2025 (Folge 292⁠–⁠310)

  • Folge 292
    In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit dem Marketingexperten und Kreativmanager Simon Usifo über die Wirkung von Werbung, die Verantwortung von Marken im gesellschaftlichen Wandel, strukturellen Rassismus sowie über die Suche nach der eigenen Identität Simon Usifo, zuletzt CEO bei der internationalen Werbeagentur BBDO, war 17 Jahre lang für renommierte Agenturen in London, Shanghai und Amsterdam tätig. Diese Zeit beschreibt der 44-Jährige, der in Bonn als Sohn eines nigerianischen Vaters und einer französischen Mutter geboren wurde, als besonders prägend. Im Ausland habe er seine Identität und ein neues Selbstverständnis gefunden: „Ich habe mein Anderssein früher als Rucksack gesehen. Heute weiß ich: Es ist eine Superpower.“ Neben seiner Tätigkeit in der Kreativbranche engagiert sich Usifo für Demokratieprojekte. Zusammen mit der Autorin Martina Rink hat er das Buch „People of Deutschland“ herausgegeben. Darin erzählen 45 Menschen mit Migrationshintergrund ihre persönlichen Lebensgeschichten. Ziel des Projektes ist es, auf das Thema Rassismus aufmerksam zu machen und dafür zu sensibilisieren. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 20.02.2026 Phoenix
  • Folge 293
    Sie ist bekannt für ihre klaren Worte: Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Nach Jahren im Bundestag ist die FDP-Politikerin heute die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament. Im Gespräch mit Inga Kühn berichtet sie von ihren Besuchen in der Ukraine, macht Europas Stärke gegenüber Trump deutlich und erklärt, was sie von einer Anklage gegen den Ex-Prinzen Andrew erwartet. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 27.02.2026 Phoenix
  • Folge 294
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Theo Koll mit dem Historiker und Osteuropa-Experten Prof. Karl Schlögel über die strategischen Ziele Wladimir Putins, die Widerstandskraft der Ukraine sowie über die Verantwortung Europas. „Es geht Putin nicht um ein paar Quadratkilometer des Donbass, sondern um eine Auseinandersetzung zwischen der russischen Zivilisation und dem Westen und Europa, das er für dekadent hält“, sagt der Historiker und Publizist Prof. Karl Schlögel im Gespräch mit Theo Koll und beschreibt einen umfassenden medialen Feldzug des Kreml: In Russland tobe „ein Propagandakrieg – mit Bildern, mit Hetzreden, mit der Verhöhnung des Westens“. Der Angriff auf die Ukraine sei weit mehr als ein territorialer Konflikt. Die Ursache sieht Schlögel in einer historischen Weigerung, das Ende des sowjetischen Imperiums anzuerkennen. Die russische Führung habe nach 1991 „kapituliert vor der Aufgabe, ein postimperiales, modernes Russland zu schaffen“. Stattdessen setze der Kreml auf Aggression nach außen. Eindrucksvoll schildert Schlögel, der zuletzt im Herbst 2025 in der Ukraine war, die Resilienz der ukrainischen Gesellschaft: „Es ist eigentlich unbegreiflich, was Menschen unter diesen Bedingungen ertragen und aushalten können.“ Trotz massiver Angriffe funktioniere vielerorts der Alltag weiter. Die Ukraine werde sich nicht unterwerfen. „Sie weiß, was in den besetzten Gebieten geschieht“, so Schlögel. Sein Fazit: „Meiner Auffassung nach wird sie standhalten.“ Auch die Verteidigung Europas werde von den ukrainischen Streitkräften und der Gesellschaft getragen. Sollte die Ukraine fallen, wäre Europa darauf bisher überhaupt nicht gerüstet, glaubt der Historiker. Dafür gebe es genügend Indizien. Formularbeginn Formularende Der Krieg sei eine Zäsur. Man befinde sich im „Dunkel des gelebten Augenblicks“, zitiert Schlögel, der im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, den Philosophen Ernst Bloch. In einer historischen Situation, in der alte Gewissheiten nicht mehr tragen würden und politische Orientierung neu erarbeitet werden müsse. Putins Formulierung, die „russische Welt“ kenne keine Grenzen, sei als klare Kampfansage zu verstehen. Europa müsse erkennen, dass es sich um eine fundamentale Auseinandersetzung unterschiedlicher politischer Ordnungen handle. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 06.03.2026 Phoenix
