• Folge 284 (45 Min.)
    Der Name Rothschild steht für eine der mächtigsten Bankiersfamilien des 19. Jahrhunderts. Wenig bekannt sind die Umstände, durch welche die Rothschilds zu ihrem Reichtum kamen. Das Doku-Drama erzählt die Geschichte der Dynastie aus der historischen Perspektive einer Frau: Miriam Rothschild (verkörpert von Alina Fritsch), eine angesehene Wissenschafterin des 20. Jahrhunderts, geht angesichts der Verfolgung durch den Nationalsozialismus den Ursprüngen ihrer Familie auf den Grund. Als Jude verachtet und diskriminiert lebte Ende des 18. Jahrhunderts Mayer Amschel Rothschild im Frankfurter Ghetto. Seine fünf Söhne arbeiteten sich, über ganz Europa verteilt, zu einflussreichen Bankiers empor. Sie finanzierten Dynastien und Kriege, bauten Eisenbahnnetze, begründeten Industriekonzerne, waren wohltätig. Immer waren die Rothschilds mit Antisemitismus konfrontiert: Er kulminierte in den Verbrechen der Nationalsozialisten. Sie arisierten das Rothschild’sche Vermögen in Wien, Frankfurt und Paris und vertrieben die Familie ins Exil. Was blieb, ist ein großer Name, eine reiche Geschichte und ein unsterblicher Mythos. (Text: ORF)
    Deutsche TV-Premiere Di. 08.09.2026 3satOriginal-TV-Premiere Di. 21.12.2021 ORF 2
  • Folge 286
    Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelt sich ihr Reich zum größten Imperium der damaligen Welt. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht herrschen sie über mehr als 200 Völker mit gut zehn Millionen Menschen. Ihr Einflussgebiet erstreckt sich über die gesamte Länge der Anden, vom heutigen Chile und Argentinien bis nach Ecuador. Gold – von den Inka verehrt als „Tränen der Sonne“ – wird ihnen schließlich zum Verhängnis. 1532 nimmt der Spanier Francisco Pizarro auf der Suche nach den legendären Schätzen Atahualpa, den letzten Inka-Herrscher, gefangen. Basierend auf neuesten archäologischen Funden rekonstruiert ein Wissenschafts-Team nicht nur die geheimen Zufluchtsorte und den rätselhaften Aufstieg der Inka, sondern auch ihre blutigen Rituale. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 07.01.2022 ORF 2
  • Folge 287
    Schon vor über 2000 Jahren bauten die Maya mitten im zentralamerikanischen Regenwald gigantische Städte. Pyramiden und Tempel sind Zeugen der architektonischen Leistungen der Maya-Hochkultur, die von WissenschafterInnen mit neuesten Technologien zum Leben erweckt wird. Trotz lebensfeindlicher Umgebung schaffen die Maya eine Lebensbasis für Millionen von Menschen und lassen mit ihren Territorialreichen riesige Machtzentren entstehen. Auch in Schrift, Mathematik und Astronomie setzen sie neue Maßstäbe. ArchäologInnen entziffern bei Ausgrabungen rätselhafte Inschriften und bergen in den Unterwasserhöhlen Yucatans geheimnisvolle Artefakte, die helfen sollen, die Geschichte der Mayareiche und den Untergang der hochentwickelten Kultur zu entschlüsseln. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 07.01.2022 ORF 2
  • Folge 288
    Die Azteken gelten als blutrünstige Gewaltherrscher, aber auch als geniale Ingenieure und kluge Diplomaten. Wie aus dem Nichts tauchen sie auf und beherrschen Mittelamerika mehr als drei Jahrhunderte lang. Als geniale Baumeister errichten sie inmitten eines gewaltigen Salzsees eine blühende Hauptstadt mit schwimmenden Gärten. Am Ende wird den Azteken ihre eigene Mythologie zum Verhängnis: denn im spanischen Eroberer Hernán Cortés sehen sie die Wiederkehr eines Gottes und empfangen ihren Feind mit offenen Armen. Getrieben von Goldgier und Missionseifer bringen die Spanier das Imperium zu Fall. Moderne Forschung enträtselt den Bildercode der Azteken und das Geheimnis rund um den großen Tempel in der Stadt Tenochtitlan, der heutigen Hauptstadt Mexicos. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 14.01.2022 ORF 2
  • Folge 289
    Von wenigen Konzentrationslagern sind so viele Fotos aus den Jahren 1938 bis 1945 erhalten wie von Mauthausen. Zu verdanken ist das einer Gruppe von spanischen Inhaftierten, die unter Lebensgefahr rund 20.000 Beweisfotos vor den SS-Verbrechen versteckt haben. Der junge Francisco Boix versteckte Negative und schmuggelte sie aus dem Lager – später wurde er im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Zeuge aufgerufen. Boix fotografierte für den sogenannten „Erkennungsdienst“ alle Neuankömmlinge, dokumentierte aber heimlich die unmenschlichen Lager- und Arbeitsbedingungen. In der Mühlviertlerin Anna Pointnerin fand er eine Komplizin – auch sie riskierte ihr Leben und versteckte die aus dem KZ geschmuggelten Fotos bis nach dem Kriegsende. Als die US-Amerikaner 1945 Mauthausen erreichten, wurden sie vom jungen Fotografen Francisco Boix erwartet und mit einer Leica-Kamera gefilmt, die der junge Katalane der SS entwendet hatte. Im Mauthausen-Hauptprozess wurde er als Zeuge geladen. Es ist eine Geschichte von Widerstand und Mut – faszinierende und erschütternde Archivfotos und Dokumente, Interviews mit spanischen WiderstandskämpferInnen, ZeitzeugInnen und internationalen HistorikerInnen zeichnen ein realistisches Bild des grausamen Lagerlebens – aber auch ein Bild von Lebensmut und Optimismus. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 21.01.2022 ORF 2
  • Folge 290
    20. Jänner 1942: Die Spitzen der Nazibehörden treffen unter Vorsitz von SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich in einer Villa am Berliner Wannsee zusammen, um über die effiziente Umsetzung der „Endlösung der Judenfrage“ zu beraten. Das systematische Morden war da bereits im Gange. Einsatzgruppen hatten bis Jänner 1942 in Polen und in der Sowjetunion schon über 500.000 Juden erschossen. Nun aber setzte der NS-Staat alle Mittel ein, um den Völkermord europaweit zu koordinieren und systematisch durchzuführen. Neunzig Minuten später ist die Konferenz beendet und Adolf Eichmann lässt dreißig Abschriften des Protokolls anfertigen. Nach dem Ende des Dritten Reiches sind die Kopien verschwunden – bis auf eine, die Amerikaner 1947 im deutschen Außenministerium finden. Ausgehend von diesem historischen Dokument führt die Dokumentation durch dieses Protokoll des Grauens und seine entsetzlichen Auswirkungen für Millionen jüdischer Menschen. Zeitzeuginnen und internationale Historiker*innen analysieren die Geschehnisse und die Aufarbeitung des kaltblütig geplanten Völkermordes nach dem Krieg. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Mo. 24.01.2022 ORF 2
  • Folge 292
    Königin Hao ist eine der erfolgreichsten Heerführerinnen der Bronzezeit. Mit 17 Jahren heiratet sie an den Hof der aufsteigenden Shang-Dynastie im heutigen Zentralchina und wird oberste Generalin des Reiches und engste Beraterin ihres Mannes, des Königs Wu Ding. Mit 35 Jahren stirbt sie unter rätselhaften Umständen – möglicherweise wurde sie von Rivalen am Königshof vergiftet. Ihr Grab aus dem 13. Jahrhundert vor Christus ist eine der reichsten Grabstätten der Bronzezeit. Es gibt Auskunft über die Handwerkskunst der Shang, durch die sie ihren Feinden militärisch überlegen waren. Die Orakel, die auf Schildkrötenpanzer und Tierknochen geschrieben wurden, zeigen, wie wichtig den Shang Weissagungen bei militärischen Feldzügen waren. Die Universum History- Dokumentation zeichnet das kriegerische Leben und Sterben von Königin Hao in spektakulären Reenactments nach. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 11.03.2022 ORF 2
  • Folge 293
    Es war der gefährlichste Ort im Kalten Krieg: Die Grenze zwischen der CSSR auf der einen und der BRD und Österreich auf der anderen Seite. Zwischen 1945 und 1989 kamen mehr als 1000 Menschen auf den rund 800 Kilometern ums Leben, weit mehr als an der Berliner Mauer. Damit hält dieser Teil des Eisernen Vorhangs den traurigen Rekord als tödlichster Grenzabschnitt. Der Film erzählt die Geschichte eines mörderischen Bollwerks aus tiefen Gräben, stromgeladenem Stacheldraht und Zäunen, schießwütigen Soldaten und mutigen Flüchtenden. Aber auch die Todeszahl unter Soldaten ist höher als anderswo, sie fielen Minen zum Opfer oder verübten Selbstmord. Die Flucht in den Westen ist für viele der letzte verzweifelte Ausweg – um den Diktaturen und der Enge ihrer Heimat zu entkommen, riskieren sie ihr Leben. Die Fluchtmittel sind vielfältig: Mit einer selbstgebastelten Abseil-Hilfe über die Stromleitung, mit dem LKW durch die Zäune, wie die Maulwürfe unter der Grenze hinweg. Nur wenige schaffen es in den Westen. Heute sind die Fälle wieder aktuell. Nach intensiver Aktenforschung bringt die NGO Platform of European Memory and Conscience mehrere solcher Fälle bei der tschechischen und der deutschen Staatsanwaltschaft zur Anzeige, um späte Gerechtigkeit zu erkämpfen. Die Doku zeichnet die spektakulärsten und zugleich tragischsten Fluchtversuche, unter Einbindung der neuesten Erkenntnisse aus den Ermittlungen und der Geschichtswissenschaft, nach. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 25.03.2022 ORF 2
  • Folge 294
    Die Verkettung diverser Fehler führte zu dem tragischen Unglück während der Jungfernfahrt. Mithilfe von Historikern und Schiffsingenieuren wirft die Dokumentation einen Blick auf die Ursachen und rekonstruiert den Ablauf der Katastrophe. Da ist zum Beispiel das Ausweichmanöver des Ersten Offiziers: Warum wurde der Eisberg erst so spät entdeckt? Hätte der Stahlkoloss die Kollision überstanden, wenn er den Eisberg direkt gerammt hätte? Warum ist das Schiff derart schnell voll Wasser gelaufen? Haben die Abläufe nach dem Zusammenstoß zum schnellen Sinken der „Titanic“ geführt? (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 08.04.2022 ORF 2
  • Folge 295
    2019 hält ein Brand die Welt in Atem: die Jahrtausendkathedrale Notre Dame in Paris steht in Flammen. 800 Jahre europäischer und katholischer Geschichte vereint das gotische Meisterwerk in sich. Dieser Film zeigt in eindrucksvollen 3-D-Animationen, kombiniert mit einzigartigem Filmmaterial, die faszinierende Geschichte des wohl ehrgeizigsten Bauprojekts des Mittelalters, eines Gebäudes, das Zeugin erhabenster und dunkelster historischer Ereignisse war. Der monumentale Kirchenbau dauerte mehr als 200 Jahre und stellte Initiatoren, Planer, Baumeister und Handwerker vor völlig neue Aufgaben. Historikerinnen, Wissenschafter, Architektinnen und Ingenieure erläutern die unermesslichen Schwierigkeiten des Baus, die historische, kulturelle und religiöse Bedeutung der Kathedrale. Wie ein Glöckner ihren Weltruhm steigerte und ein Brand im 20. Jahrhundert das Herz Frankreichs in Flammen aufgehen ließ. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.04.2022 ORF 2
  • Folge 296
    Sie ist der bekannteste uns meistbesuchte Marienwallfahrtsort der Welt: die Grotte von Lourdes. Mehr als eine halbe Million Menschen strömen pro Jahr hier zusammen und erwarten sich Heilung durch das Wasser der Quelle. Insgesamt 18 Mal soll die Jungfrau Maria ab 1858 einem jungen Mädchen erschienen sein, und unter anderem um die Errichtung einer Kirche gebeten haben. Wozu sich die katholische Kirche nicht weiter bitten ließ: Auf insgesamt 52 Hektar entstanden in der Zwischenzeit eine Kirche und drei Basilikas – eine davon sogar unterirdisch, 15 Becken mit dem begehrten Wasser, Wasch- und Badestationen und ein 1500 Meter langer Kreuzweg. Eine logistische Meisterleistung, denn jedes Jahr pilgern rund 5 Millionen Menschen in der Hoffnung auf Heilung nach Lourdes. Der Wallfahrtsort liegt neben dem wilden Fluss Gave de Peau, was den Bau und die Konstruktion dieses riesigen katholischen Komplexes über die Jahrhunderte nicht gerade erleichterte. Eine spannende Analyse der Genese dieses „Heiligen Bezirkes“ in den Pyrenäen, seiner gigantischen Bauwerke, seines Mysteriums und des kommerziellen Kitsches. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 22.04.2022 ORF 2
  • Folge 297
    Tausende Jahre alte Korbwaren, Schuhwerk und Leinenstränge – Alltagsobjekte wie diese aus längst vergangenen Zeiten werden immer wieder bei Tauchgängen aus dem Wasser von Alpenseen geborgen. Denn Wasser kann organisches Material über erstaunlich lange Zeiträume konservieren. Im gesamten Alpenraum bauten Menschen während der neolithischen Periode in der Nähe von Seen und Sümpfen Pfahlbauten. Mit steigendem Wasserspiegel wurden diese Orte nach und nach verlassen und legen heute dank Unterwasserarchäologie Zeugnis ab von den prähistorischen Zeiten ihrer Entstehung. Die Dokumentation erzählt ihre Geschichte und beleuchtet eine wenig bekannte archäologische Fundgrube im Herzen Europas. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 29.04.2022 ORF 2
  • Folge 298
    Vor rund 3000 Jahren finden mehrere Zivilisationen ein jähes Ende: Das Assyrische, das Babylonische und auch das 2000 Jahre alte Reich der Ägypter. Häufig beeinflussen Klimaveränderungen Aufstieg und Zusammenbruch menschlicher Zivilisationen – so auch in diesen Fällen, wie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus einer Verbindung von Archäologie und Klimaforschung zeigen. Dürrekatastrophen, Hungersnöte und Kriege stehen häufig in direktem Zusammenhang mit Kälte- oder Hitzeperioden. Die Dokumentation zeichnet mit Hilfe aufwändig gedrehter Reenactments, Computeranimationen, spektakulärer Drohnenaufnahmen und mit den Aussagen internationaler ExpertInnen nach, wie der Klimawandel damals z.B. den Verlauf des Trojanischen Krieges beeinflusste oder die Hochblüte des Alten Ägypten beendete. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 20.05.2022 ORF 2
  • Folge 299
    Als das Römische Reich im 2. Jahrhundert n.Chr. seine Blütezeit erreichte, standen die Zeichen schon auf Wandel und Untergang. Die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft erlauben es, die Geschichte dieses Imperiums und sein Ende in völlig neuem Licht zu betrachten. Über die weitverzweigten Handelsrouten kamen nicht nur Silber, Gold und Getreide ins Reich, sondern auch Krankheitserreger. Öffentliche Badeanstalten und Tavernen waren unhygienische Brutstätten für die Malaria. Die Antoninische Pest führte dann zu wirtschaftlichem Zusammenbruch und Bürgerkrieg – der Abstieg Westroms war besiegelt. Das Machtzentrum verschiebt sich nach Konstantinopel – das Reich erholt sich. Doch dann kommt es zur nächsten Epidemie, die Pest bricht aus, verbreitet sich rasend schnell – die erste historisch dokumentierte Pandemie der Geschichte. Auch hier gibt es einen Zusammenhang mit dem Klima: Eine Kälteperiode könnte dazu geführt haben, dass wilde Rennmäuse vom Land in die wärmeren Städte gezogen sind – und zur Verbreitung der Pestflöhe entscheidend beigetragen haben. Mit atemberaubenden Drohnenflügen, Reenactments, neuesten archäologischen, biologischen und geologischen Erkenntnissen sowie internationalen ExpertInnen zeigt die Dokumentation eindrucksvoll, welche Rolle Epidemien und das Klima auf Blüte und Untergang großer Imperien hatten. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 20.05.2022 ORF 2
  • Folge 300
    Sie wollte nie Königin werden und war es dann doch mit Begeisterung – Elizabeth Bowes-Lyon gilt bis heute als eine der schillerndsten Persönlichkeiten des englischen Königshauses. 15 Jahre lang herrschte sie an der Seite von König George VI. über ein Reich, das sich über fast ein Viertel des Globus erstreckte. Mit dem frühen Tod ihres Mannes musste sie das Zepter ihrer Tochter übergeben und wurde offiziell zur Queen Mum. Mit Charme, Witz und politischem Feingefühl blieb sie dennoch zeitlebens im Zentrum der Macht. Universum History blickt hinter die Kulissen des englischen Königshauses und beleuchtet mit eindrucksvollen Archivaufnahmen und aufschlussreichen Interviews, wie sich die junge, den königlichen Verpflichtungen und Einschränkungen abgeneigte Elizabeth zu einer außergewöhnlichen Königin und Queen Mum entwickelt hat, die wie kaum jemand Menschen in ihren Bann ziehen konnte. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 27.05.2022 ORF 2
  • Folge 301
    Es ist eine der schönsten Regionen Europas und wohl die glamouröseste: der Küstenstreifen der Côte d’Azur an der französischen Riviera zwischen Monaco und Nizza. Hier geben sich die Reichen und Schönen, Stars, Künstler/​innen und der Adel ein Stelldichein. Leichtigkeit und außergewöhnliche Eleganz – das ist das Lebensgefühl, das die Côte d’Azur vermittelt. Ihr Ruhm gründet auf einer glanzvollen Vergangenheit, die eng mit dem legendären Grand Hôtel du Cap-Eden-Roc verwoben ist. Bis heute hat die Côte d’Azur nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Sie ist mehr als nur ein Sehnsuchtsort: Sie ist ein Mythos. In der Dokumentation „Luxus, Glamour, blaues Meer – Geschichte der Côte d’Azur“ von Irina von Gagern und Hannes Schuler (ORF-Bearbeitung: Judith Brandner) lässt „Universum History“ die goldenen Jahre der Côte d’Azur am Freitag, dem 24. Juni 2022, um 23:05 Uhr in ORF 2 wieder aufleben – anhand von kürzlich entdecktem Archivmaterial des luxuriösen Hotels in Antibes. So manch erstaunliche Begegnung mit den Stars von einst ist garantiert. Um 23:50 Uhr folgt der Kult-Thriller „Der Swimmingpool“, in dem Romy Schneider mit Alain Delon, Jane Birkin und Maurice Ronet am Pool einer südfranzösichen Villa an der Côte d’Azur in eine tragische Vierer-Beziehung verstrickt wird. Seinen Namen verdankt der Küstenstreifen dem französischen Dichter Stéphen Liégeard, der die „blaue Küste“ in einem Roman verewigte. Die Côte d’Azur ist Synonym für Luxus und Dekadenz, Dramen und Affären. Gemeinhin wird die „blaue Küste“ mit dem Jetset der 1950er Jahre verbunden: Damals feierten Prominente wie Brigitte Bardot oder Gunter Sachs in St. Tropez wilde Partys. Die frischgebackene Oscar-Preisträgerin Grace Kelly heiratete den Fürsten von Monaco und lieferte den Gazetten monatelang Stoff und Traumbilder. Kellys Hochzeit mit Fürst Rainier war ein Jahrhundertereignis. Kuppler war der griechische Reeder Aristoteles Onassis. Er wollte das Image des Zwergstaates Monaco aufpolieren. An einem Ort haben sich die Wege fast aller berühmten Besucherinnen und Besucher im vergangenen Jahrhundert gekreuzt: im Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes. Seit seiner Gründung vor rund 150 Jahren beherbergt es Künstlerinnen und Künstler, Königinnen und Könige, Diven und Stars. In den 1960er Jahren wechselt es den Besitzer. Ein deutsches Liebespaar segelt 1964 die Küste entlang – der Großindustrielle Rudolf-August Oetker und seine junge Frau Maja. 15 Jahre zuvor war Oetker – SS-Mitglied im Zweiten Weltkrieg – aus der Internierung in Paderborn entlassen und als unbelastet entnazifiziert worden. Der Segeltörn an der Côte d’Azur verändert das Leben des Ehepaars – sie erliegen dem Charme der Gegend. Fünf Jahre später kauft Oetker das Grand Hotel, das zur Oetker Collection Masterpiece Hotels gehört. Ein günstiges Zimmer kostet dort heute rund 800 Euro pro Person. Im Hôtel du Cap-Eden-Roc fand und findet so manches illustre Paar diskreten – und teuren – Unterschlupf, wie der englische König Edward VIII mit seiner Geliebten Wallis Simpson. Berühmt ist die Côte d’Azur auch für das Filmfestival von Cannes, das seit 1946 dort abgehalten wird. Es ist eines der weltweit bedeutendsten und glamourösesten Filmfestivals. Als Hauptpreis für den besten Film wird alljährlich die Goldene Palme vergeben. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 24.06.2022 ORF 2
  • Folge 302
    Um 2700 v. Christus: der Nilstand ist niedrig, es herrschen Hungersnot und Armut, ein Bürgerkrieg droht. Der geplagte König Djoser prophezeit das baldige Ende des Hungers- und tatsächlich: das Leid hat ein Ende. Sein Volk sieht in ihm von nun an nicht nur einen König, sondern einen Gott. Da Götter seiner Ansicht nach unsterblich sein müssen, beauftragt er den altägyptischen Architekten Imhotep, einen Tempel für seine Mumie zu bauen. Imhotep will etwas völlig Neuartiges bauen, etwas, das größer und imposanter sein soll als die damals üblichen Mastaba- große Steinquader auf Gräbern platziert. Nach akribischer Vorbereitung, jahrelanger Schwerstarbeit und vielen Toten und Verletzten ist sie rechtzeitig zum Tode Djosers fertig: die erste Pyramide der Welt. Imposante Reenactments entführen in die rätselhafte Welt der Pharaonen, die von der Wissenschaft nach und nach entschlüsselt wird. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 08.07.2022 ORF 2
  • Folge 303
    Die Sphinx- rätselhaft, gigantisch, mysteriös. Neben den Pyramiden sticht das monumentale Bauwerk, das einen Löwen mit Menschenkopf darstellt, besonders hervor. Die Sphinx symbolisiert vor allem eines: Stärke und die unbändige Kraft des Löwen. Doch wer hat sie erbaut? Die einen sagen, es war König Djedefre in Anlehnung an seinen Vater. Andere sagen, es war sein Nachfolger Khafre, der sich selbst verewigen wollte. Viele Mythen ranken sich um die Entstehung dieses einzigartigen Bauwerkes, das Wissenschaft und Forschung bis heute beschäftigt. Nach und nach werden die letzten Rätsel gelöst. Der Film nimmt das Publikum mit auf eine spektakuläre Reise in eine Zeit voller Magie, Machtkämpfe und Intrigen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.07.2022 ORF 2
  • Folge 304
    Nach fast 4000 Jahren steht das alte Ägypten der Pharaonen steht vor dem Untergang. König Userkaf, der erste König der fünften Dynastie der etablierte einen Kult um Ra, den Sonnengott. Er behauptet, der einzige und wahre Sohn des Sonnengottes zu sein. Über die Zeit schottet sich König Userkaf immer mehr von seinem Volk ab. Der Glaube an andere Gottheiten beginnt sich in der Bevölkerung zu etablieren. In den Provinzen erlangen einzelne Familien immer mehr Macht. Das zog sich so fort. König Usa, der letzte König der 5. Dynastie erkennt, dass die alten Rituale im Begriff sind, auszusterben. Damit sieht er die Unsterblichkeit der Pharaonen und ihrer Untergebenen in Gefahr- die Säule, die die ägyptische Hochkultur über Jahrtausende am Leben gehalten hat. Pepi II., der letzte Pharao des Zeitalters der Pyramiden, besteigt mit sechs Jahren den Thron und regiert 63 Jahre lang. Als er am Schluss nicht mehr fähig ist, sein Land zu führen, bricht eine Hungersnot aus. Es folgt ein Bürgerkrieg, der das Ende der jahrtausendealten Hochkultur einläutet. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.07.2022 ORF 2
  • Folge 305
    Jeder weiß, wie sie aussieht, weil ihr Bild jahrelang den Tausend-Schilling-Schein zierte, aber die wenigsten wissen, wer eigentlich die Frau war, die 1905 mit dem ersten Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Mit ihrem Roman „Die Waffen nieder“ wurde Bertha von Suttner Ende des 19. Jahrhunderts schlagartig berühmt und stellte ihr weiteres Leben in den Dienst des Weltfriedens. Trotz ihres flammenden Engagements war ihrer pazifistischen Bewegung vorerst kein Erfolg beschieden. Das Porträt dieser Idealistin zeigt deren spannendes Leben und wie schwer es für Frauen noch vor mehr als hundert Jahren war, selbstbewusst einen eigenständigen Weg zu gehen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 05.08.2022 ORF 2
