• Folge 1728 (29 Min.)
    Jeden Morgen vor Sonnenaufgang öffnet Carla Palmisano ihren Zeitungskiosk in Neapel. Seit Generationen lebt ihre Familie von diesem Beruf, auch ihre Schwester betreibt nur wenige Straßen weiter einen eigenen Kiosk. Doch die kleinen Verkaufsstände verschwinden zunehmend aus dem italienischen Stadtbild. Von einst 33.000 sind landesweit nur noch knapp 10.000 übriggeblieben. Ursachen sind die fortschreitende Digitalisierung des Zeitungsmarktes, steigende Miet- und Instandhaltungskosten und fehlender Nachwuchs. Auch Alessandro Ghidini setzt sich für den Erhalt der Kioskkultur ein. Obwohl er ursprünglich als Journalist arbeitete, übernahm er einen Zeitungskiosk in Mailand, um dessen Schließung zu verhindern. Die Anwohner schätzen den Laden als wichtigen Treffpunkt im Viertel. Alessandro weiß, dass ein Kiosk heute mehr bieten muss als den Verkauf von Zeitungen. Inzwischen ist sein Geschäft ein Ort der Begegnung für Schulkinder und Nachbarn geworden. Mit der Feier zum zweijährigen Bestehen möchte er auf die Bedeutung solcher Einrichtungen aufmerksam machen. Dass gedruckte Zeitungen auch im digitalen Zeitalter wichtig bleiben, glaubt man auch in Amatrice. Hier besucht Priester Don regelmäßig gemeinsam mit Jugendlichen den Kiosk von Roberto Serafini, um sie für das Lesen zu begeistern. Bei dem schweren Erdbeben von 2016 verlor Roberto sowohl sein Haus als auch sein Geschäft. Dennoch gelang es ihm, einen neuen Laden zu eröffnen. Heute kämpft er gemeinsam mit anderen Betreibern für den Erhalt der Zeitungskioske in der abgelegenen Region. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 21.09.2026 arte
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 04.09.2026
  • Folge 1729 (30 Min.)
    Der Comté ist aus der französischen Gastronomie nicht wegzudenken. Die Produktion der Käsesorte gilt oftmals als Vorzeigemodell: Familienbetriebe, lokale Verankerung, generationenübergreifendes Know-how. Heute stellt sich jedoch mehr und mehr die Frage, wie diese Erfolgsgeschichte fortgeführt werden kann, ohne dabei die Flusslandschaft im Juragebirge langfristig zu schädigen. Die Reportage beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven die Folgen der landwirtschaftlichen Praktiken für die Flüsse im Jura. Sie lässt beispielsweise Milchproduzenten zu Wort kommen, die sehr an ihrem Beruf hängen und sich gleichzeitig der ökologischen Folgen bewusst sind. Zwischen wirtschaftlichen Herausforderungen, administrativen Vorgaben und dem Wunsch, zukunftsorientiert zu handeln, versuchen sie ihre Arbeitsweisen zu modernisieren, ohne dabei ihre Identität zu verlieren. Die Realität der Fischer an den Flussufern sieht hingegen anders aus. Seit mehreren Jahren gehen die Fischbestände zurück und das ehemals beispielhafte Ökosystem ist zunehmend belastet. Verschmutzung, starkes Algenwachstum und ein biologisches Ungleichgewicht haben erheblichen Einfluss auf die Zukunft der für die Region bedeutsamen Flussläufe. Landwirte haben sich neue Arbeitsansätze überlegt: weniger Düngemittel, bessere Abwasserbewirtschaftung, Anpassung der Tierhaltungspraktiken, Wiederherstellung natürlicher Lebensräume. Sie sind überzeugt, dass die landwirtschaftliche Produktion und der Umweltschutz Hand in Hand gehen können, und veranschaulichen resilientere Betriebsmodelle. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 15.09.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 arte
  • Folge 1730 (30 Min.)