  • Folge 295
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit der Planetenforscherin Prof. Heike Rauer von der FU Berlin über die Faszination des Sternenhimmels und die Suche nach erdähnlichen Planeten. „Der Blick in den Himmel, die Faszination der Sterne – das hat mich schon früh begeistert,“ beschreibt die ehemalige Direktorin für Planetenforschung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ihre frühe Begeisterung für Astronomie. Seit 2017 leitet Rauer die PLATO-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Satellit soll im kommenden Jahr starten und mit einer speziellen Beobachtungsmethode Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdecken. Ziel ist es, eine der großen Fragen der Astronomie besser beantworten zu können: Wie häufig sind erdähnliche Planeten im Universum – und unter welchen Bedingungen könnte dort Leben entstehen? Im Gespräch geht es aber auch um aktuelle Herausforderungen der Raumfahrt. So warnt Rauer vor den Folgen zunehmender Satellitenstarts. Der dadurch entstehende Weltraumschrott könnte langfristig sogar den Blick auf den Sternenhimmel beeinträchtigen. Das sei eine echte Gefahr, der man begegnen müsse. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 13.03.2026 Phoenix
  • Folge 296
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Inga Kühn mit dem Journalisten Michael Bröcker über die anstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und mögliche Folgen für die Bundespolitik. Zentrale Themen der Sendung sind der wachsende Vertrauensverlust in politische Parteien, die Kommunikation politischer Führungspersönlichkeiten sowie der Bedarf an strukturellen Reformen. „Die Menschen haben das Vertrauen in Parteien verloren, aber nicht in politische Persönlichkeiten“, analysiert der Chefredakteur von Table.Briefings im Gespräch mit Inga Kühn. Das erkläre auch den Erfolg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg. Nach der kommenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz müsse es dringend zu Reformen kommen, fordert der Diplom-Volkswirt. Das sei für ihn der „zentrale Nukleus dieser Koalition“. Deutschland brauche einen großen Plan, der sowohl Be- als auch Entlastungen enthalte. Ansonsten werde es auch Widerstand aus den eigenen Reihen geben, prognostiziert Bröcker. Der Unmut sei groß. In einem weiteren Teil des Gesprächs geht es um die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA. Er habe, so Bröcker, den Bundeskanzler bei dessen ersten Reise nach Washington begleitet und festgestellt, dass Friedrich Merz einen eigenen Zugang zu Donald Trump gefunden habe. Hinter verschlossenen Türen mache er ihm „schon Dinge klar, auf eine ruhige, klare Art und Weise und Donald Trump hört ihm zu.“ Es sei im Interesse Europas, dass der Bundeskanzler einen guten Draht zu US-Präsident Trump habe, so Bröcker. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 20.03.2026 Phoenix
  • Folge 297
