• Folge 1687 (30 Min.)
    Mimmo de Leonibus und Valeria Genco sind Urban Explorer. Sie spüren überall in Italien längst vergessene Palazzi, Kirchen und Landhäuser auf. Was folgt, ist mehr als eine abenteuerlustige Erkundungstour: Die beiden packen selbst an, um die alten Gemäuer vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Sie sind zwei von rund 100 Mitgliedern des Vereins Ascosi Lasciti – dem verborgenen Vermächtnis Italiens auf der Spur. So auch in der Altstadt von Bari. Hinter einer unscheinbaren Tür entdecken die Ehrenamtlichen eine Sensation – eine mittelalterliche Kirche, die seit 70 Jahren vergessen im Dornröschenschlaf ruhte. Während der Restaurierung, die sie ohne Unterstützung der Behörden organisieren, wird ihnen klar, dass die Kapelle viel älter ist als gedacht und einen einzigartigen Blick in die Geschichte Baris ermöglicht. Selbst in der Touristenmetropole Rom ist das architektonische Erbe in Gefahr. Einst prachtvolle Wohnsitze wie die Villa Silvestri Rivaldi oder Teile der Aurelianischen Mauer, Schutzwall des antiken Roms, sind bislang dem Verfall preisgegeben. Das ruft Flavia Corsano von Italia Nostra auf den Plan. Seit 1955 setzen sich Denkmalschützer ehrenamtlich für den Erhalt historischer Bauwerke im Land ein. Sie dokumentieren, publizieren und informieren Behörden. Oft gegen Widerstände, immer wieder mit Erfolg. 2022 startete die Stadt Rom gemeinsam mit dem Tourismusministerium das Projekt Caput Mundi. Rund 500 Millionen Euro sollen in den Erhalt historischer und archäologischer Stätten fließen. Im Kampf gegen den Zahn der Zeit kaum mehr als ein Tropfen auf den brüchigen Stein. Kann Italiens einzigartiges Erbe gerettet werden? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 02.06.2026 arte
  • Folge 1688 (30 Min.)
    In den Niederlanden kann man schon seit 20 Jahren anonym eine seiner beiden Nieren spenden. Auch in einigen anderen europäischen Ländern, wie in Großbritannien oder Frankreich, ist das inzwischen möglich. Damit setzt man eine Kettenreaktion an Lebend-Transplantationen in Gang: So bekommt der 49-jährige schwer kranke Roy Rodgers in Rotterdam die Niere eines fremden lebenden Spenders. Seine gesunde Mutter hat sich dazu verpflichtet, ihrerseits am selben Tag anonym eine Niere zu spenden, um so einem anderen Kranken zu helfen. Dieses Überkreuz-Transplantationsprogramm ermöglicht Lebendspenden auch dann, wenn zwischen Ehepaaren und nahen Verwandten eine Spende aufgrund von Gewebeunverträglichkeit nicht in Frage kommt. So war es auch bei Roy Rodgers und seiner Mutter. Am selben Tag werden drei weitere Paare in zwei verschiedenen Kliniken im Ringtausch transplantiert. Ausgelöst werden diese Überkreuz-Spenden häufig durch freiwillige anonyme Nierenspenden. So hat der 72-jährige ehemalige Hausarzt Alex van der Male seine Niere aus reiner Nächstenliebe gespendet. Dass er auf diese Art einem anderen Menschen ein neues Leben schenken konnte, macht ihn glücklich. Deutschland hat mit die strengsten Transplantationsgesetze in ganz Europa. Hier sterben mehr Menschen auf der Warteliste als anderswo. Bisher waren Nieren-Lebendspenden nur zwischen Verwandten und Ehepaaren erlaubt. Jetzt soll das Transplantationsgesetz nach niederländischem Vorbild geändert werden und Überkreuz-Lebendspenden unter Fremden sowie anonyme Lebendspenden aus Nächstenliebe legal werden. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 03.06.2026 arte
  • Folge 1689 (30 Min.)