  • Folge 306
    Universum History“ beleuchtet in der neuen Dokumentation „Mahatma Gandhi – Kampf ohne Gewalt“ von Mathilde Damoisel und Mira Kamdar (ORF-Bearbeitung: Andrea Lehner) am Freitag, dem 12. August, um 22:35 Uhr in ORF 2 das Paradoxe des Gandhi-Mythos und das Leben und Wirken der Friedensikone so umfassend wie kein Fernsehporträt zuvor – von den Anfängen seines gesellschaftlichen Engagements als Jurist über seinen Wechsel in die Politik bis zu seiner prägenden Rolle im Kampf Indiens um die Unabhängigkeit. Archivaufnahmen von Gandhis Brief an Adolf Hitler und sein Treffen mit Mussolini zeigen, wie widersprüchlich und teilweise unberechenbar der populäre Volksheld mitunter agierte. Er galt schon zu Lebzeiten als geistige und politische Ikone Indiens – Mahatma Gandhi. Mahatma ist die „Große Seele“, Gandhi, der „Vater der indischen Nation“. Er wurde seinem Namen mehr als gerecht. Seit seiner Ermordung 1948 wird Gandhi auch als Märtyrer verehrt. Weit über Indiens Grenzen hinaus verkörperte Gandhi Gewaltlosigkeit und die Hoffnung des indischen Volkes, sich ohne den Einsatz von Waffen aus der Kolonialherrschaft des britischen Empire befreien zu können. Tatsächlich wurde Indiens Streben nach Unabhängigkeit von Gewaltexzessen begleitet. Mehr als zehn Millionen Menschen mussten fliehen oder wurden zwangsumgesiedelt, mehr als eine Million Menschen kam dabei ums Leben. Am Ende wurde der indische Subkontinent 1947 zwischen Hindus und Moslems aufgeteilt – in die beiden unabhängigen Staaten Indien und Pakistan, zu dem bis 1971 auch Ostpakistan – das heutige Bangladesch – gehörte. Bis heute sind die Wunden und Traumata in vielen Bereichen der indischen und pakistanischen Bevölkerung nicht verheilt, bis heute streiten beide Länder – und das in den Konflikt hineingezogene China – um Kaschmir, das weder an Pakistan noch an Indien angeschlossen werden wollte. Auch Gandhi betrachtete die Teilung als sein großes persönliches Versagen. Mit seiner unglaublich effizienten politischen Strategie versammelte Gandhi das Volk hinter sich und führte die Bewegung zu einer damals neuen Form des Massenprotestes. Jedes Mal stand er an vorderster Front, unzählige Male landete er im Gefängnis. Tausende Anhänger bekamen bei den von ihm organisierten Märschen und Demonstrationen die Brutalität der britischen Besatzer zu spüren. Doch die geballte Macht des Empire konnte weder ihn noch seine Gefolgsleute aufhalten. Gandhis Einsatz für die sogenannten Unberührbaren, die kastenlose, entrechtete Bevölkerung Indiens, täuscht darüber hinweg, dass er – Anwalt aus der indischen Oberschicht – das Kastensystem an sich nie in Frage stellte. Die mehr als 500 Maharadschas, Sultane und anderen mächtigen Herrscher durften selbst entscheiden, welchem Staat sie sich anschließen wollten, die ehemaligen Kastenlosen wurden zu Parias – und sind es heute noch. Unzählige Friedensaktivisten sind in Gandhis Fußstapfen getreten. Als Orientierung diente vor allem sein Prinzip der strikten Gewaltlosigkeit. Kaum jemand interessierte sich für die weniger bekannten Seiten seiner Persönlichkeit, die verschiedenen Einflüsse auf sein Handeln, die Beziehung zu seiner Ehefrau oder seine kontroverse Haltung zur Rassenproblematik. Dass der glühende Verfechter einer pazifistischen Lebenseinstellung den faschistischen Diktator Mussolini besuchte, wurde und wird ebenso ausgeblendet wie die Tatsache, dass zahlreiche der von ihm organisierten friedlichen Massenproteste gegen die britische Besatzungsmacht von unglaublichen Gewaltausbrüchen begleitet waren. Von Beginn an setzte Gandhi auf die Macht von Symbolen – schrittweise verwandelte sich der Anwalt in die in weiße Tücher gehüllte Gestalt, als die er weltbekannt wurde. Enthaltsamkeit und Askese beherrschten jahrzehntelang sein Leben. Bereits sein erstes großes politisches Engagement geriet zu einem Massenevent. 1922 forderte er den Boykott britischer Produkte, die nach Indien eingeführt wurden, und ermutigte seine Landsleute, nur noch Khadi, Kleidung aus selbstgesponnener indischer Baumwolle, zu tragen. Das hölzerne Spinnrad, mit dem er durch abgelegene Dörfer tourte, wurde zu einem Symbol der Selbstbestimmung und ziert heute die indische Flagge. Der damit hergestellte weiße Stoff wurde zur Uniform der Unabhängigkeitsbewegung. Am Ende verselbstständigte sich die Legende von Mahatma, der „Großen Seele“, unabhängig von Gandhi und seiner Geschichte. Seine Zweideutigkeit in Bezug auf das indische Kastensystem und sein Fernhalten von politischen Bündnissen und Institutionen kosteten ihn schließlich das Leben. Am 30. Jänner 1948 wurde er, der mit vollem Namen Mohandas Karamchand Gandhi hieß, im Alter von 78 Jahren von einem ehemaligen Anhänger ermordet. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 12.08.2022 ORF 2
  • Folge 307
    Er ist wohl einer der herausragendsten Vertreter im gewaltfreien Kampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit: Martin Luther King. Der US-amerikanische Pastor und Bürgerrechtler war der bekannteste Sprecher des „Civil Right Movements“ und wurde mit seiner Rede „I have a Dream“ weltberühmt. Luther King propagierte den zivilen Ungehorsam als Maßnahme gegen die Rassentrennung in den Südstaaten der USA. Kings Engagement machte das Movement zu einer Massenbewegung, die schließlich die gesetzliche Aufhebung der Rassentrennung erzwang und das uneingeschränkte Wahlrecht für die schwarze Bevölkerung erkämpfte. Dafür erhielt Martin Luther King 1964 den Friedensnobelpreis, vier Jahre später wurde er bei einem Attentat in Memphis erschossen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 19.08.2022 ORF 2
  • Folge 308
    Aktivistin, Mutter, Sekretärin, Kellnerin, – Friedensnobelpreisträgerin. Das Leben der Betty Williams ist abenteuerlich. Die Tochter einer katholischen Mutter und eines protestantischen Vaters erlebte von Kind an die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Nordirland und die Feindschaft zwischen den Konfessionen. Ihre Cousins wurden auf der Straße getötet, der eine von Protestanten, der andere von der IRA. Sie gründete zuerst „Women for Peace“ und organisierte Demonstrationen, dann die Organisation „Community of Peace People”, die sich für den Frieden in Nordirland einsetzte. Dafür wurde ihr 1976 gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Mairead Corrigan der Friedensnobelpreis verliehen. In Reisen durch Europa, die USA und nach Australien warben sie für eine friedliche Beilegung des Konfliktes in ihrer Heimat. Betty Williams setzte sich bis zu ihrem Tod 2022 dafür ein, Konflikte weltweit durch Verständnis, Mitgefühl und gewaltfrei zu lösen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 26.08.2022 ORF 2
  • Folge 309
    30. August 1997: im Pariser Hôtel Ritz beenden Lady Diana, die Ex-Frau des britischen Thronfolgers Charles und ihr Geliebter Dodi al-Fayed ihr Dinner. Kurze Zeit späte rasen sie in einer schweren Limousine durch die Straßen von Paris. Bei der Einfahrt in einen Seine-Tunnel verliert der Chauffeur die Kontrolle über das Fahrzeug und rast gegen einen Betonpfeiler. Eine Horde Paparazzi, die die Boulevard-Presse immer mit „guten Bildern“ versorgt hat, ist sofort an der Unfallstelle. Für Diana und Dodi kommt jede Hilfe zu spät. Welche Umstände führten zu der tragischen Verkettung der Ereignisse? Welche Planänderungen und kurzfristigen Entscheidungen ergaben schließlich das Unausweichliche? Das Dokudrama „Dianas letzte Nacht“ blickt 25 Jahre später auf die Geschehnisse der schicksalhaften Unfallnacht, auf Dianas letzte Stunden und das Leben der „Königin der Herzen“ zurück. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 30.08.2022 ORF 2
  • Folge 310
    Prinzessin Elizabeth mit ihrem Onkel Prinz George, dem Herzog von Kent, in Windsor.
    Queen Elizabeth II.: Im Juni 2022 feierte sie ihr 70-jähriges Thronjubiläum und war damit das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Mit 21 Jahren versprach die ausgebildete Automechanikerin bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt in einer Rundfunkansprache an die Staaten des Commonwealth, ihr ganzes Leben dem Dienst an ihren Untertanen zu widmen. Sieben Jahrzehnte lang gehörte sie zu den meistgefilmten und fotografierten Frauen der Welt. Doch das Privatleben der königlichen Familie blieb bis auf wenige Ausnahmen ein streng gehütetes Geheimnis. Anlässlich ihres Platinjubiläums 2022 brach die Queen mit dieser Tradition und gewährte der BBC Zugang zu hunderten privaten Heimvideos, die noch nie gezeigt wurden. Gedreht von Mitgliedern der royalen Familie zeigen sie eine strahlende junge Elizabeth mit ihrem Verlobungsring, ihre Zeit als junge Mutter oder Erlebnisse mit ihrem verstorbenen Mann Philip, dem Duke of Edinburgh, und ihren Eltern. Mehr als 400 private Filmrollen wurden von der BBC gesichtet, mehr als 300 Reden der Queen der letzten 80 Jahre durchforstet. Herausgekommen ist ein außergewöhnliches Porträt der britischen Monarchin und ein zeitgeschichtliches Dokument der letzten siebzig Jahre. Als besonderes Highlight kommentierte die Queen persönlich mit Eleganz und ihrem bekannten Humor die „royalen Schatzstücke“. Die Doku ermöglicht so einen einzigartigen Blick auf das private Leben der Royals und gewährt ungewöhnliche Einblicke in das Leben der Jahrhundert-Queen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 09.09.2022 ORF 2
  • Folge 311
    Nach dem Ende des 2.Weltkriegs sind 12 Millionen Kinder in Europa auf sich allein gestellt.
    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren zwölf Millionen Kinder in Europa auf sich allein gestellt – entführt, elternlos, zurückgelassen, verlorengegangen. Viele erhielten zwangsweise eine neue Identität und Staatsbürgerschaft. Viele kamen in Waisen- oder Kinderheime, erfuhren Gewalt, Missbrauch und Hoffnungslosigkeit. Viele wurden zur Umerziehung Adoptiveltern überantwortet. Fast 80 Jahre später stellen sich einige überlebende Betroffene ihren Traumata. In der berührenden „Universum History“-Dokumentation „Kinder des Chaos – Die Ausgestoßenen der Nachkriegszeit“ von Agnès Pizzini und Julien Johan (ORF-Bearbeitung: Judith Brandner) erzählen am Freitag, dem 23. September 2022, um 22:35 Uhr in ORF 2 Kinder aus Deutschland, Frankreich und Österreich ihre Lebensgeschichten. Ein Mosaik aus Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Erinnerungen von Ärztinnen und Ärzten sowie Helferinnen und Helfern, aus Archivmaterial und aufwendig gedrehten Spielszenen lässt das traurige Schicksal dieser Kinder des Krieges lebendig werden. Vor dem Hintergrund des heutigen Krieges in Europa bekommen die Geschichten eine schreckliche aktuelle Relevanz. 1945, nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands, lagen weite Teile Europas in Schutt und Asche. Der Krieg hatte Millionen Menschen das Leben gekostet, Familien zerstört. Die Deportationen, ethnischen Säuberungen, die Zwangsarbeit, das Morden und die Bombardierungen waren der Hintergrund, weshalb so viele Kinder wie nie zuvor von ihren Eltern getrennt wurden. Es gab Hunderttausende Waisenkinder, verlorene Kinder, Kinder, die zurückgelassen worden waren und die sich selbst irgendwie durchschlagen mussten. Übriggeblieben waren auch Kinder aus den „Lebensborn“-Heimen, einer Einrichtung der Nationalsozialisten, deren Ziel es war, auf der Basis der nationalsozialistischen Rassenhygiene und Gesundheitsideologie die Geburtenziffer „arischer“ Kinder zu erhöhen. Viele Kinder wurden zur Kriegsbeute von Staaten, die nach dem hohen Blutzoll des Krieges mit ihnen ihre Bevölkerungszahlen sanieren wollten. Auch nach dem Ende des Krieges hielt der Kriegszustand für diese verlassenen Kinder noch Jahre lang an. Eine Selektion setzte ein: Manche wurden herausgepickt, Adoptiveltern überantwortet, in Heime gesteckt. Die Ungewollten waren einem Überlebenskampf ausgesetzt, der für sie erneut die Hölle auf Erden bedeutete. In jahrelanger mühsamer Sisyphusarbeit recherchierten viele ihre wahre Herkunft. Viele wissen heute noch immer nicht, wer ihre Eltern waren und was mit ihnen passiert ist. Die Rückkehr zu Frieden und Stabilität in Europa hat die Geschichte der ausgebeuteten und gestohlenen Kinder lange Zeit verschleiert. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 23.09.2022 ORF 2
  • Folge 312
    Er gilt als bekanntester Schriftsteller des heutigen Italien, war ein bedeutender katholischer Philosoph und Politiker, sein Gesicht ziert die italienischen 2-Euro-Münzen: Dante Alighieri. Dante wird 1265 in Florenz geboren, ist gläubiger Katholik, tritt jedoch für die Trennung von Kirche und Staat ein. Ein Affront für die Kirche zur damaligen Zeit. Als Papst Bonifatius VIII. Florenz mit Gewalt unter päpstliche Führung stellt und die Toskana in den Kirchenstaat eingliedert, muss Dante fliehen. Im Exil widmet er sich der Dichtkunst – als Chronist seiner Zeit. Seine Werke sind so auch politische Zeitdokumente, analytisch und pointiert. Im opulenten Film „Zwischen Gott und König – Dante Alighieri und seine Zeit“ von Diego D’Innocenzo, Luca Marchetti, Mariangela Barbanente und Jesus Garcés Lambert (ORF-Bearbeitung Tobias Gassner-Speckmoser) gewährt „Universum History“ am Freitag, dem 30. September, um 22:35 Uhr in ORF 2 zum 550. Geburtstag der „Divina Commedia“ Einblicke in das Leben und Schaffen des italienischen Nationaldichters. Aufwendig gedrehte Spielszenen und Interviews mit renommierten Expertinnen und Experten lassen eine Zeit auferstehen, in der erstmals die Autorität der Kirche in Frage gestellt wird. Dante Alighieri wird in eine komplexe politische Situation hineingeboren: Ende des 13. Jahrhunderts zerfällt das Heilige Römische Reich – das einst mächtigste Reich der Erde besteht nur noch aus einzelnen Kleinstaaten, darunter Florenz. Als Papst Bonifatius VIII. die Stadt an sich reißt, muss er einen Deal mit den Franzosen eingehen. Das wird ihm zum Verhängnis. Nicht nur der Papst will die Vormachtstellung in Europa haben, sondern auch Frankreichs König Philipp IV., genannt Philipp der Schöne. Die beiden wetteifern um Macht und Einfluss; ein Kampf, in dessen Zentrum die Frage nach weltlicher oder kirchlicher Vormachtstellung steht. Philipp der Schöne lässt den Papst verhaften und setzt ein neues Oberhaupt an die Spitze der Kirche, diesmal unter seiner weltlichen Hand. Im Exil wird Dante zum Chronisten seiner Zeit. Hier entsteht ab etwa 1307 Dantes Hauptwerk, die „Divina Commedia“, die „Göttliche Komödie“. Sie begründet die italienische Sprache als Schriftsprache und gilt als bedeutendste Dichtung der italienischen Literatur und als eines der größten Werke der Weltliteratur. In der „Commedia“ hält er die politischen Kämpfe der Zeit – den Konflikt zwischen den Anhängern des Kaisers bzw. des Papstes, der das mittelalterliche Italien beherrscht – fest und bringt ihn auf eine philosophische Ebene. Das Werk ist in Hölle, Fegefeuer und Paradies aufgeteilt und behandelt große moralische Fragen wie: Was ist Gut, was ist Böse? Das anfangs noch nur „Commedia“ benannte Werk erfreut sich bald großer Beliebtheit. Es ist nicht wie die meisten großen Werke dieser Zeit in lateinischer Sprache verfasst, sondern im Italienischen „vulgare illustre“, der einfachen Sprache. Dantes späterer Verehrer Giovanni Boccaccio macht aus der „Commedia“ die „Divina Commedia“, also die „Göttliche Komödie“. Nicht, weil das Werk von Gott handelt, sondern weil er das Werk an sich „göttlich“ fand. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 30.09.2022 ORF 2
  • Folge 313
    Er gilt als Pionier unter den Diktatoren des 20. Jahrhunderts: Benito Mussolini. Der „Duce“ verführte die Massen, inszenierte den Kult um seine Person, ging brutal gegen Andersdenkende vor, indoktrinierte die Kinder Italiens und diente damit Adolf Hitler als Vorbild. Er legte den Grundstein für den Faschismus, eine Ideologie, die Europa in tiefe Dunkelheit stürzen sollte. Nach dem legendären „Marsch auf Rom“ im Jahr 1922 errichteten die Faschisten mit Mussolini an der Spitze eine brutale, totalitäre Diktatur. Bis 1945 sollte er über das Land südlich der Alpen herrschen, bis er 1945 erschossen wurde. Die Doku analysiert den Begründer des Faschismus und seiner Massenbewegung, dessen menschenverachtende Ideologie nicht nur in Italien wieder salonfähig geworden ist. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 28.10.2022 ORF 2
  • Folge 315
    Wissenschafterin, Widerstandskämpferin, Frauenrechtlerin, – die gebürtige Wienerin Käthe Leichter (1895⁠–⁠1942 ) ist trotz eines politisch und persönlich bewegten Lebens heute nahezu unbekannt. Dabei war sie die erste Wissenschafterin, die mit einer bahnbrechenden Studie das Frauenleben der Zwischenkriegsjahre untersuchte. Als Schülerin von Max Weber und Kollegin von Paul Lazarsfeld gehörte sie zu den Pionierinnen der Sozialforschung in Europa. Aus Analyse wurde Aktivismus: sie engagierte sich international für Frauenrechte und gesellschaftlichen Fortschritt gegen Faschismus und Kriegstreiberei. So wurde sie bereits im christlichen Ständestaat zur Oppositionellen. Mit dem „Anschluß“ an Nazi-Deutschland wurde sie im März 1938 verhaftet, ins KZ Ravensbrück deportiert und 1942 ermordet. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 04.11.2022 ORF 2
  • Folge 316
    Die gebürtige schwedische Adelige Stella Andrássy flieht vor dem Einmarsch der Roten Armee im Jahr 1945 aus ihrer Wahlheimat Ungarn. Ihre Welt wird durch den Krieg zerrissen, ihre Erfahrungen verarbeitet sie in einem Buch. 1948 wird ihr Werk „Fire over the Puszta“ publiziert, in dem sie auch das damalige Tabu Thema „sexuelle Gewalt gegen Frauen im Zweiten Weltkrieg“ anspricht – ein Skandal damals. Der Film basiert auf Stellas Erzählung, die ein Schlaglicht auf den Missbrauch und das Leid von Frauen wirft, aber auch von Solidarität, Mut und Hoffnung handelt. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 25.11.2022 ORF 2
  • Folge 317
    Im September 1941 begann die Wehrmacht mit der Blockade Leningrads. In den folgenden 872 Tagen fand über eine Million Zivilisten den Tod. Eine Quelle der Hoffnung war die Musik des von Karl Eliasberg dirigierten Rundfunkorchesters. 1942 erhielt dieser von Jakow Babushkin den Auftrag, die 7. Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch im Radio zu spielen, um damit der Welt zu zeigen, dass Leningrad lebt. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 09.12.2022 ORF 2
  • Folge 318
    Sie war die erste regierende Königin der englischen Geschichte und trug den Beinamen „Bloody Mary“ – Maria Tudor I. Verstoßen von ihrem hochgebildeten und brutalen Vater Heinrich VIII, der ihr das Recht auf die Thronfolge verweigerte, wehrte sich die junge Prinzessin und wurde dann doch zu einer Pionierin und mächtigen Königin. Angefeindet wurde die „katholische Maria“ auch von ihrer protestantischen Schwester Queen Elizabeth I. Sie sollte ihr auf den Thron folgen und wesentlich dazu beitragen, ihre Schwester Mary der Nachwelt in nur denkbar schlechtem Licht erscheinen zu lassen. Die Doku wählt einen ungewöhnlichen Ansatz, um die Geschichte der „Bloody Mary“ nachzuerzählen: Schauspielerin Marie-Christin Friedrich schlüpft in die Rolle der eifersüchtigen Schwester – so wird nicht nur das Leben der „Queen im Schatten ihrer Schwester“ lebendig, sondern auch das schwierige Verhältnis der beiden Thronfolgerinnen erscheint in spektakulärem, völlig neuem Licht. Viele Verdienste Mary Tudors wurden nämlich von Elizabeth für sich beansprucht, wie die Sanierung der englischen Marine – die Basis für die Seeherrschaft Englands in späterer Folge. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 16.12.2022 ORF 2
  • Folge 319
    Zwei Kronprinzen, zwei Weltreiche – und zwei vollkommen unterschiedliche Dramen in schicksalhafter Verbindung zueinander: Rudolf von Österreich und Wilhelm von Preußen. Beide Prinzen leiden unter der ihnen von ihrer Familie zugedachten Rolle. Sie sind gewissermaßen verdammt, eine Welt aufrechtzuerhalten, die im Begriff ist unterzugehen. Beide müssen Traumata aus der Kindheit erdulden – das verbindet sie. Auf der anderen Seite trennend sind ihre politischen Ziele und Weltanschauungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit der Neuproduktion „Duell der Kronprinzen“ zeigt „Universum History“ am Dienstag, dem 20. Dezember 2022, um 21:05 Uhr in ORF 2 ein opulentes Dokudrama über zwei nahezu gleichaltrige Erben europäischer Kaiserhäuser, die aber völlig unterschiedliche Wege gehen – für den einen mündet dieser in persönlichem Triumph, für den anderen in einer Tragödie. Unter der Regie von Iris Fegerl, die auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, und Reinhold Bilgeri (szenische Regie) agieren in den Hauptrollen Markus Freistätter („Vienna Blood“, „Soko Donau“) als Rudolf von Österreich, Ferry Öllinger („Soko Donau“) als Kaiser Franz Joseph und Raphael Nicholas als Wilhelm von Preußen. „Duell der Kronprinzen – Rudolf von Österreich und Wilhelm von Preußen“ entstand als Koproduktion von ORF, ZDF/​ARTE, epo-film und Westend Film, gefördert von Filmfonds Wien, Filmförderung Niederösterreich, Fernsehfonds Austria mit Unterstützung von ORF-Enterprise. Rudolf von Österreich muss ertragen, dass sein unnahbarer Vater Kaiser Franz Joseph mit seinen intellektuellen Aktivitäten nicht viel anfangen kann. Bei Wilhelm von Preußen wiederum sind es die überhöhten Erwartungen seiner Mutter, Kronprinzessin Victoria, denen er trotz aller Bemühung nicht gerecht werden kann. Beide Prinzen wachsen mit dem Gefühl auf, dass man ihnen die Kaiserwürde nicht zutraut. Ihre Kindheit und Jugendjahre fallen in eine turbulente Zeit: In der Schlacht von Königgrätz 1866 besiegt Preußen Österreich und begründet später das Deutsche Kaiserreich. Wenige Jahre danach werden die beiden Reiche dennoch Bündnispartner. Als Symbol dafür sollen auch Wilhelm und Rudolf, die fast gleich alt sind, Freundschaft schließen. Später, als junge Männer, könnten ihre Ziele und Weltanschauungen unterschiedlicher nicht sein: Der liberale Rudolf hat die Vision eines vereinten Europas. Der konservative Wilhelm hingegen will vor allem sein eigenes Reich stärken und autoritär regieren. Für das Drehbuch und die Gesamtregie zeichnet Iris Fegerl verantwortlich: „Der Film erzählt vom Schicksal zweier Thronerben, die nach außen hin glänzen und funktionieren müssen, innerlich aber durch die Erziehung der Eltern zerrüttet sind.“ Die hochwertigen Reenactments wurden von Reinhold Bilgeri realisiert: „Wir möchten die seelischen Labyrinthe dieser beiden Männer zeigen, von denen die große Welt da draußen nicht viel wusste.“ „Universum History“-Chefin Caroline Haidacher: „Das Team rund um Iris Fegerl, Reinhold Bilgeri und Heinrich Mayer-Moroni wagt einen neuen und besonders spannenden Blick auf einen der bekanntesten Habsburger – Kronprinz Rudolf. Die Beziehung zu seinem Rivalen Wilhelm von Preußen steht im Mittelpunkt dieser Dokumentation, die vor allem die Persönlichkeitsentwicklung der beiden Kronprinzen analysiert.“ epo-film-Producer Heinrich Mayer-Moroni: „Diese Dokumentation beschäftigt sich mit der Beziehungsgeschichte der Prinzen Rudolf von Österreich und Wilhelm von Preußen im Kontext der Bündnishistorie zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn.“ (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 20.12.2022 ORF 2
