• Folge 1663 (30 Min.)
    Bild: Arte
    Im Schweizer Andermatt hat der US-Konzern Vail Resorts das Skigebiet mehrheitlich übernommen. Bergbahnchef Ignaz Zopp übt nun den Spagat: Er führt den Betrieb für den börsennotierten Konzern und versucht dabei die Identität des Skiortes zu bewahren. Katia Österlund, Mitarbeiterin im Sportgeschäft und Skilehrerin, erlebt, wie Mieten sowie Immobilienpreise auf Großstadtniveau steigen. Ihr Dorf verwandelt sich in ein Luxus-Resort mit schicken Hotels, aber kaum noch bezahlbarem Wohnraum für Einheimische und Saisonkräfte. Ganz anders die „Weiße Arena“ bei Flims/​Laax: Hier haben Bürgerinnen und Bürger dafür gestimmt, das Skigebiet selbst zu kaufen, um es vor dem Zugriff großer Investoren zu schützen. Urs Welti, Skibauer mit eigener Werkstatt, begrüßt den Schritt. Denn er möchte nicht, dass ausländische Konzerne den wichtigsten Wirtschaftsmotor vor Ort dominieren. Im Familien-Skigebiet Schetteregg in Vorarlberg musste Geschäftsführer Hannes Waldner nach mehreren schneearmen Wintern Insolvenz anmelden. Doch nun will ein Investor den Neustart wagen: Der ortsansässige Unternehmer plant gemeinsam mit Hannes Waldner ein Ganzjahres-Angebot rund um das kleine Skigebiet. Ob es den beiden gelingt, alle Grundbesitzer ins Boot zu holen und für den Sommertourismus zu gewinnen, entscheidet über die touristische Zukunft dieser traditionsreichen Region im Bregenzerwald. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 01.04.2026 arte
  • Folge 1664 (29 Min.)
    „12. September 62. Ein Mittwoch.“ Die Kundin zögert kurz, dann lächelt sie. Es stimmt. Lorenzo hat den Wochentag ihres Geburtstags korrekt genannt. „Dafür gibt es keine genaue Erklärung. Ich nenne es mein autistisches Gehirn.“ Szenen wie diese gehören zum Alltag in der Pizzeria in Monza in Italien. Nico Acampora ist der Gründer von PizzAut. Hier arbeiten fast ausschließlich Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Strikte Abläufe, klare Regeln – für die Mitarbeitenden sind diese Strukturen eine große Hilfe. Bevor die Türen öffnen, isst das Team gemeinsam. Dann kommen die Gäste: Schulklassen, Familien, Stammkundschaft. Von außen wirkt alles ruhig, fast routiniert. Doch Nico beobachtet genau. Abweichungen, zu viele Reize, ein falscher Moment – und Stress entsteht. Wer überfordert ist, wird aus schwierigen Situationen genommen. Autismus ist nicht gleich Autismus, daher heißt es Autismus-Spektrums-Störung. PizzAut beschäftigt inzwischen rund 40 Mitarbeitende in zwei Restaurants. Inzwischen hat die Idee politische Aufmerksamkeit. Italiens Staatspräsident würdigte das Projekt, der Papst empfing das Team. Doch für Nico ist das nicht genug. Er will, dass andere Unternehmen folgen. „Der wahre Wandel kommt erst, wenn wir nicht mehr gebraucht werden.“ Für die Mitarbeitenden bedeutet PizzAut schon jetzt mehr als nur Arbeit. Eine Kundin meint: „Es ist ein Ort, der das Herz öffnet“. Und es ist vor allem ein Ort, der Selbständigkeit gibt. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 02.04.2026 arte
  • Folge 1665 (30 Min.)
