Das Donaudelta, das sich über Rumänien und die Ukraine erstreckt, ist für seine wilde Schönheit bekannt. Mit dem Krieg in der Ukraine ist es zu einem geopolitischen Spannungsfeld geworden. Nur wenige Kilometer entfernt werden ukrainische Häfen bombardiert. Auch auf der rumänischen Seite hat der Konflikt die Wirtschaft, das soziale Gefüge, den Alltag der Menschen und ihre Beziehungen untereinander grundlegend verändert. Für die Bewohner ist das Delta Lebensgrundlage. Rumänische Fischer berichten davon, wie alte Traditionen seit dem Krieg mit Sicherheitsauflagen und den Anforderungen neuer Handelsrouten kollidieren. Die früher kaum befahrene Wasserader ist heute von strategischer Bedeutung: Auf ihr wird ukrainisches
Exportgetreide transportiert.
Der massive Frachtverkehr hat schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur. Auch der Tourismus leidet. Das Delta, mit seiner einzigartigen Artenvielfalt eines der bemerkenswertesten Feuchtgebiete Europas, zog jedes Jahr zahlreiche Naturliebhaber an. Heute brechen die Buchungen ein. Die Nähe zum Krieg hält Besucher fern und schwächt die Wirtschaft, die weitgehend vom Fremdenverkehr abhängt. In der Dokumentation kommen auch die russischstämmigen Lipowaner zu Wort, eine Gemeinschaft orthodoxer Altgläubiger, die seit mehr als drei Jahrhunderten im Delta lebt und für die die aktuelle Lage neue Fragen in Bezug auf Sprache, Traditionen, Geschichte und Zugehörigkeit aufwirft. (Text: arte)