• Folge 892 (32 Min.)
      Ein Fischkutter im Hafen von Myre – Bild: ZDF /​ © Spiegel TV/​Michael McGlinn /​ © Spiegel TV/​Michael McGlinn
      Ein Fischkutter im Hafen von Myre
      Etwa 80 Prozent ihres Jahreseinkommens verdienen die Fischer und Fischerinnen auf den Lofoten in nur drei Monaten mit dem Fang von Skrei, dem norwegischen Winterkabeljau. Kein Wunder, dass es in Norwegen heißt, wer nach Fisch riecht, riecht nach Geld. Die Region ist abhängig von Skrei – nicht nur ökonomisch, sondern auch touristisch und kulturell. Zu Ehren des schuppigen Wirbeltiers aus der Familie der Dorsche findet im Fischerdorf Myre regelmäßig das Vesterålen Skreifestival statt. Dieses Jahr bringt eine Woche Sturm die Vorbereitungen für das Spektakel kurz ins Wanken, doch dann bringt Kapitän Preben Meland mit seinem Fischkutter Morgenstjerne Nachschub für die Fischfabriken und das Festival.
      Das freut besonders Leon (11), der dieses Jahr zum ersten Mal das sogenannte „Gold der Lofoten“ sammelt und mit einem einzigen langen Schnitt die Zunge aus dem Maul des Fisches entfernt. Den alten Fischerinnen und Fischern war diese Arbeit zu mühsam, und so verdienen sich traditionell die Jungen und Mädchen der Region mit dem Kabeljauzungenschneiden bis zu 100 Euro pro Stunde. Wer sich geschickt anstellt, bringt es in einer Saison auf viele Tausend Euro, die auf ein Sparkonto wandern oder in Luxusgüter investiert werden, die sich die Kinder und ihre Eltern sonst nicht leisten könnten: iPhones, Laptops, Klamotten. Sophie Berg (14) hat schon mehrfach an der Weltmeisterschaft im Kabeljauzungenschneiden teilgenommen und zeigt Leon ein paar Tricks, wie man die Zungen am schnellsten heraustrennt und auf einen Spieß rammt.
      Doch hat der Neuling beim diesjährigen Wettbewerb eine Chance gegen die erfahrene Konkurrenz? (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMo 23.05.2022arteDeutsche Online-PremiereSo 22.05.2022arte Mediathek
    • Folge 893 (32 Min.)
      Scheyh Faris bei der Feldarbeit
      Etwa 3,6 Millionen Syrerinnen und Syrer sind seit Beginn des Bürgerkriegs in die Türkei geflohen. Kein Land der Welt beherbergt derzeit so viele Flüchtlinge. Viele haben sich inzwischen gut integriert, arbeiten und leben in türkischen Großstädten. Andere verdienen sich ihr Auskommen als Landarbeiter und hausen in Hütten oder Zelten. Präsident Erdogan inszenierte sich jahrelang als Schutzherr der Muslime und nahm syrische Frauen, Kinder und Männer bereitwillig auf. Die türkische Bevölkerung steht jedoch im Zuge der Wirtschaftskrise den Flüchtlingen inzwischen zunehmend skeptisch gegenüber. „Re:“ begleitet eine in Istanbul arbeitende syrische Krankenschwester und einen an der türkisch-syrischen Grenze lebenden Landwirt mehrere Monate bei ihren täglichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen als Flüchtlinge in der Türkei.
      Die Reportage blickt auch in die türkische Stadt Bolu, in der ein offen rassistischer Bürgermeister gegen Syrer hetzt und dabei viel Zustimmung bekommt. Dort lebt ein 68jähriger Blumenhändler, der seinen Bürgermeister unterstützt. Widerstand gegen die Syrer-Feindlichkeit kommt von Menschenrechtsorganisationen. Sie haben in Istanbul den Bürgermeister verklagt, und einer der Aktivisten fährt nach Bolu, um dort Syrern zu helfen. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMi 25.05.2022arteDeutsche Online-PremiereDi 24.05.2022arte Mediathek
      Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 25.04.2022
    • Folge 894 (32 Min.)
