Quoten: „Sommerhaus“-Finale hinter „Tatort“, aber vor „The Voice of Germany“

    ProSieben punktet mit „Bumblebee“ und „Transformers“, „Grill den Henssler“ erneut schwach

    Dennis Braun – 02.11.2020, 09:19 Uhr

    „Das Sommerhaus der Stars“: Caro (l.) und Andreas Robens sind die Gewinner der diesjährigen Staffel

    Mit dem Finale und dem anschließenden Wiedersehen ging gestern eine besonders krawallige Staffel von „Das Sommerhaus der Stars“ bei RTL zu Ende. Die Quoten fielen vor allem am Sonntagabend deutlich geringer aus als in den Vorjahren, besser hatte es zu Beginn der Staffel mittwochs ausgesehen. Mit 1,34 Millionen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren und ordentlichen 13,8 Prozent wird man in Köln aber zumindest nicht unzufrieden sein. Insgesamt saßen 2,42 Millionen (7,7 Prozent) vor dem Bildschirm. Dem TVNOW-Format „Temptation Island V.I.P.“ gelang es zu später Stunde sogar, den Zielgruppen-Marktanteil auf sehr gute 15,4 Prozent zu steigern.

    Unangefochtener Spitzenreiter in allen Altersklassen war jedoch der Stuttgarter „Tatort“ im Ersten, der im Vergleich zu den letzten Fällen deutlich zulegen konnte. Insgesamt 9,81 Millionen Menschen hatten eingeschaltet, der Marktanteil betrug satte 27,5 Prozent und fiel auch bei den 14- bis 49-Jährigen mit 21,8 Prozent bei 2,35 Millionen hervorragend aus. Noch stärker war hier zuvor die „Tagesschau“, die sogar 2,54 Millionen (25,5 Prozent) informierte und beim Gesamtpublikum angesichts 8,85 Millionen (25,7 Prozent) ebenfalls extrem gefragt war. „Anne Will“ talkte nach der Krimireihe noch vor 4,39 Millionen Zuschauern, das reichte für 15,4 Prozent.

    Kleinere Brötchen musste das ZDF mit einer neuen Folge von „Ella Schön“ backen, die 4,35 Millionen Gesamtzuseher unterhielt und durchwachsene 12,2 Prozent einfuhr. In der Zielgruppe kamen auch nur unspektakuläre 6,1 Prozent zustande. Besser lief es für das anschließende „heute journal“, das mit 4,78 Millionen (15,5 Prozent) sogar die meistgesehene Mainzer Sendung des Tages war. Die dritte Folge der Miniserie „Schatten der Mörder – Shadowplay“ fiel um 22:15 Uhr auf 1,82 Millionen und unbefriedigende 9,7 Prozent zurück.

    Den dritten Platz bei den Werberelevanten sicherte sich ProSieben mit der Deutschlandpremiere des Abenteuerfilms „Bumblebee“, die auf 1,34 Millionen Zuschauer und sehr gute 13,1 Prozent kam. Insgesamt konnte man mit 2,43 Millionen sogar das RTL-“Sommerhaus“ knapp hinter sich lassen. Noch mehr Zuschauer ab drei Jahren hatte „The Voice of Germany“ in Sat.1, genauer gesagt 2,54 Millionen. In der Zielgruppe war man mit 11,6 Prozent dagegen nur viertstärkste Kraft am Sonntagabend. Die Wiederholung von „Luke! Die Greatnightshow“ stürzte nachfolgend massiv auf 4,7 Prozent ab, während es für „Transformers: The Last Knight“ beim Schwestersender sogar noch leicht auf 13,4 Prozent nach oben ging.

    Weiterhin überhaupt nicht in die Gänge kommen die neuen Folgen von „Grill den Henssler“ bei VOX. Auch in dieser Woche wurden nur maue 5,3 Prozent bei 470.000 Zielgruppen-Zuschauern erzielt. Ohne eine kräftige Steigerung droht es, die aus Quotensicht schlechteste Staffel in der Geschichte der Koch-Competition zu werden. Zunehmend Probleme haben mittlerweile auch die „Trucker Babes“ bei Kabel Eins, die mit 4,0 Prozent erneut deutlich am Senderschnitt scheiterten. Dafür holte „Abenteuer Leben am Sonntag“ im Anschluss stolze 7,0 Prozent. „Nie wieder Sex mit der Ex“ war das Motto bei RTL Zwei, doch lediglich 4,1 Prozent der jungen Zuschauer konnten sich für die Komödie erwärmen.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      ja das stimmt. die programmmacher sind da das hauptübel. schlimm das es menschen gibt die sich für sowas instrumentalisieren lassen und am schlimmsten ist das sowas über die quote auch noch angenommen wird.

      habe am sonntag nur die "aussprache" gesehen und war entsetzt.

      da muss ich das diesjährige promi big brother nochmal loben, das zwar auch aussetzer hatte, aber es dort genug leute gab die als korrektiv gegenüber mobbing und assigkeit gewirkt haben - zumindest habe ich das in diesem positiven ausmaß in einem solchen format noch nicht gesehen.

      ich finde das solche sendungen wie "sommerhaus der stars" verboten gehören das sie wirklich sehr gefährliche dinge verherlichen und für die gesellschaft fatale signale haben. es ist da eben keine fiktion, sondern "real life". wenn kinder comics gucken weiß man das es nicht echt nicht, ebenso wenn der terminator im action film leute platt macht.

      aber im trash tv wird es lebensecht präsentiert...geht gar nicht.
      • (geb. 1979) am melden

        was soll Rtl denn sonst zeigen ? die können nur diesen dreck, kennt noch jemand rtl in den 80ern als von 19.25 Uhr bis 20.15 ne gute Serie und danach ein Film lief. heute können die nur noch diesen müll mit diesen mir unbekannten z- promis keine ahnung wer die robens sind
          hier antworten
        • am via tvforen.demelden

          das soetwas wie sommerhaus der stars in der prime time auf einem großen sender läuft ist schon sehr bitter und zeigt was für eine gesellschaft wir mittlerweile sind.

          das ist echt der bodensatz von allen beteiligten (inkl. moderation etc.) und ein tiefpunkt für schlechtes benehmen.

          dagegen wirken ja diverse formate auf rtl2 nahezu wie arte sendungen.