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Eva Lindenau mit der finnischen Außenministerin Elina Valtonen über die hohe Verteidigungsbereitschaft ihres Landes, die Rolle Deutschlands in Europa, die Unterstützung der Ukraine sowie über den Reformbedarf der Europäischen Union „Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Rolle Deutschlands sehr, sehr bedeutend für Europa ist – bedeutender als in den letzten Jahrzehnten,“ sagt Elina Valtonen, die in ihrer Kindheit mehrere Jahre in Bonn gelebt hat. Noch sei Deutschland nicht so weit, eine Führungsrolle zu übernehmen, Bundeskanzler Friedrich Merz arbeite aber sehr stark in diese Richtung. Das müsse auch so sein und komme in Europa gut an. Zentrales Thema der Sendung ist die Sicherheitslage in Europa. Angesichts der unmittelbaren Nachbarschaft zu Russland unterstreicht die 44-Jährige die klare Haltung ihres Landes: „Für Finnland ist es eine Existenzfrage, dass wir unsere Sicherheit, Verteidigung und Abschreckung ernst nehmen.“ Im Ernstfall könne sich ihr Land verteidigen und das wisse der Aggressor natürlich auch. Deswegen glaube sie nicht, dass Finnland erstrangiges Ziel Moskaus sei: „Russland führt auch ganz bewusst einen hybriden Krieg gegen mitteleuropäische Länder wie Deutschland und versuche so die Politik dort zu beeinflussen.“ Deswegen sei es wichtig, die europäischen Werte aus ganz Europa heraus zu verteidigen. Denn: Russland sei nicht nur jetzt, sondern auch künftig die größte Bedrohung für die europäische Lebensweise. Sorge bereite ihr auch Ungarns Blockade des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine. In diesem Zusammenhang spricht sich die finnische Außenministerin für eine Reform der EU aus: „Wir müssen flexibler werden. Ich denke nicht, dass dieses Konsensprinzip in allen Entscheidungen das Beste ist und nicht zu den besten Ergebnissen führt.“ Erst kürzlich ist Finnland zum glücklichsten Land der Welt gekürt worden – zum neunten Mal in Folge. Die hohe Lebenszufriedenheit begründet Elina Valtonen unter anderem mit dem Vertrauen der Menschen in den Staat: „Jeder Junge, jedes Mädchen, egal welche Träume man hat, egal welcher Herkunft, kann das erreichen, was er oder sie will und der Staat unterstützt dabei.“ Außerdem sei den Menschen in Finnland sehr bewusst, wie es auf der anderen Seite der Grenze zu Russland aussehe und deshalb müsse man glücklich über das sein, was man habe. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 27.03.2026 Phoenix
  • Folge 298
    In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Theo Koll mit der Nahost-Expertin Natalie Amiri über die aktuellen Entwicklungen im Iran. „Ich glaube, für die Menschen vor Ort ist es gerade die Hölle auf Erden,“ beschreibt Amiri, deren Vater aus dem Iran stammt, die Lage der Bevölkerung. Die Kommunikation ins Ausland sei weitestgehend unterbrochen, die Menschen lebten in Angst und Sorge. Amiri berichtet von Checkpoints und Schlägertrupps auf den Straßen von Teheran. Die anfängliche Euphorie und Hoffnung auf ein Ende des Regimes gäbe es nicht mehr. Das Regime habe sich nicht geändert, es sei nach wie vor hochradikalisiert, korrupt, richte Protestierende hin und unterdrücke die Bevölkerung. Hinzu komme eine katastrophale wirtschaftliche Lage, die sich durch den Krieg noch weiter verschlechtert habe. US-Präsident Trump habe, so Amiri, mit einem schnellen Regimechange gerechtet, das sei nicht passiert und jetzt wolle er raus. Die Menschen im Iran hätten durch den Krieg nichts gewonnen, sie hätten keine Perspektive: „Nichts erscheint am Ende des Tunnels hell.“ Natalie Amiri war jahrelang für die ARD als Korrespondentin im Iran und leitete von 2015 bis 2020 das ARD-Büro in Teheran. Nach einer Warnung des Bundesnachrichtendienstes musste sie das Land verlassen und ist seitdem auch nicht mehr eingereist. Zuletzt ist von ihr das Buch „Der Nahost-Konflikt“ erschienen. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 17.04.2026 Phoenix
  • Folge 299
