Auch in dieser Woche werfen wir einen Blick auf die meistgestreamten Formate privater Anbieter in Deutschland: Die AGF Videoforschung veröffentlicht wöchentlich die sogenannte Nettoreichweiten-Auswertung. Darin wird gemessen, wie viele Menschen innerhalb einer Woche online mit Inhalten einer bestimmten Programmmarke in Berührung gekommen sind. In der Kalenderwoche 36 (31. August bis 6. September) ergibt sich ein vertrautes Bild im Ranking.
Einmal mehr dominiert die Actionserie „Reacher“, deren vierte Staffel aktuell auf Prime Video veröffentlicht wird, die Top 20. In der KW36 wurde die sechste Folge veröffentlicht. Zusammen mit den anderen fünf Folgen kam eine Gesamtzahl von 1,525 Millionen Abrufen zustande. Dahinter landen wie auch schon in der Vorwoche die „ntv Nachrichten“ mit 1,173 Millionen Views. Um einen Platz verbessert und damit in den Top 3 gelandet ist die neue Staffel vom „Sommerhaus der Stars“ mit insgesamt 1,056 Millionen Abrufen allein für die erste Folge, die in dieser Woche als einzige vorlag.
Der Soap-Dauerbrenner „GZSZ“ landete auf Platz 4 mit 994.000 Views. Dahinter platzieren sich die Bundesliga-Übertragungen auf DAZN. Auf den Plätzen 6, 7 und 8 finden sich drei weitere Reality-Shows wieder: „Are You The One? – Reality Stars in Love“ (RTL+), „Ex on the Beach“ (RTL+) und „Villa der Versuchung“ (Joyn). Der Sitcom-Dauerbrenner „Two and a Half Men“, der in der Vorwoche auf Prime Video an der 1-Million-Views-Marke kratzte, kam diesmal noch auf 588.000 Abrufe, was dem neunten Platz im Ranking entsprach. Für die zurückliegende Staffel von „Die Verräter“ kamen eine Woche nach der Veröffentlichung der finalen Folgen noch mal 252.000 Views hinzu, womit es noch für den 20. Platz reichte.
In der Kalenderwoche 36 wurde übrigens die Schocknachricht vermeldet, dass RTL sich von der Daily Soap „Unter uns“ trennen wird, was zu einem großen Fanprotest im Netz führte (fernsehserien.de berichtete). Bei den Abrufzahlen machte sich ebenfalls ein kleiner Aufwind bemerkbar: Mit 303.000 Abrufen lief es für die Serie auf RTL+ etwas besser als zuletzt, wodurch sie auf Platz 16 landete. Zwei Wochen zuvor war „Unter uns“ noch auf schwächere 260.000 Abrufe und Platz 20 gekommen.
Top 20 Programmmarken KW36 private Anbieter sortiert nach kumulierter Nettoreichweite
Allgemein gilt zu berücksichtigen: Die sogenannte Messung der Programmmarken-Nettoreichweiten durch die AGF funktioniert völlig anders als die Messung der Einschaltquoten im herkömmlichen linearen Fernsehen und ist deshalb auch nicht damit vergleichbar. Konkret sollen diese Zahlen wiedergeben, wie viele Menschen insgesamt mit Video-Inhalten einer „Programmmarke“ in Kontakt gekommen sind. Dabei spielt keine Rolle, ob sich der jeweilige User eine Folge komplett angesehen oder mittendrin abgebrochen hat, ob er einen kurzen Clip oder auch mehrere Videos geguckt hat. Hinzu kommt, dass in der Liste der privaten Anbieter neben den Mediatheken der deutschen Privatsender bislang nur Amazon bzw. Prime Video gemessen wird. Netflix und Disney+ etwa geben nach wie vor keine offiziellen Zahlen heraus, weshalb diese Plattformen in der Statistik nicht abgebildet werden.