Upfronts 2020: Hoffnung für „Manifest“ und „Zoey’s Extraordinary Playlist“

    Zeit für NBC-Entscheidungen könnte gekommen sein

    Bernd Krannich – 28.05.2020, 14:17 Uhr

    „Manifest“

    Die Corona-Pandemie hat in der amerikanischen Fernsehindustrie einiges durcheinander gewirbelt, aber eines wohl nicht: Vertragslaufzeiten. In der Regel haben die fünf großen US-Networks bis Ende Mai Zeit, zu entscheiden, ob sie einem Serienpiloten eine Bestellung geben wollen oder eine weitere Staffel einer laufenden Serie beauftragen (was sie normalerweise eh Mitte Mai bei ihren Upfronts machen). In Corona-Zeiten sind die meisten Produktionsstudios und Sender geneigt, flexibler zu sein und Fristen zu verlängern. Allein: Irgendjemand muss dafür die Zeche zahlen. Deadline scheint aus dem Umfeld solcher Verhandlungen nun einen Blick auf die Zukunftsaussichten von Serien beim Sender NBC erhascht zu haben – dem einzigen der aktuell noch keine großangelegte Entscheidungswelle getroffen hatte (Übersicht aller bisheriger Entscheidungen). Demnach könnten sich die Mysteryserie „Manifest“ und die Musikdramedy „Zoey’s Extraordinary Playlist“ Hoffnungen auf eine Verlängerung machen. Schlechter scheinen die Aussichten für „Lincoln Rhyme: Der Knochenjäger“ sowie die Comedyserie „Indebted“ und „Perfect Harmony“ zu sein. Noch keine Aussage gibt es zu „Council of Dads“.

    Hintergrund ist, dass bei einer Verlängerung der Entscheidungsfrist den Beteiligten wie Hauptdarstellern Zahlungen geleistet werden müssen, damit sie sich auch noch längerfristig bereithalten und insbesondere keine neuen Jobs suchen. Sender neigen natürlich dazu, solche Investitionen nur dann zu leisten, wenn eine Serie auch eine reale Chance auf eine Verlängerung hat. Alle genannten Serien haben allerdings gewisse Herausforderungen zu überwinden – nicht selten handelt es sich um Ko-Produktionen, bei denen NBCs Schwesterfirma Universal Television nur als kleinerer Partner im Boot sitzt.

    NBC hatte frühzeitig – und noch vor Corona – seinen Verlängerungsreigen unter anderem mit Mammut-Bestellungen zu „New Amsterdam“ und den Serien von Dick Wolf„Law & Order: SVU“, „Chicago Fire“, „Chicago P.D.“ und „Chicago Med“ – für je drei Staffeln begonnen.

    „Manifest“ – das bei Warner Bros TV. entwickelt wurde – hat sich nach zwei Staffeln nicht als der ganz große Quotenbringer erwiesen, als der er einst konzipiert war. Aber Warner Bros. hat in ähnlicher Situation NBC mit Zugeständnissen auch „Blindspot“ schmackhaft machen können, das nun erst nach fünf Staffeln endet.

    Bei „Zoey’s Extraordinary Playlist“ mit Jane Levy in der Hauptrolle ist das „Problem“, dass die Serie insbesondere on Demand erfolgreich ist – das kommt aber vor allem Haupt-Produzent Lionsgate TV zugute. Hier soll es für NBC daher darum gehen, längerfristige Streaming-Rechte für die Episoden auszuhandeln.

    Das diese Woche in Deutschland gestartete „Lincoln Rhyme: Der Knochenjäger“ hatte sich bei NBC auf einem Sendeplatz am Freitagabend ordentlich und mit konstanten Quoten durchgeschlagen. Laut Deadline sieht es aktuell aber nicht so aus, als ob das letztendlich für den Sprung über die Verlängerungs-Hürde reichen werde.

    Frühzeitig standen bei „Perfect Harmony“ die Zeichen auf Dissonanzen: Die Serie über einen Kirchen-Chor und seinen neuen, missmutigen Leiter (Bradley Whitford) war im vergangenen Herbst gestartet, konnte sich aber nicht die Aufstockung auf eine volle Staffel mit 22 Folgen verdienen. NBC hat die Serie zwar nicht offiziell abgesetzt, aber große Verlängerungschancen hat das bei 20th Century Fox TV entwickelte Projekt nicht.

    Ähnliches gilt auch für „Indepted“ von Sony Pictures TV: In dieser Comedy reichte die Starpower von Ex–„Nanny“ Fran Drescher und Adam Pally („Happy Endings“) nicht für große Einschaltquoten.

    Laut Deadline hält sich NBC die Chance offen, über das Drama „Council of Dads“ erst später zu entscheiden, da man als Entscheidungsgrundlage auch die „Live+35“-Daten heranzöge – und die Ausstrahlung auf dem regulären Sendeplatz erst vor Monatsfrist begonnen hatte.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1967) am melden

      Ich kann es noch immer nicht fassen, dass "Blindspot" mit diesem wunderbaren Team zu Ende geht!
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        Wenn Manifest so lange läuft wie Blindspot, mache ich Frieden mit NBC.
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