    Ein grauer Schleier aus Kohlenstaub liegt über den Wiesen von Fajtovici im Nordwesten Bosniens. Lastwagen donnern im Minutentakt durch den Ort – beladen mit Kohle, Millionen wert. Bauer Enes Tatalović streicht über sein Heu. Es ist grau verfärbt, kaum noch brauchbar für seine Kühe. Die Mine rückt immer näher an seine Felder heran. Unter seinen Füßen liegt eines der größten Kohlevorkommen Europas. Noch immer gewinnt Bosnien-Herzegowina mehr als 50 Prozent seiner Energie aus Kohle – und das, obwohl das Land in die Europäische Union strebt, wo längst der Ausstieg aus fossilen Energien beschlossen ist. Die Kohle ist Fluch und Segen zugleich: Einer der wenigen natürlichen Reichtümer, aber oft gefördert auf Kosten von Mensch und Umwelt. In der Mine bei Fajtovici sicherte sich nach dem Bosnienkrieg der undurchsichtige bosnisch-serbisch-kroatische Konzern Lager die Abbaurechte für Jahrzehnte. Zweistellige Millionengewinne stehen einer wachsenden Belastung für Anwohnende und Landschaft gegenüber. Auch im Tagebau Sikulje nahe Tuzla läuft der Betrieb ungebremst weiter – hier fördert der Staat selbst. Der Transport wirkt wie aus einer anderen Zeit: Über 80 Jahre alte Dampflokomotiven aus deutscher Produktion rangieren die Kohlezüge – Relikte des Zweiten Weltkriegs, einst bei der Eroberung Jugoslawiens und für die Ostfront im Einsatz. Für Lokführer Mamut Osmanović sind sie mehr als Maschinen: „Diese Lokomotiven waren alles in meinem Leben, ich habe damit meine Rente verdient; dank ihr konnte ich meine Kinder ausbilden lassen, mein Haus finanzieren.“ (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 06.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 08.04.2026 arte
  • Folge 1666 (30 Min.)
    Für die ungarischen Behörden ist dieser „Tag der Ehre“ nur ein historisches Gedenken, subventioniert mit staatlichen Zuschüssen, über das die von Premierminister Viktor Orbán kontrollierten Medien positiv berichten. Doch die ungarische Regierung geht noch weiter. Um ausländische antifaschistische Gegendemonstranten aufzuspüren, bedient sie sich missbräuchlich eines Rechtsinstruments der Europäischen Union: Seit 2023 ließ sie 14 Europäische Haftbefehle (EHB) gegen sie ausstellen, die ursprünglich nur gedacht sind zur Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität. Unter den ungarischen Linksaktivisten geht deshalb die Angst um, seit kurzem noch verschärft durch die Veröffentlichung eines „Antifa-Dekrets“ am 26. September 2025. Darin wird die antifaschistische Bewegung als terroristische Organisation eingestuft, deren Mitglieder mit bis zu 24 Jahren Haft bestraft werden können. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 08.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 09.04.2026 arte
  • Folge 1667 (30 Min.)
    Knieschmerzen, Verschleiß, Arthrose: Millionen Menschen leiden darunter. Heilkräfte aus der Natur und Hightech-Medizin können schmerzende Gelenke wieder in Bewegung bringen. Was weg ist, ist weg: Das schien auch für den Knorpel im Knie zu gelten, der wie ein Stoßdämpfer zwischen den Gelenkknochen jeden Schritt, jede Bewegung auffängt. Ist er einmal abgenutzt – unwiederbringlich, so dachte man bislang -, reiben die Knochen aneinander. Arthrose. Eine schmerzhafte Sache. Doch eine neue Apparatur aus den Niederlanden erweist sich als echter Gamechanger: Sie zieht die Knochen im Knie auseinander und schafft so Raum, in dem Knorpel nachwachsen kann – die sogenannte Knie-Distraktion. In Deutschland gehört der Orthopäde Kaywan Izadpanah vom Uniklinikum Freiburg zu den Ersten, die die Operation durchführen. In der Schweiz kommt Rettung fürs Knie aus der eigenen Nase. Forschende vom Universitätsspital Basel entnehmen ihren Patientinnen und Patienten ein kleines Stück Nasenscheidewand, züchten es im Labor groß und verpflanzen es dann in das kaputte Knie. Ersatz für den abgenutzten „Stoßdämpfer“. Bei leichteren Knie- und Gelenkschmerzen schaffen auch sanftere Mittel Abhilfe. Die „Rostocker Seehunde“ schwören auf die Kraft der Kälte: Die Vereinsmitglieder finden beim Eisbaden in der winterlichen Ostsee neue Lebensenergie – manche sogar in einer Kältekammer bei minus 110 Grad. Denn sie spüren es am eigenen Leib: Einmal kurz frieren heißt für sie: Gelenkschmerz ade! (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 10.04.2026 arte
  • Folge 1668 (30 Min.)
