Auch acht Tage nach Ausbruch des Waldbrands schwelt es noch überall im Kiefernwald. Paul Regnier im bedrohten Küstenort Lacanau will nicht einfach zusehen. Als Vertreter des Bürgermeisters organisiert er mit Freiwilligen die Unterstützung der Feuerwehr. Mit ihren Pickup-Trucks und Geländewagen versorgen sie die Rettungskräfte. Und sie löschen auch selbst. Denn alle hier haben Angst, dass Lacanau das gleiche Schicksal, wie den Nachbarort Le Porge ereilt, wo fast 200 Häuser zerstört wurden. An anderen Stellen in der Region hat sich die Lage wieder etwas beruhigt.
In Sicherheit gebrachte Tiere werden ihren Besitzern zurückgebracht. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Immer wieder flammen Glutnester auf und der Forst entzündet sich erneut. In der Region Corbière, 400 Kilometer südöstlich,
wüteten im August 2025 katastrophale Brände. Ein Jahr danach zieht Winzer Baptiste Cabal Bilanz. Ein Teil seines Weinguts ging in den Flammen verloren, dass einige Reben wieder ausgetrieben sind, macht ihm Hoffnung. In der Nähe betreibt Landwirt Xavier Morvillez eine Viehzucht und eine Käserei.
Seit den Bränden konnte er sein Geschäft erweitern: Die Stadt und auch viele Privatleute buchen seine Ziegen und Schafe, damit sie an schwer zugänglichen Orten das trockene Gras fressen und so zum Brandschutz beitragen. Er erzählt, dass die Zahl der Anfragen stark gestiegen sei. Doch reichen Ziegen und Feuerschneisen zur Prävention? Und ist eine wirksame Brandbekämpfung ohne Freiwillige und engagierte Bürgerinnen und Bürger in den feuergefährdeten Regionen Südeuropas überhaupt noch zu leisten? (Text: arte)