  • Folge 321
    Sie ist eines der Neuen Sieben Weltwunder und laut Lawrence von Arabien „der herrlichste Ort der Welt“: Die Wüstenstadt Petra im heutigen Jordanien. Die ehemalige Hauptstadt des Nabatäer-Reichs fasziniert seit ihrer Wiederentdeckung 1812 Archäologinnen, Literaten und Millionen Touristen. Riesige Grabmäler und Tempel, die direkt aus dem Fels gemeißelt wurden, die Mischung antiker Baustile und der Umstand, dass die Bauwerke Tausende von Jahren überdauert haben, machen Petra so einzigartig. Eine Archäologin macht sich auf den Weg der einstigen Handels-Karawanen von Medina in die Wüstenstadt, über die in der Antike Myrrhe und Weihrauch von Indien ins Römische Reich transportiert wurde. Die Reise auf der Weihrauchstraße – einer der ältesten Handelsrouten der Welt – erzählt von der alten Kultur der Nabatäer, die Petra erbaut haben und im 1. Jhd. n. Chr. den Handel auf der arabischen Halbinsel kontrollierten. In fiktiven Spielszenen mit historischem Background wird das Leben eines Gewürzhändlers, seiner Frau und eines Kaufmannes in Petra nachgezeichnet. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 13.01.2023 ORF 2
  • Folge 322
    Köcher, Pfeile und eine Hose aus Ziegenleder – 5000 Jahre alt. Ein Sensationsfund – entdeckt von einer Wanderin in einem Gletschergebiet am Schweizer Schnidejoch in einer Höhe von 2700 Metern. Der Schweizer Ötzi wurde „Schnidi“ getauft und lebte 1000 Jahre vor dem weltberühmten Mann im Eis. Ötzi und Schnidi trugen leggingartige Hosen aus Hirschleder, die sie mit Lindenbast flickten – Unterschiede gibt es beim Schuhwerk. War Ötzi mit High-Tech-Schuhen unterwegs war, mit Sohlen aus Braunbärenleder und der Rest aus Hirschleder, reichten Schnidi schlichte Mokassins. Doch von Schnidi selbst fehlt jede Spur. Ein Archäologinnen-Team ist seit Jahren auf Spurensuche in den Schweizer Alpen, auf der Suche nach dem Mann im Eis – bislang erfolglos. Mehr als 300 Fundstücke wurden bislang mit High-Tech-Methoden untersucht – in Kooperation zwischen Archäologie und Klimaforschung. Mit überraschenden Erkenntnissen: Schon vor 7000 Jahren betrieben Menschen Viehwirtschaft und Ackerbau in den Alpen, viel früher als bislang angenommen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 20.01.2023 ORF 2
  • Folge 323
    Seine revolutionären Erkenntnisse stellen im 16. Jahrhundert das Weltbild auf den Kopf: die Erde dreht sich um die Sonne, und nicht umgekehrt. Dieses heliozentrische Weltbild widerspricht der Bibel. Dreißig Jahre lang hält der Astronom, Arzt und Domherr des Fürstbistums Ermland im heutigen Polen, Nikolaus Kopernikus, seine Theorie geheim- aus Furcht vor der Strafe der katholischen Kirche. Erst sein Assistent Rheticus aus Feldkirch kann ihn überzeugen, seine bahnbrechenden Berechnungen zu veröffentlichen. In einer spannenden Spieldoku erzählt Universum History von den Schikanen machthungriger Bischöfe, denen der Forscher Kopernikus ausgesetzt war, von seinem Leben im Dienste Gottes und der Wissenschaft und vor allem von seiner verbotenen Liebe zu Anna Schilling, seiner loyalen Gefährtin. Kurz vor seinem Tod 1543 hält Kopernikus eines der ersten gedruckten Exemplare von „De revolutionibus orbium coelestium“ in den Händen – die Erfüllung seines Lebens. Erst 1992 rehabilitiert der Vatikan Kopernikus und hebt das Verbot seines Buches auf. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 17.02.2023 ORF 2
  • Folge 324
    Spurensuche in der Sofular-Höhle im Norden der Türkei: Stalagmiten geben Auskunft darüber, ob die Sintflut am Schwarzen Meer stattgefunden hat.
    Laut Bibel wurde der fromme Noah vor einer katastrophalen Flut gewarnt und sollte auf einer selbst gebauten Arche seine Familie und von jeder Tierart ein Paar retten. Wo genau diese Sintflut stattgefunden haben soll, bleibt offen. Seit Jahren suchen wissenschaftliche Teams nach Spuren dieser biblischen Katastrophe. Wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich war und ist ein solches Ereignis? Wo könnte es stattgefunden haben? Was erzählen Bohrkerne, Tropfsteine und Entdeckungen am Meeresgrund? Löste der damalige Klimawandel die Mega-Überschwemmungen aus – und droht dieses Szenario vielleicht wieder? Mit aufwändigen Reenactments und wissenschaftlichen High-Tech-Methoden begibt sich Universum History auf eine spannende Reise durch die Weltgeschichte der Geologie, von Ur im heutigen Irak über den Persischen Golf bis zum Schwarzen Meer. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 07.04.2023 ORF 2
  • Folge 325
    England, Februar 1587: Mit drei kräftigen Schlägen setzt der Henker dem Leben der Mary Stuart – Königin von Schottland und Frankreich – ein Ende: Aufs Schafott gebracht von ihrer Cousine Elizabeth I. wegen Hochverrats und eines Mordkomplotts, gilt Mary Stuart jahrhundertelang als leidenschaftliche Frau und katholische Märtyrerin. Als Heilige, die für ihre Liebe zum falschen Mann mit dem Leben bezahlen musste. Ihre Cousine Elizabeth, Königin von England, ihre größte Rivalin, hingegen als eifersüchtige, rachsüchtige Jungfer. Doch die Wahrheit ist eine andere: Mehr als 30 Jahre lang nutzte Mary Stuart Intrigen und entwickelte Mordpläne, um auf den englischen Thron zu gelangen. Es ist ein Drama um „Fake News“ und „Hate Speech“ im England des 16.Jahrhunderts. Die Doku zeigt den erbitterten Kampf der beiden Queens und bedient sich eines genialen Kunstgriffs: Queen Elizabeth – großartig verkörpert von der genialen Burgschauspielerin Marie-Christine Friedrich – erzählt ihr intimes Wissen aus allen Lebensphasen ihrer Konkurrentin Mary Stuart. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 28.04.2023 ORF 2
  • Folge 326
    „Die Königin ist tot – es lebe der König“. Der zeitlebens als „ewiger Thronfolger“ belächelte Charles ist nach dem Tod seiner Mutter mit 73 Jahren König geworden – niemand vor ihm hat so lange auf den Thron gewartet. Welche neue Ära beginnt mit ihm? Die altehrwürdige Queen, Diana, Harry, Kate – Glanz, Ruhm, Tragödien und Intrige liegen nahe beieinander im Hause Windsor. Und inmitten dieser Skandale hat Prinz Charles Jahre lang geduldig darauf gewartet, den für ihn vorgesehenen Platz einzunehmen. Wie wird er sein Amt ausüben? Spekulationen zufolge will er sich mehr in politische Belange einmischen – obwohl das in der britischen Monarchie nicht vorgesehen ist. Auch das Thema Klimawandel ist ihm wichtig – es bleibt spannend. Ein packendes Porträt mit Analyse und Ausblick auf den neuen König und die neue Epoche der britischen Geschichte. Insider-Interviews mit Royals-Expert*innen oder dem historischen Berater der Serie „The Crown“ werfen ein neues Licht auf den frischgekrönten König. Breiten Raum nehmen die beiden Frauen in seinem Leben in der Doku ein – die unglückliche Ehe mit Diana, und die langjährige, 2005 legitimierte Affäre mit Camilla, die nun die wichtigste Beraterin an der Seite des Königs ist. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Mi. 03.05.2023 ORF 2
  • Folge 327
    Im Deutschen Auswanderer-Haus in Bremerhaven lagern tausende Briefe von Deutschen, die in die USA ausgewandert sind. Die Historikerin Dr. Simone Blaschka erforscht die Geschichte der Immigranten.
    New York, um 1882. Auf dem begrenzten Stadtgebiet leben die vielen Einwanderer in engen Stadtvierteln, meist nach Nationalitäten getrennt. „Little Germany“, das Viertel der Deutschen, liegt im Süden von Manhattan. Dort sprechen die Verkäuferinnen auf den Märkten Deutsch, auf den Straßen werden deutsche Tageszeitungen verkauft und sogar Trachten- und Gesangsvereine gibt es im Viertel. Anders als „Little Italy“ oder „China Town“ löst sich „Kleindeutschland“ – wie man es noch nennt – 1904 wieder auf. Kulturelle Einflüsse haben überlebt. Heute führen rund 45 Millionen US-Amerikaner/​innen ihre Wurzeln auf Deutsche zurück, das sind mehr als aus jedem anderen Land der Welt. Geblieben sind Bräuche wie das Biertrinken, Grillen im Garten, aber auch deutsche Wörter wie „kindergarden“. Manche Deutsch-Emigranten kamen auch zu großem Wohlstand. Levi Strauss etwa, der Erfinder der Jeans, oder Henry John Heinz, der mit Tomatenketchup ein Imperium aufgebaut hat. Die vielen Erfolgsgeschichten und die schlechten Bedingungen im eigenen Land sind auch für den jungen Deutschen Georg Schmidt ausschlaggebend auszuwandern. Zuhause in Potsdam hatte er keine Chance, seinen großen Traum zu erfüllen: Anwalt zu werden. Seine Eltern konnten ihm kein Studium finanzieren. In Amerika sieht die Welt anders aus: Es reicht aus, eine Lehre als Anwaltsanwärter zu machen. Doch Schmidt lernt schnell: New York bietet ihm nicht nur die Hoffnung auf Realisierung seiner Zukunftspläne; in New York herrschen auch Armut, Kriminalität und Korruption. Als seine Verlobte wegen eines vermeintlichen Diebstahls festgenommen wird, muss Schmidt die mächtige Chefin eines Verbrechersyndikats in der Stadt, ebenfalls eine Migrantin aus Deutschland, um Hilfe bitten. Sie stellt Bedingungen, die den angehenden Anwalt in eine ausweglose Situation bringen. Die „Universum History“-Dokumentation „Migration ins Ungewisse – Little Germany 1882“ begleitet Georg Schmidt einen Tag im deutschen Auswandererviertel „Little Germany“. Den Emigranten Georg Schmidt hat es so nie gegeben. Doch seine Geschichte beruht auf Tatsachen: recherchiert und verdichtet aus zahlreichen historisch-verbrieften Biografien und neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 26.05.2023 ORF 2
  • Folge 328
    In den 1820er Jahren gelingt dem französischen Sprachwissenschafter Jean-François Champollion die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen. Damit legt er den Grundstein für die wissenschaftliche Erforschung der jahrtausendealten Kultur des dynastischen Ägypten. Ausgangspunkt für das Knacken des Codes sind die Inschriften auf dem „Stein von Rosette“. Mehr als 200 Jahre später taucht ein Briefwechsel zwischen Jean-François und seinem älteren Bruder Jacques-Joseph auf, der neues Licht auf die Entschlüsselung wirft. Mit Hilfe von Fachleuten und Animationen zeichnet die neue „Universum History“-Dokumentation „Der Codebreaker – Das Geheimnis der Hieroglyphen“ von Jacques Plaisant (ORF-Bearbeitung: Andreas Maurer) am Freitag, dem 2. Juni 2023, um 22:55 Uhr in ORF 2 diese außergewöhnliche Beziehung zweier Sprachgenies nach. Als Napoleon 1798 zu seinem Ägyptenfeldzug aufbricht, will er nicht nur das Reich vergrößern, den Briten ihre Vormachtstellung im Mittelmeerraum streitig machen und Frankreich eine herrschende Rolle im levantinischen Handel sichern – sondern auch der Wissenschaft neue Erkenntnisse bringen. Ein Team aus 167 Wissenschaftern, Schriftstellern und Künstlern begleitet die Expedition und inszeniert den Feldherren als „Retter des Pharaonenreichs“. Während Bilder und Beschreibungen der mystischen Tempel die Menschen in Frankreich faszinieren, rätseln die Forscher/​innen über die Bedeutung der fremden Bilderzeichen auf den ägyptischen Monumenten sowie auf dem „Stein von Rosette“. Der mehr als eine Dreivierteltonne schwere Steinblock aus schwarzem Basalt, der nahe der Hafenstadt Rosette (auch Rosetta) im Nildelta gefunden wird, trägt fragmentarische Inschriften in drei verschiedenen Sprachen: auf Griechisch sowie in wie zwei bislang unlesbaren Schriftsystemen: dem Demotischen, einer im antiken Ägypten üblichen Schreibschrift, und in ägyptischen Hieroglyphen. Seit der Antike wird hinter diesen Bildzeichen von Schlangen, Menschen, Wasser, Augen oder Schilfrohren eine Art Alphabet vermutet, doch es gab bislang keinen Schlüssel zur Entzifferung. Der Courier de l’Égypte, eine napoleonische Propagandazeitung, in der Kriegs- und Reiseberichte der Expedition veröffentlicht werden, deutet die schwarze Steintafel als Übersetzungsanleitung der Hieroglyphen. Nach dem erzwungenen Rückzug Napoleons wird der „Stein von Rosette“, auch „Rosetta-Stein“ genannt, von den Engländern beschlagnahmt und ins British Museum in London gebracht. Dem englischen Naturforscher und Abenteurer Thomas Young gelingt es, einzelne Zeichen von Königsnamen richtig zu entziffern. Die vollständige Entschlüsselung schafft jedoch der französische Sprachwissenschafter Jean François Champollion (1790⁠–⁠1832). Bereits mit 13 Jahren beherrscht der Sprachbegabte mehrere orientalische Dialekte. Sein älterer Bruder Jacques-Joseph (1778⁠–⁠1867) hat ihn unterrichtet, seine Begeisterung für Ägypten geweckt und eine Abschrift der Inschrift des „Rosetta-Steins“ aus dem British Museum für ihn organisiert. Obwohl er den Stein selbst nie zu Gesicht bekommt, gelingt es Jean François schließlich 1822, den antiken Code zu knacken und ein vollständiges System zur Entzifferung der Hieroglyphen vorzulegen. Später wird er zum ersten Kurator der Abteilung für ägyptische Altertümer des Pariser Louvre ernannt. Mehr als 200 Jahre nach Champollions bahnbrechenden Forschungsergebnissen sind nun neue Details über sein Leben aufgetaucht. Ein 30 Jahre andauernder Briefwechsel mit seinem Bruder Jacques-Joseph ist wissenschaftlich aufgearbeitet worden und wirft ein neues Licht auf dessen Rolle beim Knacken des Codes. „Universum History“ folgt in „Der Codebreaker – Das Geheimnis der Hieroglyphen“ den Spuren der Champollion-Brüder, die den Grundstein für die moderne Ägyptologie gelegt haben. Spannend aufbereitet ist die Doku durch moderne Animationen und die Expertise internationaler Historiker/​innen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 02.06.2023 ORF 2
  • Folge 329
    Rund 13 Millionen Menschen werden als Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Deutschen Reich ausgebeutet. Zwischen 1938 und 1945 geben sie ihre Freiheit, um die Wirtschaft – oft die Kriegswirtschaft – der Nationalsozialisten am Laufen zu halten. Sie kommen aus Polen, der Ukraine, aus Frankreich, aus Österreich oder anderen Ländern. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden viele der Opfer jahrzehntelang vergessen. Sie und ihre Geschichten verschwinden in den Jahren des Wiederaufbaus rasch aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit, auch in Österreich. Dabei hat das Volk in den allermeisten Fällen gewusst, wer sie waren: Sie waren Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen – im Dorf, in der Fabrik, auf dem Bauernhof. Zwangsarbeit muss auch die Wienerin Irma Trksak erleben. Nach dem sogenannten „Anschluss“ 1938 leistet sie Widerstand gegen das NS-Regime, verteilt Flugblätter und schließt sich einer kommunistischen Widerstandsgruppe an. „Wir haben uns Feldpostnummern von Soldaten besorgt und Kettenbriefe geschrieben, in denen wir aufriefen, den Krieg zu beenden. Dabei sind wir aber verraten worden“, sagte die 2017 verstorbene Trksak. Im September 1941 wird Trksak verhaftet, 1942 ins KZ Ravensbrück deportiert, einem Konzentrationslager für Frauen. Hier werden vor allem Jüdinnen und Widerstandskämpferinnen interniert, rund 28.000 überleben das Lager nicht. Wie Hunderte weitere Frauen aus dem KZ Ravensbrück wird Irma Trksak zur Zwangsarbeit bei Siemens-Halske eingeteilt. Ganz in der Nähe des KZ hatte das Unternehmen Fertigungsbaracken errichtet. „Wir haben für den Krieg gearbeitet: von der Spule bis zum fertigen Gerät, für U-Boote und Flugzeuge, alles wurde hier gefertigt“, so Trksak. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert sich Trksak als Zeitzeugin. Erst spät, im Jahr 2016 – mit 99 Jahren – wird sie mit dem „Ehrenzeichen der Republik Österreich“ ausgezeichnet. Für die 90-minütige „Universum History“-Neuproduktion „Die Sklaven der Nazis – Zwangsarbeit im ‚Dritten Reich‘“ – zu sehen am Freitag, dem 9. Juni, um 22:35 Uhr in ORF 2 – haben die Filmemacher Matthias Schmidt und Vít Poláček auch mit Irma Trksaks Sohn Ludwig gesprochen: „Es gab für meine Mutter zwei Lebensinhalte. Der eine war die Arbeit gegen das Vergessen. Und der zweite bin ich.“ Der Film macht einige der vergessenen Biografien jener zumeist jungen Erwachsenen und Jugendlichen sichtbar. Mit Hilfe von Eintragungen in Tagebüchern, mit Fotografien oder Briefen wird auf die Zeitzeugen und Zeitzeuginnen von damals, wie etwa Irma Trksak, fokussiert. Zudem steht die Generation ihrer Nachfahren im Blickpunkt: Im Gespräch mit den Kindern und Enkelkindern der Opfer und Täter erzählt die neue „Universum History“-Dokumentation nicht nur eine Geschichte des Vergessens nach 1945, sondern auch eine Geschichte der Versöhnung im heutigen Europa. Es ist eine transnationale und multiperspektivische Betrachtung der Zwangsarbeit. Sie folgt den Quellen von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen nach Norwegen, in die Ukraine oder nach Polen. Ihr Schicksal von damals prägt das Leben ihrer Nachfahren bis heute. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 09.06.2023 ORF 2
  • Folge 330
    Kurz vor und nach der Machtübernahme der Nazis flohen viele deutsche jüdische Familien, Künstler und Oppositionelle auf die Baleareninsel Mallorca. Auch der österreichische Schriftsteller und Autor Franz Blei fand Zuflucht. In der Hauptstadt Palma gibt eine eigene deutsche Kolonie – es existiert eine wirtschaftlich unabhängige, intellektuelle Gemeinschaft. Doch immer größer wird der Einfluss der Nazis und der deutschen Regierung. Als 1936 der von Hitler unterstützte Franco-Putsch stattfindet, sitzen die Geflohenen in der Falle. Die auch von Italien unterstützten Todesschwadronen Francos durchkämmen die Insel, nur wenigen gelingt die Flucht – viele werden ermordet. Anhand mehrerer Biografien Betroffener und ihrer Nachfahren werden der Überlebenskampf und die dramatische Situation auf Mallorca nachgezeichnet. Die auch von Italien unterstützten Todesschwadronen Francos durchkämmen die Insel, nur wenigen gelingt die Flucht. Anhand mehrerer Biografien Betroffener wird der Überlebenskampf und die dramatische Situation auf Mallorca nachgezeichnet. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 30.06.2023 ORF 2
  • Folge 331
    Im Sommer 1945 liegt Europa in Trümmern. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, die Zerstörungen in den betroffenen Ländern sind enorm. In der Not der Nachkriegszeit erweisen sich die Vereinigten Staaten als verlässlicher Partner. US-Präsident Harry S. Truman schickt zudem eine besondere Kommission nach Europa. Geleitet wird sie von Ray Denslow, einem Freimaurer. Fünf Wochen lang reist Ray Denslow durch die vom Krieg schwer gezeichneten Länder. Sein Auftrag: eine Bestandsaufnahme der Freimaurerei in Europa nach Jahren der Diktatur und Unterdrückung. Die Bruderschaft geht in ihren Ursprüngen auf die Handwerker im mittelalterlichen England zurück. Im Jahr 1717 kommt es in London zur Gründung der ersten Großloge, das Datum gilt als Geburtsstunde der modernen Freimaurerei. Mitglieder legen bei ihrer Initiation einen Eid ab und geloben, an der sittlichen Verbesserung der eigenen Person und der Gesellschaft zu arbeiten. Die Freimaurerei breitet sich rasch aus und setzt sich für Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ein. Aufklärerische Werte, die etwa für die Französische Revolution, die amerikanische Unabhängigkeit oder auch die Erklärung der Menschenrechte grundlegend sind. 200 Jahre später werden die Freimaurer zum erklärten Erzfeind gleich dreier Diktatoren. Den Anfang macht Benito Mussolini. Italiens Freimaurer unterstützen den aufstrebenden Politiker zunächst, doch der sucht zur Festigung seiner Macht eine mächtigere Verbündete, deren Einfluss im Land enorm ist: die Katholische Kirche. Sie steht der Bruderschaft seit rund zwei Jahrhunderten kritisch gegenüber und sorgt im Verbund mit den Faschisten schließlich für die Auflösung der Geheimgesellschaft. Auch Francisco Franco in Spanien und Adolf Hitler in Deutschland folgen Mussolinis Beispiel. Für alle drei Diktatoren werden die Freimaurer zum Feindbild, das immer und immer wieder beschworen wird, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. In Deutschland etwa beherrscht zwar der Antisemitismus die Verschwörungsideologie der Nazis, doch die Freimaurerei lässt sich damit verbinden, erläutern Experten wie der Historiker Ralf Melzer. Der Feind in Hitlers Narrativ ist die jüdisch-freimaurerische Verschwörung, die gegen Großdeutschland intrigiert. Die Folgen für die Bruderschaft und ihre Mitglieder sind drastisch – die Logen werden geschlossen, viele Freimaurer finden den Tod. In Deutschland, Italien und den besetzten Ländern Europas endet die Verfolgung mit dem Zweiten Weltkrieg, in Spanien hält sich Franco noch bis 1975 an der Macht. „Universum History“ zeichnet die Geschichte der Freimaurer in jener dramatischen Zeit detailreich nach und klammert dabei auch die Verstrickungen so mancher Logen in die faschistische und nationalsozialistische Ideologie nicht aus. Interviews mit Historikerinnen, Historikern und anderen Expertinnen und Experten geben Einblick in die Mechanismen und Hintergründe der Verfolgung. Teils kolorierte Archivaufnahmen machen den Blick in die europäische Vergangenheit auf beklemmende Weise lebendig. Ray Denslows Beschreibungen, die er 1945 in seinem Bericht an den damaligen US-Präsidenten Harry S. Truman festgehalten hat, bilden in Form von Reenactments den atmosphärischen Rahmen für diese packende Nacherzählung mit sehr speziellem Blickwinkel auf die Zeit der europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 14.07.2023 ORF 2
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 07.07.2023
  • Folge 332
    Eine spektakuläre archäologische Reise zu den Anfängen unserer Kultur – bis zum Ursprung des Christentums. Im Jahr 2014 werden bei einem Vermessungsflug versunkene Überreste einer riesigen Basilika entdeckt – am Grund des Iznik-Sees in der heutigen Türkei. Ein internationales Expertinnen-Team rekonstruiert mithilfe von Radar, Unterwasserkinematografie und Isotopenanalyse die Geschichte dieser Kirche im See – und lüftet das Geheimnis der antiken, römischen Stadt Nicäa – dem heutigen Iznik. Wer war diese geheimnisvolle Gemeinde, wohin sind die Menschen verschwunden und warum, wer hat die Basilika gebaut und wie wurde sie zerstört? Geführt von WissenschafterInnen aus den USA, der Türkei, der Schweiz, Frankreich, dem Vatikan und mit österreichischer Beteiligung werden die Rätsel der versunkenen Basilika Stück für Stück gelüftet. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 04.08.2023 ORF 2
  • Folge 333
    Der Historiker Prof. Michael Rothmann erforscht das Fehdewesen im Mittealter im Stadtarchiv Mühlhausen.