    Anfang Februar 2026 wird ein Bus mit ukrainischen Bergleuten von einer russischen Drohne attackiert. 16 Bergleute sterben. Sie waren auf dem Weg zu der Mine, in der auch Maryna Pinchuck arbeitet. „Wenn man nur im Schutzkeller sitzt, gibt es nichts – und dann läuft hier auch nichts mehr“, sagt Maryna, Schweißerin in der Kohlemine im Osten der Ukraine. Der genaue Standort bleibt geheim – die Mine wird regelmäßig von russischen Drohnen attackiert. Oft müssen die Bergleute in den Schächten ausharren, während über ihnen Bomben fallen. Russland hat die Angriffe auf ukrainische Energie-Infrastruktur massiv verstärkt. Der Nachschub an Kohle darf nicht abbrechen. Inmitten des Krieges hat sich der Kohlebergbau im Osten der Ukraine stark verändert. Weil viele Männer an die Front mussten, arbeiten inzwischen mehr als 400 Frauen unter Tage. Die Bergwerke sind zum Symbol für Wandel und Überlebenswillen geworden. Die geförderte Kohle gilt als „Kohle der Hoffnung“, da sie für die Energieversorgung unentbehrlich ist. „Wir müssen einfach durchhalten. Irgendwann wird alles gut“, hofft Bergbaumaschinenführerin Wiktoria. In ihrer Familie hat Bergbau Tradition – die alleinerziehende junge Mutter ist schon die dritte Generation, die in der Mine arbeitet. Wiktorias Tante ist wegen des Kriegs in die Niederlande gegangen, aber noch möchte Wiktoria ihr Land nicht verlassen – auch wenn sie wenig Hoffnungen in die Friedensverhandlungen setzt. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 13.04.2026 arte
  • Folge 1669 (30 Min.)
    An jedem zweiten Oktober-Sonntag wird Tschechien zur Pferderennsport-Nation. Das Land feiert dann die Velká pardubická, das wichtigste Pferderennen Tschechiens mit rund 150-jähriger Tradition. Doch die Velká pardubická gilt auch als eines der gefährlichsten Hindernisrennen weltweit. Mehr als 60 Pferde haben sich im Laufe der Geschichte tödlich verletzt oder mussten eingeschläfert werden – zuletzt 2023, dem Jahr, in dem Sacamiro zum Velká-pardubická-Star wurde. Das zierliche Vollblut aus tschechischer Zucht wird seit nunmehr neun Jahren von Eva Petřiková und ihrem Mann Radim trainiert. Dass sie einen großen Champion in ihrem kleinen Reitverein hegen und pflegen, war auch für sie eine Überraschung, denn der Wallach schien ihnen zu klein für die großen Hindernisse in Pardubice zu sein. Doch gleich bei seinem ersten Start 2022 wurde er Dritter, ein Jahr später war er der Star. Nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause soll Sacamiro nun erneut bei der Velká pardubická starten. Die Erwartungen sind hoch. Doch inzwischen ist Sacamiro zwölf Jahre alt – schon ein hohes Alter im Pferderennsport. Zudem macht ein neuer Konkurrent aus dem Familien-Stall von Pavel Odložil von sich Reden: Sein zwei Meter großer Wallach Cuwall ist erst acht Jahre alt und bei einem der Qualifikationsrennen vor Sacamiro ins Ziel gelaufen. Die Pferdehalter geben alles, um ihre Tiere bestmöglich auf die Velká pardubická vorzubereiten. Doch wie passt das zusammen: Die Liebe zum Pferd und die Leidenschaft für einen Sport voller Risiken für das Tier? (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Mi. 15.04.2026 arte
  • Folge 1670 (30 Min.)
