FOX-Unterhaltungschef Kevin Reilly tritt zurück

    TV-Manager zieht Konsequenzen aus Quotenabsturz

    Marcus Kirzynowski
    Marcus Kirzynowski – 30.05.2014, 10:57 Uhr

    FOX-Unterhaltungschef Kevin Reilly tritt zurück – TV-Manager zieht Konsequenzen aus Quotenabsturz – Bild: FOX

    Kevin Reilly, Unterhaltungschef des US-Fernsehnetworks FOX, gab am gestrigen Donnerstag (29.5.) seinen Rücktritt bekannt. Seine Aufgaben übernimmt zunächst Peter Rice, der Vorsitzende der Sendergruppe Fox Networks Group. Wer Reillys Nachfolge antreten wird, ist noch nicht bekannt. Obwohl keine offiziellen Gründe für den Rücktritt genannt wurden, kann davon ausgegangen werden, dass die schlechten Einschaltquoten des von Reilly verantworteten Programms in jüngster Zeit eine wichtige Rolle bei der Entscheidung gespielt haben dürften.

    Bereits in der Fernsehsaison 2012/13 war FOX nach einer langanhaltenden Marktführerschaft in der werberelevanten Zielgruppe auf den dritten Platz der großen, frei empfangbaren Networks in den USA zurückgefallen. In der zu Ende gehenden Saison sah es nicht besser aus: Ehemalige Erfolgsshows wie „American Idol“ oder „Glee“ fielen in der Zuschauergunst immer weiter zurück oder mussten – im Falle von „The X Factor“ – gleich ganz abgesetzt werden. Von den Neustarts konnte mit Ausnahme von „Sleepy Hollow“ aus Quotensicht kaum etwas überzeugen, vor allem im Comedybereich sah es weitgehend düster aus.

    Reilly hatte auf den Quotenabsturz im Januar mit seiner überraschenden Ankündigung reagiert, FOX werde sich nicht mehr an dem traditionellen Modell der Pilot Season beteiligen. Statt eine Vielzahl von Pilotfolgen neuer Serienprojekte zu bestellen, von denen dann nur ein Bruchteil tatsächlich in Serie geht, wollte er gezielter Projekte fördern, die anschließend direkt als Serie in Auftrag gegeben werden. Nach diesem neuen Modell bestellte FOX für die kommende Saison etwa die Batman-Vorgeschichte „Gotham“.

    Der Spitzenmanager war 2007 zu FOX gekommen und 2012 zum Unterhaltungschef befördert worden. Seitdem brachte er Erfolgsserien wie „New Girl“ oder „The Following“ auf den Weg. Zuvor war er bereits in gleicher Position beim Konkurrenznetwork NBC, wo er Serien wie „The Office“, „Heroes“ und „30 Rock“ ins Programm nahm. Davor war er beim FOX-Schwestersender FX maßgeblich am Boom eigenproduzierter Serien von Kabelsendern beteiligt, innovative Formate wie „Nip/Tuck“ und „The Shield“ gingen auf seine Kappe. Auch an der „Mutter aller Qualitätsserien“, den „Sopranos“, war Reilly beteiligt – als Präsident des Produktionsstudios Brad Grey Television.

    Als mögliche Nachfolgekandidaten für Reilly bei FOX werden jetzt unter anderen die Chefin der Produktionssparte 20th Century Fox TV, Dana Walden, und der Geschäftsführer des Schwester-Kabelsenders FX, John Landgraf, gehandelt.

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