    1218 – Burg Münzenberg im heutigen Deutschland – eine mächtige Festung aus Basaltgestein. Der junge Kastellan Eberhard muss sich als Burgvogt behaupten und beweisen, dass er die Burg führen kann. Doch seine verfeindeten Nachbarn wollen ihm einen Strich durch die Rechnung machen. In einer hinterlistigen Fehde wollen sie ihm eine Mühle abluchsen. Ein typischer Nachbarschaftsstreit im sogenannten Heiligen Römischen Reich beginnt. Burgen waren im Mittelalter nicht nur wichtige Verteidigungsanlagen, sondern auch kleine Reiche für sich selbst. Bäcker und Köchinnen kümmerten sich um die Verpflegung, Schmiede und Baumeister um die Verteidigung. Der Burgvogt musste Steuern eintreiben, Baustellen managen und im Ernstfall auch die Burg verteidigen. Die Universum-History-Dokumentation lässt den Alltag auf dieser mittelalterlichen Burg in aufwändigen Spielszenen wieder auferstehen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 11.08.2023 ORF 2
  • Folge 334
    Liegt die Wiege der Menschheit nicht in Afrika, sondern in Europa? Neue Funde deuten darauf hin: Ein in Athen entdeckter, über sieben Millionen Jahre alter Unterkiefer zeigt ebenso wie ein in Bulgarien gefundener Zahn vormenschliche Merkmale; auf Kreta lassen versteinerte Fußabdrücke vermuten, dass hier schon vor sechs Millionen Jahren, also früher als in Afrika, ein Wesen aufrecht gegangen ist. Und in Bayern hat die Paläontologin Madelaine Böhme eine Ur-Menschenaffenart ausgegraben, die der letzte gemeinsame Vorfahr von heutigen Affen und Menschen sein könnte. Der moderne Mensch, der Homo sapiens, entstand in Afrika, doch es könnte sein, dass seine Vorfahren aus Europa gekommen waren. Muss die Geschichte der menschlichen Evolution neu geschrieben werden? (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 25.08.2023 ORF 2
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 21.07.2023
  • Folge 335
    Er galt als Terrorist, er wurde Friedensnobelpreisträger. Yassir Arafat, der Palästinenserführer hatte auch selber an seiner eigenen Legende mitgestrickt. Als dem Widerstandskämpfer wurde der Staatsmann. Und das auch mithilfe von Bruno Kreisky. Der österreichische Bundeskanzler wird sich später enttäuscht über den PLO-Führer zeigen. Die Dokumentation zeigt das bewegte Leben von Yassir Arafat, der bis zu seinem Tod 2004 noch für viele ein Rätsel geblieben ist. Österreichische ExpertInnen analysieren das Leben des umstrittenen Palästinenser-Führers und sein ambivalent-herzliches Verhältnis zu Bruno Kreisky. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.09.2023 ORF 2
  • Folge 337
    Eine packende historische Analyse, wie das Reich der Mitte zum China von heute geworden ist. Eine Geschichte, die vor rund 150 Jahren mit einer Demütigung durch den Westen begonnen hat. Gefolgt von Zeiten der Not, Bürgerkriegen und Unterdrückung. Bis zur Neuerfindung der Volksrepublik China als neue Weltmacht, die sich heute als Gegensatz zur westlichen Welt sieht. Anfang des 19. Jahrhunderts sah sich das Kaiserreich China als Zentrum der Welt. Mit seiner Jahrtausende alten Geschichte fühlte es sich der restlichen Welt überlegen. Das änderte sich, als das Britische Empire in den Opiumkriegen mit überlegener Waffengewalt China zwang, sich für den Weltmarkt zu öffnen. Die Folgen waren dramatisch: das Reich wurde von Unruhen erschüttert und schließlich verließ 1911 der letzte Kaiser den Thron in Peking. Das Land wurde durch Bürgerkriege innerlich zerrissen, bis durch die Invasion durch das japanische Kaiserreich ein neuer gemeinsamer Gegner auftauchte. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 29.09.2023 ORF 2
  • Folge 338
    Eine packende historische Analyse, wie das Reich der Mitte zum China von heute geworden ist. Eine Geschichte, die vor rund 150 Jahren mit einer Demütigung durch den Westen begonnen hat. Gefolgt von Zeiten der Not, Bürgerkriegen und Unterdrückung. Bis zur Neuerfindung der Volksrepublik China als neue Weltmacht, die sich heute als Gegensatz zur westlichen Welt sieht. Der Krieg gegen die Japaner einte die einst verfeindeten Nationalisten und Kommunisten. Doch kurz nach dem Sieg befand sich das Land Bürgerkrieg. Mit dem Sieg der Kommunisten wurde die Volksrepublik gegründet. Ein neues China unter Mao Zedong, in dem weiter Repression, Hungernöte und Chaos durchleben musste. Auf der anderen Seite wurde hier auch die Grundlage gelegt für die Wiedererfindung Chinas als neues Reich der Mitte, als die Weltmacht von heute. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 06.10.2023 ORF 2
  • Folge 339
    Charlotte von Rothschild (Brigitte Hannak) mit ihrem Sohn Albert Rothschild (Luca Himburg, mitte), der einmal als reichster Mensch Europas gelten würde.
    18. Dezember 1744. Maria Theresia erlässt, kurz vor der Geburt ihres 7. Kindes, einen Befehl, der wie ein Donner im Habsburgerreich einschlägt und in ganz Europa seinen Widerhall findet. Alle Prager Juden sollen die Stadt verlassen. Es ist die letzte große Vertreibung der Juden im Alten Europa vor dem Holocaust. Ein Countdown beginnt, ein Kampf, indem sich halb Europa für die jüdischen Stadtbewohner Prags einsetzt. Doch die zur Mutter ihrer Völker hochstilisierte Habsburgerin bleibt gnadenlos. Was treibt die angeblich so aufgeklärte Monarchin zu diesem mittelalterlichen Akt? Der Film versucht eine Antwort auf Maria Theresias dunkle Seite zu geben. Und nach den Folgen für das Habsburgerreich und ganz Europa zu fragen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 31.10.2023 ORF 2
  • Folge 340
    20. April 1942. In einem Keller in einem Pariser Vorort spionieren drei Mitglieder des französischen Widerstands unter der Leitung des deutschen Ingenieurs Robert Keller Adolf Hitler aus, der gleichzeitig abgehört wird. Göring und weitere deutsche Marschälle und Generäle werden ebenfalls abgehört. Die packende Geschichte einer wichtigen Geheimdienstaktion gegen die Nazis, mit packenden Spielszenen und Interviews. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 03.11.2023 ORF 2
  • Folge 342
    „Das Nibelungenlied“, ein Sittengemälde: Rache und Vergeltung führen zum Untergang der Burgunden.
    Es ist das wichtigste literarische Epos des deutschen Mittelalters: das Nibelungenlied, geschaffen von einer/​m anonymen AutorIn Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Universum History – Doku erzählt die wichtigsten Stationen des Epos – von der Liebe zwischen Siegfried und Kriemhild über die Ermordung Siegfrieds bis zur grausamen Rache an den Mördern – und erläutert die einzelnen Szenen vor dem kulturellen, politischen und sozialen Hintergrund dieser Zeit. Wichtigste Erkenntnis: Nicht Siegfried ist der eigentliche Held der Geschichte, sondern Kriemhild. So ist das Nibelungenlied wohl der erste deutsche Frauenroman. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 24.11.2023 ORF 2
  • Folge 343
    Nelson Mandelas symbolträchtige Aktionen gegen die Apartheid in Südafrika begeisterten Menschen auf der ganzen Welt. Während er in seinem Heimatland mehr als ein Vierteljahrhundert lang als Staatsfeind im Gefängnis saß, machten ihn Anhänger aus allen politischen und kulturellen Lagern zu einer Legende. Aus dem mitunter radikalen Kämpfer Nelson Mandela wurde eine Ikone des Friedens und der Freiheit. Ein Universum History über den Menschen hinter dem Mythos. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 01.12.2023 ORF 2
  • Folge 344
    Kurz vor der letzten Begegnung mit Leonie von Puttkamer erlebt Gretl Csonka (Christina Cervenka) die erste Bombennacht in Berlin.
    Wien 1919: Die Bürgerstochter Margarethe „Gretl“ Csonka wird von ihrem Vater zu Sigmund Freud geschickt. Er soll sie von ihrem „verbotenen Begehren“ nach der skandalumwitterten preußischen Gräfin Puttkamer „heilen“. Doch Gretl kämpft um ihre Liebe – auch wenn das bedeutet, Sigmund Freud an der Nase herumzuführen. In der Konfrontation mit Gretl kommt Freud zum Schluss, dass Homosexualität nicht geheilt werden kann und auch nicht geheilt werden muss. Parallel zeigt die Dokumentation, wie sich im Wien und vor allem im Berlin der Zwischenkriegszeit erstmals queeres Selbstbewusstsein entfaltet – nur um bald darauf von den Nazis brutal zerstört zu werden. Im Spannungsfeld von Repression und Aufbruchsstimmung kämpfen Aktivist*innen wie Magnus Hirschfeld um die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt und gegen das Verbot gleichgeschlechtlicher Sexualität. Der Film „Anders als die Anderen“ thematisiert Homosexualität erstmals ganz offen – und wird zum Skandal. 1934 lässt Adolf Hitler SA-Chef Ernst Röhm ermorden – und damit den prominentesten homosexuellen Nazi. Es ist ein Wendepunkt: Von nun an verfolgt der NS-Staat vor allem schwule Männer, aber auch lesbische Frauen, steckt sie ins KZ, kastriert oder ermordet sie. Gretl Csonka gelingt die Flucht – in ein Leben, in dem sie sich nie wieder die Freiheit nehmen lassen wird, zu lieben, wen sie will. Eine (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 05.12.2023 ORF 2
  • Folge 345
    Seit der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 sind die Frauen Afghanistans einmal mehr all ihrer Rechte und Freiheiten beraubt. Sie sind Teil der wechselhaften Geschichte eines Landes, das immer wieder Spielball ideologischer Großmachtsinteressen und von Bürgerkriegen zerrissen war. Sechs Frauen, die sich als Politikerinnen, Frauen- und Menschenrechtsaktivistinnen für ihr Land engagiert haben, lassen die Geschichte ihres gebeutelten Landes Revue passieren- von einer unbeschwerten Friedensphase in den 1960er Jahren bis zum heutigen neuerlichen Terrorregime der Taliban. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.12.2023 ORF 2
  • Folge 346
    68 Jahre lang herrschte Kaiser Franz Joseph von Österreich-Ungarn über die Habsburg-Monarchie, am Ende seines Lebens dominiert das Gefühl des Scheiterns – politisch, und auch auf privater Ebene. Seiner Herrschaft über die Habsburg-Monarchie hatte er zwei Jahre vor seinem Tod gewissermaßen selbst den Todesstoß versetzt – mit seiner Unterschrift, die den Ausbruch des Ersten Weltkrieg besiegelte. Trotzdem überwiegt in der Erinnerung oft das Positive. Großen Anteil daran hatte wohl die Frau an seiner Seite: Sisi, deren Geschichte auch 125 Jahre nach ihrem Tod mythenumwoben im Gedächtnis geblieben ist. Exzentrisch, schön und unnahbar – auch für ihren Gatten Kaiser Franz Josef. Doch wer war der wahre Franz Josef? Wohl über weite Strecken ein Herrscher, der stoisch und mit eiserner Hand regierte. Ein Kaiser, der zu oft all seine Energie daran setzten, das Alte zu bewahren – und das Neue nicht aufkommen zu lassen. Eine österreichisch-deutsche Koproduktion, die ein völlig neues Licht auf den altbekannten Kaiser wirft- einen Kaiser, dessen Kindheitstraumata sein ganzes Leben überschatten sollten. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 22.12.2023 ORF 2
  • Folge 348
    Die Dokumentation begibt sich auf eine akribische Spurensuche nach Teje, die bis in die Kindheit der späteren Königin zurückreicht. Teje kommt demnach um das Jahr 1400 v. Chr. in Mittelägypten auf die Welt. Ihre Eltern sind Bürgerliche, gehören aber der Oberschicht an und verfügen als wohlhabende Grundbesitzer über Status und Einfluss. Bald zieht die Familie nach Waset, dem heutigen Luxor. Die Stadt bildet das Zentrum der ägyptischen Gesellschaft. Um 1390 v. Chr. besteigt dort ein Knabe den Thron: Amenophis III. ist noch ein Kind, als er zum Pharao ernannt wird. Trotz seiner Jugend muss eine Frau für ihn gefunden werden. Die Wahl fällt auf Teje und die beiden heiraten im ersten oder zweiten Jahr seiner Herrschaft. Braut und Bräutigam sind zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich etwa zehn Jahre alt. Gemeinsam herrscht das Paar von nun an über das mächtige Reich. Die Doku widmet sich ausführlich der Rolle, die der Frau an der Seite des Pharao zukommt. Fachleute erklären die exponierte Position, die Teje stets einnimmt. Denn der Pharao hat – ganz dem Brauch entsprechend – in den kommenden Jahren gleichzeitig auch andere Ehefrauen. Doch es ist Teje, die immer wieder hervorgehoben wird. Amenophis räumt ihr klar erkennbar die Vormachtstellung am Hofe ein. Inschriften auf Skarabäen, Wandreliefs und Statuen bestätigen dieses Bild und zeigen eine Frau auf dem Höhepunkt der Macht, die selbstbewusst an der Seite ihres Mannes herrscht. Damit könnte die Geschichte von Teje bereits enden. Doch Amenophis III. wagt einen radikalen Bruch mit den religiösen Traditionen: Er erklärt sich noch zu Lebzeiten zur Inkarnation des Sonnengottes Aton, und an seiner Seite strahlt Teje als Göttin Hathor. Als sich der Pharao daran macht, die einflussreiche Priesterschaft des Amun zu entmachten, ist Teje an seiner Seite, wie der Ägyptologe Aidan Dodson erläutert. Als Amenophis III. stirbt, folgt ihm sein Sohn auf den Thron. Dieser handelt in seiner Verehrung des Sonnengottes noch radikaler: Echnaton stellt den einen Gott über alle anderen Gottheiten des Alten Ägypten. Auch an seiner Seite steht Teje und wird so zur Zeugin dieser religiösen Revolution, die manchen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern als Wegbereiterin des Monotheismus gilt. Mit opulenten Reenactments macht die Dokumentation jene Zeit lebendig und folgt Teje auf ihrem Weg von der Tochter aus gutbürgerlichem Hause zur Frau eines Pharao. Sie begleitet die Königin bei ihrem Aufstieg zur gottgleichen Herrscherin an der Seite ihres Mannes und zeigt sie auch als unterstützende Mutter ihres Sohnes Echnaton. Die archäologische Spurensuche an den Ausgrabungsstätten und in diversen Museen weltweit stellt zahlreiche Artefakte, Statuen und Bildnisse Tejes vor. Expertinnen wie die Radiologin Sahar Saleem berichten von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und liefern so viele Facetten für ein detailreiches Bild von Teje, der „Großen Königlichen Gemahlin“ des Amenophis. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 12.01.2024 ORF 2
  • Folge 349
    Im zweiten Jahrhundert v. Chr. sind die großen Zeiten Ägyptens vorüber. Das Land steht unter griechischer Herrschaft. Die Dynastie der Ptolemäer regiert in der Hauptstadt des Reiches, der geschäftigen Hafenstadt Alexandria. Man beruft sich gerne auf das ägyptische Erbe. Mit den Pharaonen verbindet die Ptolemäer etwa auch die Tradition der männlichen Thronfolge und so tritt 180 v. Chr. Ptolemaios VI. als ältester Sohn die Nachfolge seines Vaters an. Er ist eines der drei Königskinder, die um den Thron ringen. Ihren Kampf erzählt die Dokumentation mit Hilfe von Reenactments bildgewaltig nach. Dabei steht vor allem die ältere Schwester im Fokus. Kleopatra II. darf als Erstgeborene nicht die Macht übernehmen. Erst eine weitere der alten Traditionen ermöglicht auch ihr, den Königsthron zu besteigen: Kleopatra heiratet ihren Bruder und herrscht fortan gemeinsam mit ihm über das ägyptische Reich. Als der jüngere Bruder, Physikon, ebenfalls nach der Macht strebt, kommt es zum Zwist zwischen den drei Geschwistern. Ptolemaios VI. stirbt schließlich; sein Tod wird für Physikon zur Chance. Er wird nicht nur neuer König, er sorgt auch für Kontinuität, indem er ebenfalls seine Schwester Kleopatra II. heiratet. Diese zweite Geschwisterehe wird spätestens dann auf die Probe gestellt, als Physikon als weitere Ehefrau ausgerechnet Kleopatras Tochter, seine Nichte, wählt. Eine Tragödie folgt: Physikon zeigt sich als rücksichtsloser Machtpolitiker und ermordet sogar den gemeinsamen Sohn. Im sich zuspitzenden Machtkampf erklärt sich Kleopatra II. zur alleinigen Herrscherin – ein unerhörter Schritt für eine Frau im damaligen Ägypten, das seit tausend Jahren keine weibliche Alleinherrscherin mehr gesehen hat. Die Dokumentation erzählt nicht nur eine tragische Familiensaga, es wird vor allem auch eine facettenreiche Darstellung jener „anderen“, eher unbekannten Kleopatra entworfen. Diese erweist sich immer wieder als politisch kluge Vermittlerin, aber auch als machtbewusste Herrscherin, die sich geschickt den Rückhalt im ägyptischen Volk sichert. Ägyptologin Colleen Darnell zeigt auf, welche Taktik sich hinter den innenpolitischen Schachzügen dieser Königin verbirgt, und zeichnet das Bild einer Frau, die trotz aller grausamen Wendungen am Ende vor allem ein Ziel verfolgt: den Erhalt der ptolemäischen Dynastie. Der Althistoriker Lloyd Llewellyn-Jones kommt in der Doku in seiner Beurteilung von Kleopatra II. zu einer erstaunlichen Einsicht: Sie sei eine der bedeutendsten Frauen der antiken Welt und stelle in vielerlei Hinsicht sogar Kleopatra VII. in den Schatten, so Llewellyn-Jones. Kleopatra II. – eine geborene Überlebenskünstlerin, die sich immer wieder gegen die Vorurteile einer patriarchalen Gesellschaft stellt. Eine der interessantesten Königinnen des Alten Ägypten. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 19.01.2024 ORF 2
  • Folge 350
    Ägypten steht seit der Besetzung durch Alexander den Großen unter griechischer Herrschaft. Nach seinem Tod wird einer seiner Generäle dort Statthalter und begründet eine Dynastie, die die nächsten 300 Jahre regieren wird: die Ptolemäer. Die berühmteste Vertreterin der Ptolemäer ist Kleopatra VII. – vor allem dank ihrer weithin bekannten Liebesbeziehung zu zwei mächtigen Römern. Die Geschichte der Kleopatra Selene kann nicht ohne die Mutter erzählt werden. So blickt die „Universum History“-Doku denn auch zunächst mittels opulenter Spielszenen auf die weltberühmte Geschichte von Kleopatra, Julius Cäsar und Mark Anton zurück. Mit beiden bekommt Kleopatra VII. Kinder, eines davon ist Kleopatra Selene. Mark Anton gerät jedoch in Konflikt mit Rom, die Liebe zu Kleopatra endet tragisch. Beider Leben endet durch Selbsttötung. Danach, nach Tausenden von Jahren, ist Ägypten kein Königreich mehr und wird zu einer römischen Provinz. Nicht alle Kinder von Kleopatra und Mark Anton lässt dessen römischer Gegenspieler Octavian am Leben. Kleopatra Selene wird nach Rom verschleppt und wächst im Hause der Schwester von Octavian auf. Hier nimmt ihr Schicksal eine Wendung, die die junge Prinzessin doch noch auf den Thron eines Königreichs bringen wird. Doch es wird nicht der ägyptische sein. Denn im Haus der Schwester von Octavian lebt auch ein junger Prinz aus Nordafrika – Juba. Juba ist der Sohn des Königs von Numidien, eines besiegten Feindes von Julius Cäsar, der den Knaben nach dem Tod des Vaters adoptierte und ihn wie Kleopatra Selene nach Rom brachte. Die beiden wachsen gemeinsam auf und heiraten schließlich. Octavian nennt sich nun Augustus, „der Erhabene“, und ist im Begriff, der erste Kaiser Roms zu werden. Sein Ziel: die römische Macht in der Welt zu festigen. Im Königreich Mauretanien aber, im Nordwesten Afrikas, wackelt diese Macht. Augustus beschließt, eine loyale Monarchie zu installieren. Die Wahl fällt auf Juba und Kleopatra Selene, die auf diese Weise nicht in ihre Geburtsländer zurückkehren, aber doch einen Königsthron besteigen. Die Geschichte der Kleopatra Selene ist wenig bekannt. Dabei kann ihre Herrschaft in Mauretanien als Erfolgsstory bezeichnet werden, wie der Film anhand von Interviews mit Historikerinnen und Historikern sowie durch detailreiche Reenactments aufzeigt: Das junge Königspaar macht sich daran, sein neues Reich mit Entschlossenheit und Einfallsreichtum aufzubauen und weiterzuentwickeln. „Kleopatra Selene war eine außergewöhnliche Frau, die dieses Reich fast im Alleingang mit ihrem Mann aufgebaut hat. Das ist eine erstaunliche Leistung“, konstatiert der Historiker und Autor Michael Livingston. Die Archäologin Jane Draycott wirft einen feministischen Blick auf das Leben der Kleopatra Selene. Sie habe ihr Reich mehrere Jahrzehnte lang erfolgreich regiert: „Wenn es in der römischen Epoche gut läuft, wird in der Regel nicht darüber geschrieben. Man sollte sich an sie erinnern, weil sie eine erfolgreiche Königin in einer Zeit war, in der es nicht so viele erfolgreiche Königinnen gab“, so Draycott. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 19.01.2024 ORF 2
  • Folge 351
    Die Historikerin Dr. Leonie Treber im Dresdner Stadtarchiv: Trümmerräumung als lebensgefährliche, schwere Arbeit.
