bisher 3004 Folgen (Folge 2981–3004)
Folge 2981
45 Min.* Madagaskar: Aufstand der GenZ Eigentlich wollte das ARD-Team darüber berichten, warum die jungen Menschen in der Hauptstadt Antananarivo seit Wochen gegen den Präsidenten protestierten, Tag für Tag. Auf der einen Seite Protestierende der GenZ, die gegen Misswirtschaft und für eine bessere Bildung demonstrieren, auf der anderen Seite, die Sicherheitskräfte. Steine fliegen, Tränengas ist die Antwort, jeden Tag. Dann plötzlich eskaliert die Lage. Ein Teil der Armee meutert gegen den Präsidenten, andere Sicherheitskräfte zeigen sich loyal und bekämpfen umso brutaler die Demonstrierenden. Einen Tag lang ist nicht klar, wer sich durchsetzt und ob es vielleicht zum Bürgerkrieg kommt. Einen Tag Unruhe und totales Chaos. Am Ende verlässt der Präsident das Land und die Armee übernimmt die Macht.* Israel: Die Netanjahus, eine Familie im Krieg Wie wird man der am längsten amtierende Ministerpräsident Israels und das, obwohl es kaum einen Politiker im Land gibt, der Israel so sehr spaltet, wie Benjamin Netanjahu. Woher kommt er, wie wichtig ist seine Vorgeschichte und wie wichtig sind seine Weggefährten? Vor allem aber: Welche Rolle spielt seine Familie für seine Politik und sein politisches Überleben? Ehefrau Sara Netanjahu und Sohn Yair sind nicht nur enge Vertraute, sondern nehmen aktiv Einfluss auf politische Entscheidungen. * Ukraine: Wie junge Ukrainer über ihre Zukunft entscheiden Seit Beginn des Kriegs durften ukrainische Männer im Alter von 18 bis 60 das Land nicht verlassen. Nun hat die Regierung überraschend eine Ausnahme beschlossen: Junge Männer zwischen 18 und 22 Jahren dürfen wieder ins Ausland reisen – mit Pass und militärischem Nachweis. Für viele eröffnet sich damit zum ersten Mal seit der Invasion eine Perspektive jenseits der Landesgrenzen. Doch der Beschluss stellt eine ganze Generation vor schwierige Fragen: Wer die Ukraine verlässt, kann im Ausland studieren, arbeiten oder zu Familie und Freunden ziehen. Gleichzeitig bleibt die Sorge, als „Drückeberger“ zu gelten, während Gleichaltrige an der Front kämpfen. Eltern schwanken zwischen Erleichterung über die neue Sicherheit und der Angst, dass ihre Söhne nicht zurückkehren. Eine Reportage über junge Ukrainer, die zwischen Pflicht und Zukunftsträumen stehen – und über eine Gesellschaft, die erneut darüber diskutiert, was Verantwortung im Krieg bedeutet. * Sierra Leone: Fit für den Klimawandel Es gibt nicht viele Politiker:innen auf dem afrikanischen Kontinent, die sich für Umweltpolitik einsetzten. Die Bürgermeisterin von Freetown in Sierra-Leone hat den Kampf gegen Umweltzerstörung und die Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel sogar zu ihrer Priorität erklärt. Yvonne Aki-Sawyerr baut die Hauptstadt konsequent um. Lässt Bäume gegen die Hitze pflanzen, hat das Abwassersystem modernisiert. Und sie ist persönlich präsent auf den Straßen der Stadt – auch das macht sie zu einer Ausnahmepolitikerin auf dem Kontinent. Sie studierte an der prestigeträchtigen London School of Economics hat aber keine Berührungsängste, mit ihrem Stab ist sie regelmäßig in den Armenquartieren unterwegs und wirbt für ihre Klimapolitik. * Neuseeland: Maori-Tattoo als Zeichen für weibliche Selbstbestimmung Jahrzehntelang war es verboten, dann lange Zeit als unpassend oder sogar beschämend angesehen, heute gilt es als ein Zeichen für Identität und Selbstbestimmung: Immer mehr Māori-Frauen lassen sich wieder das traditionelle Kinn-Tattoo Moko Kauae (Tamoko) stechen und setzen damit ein Statement – sichtbar, mitten im Gesicht. Tracy Carlton ist eine Māori und hat sich entschieden, ihr Kinntattoo zu erhalten. Ein großer Schritt, den sie traditionell begehen möchte. Die Tattoo-Künstlerin, von der Tracey das Kinn-Tattoo erhält, nimmt eine Zunahme der Kinn-Tattoos deutlich wahr. (Text: tagesschau24) Deutsche TV-Premiere So. 19.10.2025 Das Erste Folge 2982
45 Min.Weltspiegel-Logo.Bild: ARD/ARD DesignTaiwan – Konflikt im Indopazifik Der Konflikt um die Vorherrschaft im Indopazifik schwelt schon seit Jahren. Experten gehen davon aus, dass sich in dieser Region entscheidet, welche Supermacht in den nächsten Jahrzehnten das Weltgeschehen prägen wird. China tritt mit seiner militärischen und wirtschaftlichen Macht immer aggressiver auf. Die Bedrohung für Taiwan nimmt zu. Obwohl die Insel nie zur Volksrepublik China gehört hat, sieht die Regierung in Peking Taiwan als chinesisches Territorium an – und droht mit militärischer Gewalt. Auch andere südostasiatische Staaten werden in den Konflikt hineingezogen: Immer wieder kommt es zwischen China und den Philippinen zu Zwischenfällen im Südchinesischen Meer, weil Inselgruppen von China beansprucht werden.Auch für die USA spielt die Auseinandersetzung im Indopazifik eine wichtige außenpolitische Rolle: Schon Barack Obama hat angekündigt, dass für die Vereinigten Staaten die Konflikte mit China immer relevanter werden und dass US-Truppen aus Europa dorthin verlegt werden sollen. Nicht nur deshalb wird die geopolitische Lage im Indopazifik auch Folgen für Europa haben. Der „Weltspiegel“ berichtet vor Ort aus Taiwan über die Situation der Menschen dort angesichts der Bedrohung aus China und analysiert diesen geopolitischen Konflikt mit dem Fokus auf die gesamte Region. Es geht dabei nicht nur um militärische Auseinandersetzungen, sondern auch um wirtschaftliche Konkurrenz und die gesellschaftlichen Systeme, die aufeinanderprallen. Dazu sind folgende Beiträge geplant: Taiwan: Alltag unter der Bedrohung: Nur etwa zehn Kilometer entfernt vom chinesischen Festland liegen die Matsu-Inseln, eine Inselgruppe, die zu Taiwan gehört. Bis zur Küste Taiwans sind es ca. 150 Kilometer. Die angespannte Situation zwischen der Volksrepublik China und Taiwan fühlen die Menschen auf den Matsu-Inseln jeden Tag. Mit mehreren Unterseekabeln sind sie mit Taiwan verbunden. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Zwischenfälle gegeben, bei denen die lebenswichtigen Kabel beschädigt wurden. Taiwanische Behörden beschuldigen die chinesische Regierung, für diese Schäden verantwortlich zu sein. Der chinesische Druck auf Taiwan nimmt weiter zu. Dennoch haben sich die Bewohner der Inselrepublik offenbar daran gewöhnt, trotz der Aggressionen aus Peking und der militärischen Drohgebärden relativ normal und entspannt den Alltag zu leben. Der „Weltspiegel“ berichtet über die Sorgen und die Vorkehrungen auf den Matsu-Inseln und auf Taiwan angesichts der Drohungen vom Festland. (Autor: Ulrich Mendgen, ARD-Studio Tokio) Philippinen: Wem gehört das Südchinesische Meer?: Über Jahrhunderte haben Fischer aus der Region Zambales auf der philippinischen Insel Luzon in den Gebieten am Scarborough-Riff Fische gefangen. Das Seegebiet gehört zu einer Wirtschaftszone, die den Philippinen zugesprochen wird. Doch inzwischen wurden die philippinischen Fischer von der chinesischen Küstenwache dort vertrieben und befinden sich jetzt in Existenznöten. Das Scarborough-Riff liegt eigentlich an einem unbedeutenden Teil des Südchinesischen Meeres, China beansprucht das Gebiet aber für sich, obwohl der Internationale Schiedsgerichtshof vor neun Jahren viele der chinesischen Gebietsansprüche zurückgewiesen hat. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fischern, der philippinischen Marine und der chinesischen Küstenwache. China beansprucht das gesamte Südchinesische Meer für sich, will von dort aus die Seewege kontrollieren und Zugang in den gesamten Pazifik bekommen. Für Japan, Taiwan, die Philippinen, weitere Anrainer und auch für die USA stellen diese Pläne eine große strategische Bedrohung dar. (Autor: Ulrich Mendgen, ARD-Studio Tokio) China: auf dem Weg zur globalen Supermacht: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China geht weiter. Jetzt will Peking weitere Gebühren für US-amerikanische Frachtschiffe erheben. China teilte mit, man werde Sonderabgaben auf Schiffe erheben, die sich in US-Besitz befinden, von den USA betrieben, gebaut oder beflaggt werden. Ähnliches hatte die US-Regierung bereits angekündigt. Trump hatte jüngst zusätzliche Zölle gegen China in Höhe von 100 Prozent verfügt. Damit weitet sich der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt auf die Seeschifffahrt aus. Chinesische Werften gehören zu den größten der Welt, 60 Prozent des globalen Schiffbaus findet auf chinesischen Werften statt. Sollten die USA die Zölle gegen in China gebaute Schiffe tatsächlich umsetzen, müssten die Werften in der Volksrepublik China große Einbußen fürchten. Seit der Corona-Pandemie kommt die chinesische Wirtschaft nicht in Tritt, auch die Exporte aus der Volksrepublik können diese Einbußen nicht kompensieren. Dennoch hält China an seinem Masterplan fest: Das Land sieht sich als globale Führungsmacht, will bis Mitte des Jahrhunderts zur wirtschaftlich und politisch wichtigsten Nation aufgestiegen sein. Der „Weltspiegel“ berichtet über ein Land auf der Überholspur, das inzwischen mit vielen Problemen zu kämpfen hat. (Autor: Jörg Endriss, ARD-Studio Peking) Cookinseln: Wie viel Unabhängigkeit bietet Chinas Hilfe?: Der größte Ozean der Erde verbindet Asien und Amerika. Über den Pazifik laufen die Seehandelsrouten zwischen China, Japan, Südostasien, Australien und den USA: 60 Prozent des weltweiten Handelsvolumens werden im Pazifikraum abgewickelt. Keine Region ist wichtiger für reibungslose Lieferketten. Kein Wunder, dass der Pazifik zum Zentrum des Wettstreits zwischen China