    In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Inga Kühn mit Boris Palmer über die Regierungsbildung in Baden-Württemberg, Kommunalpolitik in Zeiten globaler Krisen sowie den Umgang mit der AfD. „Die Welt wird immer komplexer. Es wird immer schwieriger zu verstehen, was eigentlich die Wahlprogramme aussagen“, sagt der parteilose Oberbürgermeister Tübingens, Boris Palmer. Deshalb sei es nicht verwunderlich gewesen, dass Cem Özdemir im Wahlkampf in Baden-Württemberg sich von seiner Partei entfernt habe und auf seine Persönlichkeit gesetzt habe. Persönlichkeiten seien für die Menschen „kalkulierbarer, verlässlicher, beständiger als die Sachfragen in so einer schnelllebigen Zeit.“ Gleichzeitig habe der persönliche Wahlkampf auch den Anfang der Regierungsbildung belastet: „Da war jetzt nicht gerade ein Zauber drin“, so Boris Palmer. Nach der Wahl kamen Spekulationen auf, ob Boris Palmer einen Ministerposten angeboten bekäme, er selbst wolle aber „hier einfach nicht weg.“ Er habe mit Özdemir nach der Wahl telefoniert und ihm gesagt: „Bitte berücksichtige bei deinen Planungen, dass ich Oberbürgermeister in Tübingen bleiben werde“. Ein Interesse an höheren Positionen habe er nicht, denn „vielleicht ist das Zentrum der Macht eher im Rathaus als in einem Ministerium“. Hier, so Palmer weiter, „ist halt die Ebene, die am nächsten dran ist an den Menschen. Und als Oberbürgermeister hat man den Vorteil der Allzuständigkeit. Ich kann jedes Thema bearbeiten und bin nicht auf Ressortzuständigkeit zurückgeworfen.“ Für Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ist der Begriff der Brandmauer „völlig ungeeignet, weil die Brandmauer ist dazu da, dass man das auf der anderen Seite unkontrolliert niederbrennen lässt. Wollen wir das jetzt wirklich mit einigen ostdeutschen Bundesländern machen?“, so Palmer. Wenn man glaubt, man könne „eine 40-Prozent-Partei wie die AfD dauerhaft und wirksam ausgrenzen, dann hat das eher etwas Skurriles“, so Palmer weiter. Angesichts solcher Zahlen gebe es „nur schlechte Optionen“. Palmer spricht sich daher für eine „kontrollierte Inverantwortungnahme“ aus, was bedeute, dass eine Regierungsbeteiligung unter den Voraussetzungen „nicht der Ministerpräsident, nicht die Justiz, nicht das Innenministerium“ verhandelt werden könne, meint Palmer. Der AfD könne die Substanz genommen werden, wenn die Wähler merken: „Die können es doch gar nicht besser.“ (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 24.04.2026 Phoenix
  • Folge 300
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ plädiert die Unternehmerin, Gründerin und Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes Verena Pausder für den Abbau von Bürokratie, mehr Vertrauen in Innovation sowie für einen grundlegenden Mentalitätswandel in Deutschland. Pausder betont, dass gerade schwierige Zeiten auch Chancen bieten würden: „Jetzt haben wir die Wahl: Verwalten wir den Untergang oder greifen wir noch mal an?“ Gleichzeitig kritisiert sie die weit verbreitete negative Grundstimmung: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns darauf verständigt haben, dass wir es nicht mehr können.“ Stattdessen sollten die Geschichten des Gelingens erzählt werden. Ein zentrales Anliegen ist ihr der Abbau von Bürokratie, gerade für junge Unternehmen: „Die wären sehr froh, wenn sie in den ersten Jahren einfach mal in Ruhe gelassen werden.“ Ebenso sieht sie großen Nachholbedarf bei Digitalisierung und Bildung, warnt aber vor rein staatlicher Abhängigkeit: „Perfekt wäre es, wenn der Staat liefert – aber wir müssen uns auch selbst in die Verantwortung nehmen.“ Insgesamt brauche es mehr Mut von Politik und Kapitalgebern, um Deutschlands Innovationskraft zu stärken. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 01.05.2026 Phoenix
  • Folge 301