    Sie meldeten sich nach Kriegsende 1945 angeblich freiwillig, um bei der Beseitigung der Kriegsschäden tatkräftig mitzuhelfen. Tatsächlich war der Alltag der Trümmerfrauen alles andere als mythisch. Zwangsverpflichtet oder aus purer Not verrichteten sie Tag für Tag Schwerstarbeit, um sich selbst und die Familie zumindest halbwegs über die Runden zu bringen. Die Trümmerfrau von Dresden dokumentiert eindrücklich die Entbehrungen und Repressalien, denen Millionen Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg ausgesetzt waren. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 01.03.2024 ORF 2
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 10.11.2023
  • Folge 353
    Rom, 1611. Die junge Malerin Artemisia Gentileschi wird vom 15 Jahre älteren Maler Agostino Tassi vergewaltigt. 10 Monate danach bringt der Vater vor dem Inquisitionsgericht Rom Klage wegen „gewaltsamer Entjungferung“ ein. Tassi leugnet. Artemisia muss ihre Anschuldigungen unter Folter wiederholen, und sich einer entwürdigenden gynäkologischen Untersuchung unterziehen – damals die einzige Möglichkeit für betroffene Frauen, den Wahrheitsbeweis anzutreten. Tassi wird zu 5 Jahren Verbannung aus Rom verurteilt. Artemisia entwickelt sich selbstbewusst zu einer der bedeutendsten Barockmaler:innen. Gefördert von den Medici malt sie Kunstwerke wie „Susanna im Bade“ oder „Judith enthauptet Holofernes“, das als Reaktion der Künstlerin auf das traumatische Ereignis interpretiert wird. Ein spannender, emanzipatorischer Film, der die Mechanismen männlicher Gewalt aufzeigt, und eine beachtliche Künstlerin porträtiert, die erst von der feministischen Kunstgeschichtsschreibung im 20. Jahrhundert wieder aus der Vergessenheit geholt worden ist. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Artemisia. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 08.03.2024 ORF 2
  • Folge 354
    Sie hat den Grundstein gelegt für die moderne Krankenpflege – und doch kennt kaum jemand ihre Geschichte: Florence Nightingale. Die junge Krankenpflegerin gilt als revolutionäre Reformerin des Gesundheitswesens in Großbritannien und Britisch-Indien – und letztlich weltweit. Von Königin Viktoria 1853 im Krimkrieg eingesetzt, wurde sie nach ihrer Rückkehr in Großbritannien ob ihrer heldenhaften Verdienste als Star gefeiert. Sie entwickelte völlig neue Standards der Hygiene und Pflege, begründete eine Schule und Ausbildungsstätte und schrieb richtungsweisende Lehrbücher. All ihre Erkenntnisse stützten sich auf Fakten und Zahlen, die Krankenschwester entwickelte Diagramme und führte die visuelle Darstellung von Statistiken im Pflegebereich und Krankenanstalten ein. Dafür wurde sie als erste Frau in die britische Königliche Gesellschaft für Statistik aufgenommen. Sie setzte einerseits auf faktenbasiertes Handeln, andererseits auf Mitgefühl – legendär ihr Ausspruch: „Ärzte behandeln Krankheiten, wir behandeln Menschen.“ Die Doku ist das fesselnde Porträt einer Krankenpflegerin, Aktivistin und Sozialreformerin, die durch ihr Wirken Henry Dunant zur Gründung des Roten Kreuzes inspirierte. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.03.2024 ORF 2
  • Folge 355
    In der Geschichte ist es Kindern bei weitem nicht immer gut gegangen. Im antiken Griechenland wurde die Kindheit als Zeit menschlicher Unvollkommenheit missachtet. In Rom hing es allein vom Vater ab, ob er den Säugling annahm, ihn aussetzte oder gar töten ließ. In der Neuzeit mussten Kinder oft mit den Erwachsenen in den Krieg ziehen, manchmal sogar als Soldaten an die Front. In manchen Ländern wie in der Demokratischen Republik Kongo oder der Zentralafrikanischen Republik gibt es auch heute noch Kindersoldaten. Doch auch Krankheiten und mangelnde Hygiene kosteten – und kosten mancherorts noch immer – zahlreiche Kinder das Leben. Zu manchen Zeiten starben viele Kinder noch vor der Pubertät an Pocken, Diphterie oder Pest. Erst das bessere Wissen um Hygiene und die Entwicklung der Kinderheilkunde sorgten für Abhilfe – in vielen Ländern der Erde ist dies bis heute nicht der Fall. Die Vorstellungen von Kindererziehung unterlagen im Laufe der Geschichte großen Veränderungen. Jean-Jaques Rousseau schuf 1762 mit seinem Roman „Emile“ ein völlig neues Bild einer glücklichen Kindheit. Er fordert darin Revolutionäres: dass sich Kinder frei entwickeln und ihren Neigungen nachgehen dürfen. Die Erwachsenen sollten sie dabei nur unterstützen. Erstmals wurde damit das Konzept der autoritären Erziehung hinterfragt, was auch heftige Gegenstimmen verursachte. Bis hin zu Konzepten antiautoritärer Erziehung in den 1960er und 1970er Jahren war es noch ein weiter Weg. Viel zu tun bleibt auch noch, um Kinderarbeit in aller Welt abzuschaffen. Denn noch immer müssen viele Kinder aus ärmeren Familien – vor allem in Asien und Afrika – arbeiten. Damit wird ihnen die Kindheit genommen, das Recht auf Bildung und das Recht, sich frei zu entwickeln. In Europa wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Kinderschutzgesetze verabschiedet, die Arbeit in Gewerbebetrieben für Mädchen und Buben unter zwölf Jahren verboten. In Österreich wurde 1774 unter Maria Theresia eine „Allgemeine Schulordnung“ mit Schulpflicht vom 6. zum 12. Lebensjahr erlassen, seit 1919 gilt in Deutschland Schulpflicht für Kinder. Die Dokumentation erzählt über die Geschichte der Kindheit – vom ältesten, je gefundenen Spielzeug über Pädagogik im antiken Griechenland oder Kindesaussetzungen im alten Rom. Interviews mit Wissenschaftern und Wissenschafterinnen bringen neue Erkenntnisse über die Kindheit und einige Überraschungen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 05.04.2024 ORF 2
  • Folge 356
    Ein langes Leben ist ein kostbares Geschenk. Alte Menschen können andere mit ihrem Erfahrungsschatz bereichern. Das Alter ist aber auch die Zeit, in der die Kraft nachlässt und Gebrechen zunehmen. Weshalb sich der Mensch schon immer danach sehnt, den Altersprozess zu stoppen – forever young ist eine Menschheitsfantasie. In vielen Kulturen werden alte Menschen respektiert und geehrt, in manchen gilt das Alter sogar als idealer Lebensabschnitt. Alte Menschen sind jedoch auch von Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen. Im ältesten Werk der Welt, dem Gilgamesch-Epos geht es um die Alter: Der sumerische König Gilgamesch ist auf der Suche nach dem ewigen Leben und nimmt dafür viele Risiken auf sich. Im antiken Athen war das Bild der Alten widersprüchlich – einerseits wurden Greise in der griechischen Komödie öffentlich verspottet, weil ihre unförmigen Körper nicht mehr dem Ideal der Zeit entsprachen. Andrerseits genossen sie in Sparta Ansehen und Einfluss, da Lebenserfahrung mit Weisheit verbunden wurde. Die Römer ehrten die alten Männer. Cicero rühmt sie in seinem Werk „De Senectute“. Vor allem Frauen haben zu jeder Zeit den Druck gespürt, dem gängigen Ideal der ewigen Jugend zu entsprechen. Die Kosmetikindustrie profitiert davon und befördert das Klischee. Mit der Christianisierung kam im Mittelalter der Caritas-Gedanke auf, der sich in einer Institution manifestierte, dem Hospital. Es bot alten Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch ein sorgenfreies Dasein bis zum Tod. Die Doku zeigt auf, wie Gesellschaften mit alten Menschen im Laufe der Geschichte umgegangen sind. Mussten sie früher bis zum Tod arbeiten oder von der Familie versorgt werden, wurde durch die Rentengesetzgebung – zumindest in Deutschland – im 19. Jahrhundert der Staat zum Fürsorger. Der Staat löste die Familie als Versorger ab und garantierte den Ruhestand. „Universum History“ thematisiert die Errungenschaften, die das Leben alter Menschen grundlegend verändert haben. Berichtet wird von neuen Erkenntnissen der Forschung über den körperlichen Altersprozess. Wissenschafterinnen und Wissenschafter zeigen die Perspektiven und Herausforderungen des Alterns auf. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 12.04.2024 ORF 2
    • ursprünglich angekündigt: Die Jahrhundert-Spionin - Als Ursula Kuczynski die Atombombe stahl
    • ursprünglich angekündigt: Die gestohlene Atombombe - Codename Sonja
    Folge 357
    1919 formiert sich die Kommunistische Partei Deutschlands. Die Mitglieder träumen von einer gerechten, sozialistischen Gesellschaft und fordern eine Rückbesinnung auf die „wahren“ marxistischen Traditionen. Die Katastrophe des Ersten Weltkriegs gibt ihren revolutionären Plänen eine besondere Dringlichkeit. Ursula Kuczynski wächst in dieser Zeit mit ihren Eltern und Geschwistern in einer Villa am Schlachtensee in Berlin auf. Die jüdischstämmige Familie sympathisiert von Beginn an mit dem Antifaschismus der kommunistischen Ideologie. Bereits als Teenagerin tritt Ursula dem „Kommunistischen Jugendverband Deutschlands“ bei, wo sie auch ihren ersten Ehemann, einen deutschen Architekten, kennenlernt. Kurz darauf folgt sie ihrem Mann nach Schanghai, das gerade einen Bauboom erlebt. Das Leben als Ehefrau und frischgebackene Mutter erfüllt sie jedoch nicht. Als sie in Schanghai dann den Spion Richard Sorge kennen lernt, sind die Weichen für ihre Zukunft gestellt: Sorge wird ihr Lehrmeister, die junge Ursula Kuczynski geht nach Moskau, wo sie als Funkerin ausgebildet wird. Das Leben in Deutschland ist für sie als Jüdin außerdem zunehmend schwierig. Ursula operiert nun unter dem Decknamen „Sonja“ auf der ganzen Welt. Von Asien und Europa aus liefert sie Informationen nach Moskau. Bei der Invasion der Japaner in China funkt sie aus der Mandschurei; bei der Besetzung Danzigs baut sie vor Ort Widerstandsgruppen auf. Und als die deutsche Wehrmacht Polen überfällt, versteckt Ursula ihren Funksender in der Schweiz. Dort erhält sie auch Verbindung zur legendären „Roten Kapelle“, jenem Agentennetz, das die Rote Armee regelmäßig mit Informationen über die Wehrmacht versorgt. 1940 schickt die Rote Armee „Sonja“ mit ihrem mittlerweile zweiten Ehemann Leon Beurton – dem englischen Kommunisten und Agenten des sowjetischen Nachrichtendienstes GRU – nach London. Stalin verlangt nach militärischen Informationen aus dem Empire – und bekommt sie. Ursulas Nachrichten vom bevorstehenden Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion ignoriert der Diktator jedoch. Ursula ist eine der wenigen, die Stalins gewaltsame Säuberungen überleben. Nach dem Krieg flüchtet Ursula nach Ost-Berlin. Zwar beendet sie ihre Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst der Roten Armee, den Glauben an einen menschlichen Sozialismus gibt sie hingegen ein Leben lang nicht auf. Als Ruth Werner verfasst sie fortan Kinderbücher. Erst bei ihrem Begräbnis wird ihr Rang offenbart: Oberst der Roten Armee. „Universum History“ erzählt in einer überaus spannenden Doku die Geschichte der sowjetischen Spionin Ursula Kuczynski alias „Sonja“. Wie sie die Atomgeheimnisse der Engländer an die Russen weitergibt, vor den Augen des britischen Geheimdienstes MI5 operiert, der Gefangennahme entgeht und es sogar schafft, Stalins großer Säuberung zu entkommen. Ein Blick hinter die „geheimen Fronten“ der Großmächte des 20. Jahrhunderts und in die Schattenwelt der Spionage. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 26.04.2024 ORF 2
  • Folge 358
    Jonathan Beck als Alfred Rosenberg.
    Deutschland im Herbst 1923: Das Land ist pleite, die Inflation steigt in schwindelerregende Höhen. Die Menschen hungern und leiden unter den Folgen des Ersten Weltkriegs – es ist der perfekte Nährboden für Hitlers nationalsozialistische Bewegung. Die 24-jährige Paula Schlier fasst einen mutigen und couragierten Plan: Als Schreibkraft schleust sie sich undercover in die Redaktion des Völkischen Beobachters ein, dem Kampfblatt der NSDAP. Sie sammelt heimlich Material über Hintergründe und Pläne der nationalsozialistischen Bewegung. Schlier war eine der ersten investigativen Journalistinnen und wichtigsten weiblichen Stimmen gegen den Nationalsozialismus im deutschsprachigen Raum. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 03.05.2024 ORF 2
  • Folge 359
    In den 1920 erlebt die Lesben- und Schwulenszene in Berlin eine erste Blüte. Es gibt Travestieshows, Hosen- und Tuntenbälle, offen schwul-lesbische Clubs und Cafés. Doch mit der Machtübernahme der Nazis ist alles vorüber. Ab 1933 verfolgen die Nazis vor allem schwule Männer (aber auch Frauen), stecken sie ins Konzentrationslager, sterilisieren oder ermorden sie. Es ist das Ende jeder fortschrittlichen Entwicklung. Der Österreicher Josef Kohut war als Verurteilter Homosexueller fünf Jahre lang in den KZs Sachsenhausen und Flossenbürg interniert. Dort muss Kohout den berüchtigten Rosa Winkel tragen. Sein Buch „Die Männer unterm Rosa Winkel“ wird zur Initialzündung der zweiten Schwulenbewegung. Kohuts Abzeichen ist bis heute erhalten – und bildet die Brücke in eine Gegenwart, in der etwa Russland, Polen und Ungarn die Rechte queerer Personen wieder massiv einschränken. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Di. 21.05.2024 ORF 2
  • Folge 360
    Die Situation schein aussichtslos für Fanny Murray. Bereits früh hat die 1729 in Bath geborene Blumenverkäuferin ihre Eltern verloren. Mit 14 Jahren missbraucht und rasch fallengelassen vom reichen Dandy Beau Nash versucht die Minderjährige ihr Glück in der großen Stadt. Doch es ist keine fröhliche „My Fair Lady“-Geschichte, die Fanny dort erwartet. Sie landet in der Gosse, muss als Prostituierte anschaffen gehen – bis sie in Harris’s List of Covent Garden Ladies, dem gedruckten Jahrbuch über Londons Prostituierte, „lobend“ erwähnt wird. Das neue frische Gesicht zieht viele Freier an, sodass Fanny zur Berühmtheit in der Prostituierten-Szene avanciert und sich ihre Freiheit zurückkaufen kann – während viele ihrer Leidensgenossinnen ihr Leben weiter als Sexsklavinnen in den Bordellen Londons verbringen müssen. Fanny Murray wird zur Hauptfigur in einem Roman und sogar zur Fashion-Trendsetterin. Während die noblen Damen der Upper Class Fannys Hüte, Kleider und Frisuren nachahmen, schneiden die Männer ihr Abbild aus Zeitschriften aus und verstecken es in den Sakkotaschen oder Taschenuhr-Etuis. Kunstdrucke mit ihrem Porträt verkaufen sich zu Tausenden und zählen zu den ersten „Pin Up“-Bildern der Welt. Doch der kometenhafte Aufstieg der Kurtisane währt nur kurz: Nach dem frühen Tod ihres Mannes Sir Richard Atkins bleibt sie mit 27 Jahren mit hohen Schulden zurück und muss wieder als Prostituierte arbeiten. Die Gläubiger drängen auf Zahlung und setzen sie unter Druck, ehemalige Liebhaber und Verehrer lassen sie im Stich – doch dann lernt sie den Schauspieler David Ross kennen. Endlich kann Fanny ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen. Mit Ross bleibt sie bis zu ihrem Tod 1778 verheiratet. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 24.05.2024 ORF 2
  • Folge 361
    Die Waldseemüller-Karte, inklusive dem „neuen“ Kontinent.
