• Folge 1636 (29 Min.)
    Omer Hujdur aus Vrapčići lebt nur 200 Meter von einer der umstrittensten Mülldeponien Bosnien und Herzegowinas entfernt – die Anwohner nennen die technisch veraltete Deponie von Mostar „Müllkippe des Todes“. Regelmäßig überprüfen er und seine Nachbarn die Anlage – und stoßen dabei auf erschreckende Zustände. Immer wieder brennt die Deponie direkt vor Omer Hujdurs Haustür. Besonders große Sorgen bereitet ihm, dass bei vielen seiner Nachbarn Krebs diagnostiziert wurde. Die Krebsrate der Gemeinde scheint überdurchschnittlich hoch. Gibt es einen Zusammenhang mit der Mülldeponie? Die meisten Mülldeponien in Bosnien und Herzegowina erfüllen nicht die EU-Umweltstandards. Als Ausnahme aber gilt die Deponie der Stadt Zenica: Hier wird das Sickerwasser gereinigt und das entstehende klimaschädliche Gas Methan kontrolliert verbrannt. Abfallwirtschaftsexperte Dr. Džafer Dautbegović aber weiß: Vielerorts wird Müll in Bosnien einfach unkontrolliert in der Natur entsorgt, nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von ganzen Städten und Gemeinden. So auch im idyllischen Städtchen Stolac. Seit sich die junge Biologin Berina Amidžić mit den ökologischen Folgen der wilden Müllkippe ihrer Heimatstadt beschäftigt hat, kämpft sie für deren Schließung – zunächst mit Erfolg: Die regionale Umweltinspektion ordnete die Entfernung der Abfälle an. Doch Berina Amidžić und ihre Mitstreitenden vermuten, dass dort weiterhin Müll abgeladen wird. Gemeinsam beginnen sie, Beweise zu sammeln. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 16.02.2026 arte
  • Folge 1637 (30 Min.)
    Zwölfmal im Jahr pendelt das komplette EU-Parlament für knapp vier Tage von Brüssel nach Straßburg – so ist es in den Europäischen Verträgen festgelegt. Denn während Gesetze und Mehrheiten in Brüssel vorbereitet werden, finden die meisten Plenarsitzungen und Abstimmungen in Straßburg statt. Der Umzug ist längst zu einer Routine geworden, die alle mitmachen müssen, die aber kaum jemand will. Eine der wenigen Abgeordneten, die sich jeden Monat auf den Ortswechsel freuen, ist Fabienne Keller, die ehemalige Bürgermeisterin von Straßburg. Sie betont den wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt und sieht die ständige Standortdebatte gelassen. Denn eine Änderung des Parlamentssitzes ist nur mit Zustimmung Frankreichs möglich – und die gilt als äußerst unwahrscheinlich. Auch Sabine Verheyen, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, begrüßt die regelmäßigen Umzüge: Straßburg habe großen Symbolwert für die historische Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland – und damit für das Friedensprojekt Europa. Doch viele Abgeordnete sind vom Dauerpendeln genervt. Martin Schirdewan, Co-Vorsitzender der Linksfraktion, hält den monatlichen Umzug für „völlig aus der Zeit gefallen“. Er koste Geld und Arbeitszeit und sei zudem umweltschädlich. Auch Reinier van Lanschot von der Reformpartei Volt sieht in Straßburg kein starkes Symbol mehr. Gesetze entstünden in Brüssel – in Abstimmung mit Europäischem Rat und Europäischer Kommission. Der ständige Wechsel sei heute eher ein Sinnbild für die Ineffizienz der EU. Am Ende bleibt eine einfache, aber unbequeme Frage: Ist der monatliche Umzug Ausdruck europäischer Stärke – oder ein Relikt, das dem Vertrauen in die Politik sogar schadet? (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 18.02.2026 arte
  • Folge 1638 (30 Min.)