und den USA geworden ist. Hier liegen viele kleine Inseln, deren Bedeutung wächst. Nicht nur wegen ihrer Lage, auch weil sich dort bedeutende Bodenschätze befinden. Und China versucht geschickt, seinen Einfluss zu vergrößern. Zum Beispiel auf den Cookinseln. Vor der Küste der Inseln werden Rohstoffvorkommen vermutet. China hat sich exklusive Schürfrechte gesichert. (Autorin: Christiane Justus, ARD-Studio Singapur) USA: höhere Zölle im Wirtschaftskrieg: Der größte US-Hafen an der Westküste fürchtet die neuen Zölle, die Präsident Trump gegen China angekündigt hat. Denn der Hafen in Long Beach lebt vom Import der Waren aus Fernost, vor allem aus China. Sollten die Zölle kommen, dann würde sich der Warenverkehr spürbar reduzieren. Auch die Händler in Chinatown in San Francisco, die traditionell viele Waren aus China einführen, müssen um ihr wirtschaftliches Überleben fürchten. Nach zuletzt schärferen Tönen hat US-Präsident Donald Trump sich im Zollstreit mit China nun wieder versöhnlicher geäußert. Die USA wollten „China helfen, nicht schaden“, schrieb er auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social. „Machen Sie sich keine Sorgen um China, alles wird gut. Der hoch respektierte Präsident Xi hat nur einen schlechten Moment gehabt“, erklärte Trump mit Blick auf den chinesischen Staatschef Xi Jinping. Dieser wolle „keine Depression“ für sein Land – und er selbst wolle das auch nicht, fügte Trump hinzu. Die Unternehmer im Hafen von Long Beach und in Chinatown in San Francisco tun sich inzwischen schwer, diese Ankündigungen zu glauben. Der Konflikt im Indopazifik hat viele ihrer Planungen schon lange über den Haufen geworfen. (Autorin: Sarah Schmidt, ARD-Studio Washington) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 26.10.2025 Das Erste Folge 2983
45 Min.Ukraine: Journalisten im Visier: Der Kameramann Ivan Lubysh wurde in der Ostukraine schwer verletzt, vor gut einem Jahr. Seine Überlebenschancen waren minimal, aber Ivan kämpfte sich ins Leben zurück. Journalisten, Kamerateams bewusst ins Visier genommen, auch internationale Journalisten, das zeigt ein Bericht der ukrainischen Menschenrechtsorganisation „Truth Hounds“ und der Journalisten-Vereinigung „Reporter ohne Grenzen“. Russland habe in diesem Krieg mehrmals gezielt Hotels angegriffen, in dem sich Medienvertreter aufgehalten hätten. Für Ivan ist klar, er hat eine Mission. Er will schon bald wieder drehen. (Autorin: Birgit Virnich / WDR Köln)USA: Die Vereinigten Staaten von Angst: Sie surfen dieselbe Welle, aber sie leben in komplett getrennten Welten. Huntington Beach ist die offizielle Surf City der USA – und extrem konservativ mitten im liberalen Kalifornien. Vanessa, Jerry, Charlie, CJ und ihre Freunde stürzen sich, so oft es geht, mit ihrem Brett in den Pazifik am sensationellen Sandstrand von Huntington Beach. Aber wenn es um Politik geht, stehen sich hier am Strand zwei Surf-Cliquen gegenüber, die sich nichts zu sagen haben. Charlie und CJ haben Trump gewählt, sind tiefgläubig. Ein Jahr nach der Wahl sehen sie Trump mit gemischten Gefühlen – aber mit seiner harten Abschiebepolitik punktet Trump bei ihnen. Für Vanessa und ihre „LatinX-Surf Gang“ hat sich das Klima seit der Wahl spürbar verändert. Seit Trump regiert, wird ihr Alltag dominiert von Angst. Angst, auf der Straße aufgegriffen zu werden trotz Pass, Angst vor offenem Rassismus. Wie werden sie in Zukunft leben? (Autorin: Kerstin Klein / ARD Washington) USA: Arabische Community und Trump: In Michigan, in der Region Dearborn leben prozentual die meisten arabisch-stämmigen Menschen in den USA. Früher haben eigentlich viele von ihnen für die Demokraten gestimmt. Doch dann kam der Gaza-Krieg und der damalige Präsident Biden stand hinter Israel. Bei der letzten Präsidentschaftswahl hat der Kandidat Trump diese Gruppe gezielt umworben, er reiste nach Dearborn, um die Wähler zu treffen. Mit Erfolg. Mit seinem Versprechen, er werde Frieden in den Nahen Osten bringen, sprach er viele an. Ein Jahr nach der Wahl hat sich die Stimmung verändert. In der arabischen Gemeinde geht bei denen, die Trump kritisch sehen, die Angst um, sich öffentlich zu äußern. Der Präsident hat seine arabischen Wähler auch belohnt. Zwei Botschafter-Posten werden mit arabisch-stämmigen Menschen besetzt und ein wichtiger Unterhändler bei den Friedensverhandlungen für Gaza ist der wichtigste Wahlkämpfer unter den Arab-Americans, Bishara Bahbah. (Autorin: Isabel Schayani / WDR Köln) Irak: Hoffnungsschimmer vor den Wahlen: Am 11. November wählt der Irak ein neues Parlament – und es geht um weit mehr als Sitze und Stimmen. Kann sich das Land endlich von Teherans Einfluss lösen und einen eigenen politischen Kurs finden? Vor allem für die Frauen im Irak steht viel auf dem Spiel: Das jüngst geänderte Personenstands-Gesetz beschneidet ihre Rechte im Familien- und Zivilrecht und macht den ohnehin schwierigen Alltag noch härter. In Bagdad trifft ARD-Korrespondentin Vera Rudolph drei Frauen, die das ändern wollen: eine Aktivistin, die gegen den Rückschritt mobilmacht, eine Unternehmerin, die sich trotz gesellschaftlicher Widerstände behauptet, und eine Kandidatin, die zum ersten Mal für das Parlament antritt: Zainab Sabah Al-Mousawi steckt mitten im Wahlkampf. Trotz verfassungsmäßiger Quote blieben viele Frauen im politischen Leben marginalisiert – ihre Präsenz oft nur symbolisch, so Zainab. Sie eint der Wille, nicht nur Quotenfrauen zu sein, sondern politische Akteurinnen, deren Stimmen und Perspektiven gehört werden. Ihr Kampf steht für die Frage: Wird der Irak den Mut finden, seine Frauen am Aufbau der Zukunft zu beteiligen? (Autorin: Vera Rudolph / ARD Kairo) Belize: Edel-Schoki im Urwald: Eine Plantage stand eigentlich nie auf dem Plan des amerikanischen Tierforschers Jakob Marlin. Vor 30 Jahren kam er als Tourist nach Belize und verliebte sich in die Natur. Mit 1 Million Dollar aus Spenden konnte er mehr als 500 Hektar Urwald kaufen, gründete eine Stiftung und schützt seitdem dieses Gebiet. Doch dann entdeckt er zufällig Jahre später Bäume mit länglichen gelb, grün, rosa Früchten „Wildkakao“. Jakobs Sohn Sheiman ist Chocolatier und will mit den edlen Rohstoffen seines Vaters eine besondere Schokoladenproduktion aufbauen. Auf dem US-Markt verkaufen sie eine 50-Gramm-Schokoladentafel für 65 Dollar. (Autor: Michael Stocks, ARD Mexiko) Weltspiegel-Podcast: Trumps USA – United States of Angst: Moderation des Podcasts: Janina Werner (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 02.11.2025 Das Erste Weltspiegel-Doku: Trumps USA – United States of Angst
Folge 2984 (45 Min.)Der konservative Surfer Charlie ist tief religiös und verehrte Charlie Kirk. Er hat zwar Trump gewählt, aber als Christ stößt ihn das Spaltende des Präsidenten ab. Für ihn ist es am wichtigsten, seine Kinder vor der liberalen Gesellschaftspolitik der Demokraten zu schützen.Bild: NDRSie surfen dieselbe Welle, aber sie leben in komplett getrennten Welten. Huntington Beach ist die offizielle Surf City der USA – und extrem konservativ mitten im liberalen Kalifornien. Vanessa, Jerry, Charlie, CJ und ihre Freunde stürzen sich, so oft es geht, mit ihrem Brett in den Pazifik am sensationellen Sandstrand von Huntington Beach. Aber wenn es um Politik geht, stehen sich hier am Strand zwei Surf-Cliquen gegenüber, die sich nichts zu sagen haben. Charlie und CJ haben Trump gewählt, sind tiefgläubig. Ein Jahr nach der Wahl sehen sie Trump mit gemischten Gefühlen – aber mit seiner harten Abschiebepolitik punktet Trump bei ihnen.Aus ihrer Sicht geht die Gewalt im Land vor allem von den Linken aus. Für Vanessa und ihre „LatinX-Surf Gang“ hat sich das Klima seit der Wahl spürbar verändert. Seit Trump regiert, wird ihr Alltag dominiert von Angst. Angst, auf der Straße aufgegriffen zu werden trotz Pass, Angst vor offenem Rassismus, Angst, nicht mehr für Überzeugungen eintreten zu dürfen. Wie werden sie in Zukunft leben? Für die Konservativen um Charlie und CJ ist der ermordete Charlie Kirk ein Märtyrer und ihr absoluter Hero. Sie haben Donald Trump gewählt – gegen Wokeness, für die Wirtschaft, für Law and Order – aber ein Jahr nach der Wahl fehlen ihnen konkrete Verbesserungen. Wie sehen sie in die Zukunft? In der „Weltspiegel Doku“ steigt ARD-Korrespondentin Kerstin Klein ein in den Mikrokosmos Huntington Beach – eine extrem republikanische Stadt in einem extrem demokratischen Bundesstaat. „Trumps USA – United States of Angst“ zeigt die Lebenswirklichkeit der Surferinnen und Surfer und wie sie auf ihr Land heute blicken. Ihre Reaktionen auf ein Jahr Trump könnten unterschiedlicher nicht sein. Oder? Kerstin Klein wagt am Ende das Experiment: Gelingt es – wenigstens für ein paar Stunden, oder auch für die Zukunft – die unversöhnlichen und so unterschiedlichen Surf-Gangs zusammenzubringen für einen echten Dialog? (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mo. 03.11.2025 Das Erste Folge 2985
