Die Charaktere von „Firefly“: (v. l.) Jayne, River, Simon, Mal, Inara, Zoë, Wash, Kaylee und Shepherd Book
Bild: Tele 5
Schon seit einigen Wochen hatte Schauspieler Nathan Fillion (aktuell „The Rookie“) die Gerüchteküche angeheizt, am Sonntag wurde die Katze aus dem Sack gelassen: Die Kult-Sci-Fi-Serie „Firefly – Der Aufbruch der Serenity“ steht davor, eine animierte Fortsetzung zu erhalten.
Fillion hatte in Kurzvideos bei Instagram und in seinem gemeinsamen Podcast mit Kollegen Alan Tudyk (zuletzt „Resident Alien“) einen Auftritt der ehemaligen „Firefly“-Darsteller bei der Awesome Con in Washington, D.C. gehypt und angeteasert, dass dabei etwas zu „Firefly“ angekündigt würde. Mit dem nun verkündeten Versuch, eine Animationsserie zu produzieren, hat man sich ein überraschend ambitioniertes Ziel gesetzt.
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Auf dem Weg dazu ist man laut einer Ankündigung von Fillion, erneut auch bei Instagram (s. u.), bereits weit gekommen: Vom zur Persona non grata gewordenen Serienschöpfer Joss Whedon habe man die Rechtefreigabe sowie die Zustimmung des die Rechte haltenden Produktionsstudios (20th Television bzw. dessen Schwesterstudio 20th Television Animation). Daneben hat man zwei mit der Materie vertraute Autoren/Produzenten/Showrunner: Tara Butters und Marc Guggenheim, die sich damals bei der Arbeit zu „Firefly“ kennengelernt hatten und mittlerweile verheiratet sind. Butters war auch bei Whedons „Dollhouse“ und „Marvel’s Agent Carter“ mit an Bord sowie zuletzt bei „Generation V“ und fungiert aktuell bei „Law & Order: Special Victims Unit“ als Showrunnerin (fernsehserien.de berichtete). Guggenheim arbeitete im Arrowverse von Greg Berlanti („Arrow“, „The Flash“). Die beiden haben bereits ein Drehbuch geschrieben, das den Serientitel „Firefly – Still Flyin’“ trägt, der Titel der Pilotepisode ist „Athenia“. Als Animationsstudio wurde ShadowMachine gewonnen.
Daneben ist der komplette, überlebende Hauptcast mit an Bord: Neben Fillion (Malcolm ‚Mal‘ Reynolds) und Tudyk (Hoban ‚Wash‘ Washburne) auch Gina Torres (Zoë Washburne), Adam Baldwin (Jayne Cobb), Morena Baccarin (Inara Serra), Jewel Staite (Kaylee Frye), Sean Maher (Dr. Simon Tam) und Summer Glau (River Tam). Leider bereits 2016 verstorben ist Ron Glass, der den Geistlichen „Shepherd“ Book gespielt hatte.
Laut Fillion fehlt nun „nur noch“ ein Sender, der die Produktion finanziert – was allerdings in der Film- und Fernsehindustrie immer eine hohe Hürde ist.
Als „Detailfrage“ bleibt, wo in der Geschichte die Handlung verortet sein wird: Zuletzt waren Wash und Shepherd Book den Serientod gestorben. Eine Concept Art von Shadowmachine zeigt von der Crew zunächst nur Zoë, Inara, Mal, Jayne und River.
Auf dem Höhepunkt des Erfolgs von „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „Angel – Jäger der Finsternis“ gelang es deren Schöpfer Joss Whedon, 2002 die Serie „Firefly“ an FOX zu verkaufen: Darin hatte die Menschheit die „aufgebrauchte“ Erde hinter sich gelassen und war (auf nie ganz beleuchtete Weise) in ein neues, gewaltiges Sonnensystem gezogen worden. Dort wurden die „inneren“ Planeten von einer starken Zentralregierung kontrolliert, während auf den äußeren Planeten und Monden die Zustände denen des Wilden Westens glichen: Versorgungsmängel und das Recht des Stärkeren herrschten vor. Die Serenity, ein Transportschiff der sogenannten Firefly-Klasse („Glühwürmchen“), wird vom ehemaligen Widerstandskämpfer Mal Reynolds befehligt und für allerlei grenzwertige Aktivitäten genutzt.
FOX und Whedon hatten schnell unterschiedliche Vorstellungen über die Serie, sodass der eigentlich als Exposition gedachte, zweiteilige Serienauftakt bei FOX nicht als erstes laufen konnte, stattdessen schickte der Sender eine actionlastige Folge um einen Zugraub an den Start.
Noch vor Ende der ersten Staffel wurde „Firefly“ abgesetzt. Fan-Engagement vor allem auch in Form von späteren DVD-Käufen sorgte dafür, dass 2005 noch der Anschlussfilm „Serenity – Flucht in neue Welten“ in die Kinos kam. Dessen kommerzieller Erfolg war aber letztendlich überschaubar. Auch konnte der Spagat, neue Fans finden zu wollen, während man alten Fans eine Fortsetzung „ihrer“ Geschichte geben wollte, die meisten Zuschauer eben nicht überzeugen.
Infolge von Dreharbeiten zum Film „Justice League“ und Auseinandersetzungen mit den Darstellern Gal Gadot und Ezra Miller kamen ab 2020 nach und nach Vorwürfe an die Öffentlichkeit, dass Joss Whedon bei mehreren Serienproduktionen eine sehr feindselige Arbeitsatmosphäre mit Bullying geschaffen haben soll, darunter „Buffy“. Über „Firefly“ gibt es bisher keine solchen Berichte. Seitdem wurde der mittlerweile 61-jährige Joss Whedon in Hollywood in keiner offiziellen Tätigkeit beschäftigt.