      Die Firma Micronutris in Toulouse ist heute einer der führenden Anbieter von Insekten als Lebensmittel in Europa. In riesigen Hallen züchten sie die Krabbeltiere in Hochregalen, in ihrer Probeküche entwickeln sie neue Rezepte für Köchinnen und Köche sowie Verbraucherinnen und Verbraucher, und ihre Marketingabteilung designt die Konzepte von der Ernährung für morgen. Schon heute genießen manche Französinnen und Franzosen Insekten à la carte: Das kleine Restaurant „Le Festin Nu“ in Paris serviert Grillen, Skorpione, Würmer, Grillen, Wanzen oder auch Heuschrecken zu Chicorée oder eingelegten Paprikaschoten… Guten Appetit! (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDo 26.05.2022arteDeutsche Online-PremiereMi 25.05.2022arte Mediathek
    • Folge 895 (32 Min.)
      Es ist ein spektakuläres Projekt der Bundesregierung: Cannabis soll legalisiert werden. Das beschert Startup-Unternehmern grasgrüne Zukunftsträume und Lobbyisten volle Terminkalender – hinter den Kulissen steckt die Branche die Claims für einen Multi-Milliarden Markt ab. Doch der Weg zur Freigabe als Genussmittel hält noch manche Herausforderung bereit… (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereFr 27.05.2022arteDeutsche Online-PremiereDo 26.05.2022arte Mediathek
      Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 22.04., dann für den 11.05.2022
    • Folge 896 (32 Min.)
      Logo Re:
      Die Dragqueen Veuve Noir besucht Neuntklässlerinnen und -klässler der Gemeinschaftsschule in Neumünster. Als homosexueller Mann, der sich gerne als Frau zurechtmacht, stellt sich Veuve ihren Fragen. Gemeinsam mit Olivia Jones hat sie das Projekt „Olivia macht Schule“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, nicht nur Vorurteile gegenüber Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen abzubauen, sondern sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür geht sie in Schulen und spricht mit den Kindern. Auch Geflüchtete haben häufig mit Verurteilung zu kämpfen und werden in ihrer neuen Heimat oftmals nicht genug gefördert. Doch die aus Syrien stammende Chocolatiers-Familie Hadad wurde nach ihrer Flucht in Kanada aufgenommen und konnte dort in kürzester Zeit in ihrem neuen Heimatstädtchen Antigonish eine neue Schokoladenfirma gründen.
      Sie nennt ihre Marke „Peace by Chocolate“ – Ausdruck ihrer Mission: Schokoladenstück für Schokoladenstück gesellschaftlichen Frieden zu stärken. Es gibt Millionen von Menschen, die von der Modeindustrie nahezu ignoriert werden – zum Beispiel Personen im Rollstuhl. Deswegen hat Josefine Thom ihr Modelabel MOB gegründet. Das steht für Mode ohne Barrieren. Ihr Motto: „Was praktisch ist, muss auch schön sein.“ Ihre Modelle zeichnen sich durch klug mitgedachte Details wie Magnetverschlüsse aus – Designs, die zu mehr Selbstbestimmung verhelfen können. Laut Thom ist Mode weit mehr als nur Kleidung. Sie ist essenziell für die Teilhabe in einer Gesellschaft. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereFr 27.05.2022arteDeutsche Online-PremiereDo 26.05.2022arte Mediathek
      Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 29.04.2022
    • Folge 897 (32 Min.)
      Ewa (re.) und Reza (li.) sind bereit sich auf den Weg zu machen, um ihr Wunschkind aus Kiew zu sich zu holen. Trotz erschwerter Bedingungen durch den Krieg und die bürokratischen Hürden.
      Ewa und Reza haben sich immer ein Kind gewünscht. Nach zehn Jahren mit erfolglosen Versuchen künstlicher Befruchtung und einer Fehlgeburt haben sie sich für eine Leihmutterschaft in der Ukraine entschieden. Jetzt liegt ihr Baby mit 30 anderen in einem Keller in Kiew, es kann nicht einfach nach Deutschland gebracht werden, dort ist Leihmutterschaft verboten. Das Kind braucht Papiere. Die Behörden reagieren nur langsam auf die neue Lage und täglich bringen Leihmütter neue Babys zur Welt. Ewa und Reza können nicht mehr warten. Sie machen sich auf den Weg zu ihrem Wunschkind, der führt über bürokratische Hürden und mitten durch den Krieg. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMo 30.05.2022arteDeutsche Online-PremiereSo 29.05.2022arte Mediathek
    • Folge 898 (32 Min.)
