2026
Jessica Berlin (Sicherheitsexpertin)
Folge 287In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Inga Kühn mit der Sicherheitsexpertin und Politikanalystin Jessica Berlin über das erste Jahr der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump.Im Gespräch mit Inga Kühn warnt die deutsch-amerikanische Sicherheitsexpertin vor einer weiteren Erosion internationaler Regeln, vor geopolitischer Unberechenbarkeit – und vor einem gefährlichen Vakuum europäischer Führung. „Wir haben nicht ein Jahr Trump, sondern zehn Jahre Trump“, so Jessica Berlin, die unter anderem für „The Center for European Policy Analysis“ (CEPA) arbeitet. Trump habe systematisch „die Grenzen des Sagbaren und des Machbaren verschoben“, innen- wie außenpolitisch. Nach einem Jahr im Amt fühle er sich nun „quasi grenzenlos und nur noch von seiner eigenen Moral begrenzt“. So kritisiert Jessica Berlin Trumps Anspruch auf Grönland und bezeichnet die offiziell angeführten sicherheitspolitischen Gründe als vorgeschoben: „Es geht nicht um Sicherheitsinteressen der USA – das ist faktisch falsch. Es ist eine klassische Trump-Verhandlungstaktik: Erst etwas Absurdes fordern und dann schauen, was man herausholen kann.“ Europa müsse hier klare Grenzen ziehen, um eine Eskalation zu verhindern. Auch im Umgang mit dem Iran warnt Berlin vor Kurzschlussreaktionen. Zwar könne man Sympathie für die Protestbewegung empfinden, doch entscheidend sei das „Wie“. „Donald Trump handelt nicht geostrategisch. Selbst wenn das Regime fällt – er hat keinen Plan für den Tag danach.“ Ein militärisches Eingreifen ohne internationale Abstimmung könne Chaos erzeugen und einen fatalen Präzedenzfall schaffen. Kritisch sieht die Sicherheitsexpertin auch den US-Militäreinsatz in Venezuela. Das sei ein Bruch mit internationalem Recht mit globalen Folgen: Trump habe genau das getan, was er anderen vorwerfe. Er habe eine Tür geöffnet, die eigentlich hätte geschlossen bleiben müssen. Damit liefere er autoritären Mächten wie Russland und China eine Blaupause für ihr eigenes Vorgehen. Mit Blick auf die anstehenden Midterms in den USA sieht Berlin Chancen für eine demokratische Gegenbewegung, weist gleichzeitig aber auch auf Risiken hin: „Selbst ein Wahlsieg der Demokraten könnte zu einer Verfassungskrise führen, wenn Trump sich über Institutionen hinwegsetzt.“ Europa dürfe deshalb nicht länger auf innenpolitische Korrekturen in den USA hoffen, sondern müsse eigenständig handeln. Es sei an der Zeit, aufzuhören, überrascht zu sein, so Jessica Berlin. Europa müsse bereit sein, sicherheitspolitisch Verantwortung zu übernehmen – auch wenn dies wirtschaftliche und gesellschaftliche Opfer bedeute. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 16.01.2026 Phoenix Georg Mascolo (Investigativ-Journalist)
Folge 288In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit dem Investigativ-Journalisten Georg Mascolo über den Abend des Mauerfalls sowie über tiefgreifende Fehler der deutschen Russlandpolitik und deren historische Konsequenzen.„Unsere Reaktion fällt beständig schwach aus“, bilanziert der frühere Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo die deutsche Russlandpolitik. Natürlich müsse man mit Russland und Wladimir Putin sprechen, gleichzeitig müsse aber auch die „erhebliche politische und ökonomische Macht“ dieses Landes eingesetzt werden, wenn die Gespräche erfolglos blieben. „Krieg in der Ukraine, Annexion der Krim, Vergiftung und Ermordung von Oppositionellen. Wir finden keinen Weg, tatsächlich Konsequenzen aufzuzeigen,“ so Mascolo. Zwar habe es frühzeitig Warnungen von Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten gegeben, diese seien jedoch politisch ignoriert oder relativiert worden. Informationen hätten vorgelegen, jedoch ohne spürbare Folgen für die deutsche Politik. Kritisch äußert sich Mascolo auch zur Russlandpolitik der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie habe Putin früh durchschaut, dennoch seien zentrale Entscheidungen, etwa der Bau von Nord Stream 2, weiterverfolgt worden. Das eigentliche Rätsel sei, so Mascolo, warum trotz klarer Erkenntnisse so wenig Handeln folgte: „Wenn man so viel so früh erkannt hat und sich nicht getäuscht hat – wieso ist so vieles ausgeblieben?“ Selbstkritisch räumt Mascolo, der 2014 als „Journalist des Jahres“ ausgezeichnet wurde, ein, dass auch die Medien Fehler gemacht hätten. So hätte man sich unter anderem zu wenig für die Ukraine interessiert. Das Land sei jahrelang nicht ausreichend „journalistisch gewürdigt“ worden. Damit, so Mascolo, gehe auch er nach Hause. In einem weiteren Teil des Gesprächs schildert Mascolo seine persönlichen Erlebnisse am Abend des Mauerfalls 1989. Als junger Reporter sei er damals am Grenzübergang Bornholmer Straße gewesen. Unter dem Druck tausender Menschen hätten die Grenzbeamten den Schlagbaum geöffnet. Das sei, so Mascolo, der schönste und erhabenste Moment seines Berufslebens gewesen, der ihn bis heute präge: „Nur einmal im Leben sehen zu können, wie es aussieht, wenn in einer Diktatur die Angst die Seiten wechselt. Wenn diejenigen, die unterdrückt worden sind, keine Angst mehr haben und diejenigen, die unterdrückt haben, letztlich auch nicht mehr wissen, wie sie die Diktatur verteidigen und erhalten sollen.“ Die Erfahrung der Wendezeit sei für ihn bis heute Mahnung und Hoffnung zugleich – dafür, wie schnell sich politische Wirklichkeiten verändern können. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 23.01.2026 Phoenix Prof. Rüdiger Bachmann (Wirtschaftswissenschaftler)