    Papageien sind weltweit verbreitet, sogar dort, wo sie von der Natur überhaupt nicht vorgesehen waren. Eine Spätfolge von jahrhundertelanger Gefangenschaftshaltung in Zoos und privaten Haushalten. Mittlerweile findet man sie fast überall in Europa, allen voran Mönchs- und Halsbandsittiche. In den betroffenen Städten sind die von ihnen verursachten Problemen sehr ähnlich: Die gefiederten Invasoren besetzen städtische wie private Grünflächen, produzieren Unmengen hartnäckigen Kot und machen zu bestimmten Tages- und Nachtstunden reichlich Lärm. Der Umgang mit ihnen ist sehr unterschiedlich. In Köln werden die kleinen Krachmacher zwar nicht durchgehend geliebt, aber doch toleriert. Naturschützer versuchen den Überblick über die grünen Gäste zu behalten und vermitteln, wenn sie sich etwa anschicken, an Hausfassaden zu brüten. Graffiti-Künstler verewigen sie auf Mauern und Wänden, und die Kölschrockband Kasalla widmet ihnen mit „Jröne Papajeie“ einen eigenen Song und sieht in ihnen genau die „bunten Vögel“, die hier schon immer willkommen waren. In London sind die Sittiche ebenfalls heimisch geworden. Hier füttern viele Menschen sie sogar und machen begeistert Selfies mit ihnen. Der Autor Nick Hunt hat ein Buch über sie geschrieben und die wildesten Theorien gesammelt, woher sie eigentlich stammen. Am meisten amüsiert ihn die Geschichte, dass Jimi Hendrix sie auf die Insel gebracht haben solle … In Madrid sind Papageien gänzlich unwillkommen, man würde sie am liebsten ausrotten. Die Nester der dort lebenden Mönchssittiche werden regelmäßig zerstört und auch mit Luftgewehren geht man gegen sie vor. Vogelschützer wehren sich dagegen – es ist ein zäher Kampf. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 23.09.2026 arte
  • Folge 1731 (30 Min.)
    Nur eine halbe Stunde blieb Hanna Maksiuta, als sie aufbrach, um ihre Heimat zu verlassen. Ihr Mann und ihre Eltern blieben zurück. Heute lebt sie in Schondorf am Ammersee und hofft, bald wieder als Maschinenbauingenieurin arbeiten zu können. Doch obwohl Deutschland viel in die Arbeitsmarktintegration investiert und in hoch qualifizierten Geflüchteten wie Hanna eine Antwort auf den Fachkräftemangel sieht, bleibt der Einstieg schwierig. Ukrainische Geflüchtete profitieren EU-weit von einer besonderen Regelung: Statt eines langwierigen Asylverfahrens erhalten sie vorübergehenden Schutz. In Deutschland ermöglicht dieser Status einen schnellen Zugang zu Aufenthalt, Arbeit, Bürgergeld sowie Sprach- und Integrationskursen. Polen setzt stattdessen auf eine schnelle Integration über Arbeit. 2025 lag die Beschäftigungsquote ukrainischer Geflüchteter dort mit rund 70 Prozent doppelt so hoch wie in Deutschland. Doch auch in Polen verändert sich die Stimmung. Die Regierung verschärft den Ton, Leistungen werden eingeschränkt. Gleichzeitig wächst die Debatte über Unterstützung und Zusammenhalt. Grzegorz Żulewski aus Opole betreibt zwei Bars und vermietet Apartments. Ohne ukrainische Arbeitskräfte wäre dieser Erfolg kaum möglich. Er setzt auf Zusammenarbeit und kann sich die Zukunft seines Unternehmens ohne seine ukrainischen Mitarbeitenden nicht vorstellen. Doch auch in der Kleinstadt zeigen sich erste Anzeichen, dass die Solidarität nachlässt. Je länger der Krieg dauert, desto drängender wird die Frage: Wie kann aus einem Zufluchtsort ein Zuhause werden? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 arte
  • Folge 1732 (30 Min.)