    1491. Der florentinische Bankier Amerigo Vespucci wird im Dienste des mächtigen Medici-Clans nach Sevilla geschickt. Von dort aus brechen spanische Seefahrer in die Welt auf; die Italiener investieren und hoffen auf hohe Renditen. Hier lernt Vespucci Kolumbus kennen, der als „Entdecker“ Amerikas in die Geschichte eingehen wird, und nimmt selbst an mehreren Erkundungsreisen teil. Während Kolumbus noch glaubt, er habe den Westweg nach Indien gefunden, wird Vespucci klar: im Westen liegt ein neuer, bislang unbekannter Kontinent, dicht besiedelt, voll exotischer Tiere und Pflanzen. 1502 veröffentlicht er den Reisebericht „Mundus Novus – Neue Welt“. Ein Bestseller, der den elsässischen Kartografen Waldseemüller veranlasst, auf seiner Weltkarte den bislang unbekannten Kontinent „Amerika“ zu nennen – nach Amerigo Vespucci. Doch das wird dieser nie erfahren. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 05.07.2024 ORF 2
  • Folge 362
    Unter dem modernen Kairo verbirgt sich ein uraltes Heiligtum: Heliopolis, ein riesiger Sonnentempel. Ein Komplex wie eine eigene Stadt, wahrscheinlich erbaut auf einem Sandhügel, wo – dem Schöpfungsmythos der Ägypter nach – unsere Welt ihren Anfang gehabt hat. Rund 3000 Jahre war die Tempelstadt bestimmend in der wechselhaften Geschichte Ägyptens: Von der Zeit Djoser, dem Pharao, der die erste Pyramide gebaut hat, über den Ketzerkönig Echnaton bis zu den Ptolemäern, der 31. und letzten Dynastie. Universum History lässt in eine altägyptische heilige Stadt blicken, zum letzten Mal, bevor die Überreste unter einem neuen Stadtteil für immer verschwinden werden. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 12.07.2024 ORF 2
  • Folge 363
    Großbritannien am Ende des 18. Jahrhunderts: durch die Serie „Bridgerton“ wieder populär geworden, herrscht ein romantisiertes Bild vom Liebesleben der gehobenen britischen Gesellschaft jener Epoche. Auch die gefühlsseligen Jane Austen-Romane spielen in dieser Zeit. Doch die Wahrheit dahinter war eine ganz andere: die Ehe war keineswegs eine romantische Angelegenheit, geheiratet wurde wegen Geld, Status und Ansehen. Das Sexleben fand woanders statt. Seitensprünge, Pornografie und Prostitution waren für Männer und Frauen der britischen Oberschicht nur oberflächlich ein Tabu. Die Dokumentation, gedreht in den Kulissen von „Bridgerton“, zeigt das überraschende Sittenbild Großbritanniens in der Zeit vor dem prüden Viktorianischen Zeitalter. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 23.08.2024 ORF 2
  • Folge 364
    333 Jahre lag die legendäre Vasa am Grund des Meeresbodens vor Stockholm. 1628 war das Prachtschiff des schwedischen Königs bei seiner ersten Ausfahrt gesunken. In einem sensationell guten Zustand wurde sie 1961 gehoben – durch die besondere Wasserqualität vor Stockholm sind auch die Holzteile erhalten geblieben. Seither ist die Vasa zu einem Wahrzeichen der schwedischen Hauptstadt geworden, das Museum ist seit der Eröffnung im Jahr 1990 von rund 25 Millionen Menschen besucht worden. Doch die Forschungen rund um das Schiff sind noch lange nicht abgeschlossen. Tauchgänge am Fundort haben jetzt neue Artefakte an die Oberfläche gebracht. Und auch die moderne DNA-Forschung hat so manches Rätsel über die Menschen gelöst, die damals mit dem Schiff untergegangen sind. Buch: Yann Ollivier, Charlotte Notteghem, Eric Morfaux Produktion: Arte, SVT, Seppia Films, Factstory Productions (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 30.08.2024 ORF 2
  • Folge 365
    Das Luftschiff Hindenburg ist bis heute das größte jemals gebaute Luftfahrtzeug der Welt. Als es 1936 erstmals die Fertigungshalle in Friedrichshafen am Bodensee verlässt, soll es eine neue Ära des Luftverkehrs einläuten. Mit den enormen Ausmaßen will man noch mehr Passagiere und Fracht noch schneller und komfortabler über den Atlantik transportieren. Das nationalsozialistische Deutschland erkennt bald das Potenzial der riesigen Zeppeline für seine Imagewerbung: Die Hindenburg sei von der deutschen Regierung als Propagandasymbol genutzt worden, erzählt Luftfahrthistoriker und Autor Dan Grossman in der „Universum History“-Dokumentation. Auch das führt nach dem dramatischen Absturz über dem Flughafen im amerikanischen Lakehurst zu Verschwörungstheorien. Doch Experten, die die Unfallursache feststellen sollen, finden bei zwei Untersuchungen keine Hinweise auf Sabotage oder gar einen Bombenanschlag. Das Luftschiff war mit hochentzündlichem Wasserstoff befüllt – einmal in Brand geraten, verglühte die Hindenburg in kaum einer Minute. Woher aber kam der Funke, der das Feuer auslöste? Warum es zur „Tragödie von Lakehurst“ gekommen ist, können damals weder die deutschen noch die amerikanischen Fachleute erklären. Jahrzehnte nach dem Unfall stößt Dan Grossman zufällig auf altes Amateurfilmmaterial. Es liefert neue Hinweise auf den genauen Verlauf des Unglücks. Gemeinsam mit dem Piloten und Luftfahrtexperten Jason Harris versucht er, das Rätsel um den Absturz endgültig aufzuklären. Die Recherche von Dan Grossman und Jason Harris rollt den Fall „Hindenburg“ neu auf. Die Echtheit des wiederentdeckten Materials wird dabei ebenso akribisch untersucht wie der genaue Ablauf der Ereignisse vom Mai 1937. Die Spurensuche führt auch nach Deutschland – ins Zeppelin-Museum in Friedrichshafen mit seinem weltweit größten Archiv zu Geschichte und Bau der monumentalen Luftschiffe. Alle Informationen fließen schließlich in eine eigens entwickelte Testanordnung ein: In den Labors des renommierten California Institute of Technology sollen die letzten Geheimnisse der Hindenburg wissenschaftlich geklärt werden. „Universum History“ zeichnet mit großer Detailgenauigkeit den Ablauf des Hindenburg-Unglücks nach. Die eindringlichen Archivbilder in Schwarz-Weiß machen die Dramatik jenes Ereignisses spürbar, das zu den berühmtesten Bilderzeugnissen des 20. Jahrhunderts zählt. Mit dem Absturz der Hindenburg ist die Verkehrsluftschifffahrt am Ende. Wenig später lösen Flugzeuge die riesigen gasgefüllten Konstruktionen ab. Doch als erstes großes Technikunglück, das auf Film gebannt und weltweit in den Wochenschauen der Kinos gezeigt wurde, hat sich das dramatische Ende der Hindenburg ins kollektive Gedächtnis eingeprägt. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 13.09.2024 ORF 2
  • Folge 366
    Schon in der Steinzeit wurden erfolgreich chirurgische Eingriffe durchgeführt. Auch im Reich der Inkas und im Alten Ägypten wurden Schädel geöffnet – um Fremdkörper zu entfernen oder Schmerzen zu behandeln. Im Lauf tausender Jahre haben sich die Methoden der Chirurgie revolutionär verändert. Vom „Schneiden, Sägen und Brennen“ in der Antike über Rückschläge wie dem Aderlass des Mittelalters, entwickelte sich dieser medizinische Zweig immer weiter. Die bahnbrechenden Entdeckungen von Viren und Bakterien, der Narkose und der Antisepsis waren Meilensteine auf einem langen, blutigen Weg – zur modernen Chirurgie von heute, wie Entfernung von Tumoren, Herztransplantationen und minimal-invasiven robotergesteuerten Eingriffen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 27.09.2024 ORF 2
  • Folge 367 (45 Min.)
    Piraterie und Raub auf hoher See – nicht nur die Karibik war Schauplatz blutigen Treibens. Auch am Mittelmeer wurde erbittert gekämpft. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert bekriegten Muslime und Christen einander um die Vorherrschaft auf See. Piraten und Korsaren raubten, verschleppten und versklavten im Auftrag ihrer Herrscher oder auf eigene Faust mehr als 1 Million Menschen. Überfälle auf Handelsschiffe und Freikaufgeschäfte gehörten zum Alltag. Ein Forschungsteam der Universität Innsbruck hat Augenzeugenberichte heimgekehrter Sklaven analysiert und dokumentiert – und liefert ein detailliertes Bild des brutalen Treibens am Mittelmeer. Im Zentrum stehen die Niederschriften des deutschen Kaufmannsohns Balthasar Sturmer (gespielt von Felix Stichmann). Er gerät in muslimische Gefangenschaft und muss auf einem Schiff des berüchtigten Korsaren Barbarossa als Rudersklave dienen. Aufwändige Spielszenen erwecken sein Schicksal auf hoher See zu neuem Leben. Noch nie wurde ein Piratenschiff aus dieser Zeit gehoben, doch ein Wrack am Meeresboden vor der Küste Maltas könnte nun Licht in diese dunkle Epoche bringen. Maltesische Wissenschafter:innen wagen in einer spektakulären Expedition den lebensgefährlichen Tauchgang in 126 Meter Tiefe, um Relikte des archäologischen Schatzes zu bergen und das Rätsel des versunkenen Piratenschiffs zu lösen. Eine neue packende Universum History Ko-Produktion über die rauen Zeiten der Piraterie im Mittelmeer. (Text: ORF)
    Deutsche Streaming-Premiere Sa. 11.01.2025 arte.tvOriginal-TV-Premiere Fr. 04.10.2024 ORF 2
  • Folge 368
    Mit ihren knapp 11 Zentimetern Größe und fast 30.000 Jahren am Buckel ist die Venus von Willendorf ein gefeierter Star- erst recht, seit sie wegen ihrer Nacktheit von Facebook verbannt wurde. Sie gehört zu den ältesten bekannten Kunstwerken der Menschheit und überrascht die Wissenschaft bis heute mit neuen atemberaubenden Erkenntnissen. Und vor allem ist sie nicht allein: 130 Frauenstatuetten wurden bisher zwischen Frankreich und Russland gefunden. Was erzählen uns die über Jahrtausende erhaltenen Steinfigurinen über das Leben der prähistorischen Menschen? Was sagen ihre üppig geformten Körper, ihr Kopfschmuck und ihre Nacktheit über die Rolle der Frauen in den steinzeitlichen Gesellschaften aus? Eines steht fest: Steinzeit-Klischees vom jagenden Mann und der sorgenden Frau am Feuer müssen ein für alle Mal über Bord geworfen werden. Universum History lädt ein zu einer packenden Reise in das Paläolithikum und in die Welt der Forschung, die versucht, Stück für Stück das Geheimnis der Venus von Willendorf zu lüften. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 11.10.2024 ORF 2
  • Folge 369
    1. September 1939: der Zweite Weltkrieg bricht aus – die Welt steht am Abgrund. Sechs Menschen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Lebenswelten müssen Entscheidungen treffen: Wofür wollen sie kämpfen? In der parallelen Erzählung wird immer klarer, dass sich ihre Handlungen aufeinander auswirken. Als der Krieg 1945 endet, liegt die Welt in Trümmern – doch der Kampf um die Herrschaft in der Nachkriegszeit hat damit gerade erst begonnen. Zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Angst, Macht und Verzweiflung gehen die sechs Charaktere ihren Weg in eine neue Ära, im Schatten neuer Konflikte. 1939. Der junge Ingenieur Wernher von Braun will zum Mond, stellt sich aber in den Dienst der Nationalsozialisten, um Raketen für den Krieg zu bauen, während in Berlin die Kernspaltung entdeckt wird. Zur selben Zeit beginnt die junge Studentin Joan Hinton ihr Studium in den USA. Begeistert stürzt sie sich in die Atomphysik-Forschung – als eine der wenigen Frauen zu dieser Zeit. Sie ahnt die globale Bedrohung, die durch die Spaltung des Atoms entsteht. Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus Europa steigt gewaltig. Im britischen Mandatsgebiet Palästina setzt sich Golda Meir dafür ein, dass die vor den Nazis geflohenen Juden in Palästina eine Zuflucht finden. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Mi. 06.11.2024 ORF 2
  • Folge 370
    1. September 1939: der Zweite Weltkrieg bricht aus – die Welt steht am Abgrund. Sechs Menschen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Lebenswelten müssen Entscheidungen treffen: Wofür wollen sie kämpfen? In der parallelen Erzählung wird immer klarer, dass sich ihre Handlungen aufeinander auswirken. Als der Krieg 1945 endet, liegt die Welt in Trümmern – doch der Kampf um die Herrschaft in der Nachkriegszeit hat damit gerade erst begonnen. Zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Angst, Macht und Verzweiflung gehen die sechs Charaktere ihren Weg in eine neue Ära, im Schatten neuer Konflikte. 1941. Hedwig Höß und ihre Familie haben ein neues Zuhause: Auschwitz. Ihr Ehemann Rudolf ist Kommandant des Konzentrationslagers. Voller Stolz richtet sie die Dienstvilla mit Garten ein – ein Paradies im Schatten der Mauer zum Todeslager. In Tel Aviv liest Golda Meir erschüttert die aus Auschwitz herausgeschmuggelte Nachricht: Die Nationalsozialisten ermorden in den Konzentrationslagern systematisch Juden. Zugleich rücken deutsche Truppen in Nordafrika vor, unweit von Palästina. In Kiew wird Nikita Chruschtschow vom Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion überrascht. Getrieben von Stalin, versucht Nikita seine Familie zu retten und sein Land zu verteidigen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Mi. 06.11.2024 ORF 2
  • Folge 371
    1. September 1939: der Zweite Weltkrieg bricht aus – die Welt steht am Abgrund. Sechs Menschen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Lebenswelten müssen Entscheidungen treffen: Wofür wollen sie kämpfen? In der parallelen Erzählung wird immer klarer, dass sich ihre Handlungen aufeinander auswirken. Als der Krieg 1945 endet, liegt die Welt in Trümmern – doch der Kampf um die Herrschaft in der Nachkriegszeit hat damit gerade erst begonnen. Zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Angst, Macht und Verzweiflung gehen die sechs Charaktere ihren Weg in eine neue Ära, im Schatten neuer Konflikte. 1942. Nikita Chruschtschows Kampf um Stalingrad wird entscheidend für den Kriegsverlauf. Ihn erreicht eine belastende Nachricht: Sein ältester Sohn Leonid gilt als vermisst. Ist er gefallen oder gar desertiert? Obwohl alliierte Bombenangriffe das Deutsche Reich überziehen, kann Wernher von Braun einen Durchbruch bei seinem Raketenbau feiern. Doch dann lässt er sich auf einen grausamen Deal mit der SS ein. Frantz Fanon von der französischen Karibikinsel Martinique nimmt den Kampf gegen die Deutschen auf und meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst. Als Schwarzer erlebt er den täglichen Rassismus in der französischen Armee. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 08.11.2024 ORF 2
  • Folge 372
    1. September 1939: der Zweite Weltkrieg bricht aus – die Welt steht am Abgrund. Sechs Menschen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Lebenswelten müssen Entscheidungen treffen: Wofür wollen sie kämpfen? In der parallelen Erzählung wird immer klarer, dass sich ihre Handlungen aufeinander auswirken. Als der Krieg 1945 endet, liegt die Welt in Trümmern – doch der Kampf um die Herrschaft in der Nachkriegszeit hat damit gerade erst begonnen. Zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Angst, Macht und Verzweiflung gehen die sechs Charaktere ihren Weg in eine neue Ära, im Schatten neuer Konflikte. 1944. Joan Hinton wird für das streng geheime „Manhattan-Projekt“ in Los Alamos angeworben. Der junge Soldat Frantz Fanon riskiert sein Leben im Kampf um die Befreiung des Elsass. Der tiefgehende Rassismus in der Armee lässt ihn zweifeln, ob er wirklich auf der richtigen Seite steht. In Europa endet der Zweite Weltkrieg. Hedwig Höss flieht mit ihrer Familie vor den Alliierten. Als sie gefangen genommen wird, muss sie sich entscheiden, ob sie ihren Mann verrät. Zur selben Zeit endet der Weltkrieg im Pazifik mit den Atombombenabwürfen der USA auf Hiroshima und Nagasaki. Joan Hinton ist zutiefst erschüttert. Der Krieg ist vorbei – doch zu welchem Preis? (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 08.11.2024 ORF 2
  • Folge 373
    1. September 1939: der Zweite Weltkrieg bricht aus – die Welt steht am Abgrund. Sechs Menschen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Lebenswelten müssen Entscheidungen treffen: Wofür wollen sie kämpfen? In der parallelen Erzählung wird immer klarer, dass sich ihre Handlungen aufeinander auswirken. Als der Krieg 1945 endet, liegt die Welt in Trümmern – doch der Kampf um die Herrschaft in der Nachkriegszeit hat damit gerade erst begonnen. Zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Angst, Macht und Verzweiflung gehen die sechs Charaktere ihren Weg in eine neue Ära, im Schatten neuer Konflikte. 1947. Golda Meirs größter Traum wird wahr: Die neu gegründeten Vereinten Nationen beschließen die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Doch die Gründung Israels stößt auf heftigen Widerstand in der arabischen Welt. Als der neue Staat ausgerufen wird, stürzt dieser sofort in den Krieg und Golda steht vor einem neuen Kampf. Die Physikerin Joan Hinton verlässt die USA, als ihr klar wird, dass sie vom US-Militär bezahlt wird. Sie geht zu ihrem Verlobten nach China, wo ein kommunistischer Staat gegründet werden soll. Die USA holen Wernher von Braun, und beauftragen ihn mit der Entwicklung von Raketen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere So. 10.11.2024 ORF 2
  • Folge 374
    1. September 1939: der Zweite Weltkrieg bricht aus – die Welt steht am Abgrund. Sechs Menschen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Lebenswelten müssen Entscheidungen treffen: Wofür wollen sie kämpfen? In der parallelen Erzählung wird immer klarer, dass sich ihre Handlungen aufeinander auswirken. Als der Krieg 1945 endet, liegt die Welt in Trümmern – doch der Kampf um die Herrschaft in der Nachkriegszeit hat damit gerade erst begonnen. Zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Angst, Macht und Verzweiflung gehen die sechs Charaktere ihren Weg in eine neue Ära, im Schatten neuer Konflikte. 1952. Frantz Fanon nimmt eine Stelle als Chefarzt im größten psychiatrischen Krankenhaus im algerischen Teil Frankreichs an. Kurz nachdem er dort angekommen ist, bricht Krieg aus um die Unabhängigkeit von Frankreich. Frantz muss sich für eine der Fronten entscheiden. In Moskau verändert der Tod Josef Stalins 1953 alles. Nikita Chruschtschow wird neuer Regierungschef der Sowjetunion und verkündet eine radikale Wende. Joan Hinton bringt in China ihren zweiten Sohn zur Welt. Sie will im kommunistischen China bleiben. Statt Kernwaffen zu entwickeln, will Joan ihr technisches Wissen nun friedlich nutzen, um ein besseres Leben für alle zu erschaffen – in einer Welt, die immer tiefer gepalten ist. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere So. 10.11.2024 ORF 2
  • Folge 375
    Sie verwendeten Make Up, nähten ihre Kleidung, rasierten sich, lebten in Zeltstädten, hatten eine eigene Sprache und hinterließen großartige Kunstwerke: Jene Männer und Frauen, die vor 21.000 Jahren in den Höhlen von Lascaux in Frankreich und Lekeitio in Spanien atemberaubende Malereien geschaffen haben. Jahrelanges Training, technisches Know-How, Teamwork und vor allem Genialität waren dafür erforderlich. Das zeigt die Analyse der Kunst und gefundener Werkzeuge. Doch was bedeuten die kunstvollen Malereien? Waren die Höhlen Kultstätten oder dienten sie einem anderen Zweck? Stellen die Malereien und Zeichnungen Alltagsszenen oder Schöpfungsmythen dar? In aufwändigen Spielszenen taucht die Doku in das Leben und den Alltag der eiszeitlichen Menschen. Wer waren sie und was hat sie zu diesen großartigen Kulturleistungen befähigt? (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.11.2024 ORF 2
    Österreichische TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 18.11.2024
  • Folge 376
    Piratinnen – sie kämpften und kaperten Schiffe, sie raubten und mordeten, sie befehligten ganze Mannschaften und befreiten Sklaven. Sie versetzten die Schiffe der Kolonialmächte zwischen Haiti und Jamaika in Angst und Schrecken. Marie-Anne Dieu-Le-Veut, Mary Read, Anne Bonny und Louise Antonini sind Beispiele für furcht- und reuelose Frauen auf hoher See. Um ihren Traum von der Unabhängigkeit zu leben, mussten sie sich als Männer verkleiden, und endeten mitunter am Galgen. Die 90-minütige „Universum History“-Neuproduktion „Rebellinnen auf hoher See – Zwischen Totenkopf und Galgen“ von Laurence Thiriat und Frédéric Malègue taucht ein in die Blütezeit der Piraterie und lässt am Freitag, dem 22. November 2024, um 22:35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON mit aufwendigen Spielszenen, Graphic-Novel-Elementen und der Analyse von internationalen Expertinnen und Experten die aufwühlenden Lebenswege der „Schwestern der Meere“ lebendig werden. Frauen, die das Meer und der unbändige leidenschaftliche Wille zur Unabhängigkeit eint – Frauen, deren Geschichten noch nie erzählt wurden. 29. November 1720, Spanish Town, Jamaika: Vor Gericht stehen zwei Angeklagte. Ihnen wird Bandenbildung, Verschwörung gegen den König, der Überfall auf mehrere Fischerboote und Handelsschiffe, die Bedrohung von Besatzungsmitgliedern für Leib und Leben vorgeworfen. Das Urteil: Tod durch den Strick. Die Namen der Angeklagten: Anne Bonny und Mary Read. Dem Galgen entgingen sie nur, da sie beide schwanger waren. Wie ihre berühmt-berüchtigten männlichen Kollegen John Rackham alias Calico Jack und Captain Blackbeard überfielen und kaperten sie Handelsschiffe und verbreiteten Angst und Schrecken in der Karibik. Doch die Rebellinnen auf hoher See gerieten in Vergessenheit, obwohl sie nicht minder grausam und erfolgreich agierten als ihre männlichen Kollegen. Der Film porträtiert vier außergewöhnliche Piratinnen, die sich im 18. Jahrhundert vom Joch der Kolonialmächte und patriarchalischer Zwänge befreiten, um ein Leben als unerschrockene Abenteurerinnen zu führen. Sie durchquerten die Ozeane und ihre Biografien erstrecken sich über eineinhalb Jahrhunderte der karibischen Geschichte – von der Gründung der ersten Handelsposten auf Tortuga über den Untergang der Pirateninsel Nassau bis zur Unabhängigkeit Haitis. Marie-Ann Dieu-Le-Veut wird zur Königin der Freibeuter von Santo Domingo. Jahre später verkleidet sich die Engländerin Mary Read als Mann, um in See stechen zu können. Sie lernt die temperamentvolle Anne Bonny kennen, die zu der Zeit schon erfolgreich Schiffe entert. Die Korsin Louise Antonini verkleidet sich ebenso als Mann, kämpft als Freibeuterin inspiriert von den Idealen der Französischen Revolution für die Unabhängigkeit und Freiheit schwarzer Sklavinnen und Sklaven. Nach zehn Jahren steht sie – noch immer als Mann verkleidet – in den Napoleonischen Kriegen in der französischen Marine an der Front, wo sie bis zum Sergeanten aufsteigt. Diese Frauen waren mutig, verwegen und kämpften bedingungslos für ihre Freiheit. Für Buchautorin Laura Sook Duncombe waren sie Wegbereiterinnen und Pionierinnen: „Ich glaube nicht, dass sie sich selbst als Feministinnen bezeichnen würden. Aber ich glaube, was sie taten, war unglaublich feministisch. Und ich denke, sie inspirierten andere Frauen im Laufe der Geschichte dazu, die Dinge für Frauen leichter zu machen und sich nach und nach immer mehr zu befreien – bis zu dem Punkt, an dem wir heute sind.“ (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 22.11.2024 ORF 2
  • Folge 377
    Mit Kreativität, Entschlossenheit und Todesverachtung haben sie die Frühzeit der Luftfahrt geprägt: Lily Steinschneider aus Österreich-Ungarn, Melli Beese aus Deutschland und Marie Marvingt aus Frankreich zählen zu den erfolgreichsten Flugpionierinnen der Welt. Melli Beese ist die erste deutsche Pilotin und setzt sich als Konstrukteurin und Unternehmerin in einer reinen Männerwelt durch. Fast zeitgleich wird Lily Steinschneider zum Star der ersten, lebensgefährlichen Flugsportveranstaltungen Österreich-Ungarns. Und die Französin Marie Marvingt hat bereits als erster Mensch überhaupt die Nordsee im Ballon überflogen, als sie 1910 den Flugschein macht. In diesen drei Frauen spiegelt sich das Schicksal Dutzender Fliegerinnen weltweit, die sich gegen Vorurteile und Schikanen erfolgreich durchzusetzen vermochten. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 13.12.2024 ORF 2
  • Folge 378
    Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs gerät die Laufbahn vieler Flugpionierinnen ins Trudeln. Einsätze als Kampfpilotinnen sind undenkbar. Die Karriere Lily Steinschneiders, der erfolgreichsten Sportfliegerin der Habsburger Monarchie, geht abrupt zu Ende, denn alle Sportflugplätze werden geschlossen. Sie heiratet und wird Krankenschwester. Marie Marvingt propagiert ihre Vision einer friedlichen Nutzung der Luftfahrt – und ist mit der Begründung der ersten Flugambulanz tatsächlich erfolgreich. Die Starpilotin Melli Beese gilt plötzlich als „feindliche Ausländerin“, weil ihr Mann und Geschäftspartner Franzose ist. Ihr gemeinsamer Betrieb wird geschlossen, Melli Beese und ihr Mann werden interniert. Nach dem Krieg tritt ein internationales Verkehrsflug-Verbot für Pilotinnen in Kraft. Was bleibt, ist die Sportfliegerei – und damit beginnt eine Jagd nach Rekorden und die Zeit spektakulärer Einzelleistungen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 20.12.2024 ORF 2