Folge 289In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Eva Lindenau mit dem deutsch-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Prof. Rüdiger Bachmann über die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA unter Präsident Donald Trump und was diese für Europa bedeuten.„Es ist eine sehr, sehr, sehr gefährliche Entwicklung,“ sagt Rüdiger Bachmann von der University of Michigan mit Blick auf die Erschießung zweier Menschen in Minneapolis durch Beamte der Einwanderungsbehörde ICE. Der Rechtsstaat lege sich gerade in den Dämmerschlaf. Wenn es tatsächlich so komme, dass die Beamten absolute Immunität bekämen, dann „haben wir eine rechtlose Staatsgewalt, die nicht mehr verantwortlich ist.“ Der Protest-Aufruf der früheren US-Präsidenten Clinton und Obama kommt für Bachmann zu spät. Vor allem Obama, der nach wie vor sehr beliebt in den USA sei, habe sich bisher viel zu sehr zurückgehalten. Ein starkes republikanisches Gegensignal könnte laut Bachmann auch der frühere Präsident George W. Bush senden. Verständnis zeigt Bachmann für die Reaktion Europas auf die aktuelle US-Politik. Die zögerliche Haltung vieler Staatschefs gegenüber Trump sei auch Teil wohlüberlegter Diplomatie: „Es gibt eine offensichtliche digitale Abhängigkeit. Und es gibt sicher eine militärische und nachrichtendienstliche Abhängigkeit“, so Bachmann. Insofern verstehe er, dass die Europäer eine „zweigleisige“ Strategie fahren müssten. Auf der einen Seite müssten sie Trump „schmeicheln“, um einen größeren Schaden abzuwenden, auf der anderen Seite hoffe er aber, dass „zumindest in internen Gesprächen ganz andere Instrumente auf den Tisch gelegt werden.“ Von der Einführung einer Digitalabgabe rät der Ökonom in diesem Zusammenhang ab und warnt vor einem Handelskrieg: „Es ist gut, wenn man das in der Hinterhand hat. Das Problem mit jeder Waffe ist nur, wenn man sie gezündet hat, dann kann man sie nicht mehr als Drohkulisse nehmen. Insofern wäre ich da ein bisschen vorsichtiger.“ Grundsätzliche spiele weltpolitisch Größe wieder eine Rolle und eine solche könnten die sogenannten Mittelmächte nur durch Allianzen erreichen. Liberale Demokratien sollten sich verbinden, so Bachmann. Aus dieser Stärke heraus könnten die Verbündeten diplomatische Initiativen mit Ländern, die „auch nicht gefressen werden wollen von China, Russland und den USA“ ins Leben rufen. Er denke dabei beispielsweise an Afrika. Bachmann, der seit mehr als 25 Jahren in den USA lebt und inzwischen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, zeigt sich im Gespräch nachdenklich über den Zustand von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in seiner Wahlheimat: „Selbst als Staatsbürger fühlt man sich nicht mehr sicher. Wenn man sich überlegt, wie es dann am Ende des Tages weitergeht, da kriegt man schon langsam Angst.“ (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 30.01.2026 Phoenix Franz Müntefering (ehem. SPD-Vorsitzender)
Folge 290In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Theo Koll mit dem früheren Vizekanzler, SPD-Chef und Bundesminister Franz Müntefering über Reformen, gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Zustand der SPD sowie über die Zukunft Europas.„Das Wort Ruhestand ist die größte Provokation für mich überhaupt,“ sagt der 86-Jährige mit Blick auf die aktuelle Rentendebatte und spricht sich für eine flexible Gestaltung des Renteneintrittsalters aus. Die Menschen müssten selbst entscheiden, wie lange sie arbeiten könnten, so Müntefering, der während seiner Zeit als Arbeitsminister 2007 durchgesetzt hatte, das Rentenalter schrittweise auf 67 anzuheben. „Manche Menschen können mit 45 nicht mehr, manche können mit 80 nicht mehr. Deshalb ist das eigentliche Problem dieser Fixpunkt, wo dann der rote Knopf angeht und da steht dann: Rentner.“ Müntefering wirbt in diesem Zusammenhang für mehr Eigenverantwortung und aktives Mitwirken in der Gesellschaft – auch nach dem Ende des Arbeitslebens. Es gebe genug Möglichkeiten, sich zu engagieren. Das gelte auch für die junge Generation. Demokratie müsse aktiv mitgestaltet werden. Seiner Partei empfiehlt der frühere Vorsitzende der SPD, sich zu modernisieren. Zu lange hätten die Sozialdemokraten an früheren Zeiten festgehalten. Man müsse aber auch bereit sein, die neuen Möglichkeiten des Lebens aufzunehmen, sich zu bewegen und zu verändern. Das sei allerdings nicht nur eine Sache der Sozialdemokratie, sondern des ganzen Landes. Müntefering war 1966 in die SPD eingetreten und 1975 erstmals als Nachrücker in den Bundestag eingezogen. Von 2004 bis 2005 sowie von 2008 bis 2009 war er Bundesvorsitzender der SPD; von 2005 bis 2007 Vizekanzler und Bundesminister für Arbeit und Soziales im ersten Kabinett von Angela Merkel. Angesichts der zahlreichen internationalen Krisen plädiert der Sozialdemokrat für ein selbstbewusstes, geeintes Europa, das seine demokratischen und sozialen Werte entschlossen verteidigt – auch mit Hilfe eines eigenen Atomschirms. Nationale Egoismen, so seine Warnung, schwächten den Kontinent in einer zunehmend unsicheren Weltordnung. Es sei wichtig, dass dieses Europa sich selbst erkenne und seine Rolle in der Welt wahrnehme. Er selbst, so Müntefering, sei stolz darauf Europäer zu sein. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 06.02.2026 Phoenix Herfried Münkler (Politikwissenschaftler)