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Jörg Thadeusz mit dem Journalisten und Autor Harald Jähner über die Jahre des Wirtschaftswunders, die gesellschaftliche Stimmung nach dem Zweiten Weltkrieg und die „langen Jahre des Schweigens“ in der jungen Bundesrepublik. Jähner beschreibt die Nachkriegszeit als eine Epoche der Orientierungslosigkeit: „Man lebte nach dem Krieg in einem geistigen und ideologischen Vakuum.“ Die Menschen hätten versucht, den Erinnerungen an Krieg und Nationalsozialismus durch Arbeit und Konsum zu entkommen. „Man floh also von einer Depression, die einen einholen musste, sobald man an die jüngste Vergangenheit dachte, in ein zum Teil fast besinnungsloses Arbeiten“, so der Autor. Im Gespräch zeichnet Jähner zugleich ein differenziertes Bild des sogenannten Wirtschaftswunders. Hinter dem wirtschaftlichen Aufstieg hätten enorme Belastungen gestanden: „Die Leute arbeiteten sich bis in die Erschöpfung.“ Der Wunsch nach Wohlstand, einem eigenen Auto oder der ersten Reise nach Italien habe den Alltag geprägt und den Aufschwung getragen. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 08.05.2026 Phoenix
  • Folge 302
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Moderator Theo Koll mit dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages und ehemaligen Grünen-Co-Vorsitzenden Omid Nouripour über den Zustand der politischen Kultur in Deutschland, die Herausforderungen für Europa sowie seine persönliche Geschichte als Geflüchteter aus dem Iran. Mit Blick auf den rauer werdenden Ton in der politischen Debatte mahnt Nouripour zu mehr Sachlichkeit und Respekt: „Die Leute wollen kein Geschrei mehr. Die wollen, dass wir unsere Arbeit machen“, sagt der Grünen-Politiker im Gespräch mit Theo Koll. Auch die Erfahrungen aus der Ampel-Koalition reflektiert Nouripour selbstkritisch. Die öffentliche Auseinandersetzung innerhalb der Regierung habe das Vertrauen vieler Menschen beschädigt: „Das Ergebnis ist ein Scheitern gewesen für uns alle und ein Schaden für die politische Kultur in diesem Land. Und es ist wirklich befremdlich, dass die jetzige Koalition das einfach fortsetzt, als würde es keine Lehren geben aus dem, was wir falsch gemacht haben.“ Mit Blick auf Europa fordert Nouripour mehr Eigenständigkeit und schnellere Entscheidungen: „Ich glaube, dass wir uns als Europa wirklich auch als Großmacht verstehen müssen und auch als Großmacht denken müssen.“ Persönlich wird das Gespräch, als Nouripour über seine Flucht aus dem Iran als 13-Jähriger spricht und die aktuelle Lage im Land beschreibt. Besonders eindringlich warnt er mit Blick auf die Situation der Menschen im Iran: „Die Menschen im Iran haben das Gefühl, dass sie jetzt feststecken zwischen den Bomben auf der einen Seite und einem Regime, das eine Hinrichtungswelle nach der anderen lanciert.“ (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 15.05.2026 Phoenix
  • Folge 303
    Duisburgs OB Sören Link: „Die Regierung muss jetzt ihren Job richtig machen“ In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Moderatorin Inga Kühn mit Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link über aktuelle Herausforderungen für Kommunen, politische Handlungsfähigkeit sowie über seine Erwartungen an die Politik der Bundesregierung. Link schildert dabei die Perspektive einer Großstadt, die die Auswirkungen politischer Entscheidungen unmittelbar erlebt. Mit Blick auf missbräuchliche Inanspruchnahme von Sozialleistungen fordert der SPD-Politiker konsequentes Handeln: „Wenn Menschen in andere Länder wandern, um Sozialleistungen zu beziehen, dann ist das weder gerecht, noch ist es im Sinne der EU“, sagt Link im Gespräch mit Inga Kühn. Hier laufe etwas schief. Mit Blick auf die Bundesregierung kritisiert Link weniger inhaltliche Differenzen als vielmehr die politische Kommunikation und das Verhältnis innerhalb der Koalition. Aus seiner Sicht müsse stärker an gemeinsamen Lösungen gearbeitet werden: „Ich nehme aber wahr, dass das Vertrauen zwischen den Partnern nicht da zu sein scheint und dass es schwerfällt, dem anderen etwas zu gönnen, wenn es der Sache dient“, analysiert Link. Die Streitereien und das gegenseitige Missgönnen müssten aufhören und die Regierung müsse jetzt ihren Job richtig machen. Sören Link ist seit 2012 Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Herbst konnte er sich mit mehr als 78 Prozent der Stimmen in einer Stichwahl gegen den Kandidaten der AfD durchsetzen. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 22.05.2026 Phoenix
