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Folge 3006
45 Min.
Isabel Schayani – Moderatorin „Weltspiegel“, Leiterin der Redaktion „WDRforyou“.Bild: WDR/Annika Fußwinkel / WDR Kommunikation/Redaktion Bild- Ukraine: Energiewende im Krieg? Der Bürgermeister von Trostjanez – einer Kleinstadt im Nordosten der Ukraine – hat Großes vor. Die Energiewende im Angesicht der russischen Angriffe. Jedes städtische Gebäude, jede Schule, jedes Krankenhaus will er mit erneuerbaren Energiequellen ausstatten, sodass die russischen Luftschläge die Arbeit in der Stadt nicht mehr so behindern können, sagt Jurij Bowa. Der Bürgermeister hat das Glück, dass seine Stadt eine von mehreren ukrainischen Modellstädten für den Wiederaufbau ist und es Förderung gibt. Sie sind auch auf internationale Investitionen angewiesen. Die Solaranlagen wurden z. B. mit Geld aus Deutschland aufgebaut. Windanlagen im Ort sollen folgen. Denn der Winter war hart und lange für die Menschen in der Ukraine. Mitten in der kältesten Jahreszeit griff Russland Kraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung an. Über Wochen waren Einwohner wie in Kiew ohne Strom und Heizung. (Autor: Demian von Osten / ARD Kiew)- China: KI & ?Robotik: Folgen für den Arbeitsmarkt? Sie nennen sich „Dark Factory“: Fabriken, die? fast ohne Menschen? laufen. Es sind roboterbetriebene Produktionsstätten – vom iPhone bis zum E-Auto. Ein Team des ARD-Studios Peking besuchte eine der sogenannten „Dark Factories“, die in China stark zunehmen und auch vielen Arbeitern den Job wegnehmen. Wie weit vorangeschritten ist in der Volksrepublik der Ersatz von menschlicher Arbeit? ?Es gibt zahlreiche staatlich geförderte Start-Ups, die laufend neue Business-Ideen auf den Markt bringen. Auf einer KI-Messe bei all den tanzenden Robotern, die bereits Kanzler Merz begeistert haben, stellt sich die Frage: Was ist Show und was hat Substanz? Und löst? diese Entwicklung bei den Menschen in China Sorgen aus oder ist es schon so sehr Teil der Realität, dass es gar nicht mehr als etwas Besonderes auffällt? (Autorin: Marie von Mallinckrodt / ARD Peking) - Argentinien: Mate-Tee und Milei Waldemar Schwinder hat Präsident Milei gewählt, aber mittlerweile bereut er die Entscheidung. Waldemar produziert das wohl argentinischste Produkt, das es gibt: Mate-Tee. Fußball-Star Messi trinkt ihn täglich und wäre wohl ohne Mate nicht Weltmeister geworden, aber auch Papst Franziskus hatte auf dem Petersplatz immer einen hölzernen Mate-Becher mit silbernem Metallstrohhalm in der Hand gehabt – typisch argentinisch. Mate-Tee belebt dank Koffein und gilt mit Antioxidantien und Nährstoffen als gesünder wie Kaffee. Doch die Produktion und Tradition des Mate-Tees ist in Gefahr – wegen Präsident Milei. Landwirte wie Schwinder hatten ihn gewählt, weil sie auf ein Ende der hohen Inflation und staatlichen Schuldenpolitik hofften. Doch Präsident Milei setzt auf Deregulierung. Mate-Bauern stünden jetzt ohne Schutz da, beklagt Waldemar Schwinder, der für seine Ernte nur noch etwa die Hälfte bekommt. Das Nationalgetränk Mate-Tee sei in Gefahr. (Autor: Matthias Ebert / SWR Rio) - Südafrika: 100 Jahre Kruger Nationalpark Der Kruger-Nationalpark zählt zu den bekanntesten Safari-Gebieten der Welt. Jedes Jahr reisen fast eine Million Touristen in das Reservat im Nordosten Südafrikas. Darunter auch viele Urlauber aus Deutschland, Großbritannien und den USA. Wir begleiten einen südafrikanischen Influencer, der mehr als 100 Tage pro Jahr im Park verbringt, und das Wildlife und den einmaligen Artenschutz dokumentiert. Dessen Appell hat er an die Touristen aus aller Welt: „Die Chefs im Park sind einzig und allein – die Tiere“. (Autor: Ulli Neuhoff / ARD Johannesburg) - Usbekistan – Bauboom gegen Welterbe Als touristische Top-Destination ist Usbekistan in Europa nicht bekannt. In Asien mittlerweile schon: Die Zahl der Besucher wächst auch in diesem Jahr – mit Steigerungsraten, die über dem weltweiten Durchschnitt liegen. Die Regierung tut viel dafür, dass es auch so bleibt, unter anderem mit einer Visafreiheit für mehr als 100 Länder. Vor allem aber hat Usbekistan kulturell einiges zu bieten: Das Land besitzt mit seinen alten Städten Buchara und Samarkand Perlen islamischer Architektur und Kultur an der früheren Seidenstraße. Deswegen hat die UNESCO – die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur – ihnen den Welterbe-Status verliehen. Doch das Weltkulturerbe ist unter Druck geraten, u. a. durch Touristen, die in Massen durch die Altertümer strömen. Aber auch durch das Geld, das sie mitbringen und das den Staat und UNESCO ihre Beschützerrolle vergessen lässt. (Autor: Norbert Hahn / ARD Moskau) - „Weltspiegel“-Podcast: China: KI &Robotik: Folgen für den Arbeitsmarkt (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 31.05.2026 Das Erste Folge 3007
45 Min.Wenige Tage vor Beginn der FIFA-Fußball-WM in Mexico, den USA und Kanada sendet der Weltspiegel aus Mexiko. Die politische Lage zwischen den Gastgebern USA und Mexiko ist angespannt. Der Weltspiegel beleuchtet die geopolitische Lage in der Region und hat angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen vor wenigen Monaten – auch an einem Austragungsort – die Sicherheitslage im Blick.* Wie sicher ist die Fußball-WM in Mexiko? Als mexikanische Spezialkräfte im Februar den berüchtigten Boss des Jalisco-Kartells töten, bebte das Land. Kartell-Gangster zündeten Autos und LKW an, legten aus Rache ganze Regionen lahm. Die Sicherheitsbehörden haben die Kontrolle zurückerobert. Zumindest wirkt es so. Rund 100.000 Einsatzkräfte sollen für Sicherheit bei den Fußball-Fans und Touristen sorgen. Die Kartelle wollen sich angeblich während der Fußball-WM zurückhalten. Wie sicher ist die WM für die Fans und Besucher aus aller Welt? Dazu auch der Weltspiegel Podcast in ARD Sounds. * Mexiko/Guadalajara: Leben in der „roten Zone“ Sicherheit ist auch für viele Mexikanerinnen und Mexikaner ein wichtiges Thema in ihrem Alltag. Sie leben in ständiger Anspannung, in den „roten Zonen“, den Narco-Hochburgen Mexikos. Drei Tage lebt Korrespondentin Marie-Kristin Boese bei Susi aus Guadalajara (einem der WM-Spielorte). Die alleinerziehende Mutter lebt in einem Viertel, das das Jalisco-Kartell kontrolliert. In Mexiko, sagt Susi, gehört für die Menschen Gewalt inzwischen zum Alltag. Man gewöhne sich an die Präsenz der Kartell-Späher, die jede unbekannte Bewegung melden. In vielen Vierteln bleiben die Menschen nachts lieber zuhause. Susi ist Mitglied eines Suchtrupps aus Angehörigen, die in Jalisco nach Kartell-Opfern graben. Auch ihr eigener Bruder verschwand vor 11 Jahren. * USA/Mexiko: Abschiebungen von illegalen Migranten Die Abschiebepraxis unter US-Präsident Trump zielt auch auf Migranten, die schon lange in den USA leben, arbeiten und Steuern zahlen. So wie etwa Alejandro, der vor 17 Jahren illegal aus Mexiko in die USA einreiste und abgeschoben wurde. Alejandro ist mit einer US-Bürgerin verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. Alejandros Frau kann sich nicht vorstellen, dass ihre Kinder ohne ihren Vater aufwachsen, und hat sich daher zu einem drastischen Schritt entschieden: sie wird Alejandro mit den Kindern folgen und nach Mexiko auswandern. Wir haben diesen Fall über die Grenze hinweg begleitet. * Venezuela: In welche Richtung steuert das Land? Fünf Monate nach der Gefangennahme Maduros leiden viele Menschen weiter unter Armut, steigenden Lebenshaltungskosten sowie einem eingeschränkten Zugang zu Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischer Versorgung. Die anfängliche Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung und Demokratisierung in der Bevölkerung ist tiefer Resignation gewichen. Demokratische Wahlen sind nicht in Sicht. In welche Richtung steuert das Land? * Kuba: Karibikinsel in der Krise Stromausfälle, Treibstoffmangel und Lebensmittelknappheit – Kuba befindet sich in einer schweren Krise. Das US-Embargo verschärft die Lage für die Menschen. Diejenigen, die es sich leisten können versuchen z.B. Strom über Solaranlagen selbst zu produzieren. Doch die meisten Menschen wissen nicht, wie sie ihre Familie ernähren sollen. Was hat Trump mit Kuba vor? * Curaçao: Kleine Insel – große Träume für die WM Brenton Balentien schminkt seinen gesamten Kopf blau. Er ist der Einpeitscher der „Blue Wave“, der Fußball-Nationalmannschaft von Curacao, und verkörpert die Begeisterung vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Insel in der Karibik, autonomes Gebiet im Königreich der Niederlande, ist das kleinste Land, das sich jemals für das Turnier qualifiziert hat. Im ersten Spiel trifft Curacao auf die deutsche Nationalelf. Der Weltspiegel geht der grenzenlosen Vorfreude nach, unter anderem bei einer „WM“ für Schulmannschaften, organisiert vom früheren Nationaltrainer Remko Bicentini. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 07.06.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Großbritannien: Die Brexit-Erben – Jetzt reicht’s!
