US-Sender A&E kehrt fiktionalen Serien den Rücken

    Mit „Bates Motel“ endet auch diese Programmfarbe

    US-Sender A&E kehrt fiktionalen Serien den Rücken – Mit "Bates Motel" endet auch diese Programmfarbe – Bild: A&E

    Vergangene Woche ging in den USA die Serie „Bates Motel“ mit dem Finale der fünften Staffel zu Ende. Wie der Sender mittlerweile bekannt gab, wurde damit auch die Programmschiene fiktionaler Serien beendet. Stattdessen will der Sender sich nun wieder vollständig auf Factual konzentrieren.

    A&Es Vorstoß in den Bereich der Drama-Serien trug 2008 mit der Serie „The Cleaner“ erste Früchte. A&E war nach AMC einer der ersten Kabelsender „aus der zweiten Reihe“, der sich mit dem Einstieg in fiktionale Eigenproduktionen profilieren wollte – etwas, was seitdem zahllose andere Sender mit mehr oder weniger Erfolg auch getan haben, darunter Bravo, TV Land, E! Entertainment, truTV, Pop, UP und Pivot.

    Auch nach „The Cleaner“ hatte A&E mit seinen Serien eher wenig Glück, für viele blieb es bei einer Staffel – darunter Patrick Swayzes letztes Format „The Beast“, das Horror-Sequel „Damien“ und „The Returned“ als Remake des gleichnamigen französischen Originals. Immer wieder sabotierte sich A&E in den Augen der Branchenbeobachter aber auch selbst. So wurde der Zuschauerliebling und Quotenbringer „The Glades“ zum Ärger der Fans mit einem Cliffhanger abgesetzt, nachdem der Sender sich entschied, zukünftig teure Eigenproduktionen nur noch innerhalb des eigenen Medienkonzerns zu bestellen. „Longmire“ als zuschauerstärkstes Format sägte man ab, weil vor allem ältere Amerikaner eingeschaltet hatten.

    „Breakout Kings“ kaufte A&E ein, nachdem der Serienpilot bei FOX den Sprung zur Serienbestellung knapp verpasst hatte. Und auch „Unforgettable“ wurde für eine – in den Quoten katastrophale – weitere Staffel eingekauft, nachdem die Serie bei CBS abgesetzt worden war.

    Es ist wohl ganz passend, dass das Ende dieses Programmexperiments auch mit dem Ende des einzig im traditionellen Sinn erfolgreichen Formats kommt.

    In den USA ist A&E schon seit längerem als Reality-Sender bekannt, der etwa mit „Auf Entzug – Zurück ins Leben“ (aka „Intervention“), „Leben im Chaos“ („Hoarders“), „Cold Case Files – Wahre Fälle der US-Ermittler“, „Storage Wars – Die Geschäftemacher“, dem umstrittenen „Duck Dynasty“ und aktuell auch mit der Scientology-Kritik „Leah Remini: Ein Leben nach Scientology“ verbunden wird.

    02.05.2017, 16:00 Uhr – Bernd Krannich/fernsehserien.de

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