  • Folge 304
    In der aktuellen Ausgabe von „phoenix persönlich“ spricht Anke Plättner mit dem ehemaligen Berlinale-Direktor Dieter Kosslick über seine Leidenschaft für das Kino, prägende Momente aus 18 Jahren Berlinale, den Einfluss gesellschaftlicher Debatten auf die Filmwelt sowie über sein heutiges Engagement für Nachhaltigkeit und Klimathemen. Im Gespräch blickt Kosslick auf Begegnungen mit internationalen Stars, besondere Momente auf dem roten Teppich und die Herausforderungen hinter den Kulissen eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt zurück. Mit Blick auf die oft diskutierte Frage nach der Rolle des Kinos in Politik und Gesellschaft sagt Dieter Kosslick: „Ein Film ist politisch, ein Festival ist politisch. Man kann nicht einfach sagen: Wir machen hier mal Larifari.“ (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 29.05.2026 Phoenix
  • Folge 305
    Bundesfamilienministerin Karin Prien äußert sich bei „phoenix persönlich“ zu der Kritik an der Neuausrichtung des Programms „Demokratie leben!“: „Bisher haben wir noch keinen einzigen Cent gekürzt. In diesem Jahr laufen alle Förderungen so weiter wie bisher auch“, so die Familienministerin. Man wolle das Programm nun neu ausrichten. Der Schwerpunkt solle künftig auf Demokratiebildung sowie Extremismusprävention liegen. Es sei das „Recht jeder Regierung“, Förderrichtlinien zu ändern. Es gebe auch „keinen Anspruch auf Projektförderung“, sagt Prien. „Das sind Projektförderungen, die immer nur auf eine bestimmte Zeit ausgerichtet sind.“ Projekte wie beispielsweise „HateAid“ könnten sich unter einer neuen Förderrichtlinie weiterhin um eine Förderung bewerben. Vor dem Hintergrund des Kinder- und Jugendschutzes im Digitalen äußert sich Prien auch zu einem möglichen Bildschirmverbot für Kleinkinder unter drei Jahren. Es brauche diesbezüglich eine „gesellschaftliche Debatte“, sagt Prien. Der Staat habe ein „Wächteramt“ und es sei eine Frage des „Kindeswohls“. Die Nutzung von mobilen Endgeräten sei „so schädlich für die Kinder, das hat eine so nachhaltig negative Entwicklung auf die Entwicklung des Gehirns, auf die Kommunikationsfähigkeit, auf die Konzentrationsfähigkeit, das muss man Eltern sehr deutlich sagen“, sagt Prien. Mit Blick auf das Gerücht um einen vermeintlichen „Kanzlertausch“ spricht die stellvertretende CDU-Vorsitzende von einer „absurden Debatte“, die auch keiner in ihrer Partei geführt habe. Es sei „vor allem eine mediale Debatte gewesen“, die von Sachfragen der Politik ablenke, so die Bundesministerin weiter. Zum Schluss des Gespräches äußert sich Prien auch zur Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier: „Es ist Zeit für eine Bundespräsidentin.“ Ob sie selbst Ambitionen auf das Amt habe, ließ die Ministerin offen. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 05.06.2026 Phoenix
  • Folge 306