Folge 3008 (45 Min.)Der Brexit trifft die Musikszene besonders hart. Eine teure Europatournee ist für die vier Frauen von Witchfever wichtig, um den Durchbruch zu schaffen. Dafür tun sie alles.Bild: NDR/Pearl CookSie durften ihre Zukunft nicht wählen, sie wurden gar nicht erst gefragt. Vor zehn Jahren waren Alisha, Dylan, Samuel und Ceira noch zu jung, um beim Brexit-Referendum abzustimmen. Heute, als junge Erwachsene, leben sie in einem Land, über das Ältere mit dieser krassen Entscheidung bestimmt haben. Die Folgen tragen sie auf ihren Schultern. Bezahlbarer Wohnraum, gut bezahlte Jobs? Fehlanzeige. Resignieren sie deshalb? Nein. Sie wollen ihre Zukunft jetzt selbst in die Hand nehmen. Doch wo liegt die? Wollen sie wieder Teil der EU sein? Oder doch abgeschottet bleiben, Seite an Seite mit Trumps USA? Alisha, 27 Jahre, ist Gitarristin einer Punkband aus Manchester.Ihre Band steht kurz vor dem Durchbruch. Aber dafür brauchen sie die europäischen Fans. Die Musikindustrie leidet besonders unter der Brexit-Bürokratie: Konzerte in Europa zu organisieren ist jetzt teuer und megaaufwendig. Zusammen mit ihren Bandmitgliedern will Alisha es trotzdem versuchen. Die „Weltspiegel Doku“ begleitet die Band Witch Fever auf ihrer ersten, chaotischen Headliner-Tour auf den Kontinent. Schaffen sie den Durchbruch oder kommen sie komplett pleite und erschöpft zurück? Für Samuel, 21 Jahre, ist der Brexit noch viel zu lau. Als Fan des britischen Rechtspopulisten Nigel Farage, damals Treiber des Brexits, ist sein Credo: Der Bruch mit der EU sei einfach nicht gut umgesetzt worden. Nur deswegen komme das Vereinigte Königreich nicht auf den grünen Zweig. Das ist die Message der Rechtspopulisten in Großbritannien. Sam will als jüngster „Reform“-Kandidat in seinem Wahlkreis bei Birmingham bei den Kommunalwahlen im Mai vor allem bei jungen Männern mit dieser These punkten. Dylan, 20 Jahre, also noch jünger als Sam, muss noch bei seinen Eltern in einer Sozialwohnung in London leben. Durch Gentrifizierung verlieren dort immer mehr Menschen ihren Wohnraum. Und für ihn ist es bei den Mietpreisen in London schlicht unmöglich, zu Hause auszuziehen. Der Studierende tritt jetzt für die Grünen im Wahlkampf an, will Vize-Bürgermeister des Bezirks werden. Die Grünen definieren sich mittlerweile als Partei der sozialen Gerechtigkeit neu – und erleben einen historischen Zulauf. Sie könnten bei den Kommunalwahlen im Mai die Parteien der Mitte komplett überholen. Und Dylan? Welche Chancen hat er auf einen Sieg? Und könnte eine Erfolgswelle der Grünen auch das EU-Thema wieder auf die Agenda bringen? Ceiras Eltern waren schockiert, als Großbritannien für den Brexit stimmte. Jetzt ist Ceira 24 und ihr ganzes Leben geprägt von der Idee, zurück in die EU zu kommen. Ceiras Mutter war Krankenschwester und prophezeite, dass der Austritt die Situation im britischen Gesundheitssystem sogar noch verschlimmern würde. Sie hatte Recht. Als sie an Krebs erkrankte, beschloss Ceira, für ihre Mutter weiterzukämpfen. Ein Jahr nach ihrem Tod zieht sie jetzt zu Fuß von London nach Brüssel, direkt vor das EU-Parlament. Ihre Message: Rejoin! – Wiedereintritt! Schafft sie es, auf dem Weg noch mehr Briten für die Idee zu begeistern? Das Team der „Weltspiegel Doku“ begleitet diese jungen Briten in einer entscheidenden Phase ihres Lebens: backstage beim Punkkonzert in Manchester, beim Lauftraining im Hagelschauer in Liverpool, beim Wahlkampf, der durch Schlaglochstraßen in der englischen Provinz oder zu alten Friedhöfen in London führt. Und es fragt, wohin die Reise geht, wenn die Generation Brexit die Zügel in die Hand nimmt. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mi. 17.06.2026 Das Erste Folge 3009
45 Min.Frauenfußball in Gaza: Trotz Amputationen am Ball: Vor einem Jahr hat Dalia al-Fakhuri bei einem israelischen Luftangriff ihr Bein verloren. Heute steht sie trotz Amputation auf einem Fußballplatz im Zentrum des Gazastreifens. Das gemeinsame Trainieren gebe ihr Kraft, sagt Dalia, die vor dem Krieg nie Fußball gespielt hat. Sie hofft auf eine Prothese, doch die sind aufgrund israelischer Einfuhrbeschränkungen rar. (Sophie von der Tann, ARD Israel)Ukraine: Sexarbeit im Frontgebiet: Während die Ukraine um ihr Überleben kämpft, entsteht im Schatten des Krieges ein neuer Markt für Intimität. In Städten nahe der Frontlinie sind Sexarbeiterinnen für viele Soldaten zu Zuhörerinnen, Trösterinnen und manchmal zu den letzten zivilen Kontakten geworden. Doch ihre Arbeitsbedingungen sind komplex: Die Frauen berichten sowohl von positiven Erfahrungen mit Soldaten als Kunden, wie zuverlässige Bezahlung und respektvoller Umgang, als auch von Problemen wie posttraumatischer Belastungsstörung, Aggression, Alkoholmissbrauch und psychischer Belastung. (Susanne Petersohn, ARD Kiew) Großbritannien: Brexit-Erben wollen über die Zukunft mitreden: Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum kommt ein Thema, das zuletzt tabu war, wieder zurück: der Exit vom Brexit. Nur noch knapp ein Drittel der Briten findet, der Brexit sei richtig gewesen. Denn mittlerweile ist klar: Der EU-Austritt hat der britischen Wirtschaft massiv geschadet. Bei den unter 25-Jährigen wollen mehr als 80 Prozent zurück in die EU, das zeigen Umfragen, auch weil ihre Zukunftsaussichten düster erscheinen: Gute Jobs und bezahlbarer Wohnraum sind Fehlanzeige. Und auch in der Politik ist das Thema zurück: Prominente Stimmen in der Labour-Partei, die die Regierung stellt, fordern eine Debatte über den Wiedereintritt in die EU. Doch die Angst vor alten Wunden oder einer erneuten Polarisierung bleibt. (Mareike Aden, ARD London) Nepal: Leben als ehemalige Göttin: Als Kind galt Jibika Bajracharya als „Kumari“ – eine lebende Göttin, vor der Erwachsene knieten und um Segen baten. Heute ist sie 16, lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in Bhaktapur und versucht, ein normales Teenagerleben zu führen – mit Schule, Abschlusszeugnis und Treffen mit Freunden. Der „Weltspiegel“ hat Jibika schon getroffen, als sie Kindergöttin war, und dreht jetzt erneut mit ihr. Wie sehr haben sie die Jahre der Verehrung und der strengen Regeln geprägt? Außerdem sind wir dabei, wenn sie im Tempel auf ihre Nachfolgerin, die neue Kumari, trifft. Was haben sich die beiden Mädchen zu sagen? In ein normales Leben zurückzukehren, ist gar nicht so einfach in einem Nepal, in dem Traditionen immer noch eine große Rolle spielen. (Franziska Amler, ARD Neu-Delhi) Kamerun: Monsterbikes im Matsch: In ländlichen Gebieten des westafrikanischen Landes gibt es kaum gut ausgebaute Straßen. Selbst Allradfahrzeuge kommen hier an ihre Grenze. Für die Bauern in der Umgebung der Stadt Bafoussam sind Monsterbikes Lebensretter, denn anders bekommen sie ihre Produkte nicht zu den Kunden in der Stadt. Mit schweren Säcken mit Bananen oder Bohnen bepackt geht es zum nächsten Markt. Allerdings ist die Sicherheit der Monsterbikes so eine Sache – die Balance auf den schlechten Wegen ist eine echte Herausforderung. Immer wieder fallen auch schon mal Passagiere oder Waren von der verlängerten Sitzbank. (Caroline Imlau, ARD Nairobi) Russland: Kommt der Krieg jetzt bei den Menschen an? Ukrainische Drohnenangriffe, Kriegswirtschaft und höhere Preise – auf den ersten Blick scheint das bei den Menschen in St. Petersburg kaum anzukommen. Jetzt im Juni – die Zeit der weißen Nächte – ist die Stadt voller Touristen und Menschen, die auf der Straße flanieren. Aber im Gespräch erzählen uns St. Petersburger doch sehr offen, wie der Krieg ihren Alltag beeinflusst. Frauen, die nachmittags Tarnnetze knüpfen für die Front, erzählen davon, wie ihre Familie in der Ukraine mit ihnen gebrochen hat und einer ihrer Söhne als Soldat seit Monaten als vermisst gilt. Offene Kritik am Krieg steht in Russland ebenso unter Strafe wie Songs über Homosexualität oder Drogen. Das betrifft auch Straßenmusiker in St. Petersburg: Welche Songs dürfen sie noch singen, ohne verhaftet zu werden? Und wie verschaffen sie sich dennoch ein Ventil, um mit dem Druck klarzukommen? (Ina Ruck und Silke Dittrich, ARD Moskau) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 21.06.2026 Das Erste Folge 3010
45 Min.Geplante Themen: - USA: 250 Jahre Unabhängigkeit: Wilder Westen und die dunkle US-Geschichte (Autorin: Sarah Schmidt, ARD-Studio Washington)Go West: Siedler auf dem Weg durch die Prärie, Büffelherden, Cowboys, das ist das romantische Bild, auf dem die USA ihre nationale Identität gebaut haben. Doch hält es der Realität stand? In North Dakota prägen endlose Weiten, Viehzucht und Rodeos bis heute das Bild des „echten“ Amerika. In North Dakota sind aber auch bedeutende Native Nations verwurzelt. Ohne deren Unterstützung hätten die Siedler ihre Reise Richtung Westen nicht überlebt. Doch die Native Americans und ihre Kultur wurden nahezu ausgelöscht. Wie blicken sie auf die landesweiten Feierlichkeiten unter dem Motto „Freedom 250“? Was bedeutet Freiheit für die Menschen, deren wahre Geschichte in den großen Erzählungen des amerikanischen Westens oft keinen Platz findet? Und wie passt der Mythos vom „Wilden Westen“ zu den Erfahrungen jener, die seine Folgen bis heute spüren? Der „Weltspiegel“ berichtet über den Alltag der Menschen im ländlichen Amerika anlässlich der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. - USA: Tuskegee Airmen. Die ersten schwarzen US-Piloten (Autorin: Kerstin Klein, ARD-Studio Washington) Sie gelten als Legenden, vor allem unter der Schwarzen Bevölkerung in den USA: die Tuskegee Airmen, die erste schwarze Pilotenstaffel der US Air Force im Zweiten Weltkrieg. Ein Symbol für mehr Gleichberechtigung in der US-Armee zu der Zeit, in der Schwarzen Amerikanern die Eignung für technisch anspruchsvolle Funktionen wie Panzerfahren und Kampfflugzeuge zu steuern abgesprochen wurde. Neben dem Tuskegee College in Alabama, einer der größten Universitäten des Landes für Schwarze, wurden die Schwarzen Piloten für ihren Kampfeinsatz trainiert. 