2025, Folge 51–73
Weiterleben nach einem Trauma – Crans-Montana und darüber hinaus
Folge 51 (61 Min.)
Sternstunde Philosophie Weiterleben nach einem Trauma – Crans-Montana und darüber hinaus Traumaforscher Andreas Maercker und Barbara BleischBild: SRFAndreas Maercker ist einer der renommiertesten Traumaforscher der Welt – und hat als politischer Häftling selbst Traumatisches erlebt. Wie lassen sich traumatische Erlebnisse bewältigen? Andreas Maercker weiß, wovon er spricht: Als Professor an der Universität Zürich hat der Psychologe und Arzt während vieler Jahre erforscht, wie Menschen traumatische Erfahrungen verarbeiten und unter welchen Umständen sie Folgeerkrankungen ausbilden. Seine viel beachteten Studien – unter anderem mit Kriegsopfern, politischen Gefangenen und ehemaligen Verdingkindern – zeigten, dass die Anerkennung des Geschehenen für eine erfolgreiche Bewältigung zentral ist.Im Gespräch mit Barbara Bleisch erklärt der renommierte Wissenschaftler, was die Betroffenen der Brandkatastrophe von Crans-Montana jetzt brauchen und weshalb Gesten wie der nationale Gedenktag ebenso wichtig sind wie die Klärung der Schuldfrage. Und er erzählt von seiner persönlichen traumatischen Geschichte, wie er als junger Mann von der Stasi in einem Gefängnis in der DDR festgehalten wurde. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 25.01.2026 3sat Original-TV-Premiere So. 11.01.2026 SRF 1 Alles fährt Ski oder Schnee von gestern? – Philosophie der Piste
Folge 52Sternstunde Philosophie Keyvisual 2021 SRFBild: SRF2Noch immer verbringen in der Schweiz viele Kinder während der Schulzeit mindestens eine Woche in den Bergen, rund 35 Prozent der Schweizer Bevölkerung fahren regelmässig Ski. Und wenn Ausnahmetalente wie Marco Odermatt oder Lara Gut die Piste runterbrettern, fiebert die Nation mit. Wie wurde Skifahren zum Kulturgut? Und weshalb werden Rennfahrerinnen und Rennfahrer immer schneller: Liegt es am Material oder am Können?Zu Gast sind die Skilegende Bernhard Russi, der auch als Architekt von Rennstrecken die Skiwelt über Jahrzehnte geprägt hat, und die Schriftstellerin Antje Rávik Strubel, die einst Skilehrerin werden wollte und Langlauf als Übung des Denkens versteht. Olivia Röllin fragt, worin der Reiz des Tempos besteht, wie Hightech-Sport zur Idee der unberührten Natur passt und ob Hundertstelsekunden im Abfahrtsrennen punkto Können wirklich einen Unterschied machen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 18.01.2026 SRF 1 Würden Sie fürs eigene Land in den Krieg ziehen?