      Die Tänzer, Sänger, Musiker, Bühnenbildner, Ton- und Lichttechniker des Opernhauses von Lwiw haben es sich zur Aufgabe gemacht, die ukrainische Kultur am Leben zu erhalten, während diese zu einem bevorzugten Ziel der Russen geworden ist. Anfang April schätzte die UNESCO, dass mindestens 53 Kulturstätten von Wladimir Putins Armee beschädigt worden waren. Doch die Angestellten des Opernhauses in Lwiw, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, entschieden sich für den Widerstand. Trotz des Krieges und der ständigen Bombendrohungen proben sie weiter, sind sich der Gefahr bewusst, aber fest entschlossen, auf ihre Weise gegen Russland an die Front zu gehen. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMi 01.06.2022arteDeutsche Online-PremiereDi 31.05.2022arte Mediathek
    • Folge 899 (32 Min.)
      Die Bürgerrechtlerin Vukosava Crnjanski (re.) und ihre Kolleginnen von der Organisation CRTA in Belgrad wollen für faire Wahlen in Serbien sorgen.
      Dragana Rakic will bei der Wahl am 3. April für die oppositionelle Demokratische Partei ins serbische Parlament einziehen. Sie hat genug vom Klima der Angst in ihrem Land. Als Kommunalpolitikerin wurden sie und andere Kolleginnen von Mitgliedern der regierenden nationalpopulistischen SNS regelmäßig beleidigt. Andere Oppositionspolitikerinnen und -politiker wurden physisch bedroht und eingeschüchtert. Falschmeldungen zum Ukraine-Krieg und Verleumdungskampagnen in regierungsnahen Boulevardmedien beschäftigen auch die Journalistinnen und Journalisten der investigativen Online-Plattform KRIK wie Vesna Radojević: Sie recherchieren Korruptionsfälle, die bis in die Regierungsspitze reichen und werden dafür immer wieder angefeindet. Im Gegensatz zu den meisten großen Medienhäusern ist die KRIK-Redaktion unabhängig finanziert.
      Vukosava Crnjanski gehört zu den Gründerinnen der EU-geförderten Wahlbeobachtungsorganisation CRTA. Schon vor der Wahl haben sie und ihr Team Versuche der Wahlmanipulation und Bestechung registriert, und auch die Berichterstattung wird von der Regierung dominiert. Sie alle hoffen, dass bei den Parlamentswahlen die Regierung von Aleksander Vučić ihre Zwei-Drittel Mehrheit verliert. Sie alle kämpfen für ein unabhängiges und demokratisches Serbien und damit gegen den gefährlichen Einfluss nationalpopulistischer Strömungen auf Europas Demokratien. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDo 02.06.2022arteDeutsche Online-PremiereMi 01.06.2022arte Mediathek
    • Folge 900 (32 Min.)
      Protestaktion gegen die Mine: Das Lithium hat aus Cáceres eine gespaltene Stadt gemacht.
      Ohne Lithium können Elektroautos nicht fahren, doch der geplante Abbau des Rohstoffs ruft auf der Iberischen Halbinsel Unmut hervor. Die Bürger der Stadt Cáceres kämpfen gegen eine Energiegesellschaft. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereFr 03.06.2022arteDeutsche Online-PremiereDo 02.06.2022arte Mediathek
    • Folge 901 (32 Min.)
      Veganerin Yvonne Schrodi-Dostal möchte ihren zweijährigen Kurzhaarcollie Skye auch zum Veganer machen.