85 Jahre nachdem die ersten Tuskegee-Airmen ihre Kampfpilotenprüfung ablegten, werden dort inzwischen wieder Schwarze Pilotinnen und Piloten ausgebildet: für den Einsatz in Zivilflugzeugen. Weil immer noch nur gut vier Prozent der Airline-Piloten in den USA schwarz sind. Und weil viele Schwarze Amerikaner sich die teure Ausbildung nicht leisten können. Mit einem Stipendium werden die Flugschüler in Tuskegee unterstützt, damit sie sich ihren Traumberuf Pilot erfüllen können. In Zeiten, in denen die gesellschaftliche Spaltung in den USA immer weiter fortschreitet, ein neues Symbol für das Selbstbewusstsein benachteiligter Bevölkerungsgruppen. - Philippinen: der Kampf um das Südchinesische Meer (Autor: Ulrich Mendgen, ARD-Studio Tokio) Seit Jahren schwelt der Konflikt zwischen China und den Philippinen um die Macht im Südchinesischen Meer. Wer kontrolliert dieses wichtige Seegebiet, durch das wichtige Handelsrouten führen? Wem gehören die Inseln? Seit dem Zweiten Weltkrieg wird z. B. die Insel Thitu von den Philippinen verwaltet. China beansprucht sie allerdings für sich und übt massiven militärischen Druck auf die Einwohner aus. Helfer und Aktivisten machen sich jetzt von Manila aus auf den Weg, um die 500 Einwohner der Insel zu unterstützen. An Bord ihres Schiffes haben sie Lebensmittel und andere wichtige Güter geladen. Unterwegs werden sie von der chinesischen Marine überwacht, die Aktivisten werden aufgefordert, das Seegebiet zu verlassen und die Insel nicht anzusteuern. Dennoch erreichen die Hilfsgüter schließlich ihr Ziel. Der „Weltspiegel“ berichtet über einen immer weiter eskalierenden Konflikt in einem der sensibelsten Seegebiete der Welt. - Brasilien: so viele Femizide wie nie zuvor (Autorin: Xenia Böttcher, ARD-Studio Rio de Janeiro) Durchschnittlich vier Frauen werden in Brasilien derzeit jeden Tag ermordet. So viele wie noch nie! Die Zahl der Femizide ist auf einem traurigen Höchststand. Nur knapp konnte sich Alana Anisio retten, als ein Nachbarsjunge sie überfiel. Ihre Mutter kam früher als sonst nach Hause und konnte ihre Tochter im letzten Moment befreien. Dennoch hat der Junge von nebenan 50 Mal auf ihre Tochter eingestochen. Fachleute machen Social-Media-Influencer aus der sogenannten Machosphäre für die steigenden Übergriffe verantwortlich. Männer, die übers Internet ihren Frauenhass und ihre chauvinistische Haltung verbreiten, werden für viele Brasilianer zu Vorbildern. Selbsthilfegruppen bieten immer mehr Kurse an, um zumeist verurteilten Männern einen Weg aus ihrem menschenverachtenden Selbstverständnis zu ermöglichen. Der „Weltspiegel“ berichtet über die immer weiter zunehmende Gewalt gegen Frauen und die gesellschaftlichen Hintergründe. - Schweiz: die Silvester-Katastrophe in Crans-Montana. Wie sich zwei Opfer zurück ins Leben kämpfen (Autorin: Stefanie Dodt, ARD-Studio Genf) Für die Schweiz beginnt das Jahr 2026 mit einer Tragödie: Sprühfontänen auf Champagnerflaschen lösen ein verheerendes Feuer in einem Club aus. 41 Menschen sterben, 115 werden verletzt. Es sind vor allem Jugendliche, die in der Bar Le Constellation in Crans-Montana Silvester gefeiert haben. Auch Valentin, 17 Jahre alt, und sein Bruder Ferdinand, 19, Student in München, sind in dieser Nacht dort. Valentin überlebt nur knapp. 40 Prozent seiner Hautoberfläche sind verbrannt, wochenlang liegt er im Koma. Nun kämpft er sich Schritt für Schritt zurück in sein altes Leben – mit einem veränderten Körper. Ferdinand hingegen kann sich fast unverletzt aus der Bar retten. Mehrfach läuft er zurück in die Flammen, sucht seinen Bruder, hilft stundenlang bei der Erstversorgung der Schwerverletzten. Die Bilder dieser Nacht lassen ihn nicht mehr los. Hätte diese Brandkatastrophe verhindert werden können? Zumindest wiegen die mutmaßlichen Versäumnisse schwer: Jahrelang sollen Brandschutzkontrollen ausgeblieben sein. In der Brandnacht waren offenbar Fluchtwege versperrt. Und der Barbetreiber hatte nach eigenen Angaben eigenhändig den Schaumstoff eingebaut, der die Funken der Sprühfontänen binnen kürzester Zeit in einen Vollbrand verwandelt hat. Der „Weltspiegel“ begleitet eine deutsch-französische Familie, die nach der Tragödie versucht, ins Leben zurückzufinden. - Vietnam: Kokosnektar als Chance (Autor: Florian Bahrdt, ARD-Studio Singapur) Das Mekong-Delta im Süden Vietnams gilt als eine der fruchtbarsten Regionen Südostasiens. Millionen Menschen leben dort von der Landwirtschaft. Doch es gibt ein Problem: Der Fluss fließt auf einer Länge von mehr als 4000 Kilometern durch mehrere Staaten. Und wird dabei immer wieder durch gigantische Staudämme aufgehalten. Vor allem in China, Laos und Kambodscha. Diese Länder drehen Vietnam buchstäblich das Wasser ab. Der Fluss führt im Süden immer weniger Wasser, dadurch drückt mehr salziges Wasser aus dem Meer in das Delta. Dazu kommen Klimafolgen, Trockenheit und der steigende Meeresspiegel. All das könnte das Ende bedeuten für Pflanzen und Landwirtschaft und für die Menschen, die dort leben. Doch einige wollen ihr Schicksal nicht einfach so hinnehmen. Findige Kokos-Bauern haben nun einen Weg gefunden, um wirtschaftlich überleben zu können. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 Das Erste Folge 3011
45 Min.Südtirol: Was tun gegen die Touristen? : Südtirol ist über Social Media zum Sehnsuchtsort geworden – mit Folgen. In St. Magdalena im Villnößtal drängen sich Foto-Touristen durch Herbert Puners Felder um das perfekte Foto von der malerischen Kapelle aufzunehmen. „Es ist nicht mehr schön“, sagt der Landwirt. Auch der Pragser Wildsee ist dank Instagram zu einem Hotspot geworden. Wie viel Tourismus verträgt eine Region? Und welche Lösungen gibt es, neben Zufahrtsbeschränkungen und hohen Eintrittspreisen? Das Land braucht die Touristen.Denn Südtirol lebt von seinen Gästen wie keine andere Region in Italien. Ukraine: „Ohne Frauen gewinnen wir diesen Krieg nicht“ : In der Ukraine verändert der Drohnenkrieg nicht nur die Art der Kriegsführung, sondern auch die Rolle der Frauen im Militär. Fast vier Jahre nach Russlands Invasion übernehmen Frauen zunehmend Kampfeinsätze, die einst Männern vorbehalten waren. Der Personalmangel in der Ukraine hat das Militär zu Veränderungen gezwungen. Bis Anfang dieses Jahres hatten sich über 70.000 Frauen zum ukrainischen Militär gemeldet – ihre Zahl hat sich seit 2022 verdoppelt. Die Soldatinnen der ersten rein weiblichen Drohneneinheit steuern Angriffs_ und Aufklärungsdrohnen direkt an der Front und tragen Verantwortung für Planung, Technik und Einsätze. Ihre Geschichten zeigen, wie moderne Technologie im Frontgebiet auch traditionelle Geschlechterrollen aufbricht. Gleichzeitig kämpfen die Soldatinnen gegen Vorurteile innerhalb einer weiterhin männlich geprägten Armee. Venezuela: Stürzt das Land erneut ins Chaos? : Das schwere Doppelbeben in Venezuela markiert ein davor und danach. Tausende Todesopfer, Zehntausende obdachlos, Ohnmacht und Hilflosigkeit. Vor genau vier Wochen war unser Team in Caracas, berichtete über vorsichtigen Optimismus nach der Gefangennahme von Langzeitmachthaber Maduro und von den Möglichkeiten eines Wirtschafts-Aufschwungs. Die USA, einst imperialistischer Feind, ist neuer Freund. Sanktionen wurden gelockert, Gefangene freigelassen, Proteste waren wieder möglich. Doch die Katastrophe legt schonungslos die Schwächen des Staats offen. Wie geht es weiter? Stärkt oder schwächt das Beben Übergangspräsidentin Rodriguez? Wie werden die USA Venezuela beim langwierigen Wiederaufbau helfen? Droht Venezuela ins Chaos zu stürzen? Südafrika: Gewalt gegen Migranten: Hawa White lebt seit 14 Jahren in Südafrika – jetzt verlässt sie das Land für immer. Seit drei Tagen campiert sie mit ihren zwei Kindern und ihrer Schwester direkt vor einer Polizeistation in Durban. Hier sind sie vor den Übergriffen der ausländerfeindlichen Bewegung „March and March“ sicher. Hawa ist eine von rund 30.000 Menschen aus Malawi, die derzeit vor wachsender Fremdenfeindlichkeit aus Südafrika fliehen. „Alle Ausländer ohne Papiere raus“ – mit diesem Slogan hatte „March and March“ den 30. Juni als Ultimatum gesetzt. Der südafrikanische Staat stufte die Bewegung als so gefährlich ein, dass er für den landesweiten Protesttag ein Urlaubsverbot für alle Polizeibeamt:innen verhängte, um Übergriffe zu verhindern. Syrien: Marode Bahn oder Alternative zur Straße von Hormus?: Nach 13 Jahren Bürgerkrieg liegt Syriens einst stolze Eisenbahn am Boden – doch Lokführer Jamil Halloum gibt nicht auf. Mit einer jahrzehntealten Lok soll er einen Öltransport quer durchs Land fahren, ohne funktionierende Signale oder Funkverkehr, vorbei an zerstörten Wohngebieten und maroden Gleisen. Ein entgleister Zug, gesperrte Strecken, ständige Gefahr: Improvisation unter Hochdruck. Und doch gibt es eine Vision: Ein internationaler Bahnkorridor von Saudi-Arabien über Syrien bis in die Türkei könnte zur Land-Alternative für die blockierte Straße von Hormus werden. Ein Mega-Projekt, das Hoffnung bringt, nach Jahren des Krieges. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 05.07.2026 Das Erste Folge 3012
