„Modern Family“: Fred Willard ist tot

    Amerikanische Schauspiellegende im Alter von 86 Jahren verstorben

    Bernd Krannich – 17.05.2020, 17:27 Uhr

    Fred Willard in einer seiner letzten Rollen als Fred Naird in „Space Force“

    Schauspieler Fred Willard ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Wie die Tochter des Darstellers bekanntgab, sei er am Freitag in seinem Heim in Los Angeles an natürlichen Ursachen verstorben. In Deutschland ist Willard vielleicht für seine letzte große Rolle am ehesten bekannt, die als Phils Vater in „Modern Family“, die er mit regelmäßigen Auftritten zwischen der ersten und elften Staffel ausfüllte. Ab 29. Mai ist er in der Netflix-Serie „Space Force“ zu sehen, ebenfalls als Vater des hier von Steve Carell gespielten Protagonisten.

    Willard war in den USA für seinen trockenen Humor bekannt, in zahllosen Filmen und Fernsehrollen spielte er häufig einfältige Figuren, die dadurch, dass sie ihre peinlichen Gedanken und Erinnerungen ungefiltert aussprachen, für Humor sorgten. Die New York Times würdigte ihn in einem Essay aus dem Jahr 2008 als König des trockenen Cameos, der mit einem einzigen Satz eine ganze Szene dominieren konnte.

    Willard hatte seine Wurzeln im Improv-Theater und der Sketch-Comedy. Geboren 1933 im ländlichen Ohio, hatte er eine Verbindung zu Chicagos Improv-Schmiede „Second City“. Nach zahlreichen kleineren Auftritten im Fernsehen – darunter auch diverse Sketche in der Late-Night – hatte er 1976 eine erste TV-Hauptrolle im kurzlebigen „Sirota’s Court“, dem direkt 1977 „Fernwood 2 Night“ folgte – eine „Fake“-Late-Night-Show aus dem ländlichen Illinois, in der Willard als Sidekick des Moderators (dargestellt von Martin Mull, „Sabrina – total verhext!“) seinen Durchbruch hatte. 1978 folgte dann „America 2-Night“, in dem er die gleiche Rolle spielte – wegen des „Erfolgs“ der Fake-Talkshow wurde diese zu einem landesweiten Programm befördert.

    Für Willard folgte eine volle Karriere mit zahlreichen der oben erwähnten, vor wie hinter der Kamera Eindruck hinterlassenden, kleineren Rollen, Auftritten als Interview-Gast und in Sketchen bei Late-Night-Formaten, Panelist bei Comedy-Shows wie „Hollywood Squares“ und später einer Tätigkeit als Kommentator bei Rückblick-Sendungen und Gastmoderator etwa beim amerikanischen „The Bachelor“. Willard gehörte einfach zum Hollywood-Establishment und war in den USA ein sehr bekanntes Gesicht.

    Längere Handlungsbögen in Fernsehserien hatte Willard etwa ab Mitte der 1990er wieder vermehrt. Er besuchte „Roseanne“, „Verrückt nach Dir“, „Alle lieben Raymond“ und „Modern Family“. Daneben hatte er Hauptrollen in den letztendlich kurzlebigen Serien „Meine Familie – echt peinlich“, „Back to You“ (neben Patricia Heaton, Kelsey Grammer und Ty Burrell) und zuletzt in der Netflix-Serie „Space Force“.

    Aus seinen Filmrollen stechen entsprechend seines Typecastings vor allem jene Rollen in Filmen heraus, die selbst Kultstatus erreicht haben. Darunter „Die Jungs von ‚Spinal Tap‘“ (1984), „American Pie III – Jetzt wird geheiratet“ (2003; als Alyson Hannigans Filmvater, der einen beeindruckenden Toast gibt), „Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy“ (2004) und in den USA der Animations-Film „WALL-E- Der Letzte räumt die Erde auf“ (2008), wo er in einer Videoaufname als optimistischer CEO der Buy n Large Corporation zu hören ist, der den Start des Raumschiffs Axiom kommentiert.

    Fred Willard war vierfach für einen Primetime-Emmy nominiert: Dreifach als Hank in „Alle lieben Raymond“ (der Vater von Roberts späterer Ehefrau Amy) und einmal für „Modern Family“. Für eine Gastrolle in der Daily Soap „Reich und Schön“ erhielt er schließlich einen Daytime-Emmy.

    Zwischen 1968 und ihrem Tod im Jahr 2018 war Willard mit Theaterautorin Mary Lovell verheiratet, beide hatten eine gemeinsame Tochter, Hope. Die sagte über ihren verstorbenen Vater: Er blieb immer in Bewegung, hat gearbeitet und hat uns bis zum letzten Tag glückliche Momente beschert. Wir haben ihn sehr geliebt.

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      Ich mochte ihn immer sehr gerene. Ere hatte immer so eine liebenswürdieg, sympathische Art an sich

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