      Yvonne Schrodi-Dostal hat im Herbst 2021 ihre Ernährung komplett auf vegan umgestellt, nun möchte sie, dass ihr zweijähriger Kurzhaarcollie Skye es ihr gleichtut. Tierärztin Lisa Walther berät die zweifache Mutter, wie sie ihren Hund dazu bringt, Pflanzen- statt Fleischfutter zu fressen. Ihr Vater hält von dieser Idee relativ wenig. Wird Skye in nur sechs Wochen Veganer sein? Tessa Zaune-Figlar und Valerie Hansen aus München produzieren mit ihrem Startup VegDog veganes Hundefutter. Seit der Gründung vor fünf Jahren hat sich ihr Umsatz vervierzigfacht. Statt Hühnerherzen, Pansen oder Rinder-Innereien verarbeiten sie Grünkohl, Leinsamen, Hirse, Algen und Rote Beete zu Dosenfutter. Alles wird selbst gekocht und an den eigenen Hunden getestet, bevor es in Produktion geht.
      Vor allem die sogenannten „Barfer“ bezweifeln, dass der Hund mit veganem Futter tatsächlich auch alle Nährstoffe bekommt, die er zum Überleben braucht. Der Begriff Barf steht für „Born Again Raw Feeders“ und bedeutet biologisch artgerechte Rohfütterung – kurzum: frisches, rohes Fleisch in allen Formen und Facetten. Sozusagen der Gegentrend zur veganen Hundekost. Denn der Hund stammt vom Wolf ab und braucht demnach Fleisch, alles andere wäre Tierquälerei, so sieht es Udo Barocka. Er betreibt eine Hundezucht und einen Barf-Shop in Hainichen in Sachsen. An seine sechs Hunde verfüttert er täglich bis zu 3,5 Kilogramm rohes Fleisch. Hühnerherzen, Rinderpansen und wenn es mal etwas Besonderes sein soll, auch mal ein Stück vom Känguru. Ist dieser massive Fleischkonsum der Haustiere überhaupt noch ethisch vertretbar? (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMo 06.06.2022arteDeutsche Online-PremiereSo 05.06.2022arte Mediathek
      Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 19.04.2022
    • Folge 902 (32 Min.)
      In der Gemeinde Carbury wird der Torf im Sommer gestochen, anschließend getrocknet und im Winter verheizt. Ciaran Duggan und Shane Hynan gehören zu einer Kooperative aus knapp 100 Familien, die weiterhin das Recht haben, Torf für den Eigenbedarf abzubauen. Das Heizen mit Torf hat hier eine lange Tradition. Während in ganz Europa die Heizkosten steigen, gilt Torf als billiger Rohstoff und hat lange die Energie-Unabhängigkeit der Region gesichert. Der Abschied vom Torf fällt besonders den Älteren schwer, denn das Umrüsten der Häuser ist aufwendig und kostet viel Geld. Imelda Goldsboro ist Energieberaterin und hilft Familien bei der Umrüstung auf alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen. Sie betreut bis zu 50 Renovierungen im Jahr, die teilweise von der EU finanziell gefördert werden.
      Bis auf wenige Ausnahmen gilt in Irland seit 2019 ein Torfstechverbot. Bis 2050 soll Irland klimaneutral sein, so das Ziel der Regierung. Moore sollen dabei als Klimaretter dienen, indem sie durch eine Renaturierung zu CO2-Speichern werden. Das Verbot des Torfabbaus hat vor allem die heimische Landwirtschaft getroffen. Denn auch hier wird Torf für die Lebensmittelzüchtung eingesetzt, insbesondere für Pilze und Gemüse. Mittlerweile sind die Torfvorräte knapp, einige Unternehmen müssen auf Importe ausweichen. Ungefähr 17.000 Jobs in der Torf- und Gartenbauindustrie gelten als gefährdet. Der Pilzzüchter Kieran Walsh fürchtet, dass die Kosten in Zukunft explodieren werden und er seinen Betrieb nicht mehr retten kann. Er fordert Ausnahmeregelung. Aber langfristig braucht es Alternativen. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDo 09.06.2022arteDeutsche Online-PremiereMi 08.06.2022arte Mediathek
      Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 10.06.2022
    • Folge 903 (32 Min.)
