut auf die Behörden. „Nach 1997 wurde nichts getan“, sagt sie. „Dieser Erdrutsch hätte verhindert werden können“. Damals wurden Millionen Euro für Sicherungsmaßnahmen bereitgestellt, die jedoch nur teilweise umgesetzt wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen Politiker und Bauunternehmer. Der Vorwurf: Sie hätten von der Gefahr gewusst, aber nichts unternommen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 27.05.2026 arte