    Drohnenaufnahmen der beiden Orcas Wikie und Keijo im geschlossenen Marineland Antibes an der Côte d’Azur haben weltweit Empörung ausgelöst. Ein neues Gesetz in Frankreich verbietet die Haltung von Walen zu Unterhaltungszwecken. Doch bis heute ist unklar, was mit den Orcas geschehen soll. Während Behörden und Betreiber über Zuständigkeiten diskutieren, verschärft sich die Lage der Orcas. Tierschutzorganisationen erhöhen den Druck. Die Aktivistin Aurore Defix dokumentiert immer wieder die Situation vor Ort: „Wir sehen Tiere, die komplett lethargisch sind und wirklich nur dann reagieren, wenn Menschen kommen, weil sie denken, es gibt ein Training.“ In ganz Europa gibt es nur noch einen Zoo, in dem Orcas auftreten. Der Loro Parque auf Teneriffa ist auch wegen seiner Orca-Show ein Publikumsmagnet. Betreiber Christoph Kiessling verteidigt die Haltung der Tiere als Beitrag zur Artenvielfalt: „Die Menschen werden von den Tieren berührt und entwickeln Empathie für sie. Unsere Orcas sind Botschafter für den Naturschutz.“ Orca-Trainerin Idaira Martín zeigt die intensive tägliche Arbeit mit den Tieren – und den hohen Aufwand, der hinter der Haltung steht. Wie viel Verantwortung trägt der Mensch für Orcas – in Gefangenschaft und in Freiheit? An der Straße von Gibraltar beobachtet Janek Andre mit seiner Walbeobachtungsflotte die letzten iberischen Orcas. Er dokumentiert Verletzungen und den zunehmenden Druck durch Schiffsverkehr und Fischerei. „Die Orcas leben hier seit Tausenden von Jahren. Doch menschliche Aktivitäten machen ihr Überleben immer schwieriger.“ (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.02.2026 arte
  • Folge 1639 (30 Min.)
    Der 61-jährige Mathias Mahnke will so gesund und so lange wie möglich leben. Dafür lässt er sich als weltweit erster Patient nach der sogenannten TRIIM-Methode behandeln. Er spritzt sich unter anderem Wachstumshormone, die die Thymus-Drüse aktivieren sollen. Die ist wichtig für die Produktion von Abwehrzellen und bildet sich normalerweise ab der Pubertät zurück. Mögliche Nebenwirkung der Hormone: Sie könnten auch Krebszellen im Körper schneller wachsen lassen. Regelmäßig fliegt daher ein Arzt aus London ein, um nach Krebsmarkern in Mathias Mahnkes Blut zu suchen. Er prüft auch, wie sich dessen Thymusdrüse entwickelt – und ob sich sein Körper zellulär verjüngt. Die Ergebnisse sind überraschend. Nach einem Burnout hat Kristine Zeller ihr Leben radikal verändert. Das Ziel der zweifachen Mutter und Unternehmerin: Sie will 120 werden. Dafür achtet sie grammgenau auf Nährstoffe, misst ihren Blutzucker, folgt ausgefeilten Sport- und Bewegungsplänen. Longevity ist ihr Lebensthema geworden. Sie ist überzeugt, dass weniger kranke und mehr fitte ältere Menschen ein Gewinn für die ganze Gesellschaft sind. Mit dem Trend wächst auch eine Industrie, die ein längeres, gesünderes Leben verspricht. Der Schweizer Pascal Rode leitet ein Unternehmen für Nahrungsergänzungsmittel. Mit seinen Antioxidantien, Blutzuckerstabilisatoren oder Kollagenprodukten machte er 2024 laut eigener Aussage einen Jahresumsatz im zweistelligen Millionenbereich. Auch Pascal Rode strebt nach Langlebigkeit. Dafür lässt er sich in einer Züricher Klinik behandeln, die ganz auf Longevity ausgerichtet ist. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 20.02.2026 arte
  • Folge 1640 (29 Min.)
    Seit über 40 Jahren gibt es in Kielce die Milchbar Jagienka. Die Arbeit von Agata Bogulak beginnt früh am Morgen: Kartoffeln schälen, Piroggen füllen, Suppen ansetzen – bevor mittags bis zu 400 Gäste kommen. Studenten, Arbeiter, Familien aus dem Viertel. Die Milchbar wurde erst vor Kurzem komplett renoviert. Die sozialistische Einrichtung musste neuem weichen, doch die Gerichte sind die gleichen geblieben. Viele „Kantinen für Alle“ sind im Wandel zur kultigen Milchbar. Polens „Milchbars“ sind ein sozialistisches Relikt. Verteilt im ganzen Land bieten die einfachen Kantinen polnische Hausmannskost an – bis heute. Lange hat der Staat die Milchbars subventioniert, so dass sich jeder für wenig Geld eine warme Mahlzeit leisten kann. In den vielen Küchen der Milchbars arbeiten vor allem Rentnerinnen wie Wanda Szyszko. Die 73-Jährige hilft in der Stettiner Milchbar Kogel Mogel in der Küche aus. Die Milchbar bietet ihre Gerichte sehr günstig an, weil die Stadt sie mitfinanziert und die Supermärkte Lebensmittel spenden. Doch selbst diese günstigen Preise werden für viele zur Herausforderung. Auch in Bydgoszcz sieht Pfarrer Sławomir Bar, wie seine älteren Gemeindemitglieder sparen: zuerst beim Essen. Genau deswegen will er die erste „soziale Milchbar“ Polens eröffnen, direkt in seiner Kirche. Die kirchliche Milchbar ist für Menschen über 65 Jahre gedacht, deren Rente nicht zum Leben reicht. Warmes Essen für umgerechnet ein bis zwei Euro – und weniger Einsamkeit im Alter. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.02.2026 arte
  • Folge 1641 (30 Min.)
