Stadt Land Kunst Folge 1670: Spanien: Die versunkenen Dörfer von Julio Llamazares / rasilien: Die rebellischen Sounds des Funk Carioca / Papua-Neuguinea: Dorotheas Sago-Stäbchen / Toulouse: Die blutrote rosa Stadt
Folge 1670
Spanien: Die versunkenen Dörfer von Julio Llamazares / rasilien: Die rebellischen Sounds des Funk Carioca / Papua-Neuguinea: Dorotheas Sago-Stäbchen / Toulouse: Die blutrote rosa Stadt
Folge 1670 (45 Min.)
(1): Spanien: Die versunkenen Dörfer von Julio Llamazares Mit seinem 1988 erschienenen Roman „Der gelbe Regen“ entführt der Schriftsteller Julio Llamazares sein Publikum in die entlegene Gegend von León im Norden der iberischen Halbinsel. Er beschreibt die gespenstischen Dörfer in den Bergen von Aragon, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen. Ausgehend von Kindheitserinnerungen und seinen Erfahrungen als Journalist erzählt der Autor die Geschichte von Andrés: Er ist der letzte Überlebende eines Dorfes, das durch einen Staudamm überschwemmt wurde. Llamazares’ Werk ist eine Hommage an jene Dörfer, die im 20. Jahrhundert ihre Seele verloren. (2): Brasilien: Die rebellischen Sounds des Funk Carioca In den Favelas von Rio de Janeiro wummern die Bässe in den Straßen, während Körper zu mitreißenden Rhythmen tanzen. Der Funk Carioca entstand während der Diktatur in den 1970er-Jahren als Ausdruck einer urbanen Jugend, die nach Freiheit strebte. Unter dem Einfluss der Black-Power-Bewegung in den USA wurde die Party- und Musikszene zu einer identitätsstiftenden Bewegung, die
von den Machthabern überwacht wurde. Erst mit dem Niedergang der Diktatur 1985 explodierte der Funk Carioca. Sprühende Energie, explizite Lyrics und akrobatische Tänze zeugen vom Wunsch nach Leben und Widerstand. (3): Papua-Neuguinea: Dorotheas Sago-Stäbchen Auf der Insel Chambri an den Ufern des Flusses Sépik bereitet Dorothea nach einem Rezept ihrer Mutter Mangan zu: Zuerst reibt sie das Fleisch einer Kokosnuss, das sie dann mit Sagostärke zu einem Teig vermengt, aus dem sie Stäbchen formt. Diese werden vorsichtig in Bananenblätter gerollt und unter den aufmerksamen und erwartungsvollen Blicken ihrer Familie über offenem Feuer gebacken. (4): Toulouse: Die blutrote rosa Stadt Toulouse ist heute für seine rosa Backsteine bekannt. Doch im 16. Jahrhundert verbindet man mit der Stadt eine andere Farbe: die des Blutes. Zum Sommerende 1572 erreichen die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten im Königreich Frankreich ihren Höhepunkt, das Land befindet sich mitten in einem Konfessionskrieg. Dann erreicht eine furchtbare Nachricht die okzitanische Hauptstadt … (Text: arte)