      Maximaler Ertrag auf minimaler Fläche, dazu noch ressourcenschonend – das verspricht die „Vertical Farm“, die Anders Riemann in Kopenhagen betreibt. In Riemanns klimaneutraler Indoor-Farm wächst Gemüse auf 14 Etagen. 800 Kilogramm Salat werden hier pro Woche geerntet. Dieses Gegenmodell zur konventionellen Landwirtschaft stellt für Riemann eine große Zukunftschance dar: „Gerade Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben uns gezeigt, wie verwundbar unsere Lieferketten in der Lebensmittelproduktion sind. Wir brauchen Lebensmittelproduktionen direkt vor Ort in den Städten, als Teil der Infrastruktur.“ Ute Grauwinkel von „Superfood Sachsen-Anhalt“ erforscht, welche Pflanzen im Osten Deutschlands neu angebaut werden könnten, um den geänderten klimatischen Bedingungen zu begegnen und unabhängiger von Langstreckenimporten zu werden.
      Sie experimentiert unter anderem mit Kichererbsen, Hirse, Amaranth, Quinoa und Hanf. Gelingt der Anbau einer möglichst großen Vielzahl an klimaresistenten und für die Ernährung sinnvollen Pflanzen auch bei uns? Ein weiteres zukunftsträchtiges Lebensmittel gedeiht im Meer: Algen. Sie gelten als besonders klimafreundlich, resistent und wertvoll für die menschliche Ernährung. In westlicheren Ländern hat dieses Superfood jedoch noch keinen besonders guten Ruf zum Verzehr. Joost Wouters, der ehemalige Manager von Pepsi, will das ändern. Dazu hat er die „Seaweed Company“ gegründet, die Algen-Farmer und Lebensmittelindustrie zusammenbringt. Könnten in Europa geerntete Algen zur Nahrung der Zukunft werden und der Massenfischerei entgegenwirken? (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereFr 10.06.2022arte
    • Folge 904 (32 Min.)
      Bootsmann Heiko Bohlen beim Krabbenkochen
      Der Jungfischer Mike Maalstedt ist verzweifelt, weil er seinen Betrieb im Dorf Spieka-Neufeld bei Bremerhaven kaum mehr halten kann. Alle seine Krabbenfischerkollegen an der deutschen Nordseeküste stecken in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, weil die Preise für Nordseekrabben gerade auch während der Corona-Zeit stetig gefallen sind. Nun steigen auch noch die Dieselpreise. Sein Kollege Olaf kämpft ebenfalls gegen den Untergang seines Berufstands, engagiert sich in der Erzeugergemeinschaft und versucht, die Lage der deutschen Krabbenfischer gegenüber der mächtigen Konkurrenz der niederländischen Fischer zu verbessern, die mit größeren Schiffen höhere Fangquoten erreichen.
      Die Niederländer besitzen zudem das Vermarktungsmonopol für die Nordseekrabben, weil sie diese in ihren Schälwerken in Marokko billig schälen lassen und trotz niedriger Marktpreise europaweit gute Gewinne einfahren. Hoffnung, dass sich an der Abhängigkeit von den Großhändlern endlich etwas ändern könnte, hegt die friesische Ingenieurin Christin Klever – sie ist selbst Tochter eines Krabbenfischers und arbeitet an der Optimierung einer selbst erfundenen Krabbenschälmaschine, die die deutschen Fischer unabhängig vom Preisdiktat der holländischen Monopolisten und ihren Schälwerken in Marokko machen könnte. Die Schalentiere sollen in Zukunft vor Ort gepult und regional vermarktet werden. So könnte ein ganzer Berufstand gerettet werden. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMo 13.06.2022arte
    • Folge 905 (32 Min.)
      „Wenn der Krieg kommt“: Mit Hilfe einer Broschüre klärt Anna Teljfors von der MSB (Schwedische Agentur für zivile Notfallsituationen) Schulklassen und Haushalte über Notfall-Maßnahmen auf.
      Bereits 2017 hat das Land die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt, die Armee wird personell aufgestockt und besser ausgerüstet, und der Verteidigungshaushalt soll erhöht werden. Und nun soll sich auch Schwedens Zivilbevölkerung für den Ernstfall rüsten und aktiv Krisenvorsorge betreiben. Robin preppt bereits seit Jahren. Der Familienvater aus Stockholm hat in seiner Wohnung stets ausreichend Vorräte, um einige Wochen autark überleben zu können. Regelmäßig fährt er in die Wälder, um ein paar Tage in der Wildnis zu verbringen. Dabei sind seine Kinder immer mit dabei, denn auch der Nachwuchs soll für Krisen gewappnet sein. Das Interesse am Preppen ist in Schweden so groß wie nie. Quer durch alle Bevölkerungsschichten legen die Menschen Lebensmittelvorräte an, trainieren Überlebenstechniken oder lassen sich sogar an der Waffe ausbilden.