    Michael verlässt Deutschland und schließt sich freiwillig den ukrainischen Streitkräften an. Zwei Jahre später ist er tot. Zunächst heißt es, er sei gefallen. Doch dann verdichten sich die Hinweise auf einen Selbstmord. Für seinen Bruder Kai bleiben Zweifel – und viele offene Fragen. Kai macht sich auf den Weg, die Umstände von Michaels Tod zu klären. Er kämpft sich von Deutschland bis nach Charkiw in der Ukraine durch bürokratische Hürden, widersprüchliche Aussagen und ein Land im Krieg. Er trifft Menschen, die Michael kannten: Kameraden, Freunde, Helfer. Er beginnt zu verstehen, warum sein Bruder verzweifelte – doch die Entscheidung für die Front bleibt rätselhaft. Die Reportage zeigt, wie der Krieg auch jene betrifft, die weit entfernt von der Front leben. Die Familien, die zurückbleiben. Die Freunde, die mit Schuldgefühlen leben. Den Bruder, der jetzt über die letzten Gespräche grübelt. Der Beitrag ist auch eine Parabel auf die Fragen, die sich viele junge Menschen in Europa angesichts des Krieges in der Ukraine und der Bedrohung durch Russland stellen: Würde ich bereit sein, mein Land zu verteidigen? Was bedeutet es wirklich, in den Krieg zu ziehen? Wie verändert ein Einsatz an der Front den eigenen Blick auf das Leben – und auf den Tod? Was ist mein Leben wert – und was geschieht mit denen, die ich zurücklasse? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 24.02.2026 arte
  • Folge 1642 (30 Min.)
    Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, der größte Binnensee Deutschlands, ist Ende Januar 2026 komplett zugefroren. Ein Ereignis, das vor allem Martina Riedel und ihre „Eisvögel“ erfreut. Die 68-Jährige leitet eine Gruppe von Eisbadern, die sich bei Wassertemperaturen von nur knapp über dem Gefrierpunkt minutenlang in den See trauen. Eisbaden ist nicht ungefährlich, mehrere Menschen sind in Mecklenburg-Vorpommern beim Kältebad in zugefrorenen Teichen, Seen oder in der Ostsee tödlich verunglückt. Im Norden Deutschlands und Polens sind wichtige Schifffahrtswege zugefroren, auf der Weichsel und der Oder kommen keine Eisbrecher mehr durch und auch immer mehr Seitenkanäle der Elbe werden für die Binnenschifffahrt geschlossen. Viele Binnenschiffer hängen im Eis fest. Auf dem Mittellandkanal versucht Schiffsführer Anselm Hamann auf dem „Seewolf“ das Eis zurückzudrängen. Der Mittellandkanal ist eine der wichtigsten Binnenverbindungen für den Hamburger Hafen. Über ihn gelangen Güter aus Hamburg ins deutsche Binnenland und weiter nach Mittel- und Osteuropa – und umgekehrt. In Polen sind die Temperaturen in der Nacht noch niedriger als in Deutschland, was vor allem für Obdachlose lebensbedrohlich wird. Seit Winterbeginn sind bereits mehr als 40 Menschen erfroren. In Toruń kümmern sich Michał Piszczek und andere Freiwillige des Vereins Sercownia um Obdachlose, versorgen sie mit warmen Mahlzeiten und Thermozelten: In Nächten mit bis zu minus 16 Grad können diese kleinen Gesten lebensrettend sein. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 25.02.2026 arte
  • Folge 1643 (29 Min.)
