Welt im Wandel, Folge 92–99

    • Folge 92
      August 1990, der irakische Diktator Saddam Hussein besetzt Kuwait: „Wir werden die Ölfelder im Feuer versinken lassen.“ Saudi-Arabien ruft die USA zu Hilfe. Bald steht eine Streitmacht von 26 Nationen in der Wüste: mit 2.673 Panzern und 1.740 Flugzeugen. Januar 1991: Ein High-Tech-Krieg beginnt – die alliierte Luftmacht schlägt mit chirurgischer Präzision zu.
      100.000 Soldaten und 10.000 Zivilisten sterben auf irakischer Seite. 343 Alliierte lassen bei der „Operation Wüstensturm“ ihr Leben. Februar 1991: Saddam lenkt ein. Im März 1991 ist der Golf-Krieg beendet. Doch die späte Wirkung der irakischen Gift- und Kampfstoffe tötet in den Folgejahren hunderte von US-Veteranen. Und auch heute noch produziert Hussein vermutlich lebensgefährliche ABC-Waffen. (Text: Phoenix)
    • Folge 93
      Ein trüber Tag. Fast hunderttausend Menschen versammeln sich am 19. August vor dem russischen Parlament. Rufe hallen über den Platz: „Jelzin, Jelzin!“ Er ist der einzige, dem die Menschen vertrauen. „Russland, Russland“. Panzer rollen auf Moskaus Straßen. Doch Boris Jelzin klettert auf einen der Panzer – mutig und ungeachtet der postierten Heckenschützen. Er ruft die Bevölkerung zu aktivem Widerstand auf. Tausende Bürger demonstrieren für ihre demokratischen Rechte. Jelzin soll ihr Land von den Putschisten befreien, die am Morgen durch einen Staatsstreich gegen Michail Gorbatschow die Macht übernommen haben.
      Es gelingt: Durch den Widerstand des Volkes verläuft der Putsch binnen weniger Tage im Sande. Volksheld Jelzin wird der neue starke Mann Russlands. Heute ist Jelzin ein kranker Präsident – und das organisierte Verbrechen hat die Macht im Staate übernommen. (Text: Phoenix)
    • Folge 94
      Frikret Alic ist nur noch Haut und Knochen. Der 22-jährige Muslim aus Westbosnien hat im Lager Trnopolje über 30 Kilo abgenommen. Wie tausende seiner Landsleute wird auch er in der Haft geschlagen und gefoltert. „Mit diesem Krieg wollen die bosnischen Serben die Muslime in Bosnien auslöschen“, sagt Kriegsberichterstatter Ed Vulliamy. Im April ’92 erklärt sich die Republik Bosnien-Herzegowina für unabhängig. Wenig später übernehmen Serben gewaltsam die Macht.
      Die serbische Armee sprengt Moscheen in die Luft, macht muslimische Friedhöfe und Wohnviertel dem Erdboden gleich, beschießt Sarajevo Tag und Nacht mit Granaten. Die Landbevölkerung wird eingesperrt – Lebensmittel gibt es für sie nicht. Zur Hinrichtung ruft man die Gefangenen nach draußen. Viele sterben vor Entkräftung, an Krankheiten und unter Schlägen. Mehr als 300.000 Todesopfer fordert der Krieg mitten in Europa. Das Pulverfass schwelt noch immer. Und bis heute entziehen sich Kriegsverbrecher ihrer Strafe. (Text: Phoenix)
    • Folge 95
      Ein Kind ergibt sich seinem Schicksal: kraftlos vor Hunger und Durst, ohne Hoffnung. Eine Hungerkatastrophe bringt tausendfachen Tod über das ostafrikanische Land. Kriegerische Auseinandersetzungen rivalisierender Clans fordern Hunderte von Opfern.