45 Min.Geplante Themen: – Spanien: Coolcation statt Ballermann Über Spanien bricht gerade die zweite Hitzewelle herein. Vielerorts zeigen Thermometer in diesen Tagen wieder mehr als 40 Grad. Halbwegs erträglich ist es noch im grünen Norden Spaniens, in Asturien. Das hat auch mit den Temperaturen der Meere zu tun. Der Atlantik vor Asturien ist derzeit um die 23 Grad warm. Das Mittelmeer erreicht dagegen mancherorts bereits 28 Grad. Der spanische Meteorologe Albert Barniol meint, das sei eine Abweichung von mehr als sechs Grad im Vergleich zu bisher üblichen Werten.Höhere Temperaturen und eine höhere Verdunstung sorgten für ein schlechteres Wohlbefinden und sei „Treibstoff für Unwetter“. Die zunehmenden Hitzewellen und das immer wärmere Mittelmeer machen nun Asturien zu einem begehrten Ziel. Selbst in bisher verschlafenen Orten steigt die Einwohnerzahl. Bürgermeister sprechen von „Klimaflüchtlingen“, die in Asturien ein neues zu Hause suchen. Immobilienpreise steigen rasant und die Zahl der Touristen auch. (Autor: Sebastian Kisters, ARD Madrid) – Frankreich – Le Pen will es noch einmal wissen Trotz Verurteilung und möglicherweise einer elektronischen Fußfessel wird Marine Le Pen als Präsidentschaftskandidatin für den Rassemblement National RN im Frühjahr 2027 antreten. Eine Entscheidung, die in Frankreich schon für heftige Debatten sorgt. Wie wird die „politische Wiederauferstehung“ Le Pens in einer Kleinstadt wahrgenommen, die die Rechtsnationalen gerade erst spektakulär erobert haben? Und was will der RN überhaupt verändern, wenn er an der Macht ist? Eine Reportage aus La Flèche in der französischen Provinz, wo seit wenigen Monaten ein sehr junger RN-Bürgermeister regiert. Er ist selbst ein Ziehsohn des Le Pen-Clans und will die Stadt gründlich umkrempeln. (Autor: Michael Strempel, ARD Paris) – Türkei: 10 Jahre Putsch und heute? Viele Kritiker und politische Gegner des türkischen Präsidenten Erdogan sitzen im Gefängnis. Ein Tag vor fast zehn Jahren hat vieles ins Rollen gebracht, was das Land bis heute nachhaltig veränderte: Damals versuchte die sogenannte Gülen-Bewegung, ehemals Weggefährte von Erdogan, zu putschen. Die Regierung griff danach hart durch und entledigte sich auch Kritikern, die mit dem Putsch gar nichts zu tun hatten, unter ihnen Uni-Professoren oder Ärzte. Unsere Korrespondentin Katharina Willinger traf damals viele Menschen, die betroffen waren – und hat einen von ihnen zehn Jahre später wieder getroffen. Der Putsch und die Folgen, die bis heute sichtbar sind. (Autorin: Katharina Willinger, ARD Istanbul) – Polen/Ukraine: Ein Streit eskaliert Ein Geschichtsstreit über die Rolle der ukrainischen Aufstandsarmee UPA belastet die enge Beziehung der Nachbarn schwer. Teile der UPA verübten im Zweiten Weltkrieg Massaker in polnischen Dörfern und ermordeten zehntausende Polinnen und Polen. Die UPA kämpfte aber auch für ukrainische Unabhängigkeit und gegen die Sowjets, ihre Kämpfer gelten deshalb in der Ukraine als Helden. Ausgelöst wurde der jüngste Streit durch den Beinamen „Helden der UPA“ , den sich eine ukrainische Armeeeinheit mit Billigung von Präsident Selenskyj gab. Polen erkannte daraufhin Selenskyj den Staatsorden ab, Selenskyj blieb einer wichtigen Konferenz in Danzig fern, die Sache schaukelt sich hoch. Und hat die polnische Bevölkerung erreicht: Ressentiments gegen ukrainische Flüchtlinge wachsen, Ukraine-Hilfe wird in Frage gestellt. In der polnischen Stadt Kielce wollte man ausgediente Stadtbusse in die ukrainische Partnerstadt Winnycja schicken, wo dringend Busse benötigt werden. Diese Aktion ist nun gestoppt. (Autorin: Ina Ruck, ARD Warschau) – Indonesien: Schulessen gerettet Der indonesische Präsident Prabowo hat sein Wahlversprechen eingelöst. Die Regierung spendiert nun allen Schulkindern im Land mit der weltweit viertgrößten Bevölkerung ein kostenloses Mittagessen. Jeden Tag. Die Idee: Wer früh genug Kinderarmut und Unterernährung bekämpft, bringt Indonesien schneller nach oben, wirtschaftlich und geopolitisch. Doch das Milliarden-Projekt ist das mit Abstand teuerste Programm in Indonesiens Haushalt. Und vielen liegt es kurz nach Einführung schwer im Magen. Im tropisch heißen Inselstaat mit gigantischen Entfernungen und schlechten Straßen können die Küchen die Kühlkette kaum einhalten. Ausgerechnet zwei Schülerinnen hatten aber jetzt eine richtig gute Idee. Ihre Erfindung könnte 60 Millionen Kinder vor einer bösen Überraschung schützen. (Autor: Florian Bahrdt, ARD Singapur) – Japan: Mafia-Lady packt aus Die japanische Mafia, „Yakuza“ genannt, verdiente bis in die 90er Jahre prächtig und wuchs zu einer mächtigen Schattenwelt im Staat heran. Aus diesem Reich krimineller Männerbünde erzählt nun ausgerechnet eine Frau. Das bisher einzige bekannte weibliche Mitglied der Yakuza boxte sich buchstäblich durch im Milieu. Wieso ihr Kampf um Verzeihung mindestens ebenso hart ist, verrät sie Japan-Korrespondent Ulrich Mendgen. Und sie versucht auch eine Annäherung zu ihrem Sohn, der wegen ihrer Vergangenheit lange Zeit Distanz zu seiner Mutter hielt. (Autor: Ulrich Mendgen, ARD Tokio) – Weltspiegel-Podcast: Hitzewellen – hat Spanien uns etwas voraus? Moderation Podcast: Janina Werner (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 12.07.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Kreta: Blutrache neben der Idylle
Folge 3013 (45 Min.)Durch Schüsse demoliertes Verkehrsschild in der Nähe von Anogeia.Bild: Moritz Pompl / BRSonne, Strand, Gastfreundschaft – so kennen die Meisten Griechenlands größte Insel Kreta. Mehr als eineinhalb Millionen Deutsche verbringen hier jedes Jahr ihren Urlaub. Doch die Wenigsten ahnen, dass Kreta neben seiner hellen eine sehr dunkle Seite hat: Waffengewalt, Blutrache, organisiertes Verbrechen. Auf rund 620.000 Einwohner sollen eine Million Schusswaffen kommen, viele davon illegal. Die lange Tradition, Streitigkeiten untereinander zu klären statt über Polizei oder Justiz, setzt sich fort. Und gipfelt immer wieder darin, dass sich Familienmitglieder auf offener Straße teils mit Schnellfeuerwaffen liquidieren. Griechenlands Regierung hat ein hartes Durchgreifen angekündigt. Gleichzeitig sendet sie aber verständnisvolle Signale, gelobt teils das Recht auf Waffenbesitz und Selbstverteidigung.Doch viele, insbesondere junge Kreterinnen und Kreter glauben, dass die Waffentradition nichts mehr mit dem heutigen Selbstverständnis Kretas zu tun hat. Sie stoßen jedoch auf Widerstand. Wie kann ihr Kampf gelingen? Korrespondent Moritz Pompl fährt an die Schauplätze von Blutrache und Gewalt und trifft Menschen, die ihr Schweigen brechen wollen. Er begleitet eine junge Lehrerin und ihre Schüler, die mit selbstproduzierten Videos gegen die Waffentradition kämpfen. Und er steigt auf den höchsten Gipfel Kretas, um der Frage nachzugehen: Kann Kreta seine brutale Schattenseite überwinden? (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 19.07.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Crans-Montana – Leben nach dem Feuer
Folge 3014 (45 Min.)Vater Frederick beim Schreiben des Buchs über die EreignisseBild: SWRFür die Schweiz beginnt das Jahr 2026 mit einer Tragödie: Sprühfontänen auf Champagnerflaschen lösen in einer Bar ein verheerendes Feuer aus. 41 Menschen sterben, 115 werden verletzt. Der Film zeigt, wie eine deutsch-französische Familie versucht, nach der Tragödie ins Leben zurückzufinden, und wie die Justiz versucht, die drängende Frage zu beantworten, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte. Für die Schweiz beginnt das Jahr 2026 mit einer Tragödie: Sprühfontänen auf Champagnerflaschen lösen ein verheerendes Feuer aus. 41 Menschen sterben, 115 werden verletzt. Vor allem Jugendliche hatten in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana Silvester gefeiert – auch Valentin (16) und sein Bruder Ferdinand (19), Student in München.Valentin überlebt nur knapp. 40 Prozent seiner Hautoberfläche sind verbrannt, wochenlang liegt er im Koma. Nun kämpft er sich zurück in sein altes Leben – mit einem veränderten Körper. Ferdinand konnte sich fast unverletzt retten, mehrfach lief er zurück in die Flammen, suchte seinen Bruder, half bei der Erstversorgung der Schwerverletzten. Hätte diese Brandkatastrophe verhindert werden können? Das klärt nun die Justiz. Die mutmaßlichen Versäumnisse wiegen schwer: Jahrelang sollen Brandschutzkontrollen ausgeblieben sein. In der Brandnacht waren offenbar Fluchtwege versperrt. Der Barbetreiber hatte nach eigenen Angaben hochentflammbaren Schaumstoff eingebaut. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Di. 21.07.2026 Das Erste Folge 3015
45 Min.* Ukraine: Woher kommt der Streit mit Polen? Eigentlich verbindet Polen und die Ukraine heute mehr, als sie trennt. Besonders seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine sind die beiden Länder enger zusammengerückt. Nun sorgt ein dunkles Kapitel aus dem Zweiten Weltkrieg für neuerliche Spannungen. Es geht um die sogenannte „Ukrainische Aufständische Armee“ (UPA). Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer gilt sie als Symbol des Kampfes für die nationale Unabhängigkeit. In Polen wird sie vor allem mit den Massakern an Zehntausenden Polinnen und Polen im westukrainischen Wolhynien verbunden. In Polen und in der Ukraine wird der alte Konflikt jetzt wieder von nationalistischen Kräften befeuert, obwohl sich die Menschen vor Ort um Verständigung und Miteinander bemühen.* Philippinen: Hilfe für die belagerten Inseln Einer der wichtigen Schifffahrtswege der Welt führt durch ein Gebiet, um das erbittert gestritten wird: das Südchinesische Meer, zwischen den Anrainern China, Philippinen und Vietnam. Peking strebt die Kontrolle des gesamten Seegebiets an. Auf herrenlosen Riffen und Sandbänken baut die chinesische Marine Militärbasen. Die chinesische Küstenwache blockiert philippinische Fischer auf dem Weg in ihre angestammten Fanggebiete und blockiert die Versorgung der Menschen dort. Widerstand regt sich vor allem bei denen, die keine Militärmacht haben, bei Fischern und Bauern, die auf den umstrittenen Inseln leben. Ihnen geht es um ihre Lebensgrundlagen, auf die im geopolitischen Streit keine Rücksicht genommen wird. Der Weltspiegel begleitet Helfer, die die Bewohner auf den Inseln unterstützen. * USA: Leben wie auf dem Mars Mitten in der Wüste von Utah steht eine Weltraumstation. Seit mehr als 20 Jahren üben StudentInnen hier das Leben und vor allem das Forschen auf dem Mars. Im engen Wohnbereich mit 8 Metern Durchmesser müssen sie leben, kochen, schlafen und auch forschen. Ihren Wohnbereich verlassen die Astronauten-Studenten nur im Raumanzug. Wenn sie Forschungs-Trips auf dem roten Planeten simulieren, sind sie in einem Mondfahrzeug unterwegs. Die Mars Society betreibt diese Übungsstation. Auf ihr sollen Interessierte ausprobieren, wie das Leben auf dem Mars und der Alltag auf einer Marsstation aussehen könnte. Lange Zeit wurden die Mars-Forscher für ihr Engagement nicht ernst genommen. Seitdem Elon Musk seine Pläne zur Besiedlung des erdähnlichen Planeten ernsthaft angeht, wird das Interesse an der Mars-Basis wieder größer. River Riehle studiert in Florida Weltraum-Technik und lebt für eine Woche auf der Station. Er will unbedingt ins Weltall, als Astronaut. Deshalb ist er hier: „Astronaut zu werden ist ein sehr hochgestecktes Ziel. Es gibt nicht viele erste Schritte das auszuprobieren für die breite Öffentlichkeit. Für uns ist es aufregend, dass das möglich ist und dass wir diese Erfahrungen machen konnten.