    Für Christos Tripkos in der nordgriechischen Region Almopia geht es bereits Ende Februar richtig los, wenn die Spargel-Saison in Deutschland noch nicht begonnen hat. Die klimatischen Bedingungen machen es möglich. Der Chef der hiesigen Spargel-Kooperative ist eigentlich Elektroingenieur. Nach den schweren Jahren der Finanzkrise half er Landwirten aus der Region, neue Anbaumöglichkeiten zu finden. Angelockt vom schnellen Geld mit weißem Spargel kam auch Jungbauer Vaggelis Mizoglou nach dem Studium zurück in sein Heimatdorf und will nun eine Familie gründen. Dank der Spargeleinnahmen konnte er außerdem ein Café eröffnen. Nicht nur der frühe Saisonstart ist ein Vorteil für die Griechen: Ihre Kosten sind auch viel niedriger, deshalb ist der griechische Spargel nur halb so teuer wie der deutsche. So hat sich Griechenland in den letzten Jahren zu einem wichtigen Produzenten entwickelt, obwohl die Griechen selbst so gut wie keinen Spargel essen. Der Spargelbauer Stefan Schneider aus dem badischen Iffezheim dagegen fürchtet um seine Zukunft. Nicht nur die südeuropäische Konkurrenz, auch die steigenden Lohnkosten und der zunehmende Mangel an Erntehelfern machen ihm zu schaffen. 30 Prozent der Spargelanbaufläche sind in den vergangenen Jahren in seiner Region verloren gegangen, jeder zweite Spargelbauer hat aufgegeben. Der 63-Jährige setzt auf Direktverkauf und hofft auf eine KI-gesteuerte Erntemaschine eines jungen Start-ups. Aber ist der erste Prototyp für die Ernte von grünem Spargel schon tauglich für die Feldarbeit? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 05.06.2026 arte
  • Folge 1690 (30 Min.)
    Im ländlichen Rumänien gelten Pferde immer noch als wichtiges Arbeitsmittel, denn moderne Maschinen sind teuer und die Dieselpreise hoch. Als günstige, vielseitige Alternative ziehen die Vierbeiner in der rumänischen Landwirtschaft noch vielerorts Pflüge, Karren oder auch Holzstämme aus dem Wald. Eigentlich eine gute Entwicklung für Zoltan Moldovan, Pferdehändler in dritter Generation. Gäbe es nicht ein Problem: In Rumänien ist der Handel mit lebenden Tieren auf Märkten stark reglementiert. Denn von diesen Aktionen breiteten sich in der Vergangenheit immer wieder Seuchen wie die Infektiöse Anämie aus. Infizierte Pferde gelangten zum Teil in das benachbarte Ausland und mussten dort eingeschläfert werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die traditionellen Pferdemärkte mussten schließen. Für neue Märkte erteilen die Behörden praktisch keine Genehmigungen mehr. Ein schwerer Schlag für die Pferdehändler – Zoltan muss jetzt einen Teil seines Einkommens als Saisonarbeiter in Deutschland verdienen. Doch ganz wollen sich Zoltan und seine Kollegen das Geschäft mit den Rössern nicht nehmen lassen. Auf sogenannten „Pferdeausstellungen“, auf denen die Pferde offiziell nur gezeigt und nicht verkauft werden sollen, wird der Handel vielfach geduldet. Zoltan träumt davon, in seiner transsilvanischen Heimatstadt Praid wieder einen richtigen Pferdemarkt zu etablieren, als wirtschaftlichen Impuls und sozialen Treffpunkt. Doch die bürokratischen Hürden bleiben hoch. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 arte
  • Folge 1691 (30 Min.)
    Schon in wenigen Jahren könnte es zu einem Angriff Russlands auf Nato- und EU-Gebiet kommen, befürchten Politikerinnen und Politiker. Gleichzeitig wird das Verteidigungsbündnis mit den USA in Frage gestellt. Europa versucht deshalb, seine Verteidigungsfähigkeiten so schnell wie möglich zu stärken. Die Bundeswehr soll innerhalb weniger Jahre zur konventionell stärksten Armee Europas ausgebaut werden. Bis 2035 soll die Truppe von derzeit 186.000 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Dafür wirbt die Bundeswehr massiv um Nachwuchs, unter anderem mit einwöchigen Schnupperangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene, in denen diese eine Art Grundausbildung im Zeitraffer erleben. In Frankreich ist die Armee traditionell tief in der Gesellschaft verankert. Jugendprogramme gibt es landesweit, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wechseln später in eine militärische Ausbildung. 2026 startet zudem ein neuer Freiwilligendienst der Armee, der innerhalb von zehn Jahren auf 50.000 Männer und Frauen anwachsen soll. Lettland, das direkt an Russland grenzt, geht noch weiter: Das Land hat den Wehrdienst wiedereingeführt – und das Schulpflichtfach „Landesverteidigung“. Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen lernen dort den Umgang mit der Waffe, absolvieren Schießtraining und üben Navigation. Nicht alle unterstützen diesen Kurs, doch viele Jugendliche finden: Es ist gut, vorbereitet zu sein. Für die junge Generation in Europa steht wieder die Frage im Raum, wie weit sie bereit ist, ihr Land im Ernstfall mit der Waffe zu verteidigen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 10.06.2026 arte

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