45 Min.ARD/SWR WELTSPIEGEL, „Auslandskorrespondenten berichten“. Ute Brucker, Moderatorin der Sendung „Weltspiegel“.Bild: SWR/Patricia NeliganEinen Tag vor dem offiziellen Start der 30. Weltklima-Konferenz in Belém, sendet der Weltspiegel aus Brasilien. Die allererste COP hatte Brasilien 1997 in Rio ausgerichtet. Das war symbolisch, weil der Amazonas-Regenwald als Lunge der Welt zu verschwinden drohte. Nach 30 Konferenzen hat sich die Weltgemeinschaft immerhin auf ein gemeinsames Ziel verständigt: die menschengemachte Erderwärmung soll bei 1,5 Grad Celsius gestoppt werden. Ein Ziel, das aber immer mehr Staaten nicht mehr verfolgen. Der Weltspiegel ergründet mit seinen Korrespondent:innen, was der Klimawandel schon jetzt auf dem Südamerikanischen Kontinent auslöst und was Menschen und Staaten dem entgegenhalten.Mit folgenden Themen: * Brasilien – Überleben die Reptilien am Amazonas die Erderwärmung? Die Forscherin Fernanda Werneck und ihr Team vom Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia (INPA) untersuchen Veränderungen bei Reptilien und Amphibien angesichts des Klimawandels. Warum? Weil einige Reptilien und Tiere von bestimmten Umwelttemperaturen abhängig sind, für ihren Kreislauf, für die Funktion von Nahrungssuche und Fortpflanzung. Ist die Umgebungstemperatur zu warm könnten sie überhitzen. Können sie sich anpassen oder werden sie sterben? Wie es darum steht, ist das Ziel der Untersuchungen. Xenia Böttcher, ARD-Studio Rio de Janeiro * Ecuador – Kampf gegen illegalen Goldabbau im Regenwald. Mit dem Boot sind es vier Stunden einen Nebenarm des Amazonas hinauf. Üppig grün ist es hier, aber wenn der Motor aus ist, ist ein Geräusch nicht zu überhören: Bagger. Überall entlang des Ufers haben sich die illegalen Goldgräber breit gemacht. Wo sie die Erde umwühlen, ist der Wald verschwunden. Verloren als CO2-Speicher. Bis zum vergangenen Jahr sollen so im Amazonasgebiet 20.400 Quadratkilometer Wald abgeholzt worden sein. Und der immer weiter steigende Preis für Gold befeuert das Ganze noch. Fast 4000 Dollar pro Unze, absoluter Rekordwert. Gegen den Goldrausch hat der Klimaschutz kaum eine Chance. In der Amazonasregion von Ecuador leisten indigene Frauen trotzdem Widerstand. Ute Brucker * Guyana – Geht sauberer Öl-Förder-Staat? 2015 entdeckt Exxon vor der Küste gewaltige ÖL-Vorkommen – rund elf Milliarden Barrel. Das große Fördern beginnt. Guyana, dünn besiedelt, war einst britische Kolonie, danach bitterarm. Jetzt boomt die Wirtschaft. Doch das täuscht, sagt Sherlina, eine Umweltaktivistin. Während Politiker und Eliten profitierten, kämpfe die Mehrheit mit den steigenden Preisen. „Eine Chance für was soll das bitte sein? Wir werden Teil eines Systems, das ausstirbt. Klar, vielleicht kann man noch 20 Jahre alles rauspressen, bevor alles zusammenbricht.“ Eine Chance hat ihre Position kaum. Die Regierung ist angetreten die Petro-Einnahmen für die Wirtschaftsförderung einzusetzen und den Umweltschutz. Das bisherige Klima-Vorzeige-Land trägt nun selbst zum Klimawandel bei. Marie-Kristin Boese, ARD-Studio Mexiko * Brasilien – Data-Center und der Klimawandel. Der Hunger nach Rechnerleistung ist weltweit enorm. Angetrieben durch die Nutzung Künstlicher Intelligenz und das Social-Media-Verhalten der Menschen weltweit. Der Bedarf nach neuen Rechenzentren wächst jährlich um rund 10 Prozent. Fast eine Billon US-Dollar werden jährlich in den Neubau dieser riesigen Zentren investiert. Das größte Problem, die Kühlung und der gigantische Energiehunger. Auch im Nordosten Brasiliens ist ein solches Mega-Rechenzentrum beschlossen. Die Menschen, die dort leben, kämpfen dagegen, denn schon jetzt fördern ihre Brunnen viel zu wenig Trinkwasser und Strom haben sie auch nur stundenweise. Xenia Böttcher, ARD-Studio Rio de Janeiro * Grönland/Golf von Mexiko – Weltklima auf der Kippe?! Die Weltklimakonferenz steht vor großen Herausforderungen. Das Weltklima erwärmt sich mit rasender Geschwindigkeit weiter. Dabei geraten immer mehr die Klima-Kipppunkte in den Fokus. Wenn in Amazonien zuviel gerodet wird, könnte eines Tages der ganze Regenwald verschwinden. Oder der Golfstrom, die W (Text: tagesschau24) Deutsche TV-Premiere So. 09.11.2025 Das Erste Weltspiegel-Doku: Balkan – Im Bann der Waffen?
Folge 2986 (45 Min.)Darko, Serbe, Waffeninfluencer auf YouTube ‚Gun-YouTuber‘, und die Autorin Anna Tillack.Bild: Tatjana Beetschen / Zarko Bogdanovic / BRDer Balkan ist Europas Waffenlager. Durch die Jugoslawienkriege ist immer noch ein großer Bestand alter Waffen in Umlauf. In den zwei Westbalkanstaaten Serbien und Montenegro besitzen die Menschen die meisten Waffen in Europa, nämlich 39 pro 100 Einwohner, getoppt nur noch von den USA und dem Bürgerkriegsland Jemen. Auf dem Balkan sind Waffen nach wie vor ein Symbol für Freiheit, Tradition und Anerkennung. In vielen privaten Haushalten werden Erbstücke aufbewahrt und in Ehren gehalten, laut Behördenangaben sogar Kriegsrückstände Raketen- und Granatwerfer. Der Schwarzmarkt für illegale Waffen blüht. Die Weltspiegel-Dokumentation „Balkan: Im Bann der Waffen?“ widmet sich der Frage, wie dieses gefährliche Erbe die Gesellschaft beeinflusst.So kam es in den letzten Jahren in Serbien und Montenegro zu mehreren Amokläufen mit vielen Toten, bei denen sowohl legale, als auch illegale Waffen im Einsatz waren. Als Folge dieser tragischen Ereignisse gingen in Serbien zehntausende zornige Bürger auf die Straße, protestierten wochenlang unter dem Motto „Serbien gegen Gewalt“ gegen die zunehmende Verrohung der Gesellschaft. Der Waffenkult ist in Serbien allgegenwärtig auch in den Medien, zur besten Sendezeit zeigen ehemalige Straftäter im serbischen Privatfernsehen ihre Waffen und erzählen von ihren Verbrechen. Korrespondentin Anna Tillack interviewt in der Dokumentation Hinterbliebene der Massenschießereien, aber auch den bekanntesten Waffeninfluencer des Balkan und ganz normale Serben, die ihre Waffen hegen und pflegen. Sie versucht, der Faszination für das Schießen auf den Grund zu gehen. Sie trifft aber auch Menschen, die für schärfere Waffengesetze kämpfen oder für eine bessere Gesellschaft auf die Straße gehen. Außerdem begleitet sie Polizisten auf der Jagd nach illegalen Waffen. Immer mit der Frage im Blick: Wie geht der Balkan mit dem tödlichen Erbe, also den fast drei Millionen Waffen, die schätzungsweise in Serbien und Montenegro zirkulieren sollen, um? (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 16.11.2025 Das Erste Folge 2987
45 Min.Libyen: Entkommen aus dem Sudan: Drehreise ins Grenzgebiet zwischen Libyen und Sudan, wohin hunderttausende Sudanesen vor dem Krieg geflohen sind. Die berüchtigte Miliz Rapid Support Forces kontrolliert große Teile der Region, begleitet vom Vorwurf, über Libyen würden Waffen an die Miliz gelangen. Die Reportage führt bis nahe an Darfur, zuletzt Schauplatz besonders heftiger Kämpfe. Geflüchtete berichten von Gewalt, Vertreibung und dem Verlust ihrer Heimat. Sudanesische Offizielle bewerten die Entwicklungen an der Frontlinie, während libysche Sicherheitskräfte über die schwierige Kontrolle der Wüstenrouten berichten. Eine Reportage aus einer schwer zugänglichen Region über Menschen, die zwischen Krieg, Flucht und ungewisser Zukunft versuchen zu überleben. (Autor: Ramin Sina / ARD Kairo)Polen: Die Suwalki-Lücke – NATO-Schwachstelle?: Wie geht’s eigentlich den Menschen auf der polnischen Seite der „Suwalki-Lücke“? Wann immer spekuliert wird, wen Russland als nächstes angreifen könnte, fällt seit Jahren irgendwann der Begriff „Suwalki-Lücke“: Gemeint ist ein schmales Stückchen NATO zwischen der russischen Region Kaliningrad und Belarus. Im Norden des Korridors liegt Litauen, der südliche Teil gehört zu Polen: Würden russische Soldaten in einer Zangenbewegung von rechts und links angreifen, wäre das Baltikum abgeschnitten vom Rest der NATO. Benannt ist die Enge nach der polnischen Stadt Suwalki, Hauptstadt dieser nur sehr dünn besiedelten Region. Seit Jahren gilt sie als gefährdet – die Leute selbst gehen erstaunlich cool mit der Situation um. Sie haben andere Sorgen – nämlich, dass sich wegen der nahen Grenzen kaum noch ein Investor, kaum noch eine Touristin an den nordöstlichen Rand Polens wagt. (Autorin: Ina Ruck / ARD Warschau) Ukraine: KI an der Front: In der Ukraine verändert eine sich rasant entwickelnde Technik und künstliche Intelligenz das Gefechtsfeld. Bodenroboter ziehen Verwundete aus der Gefahrenzone, Drohnenpiloten nutzen KI zur Zielerkennung. Die Entwicklungen entstehen teils in geheimen Werkstätten, teils in Kooperation mit internationalen Partnern. Doch wer entscheidet, was an der Front eingesetzt werden darf? Und was bedeutet die Technologisierung für den Kriegsverlauf oder für die Moral der Soldaten? Gerade auch für Infanteristen, die zwischen all der Technik an vorderster Front verteidigen? Zwischen technischer Innovation und moralischer Verantwortung beginnt ein globales Ringen um die Kriegsführung der Zukunft. Und ein erbarmungsloser Wettlauf um die beste Technik im Frontgebiet. (Autorin: Susanne Petersohn / ARD Kiew) Schweden: Hunger nach Holz bedroht Urwälder: Bäume, soweit das Auge reicht. Kein Land der EU hat so viel Wald wie Schweden. Zwei Drittel des Landes sind grün. Doch der Bestand ist durch die mächtige Forst- und Holzwirtschaft des Landes bedroht. Jedes Jahr holzen sie 250 000 Hektar ab, eine Fläche so groß wie das Land Luxemburg. Nicht nur das. Waldaktivisten wie Sebastian Kirrpu warnen seit Jahren vor den Methoden. „Die Holzwirtschaft macht per Kahlschlag alles dem Erdboden gleich. Die Folgen sind Erosionen und wir verlieren die einzigartige Artenvielfalt in unseren Naturwäldern.“ Die schwedische Forstindustrie hält dagegen, dass das Kahlschlagverfahren besonders nachhaltig sei. Ola Kårén von der schwedischen Zellulosegesellschaft SCA kümmert sich um die Wiederaufforstung. „Wenn wir abholzen, pflanzen wir auch wieder nach. Mit widerstandfähigen Nadelbäumen.