20 Jahre „Law & Order“ – eine Ära geht zu Ende

    von Ralf Döbele

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 07.06.2011

    Ein Franchise am Ende?

    Jack McCoy mit Michael Cutter (Linus Roache) und Connie Rubirosa (Alana De La Garza)NBC
    Im Lauf der 20. Staffel und nach weiteren Sendeplatzwechseln waren die Quoten von „Law & Order“ wieder stark gefallen. Die neue Führung des angeschlagenen Networks NBC wollte für seine Werbekunden ein Exempel statuieren: raus mit dem Alten, rein mit dem Neuen. Obwohl eine rekordbrechende, 21. Staffel fast schon beschlossen schien, zog NBC Mitte Mai 2010 überraschend den Stecker. Dick Wolf versuchte noch ein neues Zuhause für die Mutterserie zu finden, doch es war zu spät. Mit einer sehr guten, wenn auch nicht überragenden Episode, ging die Serie nach 20 Jahren und 456 Episoden zu Ende. Lediglich die Geschichte um Lt. Van Buren wurde zu einem äußerst emotionalen und zufriedenstellenden Ende geführt. Der Dienst für die anderen Detectives, sowie für Cutter, Rubirosa und McCoy geht dagegen normal weiter – wir als Zuschauer sind nur nicht länger mit dabei.

    Ein Spin-Off floppt

    Nach Neustart nicht erfolgreich: Spin-Off „Law & Order: LA“NBC
    NBC ersetzte die Mutterserie mit einem neuen Spin-Off. „Law & Order: LA“ sollte das Franchise für das nächste Jahrzehnt fit machen und einen neuen, ansprechenden Schauplatz geben. Doch von Anfang an waren die Kritiken schlecht, ebenso wie die schauspielerischen Leistungen so mancher Protagonisten. Nach einem guten Start fielen die Quoten sogar unter das Niveau der 20. „Law & Order“-Staffel. Auch inhaltliche Veränderungen und die Rückkehr von Alana de la Garza als Connie Rubirosa halfen letztendlich nichts. Im Mai 2011 zog der neue NBC-Präsident Robert Greenblatt bei „LOLA“ den Stecker. In wenigen Wochen wird auf dem Kabelsender USA auch „Criminal Intent – Verbrechen im Visier“ nach zehn Staffeln zu Ende gehen. Damit ist die einzig noch verbliebene Franchise-Serie „Law & Order: Special Victims Unit“, das in seiner 13. Staffel aber einen Hauptdarstellerwechsel verkraften muss. So scheint es, als habe das „Law & Order“-Universum seine besten Tage lange hinter sich. Aber nach fast 1000 Episoden, verteilt über sämtliche Varianten des Franchises, dürfte Fans und Zuschauern das Material noch lange nicht ausgehen – egal ob im DVD-Regal oder bei täglichen Wiederholungen, die in den USA noch immer an der Tagesordnung sind.

    07.06.2011 – Ralf Döbele/​wunschliste.de

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    Über den Autor

    Ralf Döbele ist Jahrgang 1981 und geriet schon in frühester Kindheit in den Bann von „Der Denver-Clan“, „Star Trek“ und „Aktenzeichen XY…ungelöst“. Davon hat er sich als klassisches Fernsehkind auch bis heute nicht wieder erholt. Vor allem US-Serien aus allen sieben Jahrzehnten TV-Geschichte haben es ihm angetan. Zu Ralfs Lieblingen gehören Dramaserien wie „Friday Night Lights“ oder „The West Wing“ genauso wie die Prime Time Soaps „Melrose Place“ und „Falcon Crest“, die Comedys „I Love Lucy“ und „M*A*S*H“ oder das „Law & Order“-Franchise. Aber auch deutsche Kultserien wie „Derrick“ oder „Bella Block“ finden sich in seinem DVD-Regal, das ständig aus allen Nähten platzt. Ralf ist als freier Redakteur für fernsehserien.de tätig und kümmert sich dabei hauptsächlich um tagesaktuelle News und um Specials über die Geschichte von deutschen und amerikanischen Kultformaten.

    Lieblingsserien: Six Feet Under, Star Trek – Enterprise, Aktenzeichen XY…ungelöst

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