„Monday Mornings“: Späte Free-TV-Premiere der US-Ärzteserie bei Super RTL

    Unterschätztes Serienjuwel von David E. Kelley

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 03.05.2017, 14:07 Uhr

    Der Cast von „Monday Mornings“: (v.l.) Sarayu Rao, Bill Irwin, Alfred Molina, Jennifer Finnigan, Jamie Bamber, Ving Rhames, Emily Swallow und Keong Sim – Bild: TNT
    Der Cast von „Monday Mornings“: (v.l.) Sarayu Rao, Bill Irwin, Alfred Molina, Jennifer Finnigan, Jamie Bamber, Ving Rhames, Emily Swallow und Keong Sim

    Zu einer späten Free-TV-Premiere kommt die amerikanische Krankenhaus-Serie „Monday Mornings“: Super RTL zeigt das zehnteilige Format aus dem Jahr 2012 ab dem 14. Juni immer mittwochs ab 23.00 Uhr – platziert zwischen drei „Dr. House“-Wiederholungen und „Nurse Jackie“. Trotz großer Namen im Hintergrund konnte die Serie in den USA keine guten Quoten einfahren und wurde nach der ersten Staffel nicht verlängert. Sehr zum Leidwesen von TNT Serie, wie es damals hieß, weil der Pay-TV-Sender mit dem Zuschauerzuspruch der Deutschlandpremiere zufrieden war. „Monday Mornings“ war damals eine der ersten Serien, wo die internationalen Turner-Sender als Ko-Produzenten auftraten und TNT Serie das Format daher sehr zeitnah auch in Deutschland zeigen konnte.

    „Monday Morning“ ist die Adaption des Romans von Dr. Sanjay Gupta, der damals in den USA einer der beliebtesten Medizin-Experten im Fernsehen war. Die Adaption übernahm David E. Kelley, der schon mit „Chicago Hope“ eine skurrile Krankenhausserie schuf und dank „Ally McBeal“, „Practice – Die Anwälte“, „Picket Fences“ und weiteren Serien sehr bekannt war und ist.

    Namensgebend für die Serie ist die sogenannte „Monday Morbidity and Mortality Conference“ des fiktiven Chelsea General Hospital in Portland. Hier kommen die Ärzte unter der Leitung des Chefarztes Dr. Harding Hooten (Alfred Molina) am Montagmorgen zusammen, um kritische Fälle der vergangenen Tage zu besprechen – häufig solche mit unerwarteten Komplikationen oder Todesfällen. Der jeweils verantwortliche Arzt muss den Fall und den Ablauf der Behandlung darlegen und sich den kritischen Nachfragen der Kollegen stellen. Die interne Veranstaltung dient vor allem der Schulung der Ärzte anhand von Ausnahmesituationen. Häufig werden gemachte Fehler oder Fehleinschätzungen aufgezeigt, was natürlich für den vortragenden Arzt stressvoll ist. Bisweilen wird er aber auch von den Kollegen „entlastet“, weil man nach Stand der Medizin und den etablierten Verfahren keine bessere Behandlung hätte wählen können. So oder so: Die Veranstaltung ist eine interne Krankenhaussache, hat also keine rechtlichen Konsequenzen. Was nicht heißt, dass Hooten einen Arzt nicht als Folge des Besprochenen sofort entlassen könnte.

    Neben Hooten sind der Ex-Sportler und Notfallmediziner Dr. Jorge „El Gato Negro“ Villanueva (Ving Rhames) und Transplantations-Chef Dr. Buck Tierney (Bill Irwin) die führenden Ärzte. Während Hooten unnahbar und streng ist, ist Villanueva eher der väterliche Typ, während Tierney den meisten Kollegen unausstehlich erscheint.

    Jamie Bamber („Battlestar Galactica“) porträtiert Dr. Tyler Wilson, Jennifer Finnigan („Tyrant“) spielt Dr. Tina Ridgeway und Keong Sim Dr. Sung Park – alle drei sind Neurochirurgen in der Fachausbildung, während Emily Swallow („The Mentalist“) in dem Fachbereich die jüngere Dr. Michelle Robidaux darstellt. Sarayu Rao stellt den ausgezeichneten Kardiologen Dr. Sydney Napur dar, der sich ebenfalls noch in der Fachausbildung befindet. Markant an ihm ist, dass er ein in Medizin und Musik nach Perfektion strebender Mann ist, jedoch seinen Fähigkeiten in Englisch nur wenig Gewicht einräumt. Wie immer in Krankenhausserien spielen persönliche Beziehungen, die Auseinandersetzung mit den Regeln und die Frage nach der Risikobereitschaft bei Extremsituationen eine wichtige Rolle.

    Viele Fans der Serie, die ihr bis zum Ende die Treue hielten, bestätigen dem Format ansteigende Qualität. Dabei wurde auch schnell das recht starre Gerüst einer „einmal pro Woche am Montag stattfindenden Versammlung“ über Bord geworfen: Wann immer es dramaturgisch sinnvoll war, berief Hooten die Kollegen ein.

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