Folge 53 (60 Min.)v.li.: Ole Nymoen, Podcaster und Autor, Georg Häsler, Sicherheitsexperte und Journalist «NZZ», Katja Gentinetta, Politische Philosophin und PublizistinBild: SRFEuropa und die Schweiz rüsten auf. Doch es fehle Soldaten. Wer kämpft, wenn es hart auf hart kommt? Braucht es wieder eine Wehrpflicht? Und darf der Staat überhaupt zum Töten zwingen? Darüber spricht Yves Bossart mit der Philosophin Katja Gentinetta, dem Militärexperten Georg Häsler und mit dem deutschen Autor und Podcaster Ole Nymoen. Aufrüstung kostet nicht nur. Jemand muss all die Waffen auch bedienen können. Wer stellt sich also an die Grenze, wenn Russland angreift? „Ich sicher nicht“, sagt Ole Nymoen. Sein Buch „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit“ sorgte unlängst für hitzige Debatten. So wie er argumentieren viele junge Menschen. Auch in der Schweiz ist die Bereitschaft, Wehrdienst zu leisten, gesunken. Ausgerechnet jetzt, da auf dem europäischen Kontinent seit fast vier Jahren Krieg geführt wird. Deshalb soll der Zivildienst nun unattraktiver gemacht und eventuell die Gewissensprüfung wieder eingeführt werden. (Text: 3sat)Deutsche TV-Premiere So. 08.02.2026 3sat Original-TV-Premiere So. 25.01.2026 SRF 1 Fake News oder echte Gefahr? Die Wahrheit hinter Desinformation
Folge 54 (70 Min.)Nils C. Kumkar, SoziologeBild: SRFDie Verunsicherung ist riesig. Welchen Nachrichten kann man noch trauen? Besonders in digitalen Medien werden Fake News und „alternative Fakten“ gezielt gestreut, um Demokratien zu schwächen. wirkt das überhaupt? Und wenn ja, wie genau? Der Soziologe Nils Kumkar klärt auf. Laut einer aktuellen Erhebung sind annähernd drei Viertel der befragten Internet-User überzeugt, binnen der letzten Woche mit Fake News konfrontiert worden zu sein. Diese gezielt gestreuten Falschinformationen haben meist unklare Absender, breiten sich rasend schnell aus und benebeln die Urteilskraft. Nicht zuletzt wird es im Zuge neuerer KI-Technologien immer schwieriger, diese Fälschungen und Fakes als solche zu erkennen und zu entlarven.Was also tun? Wem oder was kann man, gerade in der digitalen Sphäre, überhaupt noch trauen? Und wie sähe eine Demokratie aus, deren mündige Bürger sich nicht mehr verlässlich informieren können? Der Soziologe Nils Kumkar, Autor von Büchern wie „Alternative Fakten“ und „Polarisierung“, forscht seit vielen Jahren über Dynamiken digitaler Desinformation. Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger klärt er über Wesen und Wirkung von Fake News auf – und räumt gleichzeitig zahlreiche Fehlannahmen aus dem Weg. Entlarvt sich die angenommene Bedrohung unserer Demokratie durch Fake News am Ende gar selbst als „Fake“? (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 22.02.2026 3sat Original-TV-Premiere So. 01.02.2026 SRF 1 Kunst oder Politik: Was rettet die Welt, Sibylle Berg?
Folge 55Sternstunde Philosophie Was rettet die Welt, Sibylle Berg? Schriftstellerin Sibylle Berg SRFBild: SRF1Ihre Bücher sind in über 30 Sprachen übersetzt, ihre Stücke werden weltweit gespielt. Für ihr Werk wurde Sibylle Berg – oft als weibliche Antwort auf Michel Houellebecq bezeichnet – vielfach ausgezeichnet: unter anderem mit dem Schweizer Buchpreis, dem Bertolt-Brecht-Preis und dem Grand Prix Literatur.Als Mitglied des EU-Parlaments für «Die Partei» mischt sie neuerdings auch den politischen Betrieb auf – und zögert nicht mit Kritik: zu viel Bürokratie, zu wenig Gestaltungsraum, zu viel Besitzstandswahrung, zu wenig Aufbruch und Mut. «Frau Berg», wie sich die Künstlerin nennt, will den Kapitalismus abschaffen und der Überwachung den Kampf ansagen. Dabei agiert sie nicht nett, nicht mild, nicht versöhnlich – sondern klug, wütend und unterhaltsam. Barbara Bleisch fragt nach, wie ernst es der Künstlerin ist mit ihren Vorstössen, Ratschlägen und Interventionen und ob uns eher die Kunst oder die Politik zu retten vermögen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 08.02.2026 SRF 1 Du kannst nichts gegen die Klimakrise tun!