          ähnlich peinliches habe ich zuletzt nur auf sat 1 gesehen. glaub das hieß "promis unter palmen".

          solche sendungen gehören echt verboten - vorallem wenn man sich anschaut wie die gesellschaft runtergekommen ist.

          p.s.: ich gehe zum lachen nicht in den keller
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            Ich stimme dir da leider zu. Ich habe das eine und andere mitbekommen, inclusive der "Betroffenheit" des RTL-Unterhaltungschefs Kai Sturm, der wahrscheinlich danach vor Lachen nicht schlafen konnte. https://uebermedien.de/54231/die-eskalation-der-aggressivitaet-hat-uns-persoenlich-auch-betroffen-gemacht/

            Wenn die kommende Generation derart hinterhältige und falsche Handlungen honoriert und gutheißt und in Tausenden (ich kann es nicht anders nennen) strunzdummen Menschen folgt, die in Berlin wohnend, auf die Frage nach dem Fluß der durch ihre Heimatstadt fließt, zuerst hilflos mit den Schultern zucken und dann "Rhein" antworten... da wird mir Angst und Bange, das sage ich ganz ehrlich.

            Die Dummheit an sich ist bei dem bundesdeutschen Bildungssystem und den Schulbedingungen nicht verwunderlich, wahrscheinlich sogar gewollt, aber das solche Leute als Führer akzeptiert werden, DAS ist das Beängstigende! Wir sehen seit 4 Jahren in den USA was so etwas bedeuten kann...
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            Sveta schrieb:
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            > Wenn die kommende Generation derart hinterhältige
            > und falsche Handlungen honoriert und gutheißt und
            > in Tausenden (ich kann es nicht anders nennen)
            > strunzdummen Menschen folgt, die in Berlin
            > wohnend, auf die Frage nach dem Fluß der durch
            > ihre Heimatstadt fließt, zuerst hilflos mit den
            > Schultern zucken und dann "Rhein" antworten... da
            > wird mir Angst und Bange, das sage ich ganz
            > ehrlich.

            Die Frage ist, was schlimmer ist, die Dummheit oder die Streitsucht der Teilnehmer. Von den meisten habe ich jedenfalls einen negativen Eindruck bekommen.

            Für das allgemeine Verhalten dieser Leute habe ich absolut kein Verständnis. Auch wenn der Hass, der im Sommerhaus zum Ausdruck kam, auf Ereignisse in der Vergangenheit zurückzuführen ist, sollte man sich doch bemühen, einigermaßen gut miteinander auszukommen. Die Leute mussten schließlich auf engstem Raum zusammen leben.

            Bemerkenswert fand ich, dass eine Teilnehmerin bei einem Wissensspiel ihre Dummheit offen zugab. Sie sagte, dass durchschnittlich begabte Menschen die Aufgaben bewältigen könnten, sie gehöre aber nicht dazu. Wenn sie wenigstens einen intelligenten Mann geheiratet hätte, hätte der ihr meiner Meinung nach bei einigen Aufgaben helfen können. Aber ihr Mann war leider genau so dumm, dafür aber wenigstens nicht so streitsüchtig.
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            U56 schrieb:
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            > Die Frage ist, was schlimmer ist, die Dummheit
            > oder die Streitsucht der Teilnehmer. Von den
            > meisten habe ich jedenfalls einen negativen
            > Eindruck bekommen.

            Noch weitaus schlimmer finde ich, dass das Bloßstellen und Aufeinanderhetzen von einfach strukturierten, streitsüchtigen und/oder finanzschwachen Menschen in den letzten 20 Jahren zu einem völlig normalen Geschäftsmodell geworden ist. Daran verdienen nicht nur die Privatsender sehr gut, sondern auch andere Medien, die darüber berichten.

            Man sollte nie vergessen, dass dieses widerliche Geschäftsmodell sofort zusammenbricht, sobald das Publikum sich weigert, den ganzen Müll zu konsumieren.
          • am via tvforen.demelden

            Spoonman schrieb:
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            > U56 schrieb:
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            > > Die Frage ist, was schlimmer ist, die Dummheit
            > > oder die Streitsucht der Teilnehmer. Von den
            > > meisten habe ich jedenfalls einen negativen
            > > Eindruck bekommen.
            >
            > Noch weitaus schlimmer finde ich, dass das
            > Bloßstellen und Aufeinanderhetzen von einfach
            > strukturierten, streitsüchtigen und/oder
            > finanzschwachen Menschen in den letzten 20 Jahren
            > zu einem völlig normalen Geschäftsmodell
            > geworden ist. Daran verdienen nicht nur die
            > Privatsender sehr gut, sondern auch andere Medien,
            > die darüber berichten.
            >
            > Man sollte nie vergessen, dass dieses widerliche
            > Geschäftsmodell sofort zusammenbricht, sobald das
            > Publikum sich weigert, den ganzen Müll zu
            > konsumieren.

            Das Problem besteht ja gerade darin, dass das Publikum im Prinzip genauso ist wie die Protagonisten des Mülls. Zumindest ein kleiner Teil, die meisten sind wohl Amateurpsychologen, die sich für Gruppendynamiken in geschlossenen Systemen interessieren. ;-)

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