    In der Reportage kommen republikanische Briten zu Wort, die ihren König Charles III. vehement ablehnen. In London leitet Graham Smith die Bürgerbewegung „Republic“, er will damit die republikanischen Gefühle der Leute wecken. In Cornwall stellt der Künstler Andrew Swan in seinen Werken die Missstände und Fehlentwicklungen durch die königliche Familie an den Pranger. Der Lehrer Danni Rawlings aus Bristol erträgt es nicht mehr, dass die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten immer größer werden. Deshalb geht er auf die Straße, um seine Mitbürger davon zu überzeugen, die Monarchie endlich abzuschaffen. Jane, eine 60-jährige Palliativkrankenschwester, ist seit ihrer Jugend gegen die Monarchie. Heute engagiert sie sich mit anderen Republikanern bei Anti-Monarchie-Treffen, die immer mehr Menschen anziehen. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 25.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 26.02.2026 arte
  • Folge 1644 (30 Min.)
    Der 38-jährige Familienvater Čičak ist einer der letzten Landminenräumer Kroatiens. Seit dem Ende des Krieges vor 30 Jahren wurden bereits 300.000 Minen entschärft. Der Job ist gefährlich, in den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Todesfälle unter den Räumern. Die kroatische Regierung will das Kapitel nun abschließen und verspricht, dass bis zum Frühjahr 2026 alle Minen beseitigt sein sollen. Kann dieses ambitionierte Ziel gelingen – und welche Zukunft bleibt Čičak, wenn das Programm endet? In Kroatiens Küstenstädten wie Skradin, einst hart umkämpfte Frontlinien, ist heute kaum noch etwas von den Altlasten zu spüren. Ivica, Ex-Kriegskommandant und Hotelier, profitiert vom boomenden Tourismus und plant den Bau eines attraktiven „Glampingplatzes“ auf einem geerbten Stück Land. Doch auch seine Familie trägt Narben: Sein Sohn überlebte als Kind nur knapp eine Explosion mit einer Panzerfaust, die er mit Freunden beim Spielen in einem alten Haus fand – ein Erlebnis, das die Schatten der Vergangenheit noch heute spürbar macht. Dreißig Jahre nach dem Krieg steht Kroatien zwischen Vergangenheit und Neuanfang. Tourismus und Wohlstand haben Einzug gehalten, Kriegsnarben verblassen langsam – doch einige Spuren bleiben – sichtbar oder unsichtbar. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 27.02.2026 arte
  • Folge 1645 (30 Min.)
    „Re:“ begleitet in Aveyron zwei junge Paare, eines bereitet sich noch darauf vor, einen alten Hof zu übernehmen: Woher soll man das Geld nehmen, das man braucht, um den Betrieb zu kaufen? Wie kann man Privat- und Berufsleben miteinander verbinden? Für Sylvain und Sarah, beide gerade über 30 und nahe Paris, besteht die Herausforderung erst einmal darin, sich mit dem alten Hofbesitzer Jean-Claude über den Preis der Maschinen und des Viehs zu einigen. Das zweite Paar hat seinen Traum schon verwirklicht: Jessica und Loïc sind Mitte 20, sie haben sich verschuldet, um eine Milchschafzucht zu übernehmen. „Re:“ begleitet sie in schwierigen Stunden auf dem Hof. Mitten in der Zeit, in der die neuen Lämmer geboren werden, müssen sie Tag und Nacht wachen – vor allem Jessica, die gerade selbst Mutter von Zwillingen geworden ist. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 arte
  • Folge 1646 (30 Min.)
    Hunderttausende Tierarten sind akut vom Aussterben bedroht. Zoos versuchen daher, durch Zuchtprogramme eine Reservepopulation gefährdeter Arten zu schaffen – wie eine moderne Arche Noah. Der Tiergarten Nürnberg züchtet seit Jahren erfolgreich gefährdete Guinea-Paviane. In dem geschützten Habitat vermehrten sich die Tiere so stark, dass der Platz im Gehege nicht mehr ausreichte. Stress, Aggression und Verletzungen innerhalb der Pavian-Gruppe waren die Folge. Der Zoo entschied sich, zwölf der Tiere zu töten. Bemühungen, sie woanders unterzubringen, waren fehlgeschlagen. Artenschutz vor Tierschutz – das ist der Leitsatz vieler Zoos. Ob strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen folgen, ist unklar. Dennoch entschieden die beiden Direktoren von Beginn an, mit der Maßnahme an die Öffentlichkeit zu gehen. Das ist auch die Strategie des Kopenhagener Zoos. „Wir präsentieren keine Disney-Welt, sondern die reale Welt“, so Direktor Mads Bertelsen. 2014 geriet auch er in die Schlagzeilen. Als Tierarzt des Zoos tötete er einen Giraffenbullen, sezierte ihn öffentlich und verfütterte ihn an Löwen und andere Raubtiere. Heute leitet er den Zoo. Transparenz ist für ihn der Schlüssel zur Akzeptanz. Seine Raubtiere bekommen so oft wie möglich frisches Fleisch, auch von gespendeten Nutztieren wie Pferden. Für jede Tierart, die in europäischen Zoos gehalten wird, gibt es ein Zuchtbuch. Anhand dieser Informationen werden die Tiere weltweit verteilt. Auch Giraffendame Jahi muss vom Zoo Zürich in den Serengeti-Park in Hodenhagen umziehen, wo sie für den Erhalt ihrer Art sorgen soll. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 03.03.2026 arte
  • Folge 1647 (29 Min.)