Folge 291In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Eva Lindenau mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler über die aktuelle geopolitische Umbruchsphase, die Rolle Europas und die sicherheitspolitischen Herausforderungen für Deutschland.Münkler, der bis 2018 Politische Theorie an der Berliner Humboldt-Universität lehrte, beschreibt einen grundlegenden Wandel der internationalen Ordnung. Der globale Machtkonflikt verlaufe künftig zwischen demokratischen Verfassungsstaaten und autoritären Regimen – mit offenem Ausgang. Amerika ziehe sich schrittweise aus seiner Rolle als globaler Hegemon zurück und konzentriere sich stärker auf eigene geopolitische Interessen. Trump sei dabei nicht Ursache, sondern Ausdruck einer tieferliegenden Entwicklung: „Trump ist gewissermaßen der Kobold, der diese Politik umsetzt.“ Die transatlantische Partnerschaft sieht Münkler nachhaltig erschüttert. Europa müsse sich darauf einstellen, sicherheitspolitisch eigenständiger zu handeln. Die NATO sei heute „kein Bündnis des Vertrauens mehr, sondern des wechselseitigen Misstrauens.“ Besonders Deutschland komme dabei eine zentrale Rolle zu. Aufgrund seiner Größe, Wirtschaftskraft und geopolitischen Lage könne es sich nicht länger zurückhalten. Münkler plädiert für mehr strategische Autonomie Europas – militärisch wie technologisch, etwa im Bereich IT und Künstliche Intelligenz. Es brauche jetzt eine realistische, begründete Zuversicht, die aus entschlossenem politischen Handeln erwachse. Die Zeit der „Friedensdividende“ und sicherheitspolitischen Sorglosigkeit sei endgültig vorbei. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 13.02.2026 Phoenix Simon Usifo (Werbemanager und Autor)
Folge 292In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit dem Marketingexperten und Kreativmanager Simon Usifo über die Wirkung von Werbung, die Verantwortung von Marken im gesellschaftlichen Wandel, strukturellen Rassismus sowie über die Suche nach der eigenen IdentitätSimon Usifo, zuletzt CEO bei der internationalen Werbeagentur BBDO, war 17 Jahre lang für renommierte Agenturen in London, Shanghai und Amsterdam tätig. Diese Zeit beschreibt der 44-Jährige, der in Bonn als Sohn eines nigerianischen Vaters und einer französischen Mutter geboren wurde, als besonders prägend. Im Ausland habe er seine Identität und ein neues Selbstverständnis gefunden: „Ich habe mein Anderssein früher als Rucksack gesehen. Heute weiß ich: Es ist eine Superpower.“ Neben seiner Tätigkeit in der Kreativbranche engagiert sich Usifo für Demokratieprojekte. Zusammen mit der Autorin Martina Rink hat er das Buch „People of Deutschland“ herausgegeben. Darin erzählen 45 Menschen mit Migrationshintergrund ihre persönlichen Lebensgeschichten. Ziel des Projektes ist es, auf das Thema Rassismus aufmerksam zu machen und dafür zu sensibilisieren. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 20.02.2026 Phoenix Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP-Europapolitikerin)
Folge 293Sie ist bekannt für ihre klaren Worte: Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Nach Jahren im Bundestag ist die FDP-Politikerin heute die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament. Im Gespräch mit Inga Kühn berichtet sie von ihren Besuchen in der Ukraine, macht Europas Stärke gegenüber Trump deutlich und erklärt, was sie von einer Anklage gegen den Ex-Prinzen Andrew erwartet. (Text: Phoenix)Deutsche TV-Premiere Fr. 27.02.2026 Phoenix Karl Schlögel (Historiker und Osteuropa-Experte)
Folge 294In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Theo Koll mit dem Historiker und Osteuropa-Experten Prof. Karl Schlögel über die strategischen Ziele Wladimir Putins, die Widerstandskraft der Ukraine sowie über die Verantwortung Europas. „Es geht Putin nicht um ein paar Quadratkilometer des Donbass, sondern um eine Auseinandersetzung zwischen der russischen Zivilisation und dem Westen und Europa, das er für dekadent hält“, sagt der Historiker und Publizist Prof. Karl Schlögel im Gespräch mit Theo Koll und beschreibt einen umfassenden medialen Feldzug des Kreml: In Russland tobe „ein Propagandakrieg – mit Bildern, mit Hetzreden, mit der Verhöhnung des Westens“.Der Angriff auf die Ukraine sei weit mehr als ein territorialer Konflikt. Die Ursache sieht Schlögel in einer historischen Weigerung, das Ende des sowjetischen Imperiums anzuerkennen. Die russische Führung habe nach 1991 „kapituliert vor der Aufgabe, ein postimperiales, modernes Russland zu schaffen“. Stattdessen setze der Kreml auf Aggression nach außen. Eindrucksvoll schildert Schlögel, der zuletzt im Herbst 2025 in der Ukraine war, die Resilienz der ukrainischen Gesellschaft: „Es ist eigentlich unbegreiflich, was Menschen unter diesen Bedingungen ertragen und aushalten können.“ Trotz massiver Angriffe funktioniere vielerorts der Alltag weiter. Die Ukraine werde sich nicht unterwerfen. „Sie weiß, was in den besetzten Gebieten geschieht“, so Schlögel. Sein Fazit: „Meiner Auffassung nach wird sie standhalten.“ Auch die Verteidigung Europas werde von den ukrainischen Streitkräften und der Gesellschaft getragen. Sollte die Ukraine fallen, wäre Europa darauf bisher überhaupt nicht gerüstet, glaubt der Historiker. Dafür gebe es genügend Indizien. Formularbeginn Formularende Der Krieg sei eine Zäsur. Man befinde sich im „Dunkel des gelebten Augenblicks“, zitiert Schlögel, der im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, den Philosophen Ernst Bloch. In einer historischen Situation, in der alte Gewissheiten nicht mehr tragen würden und politische Orientierung neu erarbeitet werden müsse. Putins Formulierung, die „russische Welt“ kenne keine Grenzen, sei als klare Kampfansage zu verstehen. Europa müsse erkennen, dass es sich um eine fundamentale Auseinandersetzung unterschiedlicher politischer Ordnungen handle. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 06.03.2026 Phoenix Heike Rauer (Astrophysikerin)