Folge 56Sternstunde Philosophie – „Du kannst nichts gegen die Klimakrise tun!“ Frauke Rostalski, Rechtsphilosophin und JuristinBild: SRFFrauke Rostalski bestreitet weder Klimakrise noch die Dramatik des steigenden CO2-Ausstosses. Sie kritisiert aber die Verschiebung der Verantwortung auf Konsumentinnen und Konsumenten. Einzelne Entscheidungen – weniger fliegen, weniger Fleisch essen – seien klimatisch praktisch wirkungslos, solange sie nicht in ein global verbindliches Reglementarium eingebettet sind. Gemäss Rostalski braucht es internationale Regeln mit Anreizen und Sanktionen, etwa in Form eines Klimaclubs mit CO2-Mindestpreis – eine Idee, die sie vom US-amerikanischen Wirtschaftsnobelpreisträger William Nordhaus übernimmt. Verantwortung sieht Rostalski deshalb vor allem bei Regierungen, die endlich ein funktionierendes internationales System schaffen müssten, in das sich individuelle Handlungen sinnvoll einfügen können. Dann, und erst dann, sieht Rostalski die Einzelnen in der Pflicht.Olivia Röllin hakt nach und klärt, wie realistisch ein solcher Club ist, angesichts der weltpolitischen Lage, warum das Pariser Abkommen als dysfunktional gilt, wieso ein «Club der Willigen» mehr bewirken könnte als nationale Vorreiterrollen und was man vor diesem Hintergrund eigentlich den nachfolgenden Generationen sagen kann. Die Sendung wurde am Zürcher Philosophie-Festival aufgezeichnet. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 15.02.2026 SRF 1 Was ist psychisch krank? Über Normalität und Wahnsinn
Folge 57v.li.: Michael Hagner, Mediziner und Wissenschaftshistoriker, und Leon Engler, Autor und PsychologeBild: SRFAngststörungen, Depressionen, Sucht: Jede zweite Person erkrankt in ihrem Leben psychisch. Eine erschreckend hohe Zahl, welche die Frage aufwirft, ob wir als Gesellschaft immer kränker werden. Oder wird eher das Raster, was als normal gilt, immer enger? Welche Ursachen liegen den Krankheiten zugrunde, sind es die Gene oder macht doch das gesellschaftliche Umfeld krank? Und welche Rolle spielt die Psychiatrie, um seelischen Leiden zu begegnen oder sie sogar zu heilen?Darüber spricht Olivia Röllin mit Leon Engler, Autor des Buchs «Botanik des Wahnsinns» und angehender Psychotherapeut, und dem Mediziner und Wissenschaftshistoriker Michael Hagner. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 22.02.2026 SRF 1 Auf dem Weg zum weiblichen Zeitalter?
Folge 58Shila Behjat, Autorin, Journalistin und Juristin und Leonie Schöler, Historikerin, Autorin und Journalistin; Sternstunde Philosophie Auf dem Weg zum weiblichen Zeitalter?Bild: SRFOb auf den Barrikaden, in geheimen Netzwerken oder mit leiser Beharrlichkeit – Frauen prägen weltweit Revolutionen. Und aktuell kämpfen sie vielerorts im Umfeld autoritärer, antifeministischer Gesellschaften: gegen Abtreibungsverbote in Teilen der USA und in Polen, gegen Bildungsverbote und massive Einschränkungen für Frauen in Afghanistan oder brutales Vorgehen gegen Demonstrierende im Iran. Zum Internationalen Frauentag rückt ihr oft übersehener Einfluss ins Zentrum. Die Frauen sind laut, vernetzt und unaufhaltsam.Die Autorin und Journalistin Shila Behjat («Frauen und Revolution») vermutet trotzdem einen Übergang in ein neues, ein weibliches Zeitalter. Überall dort, wo heute um Demokratie gerungen wird, sind Frauen an der Front. Und Autokraten scheinen die Freiheit der Frauen ebenso zu fürchten wie die Freiheit selbst. Die Historikerin, Journalistin und Autorin Leonie Schöler («Beklaute Frauen – Denkerinnen, Forscherinnen, Pionierinnen: Die unsichtbaren Heldinnen der Geschichte») zeigt zugleich, wie systematisch weibliche Geschichte verdrängt wurde. Wäre überliefert, was Frauen in Revolutionen, Wissenschaft, Kunst und Alltag tatsächlich geleistet haben, wäre das alte Bild vom überlegenen Mann und natürlichem Hausherrn so mächtig geblieben? Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März spricht Olivia Röllin mit den beiden darüber, was dieses weibliche Zeitalter sein soll, wie die Welt aussehen kann, wenn diese Freiheitsbewegungen erfolgreich wären, wo die solidarischen Männer sind und wie sich die Zukunft verändern würde, wenn Frauen sichtbarer wären. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 01.03.2026 SRF 1 Ist Altern eine Krankheit? Über den Traum vom langen Leben