    57 Quadratmeter, zwei Erwachsene, ein Kleinkind – und der Wunsch nach etwas mehr Platz: Laura und Konstantin leben mit ihrer zweijährigen Tochter in einem Berliner Altbau. Eine größere bezahlbare Wohnung ist nicht in Sicht. Deshalb muss jetzt eine andere Lösung her – auch weil die drei sich in ihrem Kiez wohlfühlen. Die junge Familie macht sich auf die Suche nach Ideen, wie aus ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung ein Zuhause werden kann, das mitwächst. Unterstützung bekommen sie von Architekt Van Bo Le-Mentzel. Der Berliner gilt als Pionier für „kluges Wohnen“ auf kleinem Raum. Er selbst lebt mit seiner Frau und drei Kindern auf 90 Quadratmetern. Mit seinem Wohnungsbau-Unternehmen „Gemeinwohlbau“ entwickelt der 49-Jährige neue Modelle für gemeinschaftliches und bezahlbares Wohnen. Laura und Konstantin schlägt er vor, mit einem selbst gebauten Raumteiler neue Rückzugsorte zu schaffen. Einziges Manko: Die beiden bringen wenig handwerkliche Vorerfahrung mit. Gelingt der Plan, die kleine Wohnung im Do-It-Yourself-Projekt familientauglich umzubauen? (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 25.09.2026 arte
  • Folge 1733 (30 Min.)
    „Ich habe mir immer geschworen, ich lasse mich nie schlagen von einem Mann, und trotzdem habe ich mir alles gefallen lassen“, sagt Sabine. Nachdem er sie immer wieder zusammengeschlagen und dann sogar gedroht hat, sie zu töten, flüchtete sie, nur mit Leggings und T-Shirt bekleidet, zur Polizei. Sie fand Unterschlupf im Frauenhaus Espelkamp. Im Gegensatz zu den meisten Frauenhäusern ist dieses nicht anonym. Die Adresse, mitten im Ortszentrum, ist öffentlich bekannt. Hier sorgen Überwachungskameras für Sicherheit, auch Nachbarschaft und Polizei wissen Bescheid. Der Erleichterung, der Gewalt entkommen zu sein, folgt die Verzweiflung über diese Taten und die Sorge, wie es weitergehen soll. Teamchefin Miriam Kary erlebt die Frauen oft zuerst in einer Art Schockstarre, gefolgt von Trauer und Selbstvorwürfen: Was haben die Kinder mitbekommen? Warum bin ich nicht eher gegangen? Auch Lara aus Osteuropa (anonym) musste vor der Gewalt ihres Partners fliehen. Er hat sie erst mit Liebe überschüttet, dann erniedrigt, geschlagen und so manipuliert, dass sie sich in Deutschland prostituiert hat. Obwohl sie ihm alles Geld gegeben hat, hat er sie immer wieder verprügelt. „Ich hatte Angst jeden Tag, wann kommt der nächste Schlag? Angst um mein Leben.“ Nachdem sie ihm schwer misshandelt entkommen ist, hat er sie überall gesucht. Sie ist von Bordell zu Bordell geflohen, bis sie in einem streng geheim gehaltenen Schutzhaus Unterschlupf und Fürsorge gefunden hat. Für einen solchen Neustart braucht es viel Unterstützung und Zeit, die körperlichen und seelischen Wunden zu heilen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 28.09.2026 arte
  • Folge 1734 (30 Min.)