“ Eine Woche abgeschlossen von der Umwelt wie auf dem Mars zu leben, das sei eine einzigartige und sehr wertvolle Erfahrung. Der Weltspiegel begleitet das Team in seinem Alltag zwischen Mars, Utah und dem Traum vom Weltall. * China: Kult und Geschäfte mit dem Tod Seit Generationen werden Tote durch ihre Verwandten auf dem Weg ins Jenseits mit guten Gaben beschenkt. Niemand soll arm im Jenseits erscheinen. Bis heute kaufen vor allem Familien auf dem Lande Geschenke für ihre toten Verwandten. Diese werden dann verbrannt und so auf den Weg zu den Verstorbenen geschickt. Auch Chinas Staatschef Xi macht sich Gedanken ums Altern. Er hat verkündet, dass er über 100 Jahre alt werden möchte. Dabei setzt er wahrscheinlich eher auf einen neuen Trend: „Longevity“ – eines der großen Modewörter der Gesundheitsbranche. Dahinter steckt die Idee, nicht einfach nur älter zu werden, sondern dabei möglichst lange gesund zu bleiben. Dafür gibt es inzwischen einen riesigen Markt – von Nahrungsergänzungsmitteln über Gentests bis hin zu Hightech-Behandlungen. In China wächst dieses Geschäft gerade rasant, denn kaum ein Land altert so schnel (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 02.08.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Ferien bei den Taliban
Folge 3016 (45 Min.)ARD-Südasien-Korrespondent Markus Spieker (2. v. re.) begleitet eine internationale Reisegruppe auf einer Rundreise durch Afghanistan.Bild: MDRFünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban versucht das Regime, Afghanistan touristisch zu öffnen. Während das Auswärtige Amt vor Reisen ins Land warnt, entdecken immer mehr internationale Besucher das vermeintlich unzugängliche Land. ARD-Südasienkorrespondent Markus Spieker kehrt zurück in ein Land, über das er seit 2010 berichtet hat. Als Teil einer internationalen Reisegruppe bewegt er sich zwischen Gastfreundschaft, Propaganda und den Folgen eines Regimes, das Frauen und Mädchen massiv in ihren Freiheiten einschränkt. Wer reist freiwillig nach Afghanistan – und warum? Der Film beleuchtet die Grauzonen zwischen Neugier und Verantwortung, Boykott und Annäherung und stellt die Frage: Kann Reisen politische Wirklichkeit sichtbar machen? (Text: ARD)Deutsche TV-Premiere Di. 04.08.2026 Das Erste Folge 3017
45 Min.* Afghanistan: Ferien bei den Taliban Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban versucht das Regime, Afghanistan touristisch zu öffnen. Während das Auswärtige Amt vor Reisen ins Land warnt, entdecken immer mehr internationale Besucher Afghanistan. ARD-Korrespondent Markus Spieker kehrt zurück in ein Land, über das er seit 2010 berichtet hat. Als Teil einer internationalen Reisegruppe bewegt er sich zwischen Gastfreundschaft, Propaganda und den Folgen eines Regimes, das Frauen und Mädchen massiv in ihren Freiheiten einschränkt. Wer reist freiwillig nach Afghanistan – und warum? Der Weltspiegel Podcast beschäftigt sich auch mit diesem Thema. Zu hören in ARD Sounds und überall, wo es Podcasts gibt.* Österreich: Afghanistans Botschafterin ohne Land Manizha Bakhtari war Afghanistans Botschafterin in Wien – bis die Taliban sie nach ihrer Machtübernahme entließen. Sie vertritt seither ein Land, dessen alte Regierung geflohen ist und dessen neue Machthaber international nicht anerkannt sind. Unter schwierigen Bedingungen setzt sie ihren Kampf fort: für die Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan. Der Weltspiegel begleitet eine Frau, die sich den Taliban entgegenstellt, ohne offizielles Amt, aber mit klarer Mission. * Brasilien: Mini-Missionare und der Boom der Evangelikalen Ester Souza ist neun Jahre alt. Und die erfolgreichste religiöse Kidfluencerin Brasiliens. „Mini-Prediger“ wie sie tragen zum Boom der evangelikalen Bewegung bei. 2050, glauben Demografen, könnte Brasilien, das größte katholische Land der Welt, mehrheitlich evangelikal sein. Denn während der katholischen Kirche das Personal fehlt, kann bei den Evangelikalen jeder Pastor werden – auch ein Kind. Woher kommt dieser Boom? Und wie mischen Evangelikale in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit? Welchen Einfluss haben sie auch auf die im Oktober anstehenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien? * Indien: Lernen bis zur Erschöpfung Mumbai schläft nie. Und für Millionen Familien bedeutet das: lernen, arbeiten, kämpfen. Der 17-jährige Tanmay lebt mit seiner Familie auf nur 12 Quadratmetern mitten in der indischen Mega-Metropole Mumbai. Während draußen der Lärm der Millionenstadt tobt, versucht er sich auf eine der härtesten Prüfungen des Landes vorzubereiten: Sein Traum ist ein Platz im Cockpit der indischen Luftwaffe. Doch Ruhe zum Lernen gibt es kaum. Tanmay teilt sich ein einziges Zimmer mit drei Generationen. Seine Eltern machen Schulden für seine Ausbildung, seine Mutter arbeitet im kleinen Laden der Familie, und jede Prüfung entscheidet darüber, ob der soziale Aufstieg gelingt oder zerbricht. Wie groß ist der Druck auf junge Menschen? Und was passiert, wenn der Traum vom Erfolg zur Belastung wird? * USA: Python-Jagd in den Everglades – Kampf gegen eine invasive Art Bei der Python Challenge in den Sümpfen der Everglades in Florida machen mehr als 800 Teilnehmende Jad auf invasive Würgeschlangen. Die Pythons fressen Waschbären, Hasen, Rehe und sogar Alligatoren und dezimieren die heimische Tierwelt dramatisch. Donna Kalil ist die erste Frau, die vom Staat Florida offiziell als Python-Jägerin unter Vertrag genommen wurde. Mehr als 1250 Schlangen hat sie bereits gefangen. Die Jagd ist gefährlich, mühsam und dauert oft die ganze Nacht. Florida zahlt für jede gefangene Schlange eine Prämie, im Sommer zieht das zusätzlich Freizeitjäger aus den ganzen USA an. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 09.08.2026 Das Erste Folge 3018
30 Min.Natalie Amiri,Bild: Markus Konvalin / BR / BR / Markus KonvalinRussland: Urlaub unter Beschuss: Drohnen über dem Badestrand, Sirenen über der Uferpromenade, lange Schlangen vor den Tankstellen, weil der Sprit knapp ist: So sieht der Sommerurlaub an der russischen Schwarzmeerküste aus. Die Ukraine greift Häfen mit Öldepots und Getreidelagern an. Getroffen werden aber auch Wohnhäuser und Badegäste. Und dennoch planschen an der Schwarzmeerküste Russinnen und Russen im Wasser oder schicken ihre Kinder zur Erholung in die traditionellen Ferienlager. Die Touristinnen und Touristen wollen sich ihren ersparten Sommerurlaub nicht verderben lassen. Bei den Einheimischen hingegen wächst die Angst: Der Krieg ist nun auch in Russland unmittelbar vor ihrer Haustür angekommen. (Silke Diettrich, ARD Moskau)Island: Richtungsentscheidung um die Freiheit: Weiter Abstand halten oder lieber näher an Europa? In wenigen Tagen entscheiden die Isländerinnen und Isländer darüber, ob ihr Land die Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union wieder aufnehmen soll. Kurz vor dem Referendum ist das Land in der EU-Frage gespalten wie nie. Landwirt Steinþór Logi Arnarson hat erst vor wenigen Jahren den Bauernhof seiner Eltern in den Westfjorden übernommen. Der 27-Jährige kämpft zusammen mit anderen Jungbauern gegen eine Annäherung an Europa. Er ist überzeugt: Die isländische Landwirtschaft hat außerhalb der EU eine bessere Zukunft. Ódinn Freyr Baldursson tut alles, um seine Landsleute von einem „Ja“ zu neuen Beitrittsgesprächen zu überzeugen. Der 22-jährige Mediendesigner aus Reykjavik träumt davon, dass Island den Euro einführt und glaubt, das würde den erdrückend hohen Preisen ein Ende setzen und jungen Menschen wie ihm eine bessere Zukunft ermöglichen. (Jana Sinram, ARD Stockholm) Albanien: Hoxhas Verschwundene: 35 Jahre nach dem Sturz des kommunistischen Regimes kämpft Albanien mit seiner traumatischen Vergangenheit. Diktator Enver Hoxha schirmte sein Land ab wie Nordkorea und installierte ein Terrorregime, um seine Bevölkerung zu kontrollieren. Die Spuren der Diktatur prägen das Land bis heute. Der „Weltspiegel“ begleitet eine Frau, die seit Jahren nach ihrem verschwundenen Großvater sucht. Hoxhas Geheimdienst war berüchtigter als die Stasi, eine besonders brutale und repressive Geheimpolizei. Historiker gehen davon aus, dass jeder Dritte vom Sigurimi verfolgt oder schikaniert wurde. Väter haben damals ihre Söhne ausspioniert, Ehefrauen ihre Männer, Menschen sind erschossen worden und bis heute verschwunden. Das Grab von Genta Sulas Großvater ist leer, seine Knochen wurden nie gefunden. Die Suche nach ihrem Opa wirft ein Schlaglicht auf die grausame, fast vergessene Geschichte der inzwischen so beliebten Touristendestination. (Anna Tillack, ARD Wien) Südafrika: Kapstadts Kampf ums Wasser: Kapstadt stand 2018 kurz vor dem „Day Zero“, dem Tag, an dem kein Wasser mehr aus den Leitungen gekommen wäre. Die Katastrophe konnte damals knapp verhindert werden, doch Dürre, Starkregen und das schnelle Wachstum der Stadt setzen die Wasserversorgung weiter unter Druck. Bis 2040 will Kapstadt deshalb zu einer „wassersensitiven“ Stadt werden mit Meerwasserentsalzung, Grundwasser, Abwasseraufbereitung und naturbasierten Lösungen. Zoleka Havi macht eine Ausbildung zur Flusswächterin, entfernt invasive Pflanzen aus Wasserläufen und hofft auf ein besseres Leben. Reginald Pillay arbeitet an einem bepflanzten Rückhaltebecken, das Regenwasser speichern und neues Grundwasser bilden soll. Beide zeigen, wie Klimaanpassung dort beginnt, wo die Wasserkrise am härtesten zu spüren ist. Doch ob Kapstadts Plan aufgeht, hängt nicht nur von Technik und Natur ab, sondern auch von Geduld, Vertrauen und den Menschen vor Ort. (Vivica Jungels, ARD Stuttgart) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 23.08.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Wem gehört New York?