“ Sein Arbeitgeber ist der größte Player in der schwedischen Holzwirtschaft. Die Produkte wie Papier, Pappe und Zellstoff gehen insbesondere auch nach Deutschland. (Autor: Christian Blenker / ARD Stockholm) Lesotho: US-Zollzirkus im Königreich: Seit Malerato Mokobene vor einem halben Jahr auf die Straße gesetzt wurde, ist jeder Tag ein Kampf. Vier Jahre war die Mutter von zwei Kindern Näherin bei der Textilfirma „Precious Garments“, und dann von heute auf morgen arbeitslos. Maseru, die Hauptstadt: An der kilometerlangen Kingsway Road stehen Holzverschläge, die man nur mit Augenzwinkern als Geschäft bezeichnen kann. Die meisten der Händler sind ebenfalls Opfer der brutalen Kündigungswelle. Die von Donald Trump im April erhobenen 50 Prozent Strafzölle gegen das wehrlose Land haben zehntausende von Arbeitsplätzen ausradiert, ganze Produktionslinien stehen bis heute still. Außerdem hatte Trump Lesotho als Land beleidigt, von dem niemand je gehört habe. (Autor: Thomas Aders / ARD Johannesburg) Argentinien: Veggies im Fleischparadies: In dem Land, in dem es mehr Rinder gibt als Einwohner, ist das Grillfest Asado mehr als Essen, es ist Identität – Gemeinschaft – Familie. In einem Land, in dem mehr Rindfleisch verzehrt wird als sonst wo in der Welt, gilt als tapfer, wer Vegetarier sein will. Humor hilft und Toleranz, um als Veggi durchzukommen. Auswahl ist ein Topthema für Vegetarier. Man muss schon in das Asia Viertel in Buenos Aires, wenn man ungewöhnliche Lebensmittel und spannende Gewürze finden will. Etwa sechs Prozent Vegetarier leben in Argentinien. Vegetarier müssen einplanen, dass niemand an sie denkt – sonst gehen sie leer aus – auch eine der Hauptsorgen der Community z. B. im Netz. Doch Vegetarier finden ihre Nische – aber ein Argentinien ohne Liebe zum Rind ist schwer vorstellbar. (Autorin: Xenia Böttcher / ARD Rio de Janeiro) Weltspiegel-Podcast: Italiens Jugend im Knast?: Moderation Podcast: Janina Werner (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 23.11.2025 Das Erste Folge 2988
45 Min.Libanon: Der Papst kommt!: Es ist die erste Auslandsreise des neuen Papstes. Leo XIV. wird im Libanon erwartet, dem einzigen Land im Mittleren Osten, in dem sich Christen und Muslime die Macht teilen. Das Land erlebt spätestens seit 2019 eine wirtschaftliche und politische Krise, die sich durch die Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 mit mehr als 200 Toten und 6500 Verletzten verschärft hat. Immerhin: Seit der Schwächung der Hisbollah-Miliz durch Israels Militär ist das Land vergleichsweise stabil. Dennoch fürchten vor allem die jungen Christen, dass sie in neuen Auseinandersetzungen zwischen den Bevölkerungsgruppen ins Visier der bewaffneten Gruppen kommen könnten. Von Leo XIV. erhoffen sie sich eine Initiative zur weiteren Versöhnung im Libanon, damit Angst und Gewalt endlich aus dem Alltag verschwinden. Der „Weltspiegel“ berichtet über die Hoffnungen, die an den Besuch von Leo XIV. geknüpft sind. (Autorin: Vera Rudolph, ARD-Studio Kairo)Haiti: Der Kampf gegen die Banden: Der Kampf der bewaffneten Banden auf Haiti findet kein Ende. Immer mehr Waffen kommen ins Land, die Banden sind inzwischen besser bewaffnet als die überforderte Polizei. „Die kriminellen Netzwerke sind ziemlich kreativ“, sagt Juan Marquez, ein Ausbilder bei der Polizei, den die UN nach Haiti geschickt haben. „Natürlich brauchen wir die nationalen Behörden aller Länder hier, damit diese reagieren können und damit sie zusammenarbeiten, um diese Netzwerke zu zerschlagen.“ Haiti gilt als „failed State“, als gescheiterter Staat ohne Ordnung und durchsetzungsfähige Institutionen. Die Banden nutzen Haiti als Umschlagplatz für Drogenschmuggel und andere kriminelle Taten. Die Zivilbevölkerung ist ihnen schutzlos ausgeliefert. Hinter den Banden stehen lokale Eliten, die inzwischen die Kontrolle über die Gangs verloren haben. (Autorin: Marie-Kristin Boese, ARD-Studio Mexiko-City) Australien: Social-Media-Verbot kommt: Für die Nutzung von Social-Media-Apps gilt in Australien ab dem 10. Dezember eine Alterssperre für unter 16-Jährige. Das Parlament in Australien hat das Gesetz vor einem Jahr mit großer Mehrheit verabschiedet, es gilt als eines der strengsten Gesetze weltweit. Die Verantwortung für die Einhaltung liegt ausschließlich bei den Plattformen. Die müssen sicherstellen, dass Kinder sich nicht mehr bei Instagram, TikTok oder Snapchat anmelden können. Wenn jemand schon einen Account hat, muss er gelöscht werden. Noch ist unklar, wie das kontrolliert werden soll und was es bringt. Jedenfalls tobt kurz vor dem Inkrafttreten unter Kindern, Eltern und Forschenden ein heftiger Streit über das Social-Media-Verbot Down Under. (Autor: Florian Bahrdt, ARD-Studio Singapur) Großbritannien: Der Ex-Prinz als Gefahr für den König: Andrew Mountbatten Windsor hat seine royalen Titel verloren, auch den eines Prinzen. Dennoch kehrt weiterhin keine Ruhe im britischen Königshaus ein, denn immer neue Details zum Privatleben des Bruders von König Charles III. werden bekannt. So soll er sich bei einem Besuch in Thailand mit zahlreichen Prostituierten getroffen haben. Und dass er in der königlichen Lodge in Windsor luxuriös gelebt hat, obwohl er seit 2020 keine royalen Ämter mehr übernommen hat, sorgt immer noch für Wut bei vielen Briten. Die freundschaftliche Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und die Verstrickungen in dessen kriminelles Handeln prägen das öffentliche Bild des ehemaligen Duke of York weiterhin. Auch wenn die königliche Familie gehofft hatte, mit ihrem Handeln möglichst viel Distanz zu Andrew geschaffen zu haben, gefährdet der Ex-Prinz die Monarchie in Großbritannien und darüber hinaus. In den USA fordern demokratische Politiker, Andrew zu Vorwürfen gegen Jeffrey Epstein und sein kriminelles Netzwerk zu befragen. Der „Weltspiegel“ berichtet über die Folgen der Verstrickungen des ehemaligen Prinzen für die britische Monarchie und darüber hinaus. (Autorinnen: Mareike Aden, Valerie Krall, ARD-Studio London) Grönland: Der Spiralen-Skandal: Es ist ein Skandal, der bis heute nachwirkt und das Verhältnis zwischen Dänemark und Grönland tief belastet. Vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren ließ die dänische Regierung tausenden grönländischen Frauen Spiralen einsetzen. Die ehemalige Kolonialmacht wollte die Geburtenrate senken, denn Dänemark finanzierte schon damals große Teile des grönländischen Staatshaushaltes – inklusive Gesundheitswesen. Und die Gesundheitskosten wollte die Regierung in Kopenhagen dringend reduzieren. Die Grönländerinnen bekamen viele Kinder, nicht selten schon als Jugendliche. Zwangsverhütung schien das Mittel der Wahl zu sein, denn in vielen Fällen wurden den Mädchen und Frauen Spiralen ohne ihre Zustimmung eingesetzt. Manche waren erst 13 Jahre alt. Mehr als 4.000 Grönländerinnen leben bis heute mit den Folgen. Viele können keine Kinder bekommen, andere kämpfen mit Scham und Wut über das, was ihnen angetan wurde. Das Vertrauen zwischen Ex-Kolonialmacht und ehemaliger Kolonie hat schweren Schaden genommen, ausgerechnet jetzt, wo Grönland durch seine Bodenschätze und strategische Lage wieder stärker in den Fokus internationaler Interessen gerät. (Autorin: Sofie Donges, ARD-Studio Stockholm) Argentinien: Geschäfte mit Leihmüttern: Die argentinische Staatsanwaltschaft spricht von einem „kriminellen Netzwerk“, das mit dem Kinderwunsch ausländischer Paare Geld gemacht haben soll. Kliniken, Notariate und Vermittlungsagenturen seien daran beteiligt gewesen, so der Vorwurf. Gezielt sollen wirtschaftlich benachteiligte Frauen in Argentinien angeworben worden sein. In Deutschland ist Leihmutterschaft gegen Geld verboten, in Argentinien gibt es eine Lücke in den Regelungen: Leihmutterschaft ist weder ausdrücklich verboten noch erlaubt. Der „Weltspiegel“ berichtet über die Geschäftspraktiken der Vermittler und die Situation der Leihmütter in Argentinien. (Autorin: Xenia Böttcher, ARD-Studio Rio de Janeiro) USA: 70 Jahre Bürgerrechtsbewegung – Rosa Parks und ihre Nachfolgerinnen: Der 1. Dezember 1955 gilt als entscheidender Tag für die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung. In Montgomery/Alabama gilt im öffentlichen Nahverkehr Rassentrennung. Ein weißer Fahrgast verlangt die Räumung der reservierten Sitzreihe, in der die Näherin Rosa Parks sitzt. Die damals 42-jährige Parks weigert sich, da sie nicht die ganze restliche Fahrt stehen will. Parks wird wegen Störung der öffentlichen Ruhe festgenommen, am Abend aber wieder freigelassen. Bereits am Tag darauf kommt es zu lokalen Protesten und einem ersten Aufruf zum Bus-Boykott für den darauffolgenden Montag. Der Boykott dauert insgesamt 381 Tage, am Ende hebt der Oberste Gerichtshof die Rassentrennung in den Bussen von Montgomery auf. Was ist geblieben von der Bürgerrechtsbewegung in Zeiten von Trump und seiner ausgrenzenden Politik? Der „Weltspiegel“ berichtet über den Umgang mit Rassismus und über das Selbstverständnis von Bürgerrechtsaktivistinnen im Jahr 2025. (Autorin: Gudrun Engel, ARD-Studio Washington D.C.) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 30.11.2025 Das Erste Folge 2989
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 07.12.2025 Das Erste Folge 2990