    Jedes Frühjahr verwandelt sich das bulgarische Tal der Rosen in ein duftendes Blütenmeer. Von hier stammen rund 70 Prozent des weltweit gehandelten Rosenöls. Ein Liter der kostbaren Essenz ist etwa 10.000 Euro wert und wird für Parfüms, Kosmetik und Medizin genutzt. Doch die traditionsreiche Branche steckt in der Krise. Die mühsame Ernte wird fast ausschließlich von Roma getragen. Noch vor Sonnenaufgang machen sich Anni und Ivko Marinow mit ihrer Familie auf zu den Feldern. In den wenigen Wochen der Saison verdienen sie einen großen Teil ihres Jahreseinkommens. Mit dem Geld früherer Ernten haben sie über Jahre ein eigenes Haus aufgebaut. Viele Roma in Bulgarien leben jedoch weiterhin unter prekären Bedingungen und fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. Die Rosen blühen nur wenige Wochen und müssen täglich in den frühen Morgenstunden geerntet werden. Doch harte Arbeit, geringer Lohn und fehlende Perspektiven schrecken viele Erntehelfer ab. Immer mehr Menschen verlassen die Region oder wählen sichere Ganzjahresstellen, etwa in den Fabriken der nahe gelegenen Rüstungsindustrie, die seit dem Ukraine-Krieg boomt. Doch für die Rosenbauern wird der Mangel an Pflückern zunehmend existenzbedrohend. ARTE Re: erzählt von einer Region zwischen Tradition und Wandel, Armut und globalem Luxusgeschäft. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 arte
  • Folge 1735 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 30.09.2026 arte
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 25.08.2026
  • Folge 1736 (30 Min.)
    In Lierneux in den belgischen Ardennen leben psychisch kranke Patienten in Gastfamilien, fernab von geschlossenen Anstalten. Für sie beschränkt sich die Therapie nicht nur auf regelmäßige Arztbesuche, sie beginnt schon im Alltag, in der Küche, am Esstisch und im täglichen Kontakt mit der Gastfamilie. Dieses einzigartige Modell hat seinen Ursprung im Mittelalter in der flämischen Stadt Geel, dort nahmen die Bürgerinnen und Bürger schon damals Menschen mit psychischen Leiden bei sich zu Hause auf. Die Reportage begleitet Patienten, eine Gastfamilie und Pflegekräfte, die gemeinsam versuchen, ein fragiles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten: Freiheit zu erlauben, ohne die Betreuung zu vernachlässigen. Denn hier vermischen sich täglich psychiatrische Betreuung und Alltag: Gemeinsam kochen und essen, die Arbeit auf dem Feld oder einfach nur jemand, der abends auf einen wartet – all das sind Wege, mit der Krankheit umzugehen und ein erfülltes Leben zu führen. Diese Alternative zur psychiatrischen Einweisung ist heute in Belgien gefährdet, denn es fehlt an Gastfamilien und auch am Geld zu deren Unterstützung. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 30.09.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte
  • Folge 1737 (30 Min.)
    Tief im Süden von Frankreich, in Narbonne, empfängt das „Les Grands Buffets“ jeden Tag um die 1.000 Gäste – 500 mittags und 500 zum Diner. Der ehemalige Theaterschauspieler Louis Privat hat mit dem Haute-Cuisine-Tempel eine Welt wie aus einer anderen Zeit erschaffen: Die Kellner in Livree, die Buffets aus Messing, die Silberwaren im Jugendstil. Und das mitten im Industriegebiet, in einem Zweckbau, in dem auch eine Eissporthalle und ein öffentliches Schwimmbad untergebracht sind. Der umtriebige Patron will nichts weniger als das kulturelle Erbe der Franzosen bewahren: die Haute Cuisine. Sein Idol: der legendäre Koch Auguste Escoffier, der die französische Spitzenküche prägte wie kein Zweiter. Nach Escoffiers Kochbuch vom Anfang des 20. Jahrhunderts wird im „Les Grands Buffets“ gekocht: „Das ist unsere Bibel“, sagt Louis Privat. Weil er vom Theater kommt, ist hier alles eine große Inszenierung: die Präsentation der Speisen, die verschiedenen Speisesäle, der Auftritt der Köche und Kellner. Und wenn die „Blutente“ zubereitet wird, läuft dazu Wagners „Walkürenritt“. Doch Louis Privat hat sich auch von den sozialen Arbeitsbedingungen inspirieren lassen, die sein Vorbild Escoffier einführte. Die Löhne sind übertariflich, die Angestellten haben 3,5 Tage Freizeit pro Woche und wer ein Darlehen braucht, bekommt es von ihm. Die Reportage begleitet einen Tag lang den Chefkoch, die Kellnerin, den Patron und eine Familie aus Toulouse, die dem deutschen Schwiegersohn das Speisen à la française beibringen will. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 02.10.2026 arte

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