Folge 3019 (45 Min.)Lizz Wright, betreibt mit Bobby Tochtermann einen Friseursalon im West Village.Bild: WDR/Matthias SdunNew York – eine Stadt wie keine andere. Reich und glitzernd, Zuhause für Stars und Superreiche, aber auch bunt und vielfältig, Trendsetter und Sehnsuchtsort für Menschen, die vom großen Aufstieg träumen. Nur scheint dieser Traum irgendwie gebrochen: Die Stadt ist so teuer geworden, dass viele sie sich nicht mehr leisten können. Auch Normalverdiener hadern mittlerweile mit hohen Lebenshaltungskosten. Kitagebühren von mehr als 30.000 Dollar im Jahr oder Mietpreise von rund 50 Euro pro Quadratmeter, zweieinhalb mal so viel wie in München – das ist der Lebensalltag geworden.Es fühle sich an, „als werde die Farbe rausgedreht“, erzählt eine New Yorkerin der ARD Korrespondentin Marion Schmickler beim Friseur. Von den Superreichen, den Jeff Bezos’, den Rupert Murdochs, die sich zig Etagen in Luxushochhäusern kaufen, koste es, was es wolle. Der Ladenbesitzer Bobby Tochtermann hat es geschafft – das würden jedenfalls seine Freunde sagen. Gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Liz Wright hat er einen Friseur-Salon im West Village aufgebaut und zuletzt den wohl berühmtesten Bob der Welt gestylt – bei Anna Wintour. Er war dabei, als sie und Meryl Streep für das Cover der amerikanischen Vogue fotografiert wurden. Natürlich sei es der Traum aller Friseure, einmal am Vogue-Cover beteiligt zu sein, lacht der 40-Jährige. Aber es gebe trotzdem keinen Tag, an dem er nicht ans Geld denkt – und darüber, wie er überleben kann. Damit sich etwas ändert, haben die New Yorker jemanden zum Bürgermeister gewählt, der sich selbst einen Sozialisten nennt. Zohran Mamdani will dafür sorgen, dass die Stadt mit den meisten Reichen wieder den Normalos und Geringverdienern gehört. Dafür legt er sich sogar mit US-Präsident Trump an, der ihn seinerseits gerne als „Kommunisten“ beschimpft. Doch wie kann das gehen? Und was spüren die New Yorker jetzt schon von der Veränderung? Wir treffen Cristiaan Sparioso, der das Glück hat, in einem Appartement zu wohnen, bei dem der Mietpreis durch die Stadt quasi „eingefroren“ ist. Trotzdem verlässt er die Stadt in diesem Sommer, um in Japan als Lehrer zu arbeiten. Er liebe New York, sagt er, „aber ich kann mir nicht vorstellen, hier eine Familie zu gründen.“ Abigail Disney gehört zu den Reichen in New York, die sich eigentlich keine Gedanken ums Geld machen müssen. Der Enkelin von Roy Disney, dem Bruder von Walt Disney, sind die Millionen in die Wiege gelegt worden. Doch für sie ist ihr berühmter Name auch Verpflichtung. „Tax the rich“, fordert die Filmemacherin. Alle sollten Steuern zahlen, „auch die da oben“, sagt sie und zeigt auf die Etagen, die Jeff Bezos am Madison Square Park gekauft hat. Wenn sich die Arbeiter, die Künstler, die Lehrer, die Familien nicht mehr leisten könnten, in New York zu leben, dann verliere die Stadt das, wofür sie ihre Heimat so liebt. Das Bunte, das Diverse, das Aufregende. Kann die Stadt unter dem neuen Bürgermeister eine Trendwende schaffen? Und das Leben für alle wieder erschwinglich machen? ARD-Korrespondentin Marion Schmickler untersucht, ob New York auch diesmal wieder zum globalen Trendsetter werden könnte, und der Traum vom großen Aufstieg in New York noch eine Chance hat. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 30.08.2026 Das Erste Folge 3020
45 Min.Geplante Themen: – Nepals mühsamer Neuanfang: Zwei Wochen nach der Sturzflut sind mehr als 1.300 Tote geborgen, über 5.000 Menschen werden noch vermisst. Von Wiederaufbau kann noch keine Rede ein, im Vordergrund steht die notdürftige Versorgung der Überlebenden. Wir zeigen Schüler, viele von ihnen Waisen, die in provisorischen Zeltdach-Schulen unterrichtet werden; Geschäftsleute, die nach ihren Kontobüchern graben; Männer und Frauen, die im Schutt noch immer nach Vermissten suchen – oder sich zumindest durch Todeserklärungen per DNA-Test Gewissheit wünschen.Es gibt aber auch immer wieder Beispiele tatkräftiger und großzügiger Unterstützung – etwa aus so fernen Ländern wie den Philippinen. (Autor: Markus Spieker / ARD Delhi) – Russland vor der DUMA-Wahl: Brennende Ölterminals, Drohnenangriffe, Benzinmangel an Tankstellen: Wie wird sich die Situation in Russland wohl auf die anstehende Parlamentswahl auswirken? Die einzige Partei, die gegen den Krieg ist, wurde von der Wahl ausgeschlossen. Aber ist der Krieg überhaupt ein Thema, das die Menschen in Russland besorgt? Glauben Russinnen und Russen, dass ihre Wahl etwas im Land verändern kann? Wir sind unterwegs in der Region Twer, in der Präsident Putins Wurzeln liegen und fragen Russinnen und Russen, was sie bewegt. (Autorin Silke Diettrich / ARD Moskau) – China: Wohlstand ohne Wohlfahrt: Weil ihre Rente nicht zum Leben reicht, arbeiten Millionen Landwirte in China bis ins hohe Alter. Während sich ihr Lebensstandard in den vergangenen Jahrzehnten nur wenig verändert hat, ist in den Megacitys der Volksrepublik gewaltiger Reichtum entstanden – durch einen Turbokapitalismus im vermeintlich sozialistischen Land. Die kommunistische Staats- und Parteiführung investiert viel Geld in High-Tech und Robotik, aber nicht ins Sozialsystem. Arm und Reich liegen in China dicht beieinander. Wie etwa in Chongqing, einer modernen Mega-Metropole mit rund 32 Millionen Einwohnern. Wir begleiten eine alte Bäuerin und einen jungen Millionär in dieser Stadt durch ihren Alltag. (Autorin: Marie von Mallinkrodt / ARD Peking) – Kenia: Gewaltwelle im Auftrag der Regierung?: Ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen wird Kenia von einer Welle der Gewalt überrollt. Die Täter: Motorradgangs, die politische Veranstaltungen der Opposition mit Macheten, Steinen und Schlagstöcken angreifen, so genannte „Goons“. Immer wieder kommt es zu Toten und Verletzten, selbst vor Kirchen schrecken die Gangs nicht zurück. Was dabei auffällt: die Polizei bleibt weitgehend untätig. Im Verdacht: die Regierung von Präsident William Ruto. Recherchen in den großen informellen Siedlungen von Nairobi zeigen: Es handelt sich längst um ein etabliertes System, in dem junge Männer über Mittelsmänner von Regierungspolitikern organisiert werden, um Antiregierungsproteste mit Gewalt zu unterbinden und die Opposition einzuschüchtern. Auch wenn Präsident Ruto die Gewaltwelle öffentlich verurteilt, macht die Opposition in dafür maßgeblich verantwortlich. (Autor: Georg Restle/ ARD Nairobi) – USA: 9/11 – einst unter Verdacht, heute angesehen: Adama Bah ist 16 Jahre alt, als FBI-Beamte und die New Yorker Polizei wenige Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September die Wohnung ihrer Eltern stürmen. Sie werfen ihr vor, ein Selbstmordattentat zu planen – ohne Beweise vorzulegen. Sechs Wochen lang wird sie ohne Anklage in einem Hochsicherheitsgefängnis für Jugendliche festgehalten. Erst nach Protesten wird sie wieder freigelassen. Adama hat aus dem Unrecht eine Mission gemacht. Die junge Frau kümmert sich um andere Einwanderer-Familien aus Westafrika. Der \“Weltspiegel\“ hat Adama bereits vor fünf Jahren begleitet. Damals kämpfte sie dafür, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Heute genießt sie ihre Freiheit, aber der erste muslimische Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, habe noch einiges zu tun, um die Vorurteile gegen Muslime zu bekämpfen, sagt Adama. (Autorin: Marion Schmickler / ARD New York) – Polen: Eine Küche für alle: Janusz Jaworski und sein Neffe Marek haben eine Tradition. Seit Jahren gehen sie in die Milchbar, die Bar Mlecny in Warschau. Das ist quasi einmal Polen in einer Küche-für-alle: Rentner und Schüler, Banker und Boten, Arme, Reiche, Junge und Alte, alle kommen her. Wenn du Polen fühlen willst und schmecken dann in der Milchbar, heißt es. Entweder Knödel, Pfannkuchen. Reis mit Apfel. Verschiedenes. Genau diese Speisen kochen sie seit 130 Jahren in den Milchbars. Über die Weltkriege hinweg, durch den Kommunismus und bis heute. Und seit 130 Jahren will der Staat, dass sich jeder ein frisches Essen leisten kann. Am besten vegetarisch. Deshalb subventioniert er alles außer Fleisch bis zu 70 Prozent und das Essen ist unschlagbar günstig. Keine Kantine der Armut, sondern eine Gaststätte der Gesellschaft. (Autorin: Isabel Schayani / ARD Warschau) – Weltspiegel-Podcast: Wie sicher ist Putins Macht vor der Wahl? Moderation Podcast: Janina Werner (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 13.09.2026 Das Erste Folge 3021