    In der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich spricht Jörg Thadeusz mit dem ehemaligen Bundesnachrichtendienst-Mitarbeiter, Islamwissenschaftler und Nahost-Experten Gerhard Conrad über die aktuellen Konflikte im Nahen Osten, die Rolle von Geheimdiensten sowie seine Erfahrungen als Vermittler zwischen Israel und der Hisbollah und der Hamas. Conrad, der über viele Jahre an Verhandlungen beteiligt war und deshalb als „Mister Hisbollah“ bekannt wurde, erläutert die Voraussetzungen erfolgreicher Vermittlungsgespräche und die Bedeutung eines tiefen Verständnisses der jeweiligen Akteure. Dabei gehe es nicht um Sympathie, sondern darum, Motive und Interessen nachvollziehen zu können. Mit Blick auf die Arbeit von Nachrichtendiensten betont Conrad die Grenzen reiner Informationsbeschaffung: „Wissen ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für zielorientiertes Handeln.“ Entscheidend sei, Informationen zu analysieren und daraus die richtigen politischen Schlussfolgerungen zu ziehen. Gerhard Conrad war für den Bundesnachrichtendienst unter anderem in Damaskus, Beirut und Jerusalem tätig. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 12.06.2026 Phoenix
  • Folge 307
    „Die Menschen wissen, dass sich etwas verändern muss“ – Giovanni di Lorenzo zu Gast bei „phoenix persönlich“. Deutschland steht vor wichtigen Reformentscheidungen. Doch gelingt es Politik und Parteien, die drängenden Herausforderungen des Landes entschlossen anzugehen? Darüber spricht Theo Koll in der Sendung „phoenix persönlich“ mit dem Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT, Giovanni di Lorenzo. Mit Blick auf die aktuelle politische Lage warnt di Lorenzo vor einem Vertrauensverlust in die Handlungsfähigkeit der demokratischen Mitte: „Das Fatalste, was wir in der Politik jetzt erleben können, ist der sich immer weiter verbreitende Eindruck, dass die Parteien der Mitte ( …) nicht in der Lage sind, die brennenden Probleme des Landes nicht nur nicht zu lösen, sondern anzupacken.“ Zugleich sieht er die Notwendigkeit grundlegender Reformen: „Die Menschen wissen, dass sich etwas verändern muss. Sie wollen nur das Gefühl dafür haben, dass die Veränderungen Hand und Fuß haben.“ Entscheidend seien dabei Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die politischen Akteure. Trotz aller Krisen plädiert di Lorenzo für Zuversicht statt Resignation: „Zuversicht gründet ja darauf, dass man schon erfahren hat, dass sich Dinge auch verändern können – auch zum Guten.“ Giovanni di Lorenzo ist seit 2004 Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT. Seit 1989 moderiert er die Talkshow „3nach9“. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 19.06.2026 Phoenix
  • Folge 308
    In der Sendung phoenix persönlich spricht Jörg Thadeusz mit der Notärztin, Oberfeldärztin und Autorin Sophia Wilk-Vollmann über ihre Einsätze in der Luftrettung, ihre Erfahrungen als Soldatin der Bundeswehr sowie über die psychischen Belastungen von Rettungskräften und Soldaten. Wilk-Vollmann schildert die Herausforderungen ihres Berufs zwischen medizinischer Verantwortung, militärischem Auftrag und persönlicher Belastung. Dabei wirbt sie für mehr gesellschaftliches Verständnis für Soldatinnen und Soldaten sowie für einen stärkeren Zusammenhalt in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Dr. Sophia Wilk-Vollmann arbeitet als Notärztin im Bundeswehrkrankenhaus Berlin und war unter anderem in Afghanistan und Mali im Einsatz. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 26.06.2026 Phoenix
  • Folge 309
    In der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich spricht Erhard Scherfer mit dem ehemaligen SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert über dessen Rückzug aus der Spitzenpolitik, seine neue Aufgabe bei der Organisation Finanzwende e.V. sowie über den Zustand der deutschen Parteienlandschaft. Dabei blickt Kühnert offen auf persönliche Erfahrungen, erklärt, warum er sich für einen Neuanfang entschieden hat, und beschreibt, wie er sich künftig politisch einbringen möchte. Trotz seines Ausscheidens aus der aktiven Parteipolitik fühlt sich Kühnert den Grundwerten der Sozialdemokratie weiterhin eng verbunden. Auf die Frage, ob er noch Sozialdemokrat sei, antwortet er: „Ja, klar. Durch und durch.