      Der Bundestag billigt den Einsatz deutscher „Blauhelme“: 1.700 Bundeswehrsoldaten beteiligen sich an der Aktion „Neue Hoffnung“. Doch die UN-Mission gerät außer Kontrolle. Die Friedenstruppen helfen gegen die Hungersnot, scheitern aber bei der Entwaffnung der Bürgerkriegsparteien. Immer noch ist Krieg in Somalia, noch immer verhungern Menschen. (Text: Phoenix)
    • Folge 96
      Nelson Mandela, eine Friedenstaube in seiner Hand. Frieden – sein lebenslanges Motto. „Ich kämpfe für das afrikanische Volk. Und das Ideal einer demokratischen und freien Gesellschaft.“ Im Mai 1994 wird er der erste schwarze Präsident Südafrikas. 1951 hatte der Rechtsanwalt die ANC-Jugendliga ins Leben gerufen und Anti-Apartheidskampagnen organisiert. Er wird festgenommen, zu lebenslanger Haft verurteilt. 27 Jahre verbringt er im Gefängnis. 1990 kommt er frei, erhält ’93 den Friedensnobelpreis. Mitte Juni ’99 tritt Mandela 80-jährig von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger Mbeki versucht, seine Politik der Versöhnung von Schwarz und Weiß fortzuführen. (Text: Phoenix)
    • Folge 97
      Trauer um den Mann, den die Kugeln eines Fanatikers töteten. Am 4. November wird Yitzhak Rabin von einem 27-jährigen Rechtsradikalen erschossen. Bei einer Friedenskundgebung löste sich der junge Mann aus der Menge, zog seine Neun-Millimeter-Beretta, feuerte dreimal. Der Mörder wollte den Friedensprozess stoppen. Als Ministerpräsident hatte Rabin eine neue Ära arabisch-israelischer Beziehungen eingeleitet. Am Sarg ihres Großvaters ruft Noa Ben-Artzi weinend: „Opa, du warst mein Feuer. Jetzt bin ich ohne Fackel in der Finsternis.“ „Die Jugend wird weitermachen“, verspricht die Witwe Lea Rabin. „Der Terror kann jeden treffen, aber den Weg zum Frieden wird er nicht versperren.“ (Text: Phoenix)
    • Folge 98
      Paris, Hotel „Ritz“, 30. August: Die Prinzessin von Wales und der ägyptische Milliardärssohn Dodi al Fayed kommen von einem intimen Dinner. „Heute kriegt ihr uns nicht!“ ruft der Chauffeur Henri Paul den Fotografen zu. Der Mercedes rast mit dem Liebespaar davon. Paparazzi nehmen die Verfolgung auf. „Fahren Sie schneller“, befiehlt al Fayed dem Fahrer. Paul tritt aufs Gaspedal. Mit 1,7 Promille Alkohol im Blut und mit 140 Kilometer pro Stunde jagt er die Limousine in den Tunnel Pont de l’Alma. Der Wagen schießt frontal auf einen Betonpfeiler zu. Fayed, Paul und Diana sterben, Leibwächter Rees überlebt. Ein Unglück? Mord? Oder eine Verschwörung? Bis heute ist Dianas Tod nicht aufgeklärt. (Text: Phoenix)
    • Folge 99
      6. November: Zur besten Sendezeit überträgt das US-Fernsehen Präsident Clintons Geständnis. Mit zerknirschter Miene beichtet er seine „unangemessene“ Beziehung zu Monica Lewinsky. Entschuldigt sich bei der Nation, seiner Frau, seiner Tochter. Immer pikantere Details der Affäre waren an die Öffentlichkeit gelangt: ob nun Spermaspuren auf einem Cocktailkleid oder der Starr-Report im Internet. Die Folge: Der US-Präsident gibt sich weltweit der Lächerlichkeit preis. Und eine Praktikantin wird zur tragischen Kultfigur. Lewinsky vermarktete ihre Geschichte für viele Millionen Dollar. (Text: Phoenix)

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