  • Folge 379
    Im Film „Schindlers Liste“ galt Emilie Schindler als betrogene Ehefrau und blieb weitgehend unerwähnt, während ihr Mann Oskar als Symbol für Menschlichkeit im Nationalsozialismus bekannt wurde. Doch was nur wenige wissen: Ihr unglaublicher Mut und ihre Entschlossenheit spielten eine bedeutende Rolle bei der Rettung von rund 1200 jüdischen Menschen. Nach dem Krieg wurde sie von ihrem Ehemann/​Mann verlassen und von der Welt übersehen. Die Dokumentation „Emilie Schindler – Die vergessene Heldin“ portraitiert das unbekannte Leben dieser engagierten und starken Frau. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 24.01.2025 ORF 2
  • Folge 380
    Vor 3500 Jahren läutet eine verheerende Vulkankatastrophe den Anfang vom Ende der sagenumwobenen kretisch-minoischen Kultur ein. Die dort herrschenden Priesterinnen werden von Anhängern des Zeus entmachtet, und mykenische Krieger bringen die festlandgriechische „Machokultur“ nach Kreta. „Die Mütter des Minotaurus“ beleuchtet die Zeit dieses Umbruchs und zeichnet anhand der Biografie der jungen Priesterin Pimanara das Bild einer längst untergegangenen Welt, in der auf dem Thron des Minos kein griechischer Sagenheld sitzt sondern, wie aktuelle archäologische Forschung vermuten lässt, eine Frau. Der Film enthüllt die Hintergründe verkrusteter Rollenklischees griechischer Heldensagen ebenso wie die wahren Ursprünge der Geschichten um den Minotaurus und das Labyrinth von Knossos – es bietet sich ein völlig neuer, frischer Blick auf scheinbar Vertrautes. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 28.02.2025 ORF 2
  • Folge 381
    Sie zerstörten Telefon- und Stromleitungen, jagten Waffenlager und Brücken in die Luft, schmuggelten Menschen und Waffen hinter feindliche Linien und belauschten hochrangige Offiziere. 1940 schuf Winston Churchill den Geheimdienst SOE – Special Operations Executive – mit dem einzigen Ziel, die Nazis in Europa zurückzudrängen. Und setzte erstmals auf Frauen als Agentinnen und Spioninnen. Sie wurden ausgebildet in Funk, Waffengebrauch, Nahkampf, Spionagetätigkeiten und der Planung von Sabotageakten im besetzten Europa. Sie traten im Alltag in verschiedensten Rollen auf und lebten in ständiger Todesgefahr. Dieser Film dokumentiert unter anderem Wirken und Schicksal von Vera Atkins, SOE-Ausbildnerin von Dutzenden Agentinnen, der muslimischen Prinzessin Noor Inayat Khan und das Yolande Beekmans – die beide wie Dutzende andere im KZ ermordet wurden. Sie alle kämpften mit Scharfsinn, Courage und Wagemut für ein freies Europa und trugen ihren Teil zum Sieg der Alliierten bei. Buch und Regie: Justin Corbett und Nick Farrow Produziert von Perpetual Entertainment Australia Deutsche Bearbeitung ORF Andrea Lehner (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 28.03.2025 ORF 2
  • Folge 382
    Sie zerstörten Telefon- und Stromleitungen, jagten Waffenlager und Brücken in die Luft, schmuggelten Menschen und Waffen hinter feindliche Linien und belauschten hochrangige Offiziere. Zahlreiche Frauen arbeiteten für Winston Churchills Geheimwaffe gegen die Nazis – den SOE. Sie stammten aus allen Gesellschaftsschichten: so schickte Churchills Lieblingsspionin, die polnische Aristokratin Krystyna Skarbek Geheiminformationen nach London, die Belgierin Andrée de Jongh organisierte das abenteuerliche Fluchtnetzwerk ‚Komet‘, um alliierte Soldaten vor Verfolgung und Tod zu retten, die Deutsche Kitty Schmidt führte eröffnete ein Bordell für SS-Funktionäre, um ausländische Diplomaten deutsche Kriegspläne auszuspionieren, und die glamouröse Amerikanerin Josephine Baker nutzte ihren Ruhm als Tänzerin und Sängerin nicht nur für Spionageaktivitäten für den französischen Widerstand, sondern half diesem auch aktiv als Pilotin im besetzten Frankreich. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 04.04.2025 ORF 2
  • Folge 383
    Sie zerstörten Telefon- und Stromleitungen, jagten Waffenlager und Brücken in die Luft, schmuggelten Menschen und Waffen hinter feindliche Linien und belauschten hochrangige Offiziere. Nach dem Überraschungsangriff Japans auf Pearl Harbour 1941 und dem Kriegseintritt der USA verschärft sich die Lage in den von Japan besetzten Gebieten in Asien. Charmant, klug, mutig – so agieren die Frauen, die in Fernost Widerstand gegen die japanischen Besatzer leisten. Ihre bedeutende Rolle ist lange übersehen worden. Die amerikanische Tänzerin Claire Phillips gründet in Manila einen Nachtclub, um japanische Soldaten auszuspionieren. Sie arbeitet eng mit Naomi Flores, Margarete Utinsky und der anti-japanischen Guerillabewegung zusammen – die Frauen bringen unter Lebensgefahr Kriegsgefangenen Essen, medizinische Versorgung und Informationen. Betty McIntosh arbeitet in China und Indien für den US-Geheimdienst. Die Lepra-kranke Joey Guerrero rettet eine gesamte Infanteriedivision. Für Japan verrät hingegen die Mandschu-Prinzessin Yoshiko Kawashima ihr Geburtsland China und spioniert für die japanische Armee. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 11.04.2025 ORF 2
  • Folge 384
    1945. Ein Jahr, das die Geschichte der Welt für immer veränderte. Es markiert das Ende von sechs Jahren Krieg, Horror und Millionen Toten. Die Doku zeichnet die Ereignisse des Jahres minutiös nach. Der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Kapitulation Deutschlands gingen spektakuläre und schreckliche Ereignisse voraus: Die finalen Konflikte des Zweiten Weltkriegs – die Ardennenoffensive, der Fall von Berlin, die Schlacht im Pazifik, die Befreiung der Konzentrationslager oder den Atombombenabwurf auf Japan. Aber auch die wegweisenden Schritte in die Zukunft. Schon im Februar diskutieren Roosevelt, Churchill und Stalin die Nachkriegsordnung in der Konferenz auf Jalta, Deutschland und Österreich werden in Besatzungszonen eingeteilt. Während die Nürnberger Prozesse stattfinden und die UNO gegründet wird, zeichnen sich im Hintergrund aber bereits im Jubel über das Kriegsende die Schatten des Kalten Krieges ab. Die Doku lässt dieses Schicksalsjahr für die ganze Welt analysiert von internationalen ExpertInnen und mit einzigartigem Archivmaterial noch einmal eindrucksvoll Revue passieren. Regie: Guilain Depardieu RMC Production /​ Kwanza (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 02.05.2025 ORF 2
  • Folge 385
    Im Jahr 2025 jährt sich der Bauernkrieg zum 500. Mal. Er nahm seinen Anfang in Württemberg und griff bis nach Mitteldeutschland, in die Schweiz und nach Österreich über. Die klassische Geschichtsschreibung erzählt diesen wie auch andere Kriege in erster Linie als Geschichte von Männern. Die Dokumentation nimmt einen anderen Blickwinkel ein und erzählt die Biografien von vier beteiligten Frauen. Ihre Schicksale zeigen beispielhaft, wie die Aufstände von 1525 das Leben der Menschen im Herzen Europas verändert haben. Im Zentrum steht die Tirolerin Magdalena Gaismair, die eine wesentliche Rolle beim Aufstieg ihres Mannes als Anführer der aufständischen Bauern spielte. Mit ihrem Ritt ins Exil als Hochschwangere wurde sie zur Legende. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 30.05.2025 ORF 2
  • Folge 386
    Am 8. Juni 1972 bombardierte die südvietnamesische Luftwaffe in Trang Bang einen Tempel mit dem Brandkampfstoff Napalm. Dort vermuteten sie einen Unterschlupf der Vietcong-Soldaten. Doch die vernichtende Bombe trifft viele Zivilisten, wie ein neunjähriges Mädchen, das nackt und schwer verletzt aus der Flammenhölle flieht. Ein junger Fotograf ist zufällig zur Stelle, drückt ab – und ein Bild für die Ewigkeit ist geschossen. Phan Th? Kim Phúc, das junge Mädchen auf dem Foto, verkörpert seit damals den „Horror des Vietnamkriegs“. In dieser ergreifenden Dokumentation kommt sie mehr als ein halbes Jahrhundert danach selbst zur Sprache. Eine außergewöhnliche Frau, die nicht ein Leben lang als Opfer gebrandmarkt sein will. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 04.07.2025 ORF 2
  • Folge 387
    Der Tag, an dem die Menschheit den Mond eroberte, ist die Insider-Geschichte der ersten Mondlandung. Erzählt aus der einzigartigen, unmittelbaren Perspektive der Astronauten und anderer Schlüsselpersonen der Apollo-11-Mission – sowie derjenigen, die zurückgelassen wurden. Zuschauend, wartend sind oder werden sie Zeugen eines der größten Schritte der Menschheit. Von 600 Millionen Menschen weltweit live verfolgt, enthüllen NASA-Beamte, wie nahe Apollo 11 dem Scheitern war, während Familienmitglieder sich daran erinnern, wie sie gebannt und nervös am Radio hingen – immer mit der bangen Frage: werden unsere Liebsten sicher nach Hause kommen? Der Film untersucht auch die Bedeutung der ersten Mondmission für Amerika in einer Ära, die von einem unbeliebten Krieg und nuklearer Rivalität mit Russland geprägt war. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 11.07.2025 ORF 2
  • Folge 388
    Jahrzehnte nach dem Tod von Ernesto Che Guevara, begibt sich die Dokumentation „Che Guevara – Das Gesicht des Widerstand“ auf die Spurensuche, um den Mythos zu dekonstruieren. Mit Zeitzeuginnen, bisher ungesehenen Dokumenten und wenig bekanntem Archivmaterial wird die Geschichte von einem Mann erzählt, der von seiner eigenen Legende gefangen war. Von seinen Fotos bis zu seinen Karikaturen war Che selbst der Gestalter dahinter. Kino-Liebhaber, Schriftsteller, Fotograf – er inszenierte sein Leben kontinuierlich, um den Mythos zu erschaffen, der ihn überdauern würde. Indem er seine Familie, seine Arbeit oder seine Kämpfe ins Rampenlicht rückte, wurde er zu einer der führenden Figuren der Revolution weltweit. Er enthüllte sogar seine dunkleren Seiten. Vom Kampfanzug, über den zotteligen Bart, bis zur kubanischen Zigarre auf seinen Lippen, prägte er das Bild des edlen, wenn auch schmutzigen Guerilleros. Er ergriff das Image eines Brandstifters, der bereit war, die Welt in Flammen zu setzen. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 18.07.2025 ORF 2
  • Folge 389
    Wer baut das erste Überschallflugzeug der Welt? Jahrzehnteland tobte ein Kampf um diesen Prestigeerfolg – gewürzt mit internationaler Spionage, ingenieurstechnischer Brillanz und – Tragödien. Denn vor 25 Jahren, am 25. Juli 2000, beendete der Absturz der Concorde die Ära der Überschallflugzeuge im Passagierverkehr. Akteure waren das britisch-französische „Concorde“-Projekt, die amerikanische Boeing und die russische Tupolew. Von der Nachkriegsära bis zum Ende des Überschalltraums nach dem Absturz einer Concorde am Flughafen Charles- de – Gaulle in Paris, bei dem 109 Passagiere und vier Menschen in einem nahegelegenen Hotel ums Leben kamen, blieben die „Königinnen der Lüfte“ ein umstrittenes Prestigeprojekt. Zuwenig Reichweite, Unwirtschaftlichkeit und auch die enorme Lärmbelästigung waren alles andere als eine Erfolgsstory. 25 Jahre nach dem Absturz der Concorde widmet sich Universum History einem spannungsgeladenen Industrie- und Spionagekrimi bester Qualität: Dem Kampf um die Lufthoheit im Überschallbereich. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 25.07.2025 ORF 2
  • Folge 390
    Anlässlich des 80. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 widmet sich Universum History der Geschichte einer Gruppe von sechs Menschen, deren Namen bis heute Bedeutung tragen. Ihre Erfindungen und Arbeiten veränderten den Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sechs Freunde, alle aus derselben Stadt, äußerst talentiert und eigensinnig. Sie müssen Europa verlassen, einer nach dem anderen. Das Ziel: Die Vereinigten Staaten von Amerika. Jeder von ihnen erlangt weltweite Anerkennung. Die Forschung und wissenschaftlichen Errungenschaften von John von Neumann, Edward Teller, Eugene Paul Wigner und Leo Szillard waren entscheidend für die Erfindung der Atombombe und der modernen Kriegsführung, wie wir sie kennen. Robert Capa wurde zum berühmtesten Kriegsfotografen der Welt. Und Michael Curtiz’ Film „Casablanca“ gilt als einer der ikonischsten Propagandafilme aller Zeiten. Individuell und kollektiv erklärten diese ungarischen Juden dem Totalitarismus den Krieg. Jeder auf seine eigene Weise, aber alle mit dem gleichen Ziel, der gleichen Mission und dem gleichen Feind. Keiner von ihnen wollte Europa kampflos aufgeben. Produktion: Prounen Film, nordmedia Fonds GbmH, Hungarian Filmfonds, Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 08.08.2025 ORF 2
  • Folge 391
    Es war jener US-Frachter, der die Bestandteile der Atombombe für Hiroshima in geheimer Mission transportiert hat. Weder Besatzung noch Kapitän wussten von der tödlichen Fracht. Wenige Tage nach dieser Fahrt im Juli 1945 wurde der Stolz der US-Marine von einem japanischen U-Boot torpediert. Innerhalb von Minuten sinkt der Ozeangigant – von knapp 1200 Besatzungsmitgliedern gelingt es zwar 900, das Schiff zu verlassen. Aber niemand in der US-Marine weiß von ihrem Schicksal und so sind die Schiffbrüchigen einem beinharten Überlebenskampf ausgeliefert. Nicht nur Hitze, Hunger und Durst setzen ihnen zu, sie werden auch ständig von Haischwärmen umkreist und attackiert. Nur wenige werden gerettet. Ein hochmodernes Ortungsboot macht sich Jahrzehnte später auf die Suche des Wracks im Pazifik und die wenigen Überlebenden von damals schildern ihren qualvollen Kampf gegen den Tod im Pazifik. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 26.09.2025 ORF 2
  • Folge 392
    Bologna, 1752: Laura Bassi ist keine Frau, die viel auf Konventionen gibt. Schon als junges Mädchen erfährt sie entgegen dem Geist der Zeit eine gute Ausbildung. Früh zieht es sie zur Wissenschaft. Mit 21 Jahren erhält die Hochbegabte ihre Doktorwürde und eine Professur an der Universität Bologna. Auf sie wartet eine Dreifachbelastung. Sie muss sich jeden Tag in der männerdominierten Wissenschaft beweisen. Ihren Kindern möchte sie eine gute Mutter sein. Und sie will ihr Lieblingsforschungsfeld, die Elektrizität, zum Wohle Bolognas voranbringen und entwickelt den ersten Blitzableiter Europas. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 03.10.2025 ORF 2
  • Folge 393
    Frantz Schmidt ist Scharfrichter von Nürnberg und gehört zu den Topverdienern der Stadt. Er köpft im Auftrag der Obrigkeit. Gesellschaftlich aber sind er und seine Familie geächtet, denn sein Beruf gilt als unehrenhaft. 45 Jahre lang kämpft Frantz Schmidt gegen diesen Makel an. Sein Tagebuch dokumentiert nicht nur sein blutiges Handwerk, sondern macht auch deutlich, wie Frantz gedacht und was er versucht hat, um seine Lage zu verbessern. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 10.10.2025 ORF 2
  • Folge 394
    Seit jeher prägen Tag und Nacht, Sonne und Mond das Leben der Menschen. Aus diesen natürlichen Rhythmen entstehen die ersten Kalender. Die Dokumentation erzählt eine Kulturgeschichte der Zeit, die von der Vergangenheit bis in die Gegenwart reicht. Die Reise führt von den alten Ägyptern über das China der frühen Kaiserzeit und das antike Rom bis hin zu den modernen Atomuhren. Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen geben zudem einen facettenreichen Einblick in die verschiedensten Konzepte von Zeit. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 31.10.2025 ORF 2
  • Folge 395
    Von den babylonischen Sternendeutern über die Klöster der Daoisten bis zu den strengen Gebetsregeln der Benediktiner: Im Laufe der Jahrtausende wird die Zeit zum entscheidenden Faktor, der das Leben der Menschen ordnet. Die Erfindung der mechanischen Uhr schließlich macht Zeit zu einem Instrument der Macht und Kontrolle. Die Stechuhr wird zum Symbol der industriellen Moderne. In diesem zweiten Teil einer Kulturgeschichte der Zeit spüren Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen auch der Frage nach, wie der Mensch seine begrenzte Lebenszeit wirklich nutzen sollte. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 31.10.2025 ORF 2
  • Folge 396
    Berlin 1943: Der 20-jährige Cioma Schönhaus lebt im Untergrund und fälscht Ausweise für sich und andere Jüdinnen und Juden. Originale Tonaufnahmen von Schönhaus führen durch das Dokudrama, das die Geschichte von Widerstand und der Sehnsucht eines jungen Menschen nach Selbstbestimmung im NS-Regime erzählt. Doch Polizeikontrollen und Denunzianten lauern an jeder Ecke. Cioma Schönhaus taucht unter und tarnt sich als sogenannter „arischer“ Deutscher – mit einem falschen Namen und einem ausgedachten Lebenslauf. Ständig muss er die Unterkunft wechseln, um nicht den kleinsten Verdacht aufkommen zu lassen. Die Konstante ist seine Arbeit und die ist brisant: Als begabter Zeichner fälscht Cioma Schönhaus Ausweisdokumente, die ihm und anderen Juden und Jüdinnen eine scheinbar legale Identität verschaffen. Er ist Teil eines Widerstandsnetzes und verhilft dadurch hunderten Verfolgten zur Flucht, bis ihm ein Fehler passiert und auch er Berlin verlassen muss. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 07.11.2025 ORF 2
  • Folge 397
    Als Ernst Michel (22) zum ersten Mal die Pressetribüne im Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes betritt, hält er die Nähe zu den Angeklagten kaum aus. Keine zehn Meter sitzt er, der Auschwitz-Überlebende, von Göring und den anderen entfernt. Als die polnische Zeugin Seweryna Smaglewska (29) zum ersten Mal das Nürnberger Grand-Hotel betritt, in dem sie für die Dauer ihres Aufenthalts untergebracht ist, kann sie nicht begreifen, wieso die Richter und Staatsanwälte des Nürnberger Prozesses in der Nacht zuvor einen rauschenden Ball gefeiert haben. Dieses Dokudrama erzählt den wichtigsten Prozess des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive dieser beiden jungen Menschen und spiegelt die Hoffnungen und Ängste, die innere Zerrissenheit zweier Menschen wider, die noch ein halbes Jahr zuvor der Todesmaschinerie der Nazis im KZ Auschwitz ausgeliefert waren. Seweryna Smaglewska wird wochenlang warten müssen, bis sie endlich aussagen darf, ein nicht enden wollendes Martyrium. Erinnerungen kommen in ihr hoch, auch an Witold, die Liebe ihres Lebens, mit dem sie sich am Zaun des Lagers Birkenau geschworen hatte, eine Familie zu gründen, wenn sie beide überleben. Doch Witold ist spurlos verschwunden. Ernst Michel ist mit Abstand der jüngste unter den Reportern aus aller Welt. Er zwingt sich jeden Tag, objektiv zu berichten. Dann bekommt er ein sensationelles Angebot: Hermann Göring will ihn kennenlernen, bittet zu einem Gespräch in seiner Zelle. Kein anderer Journalist wird vor Görings Hinrichtung mit ihm sprechen können. Doch Ernst Michel wird von Zweifeln geplagt. Darf er dem Mann gegenübertreten, der für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist? Was wiegt schwerer: millionenfaches Leid oder eine journalistische Weltsensation? Das Dokudrama „Nürnberg ’45 – Im Angesicht des Bösen“ besteht aus hochwertigen Spielszenen (Cast u. a. Jonathan Berlin, Katharina Stark, Wotan Wilke Möhring, Francis Fulton-Smith), Interviews mit den Kindern von Ernst Michel und Seweryna Smaglewska, koloriertem Archivmaterial und einem der seltenen Interviews mit Ernst Michel aus den 2000er-Jahren. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 14.11.2025 ORF 2
  • Folge 398
    Paris, im September 1876. Zwei europäische Lichtgestalten der Moderne treffen aufeinander. Die junge Bertha von Kinsky, spätere Suttner lernt in Paris Alfred Nobel kennen. Er ein wohlhabender schwedischer Waffenhändler – Erfinder des Dynamits, sie eine junge, verarmte österreichische Aristokratin. Obwohl Mitglied des Hochadels muss die junge Bertha eine Stelle als Sekretärin und Assistentin beim schwedischen Erfinder antreten. Die beiden sind begeistert voneinander, das Arbeitsverhältnis dauert aber nur zwei Wochen – dann kehrt die junge Kinsky nach Wien zurück, um Arthur von Suttner zu heiraten. Was bleibt, ist eine mehr als 20-jährige Brief- und Lebensfreundschaft zwischen Bertha von Suttner und Alfred Nobel. Diese Briefe sind die Grundlage der neuen Universum History Koproduktion. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 05.12.2025 ORF 2
  • Folge 399
    Nachdem sich die Wege von Bertha von Suttner und Alfred Nobel trennten, versucht er sein Leben lang, mit Dynamit und Sprengstoff reich zu werden. Bertha wird zu einer international bekannten Friedensaktivistin. Er liefert den Kriegsparteien Dynamit, sie erlebt die Verwundeten und Toten des Krieges – was sie in ihrem weltbekannten Roman „Die Waffen nieder“ eindrucksvoll thematisiert. Doch Suttners Eindruck auf Nobel ist so groß, dass Alfred Nobel kurz vor seinem Tod den Nobelpreis ins Leben ruft. 1905 wird Bertha von Suttner die erste Frau sein, die den prestigeträchtigen Friedensnobelpreis gewinnt. Es ist eine intellektuelle und tragische Beziehung zugleich, in der sich die großen politischen Umwälzungen im Europa der Jahrhundertwende widerspiegeln. Mehrere Dutzend Briefe, die sie sich geschrieben haben, bilden die Grundlage für dieses aufwändige Epos, das zwei große europäische Lichtgestalten, ihren Lebensweg und ihre anfangs konträre Entwicklung nachzeichnet. Regie: Daniel Skogström, David Walter Bruckner Koproduktion: Nordic Eye Production, Ranfilm, ORF, SVT, Arte (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 12.12.2025 ORF 2
  • Folge 400
    St. Moritz im Engadin gilt bis heute als der Inbegriff des mondänen Wintertourismus. Das kleine Schweizer Bergdorf schreibt Geschichte, als die Erschließung durch die Rhätische Bahn und und einige Pionierinnen und Pioniere des Tourismus den Ort ab dem Ende des 19. Jahrhunderts auch in der kalten Jahreszeit zu einem touristischen Hotspot machen. Illustre Gäste aus aller Welt reisen nach St. Moritz, um zu urlauben und sich zu vergnügen. Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieses Bergdorfs, das dank glamouröser Besucherinnen und Besucher und der Erfindung des Wintersports zur weltbekannten Marke wird. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 09.01.2026 ORF 2
  • Folge 401
    In Nicaragua sind die sozialistischen Sandinisten an der Macht – und den USA unter Ronald Reagan ein Dorn im Auge. Konterrevolutionäre bewaffnete Gruppen – die „Contras“- werden von den USA gestärkt und lösen einen blutigen Bürgerkrieg aus. In Panama verwandelt Manuel Noriega, ein langjähriger Verbündeter der CIA, sein Land in ein Drehkreuz des Drogenhandels. Doch auch er missfällt der Regierung in Washington. Während einer US-Invasion wird er gestürzt, verhaftet und in die USA gebracht. In Chile muss Diktator Pinochet nach fast 2 Jahrzehnten seines brutalen Regimes zurücktreten. Während sich die Demokratie auf dem gesamten Kontinent zunehmend durchsetzt, gerät Venezuela in eine Krise. 1992 versucht der linksgerichtete Hugo Chávez einen Staatsstreich. Dieser scheitert zwar, doch Chavez avanciert in Folge zum populären Volkshelden. (Dritter und letzter Teil am 11. Jänner, ORF2) (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 09.01.2026 ORF 2
  • Folge 402
    Venezuela, 1998. Hugo Chavez gelangt durch demokratische Wahlen an die Macht. Venezuelas Erdölreserven machen das Land zu einem Objekt der Begierde- Chavez verspricht gerechte Verteilung und die Abwehr „imperialistischer“ Interessen. Doch er hat auch viele Gegner: 2002 kommt es zum Staatsstreich von Militärs und Unternehmern- unter wohlwollender Billigung der USA. Nach nur 2 Tagen kehrt Chavez an die Macht zurück und regiert exzentrischer denn je. Von Gerechtigkeit und Demokratie ist nicht mehr viel zu spüren. Über ganz Lateinamerika fegt „La Marea Rosa“- eine politische Welle von linksgerichteten Regierungen. Kolumbien beginnt währenddessen einen Krieg gegen den Koka-Anbau und Drogenhandel, mit aktiver Unterstützung der USA. Als in Washington 2016 Donald Trump erstmals an die Macht kommt, nimmt er den Kokainhandel als Argument, um gegen Migration aus Lateinamerika zu wettern. Bis in die Gegenwart dient der Kampf gegen Drogen den USA als Rechtfertigung für Interventionen in Lateinamerika. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere So. 11.01.2026 ORF 2
  • Folge 403
    Original-TV-Premiere Mo. 02.02.2026 ORF 2
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 23.01.2026
  • Folge 404
    Hitchcock ließ sich von der Landschaft in St. Moritz inspirieren. Schnee, Berge, Schluchten, Seen – all das weckte in ihm Assoziationen. Manche Ideen gingen in seine Filme ein.