45 Min.Iran: Mullah-Regime vor dem Ende?: Wie geht es weiter im Iran? Nach brutalen Einsätzen von Polizei und regimetreuen Milizen, bei denen mehrere Tausend Menschen getötet worden sein sollen, liegt über dem Iran bleierne und ängstliche Ruhe. Viele wagen sich nicht mehr vor die Tür, weil willkürliche Festnahmen und harte Strafen drohen. Noch kann das islamistische Regime der Mullahs sich mit Gewalt behaupten, aber die Wut bei den Menschen im Iran wächst. Der „Weltspiegel“ berichtet über die Entschlossenheit der Menschen und über die Verzweiflung angesichts der Drohungen des Regimes. (Autorin: Gabriele Dunkel, ARD-Studio Istanbul)Grönland: Wie wehren gegen die US-Übergriffe?: Nach den Gesprächen zwischen der US-Regierung, dem dänischen Außenminister und der zuständigen grönländischen Ministerin bleiben die Fronten verhärtet. Trotz interner Kritik erneuert US-Präsident Trump seine Forderung, Grönland dem US-amerikanischen Staatsgebiet einzuverleiben. Aus Grönland findet Trump nur wenig Unterstützer für seinen Plan, obwohl er mit finanziellen Geschenken für jeden der 55.000 Einwohner lockt. Viele Grönländer leben mit einer kritischen Distanz zu Dänemark, nach vielen schlimmen Erfahrungen mit der ehemaligen Kolonialmacht. Sie wollen ihre Unabhängigkeit erhalten und nicht an ein anderes Land „verkauft werden“. (Autor: Christian Blenker, ARD-Studio Stockholm) Kuba: das nächste Venezuela?: Kuba wird als nächstes fallen, drohte Donald Trump zuletzt der sozialistischen Karibikinsel. Es werde kein venezolanisches Erdöl mehr nach Kuba fließen, wenn die autoritäre Regierung keinen „Deal“ mache – wie auch immer der aussehen soll. Tatsächlich fragen sich in Kuba viele, ob ihr Regime als nächstes weggefegt wird, nachdem die USA Anfang Januar den autoritären Machthaber Venezuelas, Nicolas Maduro, festnahmen. Und fraglich ist, was passiert, wenn Trump mit der Blockade komplett ernst macht. Schon jetzt sitzt Kuba weitgehend im Dunkeln: stundenlange Stromausfälle und Treibstoffmangel sind Alltag. Die Unsicherheit wächst, niemand weiß, wie es weitergeht. Der „Weltspiegel“ berichtet über den schwierigen und angespannten Alltag in Kuba. (Autorin: Marie-Kristin Boese, ARD-Studio Mexiko-City) USA: Üben für den Militäreinsatz weltweit. Dschungeltraining auf Hawaii: Schlechte Sicht, Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und immer die Gefahr eines Hinterhalts in den dichten Büschen. Nicht ohne Grund gilt der Dschungel unter US-Soldaten als „unerbittlich“. Auf schlammigen, steilen Wegen durch dichte Vegetation können im „J“, angelehnt an das englische Wort Jungle, aus 200 Metern Luftlinie stundenlange Märsche werden. Nach Jahrzehnten der Kriege in den Wüsten und Bergen des Nahen Ostens und Afghanistans wandte schon der damalige Präsident Obama den Fokus der USA in Richtung Indopazifik. Um China glaubhaft abzuschrecken, braucht es andere Ausrüstung, aber vor allem andere Fähigkeiten. Aber auch für Einsätze in Venezuela oder/und in Kuba, mit denen US-Präsident Trump immer wieder droht, üben die GIs aus den gesamten Vereinigten Staaten auf Hawaii. Denn der Dschungel nahe der Touristenstrände des berühmten Waikiki Beach bietet perfekte Trainingsbedingungen. (Autorin: Sarah Schmidt, ARD-Studio Washington D. C.) Myanmar: Hoffnung trotz Unterdrückung durch die Militärregierung?: Fast fünf Jahre ist es her, dass die Bevölkerung in Myanmar miterleben musste, wie die von ihr gewählte Regierung vom Militär gewaltsam abgesetzt, die Volksheldin Aung San Suu Kyi ins Gefängnis gebracht wurde. Seitdem herrscht Krieg in vielen Regionen Myanmars, ein brutaler Machtkampf zwischen Militär und Widerstandskämpfern. In Yangon, der größten Stadt des Landes, hat das Militär das Sagen. Etwas außerhalb, im ehemaligen Wahlbezirk von Aung San Suu Kyi, haben die Menschen ihr politisches Vorbild nicht vergessen. Suu Kyis Weggefährtin Su Su engagiert sich für eine kleine Partei, die teilnehmen darf an den Wahlen des Militärs. „Wir lassen uns nicht mundtot machen“, sagt sie, auch wenn die Generäle alles dafür tun, dass die Opposition keine Chance hat. Viele Menschen in Myanmar geben die Hoffnung nicht auf, dass es irgendwann wieder besser gehen könnte. So wie vor dem Militärputsch. (Autorin: Christiane Justus, ARD-Studio Singapur) Singapur: Hausmädchen werden Unternehmerinnen : Sie verlassen ihre Heimat und gehen im Ausland harter, oft nicht gut bezahlter Arbeit nach; ein Schritt, den niemand leichtfertig geht. Und doch schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), dass über 160 Millionen Menschen weltweit genau das tun, um sich und ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen. Ein Land, das von Arbeitsmigranten abhängig ist, ist Singapur. Rund 15 Prozent der Bevölkerung gelten als Arbeitsmigranten. Oft bleiben sie Jahrzehnte, arbeiten auf dem Bau oder als Hausangestellte, weil sie keine andere Perspektive haben. Jetzt will eine Organisation genau das aber ändern. Mit praxisnahen Kursen sollen vor allem Frauen die Chance bekommen, nach Hause zurückzukehren und sich dort etwas aufzubauen. Als Kleinunternehmerinnen sollen sie sich nach einer Rückkehr in ihre Heimat Wohlstand erarbeiten – und diesen dann auch nachhaltig ausbauen. (Autor: Maximilian Seib, ARD-Studio Singapur) Uganda: Die Krankenschwester, die auf Berge klettert: Agnes Nambozo arbeitet als Krankenschwester am Rande des Mount Elgon. Sie ist die Einzige, die in den abgelegenen Bergdörfern für medizinische Versorgung sorgt: „Bei mir ist es einfach Leidenschaft für den Beruf, der mich alle Hindernisse überwinden lässt“, erzählt sie. Viele Hindernisse muss sie jeden Tag überwinden, weil viele der Dörfer abgelegen auf den Hügeln der Region liegen. Deswegen gehören die 100 Meter langen Treppen an den Bergwänden, die sie für ihre Sprechstunden immer wieder klettern muss, zum Alltag. An vielen Tagen dauert der Weg zu den Patienten länger als die Arbeit selbst. Für Agnes Nambozo eine Herzensangelegenheit, auch wenn es körperlich jedes Mal anstrengend ist. Der „Weltspiegel“ berichtet über eine mutige Krankenschwester, die mit viel Einsatz für die Gesundheit der Menschen in der abgelegenen Region sorgt. (Autorin: Caroline Imlau, ARD-Studio Nairobi) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 18.01.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Brasilien, Botox, Butt Lift – Alles für die Schönheit?
Folge 2991 (45 Min.)„Ich will nicht das Gesicht einer 20-Jährigen“, sagt Claudia.Bild: SWRBrasilien, Botox, Butt Lift – wer kann, hilft nach. So sehen es die meisten Menschen in Brasilien. Faltenfrei und möglichst natürlich ist der Trend in Sachen Beauty. „Schönheitseingriffe gehören zur Körperpflege, genauso wie Zähneputzen“, sagen sie in der Doku. Dadurch steigt der Druck, perfekt auszusehen. Brasilien führt die weltweite Rangliste der Schönheits-OPs an. Schönheitsoperationen gehören in Brasilien zur Körperpflege. Ob Botox, Biostimulatoren, Enzyme zur Fettverbrennung, operierter Waschbrettbauch oder Butt Lift. Die Doku zeigt: Nirgendwo werden so viele Eingriffe in Sachen Schönheit gemacht wie in Brasilien.Das Land ist Vorreiter und Trendsetter. „Die Menschen, die eitel sind, achten mehr auf sich selbst und ihre Gesundheit. Sie essen besser, wollen nicht übergewichtig sein. Sie machen Sport, sind aktiv. Sie rauchen nicht, manche trinken nicht, essen nicht zu fettig“, sagt der plastische Chirurg André Finger. ARD-Korrespondentin Xenia Böttcher fragt: Wie weit darf man gehen in Sachen Selbstoptimierung? Wo sind die Grenzen? Und was passiert, wenn alle jung und schön aussehen, die es sich leisten können? In Würde altern heißt nicht, stolz auf seine Falten zu sein – denn in Brasilien hat Würde mit jugendlichem Aussehen zu tun. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 01.02.2026 Das Erste Folge 2992
45 Min.Iran: Brutalität gegen Protest: Greifen die USA den Iran an oder kommt es zu einer Lösung am Verhandlungstisch? Während diese Frage gerade international für viel Aufsehen sorgt, fragen sich viele Menschen im Iran, wie es eigentlich für sie weitergehen soll. Denn erst wenige Wochen ist es her, dass Hunderttausende im Iran gegen die eigene Führung protestierten. Das Regime schlug die Proteste brutal nieder und verfolgt Kritiker in einer bisher nicht da gewesenen Dimension. (Katharina Willinger, ARD Istanbul)Israel: Zurück ins Leben: Ein Jahr nach seiner Freilassung aus der Geiselhaft der Hamas spricht Eli Sharabi aus dem Kibbutz Be’eri erstmals ausführlich über seine 491 Tage als Geisel der Hamas im Gazastreifen. Am 7. Oktober 2023 wurde er vor den Augen seiner Familie verschleppt – seiner Frau Libi und den beiden Töchtern Noya und Yahel versprach er zurückzukommen. Was folgte, waren über 15 Monate in unterirdischen Tunneln bei ständigem Hunger und Gewalt. Als Führungsfigur unter den Geiseln entwickelt Sharabi Überlebensstrategien: Gemeinsames Beten und das tägliche Ritual, mindestens eine gute Sache über den Tag zu berichten. Als er im Februar 2025 freikommt, erfährt er die schreckliche Wahrheit: Seine Frau und beide Töchter wurden bereits am Tag seiner Entführung getötet. Seinem Schmerz begegnet der 53-Jährige mit bemerkenswerter Haltung: „Ich hasse niemanden, das ist nur Zeitverschwendung.