45 Min.* Jemen: Neue Front am Roten Meer Im Jemen eskaliert der alte Krieg zwischen den Huthi und den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen erneut. Saudi-Arabien und jemenitische Regierungstruppen haben Huthi-Stellungen und Flughäfen bombardiert – die Huthi rückten daraufhin an der Westküste vor und kontrollieren inzwischen große Teile der Küste bis zum strategisch wichtigen Bab al-Mandab. Nun greifen die Huthi Ziele in Saudi-Arabien an, darunter Riad und Ölanlagen am Roten Meer. Die Kämpfe verschärfen zugleich die humanitäre Katastrophe: Mehr als 100.000 Menschen sind auf der Flucht, viele über das Rote Meer nach Dschibuti. Der Konflikt fällt zeitlich mit dem Krieg zwischen Iran und den USA zusammen – ob und wie eng beides zusammenhängt, ist aber offen. Klar ist: Mit Bab al-Mandab rückt eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt ins Zentrum des Konflikts. Was bedeutet die neue Eskalation für die Menschen im Jemen – und für den Welthandel?* Türkei: Freie Liebe ungewünscht – LGBTQ-Community unter Druck Nach mehreren Razzien und Festnahmen gegen Vereine und Aktivisten der LGBT-Community, wurden diese Woche auch diejenigen Opfer, die sich auf den Straßen solidarisch zeigten. Bei Demos in Izmir, Ankara und Istanbul wurden mehr als 100 Menschen festgenommen, unter ihnen auch Journalisten und Anwälte. Die Justiz spricht von „Operationen zum Schutz von Familien“, Betroffene sind entsetzt und fürchten eine fortschreitende Kriminalisierung von queerem Leben in der Türkei. Wir begleiten eine junge Frau, die während einer der Demos selbst festgenommen wird und zwei Nächte in Polizeigewahrsam ist und sprechen mit NGOs und ihrer Sorge vor weiteren Repressalien. * Trump gegen den Wind: Republikaner rebellieren in Texas Eigentlich ist Rancher John Davis Giving treuer Trump-Wähler – bis auf ein Thema: die Energiepolitik seines Präsidenten. Seit Jahren verpachtet der 66-jährige Ex-Politiker Land auf seiner texanischen Familienranch an einen Windpark-Betreiber und lebt gut von den Pachteinnahmen. Doch Trump lässt kaum noch neue Windkraftanlagen genehmigen und bezeichnet sie öffentlich als hässlich, laut und schädlich für Vögel. Das US-Verteidigungsministerium blockiert unter Verweis auf Sicherheitsbedenken zahlreiche Genehmigungsverfahren – weit über die gesetzlichen Fristen hinaus. Gemeinsam mit einem ehemaligen republikanischen Strategen macht Davis nun öffentlich Druck gegen die eigene Partei und wirbt für günstige erneuerbare Energien als konservativen Wert. Eine Reportage über einen ungewöhnlichen Konflikt zwischen Trumpanhängern in Texas und dem Weißen Haus – und über die wirtschaftliche Bedeutung der Windkraft für den ländlichen Süden der USA. * Australien: Klimafood für Kühe – mit Meeresalgen gegen Rülps-Gase Wenn Kühe Meeresalgenpulver fressen, rülpsen sie weniger und stoßen somit auch weniger klimaschädliches Treibhausgas aus. Das haben Forscher in Australien herausgefunden. Und so beginnt die Futterkette nicht selten auf einem Boot vor der Küste Tasmaniens, wo die Rotalgen frisch aus dem Meer geerntet werden. In Australien boomt die Zucht der Rotalge „Asparagopsis“. Die einheimische, rote Meeresalge ist eine sogenannte „Superalge“. Sie belebt nicht nur das Ökosystem im Ozean, sondern enthält einen Stoff, der die Methanbildung im Verdauungssystem der Tiere hemmen kann. Start-ups versprechen sich davon ein Milliarden-Geschäft. Und Australien hofft, seine Viehwirtschaft mit Hilfe dieses Pulvers emissionsärmer zu machen. Es gibt erste Test-Farmen, auf denen die Rinder mit dem Algen-Zusatz gefüttert werden. Ein wichtiger Schritt in Richtung des Nullemissionsziels, zu dem sich Australien bis 2050 verpflichtet hat. * Marokko – Auswandern trotz Boom Marokko boomt, doch viele junge Menschen spüren davon wenig. Das Land ist das meistbesuchte Afrikas, der Sahara-Tourismus wächst rasant, und der Hafen Tanger Med schlägt mit über elf Millionen Containern im Jahr mehr um als Hamburg. Für die Fußball-WM 2030 entsteht in Ca (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 27.09.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Paris – Liebe, Luxus, Likes?
Folge 3022 (45 Min.)Siranjivi und Vanessa bei einer Date-Night in Paris.Bild: WDR/Studio ParisDer Rolls Royce naht, die Drohne schwirrt schon über dem Schloss, ein halbes Dutzend Fotografen steht bereit … Aber wird sie auch „Ja“ sagen? „Die Kunden sind immer happy“, sagt Chantelle. Sie inszeniert Luxus-Heiratsanträge. „Paris hat den Ruf, die romantischste Stadt der Welt zu sein. Und jeder will ein Stück davon haben.“ Die Amerikanerin hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht. Paris ist die „Stadt der Liebe“ – nicht Rom, nicht Madrid, nicht Berlin. Diese „Weltspiegel Doku“ taucht ein in die Love-Industrie der französischen Hauptstadt. Täglich werden hier Dutzende Heiratsanträge gemacht.Meist ist der Eiffelturm im Hintergrund. Die Paare kommen aus aller Welt – ein Antrag in Paris gilt als „Traum, der wahr wird“. Serien wie „Emily in Paris“ tun ihr Übriges. Wir schauen exklusiv hinter die Kulissen der Menschen, die mit dem Mythos „Stadt der Liebe“ ihr Geld verdienen. Chantelle mit ihren Luxus-Heiratsanträgen. Nadine verkauft „Emily in Paris“-Momente an deutsche Touristinnen. Haute Couture-Designer Julien lässt seine Kundinnen in maßgeschneiderten, teuren Prinzessinnenkleidern glänzen. Der Charme von Paris ist für ihn aber nicht unbedingt mit Geld verbunden: „Ein Spaziergang kostet Verliebte gar nichts“, sagt er. Vanessa und Siranjivi haben in Paris ein etwas spezielles Modell für ihre Hochzeit gewählt: sie vermarkten ihre eigene Feier, jeder kann Tickets kaufen und dabei sein. Während Laura und Holly auf Social Media das Liebesleben ihrer Interviewpartner mit Humor zerpflücken. Der Film zeigt, wie Instagram, Serien und Statusdenken unsere Vorstellung von Liebe und Romantik beeinflussen – und was davon in Paris wirklich echt ist. Zwischen Traumkulisse, Luxus-Paketen und Like-Jagd wollen wir wissen: Ist Paris noch die Stadt der Liebe – oder längst nur noch die Stadt des perfekten Liebes-Contents? (Text: ARD) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 25.09.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mo. 28.09.2026 Das Erste Deutsche Free-TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 29.09.2026Folge 3023
45 Min.Israel: Rückkehr nach Be’eri? Fast drei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel beginnt im Kibbutz Be’eri der Wiederaufbau. Am 7. Oktober 2023 wurde dort fast jeder zehnte Bewohner getötet, viele Häuser wurden zerstört. Die Deutsch-Israelin Dafna Gerstner war damals zu Besuch im Kibbutz, überlebte im Schutzraum ihres Bruders. Ihr Bruder wurde getötet, das Elternhaus zerstört. Der „Weltspiegel“ hat Dafna kurz nach dem Angriff zum ersten Mal getroffen und sie seitdem immer wieder begleitet: im Hotel am Toten Meer, in den Ruinen ihres Elternhauses und jetzt auf der Baustelle eines neuen Wohnviertels. Dort soll ihr Vater in einem Jahr wieder einziehen. Für Dafna ist der Wiederaufbau ein Zeichen von Stärke und Hoffnung. Doch die Angst ist nicht verschwunden. Kann ausgerechnet dieser Ort wieder Heimat werden? (Sophie von der Tann, ARD Tel Aviv)Großbritannien: Verlorene Generation? Kampf gegen hohe Arbeitslosigkeit junger Menschen Hunderte Bewerbungen, kaum Antworten, Gegenwind von der älteren Generation: In Großbritannien scheitern viele junge Menschen am Einstieg ins Berufsleben. Knapp eine Million haben weder Job noch Ausbildungsplatz – das sind mehr als 13 Prozent in dieser Altersklasse und über dem europäischen Durchschnitt. Liam ist 19 und hat es hunderte Male versucht, auch abseits seines Traumberufs bei der Feuerwehr. Jetzt holt er sich Hilfe bei Rushid, ebenfalls 19, der selbst arbeitslos war und heute als Mentor für eine Wohltätigkeitsorganisation arbeitet, die sich auf mentale Gesundheit konzentriert. Denn vielen arbeitslosen jungen Briten geht es psychisch nicht gut. Die einen sind zu krank, um zu arbeiten, andere erkranken gerade, weil sie keine Zukunft sehen. (Mareike Aden, ARD London) Australien: Eskalation im Zigarettenkrieg Eine Packung Zigaretten kann in Australien gerne mal umgerechnet 30 bis 40 Euro kosten. An kaum einem Ort der Welt ist Tabak so teuer. Grund ist eine extrem hohe Steuer. Damit wollte die Regierung in Australien Rauchen so unattraktiv machen, dass möglichst viele damit aufhören. Doch nun ist in Down Under ein boomender Schwarzmarkt entstanden mit illegal ins Land geschmuggelten, billigen Kippen. Das kriminelle Geschäft läuft bestens, weil illegale Ware gerade mal die Hälfte kostet. Wir waren mit versteckter Kamera in Melbourne unterwegs und zeigen, wie selbstverständlich und alltäglich die Schmuggelware über die Ladentheke geht. Und im Untergrund bekriegen sich organisierte Banden immer heftiger. In Australien tobt eine Debatte um die richtige Strategie im Kampf gegen das Rauchen. (Florian Bahrdt, ARD Singapur) Kirgisistan: Ala Kachuu – Schnapp sie und renn weg! Brautraub – das klingt nach einer lustigen Sitte auf Hochzeiten. In Kirgisistan ist diese Tradition eine bittere Realität für Frauen, vor allem auf dem Land. Denn Männertrupps halten nach ledigen Frauen Ausschau und entführen sie: Die gekidnappte Frau wird ins Haus des Bräutigams verschleppt, zwangsverheiratet und oft in der ersten Nacht vergewaltigt. Danach ist sie entehrt, kann das Haus ihres Ehemannes nicht mehr verlassen. Die Ehe danach geht oft auch mit Gewalt einher. Schätzungen zufolge ist jede fünfte Frau betroffen, auf dem Land noch mehr. Wir begleiten eine Frau, die es geschafft hat, sich aus der erzwungenen Ehe und den gesellschaftlichen Zwängen zu befreien. (Silke Diettrich, ARD Moskau) Türkei: Das Geschäft mit dem langen Leben Nicht mehr nur jünger aussehen, sondern möglichst lange gesund, fit und leistungsfähig bleiben: Longevity boomt – und entwickelt sich in der Türkei zum neuen Lifestyle- und Gesundheitstrend. Nach Haartransplantationen, Zahnbehandlungen und Schönheitschirurgie entdeckt die Türkei den nächsten großen Wachstumsmarkt im Gesundheitstourismus. Kliniken und exklusive Clubs investieren in Angebote für Menschen, die länger gesund und leistungsfähig bleiben wollen – und werben zunehmend auch um internationale Kunden. Dabei entsteht ein neuer Markt zwischen Medizin, Wellness und Lifestyle. Unternehmer investieren Millionen in neue Longevity-Kliniken, während bestehende Clubs bereits Gäste aus dem Ausland anziehen. Die Türkei will damit an ihren Erfolg im Gesundheitstourismus anknüpfen. (Gabriele Dunkel, ARD Istanbul) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 04.10.2026 Das Erste Folge 3024