    Original-TV-Premiere Fr. 13.02.2026 ORF 2
    Österreichische Erstausstrahlung ursprünglich angekündigt für den 09.01.2026
  • Folge 405
    Jardin des Tuileries in Paris, gelegen zwischen Louvre und Place de la Concorde, ist ein historischer Barockgarten aus dem 16. Jahrhundert und der älteste öffentliche Park der Stadt.
    Unter den mutigsten Menschen der Französischen Revolution waren Frauen. Ihre Geschichten wurden lange vergessen, aber eine neue Generation französischer Forscher:innen hat diese faszinierenden Revolutionärinnen ans Licht gebracht. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 06.03.2026 ORF 2
  • Folge 406
    Sie galt als heimliche Kaiserin: Erzherzogin Sophie, die starke Frau am Wiener Hof des 19. Jahrhundert. Sie setzt ihren erstgeborenen Sohn Franz Joseph auf den Kaiserthron und findet mit Sisi eine vermeintlich perfekte Schwiegertochter. Kaiserin Elisabeth sollte allerdings schnell merken, dass an Sophie kein Weg vorbeiführt, sowohl politisch als auch privat. Schon Zeitgenossen erkennen, dass sie die treibende Kraft der Habsburgermonarchie ist. Ihre Visionen setzt sie ohne Rücksicht auf Verluste durch, bezahlt dafür aber oft einen hohen persönlichen Preis. Das Klischee der bösen Schwiegermutter, verstärkt durch die Sisi-Verfilmungen der 1950er Jahre, macht die eigentlich wohlwollende Erzherzogin zu einer der am meisten missverstandenen Frauen im Umfeld von Sisi und wird ihrer wahren Rolle nicht gerecht. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 13.03.2026 ORF 2
  • Folge 407
    Vermutlich kannte die Schamanin bereits die heilende Wirkung der Quellen, die später Dürrenberg zu einem Kurort machten.
    Die steinzeitliche „Schamanin von Dürrenberg“ liefert eine wissenschaftliche Sensation: im Nationalsozialismus wurde ihr Grab fälschlicherweise einem „arischen“ Mann zugeschrieben und zu Propagandazwecken benutzt. Doch moderne Analysen zeigen eindeutig: Es handelt sich um eine dunkelhäutige Frau- eine hochgeachtete Jägerin und Sammlerin, die vor rund 9000 Jahren lebte. Anhand von DNA-Analysen werden ihr Aussehen und ihre Lebenswelt rekonstruiert. Medizinische Befunde ihrer abgefeilten Zähne, eine Wirbelfehlstellung sowie die besonders große Menge an Relikten und Opfergaben wie Tierzähne und Werkzeuge, sprechen für ihre Rolle als Schamanin. Mithilfe modernster Technik gelingt es der Doku außerdem, die Frau aus der Steinzeit visuell zum Leben zu erwecken. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 10.04.2026 ORF 2
  • Folge 408
    Die alte Schutzhülle um den Reaktor bekam Risse. Nach der Jahrtausendwende wurde daher eine neue Konstruktion geplant, die heute den Reaktor samt erster Betonhülle abdeckt.
    Vor genau 40 Jahren, am 26. April 1986, führte eine Reaktorexplosion in Tschernobyl zum schlimmsten nuklearen Unfall in der Geschichte. Große Teile Europas wurden kontaminiert und zwang Hunderttausende zur Evakuierung. Diese packende Universum History Dokumentation geht auf die Katastrophe, die sowjetische Vertuschung und ihre verheerenden menschlichen und ökologischen Folgen nach. Jahrzehnte später bleibt das tatsächliche Ausmaß heiß diskutiert und die Gefahr einer weiteren Katastrophe schwebt noch immer über uns. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 24.04.2026 ORF 2
  • Folge 409
    Jahrhundertelang machen Seefahrer aus Skandinavien Europas Küsten unsicher und verbreiten Angst und Schrecken. Doch im 10. Jahrhundert lässt sich ein Wikingerführer auf einen Handel mit dem fränkischen König ein: Rollo wird zum Schutzherrn einer Region im heutigen Frankreich und erhält dafür ausgedehnte Ländereien als Lehen – die Normandie. Die von Rollo begründete Dynastie der Normannen wird Europas Geschichte in den folgenden Jahrhunderten entscheidend prägen. Die dreiteilige Dokumentation zeichnet ihre Geschichte am Beispiel dreier Herrscher eindrücklich nach. Den Anfang macht ihr Stammvater, Rollo der Wikinger. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.05.2026 ORF 2
  • Folge 410
    Die aus dem fränkischen Reich hervorgegangene Dynastie der Normannen gehört zu den prägendsten Akteuren des europäischen Mittelalters. Der Stammsitz des Fürstenhauses ist die Normandie. Begründet von Rollo dem Wikinger im 10. Jahrhundert, festigen seine Nachkommen als Herzöge ihre Machtposition. Bis schließlich sechs Generationen später Wilhelm, genannt „der Bastard“, gar nach der englischen Krone greift. Aus der Schlacht von Hastings 1066 geht der Normanne siegreich hervor – und wird als Wilhelm der Eroberer zu einem der mächtigsten Herrscher seiner Zeit. Der zweite Teil der Reihe erzählt seine Geschichte. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 15.05.2026 ORF 2
  • Folge 411
    Für den französische König Philipp II. ist das große und mächtige ‚angevinische Reich‘ unter seinem Vasallen Richard Löwenherz eine Bedrohung.
    Der letzte große normannische Fürst und König aus dem von Rollo dem Wikinger begründeten Herrschergeschlecht, Richard Löwenherz, steht im Zentrum des dritten Teils der Reihe. Unter ihm erlebt die Normandie eine Glanzzeit. Richard verkörpert den idealisierten Ritter und König – er gilt als mutig, charismatisch und militärisch brillant. Doch sein Reichtum, seine ausgedehnten Ländereien und seine Macht wecken auch den Neid des französischen Königs. Die beiden Herrscher gehen gemeinsam auf Kreuzzug, es kommt zur wohl spektakulärsten Geiselnahme des Mittelalters in der Nähe von Wien. Mit dem Tod von Richard Löwenherz beginnt schließlich der Niedergang des Fürstenhauses. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 29.05.2026 ORF 2
  • Folge 412
    3D Animation eines Skelettfundes aus dem Grab der Heiligen Schar.
    Die Heilige Schar aus Theben war eine Elitetruppe der griechischen Antike. Sie besiegte die gefürchteten Spartaner. Das Geheimnis ihrer Kampfkraft: Das Band der Liebe. Der Legende nach bestand das Heer aus 150 homosexuellen Pärchen, also 300 schwulen Kriegern. Die Dokumentation begibt sich auf die Suche nach der mysteriösen Heiligen Schar. Analysen aus Massengräbern bringen neue Erkenntnisse und zeigen ein Bild der griechischen Antike, in der die gleichgeschlechtliche Liebe zur Alltagkultur gehörte. Buch: Danielle Proskar, Rea Apostolides (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 05.06.2026 ORF 2
  • Folge 413
    Markus Freistätter spielt den sadistischen Lagerführer Karls Fritzsch, genannt Stäubchen, der im KZ Flossenbürg Angst und Schrecken verbreitet. Auf Homosexuelle hat er es besonders abgesehen.
    Wien 1919: Die Bürgerstochter Margarethe „Gretl“ Csonka wird von ihrem Vater zu Sigmund Freud geschickt. Er soll sie von ihrem „verbotenen Begehren“ nach der skandalumwitterten preußischen Gräfin Puttkamer „heilen“. Doch Gretl kämpft um ihre Liebe – auch wenn das bedeutet, Sigmund Freud an der Nase herumzuführen. In der Konfrontation mit Gretl kommt Freud zum Schluss, dass Homosexualität nicht geheilt werden kann und auch nicht geheilt werden muss. Parallel zeigt die Dokumentation, wie sich im Wien und vor allem im Berlin der Zwischenkriegszeit erstmals queeres Selbstbewusstsein entfaltet – nur um bald darauf von den Nazis brutal zerstört zu werden. Im Spannungsfeld von Repression und Aufbruchsstimmung kämpfen Aktivist*innen wie Magnus Hirschfeld um die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt und gegen das Verbot gleichgeschlechtlicher Sexualität. Der Film „Anders als die Anderen“ thematisiert Homosexualität erstmals ganz offen – und wird zum Skandal. 1934 lässt Adolf Hitler SA-Chef Ernst Röhm ermorden – und damit den prominentesten homosexuellen Nazi. Es ist ein Wendepunkt: Von nun an verfolgt der NS-Staat vor allem schwule Männer, aber auch lesbische Frauen, steckt sie ins KZ, kastriert oder ermordet sie. Gretl Csonka gelingt die Flucht – in ein Leben, in dem sie sich nie wieder die Freiheit nehmen lassen wird, zu lieben, wen sie will. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Mo. 15.06.2026 ORF 2
  • Folge 414
    Josef Kohout (Stefan Gorski) erzählt als erster schwuler KZ-Häftling über die Verfolgung der Homosexuellen während der Nazizeit.
    Original-TV-Premiere Fr. 19.06.2026 ORF 2
  • Folge 415
    Reenactment – Charles Thomson, Sekretär des Kontinentalkongresses, in seiner Bibliothek.
    Nordamerika im 18. Jahrhundert: Die dreizehn britischen Kolonien entwickeln sich wirtschaftlich und politisch zunehmend eigenständig. Steuern und Eingriffe aus London führen zu wachsendem Widerstand gegen die britische Krone – und aus Protest wird schließlich Rebellion. Teil eins der zweiteiligen Dokumentation erzählt von den Anfängen der Amerikanischen Revolution bis hin zu ihrem ersten Höhepunkt, als vor 250 Jahren, im Juli 1776, die Kolonien ihre Unabhängigkeit vom Mutterland England erklären. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 03.07.2026 ORF 2
  • Folge 416
    Reenactment – Der britische General Howe überlegt, wie er weiter vorgehen soll.
    Vor 250 Jahren, im Juli 1776, erklären dreizehn britischen Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit. Es ist die Geburtsstunde der „Vereinigten Staaten von Amerika“. Doch Großbritannien kämpft mit militärischen Mitteln gegen seine Kolonisten. Nach ersten Erfolgen der Briten scheint die Revolution bereits verloren. Der zweite Teil der Dokumentation schildert die entscheidenden Jahre des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs und blickt dabei auch auf die Schattenseiten einer Revolution, die Freiheit als Ideal verklärt, das längst nicht allen Menschen gleichermaßen zusteht. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 03.07.2026 ORF 2
  • Folge 417
    Die Kriegerstatuen der sardischen Nuraghenkultur könnten das Vorbild für den legendären Riesen in der Odyssee sein.
    Mit Christopher Nolans lang antizipiertem Kinofilm erlebt Homers Odyssee einen neuen Hype. Sie ist eines der meist studierten Werke der Literaturgeschichte- die Erzählung schildert Odysseus’ endlose Heimkehr vom Trojanischen Krieg und seine Begegnungen mit mythologischen Figuren. Heute nutzt die Wissenschaft moderne Technik, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Hat Odysseus – der ikonische Held der Geschichte – wirklich existiert? Und wem begegnete er, wenn von Wesen wie Sirenen, Skylla, Lotosessern und Zyklopen die Rede ist? Die Forschungen ermöglichen einen faszinierenden Einblick in Reiche und Völker, die die unruhigen Gewässer und zerklüfteten Landschaften des Mittelmeers vor Tausenden von Jahren tatsächlich bevölkerten. Mit atemberaubenden CGIs vom Studio der rund 200 Millionen Mal verkauften Assassin’s Creed-Franchise werden Legenden zum Leben erweckt und der Mythos auf den Prüfstand gestellt. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 17.07.2026 ORF 2
  • Folge 418
    Positano an der Amalfiküste: Meerblick mit der Insel Capri im Hintergrund.
    Die Amalfiküste Italiens verzaubert mit einzigartigem Flair und malerischen Landschaften. Glamour, die Kunst des Lebens und la dolce vita gehen hier Hand in Hand. Ob in alten Palazzi, Klöstern oder den ehemaligen Sommerresidenzen von Adeligen – nirgendwo sonst findet sich eine solche Dichte an Luxus-Etablissements. Die Städte Amalfi, Ravello, Positano und die Insel Capri haben Stars und die Schönen und Reichen jahrzehntelang magisch angezogen. Sie sind die Bühne für schillernde und extravagante Geschichten. Einige haben hier einen Zufluchtsort gefunden, andere setzten neue Modetrends und entdeckten eine Art Freiheit, die es anderswo nicht gab. Viele Prominente, die hierherkamen, blieben für immer oder hinterließen mit ihrem Lebensstil ihre Spuren an der Küste. Auf unterhaltsame und unbeschwerte Weise erzählt diese Dokumentation die schillerndsten Geschichten der Amalfiküste und der Insel Capri und zeigt prächtige Häuservillen, malerische Städte und atemberaubende Landschaften. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 31.07.2026 ORF 2
  • Folge 419
    In den 1950-er Jahren ist die kubanische Hauptstadt eine schillernde Metropole. Eine lebendigen Musikszene, Casinos, Shows – vorwiegend amerikanische Touristen entfliehen den prüden USA und der rigiden Prohibition. Ikonen wie Ernest Hemingway, Frank Sinantra oder Ava Gardner sind inspiriert und begeistert vom Flair der Kolonialzeit und dem karibischen Klima. Unter dieser glänzenden Oberfläche brodelt es – Armut und Repression beherrschen den Alltag des Großteils der kubanischen Bevölkerung. Diktator Fulgencio Batista geht eine geheime Partnerschaft mit der Mafia ein, die abseits der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden ein „Las Vegas der Karibik“ schafft. Ein El Dorado des Glückspiels und der Prostitution entsteht – nur 40 Flugminuten von den USA entfernt. Korruption und Bürgerkrieg sind der perfekte Nährboden für die Revolution um ihren Anführer Fidel Castro. 1959 übernimmt der Revolutionsführer, der am 12.8. seinen 100. Geburtstag feiern würde, die Macht und beendet die US-Dominanz auf der Karibikinsel. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 07.08.2026 ORF 2
  • Folge 420
    Im Bild: Das Minarett der Koutoubia Moschee blickt über die Medina von Marrakesch.
    Marrakesch zählt zu den ältesten und bedeutendsten Städten Marokkos. Über Jahrhunderte machen Karawanen auf ihrem Weg zwischen Sahara, Westafrika und dem Mittelmeerraum hier Halt und prägen den weltoffenen Charakter der Stadt. Im 20. Jahrhundert wird die „rote Stadt“ zum Anziehungspunkt für Künstler:innen und internationale Prominenz. Ausnahmepolitiker und Hobbymaler Winston Churchill hält das märchenhafte Licht der Stadt auf Leinwänden fest, Alfred Hitchcock macht Marrakesch mit seinem Film „Der Mann, der zu viel wusste“ weltberühmt und Yves Saint Laurent findet in den Farben und Formen der Stadt eine neue Inspirationsquelle. Bis heute zählt das am Fuße des Atlasgebirges gelegene Marrakesch zu den faszinierendsten Städten Nordafrikas. (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 21.08.2026 ORF 2
  • Folge 421
    Die drittgrößte Baleareninsel galt einst als der ärmste Teil Spaniens.
    Einst eine arme und abgelegene Mittelmeerinsel, wird Ibiza ab den 1960er-Jahren zum Zufluchtsort für Hippies, Künstler:innen und Aussteiger aus aller Welt. Während die Diktatur Francos Spanien fest im Griff hat, entsteht hier eine Gegenkultur, die sich Freiheit und Lebenslust auf die Fahnen geschrieben hat. Später entdeckt der internationale Jetset das Balearen-Paradies für sich: Musiklegenden wie Bob Marley oder Freddie Mercury, legendäre Clubs und spektakuläre Partys machen die Sonneninsel weltweit bekannt. Doch Ibiza ist weit mehr als ein Synonym für Nachtleben und Exzess. Wie kaum ein anderer Ort im Mittelmeerraum hat sich die Insel ein einzigartiges Lebensgefühl bewahrt – eine besondere Mischung aus Freiheit, Kreativität und mediterraner Gelassenheit, die den Mythos Ibiza bis heute lebendig hält. Produktion: Autentic, ZDF/​arte Buch & Regie: Fabian Wolf (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 28.08.2026 ORF 2
  • Folge 422
    Die Dokumentation zeichnet den Weg der Attentäter vom 11. September 2001 nach. Insgesamt vier Flugzeuge werden entführt. Die Gruppe um Mohammed Atta steuert jene Maschine, die um 08:46 Uhr in den Nordturm des World Trade Centers einschlagen wird.
    Die Dokumentation schildert den 11. September 2001 detailliert und minutengenau, beginnend mit dem Einschlag der entführten Flugzeuge. Mithilfe von seltenem Archivmaterial, Tonaufnahmen und Augenzeugenberichten von Feuerwehrleuten, Journalistinnen und Regierungsmitarbeitern wird gezeigt, wie sich die Ereignisse gleichzeitig in der Luft, am Ground Zero, in den Medien und in den politischen Machtzentren der USA entwickelt haben. Dabei werden Ausmaß des Chaos und der Schock deutlich, der das Land und die Welt an dem Tag erfassten. RMC Channels (Text: ORF)
    Original-TV-Premiere Fr. 04.09.2026 ORF 2

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