“ Sharabi sagt, er liebe das Leben – trotz allem. (Sophie von der Tann, ARD Tel Aviv) Syrien: Kurden ohne Autonomie: Aysel Mohammed ist 29 Jahre alt, zweifache Mutter und lebt in Derik im Nordosten Syriens. Nachts patrouilliert sie als Zivilistin durch die Straßen ihrer Stadt – wie viele Kurden, die angesichts der angespannten Sicherheitslage derzeit rekrutiert werden. Vor zehn Jahren erkämpften sich die Kurden in der Region weitreichende Autonomierechte, von denen heute nur noch wenig geblieben ist. Wie positionieren sich die Kurden in einem neuen Syrien, in dem ihnen Minderheitenrechte zugesichert werden? Und wie gehen sie mit der Bedrohung durch Milizen um, die kurdische Gebiete angreifen und gezielt Gewalt gegen Frauen einsetzen? (Ramin Sina, ARD Kairo) Bulgarien: Zwischen Gen Z-Protest und Wahl: Bulgarien befindet sich in einer politischen Dauerkrise. Das Land steht vor der achten Parlamentswahl in nur fünf Jahren. Korruption und mafiöse Strukturen haben zu großer politischer Instabilität geführt. Wir treffen Blagomir Kotsev, den Bürgermeister von Varna: Fünf Monate saß der Oppositionspolitiker unter dubiosen Umständen in Haft. Viele werten seine Inhaftierung als politisch motiviertes Manöver der Regierung. In diesem turbulenten Umfeld versucht die junge Generation, Veränderungen herbeizuführen. Ivaylo Madzharov und Asen Lazarov sind prominente Gesichter der Gen Z, die mit ihrer Plattform „Active Politics“ die Regierung zu Fall brachten und sich für eine transparente Politik einsetzen. Inzwischen ist auch der prorussische Staatspräsident zurückgetreten, um bei den Wahlen Regierungschef zu werden – ausgerechnet jetzt, wenn prowestliche Demonstrationen gegen Korruption im Land die Jugend mobilisieren. (Andreas Bachmann, ARD Wien) Großbritannien: Erosion des Rechtsstaats: Anwälte werden bedroht, Richter als Aktivisten dargestellt: Im Vereinigten Königreich wächst der Druck auf die rechtsstaatliche Arbeit und Institutionen. Dazu tragen auch Politiker bei, die Richter und Anwälte offen angreifen und ihnen vorwerfen, beispielsweise Migranten zu vertreten oder angeblich nicht-ausgewogene Urteile zu fällen. Zuletzt kritisierte der justizpolitische Sprecher der Konservativen Robert Jenrick Richter auf offener Bühne des Tory-Parteitags. Jenrick ist mittlerweile zu Reform UK übergelaufen. Anwälte und Richter schlagen Alarm: Sie sehen die Unabhängigkeit der Justiz in Gefahr. (Christoph Prössl, ARD London) Kenia: Mein neues Ich: Ness Njagi ist Kenianerin. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder – ein scheinbar normales Leben. Doch in ihrer Kindheit erlebte Ness einen Alptraum: Als kleines Mädchen wurde sie beschnitten im Alter von nur sechs Jahren zusammen mit ihren beiden Schwestern im Haus ihrer Großmutter. Ein tiefer Schmerz, den sie seit dieser Zeit in sich trägt, seelisch und körperlich. Doch eines Tages trifft Ness eine Entscheidung, die ihr Leben völlig verändern wird: In einer Operation lässt sie ihr Geschlecht rekonstruieren – ein mutiger Schritt. Kann sich Ness danach wieder ganz fühlen? Wird die Operation ihr das zurückgeben, was ihr als Kind genommen wurde? Oder bleibt die Leere für immer? (Karin Bensch, ARD Nairobi) Singapur: Eine Zukunft für den Lion Dance: Mitte Februar beginnt In vielen asiatischen Ländern ein neues Jahr – überall dort, wo nach dem Mondkalender gerechnet wird. Auch in Singapur wird Chinese New Year groß gefeiert. Und das heißt: Hochsaison für den Lion Dance. Mit Trommeln, Zimbeln, und leuchtenden Kostümen soll die jahrhundertealte Tanztradition böse Geister vertreiben sowie gleichzeitig Glück und Wohlstand bringen. Doch immer weniger junge Menschen entscheiden sich für diesen anspruchsvollen Tanz. Eine, die sich bewusst dafür entschieden hat, ist Nuraini. Sie trägt den Löwenkopf und hat damit eine der körperlich anstrengendsten Rollen im Lion Dance. Als muslimische Malaiin zögerte sie lange, sich einem chinesischen Team anzuschließen: „Ich hatte Angst, nicht akzeptiert zu werden – weil so viele Männer im Team sind und weil ich dachte, ich passe nicht hinein.“ Trotzdem meldete sie sich an, trainierte, nahm Stürze und Kritik in Kauf. Und heute steht sie bei Auftritten ganz vorne. (Christiane Justus, ARD Singapur) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 08.02.2026 Das Erste Folge 2993
45 Min.* Epstein Files – Das norwegische Netzwerk In kaum einem europäischen Land sind so viele hochrangige Vertreter von den jüngsten Enthüllungen im Epstein-Skandal betroffen wie in Norwegen. Neben Kronprinzessin Mette-Marit finden sich auch ehemalige ranghohe norwegische Politiker in den Epstein-Files. Unter ihnen Ex-Ministerpräsident Jagland und Ex-Außenminister Brende. Eine Botschafterin wurde mittlerweile suspendiert. Ihre Kinder sollten laut Akten fünf Millionen Dollar von Jeffrey Epstein erben. Wie groß ist der Vertrauensverlust in Politik und Monarchie in Norwegen? Und warum suchten so viele einflussreiche Menschen in Norwegen offenbar Epsteins Nähe?* Schweiz – Crans Montana und der schwere Weg zurück ins Leben Für die deutsch-französische Familie um Valentin (16) und Ferdinand (19) steht seit dem 1. Januar 2026 die Zeit still. Die Söhne hatten gemeinsam mit Freunden eine Ski-Woche in Crans-Montana organisiert. Silvester feierten sie in der Bar „Le Constellation“. Um 01:40 Uhr klingelt das Telefon der Mutter: „Mama – hier ist Feuer. Es ist ganz furchtbar. Ich weiß nicht, wo der Valle ist“. Was die Familie seither durchlebt, ist von außen kaum vorstellbar. Da ist der Kampf gegen die traumatischen Erinnerungen des beinahe unverletzten ältesten Sohns, der mehrfach in die Flammen zurückging, um seinen Bruder zu suchen, und anschließend über Stunden der Feuerwehr bei der Triage der Schwerverletzten half. Da ist der physische Kampf des Jüngsten, dessen Hautoberfläche zu 40 Prozent verbrannte, und der nach 23 Tagen in künstlichem Koma nun langsam zu sich kommt – und mit dem Bewusstsein kommen auch die Erinnerungen an die Silvesternacht wieder. * USA – Wie viel Little Havanna steckt in Marco Rubios Außenpolitik? Die große wie einflussreiche kubanische Exilgemeinde in Miami ist streng konservativ – und stolz auf ihren Aufstieg in den USA. Einer ihrer bekanntesten Söhne: Marco Rubio. Unweit von „Little Havanna“ wächst er in einfachen Verhältnissen auf, macht früh Karriere in der Politik. Als US-Außenminister verspricht Rubio nun Härte gegenüber Kuba und spricht vom letzten Kapitel des Kalten Krieges. Viele Weggefährten sehen in Rubio den amerikanischen Traum. Andere werfen ihm vor, die Interessen seiner eigenen Community zu verraten; vor allem wegen der Abschiebepolitik der Regierung Trump, die auch kubanische Familien in Florida trifft. Wie stark prägt Rubios Geschichte seine heutige Politik? Fällt ihm sein Kurs auf die Füße oder ist er der neue starke Mann neben dem Präsidenten? * Venezuela – Wann kommt der Aufschwung? Der Maracaibo-See war einmal das Herz von Venezuelas Ölreichtum – heute ist er eine giftige Brühe aus Öl und Verfall. Fischer wie Hector Flores kämpfen ums Überleben zwischen Ölflecken und Bauruinen. Das Land mit den größten Erdölreserven der Welt kann seinen Reichtum nicht mehr nutzen. „Eigentlich hat Venezuela alles, um reich zu sein“, sagt er. Doch die staatliche Ölgesellschaft PDVSA ist pleite. Anlagen verrotten, Umweltzerstörung ist allgegenwärtig. Statt 3 Millionen Barrel fließen nur noch Bruchteile. Etwas mehr als ein Monat nach der Entführung von Venezuelas autoritärem Machthaber Maduro ist Venezuela in einem Schwebezustand. Die Interimsregierung baut hektisch den Ölsektor um, Investoren sollen kommen – aber kommen sie auch? Für Hector Flores bleibt vorerst nur Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung. Und ein demokratischer Wandel ist bisher in weiter Ferne. Die alten Machtstrukturen wirken intakt, die gleichen Eliten kontrollieren Militär, Sicherheitsapparate und Wirtschaft. Das Regime setzt weiter auf bekannte Strategien: Reformversprechen, symbolische Gesten, Zeitgewinn. Ein echter politischer Übergang bleibt bislang Ankündigung – nicht Realität. * UN – Menschenrechtsanwälte unter Druck Tausende Menschen kommen jedes Jahr zu den Vereinten Nationen nach Genf, um dort über Menschenrechtsverletzungen in ihren Heimatländern zu berichten. Doch einige UN-Mitgliedssaaten versuchen mit viel Aufwand, diese (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 15.02.2026 Das Erste Folge 2994
45 Min.Polen rüstet auf: In Polen läuft die Musterung: Alle jungen Männer des Jahrgangs 2007 müssen sich beim Militär vorstellen. Dazu auch Frauen, die einen sogenannten kriegswichtigen Beruf erlernen wie etwa Ärztin oder Krankenschwester, auch Dolmetscherin zählt dazu. Die Musterung ist Pflicht, das Dienen nicht: Polen hat den Wehrdienst wie Deutschland vor Jahren abgeschafft. Das Land hat bereits jetzt die drittstärkste Armee Europas, will aber aufstocken zur „Armee 500“ – mit einer im Notfall abrufbaren Truppe von einer halben Million Menschen.Ob das ohne Wehrpflicht möglich ist, wird auch hier diskutiert, doch noch vertraut man darauf, dass sich weiterhin genügend Freiwillige melden. Die jährliche Musterung gibt es seit langem, doch angesichts des nahen Kriegs, hybrider Attacken auf polnische Infrastruktur und der immer wieder auch hier auftauchenden russischen Drohnen hat sie für junge Menschen eine neue Bedeutung. Was, wenn der Krieg nach Polen kommt? (Autorin: Ina Ruck / ARD Warschau) Ukraine: Zwischen Familie und Front: Uljanas Rückkehr als Sanitäterin: Uljana Lastivka arbeitet heute als Sanitäterin an einem gefährlichen Frontabschnitt in der Region Charkiw. 