Folge 59Tobias Reichmuth, Unternehmer, und Thomas Schulz, Journalist und AutorBild: SRFAufhalten lässt sich das Älterwerden heute noch nicht. Aber verlangsamen. Durch einen gesunden Lebensstil, durch ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, wenig Stress, guten Schlaf und ein soziales Umfeld. Daneben gibt es immer mehr Angebote, die uns lange Gesundheit versprechen oder gar eine Heilung von der Krankheit «Altern»: von Nahrungsergänzungsmitteln über Sauerstofftherapien bis zu Eingriffen in unsere Gene. «Longevity» ist ein Lifestyle, ein Megatrend und ein Milliardenmarkt. Das Ziel: möglichst lange gesund sein, bald schon über 100 Jahre.Was ist davon zu halten? Wie viel Gesundheit gehört zu einem erfüllten Leben? Und wie sieht unsere Gesellschaft aus, wenn wir alle bald 120 Jahre alt werden? Darüber spricht Yves Bossart mit Tobias Reichmuth, einem der wichtigsten Vordenker und Investoren in der Schweiz, wenn es um Langlebigkeit geht, und mit Thomas Schulz, Journalist für das Magazin «Der Spiegel» und Autor des Buches «Projekt Lebensveränderung». (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 08.03.2026 SRF 1 Der Iran-Krieg und die Geopolitik der Gegenwart
Folge 60 (60 Min.)v.li.: Cyrus Schayegh und Kamran SafiarianBild: SRFDer Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA hat sich in den letzten Wochen dramatisch zugespitzt und in der Region eine geopolitische Schockwelle ausgelöst. Was wollen die USA im Iran? Und wie verändert der Krieg die Spielregeln der internationalen Politik? Am 28. Februar 2026 starteten die USA gemeinsam mit Israel umfangreiche Luft- und Raketenangriffe auf iranische Ziele und töteten den langjährigen Obersten Führer des Iran Ali Chamenei. Die Offensive gilt als einer der größten Militärschläge in der Region seit Jahren und löste umgehend massive Gegenangriffe Irans aus. Der Krieg markiert eine neue Eskalationsstufe eines bereits fragilen Machtgefüges.Die Folgen sind kaum abzuschätzen. Die Situation birgt erhebliche Risiken – nicht nur für die regionale Sicherheit, sondern auch für globale Märkte und Machtgefüge. Wohin führt der Konflikt? Wie weit werden die USA und Israel gehen? Und wie ist dieser Krieg aus moralischer und völkerrechtlicher Sicht zu bewerten? Das Gespräch unter der Leitung von Yves Bossart mit Kamran Safiarian, deutsch-iranischer Politikwissenschaftler und Journalist, und Cyrus Schayegh, Historiker und Nahostexperte vom „Geneva Graduate Institute“. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 22.03.2026 3sat Original-TV-Premiere So. 15.03.2026 SRF 1 Annette Kehnel – Mit dem Mittelalter in die Zukunft
Folge 61 (60 Min.)Annette KehnelBild: SRFMittelaltermärkte boomen, Fantasy-Sagas werden zu Bestsellern und Streaming-Hits. Abgesehen davon wird jedoch mit Abscheu und Angst auf das sogenannte Mittelalter geblickt. Die Zeit zwischen 500 und 1500 n. Chr. gilt als verlorene Epoche der Stagnation, des Aberglaubens und der Unterdrückung. Schuld daran sei eine Mischung aus Unwissen und Überheblichkeit, argumentiert Historikerin und Sachbuchautorin Annette Kehnel. Tatsächlich offenbart ein Blick auf die vormoderne Geschichte wertvolle Anregungen für unsere Zukunft – jenseits von Gewinnstreben und Eigennutz. Baustoffrecycling, Crowdfunding, nachhaltige Fischerei, Secondhand-Märkte – das alles gab es schon einmal. Wie konnte dieses Wissen verloren gehen? Und wie wäre es neu fruchtbar zu machen?Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger entwirft Annette Kehnel Wege in ein anderes Wirtschaften. (Text: SRF) Deutsche TV-Premiere So. 19.04.2026 3sat Original-TV-Premiere So. 22.03.2026 SRF 1 Mit Elon Musk in ein neues Zeitalter?