      Und die Prepper vernetzen sich. Der 38-jährige Pär Plüschke bietet Kurse für Prepper an. Während das Interesse früher eher überschaubar war, kann er sich mittlerweile kaum mehr vor Anfragen retten. Seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine stehen auch bei der Hotline der schwedischen Zivilschutzbehörde MSB die Telefone nicht mehr still. Die besorgten Menschen fragen nach, wie sie sich in einer Notsituation richtig verhalten sollen, und ob, so wie es einmal geplant war, für jede Bürgerin und jeden Bürger Schwedens ein Platz in einem Bunker im Ernstfall bereitstünde. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDi 14.06.2022arte
    • Folge 906 (35 Min.)
      Aus dem stark umkämpften Donbass ist die Ausreise besonders schwierig. Familie Kulikow stammt aus Mariupol. Nur durch einen Fluchtkorridor konnten sie die inzwischen weitgehend zerstörte Hafenstadt verlassen. Ihre Wohnung, alles mussten sie zurücklassen. Nach Tagen auf der Flucht werden sie von den russischen Behörden nach Pensa gebracht. Eine Stadt in der russischen Provinz. 700 Kilometer östlich von Moskau, 1200 Kilometer entfernt von ihrer ukrainischen Heimat. Dort leben sie in einem Flüchtlingslager. Man stellt ihnen das Nötigste: ein einfaches Bett, karge Mahlzeiten. So wie Familie Kulikow geht es vielen geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern. Rund 730.000 landeten in Russland. Ein großer Teil von ihnen will schnellstmöglich wieder weg. Ihr Ziel: Europa, die EU. Doch dorthin zu gelangen, gleicht einer weiteren Flucht.
      Sie sind auf freiwillige Helfer angewiesen, die in der derzeitigen Situation selbst ihre Sicherheit aufs Spiel setzen. Denn Russland führt nicht nur einen Krieg in der Ukraine, sondern auch Säuberungsaktionen gegen Andersdenkende in der eigenen Bevölkerung. Welche Gefahren drohen Flüchtlingen und Helfern? Und gelingt den ukrainischen Flüchtlingen die Flucht nach Europa? (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMi 15.06.2022arte
    • Folge 907 (32 Min.)
      Der Rumäne Marius Balacenoiu hat in Frankreich Chemikalien geladen und fährt damit 1.800 Kilometer durch Europa bis nach Rumänien. Die Tour ist geprägt von engen Zeitplänen, Ärger mit dem Arbeitgeber und Geldmangel. Es ist, so sagt Marius Balacenoiu, „die schlimmste Tour“, die er je gefahren ist. Gerade osteuropäische Trucker arbeiten unter schwierigen Bedingungen. Stanislava Rupp-Bulling vom Gewerkschafts-Projekt „Faire Mobilität“ hat in den letzten Jahren Hunderte von ihnen beraten. Viele kennen ihre Rechte nicht. Wenn sie zum Beispiel im Ausland unterwegs sind, steht ihnen für diese Zeit der örtliche Mindestlohn zu. Der ist in Deutschland oder Frankreich höher als in Osteuropa. Mindestlöhne, Lenk- und Ruhezeiten, Kabinenschlafverbote – längst gibt es unzählige neue EU-Regeln, die die Situation in der Lkw-Branche verbessern sollen.
      Doch die Kontrolleure kommen gegen die schiere Masse an Lkw kaum an. 2020 gab es allein in Deutschland über 455 Millionen Lkw-Fahrten. Dabei sind Kontrollen essentiell. Karsten Lüth von der Polizei Scharbeutz: „Wenn wir keine Kontrollen machen würden, würden die Unternehmer die Fahrer noch mehr drücken, so dass es zu massiven Lenkzeit- und Ruhezeitverstößen kommt. Wenn Fahrer übermüdet sind, passieren dadurch vermehrt schwere Unfälle.“ (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDo 16.06.2022arte

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