Folge 295In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit der Planetenforscherin Prof. Heike Rauer von der FU Berlin über die Faszination des Sternenhimmels und die Suche nach erdähnlichen Planeten.„Der Blick in den Himmel, die Faszination der Sterne – das hat mich schon früh begeistert,“ beschreibt die ehemalige Direktorin für Planetenforschung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ihre frühe Begeisterung für Astronomie. Seit 2017 leitet Rauer die PLATO-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Satellit soll im kommenden Jahr starten und mit einer speziellen Beobachtungsmethode Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdecken. Ziel ist es, eine der großen Fragen der Astronomie besser beantworten zu können: Wie häufig sind erdähnliche Planeten im Universum – und unter welchen Bedingungen könnte dort Leben entstehen? Im Gespräch geht es aber auch um aktuelle Herausforderungen der Raumfahrt. So warnt Rauer vor den Folgen zunehmender Satellitenstarts. Der dadurch entstehende Weltraumschrott könnte langfristig sogar den Blick auf den Sternenhimmel beeinträchtigen. Das sei eine echte Gefahr, der man begegnen müsse. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 13.03.2026 Phoenix Michael Bröcker (Journalist)
Folge 296In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Inga Kühn mit dem Journalisten Michael Bröcker über die anstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und mögliche Folgen für die Bundespolitik. Zentrale Themen der Sendung sind der wachsende Vertrauensverlust in politische Parteien, die Kommunikation politischer Führungspersönlichkeiten sowie der Bedarf an strukturellen Reformen. „Die Menschen haben das Vertrauen in Parteien verloren, aber nicht in politische Persönlichkeiten“, analysiert der Chefredakteur von Table.Briefings im Gespräch mit Inga Kühn.Das erkläre auch den Erfolg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg. Nach der kommenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz müsse es dringend zu Reformen kommen, fordert der Diplom-Volkswirt. Das sei für ihn der „zentrale Nukleus dieser Koalition“. Deutschland brauche einen großen Plan, der sowohl Be- als auch Entlastungen enthalte. Ansonsten werde es auch Widerstand aus den eigenen Reihen geben, prognostiziert Bröcker. Der Unmut sei groß. In einem weiteren Teil des Gesprächs geht es um die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA. Er habe, so Bröcker, den Bundeskanzler bei dessen ersten Reise nach Washington begleitet und festgestellt, dass Friedrich Merz einen eigenen Zugang zu Donald Trump gefunden habe. Hinter verschlossenen Türen mache er ihm „schon Dinge klar, auf eine ruhige, klare Art und Weise und Donald Trump hört ihm zu.“ Es sei im Interesse Europas, dass der Bundeskanzler einen guten Draht zu US-Präsident Trump habe, so Bröcker. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 20.03.2026 Phoenix Elina Valtonen (Außenministerin Finnland)
Folge 297In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Eva Lindenau mit der finnischen Außenministerin Elina Valtonen über die hohe Verteidigungsbereitschaft ihres Landes, die Rolle Deutschlands in Europa, die Unterstützung der Ukraine sowie über den Reformbedarf der Europäischen Union„Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Rolle Deutschlands sehr, sehr bedeutend für Europa ist – bedeutender als in den letzten Jahrzehnten,“ sagt Elina Valtonen, die in ihrer Kindheit mehrere Jahre in Bonn gelebt hat. Noch sei Deutschland nicht so weit, eine Führungsrolle zu übernehmen, Bundeskanzler Friedrich Merz arbeite aber sehr stark in diese Richtung. Das müsse auch so sein und komme in Europa gut an. Zentrales Thema der Sendung ist die Sicherheitslage in Europa. Angesichts der unmittelbaren Nachbarschaft zu Russland unterstreicht die 44-Jährige die klare Haltung ihres Landes: „Für Finnland ist es eine Existenzfrage, dass wir unsere Sicherheit, Verteidigung und Abschreckung ernst nehmen.“ Im Ernstfall könne sich ihr Land verteidigen und das wisse der Aggressor natürlich auch. Deswegen glaube sie nicht, dass Finnland erstrangiges Ziel Moskaus sei: „Russland führt auch ganz bewusst einen hybriden Krieg gegen mitteleuropäische Länder wie Deutschland und versuche so die Politik dort zu beeinflussen.“ Deswegen sei es wichtig, die europäischen Werte aus ganz Europa heraus zu verteidigen. Denn: Russland sei nicht nur jetzt, sondern auch künftig die größte Bedrohung für die europäische Lebensweise. Sorge bereite ihr auch Ungarns Blockade des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine. In diesem Zusammenhang spricht sich die finnische Außenministerin für eine Reform der EU aus: „Wir müssen flexibler werden. Ich denke nicht, dass dieses Konsensprinzip in allen Entscheidungen das Beste ist und nicht zu den besten Ergebnissen führt.“ Erst kürzlich ist Finnland zum glücklichsten Land der Welt gekürt worden – zum neunten Mal in Folge. Die hohe Lebenszufriedenheit begründet Elina Valtonen unter anderem mit dem Vertrauen der Menschen in den Staat: „Jeder Junge, jedes Mädchen, egal welche Träume man hat, egal welcher Herkunft, kann das erreichen, was er oder sie will und der Staat unterstützt dabei.“ Außerdem sei den Menschen in Finnland sehr bewusst, wie es auf der anderen Seite der Grenze zu Russland aussehe und deshalb müsse man glücklich über das sein, was man habe. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 27.03.2026 Phoenix Natalie Amiri (Nahost-Expertin und Journalistin)