2022 ging ihr Mann Ruslan freiwillig in die Armee, Uljana flüchtete mit den beiden Kindern in die EU, zuletzt lebten sie in Irland. Als ihr Mann 2023 an der Front getötet wurde, wollte Uljana nicht länger im Ausland bleiben. Es war eine schwere Entscheidung, doch sie kehrte mit ihren Kindern in die Ukraine zurück und trat der Armee bei. Die Kinder leben jetzt mit der Oma in Kyjiw und warten zu Hause auf Uljana. Doch an der Front herrscht Personalmangel, und Ärzte müssen monatelang auf eine Ablösung warten. Ein persönlicher Einblick in das Leben einer Familie im Krieg. (Autor: Vassili Golod / ARD Kiew) Kanada zeigt Trump die kalte Schulter: Es war eine Rede, die in die Geschichte eingehen dürfte. „If we’re not at the table, we are on the menu“, warnte Kanadas Premierminister Mark Carney in Davos. Die Mittelmächte müssten sich zusammentun, die Welt stehe vor dem „Beginn einer brutalen Realität“, in der die Großmächte alles diktieren. Sein eigenes Land stellt sich bereits um. „Canada first“, daran halten sich nicht nur die Konsumenten, auch die Wirtschaft versucht sich aus den engen Verflechtungen mit den USA zu lösen. Arctic Snowplow z. B., eine Firma in Ontario, die seit den Drohungen von Trump konsequent keine amerikanischen Teile mehr kauft. Und erfolgreich ist. Doch sich zu lösen vom großen Bruder im Süden, das dürfte ein längerer Prozess werden, sagt Unternehmer Jim Campbell, der gute Kontakte in Deutschland pflegt. Und dennoch keine Illusionen hat: „Die warten in Europa nicht auf uns.“ Investor Jimm Estill sieht Tumps Zolldrohungen dagegen als große Chance für Kanada, „der Traum für Existenzgründer“. Wir treffen Unternehmer, die in Europa nach neuen Partnern suchen, und fragen Kanadier: Hat Carney das richtige Rezept gegen Trump? (Autorin: Marion Schmickler / ARD New York) USA/Russland: Trump/Putin – ziemlich beste Feinde?: „Putin interessiert sich nicht für Geld. Er interessiert sich nicht für Geschäfte. Er möchte Wladimir der Große sein.“ Das sagt Kurt Volker, der während Trumps erster Präsidentschaft der amerikanische Gesandte in der Ukraine war und sich viel mit der Lage in Osteuropa beschäftigt hat. Der amerikanische Präsident Trump hingegen sei ganz anders: „Er sieht in Kriegen eine Verschwendung von Talent und Geld. Frieden schaffen und dann Geschäfte machen. Das ist es, was er gerne tun würde.“ Was treibt die beiden Männer an der Weltspitze an? Was verbindet sie, was trennt sie? Ein Teaser zur ARD Story „Putin und Trump: Ziemlich beste Feinde?“ (Autoren: Tilmann Remme und Shahida Tulaganova) Kenia: Computerschule in der Wüste: Mitten in einer der ärmsten Gegenden Kenias liegt ein hochmodernes IT-Zentrum. Im hohen Norden am Rande des Turkana Sees werden junge Frauen und Männer fit gemacht für die digitale Welt. Wo es sonst kaum Bildung gibt, haben die „Learning Lions“ die Möglichkeit, an und mit Handys und Computern zu arbeiten. Die Ausbildung ist kostenlos. Finanziert wird die Schule von unterschiedlichen Stiftungen und privaten Spenden. Ob Webdesign oder einfache digitale Kenntnisse, um einen kleinen Laden zu eröffnen – all das soll die Schüler einmal befähigen, kleine eigene Unternehmen zu gründen. Das Projekt will der hohen Jugendarbeitslosigkeit in abgelegenen Gegenden entgegenwirken. Dank Solarenergie und Hotspots funktioniert das Homeoffice jetzt auch in der Wüste. Hinter dem Projekt steckt als Mitbegründer der Ur-Ur-Enkel des letzten Bayrischen Königs Prinz Ludwig. (Autorin: Caroline Imlau / ARD Nairobi) Brasilien – Superhelden in Orange: Die Comlurb ist die Müllabfuhr von Rio de Janeiro, und sie ist beliebt. Verlassen die Touristen den Strand, tauchen die Superhelden auf. Fegen die Kokosnüsse, Plastiktüten und Bierdosen davon. Bei Megaevents wie Karneval putzen sie und tanzen mit den Beats, sie stehen am Straßenrand und machen mit ihrer Band Werbung für mehr Umweltschutz. Die Männer und Frauen der Comlurb sind in Rio echte Legenden – eine Alltagsgeschichte, die Hoffnung macht. (Autorin: Xenia Böttcher / ARD Rio) Weltspiegel-Podcast: Polen rüstet auf (Moderation: Janina Werner) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 22.02.2026 Das Erste Folge 2995
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 01.03.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Gen Z in China – Vorwärts aufs Land!
Folge 2996 (45 Min.)Jahrzehntelang waren Megacitys wie Shanghai oder Peking der große Lebenstraum für Chinas Jugend. Doch das ändert sich. Zumindest in der Online-Welt. Angesagt sind auf einmal grüne Reisfelder, idyllische Berge in schönsten Farben. Landleben in China wird stylish in Social-Media-Kanälen glorifiziert – ein Trend bei Influencern. Zahlreiche Livestreamer verkaufen Produkte vom Feld oder Dorfplatz. Tatsächlich zieht es viele junge Menschen aufs Land, um dort das Glück zu suchen. Wie überall auf der Welt: Auch die Gen Z im autoritär regierten China will sich dem Arbeitsdruck und Stress in den Städten immer weniger beugen. Doch dieser Trend wird auch von ganz oben gesteuert.Die Kommunistische Partei hat ein erklärtes Ziel: politische Stabilität. Sie versucht seit Jahren gegen das Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land anzukämpfen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch und eine potenzielle Gefahr für die KP. Jetzt sollen auch die Jungen – ob als Livestreamer, Hightech-Landwirte oder Teeverkoster – dazu beitragen, verlassene Dörfer und Vorstädte auf Vordermann zu bringen. Was sich für uns eher wie eine freundliche Empfehlung liest, ist in China eine klare Vorgabe fürs System. Vieles wird mobilisiert. Influencer, die das Dorfleben feiern, werden trainiert und gefördert in gemeinsamen Initiativen von Unternehmen und Politik. Es gibt Auszeichnungen für die erfolgreichsten unter ihnen. Lokalregierungen unterstützen junge Start-ups auf dem Land. Und die Kommunistische Jugendliga produziert gemeinsam mit Chinas Tech-Konzern Tencent eine erfolgreiche Reality-TV-Show „Tolles Dorf“. Darin konkurrieren junge Menschen um eine Finanzierung ihrer Ideen für die Dörfer. Das Ziel: „Vorwärts aufs Land!“ ARD-Korrespondentin Marie von Mallinckrodt und das Team begleiten junge Menschen, die voller Inspiration ihr Glück auf dem Land probieren. Doch die Realität zeigt: Das echte Leben auf dem Land hat wenig mit der Social-Media-Welt zu tun. Werden sie trotzdem Erfolg haben? (Text: tagesschau24) Deutsche TV-Premiere So. 08.03.2026 Das Erste Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 01.03.2026Folge 2997
45 Min.Libanon: Mitten im Krieg: Der Libanon steckt in einem neuen Krieg: Mittlerweile sind etwa 750.000 Menschen im eigenen Land vertrieben und suchen Sicherheit in der Hauptstadt sowie in anderen Teilen des Landes. Der Staat, der selbst kaum funktionsfähig ist, ist dabei auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen, um diese Herausforderung zu bewältigen. Verschiedene Hilfsorganisationen entsenden Ärzte in Notunterkünfte, um zumindest ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung sicherzustellen. Die Menschen im Land sind kriegsmüde und hoffen auf ein baldiges Ende der Kämpfe zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee – ein Ende, das derzeit noch nicht absehbar ist. (Vera Rudolph, ARD Kairo)USA: Bröckelt Trumps MAGA-Lager?: Präsident Trump ist angetreten mit dem Versprechen, Kriege zu beenden und keine neuen zu beginnen, und mit dem Versprechen, Preise für Verbraucher zu senken. Beides war zentral für seinen Wahlerfolg. Beides hat er aus Sicht von Kritikern gebrochen – auch von solchen aus seinem MAGA-Lager. Mehrere konservative Podcaster und ehemalige Verbündete wie Steve Bannon oder Tucker Carlson üben öffentlich Kritik, sagen, das sei nicht MAGA. Trump hält ihnen entgegen: „MAGA ist Trump“ und verkauft den Militärschlag als unbedingt im Interesse der USA. Doch wie ist die Stimmung an der Basis? Wendet sie sich von Trump ab oder steht sie weiter in großer Treue zu ihrem Präsidenten? (Kerstin Klein, ARD Washington D. C.) Lettland: Russische Parallelwelten?: In Lettland leben rund 450.000 Menschen mit russischen Wurzeln, Menschen wie Wladimir Gilis. Doch obwohl er bereits seit 50 Jahren in Riga lebt, spricht er kein einziges Wort Lettisch. Das baltische Land will das nicht länger hinnehmen. Seit 2024 fordert ein Gesetz: Wer dauerhaft in Lettland leben möchte, muss nachweisen, dass er die Landessprache kann. Wer den Sprachtest nicht schafft, dem droht die Ausweisung. Das Gesetz zielt insbesondere auf die russische Minderheit im Land. Nationalkonservative Politiker wie Edvins Šnore verteidigen den Kurs: Lettland könne die russischen Parallelwelten im Land nicht länger hinnehmen. Für den 73-jährigen Gilis bedeutet das drei Mal die Woche Sprachschule. Den ersten Test hat er nicht geschafft. Nun wird wohl die nächste Prüfung darüber entscheiden, ob er bleiben darf oder nicht. (Christian Blenker, ARD Stockholm) Frankreich: Die ungeliebten Flüchtlinge von Dünkirchen: Sie leben in billigen Zelten im Morast – und Frankreich wäre sie am liebsten los: Tausende Flüchtlinge zieht es jedes Jahr an die französische Kanalküste, weil sie ihr Glück in Großbritannien versuchen wollen. In billigen Schlauchbooten holen die Schlepper sie ab – mindestens 29 sind im letzten Jahr ertrunken. Die Menschen zwischen Dünkirchen und Boulogne-sur-Mer haben von den vielen Flüchtlingen vor ihrer Haustür meist die Nase voll. Anders Pascaline und Claire von der Organisation Salam: Sie opfern ihre Freizeit, um den Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten wenigstens mit Nahrung und etwas Kleidung zu helfen. Doch sie wissen, dass die Stimmung in ihrer Region längst kippt: Der rechtsnationale Rassemblement National ist bei den am Sonntag in ganz Frankreich anstehenden Kommunalwahlen auf dem Vormarsch. (Michael Strempel, ARD Paris) Thailand: Seltene Erden gegen Menschen: Seltene Erden stecken in Smartphones, Elektromotoren und Batterien – und mit der steigenden Nachfrage wächst auch der Abbau dieser Rohstoffe. Ein großer Teil der weltweit gehandelten Seltenen Erden stammt aus Myanmar, wo im Mekong-Becken zahlreiche Minen betrieben werden, viele davon von chinesischen Unternehmen. Doch der Abbau hat Folgen über die Landesgrenzen hinaus. Im Grenzgebiet zu Thailand klagen Anwohner über verschmutzte Flüsse, Schwermetalle in Fischen und Reis sowie gesundheitliche Beschwerden. Am Kok River in Nordthailand spürt Fischer Kob Kotkam die Veränderungen unmittelbar. Früher lebte er vom Fischfang im Fluss, heute bleiben die Netze oft leer: „Ich habe Angst vor den Chemikalien. Und Angst, dass ich hier nie wieder fischen kann.