    Als Emily Wittmann vor einigen Monaten die Diagnose Multiple Sklerose erhält, ist das ein Schock – aber auch eine Erleichterung. Endlich kann die Dreißigjährige ihre wiederkehrenden Probleme mit Gleichgewicht, Konzentration und Sprachvermögen einordnen und behandeln lassen. „Erstmal habe ich mega geheult, aber nach und nach ist mir klar geworden, dass das jetzt nicht das Aus ist und es mir auch eine gewisse Handlungsfähigkeit wieder gibt“, so die Hamburgerin. Emily ist eine von mehr als einer Million Menschen in Europa, die mit MS leben, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. MS ist unheilbar und durch unterschiedliche Verläufe gekennzeichnet. Da die Symptome stark variieren, wirken Medikamente und Behandlungsmethoden nicht immer gleich gut. Auch Emilys weiterer Therapieverlauf ist noch unklar. Ricky Baerg war 24, als er an MS erkrankte. Anfangs hatte er nur wenige der MS-typischen Symptome, doch inzwischen tragen ihn seine Beine nicht mehr. Seit 2020 nutzt der heute 36-Jährige einen Rollstuhl und meistert einen trubeligen Alltag: als Ehemann, Vater von drei Kindern, in der Sozialberatung einer Klinik und als Mitglied einer Baugemeinschaft. Seine krankheitsbedingten Schwächen thematisiert er offen: „Es gibt Tage, an denen mich die MS lahmlegt – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich will mich weiterbewegen und mich nicht einschränken lassen, sondern das Leben in meinen Möglichkeiten genießen.“ (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 16.04.2026 arte
    Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 14.01., dann für den 10.04.2026
  • Folge 1671 (30 Min.)
    Zwischen den Kühen im dämmrigen Stall sitzt Zlatko Kokanović auf einem Schemel und hält sein Handy ans Ohr. Die Tiere schnauben, die Melkmaschine brummt – und der serbische Bauer macht Politik. Zlatkos Hof mit 20 Kühen und einem Dutzend Kälbern liegt im Westen Serbiens, im Jadar-Tal – hier befindet sich eines der größten Lithiumvorkommen Europas. Seit Jahren will das Bergbauunternehmen Rio Tinto das wertvolle Metall abbauen. Aber der Bauer Zlatko und seine Mitstreitenden haben es bis heute geschafft, den Abbau zu verhindern. Sie wollen ihr Land nicht verlassen, kämpfen gegen Umweltverschmutzung und unkalkulierbare Folgen für die Region. Unterstützung bekommen sie von Wissenschaftlern und Umweltaktivisten aus dem ganzen Land. Nur ein paar Felder weiter schaut Petar Filipović nach den Blumen in seinem Gewächshaus. Der Gärtner glaubt an Fortschritt – und daran, dass die Mine seinem Dorf eine Zukunft geben könnte. Er fordert einen Dialog über Entschädigungen und Investitionen in Infrastruktur, Schulen und Krankenhäuser. Doch wer Chancen sieht, gilt im Dorf schnell als Verräter. Petar erlebt, wie sich Freunde und Familie abwenden, wie Menschen auf Festen lieber den Platz wechseln, als neben ihm zu sitzen. Der Konflikt reicht weit über das Tal hinaus. Lithium gilt als Schlüsselrohstoff der Energiewende. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hält trotz landesweiter Proteste an den Abbauplänen fest. Und die EU unterstützt das Vorhaben im Jadar-Tal, um unabhängiger von China zu werden. Für die Menschen vor Ort bedeutet das zusätzlichen Druck, aber Bauer Zlatko denkt nicht ans Aufgeben. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 15.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 17.04.2026 arte

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