45 Min.- Frankreich: Brennpunkt Schulen „Ich bin Schülerin in Sevran – natürlich ist ein Riesenloch in der Decke meines Klassenzimmers“ – das Video, in dem sich Schüler und Lehrer über den Zustand ihrer Schule lustig machen, hat hunderttausende Likes in den sozialen Medien. Aber lustig ist der Alltag in vielen Schulen Frankreichs nicht gerade: Es fehlt an vielem. Seit Tagen blockieren Jugendliche daher ihre Gymnasien – begleitet von Gewalt seitens der Schüler und der Polizei. Der „Weltspiegel“ besucht die Schule in Sevran und begleitet wütende Schüler, solidarische Lehrer und besorgte Eltern nach Paris zu einer großen Demonstration: Sie fordern mehr Lehrpersonal, bessere Ausstattung der Schulen und die Abschaffung des umstrittenen Zulassungsverfahrens für die Universitäten.(Sabine Bohland, ARD Paris) – Jemen: Salz fürs Überleben im Krieg Der Krieg im Jemen spitzt sich wieder zu: Die Huthi bedrohen weiterhin die wichtige Schifffahrtsroute durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab. Doch an der Küste geht es für die Menschen um unmittelbare Fragen des Überlebens: Jumaa steht knietief im Wasser und schöpft mit einer Schaufel salzhaltigen Schlamm aus flachen Becken am Golf von Aden. Sie lässt das Wasser verdunsten, sammelt die Salzkristalle und trägt sie in Säcken ans Ufer. „Diese Arbeit ist hart, aber sie ernährt meine Familie“, sagt sie. Für Jumaa und rund 500 andere jemenitische Frauen ist das Salzgeschäft die Lebensgrundlage. Auch Fischer Mubarak lebt vom Meer. Jeden Morgen fährt er hinaus, obwohl die Lage rund um die Meerenge Bab al-Mandab immer gefährlicher wird: „Die Seewege gehören allen, sie müssen frei sein“, sagt er. Er fürchtet, dass die Huthi weiter vorrücken und auch seine Heimatstadt Mukalla erreichen. (Ramin Sina, ARD Kairo) – Großbritannien: Kicken gegen die Kilos Schuhe aus, rauf auf die Waage: Jeden Dienstag beginnt so der Abend für Dutzende Männer beim Fußballtreff im Londoner Osten. Ihr Fitnesstrainer Bob notiert das Gewicht, dann geht es raus auf den Platz. Und so geht es im ganzen Land zu. In der „Man v. Fat“ Fußball-Liga herrschen besondere Regeln: Es zählt nicht nur, wer die meisten Tore schießt, sondern auch, welche Mannschaft am meisten abnimmt. Mitspielen darf jeder mit einem BMI über 27. Alle wollen „the biggest looser“ werden und den Abnahmerekord schaffen. Es geht aber nicht nur um Gewicht, sondern auch um Gemeinschaft, darum, die Männer zum Reden zu bringen, sagt Bob. (Mareike Aden, ARD London) – China: Datingkurs zwischen Liebe und Heiratsdruck In China gibt es 30 Millionen mehr Männer als Frauen. Die Chancen, eine Partnerin oder Ehefrau zu finden, stehen für viele Chinesen nicht allzu gut. Datingkurse für Männer sind daher extrem beliebt. Da geht es dann darum, an den eigenen Skills zu feilen: Aussehen, Auftreten, Konversationsfähigkeiten. Lieber selbst die Liebe suchen, als dieses Feld den Eltern zu überlassen. Die üben oft Druck aus und halten sogar auf Heiratsmärkten Ausschau nach Ehepartnern für ihre Kinder. Die Heiratsrate in China ist historisch niedrig. (Marie von Mallinckrodt, ARD Peking) – Mexiko: Truckerinnen unterwegs zwischen Freiheit und Gefahr 1500 Kilometer allein am Steuer eines Lastwagens, von Puebla nach Cancún. Für Cecilia Rosales ist das Alltag. Seit zehn Jahren fährt sie Lkw auf Mexikos Fernstraßen – in einer Männerdomäne und auf Routen, auf denen Überfälle zum Risiko gehören. Welche Regeln die Truckerin unterwegs beachtet, wie sie sich nachts schützt, und warum Cecilia diesen Beruf trotzdem liebt. Denn der Lkw bedeutet für sie nicht nur Gefahr und Verzicht, sondern auch ein eigenes Einkommen und die Unabhängigkeit, für die sie lange kämpfen musste. Noch immer sind weltweit nur wenige Lkw-Fahrer Frauen, doch angesichts des Fahrermangels versucht die Branche zunehmend, mehr von ihnen ans Steuer zu holen. (Marie-Kristin Boese, ARD Mexiko-Stadt) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 11.10.2026 Das Erste Folge 3025
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 18.10.2026 Das Erste Folge 3026
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 25.10.2026 Das Erste Folge 3027
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 01.11.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Midterms: Bröckelt Trumps Macht?
Folge 3028 (45 Min.)Gedenkstätte für Renee Good, die am 07. Januar von ICE-Beamten getötet wurde.Bild: WDR/Ulrike BrinckerAmerika unter Trump 2 – bald ist Halbzeit. Die Midterms stehen an. Von außen gesehen scheinen die USA sich rasant zu verändern. Die Angriffe auf die Demokratie, die Korruption, der Krieg gegen den Iran, die steigenden Preise. Und was tut sich im Land selbst? Donald Trumps Beliebtheitswerte sind schlecht – viele sehen in den Midterms auch die Möglichkeit, ihre Unzufriedenheit mit der Regierung Trump zum Ausdruck zu bringen. Wieviel Unterstützung gibt es für Trumps Veränderungen und wo gibt es Widerstand? ARD-Korrespondentin Gudrun Engel macht sich auf den Weg, tausende Flugkilometer durch das riesige Land mit der Frage: Bröckelt Trumps Macht? Es ist nicht einfach herauszufinden, was genau sich an das Basis verändert – abgesehen natürlich von den gestiegenen Preisen.Erste Station: Minneapolis, wo ICE-Beamte Trumps rigide Einwanderungspolitik mit aller Härte durchgesetzt haben, wo zwei Menschen erschossen wurden. Hier sind die Veränderungen deutlich spürbar: Gudrun Engel trifft auf traumatisierte Menschen, die kämpferisch sagen: Nicht mit uns! Krankenschwester Melina, Mutter von zwei Kindern und amerikanische Staatsbürgerin, wurde auf dem Weg nach Hause von ICE-Beamten angehalten und verhaftet, nur weil sie aussieht wie eine Latina. Es sei schwer, dem eigenen Land noch zu vertrauen, wenn man genau wisse, dass es noch einmal passieren könne, erzählt Melina. Sie habe zwar einerseits viel Rückhalt bekommen, aber von Trump-Unterstützern auch Ablehnung erfahren, sogar von den eigenen Nachbarn. „Meine größte Sorge ist, dass zu viele Menschen den Lügen und der Desinformation glauben“, sagt Carrie Humphries aus Minneapolis. Sie nimmt regelmäßig an Treffen teil, bei denen besorgte Bürger sich auf einen möglichen Angriff auf die Demokratie am Wahltag vorbereiten. Was kann man konkret tun, wenn man den Eindruck bekommt, dass Wähler daran gehindert werden, ihre Stimme abzugeben? – Solche Fragen spielen sie durch. Shay Myers bewirtschaftet in dritter Generation eine große Farm in Idaho und hat bei den Präsidentschaftswahlen Trump gewählt. Jetzt zweifelt er an ihm, verzweifelt an Trumps Migrationspolitik: „Wenn wir alle Arbeiter aus Lateinamerika einfach rauswerfen, werden wir verhungern.“ Myers ist mit Einwandererkindern aufgewachsen, ist mit vielen von ihnen befreundet. „Wir kennen ihre Kultur, sprechen ihre Sprache, wie kann man dann darüber nachdenken, sie alle nach Hause zu schicken?“ Aber in seiner eigenen Familie wird über diese Frage heftig gestritten, wie an vielen anderen Orten der USA. Von heute auf morgen kein Einwanderungsland mehr zu sein, ist eben nicht so einfach. Und dann hat Shay auch noch mit den gestiegenen Preisen zu kämpfen. Trump hat den Iran angegriffen, der die Straße von Hormus blockiert, Benzin, Diesel und Dünger deutlich teurer geworden. Hinzu kommt die Debatte um Zölle, die für den Farmer eine ständige Unsicherheit bringt. Trump nennt seine Amtszeit „die goldenen Zeiten von Amerika“. Immer wieder zählt er seine angeblichen wirtschaftlichen Erfolge auf. Feiert sich bei einem extra einberufenen Parteitag. Aber es geht auch um eine kulturelle Wende, weg von einem vermeintlich woken Amerika. Dafür feiern ihn seine Anhänger aus dem MAGA-Lager. Bei Turning Point USA, einer MAGA-Nachwuchsschmiede, sehen sie das Land auf einem guten Kurs. Endlich, so sagt auch Luis Vasquez, könne man sich von einer linken Elite an der Macht und in den Universitäten befreien. Regelmäßig treffen sie sich an seiner Uni in Florida, um über ihre Gesellschaftsvorstellungen zu diskutieren und weitere Mitstreiter zu gewinnen. Der Präsident, der bei den Midterms gar nicht zur Wahl steht, zieht auf der politischen Bühne alle Register, um bei den Wahlen Verluste für seine Partei, die Republikaner, zu verhindern. Trump will Neuzuschnitte von Wahlkreisen, Wahlgesetze verändern, redet jetzt schon von möglichem Wahlbetrug. Ob das am Ende funktioniert? „Immer mehr Menschen, die es früher nicht wichtig fanden, zur Wahl zu gehen, wachen nun auf“, so Musiker Butchy Austin. Man habe eben immer die Wahl, man müsse nur das Richtige tun. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mo. 02.11.2026 Das Erste Folge 3029
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 08.11.2026 Das Erste Folge 3030
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 15.11.2026 Das Erste
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