Folge 62 (60 Min.)Quinn Slobodian, Historiker.Bild: SRFFür viele ist Elon Musk ein schillernder Unternehmer – und der reichste Mensch der Welt. Der Historiker Quinn Slobodian sieht in ihm weit mehr: Musk stehe für ein neues Weltbild. Für ein Weltbild, das ein zutiefst beunruhigendes Verständnis von Demokratie und technologischer Freiheit mit sich bringe. Beim Namen Elon Musk denken viele an Tesla, die Plattform X, die Raketen von SpaceX oder an Neuralink, das Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickelt. Für Quinn Slobodian greift diese Perspektive zu kurz. Er argumentiert: Bei Musk gehe es nicht nur um eine Einzelperson oder um erfolgreiche Unternehmen, sondern um ein ideologisches Projekt – ein Weltverständnis, das darauf abzielt, Gesellschaft gewissermaßen neu zu programmieren, mit weitreichenden politischen Konsequenzen.Olivia Röllin spricht mit Quinn Slobodian, Autor von „Muskismus“, darüber, wie Elon Musk durch antizyklische Entscheidungen und erhebliche staatliche Unterstützung zum reichsten Mann der Welt werden konnte, der heute sogar über den Verlauf von Kriegen mitentscheiden kann – und welche Welt der selbst ernannte „Technoking“ entwirft, wenn er von einer Verschmelzung von Mensch und Künstlicher Intelligenz spricht. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 12.04.2026 3sat Original-TV-Premiere So. 29.03.2026 SRF 1 Vom Urknall bis heute: Die Geschichte des Universums in Farben
Folge 63Florian Freistetter, AstronomBild: SRFWelche Farbe hat das Universum? Das fragt sich niemand, der schon einmal in den Nachthimmel geschaut hat. Die Antwort scheint klar: Schwarz.Doch die Astronomie weiss es besser: Der Kosmos ist viel bunter, als unser Auge wahrnehmen kann. Und nur dank dieser Buntheit können wir überhaupt etwas über das All in Erfahrung bringen. Was es zum Beispiel mit der Expansion des Alls und der damit zusammenhängenden Theorie eines Urknalls auf sich hat. In seinem neusten Buch zeichnet Florian Freistetter anhand der Farben des Universums dessen Geschichte nach. Einmal den ganzen Regenbogen durch. Was violette Planeten über den Ursprung des Lebens verraten, warum die Sonne eigentlich grün ist, was vor dem Urknall war und warum am Anfang wirklich das Licht war, das klärt Olivia Röllin mit ihm im Sternstunden-Gespräch. Eine philosophisch-wissenschaftliche Expedition durch 13,8 Milliarden Jahre kosmischer Farben – und ein Blick darauf, wie sehr unsere Vorstellung vom All von unseren menschlichen Wahrnehmungsgrenzen geprägt ist. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Fr. 03.04.2026 SRF 1 Glaube ade? Die schwindende Bedeutung von Religion
Folge 64 (60 Min.)Detlef Pollack, ReligionssoziologeBild: SRFWas, wenn der Gottesglaube allmählich verdunstet? Wenn die Kirchen zu Eventlokalen mutieren? Der Religionssoziologe Detlef Pollack würde dies bedauern, obwohl er selbst nicht gläubig ist. Doch warum? Was verliert eine Gesellschaft, wenn sie den Glauben verliert? Auf TikTok, Instagram und YouTube missionieren christliche und muslimische Influencer fleißig und sprechen vor allem ein junges Publikum an. Tech-Milliardär Peter Thiel hält in Rom Vorträge über den „Antichristen“. Donald Trump betet im Oval Office. Und in der Schweiz scheinen Freikirchen wieder an Zulauf zu gewinnen. Dennoch ist Detlef Pollack überzeugt: Der Gottesglaube ist auf dem