“Seine Entscheidunggegen ein politisches Spitzenamt habe nichts an seinen politischen Überzeugungen geändert. Er sei ein Sozialdemokrat, der Erfahrungen in der Realpolitik gesammelt habe. Erfahrungen, so Kühnert, die ihm als Mensch nicht immer gut getan hätten. Ausschlaggebend für seinen Rückzug aus der aktiven Politik sei für ihn die Frage gewesen, ob er noch Veränderungen anstoßen könne: „Mir ging es am Ende um Wirksamkeit.“ Diese sehe er heute stärker in seiner Arbeit bei Finanzwende, wo er sich unter anderem für eine Reform der Erbschaftsteuer und mehr Steuergerechtigkeit einsetzt. Mit Blick auf die Einigung bei der Rentenreform fühlt sich Kühnert an eine „fast schon vergangene Zeit“ erinnert: „Dass man in der Lage ist, komplexe Sachen in einem Konsens aufzulösen.“ Er sei dennoch nicht von allen Punkten überzeugt. So hätten unter anderem viele Menschen schlechte Erfahrungen mit privaten Altersvorsorgeprodukten gemacht, „in die sich auch von der Politik reingeredet wurden und die sich als vor allem Förderprogramm für die Versicherungswirtschaft erwiesen haben.“ Neben politischen Themen spricht Kevin Kühnert auch über seine zweimonatige Alpenwanderung nach dem Ende seines Bundestagsmandats, über persönliche Neuorientierung sowie über seine Leidenschaft für den Fußball. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 03.07.2026 Phoenix
  • Folge 310
    Welche Rolle spielt Macht in der Politik – und wie viel Gestaltung ist in Krisenzeiten möglich? Über diese und weitere Fragen spricht Theo Koll in der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Im Gespräch blickt Söder auf seinen politischen Werdegang zurück und beschreibt den Einfluss seines politischen Vorbilds Franz Josef Strauß. Zugleich betont er, dass ihn nicht die Macht, sondern der Wunsch nach Gestaltung in die Politik geführt habe: „Der Faktor Macht ist maßlos überschätzt.“ Politik sei ein zäher Prozess, aber es lohne sich, Dinge zu verändern und zu gestalten, so der CSU-Politiker. Mit Blick auf die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen spricht sich Söder für weitreichende Reformen aus: „Unser Wirtschaftsmodell der letzten 40 Jahre wird so nicht mehr einfach funktionieren.“ Die Aufgabe sei jetzt, „alles dafür zu tun, aus diesen Krisen herauszukommen, um Land, Leute aber auch die Demokratie zu stabilisieren.“ Notwendige Veränderungen müssten jetzt entschlossen, aber mit Augenmaß umgesetzt werden: „Es ist ein Umbau, kein Neubau. Den macht man im laufenden Betrieb.“ Zuversichtlich fügt der bayerische Ministerpräsident hinzu: „Wir haben es in der Hand. Wir wissen ja, was auf uns zukommt. Wir können es gut steuern.“ Zudem dürfe man nicht vergessen, dass Deutschland nach wie vor zu den erfolgreichsten Ländern gehöre. Ein weiteres Thema ist Söders Verhältnis zu den Grünen. Trotz punktueller Zusammenarbeit – etwa auf kommunaler Ebene – schließt er eine schwarz-grüne Koalition im Bund nach wie vor aus: „Eine Koalition kann ich mir nicht vorstellen.“ Die programmatischen Unterschiede, insbesondere in der Migrations- oder Energiepolitik, seien dafür zu groß. Bisher könne er bei der Partei keine Wandlung erkennen. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 10.07.2026 Phoenix

zurückweiter

Erhalte Neuigkeiten zu phoenix persönlich direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu phoenix persönlich und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Erinnerungs-Service per E-Mail

TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn phoenix persönlich online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.

Auch interessant…

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App