Folge 298In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Theo Koll mit der Nahost-Expertin Natalie Amiri über die aktuellen Entwicklungen im Iran.„Ich glaube, für die Menschen vor Ort ist es gerade die Hölle auf Erden,“ beschreibt Amiri, deren Vater aus dem Iran stammt, die Lage der Bevölkerung. Die Kommunikation ins Ausland sei weitestgehend unterbrochen, die Menschen lebten in Angst und Sorge. Amiri berichtet von Checkpoints und Schlägertrupps auf den Straßen von Teheran. Die anfängliche Euphorie und Hoffnung auf ein Ende des Regimes gäbe es nicht mehr. Das Regime habe sich nicht geändert, es sei nach wie vor hochradikalisiert, korrupt, richte Protestierende hin und unterdrücke die Bevölkerung. Hinzu komme eine katastrophale wirtschaftliche Lage, die sich durch den Krieg noch weiter verschlechtert habe. US-Präsident Trump habe, so Amiri, mit einem schnellen Regimechange gerechtet, das sei nicht passiert und jetzt wolle er raus. Die Menschen im Iran hätten durch den Krieg nichts gewonnen, sie hätten keine Perspektive: „Nichts erscheint am Ende des Tunnels hell.“ Natalie Amiri war jahrelang für die ARD als Korrespondentin im Iran und leitete von 2015 bis 2020 das ARD-Büro in Teheran. Nach einer Warnung des Bundesnachrichtendienstes musste sie das Land verlassen und ist seitdem auch nicht mehr eingereist. Zuletzt ist von ihr das Buch „Der Nahost-Konflikt“ erschienen. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 17.04.2026 Phoenix Boris Palmer (Oberbürgermeister Tübingen)
Folge 299In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Inga Kühn mit Boris Palmer über die Regierungsbildung in Baden-Württemberg, Kommunalpolitik in Zeiten globaler Krisen sowie den Umgang mit der AfD. „Die Welt wird immer komplexer. Es wird immer schwieriger zu verstehen, was eigentlich die Wahlprogramme aussagen“, sagt der parteilose Oberbürgermeister Tübingens, Boris Palmer. Deshalb sei es nicht verwunderlich gewesen, dass Cem Özdemir im Wahlkampf in Baden-Württemberg sich von seiner Partei entfernt habe und auf seine Persönlichkeit gesetzt habe. Persönlichkeiten seien für die Menschen „kalkulierbarer, verlässlicher, beständiger als die Sachfragen in so einer schnelllebigen Zeit.“ Gleichzeitig habe der persönliche Wahlkampf auch den Anfang der Regierungsbildung belastet: „Da war jetzt nicht gerade ein Zauber drin“, so Boris Palmer.Nach der Wahl kamen Spekulationen auf, ob Boris Palmer einen Ministerposten angeboten bekäme, er selbst wolle aber „hier einfach nicht weg.“ Er habe mit Özdemir nach der Wahl telefoniert und ihm gesagt: „Bitte berücksichtige bei deinen Planungen, dass ich Oberbürgermeister in Tübingen bleiben werde“. Ein Interesse an höheren Positionen habe er nicht, denn „vielleicht ist das Zentrum der Macht eher im Rathaus als in einem Ministerium“. Hier, so Palmer weiter, „ist halt die Ebene, die am nächsten dran ist an den Menschen. Und als Oberbürgermeister hat man den Vorteil der Allzuständigkeit. Ich kann jedes Thema bearbeiten und bin nicht auf Ressortzuständigkeit zurückgeworfen.“ Für Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ist der Begriff der Brandmauer „völlig ungeeignet, weil die Brandmauer ist dazu da, dass man das auf der anderen Seite unkontrolliert niederbrennen lässt. Wollen wir das jetzt wirklich mit einigen ostdeutschen Bundesländern machen?“, so Palmer. Wenn man glaubt, man könne „eine 40-Prozent-Partei wie die AfD dauerhaft und wirksam ausgrenzen, dann hat das eher etwas Skurriles“, so Palmer weiter. Angesichts solcher Zahlen gebe es „nur schlechte Optionen“. Palmer spricht sich daher für eine „kontrollierte Inverantwortungnahme“ aus, was bedeute, dass eine Regierungsbeteiligung unter den Voraussetzungen „nicht der Ministerpräsident, nicht die Justiz, nicht das Innenministerium“ verhandelt werden könne, meint Palmer. Der AfD könne die Substanz genommen werden, wenn die Wähler merken: „Die können es doch gar nicht besser.“ (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 24.04.2026 Phoenix Verena Pausder (Vorstand Startup-Verband)
Folge 300In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ plädiert die Unternehmerin, Gründerin und Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes Verena Pausder für den Abbau von Bürokratie, mehr Vertrauen in Innovation sowie für einen grundlegenden Mentalitätswandel in Deutschland.Pausder betont, dass gerade schwierige Zeiten auch Chancen bieten würden: „Jetzt haben wir die Wahl: Verwalten wir den Untergang oder greifen wir noch mal an?“ Gleichzeitig kritisiert sie die weit verbreitete negative Grundstimmung: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns darauf verständigt haben, dass wir es nicht mehr können.“ Stattdessen sollten die Geschichten des Gelingens erzählt werden. Ein zentrales Anliegen ist ihr der Abbau von Bürokratie, gerade für junge Unternehmen: „Die wären sehr froh, wenn sie in den ersten Jahren einfach mal in Ruhe gelassen werden.“ Ebenso sieht sie großen Nachholbedarf bei Digitalisierung und Bildung, warnt aber vor rein staatlicher Abhängigkeit: „Perfekt wäre es, wenn der Staat liefert – aber wir müssen uns auch selbst in die Verantwortung nehmen.“ Insgesamt brauche es mehr Mut von Politik und Kapitalgebern, um Deutschlands Innovationskraft zu stärken. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 01.05.2026 Phoenix Harald Jähner (Autor und Journalist)