“ Dazu kommen auch Hautreizungen und starker Juckreiz, die er mit dem verschmutzten Wasser in Verbindung bringt. (Christiane Justus, ARD Singapur) Südkorea: Jugend in der Krise: Die Popkultur Südkoreas feiert weltweit Erfolge. Doch die Jugend des Landes gerät zusehends in eine „Rückzugskrise“: Etwa eine halbe Million junge Menschen gehen keiner Arbeit oder Ausbildung nach, haben keinen Abschluss oder kapseln sich ab von ihrer Umgebung. Der Grund dafür sind oft die hohen Erwartungen der Gesellschaft, die Jugendliche mit Druck und Drill zum Erfolg in Schule, Studium und Beruf antreiben. Viele fühlen sich dem nicht gewachsen. Manche verlassen nicht einmal mehr ihr Zimmer. Neue Hilfsangebote sollen den Betroffenen helfen, den Weg aus der Isolation zu finden. (Ulrich Mendgen und Diane Kämpf, ARD Tokio) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 15.03.2026 Das Erste Folge 2998
45 Min.Golfstaaten zwischen Freund und Feind: Auf dem Papier sind die USA der engste Verbündete der Region, sichern sie militärisch ab – von Bahrain bis Katar. Noch vor einem Jahr wurde Donald Trump am Golf mit großen Gesten empfangen, begleitet von milliardenschweren Versprechen. Doch trotz dieser Nähe griff Washington Iran an – offenbar gegen den Rat einiger Golfherrscher. Seither hat der Konflikt die Region erfasst, auch der Energiesektor gerät ins Visier. Die Schäden sind immens, das Verhältnis zu Iran zerrüttet, das Vertrauen in die USA erschüttert. Rund um die Straße von Hormus wird deutlich, wie fragil die Machtbalance am Golf geworden ist – und wie schnell aus engen Partnern riskante Verbündete werden. (Autor: Ramin Sina / ARD Kairo)Russland: Krieg und Sanktionen – wohin Russen reisen: Internationale Touristikmesse in Moskau. Russlands Fenster zur Welt, größer als vermutet. Auch nach vier Jahren Krieg gibt es für Russinnen und Russen nur wenig Einschränkungen beim Reisen – trotz der westlichen Sanktionen. Türkei und China sind die Lieblingsziele – und visafrei für Russen. So wie mehr als hundert weitere Länder. Ganz neu als Urlaubsziel ist auch ein Nachbar Russlands, mit dem man sich bestens versteht: Nordkorea. Aber – Auslandsreisen sind teuer, egal wohin. Bleibt der Urlaub im eigenen Land. Mit Abstand beliebtestes Ziel ist die Hauptstadt. Aus dem ganzen Land kommen sie her. Einmal den Kreml sehen. Nicht einmal zehn Prozent aller Russinnen und Russen haben letztes Jahr Urlaub im Ausland gemacht. Noch viel weniger in Westeuropa. Und das nicht nur, weil man jetzt schwieriger an Visa kommt. (Autorin: Ina Ruck / ARD Moskau) USA: Der amerikanische Traum – Gefahr für Donald Trump? Ein goldenes Zeitalter – das hatte Donald Trump den Amerikanerinnen und Amerikanern angekündigt. „America First“ – sein Versprechen. Nun explodieren die Benzin-Preise wegen des Kriegs mit Iran, Krankenversicherungsbeiträge sind für viele US-Bürger gestiegen. Das könnte für den US-Präsidenten zum Problem werden. „Er hat zu viel versprochen“, sagt Wirtschaftswissenschaftler Desmond Lachman. Im November stehen in den USA die Midterms, die Kongresswahlen, an. Ihr Ausgang kann die Macht des Präsidenten beschneiden. Und seine Politik beeinflusst das Wahlergebnis. Für den „Weltspiegel“ treffen wir in Denver Aubrey Hix und den Barbesitzer Chris Campbell: Was sind ihre drängendsten Probleme? Und wie viel Verantwortung trägt die aktuelle Regierung aus ihrer Sicht dafür, dass viele Teile ihres Lebens teurer geworden sind? (Autorin: Sarah Schmidt / ARD Washington) Polen: Offene Arme oder Ablehnung für Ukrainer? Man begegnet ihnen auf dem Bau, in Restaurants und Fabriken. Weitgehend geräuschlos haben sich die 1,55 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer in Polen ein neues Leben aufgebaut. Sie fallen ja auch nicht sonderlich auf. Viele haben kleine Unternehmen gegründet und versuchen, sich hochzuarbeiten. Seit Beginn des Angriffskrieges sind sie aus der Ukraine geflohen und geblieben. Anfangs war die Hilfsbereitschaft der polnischen Regierung groß. Doch diese Großzügigkeit stößt mittlerweile an Grenzen – rechte Parteien machen Stimmung gegen die Ukrainer. Staatliche Hilfen hat die Regierung gestrichen, nur wer arbeitet, bekommt Kindergeld. (Autorin: Isabel Schayani / ARD Warschau) Ungarn: Schicksalswahl für Viktor Orban: Ungarn ist zutiefst gespalten, denn bei dieser Parlamentswahl geht es darum, ob der dienstälteste und wohl umstrittenste Regierungschef der EU, Viktor Orban, abgewählt wird. In den unabhängigen Umfragen führt Oppositionskandidat Peter Magyar. Ehemals selbst in Orbans Fidesz-Partei wurde er als eine Art Aussteiger, Whistleblower und Korruptionsbekämpfer bekannt. Vor allem die GenZ folgt der Opposition auf Social Media und feiert Magyar wie einen Popstar, auch aufgrund seiner klar proeuropäischen Haltung. Währenddessen versucht Orban, die Klientel auf dem Land zu mobilisieren. Er flutet das staatliche Fernsehen und das Netz mit Anti-Brüssel-Kampagnen, schürt Ängste vor Krieg und Massenmigration und versucht, damit über die schlechte wirtschaftliche Lage seines Lages hinwegzutäuschen. Der „Weltspiegel“ begleitet die 24-jährige Roza, die eines Tages Landwirtin werden möchte und den 76-jährigen Familienunternehmer Istvankurz vor der Wahl, die schicksalshaft für Ungarn, aber auch für die gesamte EU werden könnte. (Autorin: Anna Tillack / ARD Wien) Japan: Perlen aus Asche: Familie Maruyama hat vor einiger Zeit ihre Tochter verloren. Aus deren Asche wurden kleine Kugeln geformt, aus denen eines Tages Perlen werden sollen. Eine besondere Form der Seebestattung in Japan, tief versenkt in einer Muschel im Meer. Zusammen mit den Erinnerungen an das Kind. Es ist kein Abschied, vielmehr die Hoffnung auf einen Neuanfang, so die Familie. „Ob eine Perle entsteht, ist reine Glückssache. Manchmal gelingt es, manchmal nicht“, erzählt der Perlenzüchter. Die Muschelbänke vor der Küste von Mie, einer Region im Westen des Landes, sind in Japan und darüber hinaus bekannt. Vor mehr als 100 Jahren wurde hier eine Methode zur Perlenzucht erfunden. Und tatsächlich, nach einem halben Jahr: Perle um Perle kommt zum Vorschein. Für die Familie lebt die Tochter somit auf andere Weise weiter, ist sie bei ihnen. (Autor: Ulrich Mendgen / ARD Tokio) (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 29.03.2026 Das Erste Folge 2999
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 12.04.2026 Das Erste Folge 3000
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 19.04.2026 Das Erste Folge 3001
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 26.04.2026 Das Erste Weltspiegel-Doku: Italiens Jugend im Knast?
Folge 3002 (45 Min.)Bryan (22) saß bereits mehrfach im Gefängnis.Bild: BR/Alessandra MolinariRegelmäßig kommt es in den großen Haftanstalten in Rom, Mailand und Neapel zu Aufständen. Denn Italiens Gefängnisse sind massiv überfüllt, die Zustände katastrophal. Im Schnitt nimmt sich alle drei Tage ein Häftling das Leben. Auch unter den Vollzugsbediensteten kommt es zunehmend zu Suiziden. In diesem Jahr sind erstmals nicht nur die Gefängnisse für Erwachsene überfüllt, sondern auch die Jugendhaftanstalten. Seit Amtsantritt der rechten Regierung Giorgia Melonis hat sich die Situation vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene drastisch verschärft. Die Regierung verfolgt eine harte Law and Order-Politik, hat neue Straftatbestände eingeführt und das Strafmaß für bestehende Delikte erhöht.So gibt es mittlerweile etwa den Tatbestand der „illegalen Rave-Party“: Organisatorinnen und Organisatoren solcher Veranstaltungen drohen nun bis zu sechs Jahre Haft. Minderjährigen, die mit Drogen handeln, drohen bis zu fünf Jahren Jugendhaft auch schon für geringe Mengen, die in anderen europäischen Ländern als Bagatellen durchgehen. Experten und Expertinnen kritisieren, die Gefängnisse dienten weniger dem Strafvollzug als vielmehr der Verwahrung und dem Verbergen anders nicht lösbarer sozialer Probleme. Bis zu 70 Prozent der Gefangenen sind Ausländer, gut die Hälfte drogenabhängig, ein Drittel psychisch krank. Korrespondentin Verena Schälter trifft jugendliche Straftäter, versucht einen Einblick in die Welt hinter den Gefängnismauern zu gewinnen und spricht mit Menschen, deren Angehörige sich im Gefängnis das Leben genommen haben oder dort aufgrund mangelhafter medizinischer Versorgung gestorben sind. Außerdem trifft sie Menschen, die versuchen, die Zustände zu verändern und zu verbessern – etwa einen Gefängnispfarrer in Mailand. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mo. 27.04.2026 Das Erste Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 25.11.2025Folge 3003
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 03.05.2026 Das Erste Folge 3004
45 Min.Deutsche TV-Premiere So. 10.05.2026 Das Erste
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