Weg, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.Der renommierte Religionssoziologe forscht am Centrum für Religion und Moderne der Universität Münster und hat für die Neuauflage seines Buches „Religion in der Moderne“ weltweite Daten zu Religiosität und Glauben zusammengetragen. Selbst im Iran und in den USA verlöre die Religion an Rückhalt. Wer nun meine, die Menschen kehrten der Religion den Rücken, fänden aber Zuflucht in alternativen Formen der Spiritualität wie Meditation, Yoga oder Schamanismus, liege ebenso falsch, sagt Pollack. Auch Spiritualität nehme weltweit ab. Beunruhigend oder eher befreiend? Barbara Bleisch fragt nach, ob etwas – und falls ja, was – fehlen würde, wenn die Menschheit ganz vom Glauben abfiele. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 03.05.2026 3sat Original-TV-Premiere So. 05.04.2026 SRF 1 Lob der Verletzlichkeit?
Folge 65v.li.: Barbara Schmitz, Philosophin, und Giovanni Maio, Philosoph und MedizinerBild: SRFJetzt, wo weltweit Kriege eskalieren und soziale Spannungen zunehmen, wird die menschliche Verletzlichkeit sichtbarer denn je. Was als ferne geopolitische Krise beginnt, reicht längst in unseren Alltag hinein: Unsicherheit, Kontrollverlust, das Gefühl, dass Stabilität keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Zugleich wächst das Bedürfnis nach Solidarität, nach verlässlichen Beziehungen und nach einem neuen Verständnis von Stärke, das nicht auf Unangreifbarkeit, sondern auf Berührbarkeit gründet.Die Moderne erzählt gerne die Geschichte der radikal autonomen Person, die niemanden braucht und ihre Abhängigkeiten hinter sich lässt. Verletzlichkeit erscheint dabei als Makel, als Bedrohung der eigenen Souveränität. Die Philosophin und Autorin Barbara Schmitz und der Philosoph und Mediziner Giovanni Maio widersprechen dieser Erzählung entschieden. Für sie gehört Verletzlichkeit zu den grundlegenden Bedingungen des Menschseins: Sie mache Beziehung überhaupt erst möglich, sei Voraussetzung von Empathie und könne eine Quelle von Sinn und Solidarität sein. Olivia Röllin fragt nach, wie wir Verletzlichkeit neu denken können, wie sich der Blick auf uns selbst, auf andere und auf die demokratische Gemeinschaft verändert, wenn wir Abhängigkeit nicht länger stigmatisieren, sondern als ureigene menschliche Kraft begreifen, und worin diese Kraft eigentlich besteht. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 12.04.2026 SRF 1 Das Völkerrecht – Ein zahnloser Tiger?
Folge 66Helen Keller, Rechtswissenschaftlerin und RichterinBild: SRFWeltweit mehrten sich zuletzt Verstösse gegen das Völkerrecht. Das Recht des Stärkeren scheint sich gegen das Regelwerk der internationalen Gemeinschaft immer mehr durchzusetzen. Internationale Gerichte werden nicht von allen Staaten anerkannt, und der UN-Sicherheitsrat ist häufig blockiert, was eine wirksame Ahndung von Völkerrechtsbrüchen erschwert.Warum hat das Völkerrecht so wenig Handhabe, Gewalt zu verhindern? Erwarten wir zu viel vom Recht bzw, wird es derzeit sogar zu sehr ausgedehnt, wenn es nun auch zu menschenrechtsbasierten Klimaklagen kommt? Barbara Bleisch fragt nach bei Helen Keller, Professorin für Völkerrecht, Europarecht und öffentliches Recht an der Universität Zürich und während neun Jahren Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 19.04.2026 SRF 1 Warum braucht es Menschen auf dem Mond, Alexander Gerst?