Folge 301In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit dem Journalisten und Autor Harald Jähner über die Jahre des Wirtschaftswunders, die gesellschaftliche Stimmung nach dem Zweiten Weltkrieg und die „langen Jahre des Schweigens“ in der jungen Bundesrepublik.Jähner beschreibt die Nachkriegszeit als eine Epoche der Orientierungslosigkeit: „Man lebte nach dem Krieg in einem geistigen und ideologischen Vakuum.“ Die Menschen hätten versucht, den Erinnerungen an Krieg und Nationalsozialismus durch Arbeit und Konsum zu entkommen. „Man floh also von einer Depression, die einen einholen musste, sobald man an die jüngste Vergangenheit dachte, in ein zum Teil fast besinnungsloses Arbeiten“, so der Autor. Im Gespräch zeichnet Jähner zugleich ein differenziertes Bild des sogenannten Wirtschaftswunders. Hinter dem wirtschaftlichen Aufstieg hätten enorme Belastungen gestanden: „Die Leute arbeiteten sich bis in die Erschöpfung.“ Der Wunsch nach Wohlstand, einem eigenen Auto oder der ersten Reise nach Italien habe den Alltag geprägt und den Aufschwung getragen. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 08.05.2026 Phoenix Omid Nouripour (B’90/Grüne)
Folge 302In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Moderator Theo Koll mit dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages und ehemaligen Grünen-Co-Vorsitzenden Omid Nouripour über den Zustand der politischen Kultur in Deutschland, die Herausforderungen für Europa sowie seine persönliche Geschichte als Geflüchteter aus dem Iran.Mit Blick auf den rauer werdenden Ton in der politischen Debatte mahnt Nouripour zu mehr Sachlichkeit und Respekt: „Die Leute wollen kein Geschrei mehr. Die wollen, dass wir unsere Arbeit machen“, sagt der Grünen-Politiker im Gespräch mit Theo Koll. Auch die Erfahrungen aus der Ampel-Koalition reflektiert Nouripour selbstkritisch. Die öffentliche Auseinandersetzung innerhalb der Regierung habe das Vertrauen vieler Menschen beschädigt: „Das Ergebnis ist ein Scheitern gewesen für uns alle und ein Schaden für die politische Kultur in diesem Land. Und es ist wirklich befremdlich, dass die jetzige Koalition das einfach fortsetzt, als würde es keine Lehren geben aus dem, was wir falsch gemacht haben.“ Mit Blick auf Europa fordert Nouripour mehr Eigenständigkeit und schnellere Entscheidungen: „Ich glaube, dass wir uns als Europa wirklich auch als Großmacht verstehen müssen und auch als Großmacht denken müssen.“ Persönlich wird das Gespräch, als Nouripour über seine Flucht aus dem Iran als 13-Jähriger spricht und die aktuelle Lage im Land beschreibt. Besonders eindringlich warnt er mit Blick auf die Situation der Menschen im Iran: „Die Menschen im Iran haben das Gefühl, dass sie jetzt feststecken zwischen den Bomben auf der einen Seite und einem Regime, das eine Hinrichtungswelle nach der anderen lanciert.“ (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 15.05.2026 Phoenix Sören Link (SPD / Oberbürgermeister von Duisburg)
Folge 303Duisburgs OB Sören Link: „Die Regierung muss jetzt ihren Job richtig machen“ In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Moderatorin Inga Kühn mit Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link über aktuelle Herausforderungen für Kommunen, politische Handlungsfähigkeit sowie über seine Erwartungen an die Politik der Bundesregierung. Link schildert dabei die Perspektive einer Großstadt, die die Auswirkungen politischer Entscheidungen unmittelbar erlebt. Mit Blick auf missbräuchliche Inanspruchnahme von Sozialleistungen fordert der SPD-Politiker konsequentes Handeln: „Wenn Menschen in andere Länder wandern, um Sozialleistungen zu beziehen, dann ist das weder gerecht, noch ist es im Sinne der EU“, sagt Link im Gespräch mit Inga Kühn.Hier laufe etwas schief. Mit Blick auf die Bundesregierung kritisiert Link weniger inhaltliche Differenzen als vielmehr die politische Kommunikation und das Verhältnis innerhalb der Koalition. Aus seiner Sicht müsse stärker an gemeinsamen Lösungen gearbeitet werden: „Ich nehme aber wahr, dass das Vertrauen zwischen den Partnern nicht da zu sein scheint und dass es schwerfällt, dem anderen etwas zu gönnen, wenn es der Sache dient“, analysiert Link. Die Streitereien und das gegenseitige Missgönnen müssten aufhören und die Regierung müsse jetzt ihren Job richtig machen. Sören Link ist seit 2012 Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Herbst konnte er sich mit mehr als 78 Prozent der Stimmen in einer Stichwahl gegen den Kandidaten der AfD durchsetzen. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 22.05.2026 Phoenix Dieter Kosslick (ehem. Berlinale-Leiter)
Folge 304In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Anke Plättner mit dem ehemaligen Berlinale-Direktor Dieter Kosslick über seine Leidenschaft für das Kino, prägende Momente aus 18 Jahren Berlinale, den Einfluss gesellschaftlicher Debatten auf die Filmwelt sowie über sein heutiges Engagement für Nachhaltigkeit und Klimathemen.Im Gespräch blickt Kosslick auf Begegnungen mit internationalen Stars, besondere Momente auf dem roten Teppich und die Herausforderungen hinter den Kulissen eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt zurück. Mit Blick auf die oft diskutierte Frage nach der Rolle des Kinos in Politik und Gesellschaft sagt Dieter Kosslick: „Ein Film ist politisch, ein Festival ist politisch. Man kann nicht einfach sagen: Wir machen hier mal Larifari.“ (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 29.05.2026 Phoenix Karin Prien (CDU-Bundesministerin)