    Fatima Keblawi ist eine der „Nachbarinnen“ aus Wien. Sie begleitet Migrantinnen wie Maisaa oder Hiba, die meist isoliert leben und keinen Zugang zu Bildung oder Arbeit haben – beim Deutsch lernen, bei Arztterminen und bei Fragen zur Kindererziehung, Finanzen oder Partnerschaft. Maisaa wurde in Syrien mit ihrem Cousin verheiratet und hat mit fünfzehn Jahren ihr erstes Kind bekommen. Die 26-Jährige lebt mit ihren fünf Kindern und dem Mann seit 2022 in Wien – ohne Verwandtschaft oder Sprachkenntnisse. Die Familie muss nun aus ihrer Wohnung ausziehen. Fatima unterstützt sie bei der Suche. Doch Hilfe gibt es nur im Austausch gegen aktive Schritte in Richtung Integration. Es sind kleine, aber entscheidende Aufgaben für Frauen wie Maisaa: tägliches Zähneputzen mit den Kindern als neue Routine, der erste eigene Einkauf, ein Gespräch auf Deutsch und der Mut, Grenzen zu setzen. Hiba ist einen Schritt weiter. Die 35-Jährige spricht sehr gutes Deutsch, sie sucht nach der Elternzeit Arbeit und steht für ihre Wünsche ein. Die „Nachbarinnen“ – selbst Frauen mit Migrationserfahrung – kennen die Hürden und Ängste der Migrantinnen. Für sie beginnt Integration hinter den Wohnungstüren. Gegründet wurde der Verein von Ärztin Christina Scholten, die erkannte, wie wichtig Brückenbildnerinnen sind. Heute betreuen elf „Nachbarinnen“ jährlich hunderte Familien, finanziert von Stadt, Bund und eigener Nähwerkstatt. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 arte
  • Folge 1648 (30 Min.)
    Wolfgang, 78, gelernter Drucksetzer, Musiker und biodynamischer Berater, liebt sein einfaches Leben in der Toskana. Seit Jahrzehnten ist dieser Landstrich für viele Deutsche ein echter Sehnsuchtsort. Wolfgang wanderte 2007 in die Maremma, den südlichen und wilderen Teil der Toskana aus. Sie ist für ihn inzwischen zur Heimat geworden. Doch gesundheitliche Sorgen, ein auslaufender Pachtvertrag für seine Druckwerkstatt und die Trennung von seiner Frau stellen ihn vor Herausforderungen. Eine Rückkehr nach Deutschland ist für ihn keine Option – ohne Krankenversicherung und feste Bleibe möchte er lieber dort bleiben, wo er längst Wurzeln geschlagen hat. Die Dorfgemeinschaft betrachtet ihn schon lange als einen der Ihren. Er liebt die Auftritte mit seiner jungen Band und steht täglich an der Druckpresse. Seine Werke verkaufen sich von Siena bis in die USA. Auch Roman, 81, genießt den Alltag in der Natur und alles, was das italienische Leben für einen Deutschen so verführerisch macht. Schon 1979 kam er nach Italien – damals als Italienkorrespondent. Vor 30 Jahren haben er und seine Frau Christine sich entschieden, hier sesshaft zu werden, und sich ein Anwesen mit Blick auf die weiten Hügel der Toskana gekauft. Doch jetzt, im hohen Alter, erkennt er die Grenzen des Landlebens: Der nächste Nachbar ist weit entfernt, die Wege sind steil, und das Gelände ist nicht rollstuhlgerecht. Gemeinsam mit seiner Frau plant er wehmütig den Abschied und die Rückkehr nach München in eine altersgerechte Wohnung. Wie gestaltet sich der Alltag von Auswanderern im höheren Alter, wenn die täglichen Aufgaben nicht mehr so einfach zu bewältigen sind, die Kinder weit weg wohnen und der nächste Arzt ohne Auto nicht zu erreichen ist? Freiwillig möchte kaum einer gehen – die Einheimischen bleiben doch auch! (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 06.03.2026 arte

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