Folge 67Bild: SF1Alexander Gerst, Astronaut und Geophysiker, war zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS und verbrachte so knapp ein Jahr im All. Nun ist der 50-jährige Deutsche auf der Shortlist für die Mission «Artemis IV», die ab 2028 Menschen zum Mond schicken möchte. Und diesmal sollen sie länger bleiben. Was genau will sein Arbeitgeber, die Europäische Raumfahrtagentur ESA, zu der auch die Schweiz gehört, auf dem Mond? Und warum will sie gar mit einer eigenen Mission, genannt «Argonaut», zusätzlich dorthin? Und was bedeutet es, wenn das All zunehmend militarisiert und von privaten Akteuren wie Elon Musks Space-X mitkontrolliert wird?Ein Gespräch unter der Leitung von Olivia Röllin über die Faszination für das Unfassbare, die Grenzen des Machbaren – und die Frage, ob wir uns bemannte Raumfahrt in Zeiten von Klimakrise, Kriegen und knappen Budgets noch leisten wollen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 26.04.2026 SRF 1 Älterwerden – mehr Gewinn als Verlust?
Folge 68v.li.: Nadine Mooren, Philosophin, und Pasqualina Perrig-Chiello, Entwicklungspsychologin und PsychotherapeutinBild: SRFUnsere Gesellschaft wird immer älter. Manche sprechen gar von «Überalterung». Das sei Altersdiskriminierung, findet die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello. Sie befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Älterwerden und den negativen Vorurteilen des Alters. Älterwerden kann und muss gestaltet werden, meint sie: Wer gut alt werden will, sollte bereits heute damit anfangen. Das findet auch die Philosophin Nadine Mooren. Wir sollten das Alter nicht bekämpfen, sondern Akzeptanz lernen. Denn das Alter hat mehr zu bieten als nur Verlust. Es kann auch ein Gewinn sein, an Lebensweisheit, Gelassenheit und Genügsamkeit. Nur, wie geht das? Welche Gesellschaft braucht es dazu? Und: Altern Frauen anders als Männer? (Text: SRF)Original-TV-Premiere So. 03.05.2026 SRF 1 Vom ersten Mal und dem ungelebten Leben
Folge 69Bild: SF1Warum werden manche Momente zu Wendepunkten, während andere spurlos vergehen? Wie verwandelt sich ein peinlicher Augenblick in eine Geschichte, die wir immer wieder erzählen – oder in eine innere Narbe, an der wir festhalten? Und was geschieht mit unseren Erinnerungen, wenn wir Erlebnisse ständig wiederholen, durchdenken oder im Kopf alternative Lebensverläufe entwerfen?Fritz Breithaupt, Professor für Germanistik und Kognitionswissenschaft an der University of Pennsylvania, hat mit seinem Buch «Einmal, zweimal, keinmal. Wie wir Erfahrungen machen» eine Theorie des Erfahrungslebens vorgelegt. In der «Sternstunde Philosophie» spricht er mit Olivia Röllin über die Faszination des Neuen, die Macht der Wiederholung – und darüber, wie es gelingen kann, auch in Zeiten permanenter Reizüberflutung mit Social Media oder künstlicher Intelligenz zu tiefen, sinnstiftenden Erfahrungen zu kommen, statt sich von Ereignis zu Ereignis treiben zu lassen. (Text: SRF) Original-TV-Premiere So. 10.05.2026 SRF 1 Ivan Krastev
Folge 70Original-TV-Premiere Do. 14.05.2026 SRF 1 Udo Marquardt
Folge 71Original-TV-Premiere So. 17.05.2026 SRF 1 Paul Morland
Folge 72Original-TV-Premiere So. 24.05.2026 SRF 1 Eva von Redecker & Damir Skenderovic
Folge 73Bild: SF1Original-TV-Premiere So. 31.05.2026 SRF 1
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