Folge 305Bundesfamilienministerin Karin Prien äußert sich bei „phoenix persönlich“ zu der Kritik an der Neuausrichtung des Programms „Demokratie leben!“: „Bisher haben wir noch keinen einzigen Cent gekürzt. In diesem Jahr laufen alle Förderungen so weiter wie bisher auch“, so die Familienministerin. Man wolle das Programm nun neu ausrichten. Der Schwerpunkt solle künftig auf Demokratiebildung sowie Extremismusprävention liegen. Es sei das „Recht jeder Regierung“, Förderrichtlinien zu ändern. Es gebe auch „keinen Anspruch auf Projektförderung“, sagt Prien. „Das sind Projektförderungen, die immer nur auf eine bestimmte Zeit ausgerichtet sind.“ Projekte wie beispielsweise „HateAid“ könnten sich unter einer neuen Förderrichtlinie weiterhin um eine Förderung bewerben.Vor dem Hintergrund des Kinder- und Jugendschutzes im Digitalen äußert sich Prien auch zu einem möglichen Bildschirmverbot für Kleinkinder unter drei Jahren. Es brauche diesbezüglich eine „gesellschaftliche Debatte“, sagt Prien. Der Staat habe ein „Wächteramt“ und es sei eine Frage des „Kindeswohls“. Die Nutzung von mobilen Endgeräten sei „so schädlich für die Kinder, das hat eine so nachhaltig negative Entwicklung auf die Entwicklung des Gehirns, auf die Kommunikationsfähigkeit, auf die Konzentrationsfähigkeit, das muss man Eltern sehr deutlich sagen“, sagt Prien. Mit Blick auf das Gerücht um einen vermeintlichen „Kanzlertausch“ spricht die stellvertretende CDU-Vorsitzende von einer „absurden Debatte“, die auch keiner in ihrer Partei geführt habe. Es sei „vor allem eine mediale Debatte gewesen“, die von Sachfragen der Politik ablenke, so die Bundesministerin weiter. Zum Schluss des Gespräches äußert sich Prien auch zur Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier: „Es ist Zeit für eine Bundespräsidentin.“ Ob sie selbst Ambitionen auf das Amt habe, ließ die Ministerin offen. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 05.06.2026 Phoenix Gerhard Conrad (Ex-BND-Agent)
Folge 306In der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich spricht Jörg Thadeusz mit dem ehemaligen Bundesnachrichtendienst-Mitarbeiter, Islamwissenschaftler und Nahost-Experten Gerhard Conrad über die aktuellen Konflikte im Nahen Osten, die Rolle von Geheimdiensten sowie seine Erfahrungen als Vermittler zwischen Israel und der Hisbollah und der Hamas.Conrad, der über viele Jahre an Verhandlungen beteiligt war und deshalb als „Mister Hisbollah“ bekannt wurde, erläutert die Voraussetzungen erfolgreicher Vermittlungsgespräche und die Bedeutung eines tiefen Verständnisses der jeweiligen Akteure. Dabei gehe es nicht um Sympathie, sondern darum, Motive und Interessen nachvollziehen zu können. Mit Blick auf die Arbeit von Nachrichtendiensten betont Conrad die Grenzen reiner Informationsbeschaffung: „Wissen ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für zielorientiertes Handeln.“ Entscheidend sei, Informationen zu analysieren und daraus die richtigen politischen Schlussfolgerungen zu ziehen. Gerhard Conrad war für den Bundesnachrichtendienst unter anderem in Damaskus, Beirut und Jerusalem tätig. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 12.06.2026 Phoenix Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT)
Folge 307„Die Menschen wissen, dass sich etwas verändern muss“ – Giovanni di Lorenzo zu Gast bei „phoenix persönlich“. Deutschland steht vor wichtigen Reformentscheidungen. Doch gelingt es Politik und Parteien, die drängenden Herausforderungen des Landes entschlossen anzugehen? Darüber spricht Theo Koll in der Sendung „phoenix persönlich“ mit dem Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT, Giovanni di Lorenzo. Mit Blick auf die aktuelle politische Lage warnt di Lorenzo vor einem Vertrauensverlust in die Handlungsfähigkeit der demokratischen Mitte: „Das Fatalste, was wir in der Politik jetzt erleben können, ist der sich immer weiter verbreitende Eindruck, dass die Parteien der Mitte ( …) nicht in der Lage sind, die brennenden Probleme des Landes nicht nur nicht zu lösen, sondern anzupacken.“ Zugleich sieht er die Notwendigkeit grundlegender Reformen: „Die Menschen wissen, dass sich etwas verändern muss.Sie wollen nur das Gefühl dafür haben, dass die Veränderungen Hand und Fuß haben.“ Entscheidend seien dabei Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die politischen Akteure. Trotz aller Krisen plädiert di Lorenzo für Zuversicht statt Resignation: „Zuversicht gründet ja darauf, dass man schon erfahren hat, dass sich Dinge auch verändern können – auch zum Guten.“ Giovanni di Lorenzo ist seit 2004 Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT. Seit 1989 moderiert er die Talkshow „3nach9“. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 19.06.2026 Phoenix Sophia Wilk-Vollmann (Soldatin und Ärztin)
Folge 308In der Sendung phoenix persönlich spricht Jörg Thadeusz mit der Notärztin, Oberfeldärztin und Autorin Sophia Wilk-Vollmann über ihre Einsätze in der Luftrettung, ihre Erfahrungen als Soldatin der Bundeswehr sowie über die psychischen Belastungen von Rettungskräften und Soldaten.Wilk-Vollmann schildert die Herausforderungen ihres Berufs zwischen medizinischer Verantwortung, militärischem Auftrag und persönlicher Belastung. Dabei wirbt sie für mehr gesellschaftliches Verständnis für Soldatinnen und Soldaten sowie für einen stärkeren Zusammenhalt in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Dr. Sophia Wilk-Vollmann arbeitet als Notärztin im Bundeswehrkrankenhaus Berlin und war unter anderem in Afghanistan und Mali im Einsatz. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 26.06.2026 Phoenix Kevin Kühnert (ehem. SPD-Generalsekretär)
Folge 309In der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich spricht Erhard Scherfer mit dem ehemaligen SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert über dessen Rückzug aus der Spitzenpolitik, seine neue Aufgabe bei der Organisation Finanzwende e.V. sowie über den Zustand der deutschen Parteienlandschaft. Dabei blickt Kühnert offen auf persönliche Erfahrungen, erklärt, warum er sich für einen Neuanfang entschieden hat, und beschreibt, wie er sich künftig politisch einbringen möchte.Trotz seines Ausscheidens aus der aktiven Parteipolitik fühlt sich Kühnert den Grundwerten der Sozialdemokratie weiterhin eng verbunden. Auf die Frage, ob er noch Sozialdemokrat sei, antwortet er: „Ja, klar. Durch und durch.“Seine Entscheidunggegen ein politisches Spitzenamt habe nichts an seinen politischen Überzeugungen geändert. Er sei ein Sozialdemokrat, der Erfahrungen in der Realpolitik gesammelt habe. Erfahrungen, so Kühnert, die ihm als Mensch nicht immer gut getan hätten. Ausschlaggebend für seinen Rückzug aus der aktiven Politik sei für ihn die Frage gewesen, ob er noch Veränderungen anstoßen könne: „Mir ging es am Ende um Wirksamkeit.“ Diese sehe er heute stärker in seiner Arbeit bei Finanzwende, wo er sich unter anderem für eine Reform der Erbschaftsteuer und mehr Steuergerechtigkeit einsetzt. Mit Blick auf die Einigung bei der Rentenreform fühlt sich Kühnert an eine „fast schon vergangene Zeit“ erinnert: „Dass man in der Lage ist, komplexe Sachen in einem Konsens aufzulösen.“ Er sei dennoch nicht von allen Punkten überzeugt. So hätten unter anderem viele Menschen schlechte Erfahrungen mit privaten Altersvorsorgeprodukten gemacht, „in die sich auch von der Politik reingeredet wurden und die sich als vor allem Förderprogramm für die Versicherungswirtschaft erwiesen haben.“ Neben politischen Themen spricht Kevin Kühnert auch über seine zweimonatige Alpenwanderung nach dem Ende seines Bundestagsmandats, über persönliche Neuorientierung sowie über seine Leidenschaft für den Fußball. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 03.07.2026 Phoenix Markus Söder (CSU, Ministerpräsident Bayern)
Folge 310Welche Rolle spielt Macht in der Politik – und wie viel Gestaltung ist in Krisenzeiten möglich? Über diese und weitere Fragen spricht Theo Koll in der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Im Gespräch blickt Söder auf seinen politischen Werdegang zurück und beschreibt den Einfluss seines politischen Vorbilds Franz Josef Strauß. Zugleich betont er, dass ihn nicht die Macht, sondern der Wunsch nach Gestaltung in die Politik geführt habe: „Der Faktor Macht ist maßlos überschätzt.“ Politik sei ein zäher Prozess, aber es lohne sich, Dinge zu verändern und zu gestalten, so der CSU-Politiker.Mit Blick auf die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen spricht sich Söder für weitreichende Reformen aus: „Unser Wirtschaftsmodell der letzten 40 Jahre wird so nicht mehr einfach funktionieren.“ Die Aufgabe sei jetzt, „alles dafür zu tun, aus diesen Krisen herauszukommen, um Land, Leute aber auch die Demokratie zu stabilisieren.“ Notwendige Veränderungen müssten jetzt entschlossen, aber mit Augenmaß umgesetzt werden: „Es ist ein Umbau, kein Neubau. Den macht man im laufenden Betrieb.“ Zuversichtlich fügt der bayerische Ministerpräsident hinzu: „Wir haben es in der Hand. Wir wissen ja, was auf uns zukommt. Wir können es gut steuern.“ Zudem dürfe man nicht vergessen, dass Deutschland nach wie vor zu den erfolgreichsten Ländern gehöre. Ein weiteres Thema ist Söders Verhältnis zu den Grünen. Trotz punktueller Zusammenarbeit – etwa auf kommunaler Ebene – schließt er eine schwarz-grüne Koalition im Bund nach wie vor aus: „Eine Koalition kann ich mir nicht vorstellen.“ Die programmatischen Unterschiede, insbesondere in der Migrations- oder Energiepolitik, seien dafür zu groß. Bisher könne er bei der Partei keine Wandlung erkennen. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 10.07.2026 Phoenix Florian Schroeder (Kabarettist)
Folge 311In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Inga Kühn mit dem Kabarettisten Florian Schroeder unter anderem über politische Verantwortung und die Suche nach dem Glück.Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt warnt Florian Schroeder vor den Folgen eines möglichen politischen Erfolgs der AfD: „Wir drohen unendlich viel von dem zu verlieren, was wir bisher vielleicht auch für zu selbstverständlich gehalten haben.“ Er verteidigt in diesem Zusammenhang die Brandmauer: „Das war zunächst der richtige Weg, um Klarheit zu haben, dass wir es hier nicht mit einer demokratischen Partei zu tun haben, sondern mit einer systemzerstörenden Partei.“ Ganz offen spricht Schroeder über seinen eigenen Lebensweg. Er beschreibt seine Kindheit als „windschief“, erzählt von einem kriminellen Vater und einer „großartigen Mutter“ und davon, wie er bereits als Jugendlicher durch Parodien eine andere Rolle für sich gefunden habe. „Wenn du an dich selbst glaubst und dran bleibst, dann kann aus dir ein anderer werden, als du jetzt bist“, sagt Schroeder. (Text: Phoenix) Deutsche TV-Premiere Fr. 28.08.2026 Phoenix
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